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Jüdische Volksstimme · 1913-04-17 · Heft 16 (17.4.1913) · page 9

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 16 (17.4.1913)
Date
1913-04-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Rr. 16. MV.M Jahvg. Beilage zur Wiener JüÄ. Volksftr.^^ ' Aprt Jude» in Rumänien^ Mm L. W r il n h.111, Wien. (Schluß.) ,, Die JvDen WVM physisch, geistig und moralisä ' vollständig hrrabgekoinnten: vier Fünftel vo! 1 ihnen waren,arbeitslos und lebten von der Wr chltätigkchst , Die rumawr scheu Behörden!elbsl sahen d׳. Abertäust ׳',de Arbeitslose als Laichstreicher an, die allentl. ׳alben versagt wurden. Tie Juden gr:ssen zuiu le tztcn Mittel, zur Auswanderung. Binncn wenige n Monaten waren über 10.000 Juden ausgew-ändert. Hier zitiert Lazare Sincerus. der in seinem Werke ״Les juiss cn Roumanie" über, diese Auswanderung folgendes sagt: ״Wenn .man diese Fakten generalisieren und eine zusann ׳mästende Schilderung dem Publikum unterbreiten wollte, würde man das alles für ein Wer k der Phantasie halten, dem man weder Ausmer.'samkeit noch Glauben scheuken würde, so unwahrscheinlich würde die Wahrheit erscheinen." Lazar'e. sagt weiter: ״Tie Regierung war ratlos. S.׳e befürchtete nicht nur den Eindruck, welchen iu Europa der Anblick jener durch den Hunger vertriebenen Unglücklichen machen würde, sie war׳ auch besorgt wegen der bedenklichen wirtschaftliche'.!! Folgen einer Mastenauswanderuug. Tic Regrerungsbeainten erhielten ferner den Befehl, die ^luswanderer aus jede Weise sestzuhalte». Von einer Bevölkerung von 200.000 Seelen waren fast Hundertausende aller Mittel entblößt.. Tic einen kommen in den armseligsten Be- Hausungen um. die anderen, die selbst die Miete für diese nicht mehr bezahlen konnten. lagerten unter freiem Himmel, in den Höfen der Synazogen, auf den Begräbnisplatzen oder irrten haufenweise aus den Landstraßen umher. Mitteleuropa aber hatte seine Grenzen verschlossen. An den Grenzen von Transsylvanien und der Bukowina konnte man Hausen von Inden rnnherirren sehen, ivelche gleichzeitig von Ungarn, Oesterreich und Nnniänien selbst zurückgewiesen wurden, denn beim Beginn der Auswanderung Hane Rtnnänieu den! rern die Pässe verweigert. Nun erzählt Lazare einige Anekdoten ans dieser Zeit. Der Geiiieinderat von Dorohoi verattstaltete 1801 eine Lotterie .Pi!" i';״״'•; Domes, zwang die Juden, Lose asi!״ ^.^,-«׳.׳■׳׳na! .vcrianf» shgar die Beerdigung denjenigen Inden, deren Familien keine Lose genominen batten. Im Jahre 1882 zwang man die jüdische Gemeinde in Piatra, jährlich 1200 Frauken für die Musik der Stadt zu zahlen, Nach den Unruhen in Bukarest im Jahre 1807 erscheint ein Jude, der von den Unruhestiftern geblendet worden war, als Zeuge vor Gericht. ״Aannsl du die, welche dich so zugerichtet haben, nicht erkennend" fragte ihn der Präsident unter allgemeinem Gelächter. Um den Juden eine Lektion zu erteilen, lvurden diejenigen, welche die wehrlosen Juden ermordeten, ihre Häuser plünderten und in Brand steckten, ihre Synagogen zerstörten, ihre Begräbnisplätze entweihten, entweder überhaupt nicht gerichtlich verfolgt oder unter beut Beifall des Pöbels sreigesprochen. Tatsache bleibt es auch, daß der >1önig und seine Gemahlin, die erhabene, von Menschenliebe träufelnde Dichterin, ruhig und untätig zugesehen haben, wie mau eine Viertelmillionen