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Jüdische Volksstimme · 1913-06-19 · Heft 25 (19.6.1913) · page 10

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 25 (19.6.1913)
Date
1913-06-19
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. ״Jüdische Bolksstimme." Nr. 25. Witcbsler llnlersuchungsrichter für besonders wickuigc j Goethes harmonische Weltanschauung, die man, wie cs Angelegenheiten, betraut iverdcn müsse. i einmal R. Steiner getan hat, am besten durch ihre Vcr- Nun erzählte aber Samyslowsti, dag das streben. wandischast mit der Hcgelschen Philosophie charaktcrinach einer ergänzenden Untersuchung beim Gericht fei־ sie et: ׳Alles Wirkliche ist vernünftig. Timmels Buch ist neu Anllang finden werde, Einem Vertreter der Kiewer! eine überaus anregende, wenn auch nicht leicht zu lc- Monarchisten habe der Vorsitzende der dortigen Gerichts-! sende Einleitung in das Werk Goethes. Neben den Phitammer erklär!, daß von oben ein Befehl erfolgt sei, losophischen Perspektiven scheut Simmel die literarische die Angelegenheit so schnell als möglich zu erledigen Erörterung nicht. Und in dem, ivas er über die Wesens- und leinen Aufschub mehr zuzulassen. Darauf beschlos; ׳ difsercnz Tbakespearcs und Goethes im fünften Kadie Versammlung, alle Hebel in Bewegung zu setzen, § pitel sagt, wird man ivohl das Beste sehen können, was um den Prozes; der Kompetenz des Tchwurgcrichts zu über diese fragen überhaupt gesagt worden ist. entziehen und es durchzusctzcn, das; die Berichterslaiuing _ _ הלל צייטל» * ־־ת־־יד über die Prozcßverbandlungen nur nach Durchsicht des-! Gcrichlsvorsipenden gestattet werden solle. Vorläufig! aber müs;ie es überhaupt den Heilungen verboten wer den, über die bekannt gewordenen Gutachten irgend ivelche lritischen Artikel zu dringen. Aus allein Beschlüssen der Realtionären leuchtet!Hille! Zeitlin: Äusgciv. Schriften. Zlveitcr Band: Gedanle und Lied.?kr. ölt, l>!>, (>:!, (>4 der ״Bibliotheka gdolah",, Warschau, Verlag Duschijah.!Es sind hier mehrere Essays über die verschieden- *ד lvelche Heidenangst sie vor de:!^ E..lbüllungen de-,3 1״1־ן ׳iicuicu vereinig!: philosophische, religiöse, politische Prozesse-,- hegen, sind sie sich auca schon de-.- Au-.-gan- Betraauungen. Was sie alle eint, ist — die Liebe. Wenn, wie die indische Legende erzählt, die Welt aus den Elcmenten der Barmherzigkeit und der strengen Gcrechi n s Seele Verwirklichung näherzubringen. Und dieser Aufgabe wird das vorliegende erste Heft vollkouimeji gerecht. Schon das feingeschricbcnc Vorwort gipfelt in dem Gedanken der Vereinigung aller Menschen zu einer Menschheit und schließt mit den bedeutungsvollen Worten: ״Ein Himmel spannt sich über alle Welt;' zu einem Volke muß die Menschheit werden." — Als erster Artikel folgt: Aus den Erfahrungen des ersten bayrischen Japonkowandos, der bloß Erlebnisse und Beobachtungen in Japan enthält, folgt als zweiter Artikel: ״Die rassenbildende Kraft des Islams." Heißt cs in Europa: ״Blut sei ein eigencr Saft", so kann cs im Orient heißen: ,.Die Religion, der Islam, ist eine eigenartige Kraft." Denn die Völker des Osmancnrcichcs, die doch ein Konglomerat von verschiedenen slawischen Stämmen darstcllen, vermag das einigende Band der Religion so aneinander zu schweißen, daß sie wie eine Nation aussehen und ihren!)iasicnbrüdcrn gar freind gegenübcrstchen. Aus den eroberten Balkanländern verlaßen die Slawen, Bekcnner der Religion von Mekka, ihre Ursitzc, um nach Klcinasien auszuwandern und unter dem Szepter des Padischah zu leben. Man denke auch, wieviel