Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIV (1913)
- Issue
- Heft 12 (20.3.1913)
- Date
- 1913-03-20
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2621806-2621846-2621858--2063-2623136- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Si10 1׳. ״Jüdische Bolkssti Nr. 12. verdient auch beachtet ׳,!> werden. Denn dieser scharfsinnige, originelle (Gelehrte, der eine Fülle des Materials, aus den verborgensten Duellen geschöpft, enlsprcchend zu sichten und zu verwerlen verstand, hat auch in der Art der Anlage des Registers der jüdischen Wissenschaft einen unschätzbaren Dienst geleistet. Wein es bekannt ist. wie sebr die Ramenknnde aus jener Zeit inangelbast ist, der wird es insbesondere zu schätzen wissen, was Wachstcin geleistet hat. Das Register gibt uns nicht nur durch Zusannnenstellnng der F-ainiliennainen wichtige Aufschlüsse in Betreff der Oienealogie bedeutender, durch Reichlnin. Woliltätigkeit oder ERIehrjainkeit l,ervorragender Fainilien, sondern auch durch die 'Gruppierung nach Vornamen erlangen wir einen wichtigen Beitrag zur Rameuskuude jener Feit. Bei der Stürze des Raumes, der uns zur Versügnng steht, können wir nur in ganz wenigen Feilen die Einleitung stizzieren, um zu dein wc״ eigentlichen Fivecke unserer Ausgabe, zur Besprechung des eigentlichen Wer.es übergeben zu könneu. Der Verfasser bebaiidelt im aligenieinen und geschichtliclien Teile ׳die Frage des Alters des Friedliofes gibt eine ganz eigenartige Tchil׳ dernng der Menscheii jener F,eil n. ibrer Ideale. Jede einzelne Person wird zu idenlisizieren versticht und so il>re Eiesralt, ihr Wesen und ihre Bedenlnng im Rabinen jener Feil und für die nnieriae uns lebhaft vvrgesübrt. Besonders das .Aapiie! über das Lob der Verstorbenen sei znin Rachleien enipsoblen. Der Autor gibt uns eine! Gegen Mittag bebt das Schalach-Monaus-Hcrumschicken an. Es herrscht ein reges Leben in der Gaffe. Hunderte van .Bindern schieben geschäftig hin und her, inhaltsreiche Teller, die mit schneeweißen Linnen überdeckt sind, in ihren kleinen halberfrorenen Händchen tragend. Trägt dach jeder Weg ein bis zwei Äopckcn, zuweilen nach mehr, an Trinkgeld ein und wenn man zu NN bis 10 Parteien hcrumgcgangen ist. sa hat man ein ansehnliches Sümmchen Geldes zusannnengcscharrt!.. - Und die kleinen Geschöpschen vermögen der Neugierde nicht zu wideriieben, sie Insten bedächtig die Serviette, um ivahrzunchmen, was :kleb Ehaimdcin :lieb Todres Schaladi-Monaus geschickt hatte? — Ei, wie glänzen da die bluiraten drangen aus dein Zinnteller!.Und nach drei an der ׳fahl! Und Hainantaschen, fein mit Mahn und Honig und Rosinen gefüllt und wunderschöne ,guckerivcrkslückchcn und gedörrte Pslauinen! Nur zum Siibizcn, ׳ oder so ivaS tut doch kein jüdisches Minb! Uno hört il'v dar! die .Ele-semorim .Musikanten. kam- Für klingendes Spiel dnrchschwirrt die Gasse! Und hintendrein, Hurrah! die Purimspieler! Fhrc Masten und Tominos ffud die wunderlichsten der Welt! Sie geben in die Däuser der oberen Zehntausend, dort fuhren sie ein vollständiges Stiid aus: ״tvlechiras Josef", ״Äiedas Fzdmt", ..Tavid und Goliath", ״Hachasiverath?, oder!:ost. ivas anderes aus. Und es eilen die Nachbarn mit >U!!o und L.ege! herbei, okkupieren die Tische und Bänie, um des vie.verbeißenden Unnngentlsses teilhastig zu iverden. Ter Applaus ist stürmisch, jedes Wort. jeder Tang 11>iv!> mit Begeii.ernng ausgenommen. Uber fern bin! Tort tominen auch kleine Purimspieler! Drollige Pilze, :na-.