Menschen systematisch unglücklich gemacht und zur Verzweiflung getrieben hat. Ter rumänische Bauer ist heute noch zu beschränkt, um* seine Ausbeutung zu verstehen. Er ist, sagt Lazare, nirgends so unglücklich, so mißhandelt als in Rumänien. Ter an die Erdscholle gefesselte Mensch ist nicht weit vom Sklavett des Altertums entfernt. Rominell ist er emanzipiert worden, in Wirklichkeit ist er der Sklave des Bojaren geblieben, der ihn in Unwissenheit und im Schmutze sein Leben fristen läßt, der seine Söhne als seine Sache, seine Tochter oder seine Frau als Spielzeug ansieht. Und der Jude ist mit zynischer Brutalität zuin ״Landstreicher" gemacht worden, der sich - ״bald ausgewiesen, bald zurückgerufen, seit 20 Jahren auf den Landstraßen der Moldau und Walachei hin und her bewegt. Er ist keiner energischen Tat mehr fähig, und die Intervention der Mächte, erklärte Bratiano, brauche nian nicht zu fürchten, da diese selbst antisemitisch geworden sind. Dem Judentume, dein der Wahn des Altertums, das Schwert, des Mittelalters, die Phrase der Neuzeit nichts anhuben konnten, wird auch das korrupte Bojarenland schwerlich den Garaus machen. Die Nachkommen dieser ״Landstreiche!" werden als herrliche Menschen und Juden blühen.und gedeihen, wenn von den Namen derjenigen, die ihre Vorfahren bedrängten und verfolgten, oder, selbst scheinheilig, bedrängen und verfolgen ließen, keine Spur mein־ vorhan den sein wird. rr» das Minö ״'*s. V jüdische t». ״* יי“■׳ n,^ '׳nuvion tu '!!r ■‘,'!)ft f. 1.' ווי61־ iu -lebe ,1Uw Mete!:. 011 ׳f>n i>:n■ *teit. bjc Crt Judentum und Islam. In meinem Artikel über die ״Geidfidne der ava. bischen Sprache und Literatur" im 8. Band der Rem־ porter ״Encyklopädia hebrew", Bd. 8, p. 180- 484, pefasse ich mich auch mit der aNarabischei! Poesie vor Muhaiiimeds Auftreten und erwähne kurz, das; in de» poelischeu Erzeugnissen jüdischer und mancher heidnischer Dichter biblische und nachbiblische Einflüsse, namentlich in den Gedichten ethischen Anhalts, ivahrzunehmen sind - «rata! Gen. Als sich in Arabien grössere gelassen und verschiedene Genie,, tcn, da ivnrden diese auch von maiu 2nrah und Painbadila ausgesucht. >v. Wahrnebmungei! in den Lebrbansern bei!» seien nur einige angeführt: Tie Araber beoba. Beschneidung ׳Aebamoth 711, ivandern uau Crt zu miilici■ iBaba M. Mi!, verbergen ihre :ilcidminuT uno > arben in Lumpen gekleidet einher!Gen. :'!. 22 u. d.) iinö sind gefährliche Meuschenräuver, 11111 v,e! Lösegeid du erzielen 1Mctubot0 801. 211■ verebren riiiii Götzenbilder, deren eines den '?kamen?kiidfra _ iiitu't. -Aboda;iatii 11!. lüemeim 11! ה»■ löoilbeil :״,foir". die vor Mnbammed in Arabien verehrt wurde. Am »oraii!bi. 21,!»r>, sind noch fernere vier lüotil,eiten erlväbnl, die dorr angebeiel wurden. Tie Teninng des Arad,, die ען־־א; mit dem schwarzen 2-ein in 8!>'a1״- nienhang bring!, in nnzniressend. Tie Gedidile der jiidiidieii Poeten;eidmen ,ich diird, bohen eibisdieu btebalt und siillid, religiöw J!״ ן öcu,; ׳.'taside׳ aus, deren Gedauieu iai! durdnvegs iu a ich diesem Gegenstände eine eingehende Monogra! der älteren Miidnia ibren Ilrsprniig!,״den! Biblische Ansdiannnge» verraten and, iolgende Berse über das Leben und dessen Beinnimnng. die ein ara bischer Aude didnete! nadi?ilideri!: Boir altern n,,0 nie altern, die ans nnd ,!!,!ergeben Tie Sterne nnd nadi nns bleiben die Berg' nnö Burgen neben. Boas find die Menidien anders: Ein ■!ellpta!