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Jüdische Volksstimme · 1913-08-14 · Heft 33 (14.8.1913) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 33 (14.8.1913)
Date
1913-08-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 33 scheu Krieges. Der Schah von Persien verlieh ihm den Löiven- und Sonnenorden. Sowohl die Königin Jsabella als auch der Zar Alexander . verliehen ihm den Kommandeur-Titel, und auch Papst Pius der Neunte hat diesem guten Franzosen, dem treuen Sohne des Alten Testaments, dem Abkömmling der historischen Makkabäer, die treu sind ihrem Gotte und ihrem Vaterlande, das Kommandeurkreuz des Ordens des heiligen Georgs des Großen verliehen. Unterschlagungen. Stuttgart. Der Sekretär der israelitischen Oberkirchenbehörde, Friedmann, ist nach großen Unterschlagungen flüchtig geworden. Die Summe der unterschlagenen Gelder soll, wie behauptet wird, mehr als eine halbe Million betragen. Diese Angaben sind aber zweifellos übertrieben. Sicher ist, daß Fricdmann im Mai vorigen Iahres bei der Württembergischen Bankanstalt Werr- Papiere in der Höhe von 30.000 Mark aus der Pflaunischen Stiftung auf Grund einer legalen Quittung, die er sich erschlichen, erhaben hat. Genauere Angaben über die Gesamthöhe der Unterschlagungen waren bisher nicht zu erlangen. Der neue Bürgermeister von Odessa. Die Juden von Odessa gehen abermals sehr traurigen Zeiten entgegen. Einer der gefährlichsten Pogromhelden, der aus der Schreckensherrschaft des Generals Tolmatschew bekannte Pelikan, wurde zum Bürgermeister der Stadt gewählt. Pelikan hat sehr viele Ausschreitungen gegen Juden auf dem Gewissen, und die Juden von Odessa befürchten mit Recht, daß für sie jetzt abermals eine Schreckensära herangebrochen ist. Mehrere Odessaer Blätter, welche die Erinnening an die frühere Pogromtätigkeit Pelikans wachriescn, wurden konfisziert und die Redakteure verhaftet. Rabbinerwahl. Am 27. Juli wurde Dr. Elias Grünwald nach einem beifällig aufgenommenen Probevortrag von der Kultusgemeinde Tuzla zum Rabbiner und Neligionsprofessor gewählt. Dr. Elias Grünwald besetzt die Stelle des Rabbiners Dr. Samuel Klein, der nach Ersekujvar zur Kongreßgemeinde als Kreisrabbiner gewählt wurde. Die Wahl in Ungarisch-Brod. Die Nachfolgerschaft des Rabbiners Dr. Jung ist durch die dieser Tage stattgehabte Rabbinerwahl dem Rabbiner aus Jamnitz Dr. Nürnberg zugesallen. Heldenmut eines serbisch-jüdischen Offiziers. Belgrad. Die hiesigen Zeitungen bringen unter der Ncrberschrift ״Ein jüdischer Held" ausführliche Berichte über die Waffcntatcn des jüdischen NescrvcoffizierS Friedrich S. Pops im gegenwärtigen Kriege. In allen Gefechten stürmte er todesmutig au der Spitze seiner .Kompagnie gegen den Feind und führte die ihm andertrauten Soldaten von Erfolg zu Erfolg. Pops ist Advokat in Belgrad tind Präses der dortigen aschkcnasischen Gemeinde. Er ist ein Verwandter Theodor Herzls. Hebräische Konferenz. Am 25. bis 27. August findet in Wien, Beethovensaal, Strauchgassc t, eine K o n f c r e n z der ״Organssation für hebräische Sprache und Kultur statt. Hebräische Sprachkurse in Palästina. Wir wenden uns nochmals an die jüdische Stubentenschaft mit der Aufforderung, sich zur Teilnahme für die im kommenden Wintersemester in Jaffa geplanten Kurse zur Erlernung der hebräischen Sprache anznmelden. Es sind z>var schon einige Anmeldungen cingclaufcn. das Projekt kann aber nur dann verwirklicht werden, wenn sich mindestens 20 Teilnehmer für die Kurse verpflichte». Die Kurse sollen in dreistündigem, täglichem Unterricht bestehen, den bewährte pädagogische Kräfte erteilen werden. Gegenstände des Unterrichtes sind: 1. Hebräische Grammatik; 2. hebräische Konversation und 3. hebräische Literatur. Der Kursus soll sich auf die Zeit von Ende September bis Mitte April erstrecken; dieser Zeitraum reicht nach dem Urteil sachkundiger Personen dazu aus, den Teilnehmern die Grundlagen der Sprache in leichtsatzlichcr Weise beizubringcn. Es wird dafür