Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIV (1913)
- Issue
- Heft 29 (17.7.1913)
- Date
- 1913-07-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 29 ״Jüdische BolkSstimme." dischen Arbeiterorganisationen teilnahmen. Es wurde beschlossen, für eine neue Siedlung in der Kolonie Rechebeth 10.000 Franken und für die Erweiterung der Siedlung in Pcthach-Tikwnh 700 Franken zur Vcrfügung zu stellen. Dies soll in der Weise geschehen, dag jede jemenitische Familie in diesen beiden Kolonien, die mit etwaseigenem Kapital den Bau eitles Wohn- Hauses in Angriff nehmen ivill, zirka öOO Franken als Darlehen erhält. Auch der Gesundheitszustand der Jeinenilcn, besonders in den Kolonien Pethach-Tikwab und Ehedcrah, war Gegenstand -der Besprechung. Es wurde fcsigcstcllt, dag eine tvirksamc Abhilfe für die Jemeniten aller Kolonien die Aufwendung von etwa 3000 Franken jährlich erforderlich machen Ivürde. Bei dem allgemeinen Interesse, das für die Einwanderung der Jemeniten herrscht, wäre cs seltsam, wenn die Ausbringnng dieses Betrages für ein derartiges ^>erk sozialer Fürsorge Schwierigkeiten böte. Es bestellt die Hoffnung, das; in erster Reihe die jüdischen Palästinafreunde in Amerika hier cingreifen werden. Jüdische Ruderregatta bei Berlin. Am Sonntag den 13. Juli fand auf dem Crossinsee bei Berlin die zweite Rudcrcgatta der in der jüdischen Turnerschaft vereinigten Ruderklubs statt. Das Ergebnis der einzelnen Rennen war folgendes: Zweitei: Vierer über 2000 Meter vom Juoischen Ruderklub ״Jvria"-BerHn vor der Ruderabtcilung der Vereine jüdischer Studenten nach hartem Bord-an- Bord-Kampf mit drei Viertel-Längen gewonnen. Anfänger-Vierer aber 1300 Meter. Tie Boote kamen mit je 4 Längen Abstand in folgender Reihenfolge ein: Jvria, Verein jildi>cher Studenten, Ruderriege des Jüdhchen Turnvereine-.- Bar Kochba, Hamburg. Erster Vierer über 2000 Dieter. Das spanncndste Rennen. bei dem die :liudcrabteilung der Vereine jüdischer Studenten nach heißem Kampfe mit drei Viertel- Längen gewann. Der Regatta, die von wundervollem Wetter begüniiigt ivar, wohnte» Hunderte von Znschancrn bei. Eine Dame Präsidenti» des Verbandes jüdischer Litcraturgcjcllschaftcn in England. In der jüngst stattgehabten Sitzung der Verbandsleilt'iig jüdischer Literalurgcscllschaften i» England wurde die vclann! , •...!:! Mrs. Meyer- Spielinan» zur Präsidentin des Verbandesgewählt. Frau Tpiclmann i,t in England eine belannte Schriftsiellerin, die bauptsällilieli jüdische soziale Fragen behandelt und duril, verschiedene Arveiten allgemeine Alismerlsamkcit auf sich gelenkt hat. Es ist interessant, das; die wenigen jüdischen Schriftstellerinnen in England fast ausschliesslich!vohlhabenden .Kreisen entstammen. Die Schwestern RoihfchOds, besonders die Ladt; Battersea, haben vor einiger Feit die Geschichte und Literatue der Juden beralisgegeben. 