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Jüdische Volksstimme · 1913-07-03 · Heft 27 (3.7.1913) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 27 (3.7.1913)
Date
1913-07-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 ״Jüdische Volksstimme". Nr. 27 nistischen Bewegung und der Tätigkeit in Paläftina. Tein Vernehmen nach soll der Baron dem Baukdircktor eine größere Geldsumme für den ״Bezalcl" übergeben haben. i Gummistrümpfe; für Krampfaderfüße in allen Qualitäten und zu konkurrenzlosen Preisen nur im GUMMIGESCHÄFT JOS. FIALA sen., ־ Brllnn, Kröne 3—5. — MaOkarten postwendend Kirlath Mosche (Die Stadt Mosis.) Eine neue jüdische Kolonie in Palästina. Aus dem zirka 4800 Dunam umsassenden, an der Iassa-Ierusalemer Bahn gelegenen Terrain Kor-llrteh, dar׳ im vergangenen Winter von der ״Palestine-Land-Tevelopmcnt-Co. Ltd.", gemeinsam mit der ״Gedulah" erworben wurde, wird demnächst eine neue jüdische Kolonie entneben. Ter Boden ist nämlich mit Hilfe eines von dem Fittonziustitut der A. I. K. £׳., der ״Trient Colontstug Co. Ltd.", gewährten langsristigen Agrarkredits von Frcs. 118.000 in den Beiiv einer Kolvntstcngruppe von 800 Familien übergegangen, um deren Zusamntenstellung sich in erster Linie die Gründer und Leiter der Bialgstoker Landerwerbsgcscllschaft, die Herren Moses M. Manassewib und A. Horodiscz, verdient gemacht haben. Von diesen :10 Familien sollen 10 demnächst übersiedeln, die anderen 20 Par- ׳,elleninhaber werden einstweilen ihre Parzellen aus Grund einer besonderen Abmachung durch Funktionäre der Orient Colonising Co. Ltd. bewirtschaften lassen und erst nach Fertigstellung der Pflanzungen sich in der Kolonie ansiedeln. Tie unlängst in Bialhstok veranstaltete konsti-!liierende Versammlung der Kolonisten hat eine ganze Reihe von Bestimmungen bezüglich der Attfaugsatbcitcn und der Verteilung des Bodens ausgearbcitet und ein Komitee zur Führung der Geschäfte der neuen Ansiedlung eingesetzt. Ter genaue Bewirtschastungsplan soll jedoch später an Ort und Stelle von den Funktionären der O. C. C. gemeinsam mit dent Komitee der Kolonie ausgearbeitet werden. Freudige Stimmung erregte in der Versammlung die Mitteilung, daß Herr Moses M. Manassewitz, der als Parzelleninhaber an der Kolonie beteiligt ist, eine namhafte Stiftung errichte, aus der die Kosten der öffentlichen Institutionen wie Synagoge, rituelles Bad usw. bestritten werden sollen. Die Versammlung beschloß daraufhin, in Anerkennung der großen Verdienste des hochherzigen Stifters um die Btalystoler L. C. G. überhaupt und die neue Kolonie insbesondere, ihm zu Ehren die neue Kolonie ״Kiriath Mosche" (die Stadt Mosisi zu nennen. Aufruf der j. Toyndeehalle Brünn Tie Jüdische Toyndeehalle in Brünn hat mit ihrem unter der Leitung des Herrn I. L. Rabbinowitfch in Boskowitz stehenden hebräischeu Sprachkurs derartige Erfolge erzielt, daß sie im Interesse der guten Sache auch weitere Kreise, insbesondere die jüdische Intelligenz und Iugendvereine, denen die Pflege der hebräifchen Oprache am Herzen liegt, heranzuziehen bestrebt ist. Cs wird also beabsichtigt, im Herbst 1018 mit einem erweiterten Kurse, der brieflich gedacht ist, zu begiuneu. Tie Unterrichtsbriefe und Ausgaben werden mindestens einmal wöchentlich versendet werden, und ztvar für jeden Teilnehmer in einem separaten Eremplare. Vorkenntuisse sind iticht erforderlich. Hebräisch Lesen wird uatürlich vorausgesetzt. Tie näheren Details der Lrganisation iverden den Interessenten direkt bekanut gegeben werden. Interessenten wollen ihre Anmeldungen sobald als ntöglich au die Adresse des Kursleiters unter Angabe der Teilnehmerzahl richten, damit die notwendigen Vorbereitungen rechtzeitig getroffen werden können. Uordruckmi « * Pli$$i«ran$talt « « * _FAKTA, Postflasse r. Rorrelponäenzen. Ung.:£ftra. Samstag, den 28. Juni t. F. fand unter Leitung des Herrn :lieligionslehrers M. Eibenschitz in der liiesigen Potts- und Bürgerschule eine Schluß- Prüfung statt. Anwesend waren: Herr Kultusvorsteher V,. Diamant, Herr Bürgermeister S. Adler, Herr Kullusrat H. Frank und die Herren Vorstands-Mitglieder M. Ezech, 2. Grünbaum und A Aosenfeld. Ter Erfolg war ein überaus günstiger, da sämtliche Schüler alle Fragen klar und verständnisvoll beantworteten. Ulig.