gesorgt werden, datz die Teilnehmer sich die ganze Zeit hindurch in einer hebräisch sprechenden Umgebung befinden und somit das Hebräische als lebende Sprache auch praktisch üben. Falls diese Kurse zustande kommen, wird die - ״Histadruth" die allgemeinen Kosten decken. Für jeden Teilnehmer entstehen nur die Ausgaben für die Reise und den verhältnismätzig billigen Aufenthalt in Jaffa. ,HLdische v«IkSstim«r." Wir bitten diejenigen, die an den Kursen teilzunehmen wünschen, um sofortige Anmeldung, da wir noch im Laufe der nächsten zwei Wochen seststellen müssen, ob, eine zur Realisierung des Projektes genügende Teilnehmerzahl vorhanden ist. [ Das Zentralkomitee der Organisation für hebräische Sprache und Kultur. Berlin-Charlottenburg, Kantftrahe 93. NIEDERLÄNDISCHE LEBENSVERSICHERUNGS-GESELL- SCHAFT, WIEN, L, ASPERNPLATZ 1. im eigenen Palais. — Versichertes Kapital cirka 400 Millionen Reserven ciika 116 Millionen Kronen. — Billigste Tarife, Mitarbeiter werden überall gesucht — Unser neuester Tarif mit 50/» jährlich fallender garantierte Piämie, General-Agentur für Wien, I-, Aspernplatz 1, Leiter David Nebenzahl, Sub.Direktion für Prag, Ferdinandsstr. 20. neu, Leiter Robert Gerstel Sub. Direktion für Lemberg, Szajoucha 3. Leiter Löbi Taubes. General-Agentur für Krakau Nathan R&ssner, St. Sebastians 10, Generalagentur für Bielitz. Schlossgraben 9, Leiter Adolf Heitling. Hauptagentur für Brünn, Wawraatraase 10. Leiter: Samuel Reiniger. Gartenfest zugunsten der Jemenitensiedlungen in Nngarisch-Brod. Die jüdische Jugend von Ung.-Brod und Umgebung, repräsentiert durch die vier Vereine: Jüdisch-akad. Ferialverbindung ״Achiwah", Jüd. Gesangverein ״Hasomir", Jüd. Handlungsgehilfenvereiu Ung.-Hradisch, Zion. Vereinigung in Ung.-Hradisch, veranstaltet am 1-t. Ab (17. August) ein Gartenfest zugunsten der Jemenitensiedlungen mit reichhaltigem Progranim. Als Glanznummer figurieren die Produktionen des Ersten Brünner jüdischen Turnvereines sowie der Gesangsvortrag des ״Hasomir". Das Fest wird durch gemeinsamen Abmarsch vom Hotel ״Smetana" durch die Stadt zum Festplatze eingeleitet. Rückzug mit Lampions. Bei ungünstiger Witterung wird durch ein Saalfest mit unverändertem Programme den P. T. Besuchern voller Ersatz geboten. Bon der Jto. Vom 1. bis 3. August tagte in Berlin unter Heranziehung von einigen' Vertrauensmännern die Kolonialkommission der Jto zuni Zwecke der Beratung über den Bericht der Angola-Erpedition. Die Konferenz gelangte zum Ergebnis, daß dieses Projekt annehmbar wäre, falls die portugiesische Negierung darauf eingehen würde, an dem derzeit dem Parlamente noch vorliegenden Gesetzentwurf einige Abänderungen vorzunehmen. Um über die Möglichkeit Oer Durchführung dieser Aenderuugen ins Klare zu kommen, beschloß die Konferenz, eine dreigliedrige Delegation für eine gewisse Zeit nach Lissabon abzuordern. Die Konferenz betrachtet cs auch als notwendig, behufs Untersuchung des Angola-Projektes auf die Einberufung eines alljüdischei! Kongresses hinzuarbeiten. Kviigresr-Restauraut Pinkas. Wie immer hat die Kongreßleitung dafür gesorgt, daß im ,Kongreßgebäude selbst ein Restaurant errichtet werde, welches sowohl den Anforderungen des verwöhntesten Geschmackes als auch den peniblcsten religiösen Anforderungen entspricht. In Wien konnte beiden Erwägungen sehr gut cntsvrochen werden, indem das Restaurant und das Buffet den bewährten Händen des Restaurateurs Herrn Jakob Pinkas übertragen wurde, dessen Restauration wegen seiner streugen Ritualität und erstrangiger Eleganz im besten 3lufc steht. Uordruckerei « « Plissieranstalt י « « 1 FAWTA, Postgasse r. Eine große jüd. Büchersammluug in Newyork. ' Wie aus dem soeben erschienenen Jahresbericht der hiesigen Public Library hervorgeht, umfaßt die vor einigen Jahren angelegte Abteiluug dieser Bibliothek für Hebraica und Judaica bereits die stattliche Zahl von 20.000 Bänden. Die Sammlung ist in einem besonderen riesigen Saal untergebracht und gliedert sich in eine