5 Sternhof i bestes aller Bitterwässer. Jüdische Eiiiigrantcii itt Dänemark. Seit einigen Jahren hat auch Dänemark eine bedeutende Einwanderiliig russischer Inden anfziiweisen. Die judensrenndli-he (Vesinnnng der Bevölkerung hat es den Inden ermöglicht, sich bald eine Existenz zu sichern. Sehr gut gebt es den Handwerkern und. qualifizierten Arbeitern, die anderen werden Landhansicrer l:nd finden bei der jovialen bäuerlichen Bevölkerung steundliche Ausnahme. Am unangenehmsten ist dieser Einigrantcnslrom den einheimischen Inden, denen eS sehr gut gebt und die sich sukzessive mit den Auiochtonen verschmelzen.... Tie Entwicklung eines geistigen jüdischen Lebens, Grüiidung von jüdischen Zeitungen und Vereinen ist den ״mosaischen" Dänen sehr ringelegen. Aber sie sind .den Männern mit den schlvarzcn Haaren und sschivarzen Angen" gegenüber, wie die russischen Juden von den Dänen bezeichnet iverde», ganz wehrlos. Parlamentarier für die Emaiizipatiou der rumänische» Inden. In einem Massenmeeting. das in Aeivhork im Waldorf-Ajioria-Saale tiatlsand, wurde die Bildung eines aureritanisrden Komitees für die Emanzipation der rilinünischen Juden beschlossen. Auf dem Meeting hielten verschiedene ameritanische Parlamentarier, Richter und sonstige angesehene Männerdes ötsentlichcn Lebens flammeiidc Reden für die :liechte der rumäiiliche» Juden. Die Bildung des Emanzipationstomitees ivurde sogleich in die Wege geleitet, und der Speaker des ainerilanischen Rrprüsentailtenhauses, Mr. Ehamp Clark, ivurde zum Vorsitzenden gewählt. Dem Komitee gehören ferner Mr. Frank Tilford. Mr. Edw. Lauterbach und eine Reihe angesehener amerikanischer Politiker an. Tie Restaurierung der alten Krakauer Zhnagage. Die histor!,c»e Krakauer Shnagoge tvird seit mehrercn Jahren einer griindlUtien :liesraurierung unterzogen. Zu diesen kostspieligen Arbeiten haben bisher sowohl der galizische Landtag, als auch die .Krakauer Sparkassa und die Krakauer KnItuSgemcinde Subventionen bewilligt. Da jedoch diese Geldmittel nicht ausreichten, um die begonnen.׳ Restaurierungsarbeit zu Ende zu führen, geriet diese vor anderthalb Jahren in Stockung. Tie österreichische :liegierung har sich über Ansuchen des .Krakauer Reslauricrungskomitees zur Leistung einer entsprechend hohen Subvention unter der Bedingung bereit erklär!, dass der Arbeitsplan, auf Grund dessen die Resrauriernng bisher Vorgenomnien ivurde, im Sinne der Forderungen der Zentralkommission zur Erhaltung historischer Denkmäler in Wie» abgeänderi werde. 'Rach langwierigen Verhandlungen ist nun eine Einigung zujtandc gekommen, so dass die öfterreichische Regierung sich nunmehr bestimmt sab. eine Subvention von 13.000 Kronen zu bewilligen. Ans sockhe Weise scheint die Erhaltung dieses berühmten jüdischen historischen Baudenkmales gesichert. llcbcrfall auf einen Nabbincr. Warschau. 201115101! um 10 Uhr vormittogs stürzte sich eine christliche Toglöhiwrin auf den Nabbiner, rif; ihm den Bort und mißhandelte ihn unter Assistenz einiger Mithelfer. Juden eilten dem Noststiiwr zu Hilfe und verscheuchten Sie Bopkvtloge׳nlt.׳n, die sich in einen christlicheil Laden flüchteten. Es gelang schließlich der Polizei, einige ״Mithelfer" zu arretieren. Protestkundgebung' gegen den Vorstand des Kaiser Franz Josef Huldigungstempels resp. des Bethausvercincs ״Am Volkert" in Wie». Mitten in der zweiten Kaiser Josef-Strasse erhebt jich ein neuer Prachtbau, der zur Verherrlichung Gottes bejtimmt in und der den Namen Kaiser Franz Josef Hnldigungstempel führen wird. Dieses Gotteshaus ist von dem Tempelverein ״Am Poltert", dessen Hbmann Herr .Kultusvorsteher Adolf Schrämet, Kohleiuverkebesitzer in Wien, Novaragasse, iit, erbaut worden. An der Spitze dieses