-,irt, aus einem Zuckerhuipapicr Fniamme ensiellnng über die vcrschiebencn ErabeWU-en sie sich Blue gefarmt, mit Galdpapier überklebt., der Lvbeserleilimgen für Durchsck»iltsinenscheu. \il:i& 1!״'i״t '1׳'1׳־ ihre Lcistniigen Und geringfügige? O. führende Persönlichfeile» und Gelehrte, jo. wie 'P -״: sie und trillern! Glockenhell klingen ihre bei letzteren, it'.sbeso'lbere eine Differenzierung, «t'ui'nckcii, duff cs eine Paffion ist! Ich wollt, ihr kauin der >t lasse selbst ^zn beachten in. ' | 1d'״ ihrer. Sing-Laug! VA Gon! Er würde euer Mist- Partien, wie über den Ton,!1: welchen! bas Feilen nicht finden! Denkmal gelialten ist, über bie rerschiebenartig! elbend sind.! die Purimsude iian. Ter Tisch neu Ilinschreibnngen für bas Tterben. Begraben.gedeckt, die »erzen brennen feierlich, eins keinem Bestallen, über bie vielfachen Enivgiei!,!lber'^vrde!!langen es an einen .n.albs- oder Trutbabnbratcn, die Art der Datierung inüssen wir übergeven,' P!!anmenkomp0l inio. Ach. ich gedenke meines!eueren wiewobl auch liier nebst manch Bekanntem selNJ Mütterchens, das erst vor einigen Monde» i» das Reich viel Originalität IMS entgegen,'?!;!. Ebenso in-:des ewigen Sabbats saust Iiinüverschlummertc. wie sie tereiseant sind bie Vapitel. welche bie Bestattung.!'01,0,’״ יnaeduldig auf den seligen Pater, der zur Lude bie Aitersangabe, bie Enpbemie für Lebende und Aommen sollte, warieie. Er ivar bei Neb Nechemie Pa- Verstorbene. Titulatnren iebenso lesenswert 1, bio i riwlni! ade! :»leb envrom Sdlloffer geladen. Tort wurde Zeit gewidmet sein. Hier wird 'man den ganzen ungc-!)euren ■Stoff der talmudischcn Ueberlieserung zum erskciimale nach modcrncii wiffcnschastlichen Grundsätzen geordnet und erläutert finden und dadurch erst einen Ucbcrblick.darüber bekommen — was der Talmud alles enthält. — Ohne Zweifel wird dieses Werk, indem es das gesamte Wiffen und Wollen des alten Judentums kkarlegt und die Richtlinien seiner ׳Entwicklung und sciucs Einflusses bis zur Gegenwart gibt, das wahre Verständnis des moderiten Judentums mit erschließen Helsen. Das darf um so mehr erhofft werden, als es aus streng objektivem, wiffcnschaftlichcm Standpunkte sicht und jede Tendenz ausschließt. ״Heimkehr", Effahs jüdischer Denker. Herausgcgebe» vom jüdisch-akademischeu Verein ״Emunah" in Ezeriioivitz. Verlag Louis Lamm, Berlin. Gewöhnlich sind cs Träumer, Idealisten, Wcltsrcindc und sonstige unpraktische Leute, die Bcivcgungeii inauguriercu. Erfüllt von ihren Idealen, stürmen sie vorwärts, begeistert und begeisternd, ohne sich viel um Zählen und ähnlichem .Stram zu kümmern, ohne Einwände an sich herankommen oder von Zweifeln sich beschleichen zu lasien. lind das ist gut so. Den!, wenn die Idee auch nur den kleinsten .gern Hai, wenn nur der geringste Wahrschciiilichkcitsfaktor für ihre Ausführbarkcit spricht, dann pflegt der Idealismus der Gründer, die beste Grundlage von gesunden Belvegeungen zu werde», die sicherste Gewähr für deren Zukunft. Das Leben mit seiner nüchternen ratlhen Wirklichkeit hat noch immer Zeit genug, solchen Bewegung einen Dämpfer ausznsetzen. Dann wird an dem ursprünglichen ungezügelten Wollen gefeilt und gebessert, solange bis Idee und Leben in mehr oder minder innigem Einklang stehen. Und wie all dann auch eine Bewegttiig ist, inzmer und immer wieder gibt es genug von neucin zu modeln, uinzufornicii und umzugießen» schlechtes auszujätcn, Fehlendes zu ergänzen, in sietem Utoutakt mit dem Wechsel lind den Forderungen der Zeit zu bleiben und die Grundgedanken der Bewegung präziser herauszuarbeiten, sie klarer und schärfer