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Jüdische Volksstimme · 1913-07-31 · Heft 31 (31.7.1913) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 31 (31.7.1913)
Date
1913-07-31
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 ״Jüdische Bolksstirume". 9lr. 31 Paris. Die von der Kammer eingesetzte Kommission ן i:1 Angelegenheit einer Marokko-Anleihe beriet unter anderem auch über die Forderungen, welche die Juden von Fez an die sranzösischc Regierung als Schadencrsatz für die anläßlich des vorjährigen Aufruhres erlittcncn Bcrlujte an Vermögen und Menschenleben stellen. Der Schadenersatz der Juden wird mit 10,000.000 Franken beziffert. Die Kommission beschloß nun, der Kammer vorzuschlagcn, daß den Juden von Fez eine Tchadenersatzsumme von 4,000.000 Franken bewilligt lvcrde. Der Antrag eines Kommissionsmitglicdcs, den Anspruch von 10,000.000 Franken voll anzuerkcnncn, fand keine Majorität. Philadelphia. ״The Uewish Exponent" schreibt über die Vereinigung der orthodoxen südischen Gemeinden: Die Jahresversammlung der Vereinigung faßte Resolutionen, die den Eindruck bestätigen, daß die ausgezeichneten Absichten ihres Präsidenten durch die Obstruktion der Intransigenten gestört werden. Wenn es der Vereinigung möglich war, 1500 orth. Gemeinden zufammcnzubringen, so ist. das eine Ncchtfertigung für die bisherige Politik. Eine Vereinigung von orth., konservativen Kräften ist nötig. Es besteht kein Verlangen nach zwei separaten Körperschaften. Der größte Teil des Programmes der Vereinigung ließe sich durch Zusammenschluß mit anderen Körperschaften verwirklichen, und cs wäre daher gut, wenn sic sich mit der United Synagogue verbinden würde und so eine starke Organisation aller derer darstellte, die die Er- Haltung des traditionellen und historischen Indcutums wünschen. Diskonto-aesellschaft bei der Nordösterreichischen Lenk Kr Industrie, Handel and Landwirtschaft, reglst• rierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung in Brünn, Ferdinandsgasse Nr. 33 Telephon 1340. Empfiehlt sich für alle einschlägigen Bankgeschälte, hauptsächlich auch rar den ׳ Eskompt offener Buchforderongen unter den allergüästigsten Bedingungen. Die Bedeutung des Magen David. Angeregt durch die Notiz in der ״Jüdischen Volks, stimme" über die Bedeutung des Mögen David, habe ich mich interessiert den Ursprung und die Bedeutung desselben zu suchen. Jedoch nicht wie die in Befracht kommenden Herren Artikelschrelber, im Heidentum oder im Mittelalter oder in einer Schraubenfabrik in Prag, wo a als Eck» tz marke Verwendung findet sondern im תין^יש “tC (Psalmen), und habe folgendes gefunden: Einigemal spricht der P.almip von seinem ין*ן (Schilde) Im 3. Kap. heißt es *׳ואתה ה״מגץ בעד im 18. tzlp ׳מגיד וקרן "בעי im 44׳. Kap.*י® .מדד ובו הסית« alter Komentator in seinem Werke אחין ד,ה**ם על תחליש erklärt all diese ן*£ in folgen!er Weise: Der Unterschied zwischen dem Schilde Sauls und dem Davids bcsiand darin, daß der Schild König Sauls (ג״קצוות) drei Eck 1. balle £ weil sein Stützpunkt das זבות der drei Stammväter war Der Schild Davids (מגן דוד) hingegen halle (ו״קצוות) sechs Ecken, gestützt auf Abraham. Jsi-.k, Jakob, Moses Ahron und Josef. Ein zweiter Untersch'cd zwischen Saul und David war, daß Saul aus einem Kruge, der zerbrechlich ist, gesalbt wurde, daher seine Regierung nicht von Dauer war, mährend David aus einem (קד*ץ) Horne, welches Widerstandssäh'g gesalbt wurde, und auch seine Regierung eine dauernd.: war. (גמ״מגילד, די״ד). Damit erklärt oben erwähnter Komentator die Stell^ מנד וקרן ישעי mein Schild, welches sechs Ecken hat. d. h. gest tzr auf das זבות der sechs Ahnen,וקדן und das; ich ans einem Horne gesalbt wurde das ist mein Heil. Es ist daher unnötig den Magen David als unjüdisch zu erklären, denn die Erklärung der meisten