Bankomitees, das unter dem Protektorate des Präsidenten der Wiener Kultusgemeinde Herr Tr. Alfred Stern, der anch Ehrenmitglied dieses Vereines iir, sich befindet, jlekt anch Hberrabbiner Tr. Ae. Gndeniann als Ehrenprätident. Tie Wiener KultuSgeineinde hat auch sonst ihren Einfluss anfdiesen Verein sowohl durch Gewährung einer Jahressubvcnlion von 10.000 K zur Erhaltung als auch durch die Zuwendung sehr bedeutender Beträge zur Ervauung des- Tempels gesichert. Und doch spielen jich vor den Augen dieser Elitekreise geradezu hcrzzcrreissende Szenen ab, wie sie in Arveiterkreisen nur selten Vorkommen. Unschuldige Familien der bisherigen Kontore sindzur ״Ehre Gottes und zur Huldigung des .K.aiscrs" geopfert und brotlos gemacht ivorden. .Könnten jie doch trotz ihrer allgemein anerkannlen Stimmbegabnng und musikalischer Tüchtigkeit von! neuen .Kräften übertroffen werden. 1V t Tiefen liebergenns; müssen die armen Familien selbst mit ihrem Brote und mit ihrer Existenz bezahlen! Denn gegen ihren mustergültigen Lebensivandel ist nichts einzuwenden. Die Entweihung von Gottesdienern. die bis nun iiir das Wohl der Menschheit, des Kaisers und des Vaterlandes beteten, verdient an und für sich von jedem religiös gesinnten Menschen, ob Jude oder Christ, vervönt und gebrandmarkl zu werden! Was aber noch dieser Sache den 'Nimbus verleiht und die menschlichen Gefühle aufs höchste erregt, ist die Tatsache, dass diese ״Wohltäter, Patrioten und Gottesverehrer" für ihre Grosstaten grossen Anszeichiiniigeii von Sr. Majestät dem Kaiser entgegenjehen. Wahrlich, unser erhabener Monarch würde eine Huldigung, welche״ mit nur schrillbarer Eristeiizvernichtniig eines einzigen Staatsbürgers verbunden wäre, entschieden znrückweisen, wenn er davon Kenntnis erhalten sollte״, geschweige den» mit der Existenz einer ganzen Familie. Doch findet und fühlt kein einziger der massgebenden jüdischen Führer Wiens den moralischen Anlass, seine Stimme gegen dieses mittclalterlichc Vorgehen der Gonesverchrer und Patrioten zu erheben und KnItuSvorstcher Adolf Schramek vollzog persönlich und ruhigen Geivisseus als hoher Präsident den philantrvpisehen Hpierdiensi, d. i. die brotlos machrndc Kündigung. Nur Hvcrkantor Morgenstern fand Worte der Rüge gegen dieses »nlngendhafle Handeln, die er bei Besichtigung des Tempels de» niiwesendeii Vorstandsmitgliedern öffentlich ins Gesteht schleuderte, indem er sagte: ״Ihr lvollt ja doch aus diesem Tempel Seite 5. eine Lpserhalle machen, indem ihr die Familien euerer Vor- und Fürbeter dem :>!ni>1 preisgibt." Fürtvabr dieier Mann har seine Pflicht getan: denn es steht geschrieben: ״Wer nicht Einspruch erbebt, der fördert die Schuld." Ist etiva den maggevenden Fnbrer der Wiener Jndenheil dieser Bibelvcrs entgangenWir wisse» cs Zwar zu gut. das; Männer, die sich ruhigen Gewissens zu solche» Heldentaten ausrasfen, keine Geiühlsinenichcn oder gar Idealisten sind und jeder Bekebrnngsversuch wäre bei ihnen vergebens. Allein, wer ei» Instinkt der Nächstenliebe in seinem Busen fühlt, hat die moralische Pflicht gegen dieses Attentat aus die Eriitenz eines Familienvaters zn demonstrieren. Im Uvrigen tvird baldig!! der Richterspruch diese Edelmänner vvr aller Welt eines Besseren belehren; denn sie tverden ans die Anklagebank des iveitlicbeii