slatoischc Weiber aller Völker in den Harems scstgchaltcn werden, und die die Mütter der ersten Osmanen wurden. — Ein dritter Artikel schildert das Leben in der Mongolei, ein fünfter Erlebnisse, die die Ehrlichkeit in Indien kennzeichnen; dann werden sonderbare arabische Bräuche. bei Hochzeiten, das Rechenbrett der Ehincscn geschildert, indische Gedichte, das arabische Fraucnbad, nebst weiteren Berichten und Besprechungen. — Alles in allem eine gediegene Zeitschrift mit ausgezcichnctcin Inhalt, der die größte Förderung verdient. Auch aus Böhmen sind zwei Mitarbeiter verzeichnet: Prof. Tr. Winternitz und Dr. Eiscnberg. Einpfiiidsamc Menschen, Erzählungen von Lorenz Scherlag, L'cnienverlag, Leipzig. Lorenz Schcrlag, der sich vor Jahren mit einem Gedichtbuch bestens cingcsührt hat, veröffentlicht soeben einen Band gesammelter Erzählungen. Dem Buch ist als Motto der Bainzschc Vers: ״so geht es den Empsindsamen! Die Liebe spielt ihnen immer die schlimmslcn Streiche," vorangesetzt. Aus diesem Grundmotiv leitet der Verfasser die Schicksale seiner Gestalten ab.! s j s 1- 1 s .. s! Diese Menschen leiden an der Liebe und an der Sehn-!durch das Erbarmen, durch Mitleid zur Liebe gelangt.‘ , , ״ . ,, , . _ . ,, .׳ ״ •s 1 * . . ״■ ... . s! lucht, an der Enge des kleinen Lebens und an denk!Und Mlttleid. Erbarincn kannst du doch sur;edcn ruh-l ' . ... . . . , ....... T, , , , . .,.Drang der Bcrrciung. Georg Simmel: Goethe. Leipzig It.lll. Verlag von ״ף״״ י U.d״chen De.,ken, von heute wirst! ^er klare, anmutige Stil erinnert zuweilen an Ktinkhardt und Biermann. M. 4. 2U4 sS. Die ׳Absicht ׳or, as; ckucn ,c!e >c, riest״' ׳uig^ c־. jy,c t!c;ten Vorbilder, der psychologisch geschärfte Blick ist!»׳eh»»» »u dom wirklichcii, lebendigen einzelnen .st.den^,^ ,,sch,^'^״daweißdaß scherlag ges nicht sicher, so beunruhigt sic noch mehr die Aussickil, das; ihre ganzen Machenschaften und Fälschungen zutage tommen könnten. Denn keine Ritual»,ordassare ^bildet wurde," so hat Hillcl Zeit dei letzte» ,uibtzehnle diiliie eine solche Fülle oigani- Barmherzigteii, die erbarmende, bemitleidende snn>.i Gemeinheit eninalien haben, -rie dcmoralisiemjtbetoinmen. Er ist immer verzeihend immer rende Wirkung des Hasses bat vielleicht einzig und ' und überall sucht er die Liebe. ES sind in allein in der Drensusai'iäre ebensolche erschreckende und abnoßende Erscheinungen gezeitigt. Die geriebenen Fübrer der :lieatlion fürchten darum, wie gesagt, noch inebr als den eventuell für sie ungünstigen Ansgang des Prozcsses die Aufhellung ihrer eigenen Missetaten. Dadurch in erster Neide erklär! sich ihre Nervosität, dadurch ihre Unruhe nach ihrem sieg, den ja die Bestätigung der A n t l a ges ch r i i t bedeutet! denn Buche Auscinaudersetzungen mit Achad Haam, mit Berditichelvski, mit Tolstoi und Nietzsche enthalten — immer wieder derselbe Grnudion: Wie könnt ihr so streng sein, wie so einseitig und unnachgiebig in euren Forderungen. Die Liebe, die Liebe fehlt euch! Ihr kämpft für das Eure, ivovon eure Seele durchdrungen ist, für die Wahrheit, ihr streitet gegen die Anbeter von — nach eurer Ansicht — falschen Göttern? Aber es gibt auch unter den Götzendienern Unterschiede und Abstufungen. Verurteilt nicht zu rasch! Es sind Menschen, die ihr brrnrieili, Menschen aber sollen von Mensche» vor allem kür Krampkeckerküüe in allen (Qualitäten unst!tz0l iebt iverdcn. ״Liede deinen Nächsten wie dich zu konkurrenzlosen Preisen nur im! sclbü" ist uns gesagt ivordcn und Zeitlin erklärt dies: GUMMIGESCHÄFT JOS. FULA sen,-! 