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Jüdische Volksstimme · 1913-02-13 · Heft 7 (13.2.1913) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 7 (13.2.1913)
Date
1913-02-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6. ״Jüdische 8olk»sti««e." Nr? 7 Pctach Tikwah, Palästina. Die bereits cröffncte ״Wirtschaftliche Mädchenschule", ivclchc das Frankfurter Frauentoniiice ariianisiertc, wird demnächst eine Ableilung für Milchivirtschafj eröffnen. Nvnstantinopcl. Der ״Zschcn Türk" meldet, das; Herr iVifiin Efendi Mazliach als Laudnnrtschaftsmininer in das neue .stabiuelt berufen tverdcn ivird. Nisiin Efsendi Mazliach war Deputierter van Smyrna und ist einer der vekannien Führer der Funglürken. Er war auch seinerzeit der einzige jüdische Verteidiger des Fionismus ini türkischen Parlament. Vl>ita»v. Der Philantrop Herr Julius Roscnwald spendete der phpstkalischen Universität üä.OliO Dollar. Das in die gröhle Lehranstalt der südlichen Staaten Vardamerita-:-. Newport. ',In dem hiesigen Schneiderstreik »ahmen «10.000 jüdische Schneider teil. Ter hier beslbckanntc Publizist und Nlietariler Tr. Ehaim Sitlatvski feierte sein .׳,!«jähriges SchriftilcUcrjubiläum, de' welcher Oie-!egenheil die Sympatbieil der weitesten Al reif e für dieseu berültiuien Mann zum Ausdruck gelangten. Mtecatur. Atphons Ezentesn: Der Talmud. Preis ä Mark. Var einigen Wachen kam mir dieses Buch zur Hand. Das grostsprechcrische Titelblatt und die ctivas stark ״aufgemachlc" Einleitung verlockten mich, hineinzuselten. Der erste Blick schon zeigte mir eklatante Irrlümcr und ganz auffällig unrichtig wiedcrgcgcbcnc Stellen. Dach ich glaubte, cs mit einem ernsten Wissenschastler zu tun zu,haben, den man im Interesse seiner guigenieinten Bemühung auf seine Fehler aufmerksam inacheu könne und blätterte weiter. Doch sehr bald erkannte ich, >ves Geistes Mint! der Verfasser ist. Sein Buch ist eine an F-älschnngen überreiche Arbeit mit assensichtlicher antisemitischer Tendenz. Fch hielt es nunmcbr unter meiner Würde, mich mit einem solchen Machivcrk voll krasser Frrtümer und Fälschungen abzugebcn. Erst die mnrllschrcierischc Anpreisung des Perlegerein der ״M. N. N." «2. 1t. Vorabcndbl.« als eine ״treffliche" und ״vcrlästlichc" Ausgabe, die ״gut und schnell" in das Wesen des Talmuds einsührr, lieh mich befürchten, das; mancher ehrlich Strebende ein Lpfcr dieser Täuschung ivird. Es sei deshalb öffentlich kanfintiert, das; das Buch lediglich es» trauriger Beweis für die volltammciisic Iliuvisscnheit seines Verfassers «ruf diesem Gebiete ist. Es ist keine Ueberschung des Talmuds, nur eine kleine ungeschickte systemlose F11saminenslellung einzelner Auszüge. Selbst die liebersenn»g der cinsachstcn Worte scheint er sich in siümpcr- Hafter Weise aus dem Wörterbuch geholt zu haben. Sa überseht er in Berachath: 02 b. Nifsetay chamath barsel: ״die eiserne Wand wurde durchbrachen", anstatt: es trennte eine eiserne Wand. Wahrscheinlich fand er das Verbum ״pesat" im Lepikon überseht mit ״schneiden". Als Beispiel für seine graben Fälschungen vergleiche dort 05, b: aktiim arum, wo aus den ersten Blick ersichtlich ist, dah dem Verfasser jedes Versläudnis des Fnhalls abgeht, und das; er nur seiner autisemilischen Tendenz Oienüge zn lcisien bemüht war. Fehler und Eitlstellungen ähnliche» .tlalibcrs sind aus Schritt und Tritt iiachzulveiscn. Heidelberg Dr. Saul Ol i l e l s o h n. Tlreater-^iunll^cliau. Tliraternachricht. Für Samstag ivird die erste Ausführung ״Die schöne Heieua" van F. Tssenbach nach Mittler der .