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Jüdische Volksstimme · 1913-04-03 · Heft 14 (3.4.1913) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 14 (3.4.1913)
Date
1913-04-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
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״JRblfche BolkAstimme." Nr. 14 Seite 6. Nicht nur in den Dörfern aber, sondern in Städkn und selbst in ganzen Landesteilcn dauert die Aus- Weisungspraxis an. Im Turkcsianschcn. ist ciizc unheimlichc Katastrophe über die antochthonen Juden hereingebrochen. Als Rußland dieses Territorium in Besitz;1(11)111, garantierte cs naturgemäß den dortigen Juden für alle Zukunft uneingeschränktes Wohnrecht in Turkcstan. Bis zu den letzten Jahren hielt auch die russische Regierung ihr Wort inne, und die Juden Turtcfrans blieben , in ihrer engeren Heimat von den Plagen, denen die anderen Juden in Rußland ausgesetzt sind, verschont, und selbst für den Nachweis der antochthonen Abstammung wurden keine schikanösen J-ordcrungcn gestellt. Nach Jahrzehntes hat sich die russische Regierung eines anderen besonnen und forder! jetzt von sämtlichen bucharischen Juden die Beibringung von Zeugnissen, daß sic oder ihre Vorfahren vor der Okkupation des Landes am Orteansässig gewesen sind. Sic begnügt sich nicht mit eidlichen Aussagen, sic verlangt schriftliche Beweise. Da die Bucharcr Juden solche nicht kerbcischasscn können, so sind sic vorläufig in ihrer Gesamtheit von Ausweisungen bctrofsen. Sic haben nun nach Petersburg eine Deputation delegiert, aber der Erfolg der Dcputationsbcstrcbungcn ist sehr zweifelhaft. Nicht viel besser sicht cs um die Stadt Nikolajcw, ivo gleichfalls Tausende von Juden der Ausweisung verfallen. Kurzum, das russische Judentum erlebt auf Schritt und Tritt wiederum besonders schwere Zeiten. Die Dumadcputicrten werden mit Bittgesuchen ausgelvicscncr Juden bedrängt, aber hilflos antworten sie nach allen Richtungen, daß sie das Los der Petenten nicht zu verbessern vermögen. Denn in Petersburg herrscht in den cntschcidcndcn bureaukratischen Kreisen gegenüber den Juden eine einzigartige Herzlosigkeit. Korrespondenzen. Czernowitz. Kongreß für ruinänische Juden. Reichratsabgeordneter Dr. B. Straucher hat eine Aktion zur Einberufung eines Kongresses von sämtlichen jüdischen Führern mit der Tagesordinnig ״Emanzipation der rumänischen Juden" cingeleitct. Sofia. Unter den türkischen Gefangenen befinden sich 18 jüdische Offiziere, die die Militärschule in Konstantinopel absolvierten. Bukarest. Die antisemitische Agitation nimmt einen scharfen Charakter an. Das Organ der nationalliberalen Partei ״Zjotrul" erklärt, daß die Juden die Welt gestürmt haben. Rumänien soll von Bulgarien nichts erhalten. Sie allein werden es in diesem Falle auch zu verantworten haben. Saloniki. Der Chacham Baschi, Jakob Meir, empsing Tinur Pascha, den Vorsteher des ägyptischen Roten Kreuzes, und machte demselben die Mitteilung, daß der Verein 50 Säcke Linsen, 50 Säcke Weizen, M,Säcke Reis für die jüdischen Flüchtlinge zur Verfügung stelle. Konkurse. Dajon, der Zeugnisse von hervorragenden orthodoxcn Rabbincn besitzt, wird für die Gemeinde Zablotow in Galizien gesucht. Offerte sind an Obcrrabbiner Moscs Hager Zablotow zu richten. Zwei Lehrer, einer für Fibclunterricht und einer für Bibel mit Roschikommentar, zu je 1000 K