11■־’ic m k'u'tV'׳b־6 ׳lu,c b־u Srf)Icr r,a’‘׳irtf* ״״& öcr’ Gummistrümpfe \J! BrUnn, Krona 3 -5. — Maßkarten postwendend. £iicroiur sagst, und dich dennoch liebst, s 0 mutzt du deinen Nächstcn lieben, mit allen seinen Fehlern. Und wenn du da-: nicht kannst, so denke an Spinozas Lehre, das; inan die,er schris!, 0 rührt der Autor 1״! Vorwort aus, ,st ,,,, . , , , . , .... -- , . , ... , .... ... abgeht, zu die! cm Moul oder Mendel, der unter den: - - ... . .. ... , . . weder eine biograpbnche, noch geht sie aus die Wur- . . . ' . , ... .. . ,,! ur prungltch reiner Lyriker war, wird critaunt rem, .. . . ״ . . Sorgen ,einer Not zuiammcnbricht. ״,;ch finde ,n allen . . , ... . digung der Goethe,chcn Dichtung. Vielmehr wird ge- ] .r ־' ' .. ‘ ... . wie ra,ch und sicher der Ucbergang zum epischen Scharren . ...... ... ., ihren Schristen kein Wort des Mitleids sur;cnen ... . ״ ' ’ " ,ragt: Welches in der gelinge sinn der Gocthcichcn! 'r ’ .. . , ' .. .! ,ich vollzogen hat. ,, ... .. .. ...! Schmnel oder Eha!1ni, der da neben mir mit Weib und. — ....... . . . . ,, .. _ Urphanomen Goethe ist 1. ״ . . , -. ,, . .. ׳ Den ludnchen Le,cr wrrd vor allem die Erzählung . n... .. . , vielen Kindern lebt und nicht wein, woher, er ,ein Brot! — ... .. . , ic Lotung d,e,er <>-ragc gibt. , . ״״ L.; ״! ״ .״Ter Mu lkant intcrei ,eren. In dieser Mil,cuitudie hat ״ , . . l nehmcii ,oll . Aus dieser Stimmung heraus stnd alle . . . .. . ״ , ' . . . . ־ ickion das er!le Kapuel. simmel untertchcidet da zwei ׳ . r. J .. . ' ״ . ... t cg der Vcrsastcr verstanden, uns crn wahrheitsgetreues . . <>״ -- .. , .....! dicic Enays gcichrieben. Be,anders bcaailenswert ist ..... _ . .... ^.ypen von Menichen: die einen lieben nur cm ,ubick-st. 1 ' . .... .! Lebensbild aus dem Ollen vorzufuhrcn. die Auseinaiidertetzung Zeitlins mit Bcrdyczewski und! ..... . . , .. , . - .... ' 0 ׳ Wir wünschen dem vielversprechenden Erstlings- 'Eristcnz überhaupt? Also das cs, das Timiiiel sucht. tivcs Leben; sie leben sich ans und bleiben in diesem! Lebcnsprozes; befangen. Die aiidereii dagegen wollen. etwas Objektives leisten, mag auch ihr persönliches i Leben dabei verkümmern. Aller Wertakzent verbleibt! für sic in der Sphäre der sachlichen Leistung. Für Goerbc aber — und dies ist das tiefste Wesen seiner Eristcnz — siel dieser Zwiespalt hinweg. Indem er sein persönliches Leben lebte, lebte er eben dadurch ein objektiv Wertvolles dar. Sein Leben ivar ihm nicht Mittel ( die unter dem Eindruck des denkwürdigen fünften Kon-j . ״ . ״ ,• , m . ' werk den verdienten Erfolg. H. Bl. grestes gcichricbcncn Bemerkungen. Im zweiten Bande ... D. _ .. , . . ,. . .. ... ' .. . . . Israel Zangwlll: Der König der Schnorrer. lS. 1,1 bciondcrs eine Arbeit über die S ch e ch, n a h zu ^^nbach, Berlin.) nennen, der sehr viel aggadistisckes, kabbalistisches und , . ׳ . . , ... .. . .. ._r ' .. ״ AI 0 das ind die Nachfolger des groyen Volkes? chayidl, isches Material über b1c,c religiöse Vorstellung' ^.. , ..... ” ״ ._ .~״ 1 . ׳ m ' Schnorrer und Reiche! Die Schnorrer ,ind 1ympath1,chcr. zu,ammentragt. Auch sonst enthalt dieser Band viel. v__ ,...״.i v.-_ ׳v'..