zu formulieren. Auch die Gründer der modernen, jüdisch-!!.,tionale» Beivegung waren Idealisten. Wes aber n.nürlieli die Beivegung nicht gehindert hat, mit ihrer Ausbreitung auch hüben und drüben aus Lportunitälsgründen uachzugeben und sich so den Forderungen deS Leve!!s iiicht zu verschließen. Das alles darf aber nicht ipraebe, äustere Fvrin ber Denkmale bebandeln. lFvrrsetznng folgt. > Purimstimmunsi. )teis an Pur!!!, und sungen.Endlich fo das Ziel verwischen, cs nicht verschwomme!t machen. :i1nck׳as-a bora gezeck׳! und G'-j z״, Gegenteil. Je iveiter, desto klarer muß sich das sicki tvascnen geben! ״Fd. Hab keinen Hunger mehr! beteuerte er. aber die Minier sprach vortvurfsvoll Zt! ilnn! Weiß: du nicht den Din? Suvas Purim leatiaenderinnerungen von Armin Wiltowitsch, Eger. )Purim!!ras ivas für Purim vorbereitet ist, muß B-euu nur!,!,seien indissere.:!-.!! Glanbcnsge-! ״uck, an Purim verspeist iverden.) Der Vater gab seinen »offen oder gar denen, die ihr Jndeinnm als ,ine. vou.oinmen zu. schtver a>.znseü.!1!e!nde Bürde ans den Schultern äch.-.cnd' '?׳er b.st'k ihr nur ein Beispiel, tvelchc Stimmung tragen, Porivürs»!radien: ..Warum entsremdet ihr i i11 »»ü’i'cn ,vollen liegt! Wir bedürfen unseres?,achuns eure Sprosse,1? Warum trägt ihr weltfremde Vars »um, um seine Sikien und Gebräuche iür uns zu Sitten und Gel״räud,e >n eure Häuser bineiu? ..." . eiutobneii! -- Hapl ibv das .,Sch'ma", ivetches uns gebietet: Und - die Mnltrl!agte, er woge! — j^-pe״ hcrauskristallisieren, desto eindeutiger und prügnantcr muß unser Wolle» seine» Ausdruck finden. Und da ist es kein Zweifel, daß zu diesem Zivecke die verschiedene», in den letzten Jahren erschienenen Sammelbücher diesbezüglich von unschätzbarein Werte tvaren. Ihnen schließt sich würdig das neueste Sammclbuch der ״Einunah", Ezernoivitz an. Auf Einzelheiten hier einieörel es e!un, .v.,!!de,1! und sprechet mit ihnen ,davon. wenn iln im Hause weilet, wenn ihr euch am Wege beiiude«, ivenn il.e schlafen gebet und ivenn ihr ausini.ei. »ui <!!! seinen Wurzrtn au■: eurrin Herzen ge-i.ie.tz' .. Und ivenn sic uns großmütig einer Ant- Eiterotur. ״Moiiuiiicnta Bcbraicn". zugehen, hat hier keinen Sinn. Schon deshalb, weil cs überflüssig iväre, hier!nieder einmal zu bemerken, daß Nathan Birnbaum (Matthias Achcr, wieder einmal in seiner kräftigen, tönenden Sprache uns ein glänzendes Essai) geschenkt hat, oder Daniel Pasmanik.... Doch ich sehe ich verfalle bald selbst in den Fehler der Einzelkritik. Und das will ich mir ersparen. Es genügt hier, die Autoren zu nennen. Daß sie uns viel des Das seinerzeit ins Stocken geratene, großangelegte I Interessante!! und Neuen ans fast allen Gebieten der Werl ivird nun von dem Lirioi,-Verlag, Gesellschaft j jüdischen Gedankenwelt vielen, bürgt ihr Name. So lvort ivn'.digen. so b.banpten iie folgendes: ״Wohl be-F >n. b. B-, in Wien mit den Herausgebern Dr. S. Funk i sind unter anderen Mitarbeiter: Univ.-Prof. L con der Tel!, und Feiertage genug, jedoch sind «Vertreter des Judentums 1, Univ.-Prof. Dr. W. A. Neu-! »ellr.cr, Ernsi Müller, Tr. Daniel Pasmanik, Nathan 'man» iVertreler des »alholizismnsl und Prof. A. stBiruvaum, 'Mar Plosenseld, Adolf Stand, Salomo» Wünsche .Vertreter des Protestantismus) unter Mit- J Schiller. Martin Bnbcr, Davis Trictsch, Ignaz Schip- Wirkling zahlreicher Fachgelehrter, von denen Tr. Berg-l per, S. Rappaport l!. a. IUH',1 diele!. ide, nicht dazu angetan, nnsere Binder zu bc- .:einer:!, iroln׳ und lebens.iiiiieiidc Stinnnnng in ihre zorun De,zchen zu bringen: es fehlt ihnen eben der Limior und »',!vrienschein!" ('>10111» mir! Euch bleuden ein ,Irrlicht ihr befind.t euch auf falscher Fährte! Das ir.