׳. :!!■d ■ein Beer. Und wenn das ,!eil sie rännien, so bleibt die »>>»,!>.׳ leer. Ter Menidi. was js, er anders >:!s n׳ie e!n?lammdien vlintt. La-:׳, wie es sidi erbobeii, in Aidie niederiinitl ein Sdiwert bi» ich geivorden. mit abgerissener 2d1e!de, annied in längst gestorben, dodi in nodi idiar, die Sdineide. di!: Tadler, o lvas weis;! du. verinnlrn kann!, du nur. L b eine : wiedertz'hri. wann e: von dannen inör. Ten llriprnng die>er (Gedanken.!o!v!e der!11.d׳■ rer;׳!׳;engniise der Araber vor den! Aslain.!nein die ol ern׳e!1hnle Sdir!׳! nadi. >!n׳!veldie!■■erni!! vorlöniia ver.niesen sei. Tobrziidi im ׳April!!!in. Dr. A. e ■f•. hkt«׳. pb>e geividmet habe, die den ganzen Stoff erschöpfend behandelt und demnächst publiziert >vird. so möge hier eine kurze Skizze Platz finden, welche Wesen und Anhalt der Poesie der allen Araber kennzeichnet und den Anteil der Juden an derselben, wenn and, nur iursorisch, nadftveisl. Dieselbe bildet einen flüchtigen ׳Anszug aus »leinen! am 27. November 1012 in Prag, Ten! sä,es Haus, gehaltenen Portrag über .,Biblisdie Einflösse iu der altarabischen Poesie vor Mnbainmed". Ter arabische Poe! begleitet die Taten des eigenen Stammes auf Schritt und Tritt, besingt die Tapferkeit und erfochtenen Siege seiner Helden nnd schildcr! mit Vorliebe die infolge der Blutradre hervorgernie neu Ereignisse, tveldie der Poritellniig entsprangen, dies ~a״ Seele des Getöteten schceie am Grabe solange mich! Rache, bis dieselbe vollzogen sei. Audi Weiber zogen mj!! >>»׳.׳ nidu, o roter, der Tod!>1 nufere ,vvnr in den .srieg,' schlugen in die Pauke'» und!rügen Sie-! die nab! und fd'on genabt in. geSIieder vor!vgl. Erodus lö. 2!i 2l >, um den Mn! der Xlrieger auzuseurn. Ter altarabische Tiduer besingi den Tod der Helden und Truernei! in schönen Trauer gedichtet!, erteilt iu kurzen, keri'igeu Sprüchen und Sentenze:! elbische Lebensregeln und schildert sein Lie-! besleben in feurigen Liedern, die ,Aeigbeir der A-einde! in Spottgedichten und den Edelsinn der Woklkätrr in! schönen Perien. 'Auch jiidisdfe Tidner rangen mil ibren' arabische!! .ftollegcn um di-. Palme der T idiü iind!!!!!er ">eld!en insbesondere Samne! tuוי־ H e s a bei! Adia, Br,s s'.öer der Burg ״El-Ablar" in Teima!npä-ad«»! her-, vorragte- Als der sürsilidre Bmer des bernhm!ei!e!l arabiidie!! Tiditers ״Amen-l >lais" in einem!,lriege Tdiladit nnd Leben verloren Hane, da ivandle i!d, leg lerer au den weil nnd drei! als Beschüver verfolgter Stämme bekannten Samuel, ivelcher and, ibm und dessen Arau und Tochter Sd'uv und Gaiifreuudsdias! gewährte. Er übergab Samuel seine Waise» gegen das Bersprechen. sie niemandem auszufolgeu. beilieg ei» schnelles chamel seines Gönners nnd suchte in der ,elndn seine RetNing. Ein Prrwandter des Tiduers slürmle daraus die Burg des Samuel und forderte die Herausgäbe der Warfen, die jedoch verweigert ivnrde. Ta nab,!1 er ein Hiud Samuels gefangen und bedrohte es mil dem Tode. saUS er iiicht die Waisen erhielte. Lainuel aber sprach: ..Tue. was de. ivillii: ich übe keinen Per rat!" Jener lötete sein »ind und zog von dannen- Tes halt׳ sagt ein altarabischcs Sprichwort: ..Es gib! keinen Pertraiiensivürdigeren. als den Juden Lanine!'. Ta in letzterer :zeit vielfach die Bebanpning ansgesprochenwnrdc. 