jüdischen Sitten finden wir in der heiligen Schrift. Adolf Pinkas, Wien Eingejenäet. Geehrte Redaktion! Gestatten Sie mir, über eine Kultusangclcgcnbeit in Ihrem gesch. Blatte die Meinung der Herren Rabbiner zu befragen. Ist cs von religiösen Standpunkte aus gestattet, daß der Rabbiner bei Leichenbegängnissen den Tallis anzielst? Die Notwendigkeit einer Zeitschrift für die jüd. Jugend?? Gleich allen anderen Völkern und Religioncn, die ihre Jugend durch die Herausgabe eigens für sic geschriebener Schriften und Zcitungcn ihrer angestammten Religion und Nation zu erhallen bestrebt waren, hat auch das Judcntum Aehnlichcs für seine Jugend gebraucht; allein cs konnte dies so lange entbehren, als die Bibel ihr in dem vollen Umfange gelehrt wurde, weil die herrlichen biblischen Erzählungen, im Urtext gelernt und gelesen, die beste Jugendzeitschrift mehr als zur Genüge ersetzten. Von dem Zeitpunkte an jedoch, wo nur Bruchstücke daraus dem jüdischen Kinde zu erlernen oblagen, hat die brennende Notwendigkeit einer jüdischen Jugendzeitschrift eingesetzt. Beweis dafür ist, daß ganz große jüdische Körperschäften sich die Aufgabe gestellt haben, jüdische Jugcndlcktüre zu schaffen. Wenn diese Bcstrcbnngcn wenige Erfolge aufzuweisen hatten, lag dies nicht am Mangel von gutem Willen. Also auch das jüdische Kind braucht wie jedes andere eine Jugendlcktüre, um seine Leselust zu befriedigen. Aus Mangel einer speziell jüdischen Lektüre bekommt es solche Schriften in die Hand, in denen der Jude, wenn schon von ihm die Rede ist, entweder eine lächerliche oder eine verächtliche Nolle spielt, was zumindest das Zartgefühl des jüdischen Kindes verletzt, wenn ihm dieselben nicht, was viel häufiger vorkommt, gegen seinen Glauben und seine Abstammung cinnchmen. Tie meisten Judentaufcn lagen sich auf dieses in der zartesten Jugend cingesogcne Gift zurückführen, um so mehr, als in solchen, nicht für das jüdische Kind geschriebenen Schriften die betreffenden Religionen ihre Gebräuche und alles, was drum und dran hängt, über alle Maßeil verherrlicht werden. Tic vierzehn Jahre hindurch, in denen unsere Zeitschrift diesem Mißstande cntgcgenarbcitetc, hat sie in jenen .Kreisen, in welche sie einzudringen vermochte, große und weittragende Erfolge auszuweiscn, zumal sie dem jüdischen Kinde von Inden und vom Judentum erzählt, wie cs in anderen ihm gebotenen Zeitschriften nicht geschehen kann. Es schöpft aus ״Jung Juda" nicht allein die Liebe zum Judentum, sondern auch die Kenntnis über dasselbe sowohl in der Ncrgangenheit als auch in der Gegenwart. Und das allein ist selbst für die mindest jüdisch fühlenden Eltern von großer Bedeutung, zumal hcutzutage, wo cs mit wenigen Ausnahmen vorkommen kann, daß der Vater oder die Mutter eine ganz einfache -Frage des Kindes in bezug auf Jüdisches nicht zu beantworten vermögen, und noch weniger es zu belehren imstande sind. Und doch hat das jüdische Kind nie so stark es nötig gehabt, über das Richtige belehrt zu werden, wie eben jetzt, wo schon in der Schule, in welcher cs mit andersgläubigen Kindern in engste Berührnng kommt, Fragen an das Kind herantreten, die einer Aufklärung dringend bedürfen, soll es nicht au seinem jüdischen Selbstbewusstsein Schaden leiden. Hier hat eine jüdische Jugendzeitschrift die grössten Aufgaben zu erfüllen und von der blauen Adria bis an das Gestade der Ostsee, überall gerne gesehen, oft sehnlichst erwartet. Und nun hat es sich den Verhältnissen entsprechend ausgestaltet und stellt sich vor bei Tausenden jüdischen Fantilien, die es noch nicht gesehen haben, und versucht, hier heiniisch zu werden. An diese wendet cs sich nun mit der Bitte, ihm seine sich selbst gestellte Aufgabe, dem Judentum und nur den! Judentum zu dienen, dadurch erfüllen zu helfen, daß diese Familien es behalten und ihren