Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIV (1913)
- Issue
- Heft 22 (29.5.1913)
- Date
- 1913-05-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6. ״Jüdische Volksstimme." Nr. 22. Kadjscha und dem Israel. Fraucnvcrcin wurden der Leiche Zu borgen. Das Nabbinat hielt eine , die Namen Rappoport, Trunz, Jost, Frankel, Jellinek je 1011 K und von der .>tu!tusgemeiude MO K SBcvaiitnq ab und erteilte dazu ausnahmst gewidmet. Jur Realifieruug der Hilfsaktion wurde ein Hilfskomitee aus der Mitte des Ausfchufscs und der Gemeiudemitgliedcr eingefetzt, das sich am 22. Mai konstituierte und eine Eretulive aus den Herren Rabbiner W. Reich, Obmanu, Moritz Leitncr, Sigmund Nausnitz, Aulou Schneider, Simou Mandl und Schriftführer I. Infeld einfetzte, welche sich als permaucut erklärte, um die Hilfseinnahmen aufs kräftigste zu fordern. Am Tantstag bei in Mussaphgebete hielt Se. Ehrw. Herr Rabbiner W. Reich eine flammende, herzergreifende Predigt, in welcher er tiicht nur das Elend der abgebrannten Glaubensgenofsen in Prcßburg schilderte, sondern sprach auch von der weithin berühmten Jefchiwa dortfelbfl, bereit Lehrhaus niedergebrannt daliegt iind die zablreicheii Tborajüuger obdach- und mittellos umherirren, ohne zu wissen, Ivohin sie sich wenden sollen. Tic Anregung des Rabbiners fiel auf fruchtbaren Boden und in den folgenden Tagen wurden von allen Schichten der >tultusgemci11de größere und kleiner Beträge gezeichnet, die in Summa ein für die Badener Judeufchaft würdiges Zeichen ihrer Mildtätigtest ausprägte. Maricnbad. Bor einem distinguierten Hur- Publikum hielt Sc. Ehrwürdcn Herr Rabbiner Tr. Tiamant im hiesigen großen Tempel am letzten Sonnabcnd eine allseits mit großem Beifall ausgenoiiimciic Predigt, in deren Berlauf der Redner in geistreicher Weife auch auf das verheerende Brandunglück biuwies, welchem ״in der vollreichen Stadl tiefer Gelehrsamkeit und Frömmigkeit" vornehmlich viele Glaubensbrüder zum Opfer sielen. Hier genügt es nicht — sagte der Herr Rabbiner — daß ״das ganze Haus Israel den Brand bloß beweine", hier gilt es, ״daß man stark fei" im Geben zur Linderung des großen Elends, ״daß man stark fei" und rascheu fein ^cherslei» leiste, für die mittel- und obdachlos gewordenen Aermsreu der Armen, und ״daß wir gemeinfam stark feien" im Wohltun, einander aueifcrii.das gute Werk zu fördern. — tlnter den׳ Eindrücke der mächtig ergreifenden Rede wurde unter den Kurgästen eine Geldfammlung eingcleitel, deren Ergebnis bereits eine beträchtliche Summe aufweist. Wie verlautel sollen die nächsten Teinpelfpenden am kominenden Sonnabend ausschließlich diefem Zwecke geividemt lvcrden. Tas Beispiel verdient Rachainnung. Ein Hnrgaft. Iarvslii». Anläßlich der Grnndileinleguna iiir einen ilädlifchen Basar, dessen M öfter :־•(m■.( m 1(1 K ansmachcn dürfte, wurde auch die jüditchc «Gemeinde eingeladen. Ter Geistliche, der die Zeremonie vorzunelimcu hatte, begann seine Fmittion um eine halbe Stunde früher. Tic jüdische Berlrctung kam also zu spät. Ter tRüftiiche versuchte cs nicht einmal, sich zu entichilldigen. Krakail. Sonntag am Lag Boomer war auch die Iahrzeit des Ramo. Ans der ganzen Umgebung strömten fromme Juden herbei und aus Ruififch Polen kamen sogar einige Separatzüge mit vielen Inden, die Gebete ans dein Grabe verrichteten. So tun es die Bcrebrer der jüdischen tscisicsberocn alljährlich. Eger. Sonntag den ld. Mai!. I. starb hier nach kurzem Hrankeulager an einem Herzleiden Herr Moritz Zuckermann, der Mitbegründer der feit 10 Jahren in Eger bestehenden und weit über die (Grenzen Egcrs hinaus beslbekannten Iirma I. Znckermanns Sölmc in feinem (>(י Lebensjalue. Leider war es ihm nicht gegönnt, die für Heuer