-Hradisch. Nach absolviertem Probevortrage in Prag > König!. Weinberge) tvurde der hies. Ober- Kantor, Herr Wilhelm Lustig als Dberkantor-Ttellvertreter und :tietigionslehrer der dortigen Kultusgemeinde akzeptiert. Herr Lustig scheidet schon in tvenigen Wochen aus unserer Mitte. Sei» bevorstehender Abgang erregt liier allgemeines Bedauern, denn der Genannte erfreut sich in unserer Stabt der größten Ttimpathie und wird wegen seiner vielen Vorzüge nicht nur von seinen Glaubensgenosfen, sondern auch von den christlichen Mitbürgern geachtet und geschäht. Mit L berkantor Lustig, der 17 Fahre in unserer Genieinde lvirkte und dem wir so manche schöne gottesdienstliche Einrichtung verdanken, verlieren wir nicht nur einen tüchtigen Kantor, der durch seine klangvolle Stimme und verständnisvolle Vortragsiveise die liessle Andacht seiner Zuhörer zu erwecken verstand, sondern auch einen bewährten Netigionslehrer, als welcher er den Unterricht am hiesigen böhmischen Gtimnasium leitete. Am t. September d. I. tritt Herr Lustig sein neues Amt an. Wir wünschen ihm hiezu vom Herzen Glück. S. Bad Pprawarth in Nieder-Lejierreich, eines der äl-!eilen natürlichen Eisen- und Morbäder, nimmt seit einigen Fahren unter der Leitung eines tüchtigen Wiener Frauenarztes einen bemerkenswerten Aufschwung. Der Umbau und die moderne Einrichtung des alten Kur- Hauses und der ebeit vollendete Neubau einer mit allem Komfort anSgesiatteten Dependanze im Kurparke befriedigen bei mäßigen Preisen auch ein verwähntes Kur- Publikum. Die günstige Lage des Kurortes an einer Nebenbahn der Nordbahn l Landesbahn Gänserndorf- Minelbach > ermöglicht dessen leichte Erreichbarkeit auch aus den angrenzenden Kronländern lind bewirkt, daß es gerne an Stelle von Franzensbad, den er an Heil- Wirkung gleichkommt, ausgesucht tvird. Unsere Glaubensgenossen dürste es interessieren, daß die rührige Diretlion bemüht ist, den in anderen Kurorten mehr oder weniger versteckt auflaucheiiden Antisemitismus von Bad-Pliraivarth sernzuhalten. Für rituelle Küche ist durch den Verkant von Koschersleisch im Erte gesorgt. Ivhaiinisburg. Hier würbe ein jüdischer Literatur- Gefelligleitsverein begründet, dem bereits einige hinidert Mitglieder augehören. Tie Ctuweibuttg des Lokals »ttd der Bibliothek Hot bereits stattgef1111de11. Frankfurt a. M. Ter bekonnte omerikonische Philontrop Jakob Ochisf Hot der hiesigen jüdischen Gemeinde eine Spende von 100.000 Mork zu Wohl tätig! eitszweckeu ,zngewenbet. Zum 11. Zionistenkongreß. Tos Bedürfnis zn einer Aussprache vor dein .Kongreß ist in allen Ortsgruppen lebend geLvrden und Hot auch bereits eine Reihe von Tiskuffionen in den Porteiblättern sowohl, als auch insbesondere in den Vereinen zur Folge gehabt. Es ijt deshalb lobenswert, daß der Vereinsausschuß unseres Brünner Vereines Theodor Herzt eine Reihe von Tisinfsionsobenden zu veron-!teilten gedenkt, in welchen olle jene Fragen erörtert iverden tollen, die unmittelbar vor dem Kongreß ottnell sind. Ter einleitende Tisknssionsabend fand gestern, Dienstag den l. d. Bi. in Donaths Reftauration statt. Ter Vereinsobmann, Tr. Alb. Schöuhof, konnte in seinen Begrüßnngsworten mit Befriedigung konstatieren, daß diese Tisknsfionsabende den Brünner Gesiunuugsgenossen tatsächlich ein Bedürfnis sind. Alle zionistilchen Vereine Brünns -- heute bereits fünf an der Zahl — waren erschienen. In seinem Referate legte Herr Tr. Schöuhof die gegenwärtige Lage der zionistischen