jährlich Stammgehalt und cntsprcchcndcm Nebenverdienst, werden für die Talmud-Thora in Sadagora, Bukowina, gesucht. Offerte sind bis Ende April an Jakob S. Retter in Sadagora zu richten. ben mutig mit dem Schwerte dreingeschlagen, aber an die Beute haben sie nicht gerührt. — Also die Veranlassung zum Purim ist nicht verächtlich, sondern ein Ruhmesblatt in der jüdischen Geschichte. Ein Jude, der den Purim verachtet und sich seiner schämt, hat keinen Sinn für'Edles und Gutes. — Juden ausgeschlossen. In der Annonce heißt es wörtlich: ״Nachdem .... Jesus von den Juden gekreuzigt worden,...." Was die annoncierende Firma sich dabei gedacht hat, wißen wiv nicht. Jedenfalls glaubt" sie so ihren Spinat bester verkaufen zu können. Charakteristisch ist, daß die betreffende Zeitung im gleichen Verlage erscheint wie der Tagesbote aus Mähren und Schlesien, welcher auch ״Juden ausgeschlossen" annonciert. — Stolaforscher. Wir gestehen, daß auch wir den in vielen Tempeln üblichen Ornat als einen evangelischen, ergänzt durch die katholische Stola genannt haben. Woher die Stola beim katholischen Ornat kommt, wollen wir nicht ergründen. Hingegen ist der schmale Seidentallis mit der goldenen breiten Borte unzweifelhaft eine Imitation der Stola wie der ganze Reformgottesdienst nur schlecht imitiertes Christentum ist. Einladung zu der am Sonntag den 20. April 1913, halb 10 Uhr vormittags, im Sitzungssaale der israel. Kultusgemeinde, Theresienglacis 9—11, stattfindenden IV. ordentlichen Verlanget iu allen Hotels, Restaurationen, Kaffeehäusern, Lesehallen, Selchereien, Rasierfalons, Bibliotheken die ״Jüdische Bolksstimme." Arünner Nachrichten. Jüdischer Bolksvcrcin ״Theodor Herzl" in Brünn. Am 19. März d. I. fand die konstituierende Versammlung dieses Vereines statt. Ter Kreisobmann. Herr Tr. Albert Schöuhof berichicte über die Vorbereitungen des Proponentenkomilees und erstattete ein Referat über die Not- Wendigkeit der Vereinsgründung bzw. über die Ziele des neuzugründenden Vereines. Tie Veriammlung nahm den Bericht genehmigend zur Kenntnis, woraus über Antrag des Herrn Ing. F r i s ch e r nachstehender Pereinsausschuß gewählt wurde: Obmann Tr. Albert Schönhof, Obmannstcllvcrtreter Wilhelm Sonderling, erster Schriftführer Julius Schüller, zweiter Schriftführer Ing. Schwarzbart, Kassier Kornelius Strach, Ausschußmitglicder die Frauen Gisela Swallinger und Else Schöuhof. Adolf Schallinger, Leopold Müller. Tr. Karl Sonnen selb. Gedenkfeier. Anläßlich des Samstagnachmittags-Schiurs gedachte der Maureh Zedck des Vereines Machsike Hadas des schweren Verlustes, de» das ganze Judentum durch das Hinscheiden Louis Feists in Frankfurt erlitt. Vom Tode der Priestersölme ausgehend, feierte der )Redner die Bedeutung Feists und der Agudas Jisrocl, für welche F. mit schöpferischer Kraft eingetreten war. Tiefe Organisation wäre mit dem heiligen Tempel zu vergleichen, dessen vornehmste Aufgabe es -war, die ganze Judenbeit zu umfassen und zu einigen. Obwohl die Tätigkeit des Verstorbe-, neu sich nur auf wenige Jahre erstreckt habe, so sei sie doch so umfassend und segensreich, wie die Arbeit eines langen hingebungsvollen Lebens. Verein Machsike Hadas. Sonntag den 13. d. um halb 10 Uhr vormittags findet in den Vereinslokalitäten, Adlergasse!