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Jüdische Volksstimme · 1913-02-20 · Heft 8 (20.2.1913) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 8 (20.2.1913)
Date
1913-02-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6. ״Jüdische 8olkSsti««e." Nr 8. wir unaufhörlich fragen sollte, was dazu die Gojim sagen? Leider sind neun Zehntel der jüdischen Wissenfckaft im abendländischen Judentum nur für die Gojim &a• crnrr. כ״ ה*א חבמתבם Das ist euere vielgepriesene Wissenschaftlichkeit, mit der ihr herumflunkcrt *ל<נ vor den Äugen der Völker — 1uobci aber das jüdische Volk leer ausgelieii muß. Also mehr jüdisches Gefühl für das positive Judentum und weniger nachbetendc gojischc Wissenschaftlichkeit! Scmlin. Tr. U r b a ch. sonders das Ritualinordmärchen pflegte, hat als Tagblatt sein Erscheinen eingestellt und wird bloß als Wochenblatt wcitcrgcführt. Es scheint also, als ob gewissenlose Hetzereien doch nicht inehr ihren Äiann ernähren können. Prag. ״Jüdischnationalc akad.-tcchn. Verbindung Barissia im ft. P. B." Das Stiftungsfest des 20. Sem. findet vom 23. bis 2ö. März d. I. statt. Die Chargenwählen für das Sommcrsemcsier hatten solgncdes Ergebnis: I. U. C. Cito Stern, Präses, ing. cand. Ernst Strotz, Vizcpräscs, jur Walter Spitz, Schriftführer. Humpolctz. Tic hiesige ftultusgcmcindercpräsentanz hat den ivegen seines Wohltätigkeitssinncs bcstbekannten Grotzindustriellen, Herrn Hermann Beck, Seniorches der Firma Wilhelm Beck und Söhne, k. u. k. Hoflieferanten, Wien, 8. Bez., Langcgasse l, und der Tuchfabrikssirma Emmerich Titu, Humpolctz, cinstimmig zum Ehrenmitglied ernant. Biclitz. Zionistischer Verein ״Hafchachar". Vergangenen Sonntag fand im Festsaale der israelitischen ftultusgenieinde der Vortrag des Herrn Prof. Tr. Michael Bcrkovicz über ״Palästina in Tage und Sprichwort" statt. Ein zahlreiches Publikum ans allen ft reisen der jüdischen Gesellschaft war erschienen und füllt den Saal bis auf das letzte Plätzchen. Herr Prof. Bcrkovicz, der sich als Vortragender bereits allgemeine Sympathien errungen hat, verstand es wieder, das Interesse des Auditoriums durch seine vortrefflichen Ausführungen vollauf zu lohnen. An -Hand zahlreicher Zitate zeigte er, wie sehr sich das jüdische Volk zu allen Zeiten mit Palävergeßlichen ftullusworstehers Herrn Jakob G.^'nas Geschick verbunden fühlte, und schloß mit Mutzers. A. versammelten sich am Vorabende des dem bekannten Schwure unserer Vorfahren nu 4. Adar im hiesigen Teinpel die Trauerfamilie, NIEDERLÄNDISCHE LEBENSVERSICHERUNGS-GESELL- :: SCHAFT, WIEN, I., ASPERNPLATZ 1. Im eigenen Palais. — Versichertes Krpital cirka 400 Millionen Reserven ci.ka 116 Millionen Kronen. — Billigste Tante, Mitaibeilcr werden Überall gesucht. — Unser neuester Tarif mit 5% jiibrlich fallender garantierter P'äroie, Generalagentur für Wien, I., Aspitnplatz 1, Leiter David Nebenzahl. Sub. Diitktion für Prag, Ferdinand srr. 20. neu, Leiier Roben Gerstel Sub. Direktion für Lemberg, Szajnooha 3, Leiter Lobt Taubes. Hauptagentur fUr Brünn, Wawrastrasse 10. Leiter: Samuel Reiniger. eftorrciptm denken. Groß-Mcscritsch. Anläßlich des ersten