״״ Material zum jüdischen Mythos. Die ״Bibliothekah gcdolah" (bic übrigens in den Im ״König" waltet die Größe seines Volkes. Fromm, gottcsfürchtig, gelehrt, geistreich, witzig, unzerstörbar, mutig ist er: bei all seinen Fehlern eine Persönlichkeit. zur Erzielung von Leistungen, sondern ivard in seinem ^tcn Tagen wieder zu erscheinen begonnen hat) vcr-! gcj״ Schnorren ist eine Kunst, die nicht jeder kann. Sein Eigciibestandc zur objektiv ivertvollen Leistung, so bestand für ibn die Dualität nickst, die sonst überall klafft. Während er sich nicht im »lindesten darum kümmerte, was bei seinem Leben herauslommcn könnte, vielmehr cs sich zur Maxime machte, daß es im Leben aufs Leben und nicht auf ein Resultat ankommt — wurde dock dies Leben zum objektiv wertvollen Gebilde. Sein Schassen erschien ibm vom Erleben »ich! getrennt weil — dies zeigt Simmel - sein Erleben ein schassen ivar. Simmel zeigt nun tvcilerS, ivie Goethe dadurch, daß er alle Wcrlmaßsläbc aus dem Leben heraus holte, sich über die Dualitäten unserer gewöhnliche» Auffassung, über Gut und Böse, über Wabr und Falsch erhob. Er lebte in der lleberzeugung, daß der Kern der Welt in des Menschen Innern lebt, daß hier die Trennung von Subjekt und Objctt aushört, aus der die meisten Fragcstcllungcn der Wissenschaft entspringen. Hier ist eine Einheit erreicht, welche die Gegensätzlichkeiten der Welt nicht negiert, sondern als ihr Dasein darlebt. In der öffcntlichtc schon vor dem besprochenen Buche eine bc-! imponierender Ernst ist großartig wiedcrgcgeben. Der achtenswerte Arbeit von Zeitlin über den Optimismus Einfluß, den er auf alle ausübt, ist vielleicht übertrieben und Pessimismus bei den Juden. b. l geschildert. Aber wie köstlich ist sein Vorgehen mit Geist des Ostens! Zeitschrift für Asiatrnkundc von! Grobstock! Am Anfang und Ende kriegt er ihn dran — Dr. H. v. Staaden. iPrcis 1 Mk., jährlich 10 Mk.) Von! für fromme Ziele. Das Schnorren ist von Gott cingedieser vielversprechenden Zeitschrift, liegt bereits das führt, um die Wohltätigkeit hervorzurufen. Der König erste Heft vor, dessen Acutzercs und Ausgestaltung einen überaus gefälligen Eindruck inacht. Dieses Urteil z;civiniit an Bedeutung, sobald man den Inhalt der gcbotcncn Artikel,durchnimmt. Ter Herausgeber, ein gewandtcr Stilist und genauer Kenner der Lcbcnsverhältnisse Asiens, erklärt in seiner an die Mitarbeiter im versteht cs in großem Maße. Der Pole Jankelc ist gegen ihn ein Stümper. Er bedient sich der Lügen im Schnorren. Aber er crschnorrt sich die Tochter des Königs. Es kommt ihm schlver an. Mcnasse will, daß er beim Fresser, Rabbiner Pöckelhäcring, Mittag esse. Geht aber selbst hin. Jankcle ist schon begraben. Alle drei essen. Nur er Mai 191'2 versandten Einladung zur Mitarbeit, sein nicht. Endlich beginnt er zu erzählen, wie alle Bekannten Unternehmen verfolge die Tendenz, der friedlichen Vcr-! vom Rabbiner gestorben sind.... Der Prediger stellt ständigung der Völker und Rassen nenc Bahnen zu erdas Essen weg. Jankcle greift zu. Seine Kniffe sind öffnen. Es soll ein Sprcchsaal geschaffen werden, wo die; nicht so geistreich wie die Manasses, der Jankelc zu cilropäischc und asiatische Intelligenz zu Worte kommen ן Grobstock und ins Theater in die Loge führt und die und gegenseitig ihre Wahrnehmungen austauschcn, um Synagoge durch Spenden bereichert. eine instinktiv erfolgende Annäherung zwischen Orient Die Erzählung ist eine vortreffliche Satyrc gegen Ausnahme lebt die Regel. In dieser Tiefe entspringt ‘ und Okzident, zwischen Morgen- und Abendland der die reichen Juden, die nicht wissen, auf welche Weise Moravskä agrärm a prümyslovä banka v Brne Filiälky: Praha, Krom£n2, Moravskä Ostrava, Opava, TfebiC, N6m. Brod, Chrudim a HoleSov. Oddelenf pro zbozf. Akciovy kapital K 12,000 000 Vklady pres K 25,000.000 Zürokuje vklady na knfzky 4*14—57°, na beznd a vkiadnf ücty die dohodnutf. Oddelenf pozemkove.

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