Forum, wegen gesegividrigen Vorgehens n. dgl. geievr tverden, falls sie sich nicht »och rechtzeitig bekehren sollten. Um Veröfscntliclmng dieses Protestartikels bitten ergebenst jüdische Demokraten. Hier folgen zahlreiche Unterschriften von a»gefe h e » e n P e r s ö »l i ch k e i t e ». viskonto-üsssUscbatt bei der ° Nordösterreichischen Bank ׳־ fir Industrie, Handel and Landwirtschaft, regleteierte Oeaossensclialt mit beschrankter Haftung In BrOnn, Ferdinandsgasse Nr. 33 Telephon 1340. Empfiehlt sich für alle einschlägigen BankgeschSfte. hauptsächlich auch rar den ע Eskompt offener Buchfordeningen unter den allergünstigaten Bedingungen. Äomfponden3«1. Brünn. HüO. Bolksvereiu ״Theovor Her׳,!". Bcontog Den 21. ^uli riuOct um S Uhr obenb-3 in XonotlK׳ :Keitoiuout, szerOinoiigsgoüe. ein TiskllssionsobcnO iiatt. Be׳re׳insmilglirbcr 1111b Oiiisie nüllfommcu. :Hcfcvat: ״;)um 11. .Kongreß." Ktoftef. 2mmto!t Den 1:>. b. M. wiirOe Oer tut* 0er Preßsturger Jeichiivoh hervorgogongeme׳ vorzügliche klieOuer. -H. :lioststiner AOolf Deutsch 011-:׳ U11 gor 11, mich einem mir größtem Beitoli oufgeuommeueu Prodevorirog einstimmig zu unserem kliobbiiwr gewühlt. Misilili.;)n Ehren unsere-:׳ noch Wien sterureuen ülierkonwrs >0. Mogeeowirsch fonb 111115׳• log oeu 12. 0. M. im Hotei Bo Oer ein z'lstschiebs bonkelt siolt. welche-:׳ einen glönzenOen Perlons uostm. Die ungewöstulich rege Teilnostme gost;Zeugnis von Oer Beliebtheit uno Hochschohniig, Deren sich Oer 2cheiOenbe in ollen Kreisen er freute. '.>c0chbem Herr!Eberkontor bei seinem Erscheinen lebstosr okklomiert worOen wor, song Oer (Kesongverein Mißlitz el-:׳r. unter Oer Lei lnng Oe:׳ Eberlelirers Leo Herich einen RbfehieOs chor, noch welchem Herr •Hermonn Steiner in einer lonuigen?Insproche Oie ssliiwesenOeu ste grüßte. .Hierons stielt Hsterlestrer Hersch Oie AstschieOsreOe, worin er Oeu 2chei0en0en sowolil 01-3 Kontor 11110 InOen wie onch ols Menschen feierte. .Hieron schloß sich ein Liebervortrog Oes Frl. •HilOe Fischer, von Frl. FrieOo .Honser erokteü begleitet, ferner ein MeloOromo, ״Tos .Heren lieO" von Wiloenbrnch, vorgetrogen von Fron׳, Pollenz, mit Frl. :'liiiio 2chmie0I am Klovier. Es sprochen Omni Oer Knltnsvorsteberstellver treter •Herr ROols lKriiiibonm 11110 Herr Timon Tenskv, Hbinoiiu Oes süoischen lKesongvereines, Oessen Estormeister Oer TcheiOeuOe wor. Worte Oer ׳Anerkennung. worons Oem •Herrn rberkon tor zur bleibenben Erinnerung ein sinniges b׳e schenk überreicht würbe. -Herr Motieroivitsch Oonkte tief gerührt kür oll Die estrenoen Beweise ber Tstmpotliie. Unsere besten Wünsche beglei ten .Herrn Lberkontor Moherowitsch in seinen neuen Wirkungskreis. F- 3)1 - Ledccz. etn segensreicher Weite entrollet seine Töligkeit unser nengewölilter Nobbiner •Herr Tr. Leo Berlisch seit Oem l.3. Fonner 0. II. in nnserer Hiemeinbe. Tür zwei große Berbienste muß tutserem -Herrn Nobbiner ötteiitlich Oer Tonk onsgesprochen werOen. Tein erstes VerOienst ist, Ooß es ihm gelong, Oie hiesigen fronen znm Besuche jeOes HjottesOiensles zu gewöhnen. Hub so er scheinen jebeit psreitog obenbs mto Tomstog früh olle Fronen mit ihren Töchtern im Tempel. 100-3 nie in ber hiesigen (Kemeinbe Oer F׳oll wor. Tein zweites, viel größeres Berbienst lino Die HugenO Eottesbienste, Die!eben vierten Lomstog noch-