>, die diesjährige Generalversammlung statt. Tagesordnung: Erstatinng des Rechenschafts- und Revisionsberichtes. Neuwahlen. Eventualia. Anträge müssen acht Tage vor der Generalversammlung schriftlich eingebrachi werden. Verkehret nur in Lokalen, in denen die ״Jüdische Volkssiinunc" auflicgt. Rabbiner, Kantor, Korch, ab 1. Mai, in Mnifchek, Böhm. Geh. 1200 K, freie Wohnung, liebliche Emolumente. Rabbiner. Gehalt 3000 K. Gesuche bis 15. b. Vorstand des israel. Tempel- und Kultusverciner, Wien, 2. B., Stumpergasse -12. Wiener Nachrichten Palästina judcntum. Ter ״Misrachi", Wien, veranstaltet am 10. April l. I. im Festfaale des Hotel Kontinental, 2. Bcz., Taborstraße 4, einen Vortragsabend, an welchem Se. Ehrw. Herr Nabb. Tr. Grunwald über Palästinajudeutum unter Vorführung van Lichtbildern sprechen wird. Beginn 8 Uhr. Entree 1 K\ reserv. Sitze zu 3 K (für Vereinsmiiglicdcr 2 II). Karten sind erhältlich in der Buchhandlung Schlesinger, 1. Bez., Seitenstettengasse 5, und beim Portier des Hotel Continental׳, am Vortragsabend an der Kassa. Ter Reinertrag fließt dem Gartenbau- Kolonialfond zu. der ״Jüdischen Volksbank für Mähren und Schlesien", r. G. 111. b. H., Brünn. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht des Verwaltungsrates und Vorlage des Rechnungsabschlusses. 2. Bericht des Aufsichtsratcs über die Prüfung des Rechnungsabschlusses. 3. Statutenänderung. 4. Wahl des Aufsichtsrates. 5. Ergänzungswahl des Vcrwaltbngsratcs und der Ersatzmänner. 0. Freie Anträge. Im Falle der Nichtbcschlußfähigkeit der Generalversammlung findet eine halbe Stunde später eine zweite Generalversammlung statt, die ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Mitglieder beschlußfähig ist. ' Der Berwaltungsrat. Neuheit. Neuheit. Voranzeige. Im Jüdischen Kunstu. Buch- Verlag in Brünn erscheint in einigen Tagen: Tr. Felir Kanter, Rabbinerin Zwittau, Zeitgemäße Betrachtungen zu allen Wochenabschnitten des Jahres, zweite, stark vermehrte und verbesserte Auflage. Preis 3 K. Ter gelehrte Verfasser hat sich auf homiletischem Gebiete bcrcits einen klangvollen Namen gemacht. Tics beweist auch der Umstand, daß die erste Auflage dieses Buches vollständig vergriffen und im Buchhandel nicht mehr zu haben ist. Die zweite Auflage ist sehr reichhaltig und hübsch ausgestattet. Briefkasten. Purim ist bekanntlich kein Jomtow, aber immerhin ein gutes jüdisches Fest, welches jeder Jude mitfeiern soll, auch wenn cs gerade nicht die Erinnerung an einen glücklichen Feldzug bedeutet. Des Purims und seiner Entstehung haben wir uns nicht zu schämen. Ter alte Mardechai ist nach der Charakteristik der Megilah willcnsftark und mannhaft. Esther kann sich nebei! jeder Frau sehen lassen, die in Hofkreise 1־10־ langt und die Juden in ihrer Masse haben sich tapfer ihrer zahlreichen Feinde erwehrt. Sie ha- Altar für labrzciis- XXX Eicht XXX in Alabasterguss mit Relifien עקדה uni isais darstellend, Jkünstleriseh augeführt. Schönes Ausstattungsstück. Eine Zierde jedes Zimmers. Preis von 6—9 Kronen. Wiederverkäufer erhalten hohen Rabatt. Zu beziehen A. Malik Brünn, Krona 28. Stela ”1.״";irileM ff. UM Entwürfe und Ausführungen sämtlicher Arbeiten aus der Branche Architektur, Malerei, Plastik. Tischler- und Dekorations-Arbeiten, Wojuiungs- und Lokalitäten-Einrichtungen, Grabmäler. KeinJ-ager. Alles nach Entwürfen erstklassiger Künstler. Brünn

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