Partei in West-Oesterreich dar und schilderte objektiv die Verhältnisse, die dazu geführt hätten, daß wir in so wichtiger Zeit nicht zn einem allgenteinen Ztontttentag zusammentretett können. In großen Umrissen streifte Herr Tr. Schöuhof die großen Gegensätze, welche am kommenden Kongreß aneinanderstoßen dürsten und legte die Rotwendigkett dar, diese prinziptellen (Kcgensätze schon vorher einer eingehenden Crörternitg zn nnterziehen und womöglich schon vor dem Kongreß Klarheit zu schaffen. Herr Tr. Schöuhof legte endlich der Versammlung einen Bericht des Vereines Zion in Proßnitz vor, in welchem angeregt wird, die Einberufung eines Parteitages vom Zentralkomitee zu verlangen in welchem darüber geklagt wird, daß bis nun eine Tagesordnung des Kongresses nicht veröffentlicht wurde. In der Diskussion vertrat Redakteur Hickl den Standpunkt, daß es ein alter Fehler der Parteileitung sei, daß sie Rechenschaftsberichte und Tagesordnung erst im letzten Momente veröffentliche und so der großen Masse der Schekelzahler iticht Gelegenheit gebe, zu den Kongreßfragen rechtzeitig Stellung zu nehmen. Es getrüge nicht, wenn man der Parteileitung blind das Vertrauen votiere, die Parteileitung müsse Gelegenheit geben, ihre Tätigkeit einer sachlichen Kritik zu unterziehen. Ter Redner sei nicht gegen das Vertrauensvotum, er sei nur dagegen, daß dieses Ncrtrauensvotunt vor Bekanntntachung des Rechenschaftsberichtes gegeben werde. Herr Dr. Sonncnfcld beklagte sich ebenfalls darüber, daß man so kurze Zeit vor dem Kongresse so wenig orientiert sei und beleuchtete in eingehender Weise den Gegnsatz zwischen politischer Richtung und zwischen praktischer Paläslinaarbeit. Er erörterte auch das Verlangen des Aktionskomitees nach unbeschränkter Ansliefcrung der Geldinstitute unserer Bewegung und erklärte sich offen als Anhänger der politischen Richtung. Tent gegenüber vertrat Gesinnungsgenosse Weizmann den Standpunkt, daß das Arttonskomitee, welches unser volles Vertrauen besitzt, auch die Mittel in die Hand bekommen muß. stieben diesen Fragen wurde auch zu den Kongreßwahlcn selbst Stellung genommen und hierbei übereinstimmend der Meinung Ausdruck gegeben, daß die Wahlkreiseinteilung seitens des Ttftriktskomttees so erfolge, daß Brünn ein cigeues Mandat erhalte. Im Sinne der Anregung des Vereines Zion in Proßnitz wurden endlich nachstehende Resolutionen angenommen: Das Zentralkomitee wird aufgefordert, ehestens einen westeuropäischen Parteitag cinzuberufen und beim Aktionskomitee die notwendigen Schritte zu uuternehmeu, daß die endgültige Tagcsordnung des Kongresses sowie der Rechenschaftsbericht in allerkürzester Zeit veröffentlich! werden. Rach Erörterung einiger lokaler Angelegen- Heiken schloß der Vereinsobmann in vorgerückter Stunde die überattszahlreich besuchte Bersammlttug. Ju—., Krankheiten der Nerven, des Magens, Darmes etc. werden mit Erfolg in Dr. Mbans Sanatorium in TISCHNOWITZ kuriert — Prospekte. Die Bedeutung des מנו דוד Magen David. ö Ein frommer Gelehrter sagte einst: ״Die besten Gedanken überkommen einem beim Beten." Als ich am verslossene» Tchowuos im Tempel beim Gottesdienst war, vemerkte ich an einer erponierten Stelle einen aus Blumen gewundene» Magen David, lieber die Bedentune, dieses zum Wahrzeichen des Fudentums gewordeneu Sternchens haben sowohl die alten als auch die neueren Gelehrten Forschungen angestellt, ohne jedoch zu einem annehmbaren Nesultat gelangt zu sein. Herr Dr. Mar Grumvald stellt sogar die kühne Behauptung auf, daß der Magen David gar nicht jüdischen Ursprnngs ist, sondern von heidnischen Kutten in das jüdische Lager eingeschmuggelt wurde. Ebne mich näher ans diese 7hese des genannten Gelehrten einlassend, vielmehr eingedenk des Spruches מנהג ישראל תורה היא d. h. jeder Brauch des jüdischen Volkes basiert auf

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