2. bei! Heja bei! Adia sei kein Jude, sondern Ehrist getvescn, so möge hier zur Entkräslnng dieser Annahme darauf verwiesen werden, das; nidn nur der Inhalt seiner Gedichte, sondern midi diese Eigen nameii nur jüdischen Ursprungs sein können. Diese sind mit den Rainen der Amoräer ק״יא; und אך־א oder Literatur. T a 0 עt1 ,איך idemisch!Bergt. Taanilb O! אידי j2 ׳'צמואל ber 875 -427 lebte und Zeitgenosse des Grohvatcrs 1111־ scres Tidfters war. Ueberhaupt verraten die talmudischen Lehrer des dritten und vierten Jahrhunderts eine auffallende Bekanntschaft mit Sprache. Religion nnd Lebensweise der alten Araber. Hier einige Beispiele: R-, Lcvi ivcitz, daß in Arabien ״lahm" - Fleisch — (Gen. R. 42! — שק יד ץ לבשדא להיןא- *) Vergl. ״Jüdische Polksskimme" Rr.!». l. I. Im crioähnten Artikel erscheinen manche arabische Namen verstümmelt, die hier richtiggcstellt werden mögen: Zeile 80 l. jüdischen Vorstellungen. Z. 85 l. in den späteren Midraschim. Z. 40 l. Zamahzari, Beidawi. Z. 48 l. Jakut.... Kazwini. Z. 62 l. jüdische Legenden. Z. 50 l. Munebbi. Z. 49 l. Abbas. Z. 50 l. Taalibi. Z. 61 L aufgespeichert finden. Neue Jüdische Bücher. Pv!i dom kebräü'dien T iduer :R. A. Bo. di!׳;■. ivsl! irrt eine!!einen ׳diöne Stizze.. A!!> mene!׳!:!,■.׳28 ׳.". erzälilt der Petiaiser.!nie e! ol-.- >!ind iieb ׳ ׳1:1׳.!!! ■ .'lopidi'i! ein Ne-nes BudUein in 1o!em ll!n׳dnnge kanite. das einen Anszng ans der!׳■«'׳d.nnne des indi ׳dien Krieges von Joiepbn-:- Jlavins entbiet!, und n׳!e die׳es Bud> ibu ganz geiangen nabm. :'Ri: gl׳:ben■'■:! Begeiilernng versd'lingt der >!nave oas 8nd>, lie11!!׳ it bronnendin Wangen von den in!oiidien '»!»!!',׳■!! der Perteioiger Aernialems. ..Tas alles ge!׳! an mir!vie in! 7:,׳:in! vorüber: ׳!׳!!יnhle!d> nidn, d>!>; dneie ׳de! den. diese BIn!;en,׳».:>;n l!1;■.׳ geboren.;11 me!nen Vn!ein: id! kann es mir!!,du voruellen. obzivar id> d׳:e lange ztene kenne von damals bis be!!!e. Weidie ׳!'e;!e linng haben diese Helden;um Ha!!׳-- meines '!■n:ers: Und eine bange Jrage erbeb! sieb in mir: Warum u׳!״ es fotdiL־ Männer nur Samais: War.!!!! k!imv!:e und negie!!!an nur dnmals:..." An dieie Worie des hebräiidien Tiduers in!!!■, man denken, tuet!!! man die im Verlage der Bibliotbek der <e>esn!!11liirra!n7 des An nnd Auslandes ׳, üo Hendr!, Halle 1׳. d. 3• eridnenene den!id׳e!lebersepung der Geschichte des südisdien Krieges von Aosepbns Jtavins liest.!Uebersetzt und n!it Ein!e!!!!ng und Anmerkungen versehen von Tr. Heinrich E I e n! e n ö. 8 Mk. :Run sollte dies Bnd> fratt aller Agl!ationssd1c!nen den Anden .;ii leien geb!׳n. Es ist eine von einem iinlich nidn sehr hochstehenden Manne geschriebene Taritellung der -üänipse!in! 70. Aber obzivar ,slavius das Buch sür seine römische!! Protektoren und ihnen ,;!! 'Willen schrieb, ist es doch, durch die Gewalt der Tatsachen allein, eine für Anden geschriebene Amveiinng zun! heroisdien Leben. En! Stück aus dem-;üditcheu xrrieg des Aosephus - die Tempelbrandszene ist and! in eine Sammlniig ausgenommen worden, ivelche soeben unter dem Tite! ״B a u st e i n c" bei A. K a n s s in a n 11 in Jrankfurt a. M. erschienen ist. > 178 2., 8 Mk., Es ü!!d Stücke zur Unterhaltung nnd Belehrung ans jüdischer Geschichte und jüdischem Leben aufgenoinmen worden: die Auswahl wurde von einer >tomMission unter Vorsitz von Th. Rothschild vorgenmomcu. Es ist recht viel Gu-

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