geplante Feier des 10jährigen Beiiandes der Firma zu erleben. Alle, die ihn kannlen, und ilm wegen seines konzilianten, frei ljilisbercile» einfachen inid ehrlichen Wesen-: schätzen, werden ihm gewiß ein treues Andcnke! bewalircn. Seine nur dein Geschäfte und feine Familie geiveilne rastlose Tätigkeit erfüllt seit Denken bis zur letzten Stunde. -- Tie Grabrede hielt Herr Tr. Weiß, die kantoralen Fiuiliioner Herr Obcrkantor Wilkowitsch und Kantor Lederer. Binliftok. Ab l. Juli wird Herr. Hirschbere ein jüdisches Tagblatt unter dem Titel ״Biali sloker Tageblatt" berausgebcu. Odessa. Zuiolge eines Unfalles wurde der Schwager des Schab von Perücn derartig ver!vilNdct, daß er bald seinen Schmerzen erlag. Tei Lberstkämmerer des Schah, Mohamea-Eli ersuchie die Ehewra >tad!scha, de» jüdischen Leichen-!vagen und sonstige Geräte zur Ucbersührnng ung av und erteilte dazu ausnahmsweise die Bewilligung. Siicni. Ter Gouverneur verbot, daß jüdische Vereine jüdische Namen führen sollen. Die Polizci hat jetzt zufolge einer Senatserklärung 102 jüdische Schüler einer technischen Schule ausgewiesen. Petersburg. Tic Jüdisch-wissenschaftlichliterarische Gesellschaft hat eine Prämie von 100 bis 200 Rubel für ein belletristisches Werk für Kinder, in jüdischer Sprache abgcfaßt, ausgeschrieben. Einreichungstermin bis 1. Juli d. I. London. Vor zwei Wochen fand hier eine Versammlung statt, in der die Notwendigkeit der Errichtung eines jüdischen Spitals eingehend besprochen wurde. Ticse Frage beschäftigt die jüdischen Führer bereits sechs Jahre, allein dieselbe kam zu keinem nennenswerten Resultat. Porigen Mittwoch sprach in dieser Angelegenheit eine Tcputation beim Chicfrabbi Dr. Herz vor. Tie Unterredung dauerte zwei Stunden und Tr. Herz versprach, sich der Sache anzunehmcn. - London. Baron Rothschild hat an der Börse eine Aiilcihezeichnung für Brasilien in der Höhe von 11 Millionen Pfund Sterling veranstaltet. Tas Resultat war kein günstiges. Etwa 0 Proz. find im ganzen gezeichnet worden. Baron Rothfchild wird 01 Prozent aus eigenem herborgen müssen. Ucberdies verbreitete sich das Gerücht, daß die Anleihe für die Türkei bestimmt sei. Baron Rothschild hat öffentlich dieses falsche Gerücht dementiert. London. Für diesen Tonnerstag war die Aufführung des neuen Traums ״Krösus" von Iarou, Henry Rothschild, Paris. Zwischen dem R'cgisseur und dem Theaterdirektor kam es wegen der Oberlierrschaft zu einem Streit, welcher zum Prozeß führte. Ob es demnach zur Aufführung gelaugen wird, ist fraglich. London. Hier starb der Redakteur des hevräischen Wochenblattes ״Haihudi", Isak Subolsky, im Alter von 52 Jahren. Ter Verblichene war ein streng orthodoxer Jude. Newyork. Herr Rabbiner Moses Haimsohn aus London, der auf den Chiefrabbi-Postcu in London kandidierte 1-nd starken Anhang hatte, wurde auf den Posten des nach London berufeneu neuen Ehiefrabbi Tr. Herz hieher berufen ic hiesige Gemeinde Orach Ebaiin hat ihm 1000 Pfund Sterling Iahresgehalt.zugesichert. Rom. Der hiesige Bürgermeister Herr Nathan hat ein Temiiiioiisgefuch überreicht. Er will aus gciuudheitlichen Gründen zurücktreten. In politischen Areisen erklärt man sich diesen Schritt damit, daß Herr Nathan als Parlamentsandidat auftrcten will. Kvustautinvpcl. Zufolge der ökonomischen Ariiis wanderten 200 Jude» nach Amerika ans. Kopenhagen, Dänemark. Hier erscheint ein oidüchcs Wochenblatt, dessen!Redakteur, namens gopel, ein getaufter Jude ist. u. v. a. zu nennen — aus den alten Chedarim hervorgegangen sind, ohne dah sic, trotz der Schattenseiten, die das alte Chcder hatte, ״körperlich und g e i st i g ׳״׳ erkrnppelt worden wären." Pozsony, 22. Mai 1013. Juden! Das Preßburger Judenviertel ist