Kindern eine Quelle zugänglich machen, die der Liebe voll ist zu Gott dem Allmächtigen und zu seinem Volke Israel. Doch wiederholen wir hier die Worte aus der letzten Nummer des vorigen Jahrganges: ״Es soll keilt atlderes Gefühl für ״Jung Juda" werbend wirken als dasjenige der Notwendigkeit einer jüdischen Jugendzeitschrift, die das Geld, was sic lostet, und noch mehr als das wert ist. Es soll kein Opfer fein, was ״Jung Juda" heischt, sondern einzig und allein — Wert gegen Wert. Die Redaktion. + « « (lordruckerei Pli$$ltran$talt fanta,?»Zigarre r. « « « Palästinaglück. Von Alfred Raudnitz. Nacht! Du zauberst oft am Ufer, Während lautlos selbst das Wasser schläst. Während windgetricbcu über Wolken, Schlver die dunkle Ruhe geht, Zauberst mir in dämmerigen Gestalte» Meine — unsere Sehnsucht vor. Jüngst sah ich mich in wallendem Gewände Am grünen Ufer silberweißer Wellen. Im Sonncnglanze lieget an dem Strande Ein kleines Schiffchen; seine Segel schwellen. In stummem Glück ergreif ich leis das Händchen, Das mir mein Liebchen willig überläßt. Wir sitzen nieder auf des Schisses Bänkchen Und steuern in ein sonnig Glückcsnetz. Bald sehen wir auf breiten Bergcshängcn Der süßen Reben prächtig dunkle Last, Wir sehen Kleinvieh auf den Wiesen rennen Und eine Hütte ladet uns zur Rast. Wir fahren weiter. Längs des Ufers ziehen Auf breiter Straße langsam braune Pferd' Der hochbcladncn Wagen lange Reihen; Des Städtchens emsig Rasseln wird gehört. Ich schau ins dunkle Aug mir gegenüber. Glück, tief, und Liebe mir cntgcgensehet. Es zieht wie Himmclslust an mir vorüber, Ich weiß: das Leben ist doch lebcnswcrt. Krankheiten der Nerven, des Magens. Darmes etc. werden mit Erfolg in Dr. K11tba1t$ Sanatorium in TISCHNOWITZ kuriert — Prospekte. Weinender Humor. ~cn jüdischen Blättern in Rußland entnehmen wir die folgenden humoristischen Bemerkungen: Lesterreich-Ungarn und Frankreich: Was ist der Unterschied zwischen Lestcrreich-Ungarn und Frankreich? — In Frankreich wurde ein Jude unschuldig dem Judentum zu dienen. Ihre Notwendigkeit. s>»n Spion gestempelt, während in Lesterrcich-Ungkrn ist daher klar erwiesen. j ein Spion zum Juden gestempelt wurde. Ter Effekt Wir haben alle diese Aufgaben treulich erb5ttc iu &ciben SälIc״ bct’c״jc ^e». füllt; durch unsägliche Opfer' ist cs gelungen, Anklageschrift gegen Beilis. Was ist die Anklage- , ״Jung Juda" zu erhalten, ein Kreis treuer Anin bcr ftic‘״cr Mordaffärc? - Eine Tragödie Hier in Böhme» besieht in dieser Angelegenheit Hänger, sowohl Abonnenten als auch Mltarbeieinem Akte.!1ז0ו)ו}־1!י1זו׳1111 י• ilt ItlrtlirfwMt fsirMiintriX(*!! tvÄrt( S1.V i ... f. . J V * .;•_גיג״01 ... . נ.. _ f._1..!..S» ... eine Ungleichheit; in manchen Gemeinden trägt der {cv׳ hat die schwierigen Anfänge zu überwinden Rabbiner den Tallis bei Begräbnissen, in manchen Ge- ' geholfen. Durch eine zähe Ausdauer gelang es einden ist es jedoch verboten. Ich bin der Meinung. 1!n׳״ selbst in den unzulänglichsten Orten, auf >ß cs unzulastig sei, bei derlei Anlässen Schmuck zn steinigem Boden festen Fuß ZU fasten. Das in eigen. Auch habe ich in großen Städten, wie Prag, bescheidenem, dunkelgrünem Gewände erschcii.ieindcn ist baß tragen. Auch habe ich ,11 großen Städten, wie Prag, bescheidenem, dunkelgrünem Gewände erschci- Pilse» »sw. immer gesehen, daß der Rabbiner bei Leinenbe Heftchen flatterte alle vierzehn Tage durch chenbegängulsscu ohne Tallis sunktionierie. I. E.! gQ״j Mitteleuropa, 00m Prnt bis an den Rhein, Der Gcrusch: A.: Warum heiratest du nicht, Freund, du besitzest doch ein eigenes Haus in deinem Tors? — B.: Weil ich fürchte, daß ich gleich nach der Hochzeit ein Gcrusch werden könnte. (Gerusch bedeutet im Hebräischen sowohl ״Geschiedener", als auch ״Pertriebcncr".)

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