׳>lei»hardlfche.n Bearbeitung, die in Münche» und Berlin sensalioiiell!virile, vorbereitet. Fu die- «etil Bebufe ivurde das Wert mit neuen Dekorationen und NvUtiihcii ansgeilallet. Die graste Fahl der nach nicht abgespielten und der nach in dieser Spielzeit zur Aufsührung gelangenden Aenheiten lästl es ailsgeschlossen erscheinen, das; üc in allen vier Abonnements- «erieii iviederbatt iverden. Tie Direttian mach! darnm nachinals anfinerlsam, das; die Neiiheiicii in jener Serie, in ivelckier sie int Ansterabanneinenl ersettienen. nicht mehr gegeb-.n werden düriten, weshalb auch den Abanneien das Vorranssrech! zu Abannemeiitspreisen zunehl. Verpackitniig des Ttadttliraters in Miihr.-Tftrau. Am Fänue-r hielt der dariige Oleineinderai eine Sivniig ab, in der die Vergebung des bierarligen Stadtllieaiers auf der Tagesordnung iiand. Ter Olenieinderat beschlost mit -«> gegen :: Slinitnen, ivelckie ans den '-tlagensur.er Dir.;«lichter entiiele», das Stadltheater in Anerteiinung der vorzüglichen tüiisilerischen Leist»»- gen. dem bisherigen Direktor des Sladllhealers, Heee» Wilhelm Papp für die nächste» drei Fahre neuerdings zu verpachten. Dem bekannten verdienstvollen. Theaterleiter Karl Richter, wurde die Direktion des Stadttheater in Bielitz auf drei Fahre übertragen. Derselbe ist ein Bruder unseres beliebte» Kamikcrs Heinrich. ״Ter Frechling". Zum erstenmal am 0. Februar 1010. Dperctte in drei Akten Text von Fritz Grünbaum und Heinz Reichert. Musik von Charles Wcinbergcr. Das Buch ist äußerst lustig geschrieben, die Musik ein bistchen ins Dpernhaitc. Einzelne Nummer sind besonders hübsch, so dah Heinzelmännchcn-Tuctt, dann Adam und Eva und das komische Terzett im dritten Akt, tvclchc auf stürmischen Beifall ivicdcrholt werden mutzten. Tie Mitwirkcndcn vcrhalscn der Lperctte zu einem grostcn Erfolg. Allen voran sei Herr Litzek als Frechling genannt. Er entledigte sich dieser Rolle sowohl darsicllcrisch als auch gesanglich sehr gut. Eine gelungene Figur schuf Herr Pietsch als schüchterner Bill. Ferner die tanzlustige arme Fanczy des Frl. Zicrlcr und die reiche Mapdc des Frl. Münz. Ausgezeichnet wie immer Herr Heinrich als englischer Lord. Das ivar eine Leislung im besten Lperettenstil, ferner der Fabrikant des Herrn Flcischmann, der Burcalidiener des Herrn Reitter und der Bureauvorstand des Herrn Moser. Hervorragcnd tvar wieder Frau Wiesner soivohl im Spiel als auch der Kleidung. Nicht uncrivähnt sei die Regie des Herrn Trainer, welcher drei prächtige Bühnenbilder schlls; dann sei die musikalische Leitung des Herrn Heller äußerst lobend hervorgchoben. Es gab viele Hervorruse und Wiederholungen. Hugo Gold. Repertoire. Mitttvoch den 12. Februar, 120. A.-V., 1 S. grün: ״Die Zarin". Donnerstag den 10. Februar, 0. voltst. T.-V-: ״Tristan und Isolde". Freitag den 1-l. Februar. 127. A.V., 0. S.gclb: ״Tic Hydra". Samstag de!l 1ä. Februar, 107. S.-V. 1. S. grün: ״Die schöne Helena״ «Neubearbeitung«. Sonntag den 10. Februar, 0«>. N.-V.: ״Der Frechling", abends: ״Der Dummkops" 1 Erstaufführung >. Me?. I. Empfänger werden dringendst behufs Vermeidung der Postauftragsspesen um gefl. sofortige Bezahlung des Abonnementsbetrages ersucht. Die Administration. Münzkrisis in Jerusalem. verlangte stürmisch, daß man ihr für ihre Metalliks zu dem bisher üblichen Preis Brot verkaufe. Tie Erklärung des Griechen, daß er dies nicht tun könne, da der Metallik jetzt bloß ein Drittel des früheren Wertes repräsentierte und überhaupt schwer anzubringen sei, machte auf die von Hunger gequälten Menschen naturgemäß keinen Eindruck. Als der Ladcninhaber Miene machte, die Polizei zu Hilfe zu