biographische Abteilung, eine Abteilung für Nachschlagewerke und eine Abteilung für Zeitschriften. An hebräischer Belletristik aus alter und neuer Zeit enthält die Bibliothek über 1000 Bände, fast ebenso groß ist die Zahl der wissen- Seite 8. fchaftlichen Schriften in hebräischer Sprache; die ״jiddische" Literatur ist durch 1100 Bände vertreten. Mehr als 500 Bände behandeln die moderne Judenfrage: Antisemitismus, Zionismus, Statistik, Gemeinde- und Wohlfahrtswesen. Die Sammlung enthält auch eine große Anzahl alter hebräischer Bibeldrucke und wertvoller Manuskripte. Mordkullur. Das hervorstechendste Element unserer Kultur ist die ausgebildete Technik des Massenmordes. Darin besteht das Uebergewicht unserer Kultur gegenüber derjenigen der Juden. Chinesen usw. Unsere Kanonen geben uns das Recht, ö. h. die Macht, die unzivilisicrten Asiaten zu unterdrücken und auszubeuten und ihnen unsere Moral als die ungleich höhere aufzuzwingen. Wenn wir daran gehen, neue Kulturfortschritte zu machen und das weiteste Gebiet der Welt, den Luftraum der menschlichen Kraft zu unterwerfen, so tun wir es zunächst im Dienste des Massenmordes. Die Luftschisfahrt dient zunächst ausschließlich Kriegszwecken. Wir Kulturträger versäumen freilich nicht, bei jedem Anlasse von Ethik nberzufließen, wie sind z. B. gegen die Todesstrafe, welche man an überwiesenen Mördern ausführt. Aber im Namen unserer Kultur wird der Massenmord an den zukünftigen Geschlechtern geübt und öffentlich gepredigt, um ihre Wirtschaftliche Position zu verbessern. Doch auch den lebenden Menschen soll die Wohltat des Massenmordes nicht vorenthalten werden. In einigen Staaten Amerikas wird er gesetzlich mit Energie geübt um die Geburt voraussichtlich nicht ganz gesunder Kinder zu verhüten. Das Organ der vornehmsten Kultur, die ״Neue Freie Presse" hat diesen Gedanken selbstverständlich aufgegrisfen und an jener Stelle unter dem Striche, welcher der Kunst und allen höheren ethischen Bestrebungen gewidmet ist, in einem Feuilleton der ״edler gesitteten" Welt in bewegten Worten nahegelegt. — O diese Mord-Kultur! Df. Rudolf Katbolicky -<v. Leiter in l. cdlrg. urteil,»- in Le,li«tt»o,«»s»rtält €cke Terdiaandsqasse ■ad 1!Jobannesgasse (-»«»«»>».> ordiniert täglich poh r Ns 4 0»r »«cd». Jtr»sprtch«r Nr. 803. Roere?pomlenzen. Brün». Hier ist Fran F. F r e u, Mutter Oes Herrn J.-l!.-Dr. Freu, im 51. Lebensjahre gestorben. Mähr.-Schönberg. Die hiesige Gemeinde!tat durch den Tod des gewesenen Kultusvorstehers Herrn Jakob Stern einen großen Verlust er litten. Herr Jakob Stern hat auch vor Jahren in unserer Zeitschrift mitgearbcitet und behalten wir uns eine ausführliche Würdigung für die nächste Nummer vor. Nikolsburg. Aiilägiich des Geburtstages Sr. Majejtät de-Z Kaisers findet liier die Eröffnung des Per sargungshauseS statt. TaS betreffende Gebäude gehörte seinerzeit dem ehemalige» Bürgermeister Siegmund Blau s. dasselbe hat im Erdgeschosse als auch im ersten Stocke eine entsprechende Anzahl von Zimmer», welche Unterkunft für mindestens 20 Personen bieten. Tie Einrichtung eines Zimmers spendeten die Erben nach dem verstorbenen Bernhard L. Tellschcr s. A. Ein schöner Garten, von welchem man in-S Freie gelangt, macht den Aufenthalt i» dem Vcrsorgungsheime besonders angenehm. Ausgenommen werden in das Haus alte Leute beiderlei Geschlechtes, und zwar unenlgeltlich, wenn sie unbemittelt sind, oder gegen »lästiges Entgelt, falls sie in der Lage zu zahlen sind. Fcdenfalls ist eine Einrichtung geschaffen worden, ivclche der Bevölkerung zum Wohl gereicht. TaS Hauptverdienst, dieses Heim ins Leben gerufen zu haben, gebührt dem Herrn Fakob Spitzer, der in Kultnsiigungen die Not- Wendigkeit der Errichtung einer solchen Anstalt euergisch betonte. Luhatschowitz. Donnerstag den 7. August veranstaltete die Studentenverbindung ״Acht vah" einen Lichtbildervortrag über Palästina. ES zeigte sich unter den Kurgästen, jung und

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