Jahrzeitstages unseres, nach 4<>jährigen1 scgensreichen Wirken im Vorjahre dahingeschiedenen 1m der Vorstand und sämtliche Mitglieder dieser Gemeinde — Männer und Frauen -- sowie viele Honoratioren aus der politischen Stadtgemcinde. deren Vertretung der sei. Verblichene chwure unserer Vorfahr Babylonischen Erile: ״Wenn ich Deiner vergesse, Jerusalem, versage meine Rechte!" Berlin. Rach dem Erscheinen des Buches der ehemaligen Polizeiassistentin Henr. Arendt ״ftleine weiße Sklaven" wurde der hiesige,israeangehört hatte. Rach Vortrag des Abendgebetes! litische Frauenbund von verschiedenster, auch von und eines Trancrpsalmcs mit Chorbcglcirung! christlicher Seite, ans die darin erwähnten Fälle hielt Obcrkantor Steiner vor offener Bundes-> jüdischer ftindcr hingewiesen, für die angeblich lade im Namen der Gemeinde ein Seelenheilvon keiner jüdischen Institution Hilfe zu crlangebet für den sel. Tahingeschiedencn, das alle Anwesenden mächtig ergriff. Hierauf folgte der ner darauf aufmerksam gemacht, daß Henriette Chorgcsang ״Seele, was betrübst Tu Dich", so, Arendt die Bilder der jüdischen ftiuder als An- Chorgcsang wie das 77;7 ״׳!n״r: und ftaddischgebet,^wo mit die Trauerandacht beendet war. Den Traditioncn des teueren Verblichenen getreu, hat die Trauerfainilie die Trtsarmen aus obigem Anlasse reichlich bedacht. I. St. Llmüli. Obwohl die hiesige k. k. Staalsbahndirelan Schüler ertitätzigle Fahrkarten bewilligt, weigerte jie sich, einem jüdischen Acligionslchrcr, dessen Gesuch von den politischen Behörden ivärmstcnS befürworter wurde, eine Ermätzigung zu bewilligen. Ob die Direk- Itou auch den katholischen Lehrern die F-ahrteucrmäszigung nicht erteilt, ist fraglich. Ung.-Brod. Der Gesaugvereitt ״Hazomit" in llng.- Brod veranstaltete am 0. Februar l. F. seinen ersten Uuterhaltuugsabeud, der einen in jeder Beziehung glänzenden Verlauf nahm. Tic Einleitung des Abends erfolgte durch einen von Friv Brammer verfatzten und vorgeiragencn Prolog, woraus zwei gelungene Einakter folgten, durchwegs von Mitgliedern des Vereines in wirkungsvollster Weise dargestellt. Ilm die Regie des Theaters machte sich Miglied Herr Tr. M. Weil, der seine grolle besonders treffend dariielltc, in liebcnswürdiger Weife verdient. Hierauf folgten in angenehmer Abwechslung gemischte Eböre!besonders schön präsentierte sich Tr. Ant. Dvorzats ״Wiegenlied", 0!. Schuhmanns ״,schön :liottraut" und der ״Abendchor" aus ftonrad ftreutzcrs Cper: Das Nachtlager von Granada!, dann kamen Sologesänge und Duette von Mendelssohn und andere, welche von dem unermüdlichen Eltormcister Herrn Ebertantor Ar. ftörner rinstndicrt und unter dessen Personlicher Leitung überaus schön vorgetragen wurden. Die Lotalitäten waren bis auf das letzte Plätzchen gestillt und vereinigten sämtliche Schichten der hiesigen jüdischen Bevöliernng, welche die Darbietungen mit lohnenstverter Ancrlennung begleiteten. Ter Verein, dessen Gründung der vevarrlicheu Tätigtcit seines wackeren Lvmannstellvertreters Herrn Leopold Schind-!er zu danken in, hat sich zur Ausgabe gestellt, in der ll.