rufen, stürmte die Menge den Laden und Plünderte ihn bis auf das letzte Brot aus. Ta die Bemühungen der Lokalregierung, den Metallik in scinne früheren Kurs wieder einzu fetzen, nichts fruchteten, sahen sich die führenden jüdischen Kreise, die zionistische Anglo-Palestine Company, der Vertreter der I. C. A. in Jerusalem, die Vertretung des Hilfsvereines nsw. genötigt, auf eigene Rechnung eine!:Rotstandsaktion cinzuleitcn. Ties geschah zunächst in der Weise, das; man auf Kosten der jüdischen Gemeinfchaft täglich 5,000 Brote backen ließ, die an die Bedürftigen, ohne Unterschied der Nation«- lität und des Bekenntnisses, gegen Entrichtung des Preises in Mctalliks laut dem früheren Kurse verkauft wurden. Die armen Fellachen erkennen dankbar die Wohltätigkeit der Juden an, die leider von keiner anderen Leite nachgeahmt wurde. Auch der neue Gouverneur von Jerusalern hat in einem Gespräche mit dem bekannten hebräischen Lerikographen und Schriftsteller Elieser Bcn-Jehuda seiner Anerkennung für die Leistungen und die Opferwilligkeit der Juden in dieser kritischen Zeit Ausdruck gegeben. Unsere Leser und Mitarbeiter, die ein Intcrsse an der weitesten Verbreitung der ״Jüd. Volksstimme" haben, werden gebeten, diesbezügliche Vorschläge, Anregungen nsw. uns bekannt zu geben. Die Herausgeberschast wird keine Mittel unversucht lassen, um durchführbare Anregungeu der Verwirklichung zuzuführen. Ver Verlag der ״Jüd. Völksstimmc." Erklärung. Herr M. Heller ist nicht mehr Inkassant des Ganz unerwartet ist in Jerusalem eine neue, eigenartige Rrisis ausgebrochen, die recht bedeutliche Formen angenommen bat. .Ter Metalik, eine kleine Münze, die bisher etwa l'/״ Pfennig wert war, ist mit einem Male nahezu völlig entströmten ungeheuere Mengen von Metalliks, die lik die verbreitetste Scheidemünze ist. suchte nun durch Vermittlung einer Jerusalemer (nicht- Kaufhäuser, Banken nsw. die Annahme der Metalliks verweigerten. Tamil aber war die Krisis ansgebrochen, denn der kleine Mann, dessen gauzer Geldvorrat in Metalliks besteht, sah sich mit einem Schlage seiner gesamten Barschaft gleichsam beraubt, da inan ihm für seine Metalliks nichts mehr verkaufen wollte. Im Verlaufe weinger Tage gestalteten stch diese Zustände geradezu zu einer Katastrophe. Viele Geschäfte wurden geschlossen. Tie meisten Bäckereien stellten den Betrieb ein, damit für ihre Backware keine Metalliks eiitgegennehme» zu müssen. Hunderte Familien litten -Hunger, da sie für ihre Metalliks nichts kaufen konnten. Unter den Fellachen, die in der ccladt ihr Mehl oder Brot einkanfen und die jetzt ebenfalls nichts bekommen koiinken, brachen Unruhen ans. Es kam ui argen Ausschreitungen, die mitunter der Tragikomik nicht entbehrten. So passierte es einem hochherzigen Moslim, der unter den Hungerleidenden 1r> Säcke Reis unentgeltlich verteilen ließ, daß er von denen, für die diese Spende nicht ansreichte, regelrecht verprügelt wurde. Es half ihm auch nicht der Hinweis, daß die anderen Kauflente noch gar nichts gespendet hatten und daß er allein unmöglich alle Hnngernden ernähreii könne. Vor dem Laden eines griechischen Bäckers sammelte sich eine große Menschenmenge an und Vereines ״Machsike Hadas." Der Vercinsvorstand 1913 Wochenkalender 5673. j3ebr.| Festtage הפטרה M r, 12 | D תענית שובבים רדתו 13 F * 14 1 S S 'א תעיד,! 15 16 אזה בן אדב Sc 17 D י: 18 M •יך־ 19!, D טו "ק״ץ 20 F טו Klein-Purim קטזן 21 כ• תשא! 22 1 S י זידז־ ינום דב־ב 11 MiiBiirHirri דדד־ן־ד i Sternhof I bestes aller Bitterwässer. Röntgen-Institut" Durchleuchtungen »er Brust uu» Banch eiugeweide. Photographien bei UtchM- