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Jüdische Volksstimme · 1913-07-17 · Heft 29 (17.7.1913) · page 11

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 29 (17.7.1913)
Date
1913-07-17
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Seitrll ״Jüdische Volksstimme."!Kr. N) Briefe mit anderen Werken ähnlicher Art vergleichen lvill: so tief und schön find die Liebe, Trauer und Ehe hier dargcslellt. Max Brod: Weiberwirtschaft. Novellen. Berlin, A. Juncker, :5 M. 50 Pf. Max Brod hat sich in seinen erfolgreichen Romanen ״Ein tschechisches Tiensrmädchen" und ״Jüdinnen" als ein exquisiter .keuuer der Fraucnsccle erwiesen. Tein neues Buch ״Weiberivirtschast", das zugleich sein tiefstes und fein lustigstes ist, geht in der Enthüllung geheimnisvollster grauen- Psychologie noch einen Lchritt weiter. Es spielt fast nur unter Frauen. es zeigt ״die Irauen unter sich", und Frauen aller itategorien. — In der ersten Novelle ist es ist, müssen wir doch aufmerksam machen, dag der Tatz,, den Forel unter dem Namen das 11. Gebot: ״Liebe deineu Nächsten wie dich selbst" schon in den fünf Büchern Mosis erwähnt ist. Im übrigen möchten wir nochmals daraus Hinweisen, dag man die Lektüre dieses von jedem Gesichtspunkte aus rein sachlich geschriebenen Buches jedermann empfehlen muß. Tr. Tesy. לשנה טו2ה 271271 Jüdische die Welt tschechischer Lebedamen, die mit ihrem Trubel und ihrer sinnensröhlichcn naiven Verderbnis vorbeitanzt. Eine reiche Witwe, eine Chansonette, eine Lperltsängcrin, die entzückende Torglosigkeit dieser Frauen, der Charme einer jungen Modistin, Prozesse und Liekcsintriguen!virkcn an dem bunten Gewebe mit. Tagegen führt die zweite Novelle (5־111'.'״ einer Nähschule") in die stille Welt der Familie. Hier schildert Brod das Fieber der '.'illerjüngsten, die Pein und Lust der ersten Tanzstunde. Von einem humorvoll gezeichneten Hintergrund bebt sich die tragische Figur eines jungen Mädchens, das für ihre Eltern in den Tod geht, so groß ab, das; man diese Novelle Wohl als das Rührendste an-! sprechen darf, was Brod bisher geschrieben hat. — Tie ] dritte Novelle, t״Das Ballettmädchen"' bringt in verlockender Einkleidung das Programm der drei Erzählungen am deutlichsten: Brod glaubt an die Frau, er findet, ganz im Gegensatz zu Weininger, aber auch im Gegensatz zur modernen Fraucubeivegung, in ihrem Allerwciolichsien das Wertvollste: In ihrer Unlogik, Fehlerhaftigic,., :«iomantik, Naivität sieht er das »ölige Gegengewicht gegen die Mechanisierung unseres Feitalters. — To wächst aus diesem übermütigen unterhaltenden Buch ein große» Problem, mit dein sich jeder Tenker, namentlich jede Frauenrechtlerin auseinandersetzen mus;. Tr. August Forel: Tie sexuelle Frage. (Verlag Reinhardt. München.) Volksausgabe, brosch 2 M. 80 Pf. Man müßte wünsche», daß diese Volksausgabe lvirtlich ihren Fiveck erfülle und nirgends fehle; denn selten findet man ein Buch, dessen Ausführungen man rü.thaltslos unterschreiben könnte, tvie dieses. Ter Leitsadcn, der sich durch das ganze Buch zieht, ist: ״Die Menschheit muß wünschen, daß ihre Fortpflanzung in einer Art geschehe, die ihre sämtlichen körperlichen und geistigen Eigenschaften, sowohl mit Bezug aus Gemüt, Verstand, Wille, schöpferische Phantasie, optimistische Liebe zur Arbeit, Lebenslust und soziales LolidaritätSgcfühl sortschrcilend erhöht. Tomit muß sich jeder Lösungsversnch der sexuellen Frage ans die Zukunft und auf das Glück unserer Nachkommen richten." Es kann unmöglich hier auf den ganzen Inhalt des hochlvichtigcn und fesselnd geschriebenen Buches eingegangcu werden. Wir!vollen daher die Tinge herausgreifen, welche speziell uns Juden interessieren. In dem Leitmotiv stellt Forel Forderungen auf, die die Menschheit an das einzelne Individuum zum Wohle der Allgemeinheit zu richten befugt ist. Er wendet sich dann in seiner Abwehr des ncomalthusianischen Gedankens gegen eine tvie immer geartete Beschränkung der Vermehrung, selbstverständlich Straft, Gesundheit und geistig Höherstehen des Individuums vorausgesetzt, indem er die richtige Bchauplung anfslellt, daß ein tüchtiger Mensch nationalökononiisch einen Wert bedeutet. Gerade dieser Tatz müßte, falls genügend beachtet, für das Juden- Volk von ungeheurer Bedeutung werden. Noch nicht lange ist cs her, da hat Teilhaber seinen WarnungSruf von dem Untergange der deutschen Inden erschallen lassen und als tvichtigstcn Grund die Einführung des Einkindersvsiems bewiesen. Tenn so liebevoll auch das Bemühen der Eltern ist, die Zukunft des .itindcs sorgenlos durch Beschränkung des >1indersegc»s zu gcstalten, so absolut verwerflich ist dies vom moralischen und ethischen Ttandpnnkle. Tenn abgesehen davon, daß gerade der Nackilvilchs der kultivierten :'lasse so gehemmt wird und Einzclvcrmögen aufgchäuft werden, tritt noch die Tatsache Hinz», daß das Einzelindividnum von jeder materiellen Torgc befreit, sich voraussichtlich trotz eventuellcr hoher Begabung nicht am Kampfe ums Tasein beteiligt, da es hierzu nicht gezwungen ist, und daß so ein Individuum, das sonst Werte geschaffen Hütte, vollkommen unproduktiv tverdcn dürfte. Weiters ist anznnchmcn, daß die eventuelle 'Nachkommenschaft solcher Menschen vollkommen des Kampfes entwöhnt, schon,verweichlicku und minderwertig tvird; eben diese Gründe lassen auch die gerade bei den Juden so stark verbreitete Geldheirat für vollkommen verwerflich erscheinen, selbstverständlich in viel schlimmerem Maße dann, wenn die Mitgift den Mann dazu bcivegt, sogar eine geistig oder körperlich minderivertigc Ehefrau heinizuführcn. Wir wollen noch hinzufügen, daß Forel den Vorteil, den die Juden infolge der Zirkumzision genießen, nicht übersicht und die Tatsache, daß sie von besonderer Bedeutung Serie 1 200 Karten ca. 20 Sujets . . K 5 — 50 6 , . . ״ 25 ״ ״ 200 2 מ - 8 ״ . . ״ 25 ״ . 200 3 « Jüdischer Buch- und Kunstverlag, Brün», Adlergaffe 9. ffemn- und Damen• Frisiersalon Anton Kottas SJWP-J! J HZ י ist Qbersiedelt vis-ävis Kl’ftnsi Nr RA Bedeutend vergrößert, elegant IXIUIIu III* «יי eingerichtet; Kopfwäschen mit den neuesten elektrischen Apparaten. Parfümerie, Ondulation, Haarfarben, Maniküre. — Verfertigung sämtl. Haararbeiten, auch aus eigenem Haar. Lager fertiger Haarzöpfe, Haareinlagen und Netze. Billigste Preise. Telephon Nr. 1255 Telephon Nr• 125 Metall- und Drahtwaren 11 Schüttgasse 6. BRÜNN Schüttgasse 6. Einfriedungsgitter, Tore und Türen, Transmissionsschutzgitter, 0 b e r I i c h t-Fensterschutzgitter, Rabitzgewebe Spezialität Stahldraht- Matratzen. Jos. & Ludwig Hlavka, Brünn. 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