-Broder Fudeufchaft, speziell aber in der jüd. Fugend das Fnterestc kür die Musik zu wecken und zu pflegen und gleiebz. itig die Geselligkeit der Broder Fudengcnteinde zu fördern. Dieses :fiel, dem besonders der Genannte mit unermüdlicher t'lnsdauer in nahezu aufreibender Tätigieit entgcgenitrebte und zu dessen Erreichen jener durch kraftvolle Mitivirkung in hohertt Matze beitrug, ist nunmehr in zufriedenstellendster Weise erreicht. Prag. Das antifemiliftche .Hetzblatt ״Vek", welches in Prag als Tagblatt erschien und begen wäre. Ter Jüdische Frauenbund wurde fersichtskarte vervielfältigen ließ, die sie zur Erlaugung von Geldmitteln in jüdischen Kreisen verbreitet. Der Jüdische Frauenbund hat sich bemüht, authentisches Material über die jüdischen Fälle zu erhalten, was ihm bisher leider nicht gelungen ist. Trotzdem setzt der Jüdische Frauenbnnd seine Bemühungen in dieser Richtung fort, um nötigfalls helfend einzugreifen. R. S. A n m e r f 1111 <1 d e r R c d a k t i 0 n. Es handelt sich in diesem Falle um die Behandlung der jüdischn unehelichen ftiuder in G a l i z i e n, in welcher Angelegenheit der Jüdische Frauenbund sich auch an die ״Altgem. Zeitung des Indcntums (vgl. ״Gcmeindebote" 1R'r. 3j direkt gewendet hat. Wir bemerken dazu, daß die Initiative zu dieser Aktion von der ״Jüdischen Volksstimme" ausging. Schon im Jahre 11 )11 brachte die ״Jüdische Volksstimme" einen Artikel, betitelt ״Jüdische ft.inder in christlicher Pflege", vom bekannten Schriftsteller und gelehrten Rabbiner Dr. Felir Kanter in Zwitiau. Gleich nach dem Erscheinen des Atendtschcn Bnches brachte die ״Jüdische Volksstimme" von demselben Autor einen zweiten Artikel über dieselbe Angelegenheit. Es freut uns nun, kvnstatieren zu können, daß die Anregung unseres Blattes und unseres geschätzten Mitarbeiters endlich auf fruchtbaren Boden fiel — in Berlin und leider nicht in Wien. Madrid. Spanische Leitungen veröffentlichen Aufrufe, in welchen das spanische Volk anfgcfordert wird, den jüdischen Landsleuten in Saloniki, die von den Griechen viel zu leiden haben, hilfreich beizitstehcit. Vroklin. Der hier ein halbes Fahrhundert fein Amt ansübende Rabbiner Svrösenberg ist im 75. Lebensjahre gestorben. Er war das Oberhaupt der orthodenen Gemeinde fteser Thora und der Begründer einer Feschibalt und der Talmudtbora. die über 999 Schüler zählt. Lodz. Hier wurde ein.Verein Belh Lechen gegründet, der den Zweck bat, in Palästina Grund und Boden zu kaufen, um fromme Fuden dort ansässig zu machen. Es tverden hier Vorbereitungen getroffen, das Mjährige Schriftftellcrjubiläum des hebräischen Schriftstellers David Frischmann feierlich zu begehen. Petersburg. Dieser Tage fand hier eine Versamlung der Gesellschaft z1.׳r Förderung der Hygiene nntcr den russische» Fuden -unter Vorsitz des Tr. S. Braunseid iiatt. Aus Grund statistischer Samiitlungen ivurdc nacktgeniiesen, datz die hygienischen Verhältnisse der Juden insbesondere der jüdischen Kinder furchtbare sind. Es wurde ein Beschluß gefaßt, alle Hebel in Bewcgung zu setzen und Abhilfe zu schaffen. Petersburg- Die jüdischen Dumadeputierten erhielten wegen Ihres passibcn Verhaltens in Angelegenheit der zahlreichen Ausweisungen ans dem Wolliner Gouvernement und der Regtstrationsbüchel für jüdische ftaufleute Protcftzuschriften. Jüdisch-volkliche Gedenktage. 