״,,) הg: Begeisterung ans der Eltern Augen, ein ivacmer Baust, aus ihrem Mnitdc entzündet ihr leichtansslackerade- .Berzch.» und die schlichteste Ansgeitaltung der Fest-Feierlage reich! vollkommen ans, um sie v,׳; der stlugüd erhaben zu finden, denn ihr kritischer Sinn ist eben noch!׳idn allzu sebr ausgeprägt. Alu in and, liniere Feile enivebren des reichen, bellen Gianzes nid»! Es sei mir gestatte!, eine wiuzige Skizze ans dem tzeben und Treiben der Indenbeit eines rnsiisdien Siädldiens an! Purim zu entiverfeli: Am Porabend des Purimscstes. Man ging i» den Tempel. Die ״Großen" batten selbstverftäiidlick den ganzen Tag getastet. .Fasttag Esther.) Der Megilla- Vorleser ivuiei sid, mit der Detlaniatio», aus daß die Gemeinde zum ..Anbeißen" tömint, allein die Jugend ersdiwerl den Fortgang der Vorlesung: -o oft der mann .Berlin>, Pros. Dr. Berkowicz .Bielitz), Pros. Dr. Blau 1 Budapest >, Dr. Brodetzkp (London). Pros. Dr. Elbogen .Berlin!, Dr. Gandz .Wien., Prof. Dr. Was diese Ll.änner, die in iiational-jüdisdic» und zionistjsdicn .streisen sidi längst?lueekennnilg nnd Ad)- tung errungc» haben, hier geben, iit Sie Frucht reifen .Eraus!Wien», Prof. ~,. Gnttmann, Budapest, Pros. Denkens und wird viel zu einer Vertiefung der Pro- Dr. Nenmark ׳Eineinati,. Sanitätsrat Tr. Preuß lBcr-!^,,^. füt,rc׳״ üie von ״ns Ant.vort heischen, lin., g.1. »hon ,.st'atan! besonocr» genannl seien, fori-! <nr^s die einzelnen Autoren in der ״Heimkehr" als ..... . j Ergebnis ihrer eingchenden Studien bieten, verdient Funüdtst sollen die ״Monnmenta »atmudica >dcr-^j^,^.^ ,nieder gelesen und weiter verbreitet zu ers.e in sid) völlig selbständige »eil des Gesamilinter-! ,werden. Wer aus dein Laufenden bleiben lvill, muß ncbinens. erscheinen und, wie wir von der stledaktion erfahren, wird der erste von S. Funk verfaßte Band: ..Bibel und Babel", welcher, den lnltlirbisiorisdien Untcrgriind des talmiidisdien Zeitalters nnd Wellbild und dieses Bnd) gelesen haben. Es wäre nur zu wünschen. daß unsere jüdischen Srudentciivereine sid) das Muster der ״Em!!!1ah" zum Vorbild nehmen und ebenfalls die! Ausgabe lchcr Sammelbiichcr veranstalten sollen. Denn Weltansdiannng de-,׳ alten Judentums cntwilkclt, durch unsere Studentenvercinc sind zu dieser Arbeit :chlußheft komplett ein demnädiji herausrommeude iverden. Ihm ivird das erste Best des zweiten Bandes über den Gegenstand ״tziedit" .von S. Gandz. aus dem Fuße folge». Name Haina» er.vädnt ivird, setzen die!liatscher und! gensatze .Ealiioties .ein »lape..oerl, ans Holzbrettchen nnd Hämmerdien bergestellt. ein, es ivird and) mit den Füßen derb gesiammpf! nnd der Sd.amines bat vollauf zu tun, ui» den Beidenspeklakel ein Bali! zu gebieten. Dieselbe Jubel- und Lärinszene spiel! sidi aud. ivährend der Morgenvorlesnng ab. Tiefer Band wird das schwierige und im Geznm römischen Rcchie uod) wenig bekannte besonders berufen. Das iväre ein Arbeitfeld, das lvirklief) der Mühe wert ist. Wien, im Februar l!)Vi. A. E. Reiner. Gebiet talmudisdier Gesetzgebung und Rcchtsschöpsung behandeln und den Juristen, Rcd)tshisl0rikcrn. Soziologen'und Staatsmännern locrtvollc Einblicke gestatten. Die!veitcren Bände .im ganzen sind ti geplant) werden der Theologie, den Volksüberliescruiigeu, der (tzcschichtc und dein profanen Wipen der talmudischcn' ״ Sternhofi bestes aller Bitterwässer. Achtung auf den kleinen Ameiger! [X