vollständig abgebrannt. Der Jammcr und die Not der jäh aus der Sabbathruhc aufgescheuchten frommen Familien ist unbeschreiblich. Ter Notschrei Hunderter Familieil tönt aus diesen Zeilen an Euer Ohr und an Euer jüdisches Herz! Von dieser altehrwürdigen Stätte, wo Lehre und Erbauung in alle Länder hiuausging und die nun eine trostlose Ruine geworden ist, richten wir diese Zeilen wie die ausgestreckte Hand zil Euch! Lammelt nach Euren Äräften und sendet bald! Tic Redaktion der ״Jiid. Volksstimme". Eingelaufene Spenden für die von der Brandkatastrophe im Preßburger Ghetto bctroffeilen Glaubensgenossen: Brünn: Herr M. Breda 5 K, Fr. Josefine Ullmcr 3 K. — G ewits ch: Herr Jul. Beer 6 K, Heinrich Beer 2 K, Fr. Hcrmine Beer 1 K, Herr Emil Bock 1 K, Herr Alb. Bock 2 K, Herr Berth. Bock, Beruh. Bock, Mor. Engel, Berth. Engel je 1 K, Herr I. H. Gürber, Siegfr. Gärber, Alexander Gärber, Mor. Gottlieb, -Oberlehrer, Sam. Klein je 2 Ii, Fr. Elsa Allein 1 K, Herr Max Klug 2 K, Rabbiner Tr. Keßler 1 K, Dr. Löwit 10 K, Fr. Dr. Löwit 2 K, Herr Daniel Siebe! 1 K, Fr. Jos. Löw 1 K, Frau Sophie Pokornh 1 K, Fr. Sali Spiegel, Fr. Rosa Schwarz, Herr Sieder Baruch, Herr Leop. Tntsch, Fr. Rosa Zeifei je 1 K, Herr Jul. Schöübeck, Glashüttenver- Walter, Hausbrunn, 8 K, Herr Oskar Plaschkes, Beamter, Hausbrunu 2 K, Herr Iaques Ttrebinger 2 K, Fr. Herma Strebinger, Hausbrunn, 1 K, Herr Karl Gärber, Beamter, Hausbrunn, 2 K. Weitere Spenden werden von der Admiuistration dieses Blattes entgegengenonimen und ihrer Beftiinmung zugeführt. Vorlobungen. Verlobungen. Herr Tr. Karl Pick hat sich mit Fräulein Rosenberg, Wien, verlobt. — Herr Ing. Ernst Bondy hat sich mit Frl. Life Kirschner verlobt. Unsere besten Glückwünschte. Die Redaktion. Vf. Rudolf Katbolicky ge«. Leiter der l.cdirg. Abteilung der Candeskrankenanstalt wohnt: keile yerdinatidsgasse und lobannesgasse («Rom Kr.*.«) ordiniert täglich von 2 bis 4 Qbr nachm. Fernsprecher Nr 803. Notiz. Wir machen unsere P. T. Leser auf das in Bad Aussee begründete Hotel Steyrerhof besonders aufmerksam. Herr Ein. Goldberg, der Inhaber dieses Hotels tat keine Mühe und Opfer gescheut, um eine streng koschere Restauration, die unter Aufsicht der Machsike Hadas steht, zu begründen und können wir unseren Glaubensgenossen diese Restauration auf das allerwärmste empfehlen. 1913 Wochenkalender 5673. Sprcchlaaf. Cftnc Bemerkung. Ai-ie cs 1101)1 lnämiinjicii erkannt in, wird ,שמוכר 1.'י der rlitargie getvhhnlich mit dem Wartc^zstL^ ׳ezeichnel. Wenn nun der Onngaria geschrieben hätte: ndernde ans diesem Berse - nämlich ra! scsoseho nainsete -- deduzieren unsere Weisen im Talmud, das; uan nleiri) eaannn d i e siedete in :liuhe, ahne die Summe zu erdeten 1nu\, sa hätte man mit!!!echt delaupte» dürsen, das; vier ein Irrtum obwaltet, tönii-;aria aber schrieb: ״(Gerade aus diesem Berse dcdupereu unsere Weilen, das; mau gleiai Chauna ״das Sicuct. d i e iv an re Än dacht" - also die Tefilah in :Hude, ohne die Stimme zu erhebe», würde- 0.1׳ verrichten sott, jo vewcist diesklar und deutlich, daß?1 sich nicht geirrt, so gut geivutzt hat, was er schreibt. Jet ner mus; bemerkt lvcrden, daß die hcrvorra-;eudiien jüdische» liorupbäeu srühcrcr Jahrhunderte, seiosl jene des Ul. Jahrhunderts — ivir brauchen blofj יר א Mai M בא ספירת העוסד 36 28 D נב 2937 F ב; 30 38 S 2די 31 39 S בה 140 M בו 2 41 D כז =342 M בח =4 43 D כט 44 5י־ F א 6 45 Festtage הפטרה מברכין החדש׳ כמדבר (>IK ««»« »»»»» «»WM ■»» |j-w ר ח »,)k.p ..כפ c. 1 “-“אש חדש Tag Rösch Chod. ויהיה מספר בני ישראל* fascbcnfcucrzcuoc VON 50 heller aufwärts --------- nur bei ------- Franz Kuda in Brünn Bahvhofplatz (Pavilon). Reserve Zündsteine per Stück 10 heller und 1 Dutzend 80 Heller.