13. bis 20. Adar I. .13.5328 ftarb in Krakau R. Israel Jsserl, Vater des ״Nmo". 14.5030 starb in Warschau der Rabbiner N. Berisch Meisl, früher in Krakau. 15. 5432 starb der Verfasser des ״Mögen Atvrohom", R. Abraham Abele Gumbiner. 10.5070 starb in Frankfurt a. M. der vielstefeierte und angesehene Rabbiner Dr. Markus Horowitz. 17. 5043 starb in Krakau der Obcrrabbiner und geweseneNeichsratsabgeordnete Simon Schreiber, Sohn des ״Chassain-Soser". 18.5531 starb in Hamburg der dortige scharfsinnige Oberrabbiner R. David Berlin. >0.5337 starb in Amsterdam der berühmte jüdifchc Philosoph Baruch Benedikt Spi- 1105a. 20.5378 wurde den Juden in Worms und Frankfurt a. M. die Wiedernieder- - lassung daselbst gestattet (״Purim- Vinzenz"). Dr. Rudolf Ratlwllcky ge«. Lette, de, Ledttg.Hvleil»«g de,r»»deru,snUenLntt»U «od«: keile yeräinandsgasse uttd 30banne$ga$$e <.R0m ordiniert tZglicd 2 מסס dir 4 Ob, nachm. Jenuprecher Nr. 803. ®fteater-JtuudJehuu. Repertoire. Mittwöch den 19. Februar, 131. A.-V., 3. S. gelb: ״Die schöne Helena". Donnerstag den 20. Februar, 4. volkstüml. S.-B.: ״Der Erbförster". Freitag den 21. Februar, 132. A.-V., 4. S. braun: ״Der Frechling". Samstag den 22. Februar, 42. S.-V., 2. S. rot: ״Gabriel Schillings Flucht" iErjtaufs., Gastspül der Wiener Volksbühne). Sonntag det; 23. Februar (nachm.): ״Prinz Methusalem". ״Tie schöne Helena" in der Rciithardtschcn Neubearbtciung zum erstenmal aujgeführt am 15. Februar 1913. Die Musik ist noch immer die alte: aber der Text....! Es ist geradezu eine Parodie auf die cigcntliche ״schöne Helena". Aber die Zeiten ändern sich. Ich habe die Aufführung schon in Wien in der Besetzung des ftünstlerthcatcrs gesehen, aber im Vergleich genoinmen, war cs eine mustergültige Aufführung. Nur die Pausen sollten etwas kürzer sein. Herr T r a m e r hat sehr gute Bühnendilder geschaffen, am besten das erste und zweite Bild. Das Hüpfen der Achillcsstatuc müßte auch besser gemacht werden, damit es natürlicher aussicht. Im großen und ganzen war cs ein voller Erfolg. Allen voran sei die Helena des Frl. Münz genannt. Sie stand sowohl gesanglich als auch darstellerisch auf voller künstlerischer Höhe. Neben ihr der Parts des Herrn Pietsch; dann der ftalchas des Herrn Fleischmann. Eine Glanzleistung des Mcnclaus des Herrn Heinrich. Der bloße Anblick genügte, um schon lachen zu müsien. Es wäre zu auch wünschen. Herrn Heinrich wieder einmal im Volksstück zu beschäftigen, denn wir haben ja schon gesehen, was er da leisten kann. Dann die beiden Ajaxc des Herrn Litzck und Pachmann. Frl. Zicrlcr freut sich, ihre Gestalt zeigen zu können. Auch der Philokotnes des Herrn Eisncr sei nicht unermähnt. Mit großer Umsicht dirigierte der tüchtige Herr Heller. Hugo Gold. 1913 Wocheukalender 5673. אדקי ראשי Febr. Festtage דיפטרז*. M 19 טוק״ל D *w 20 a טז 21 1 Kiein-Purim פוריט קטן ני תשא e יז 22 ויה* ימיש דבי- S טז 23 M יו 24 D ירו 25 M יט 26 i D 2 27 1 F נא 28 ויקהל | .וישלח הטלך E -- 29 שלטה 1

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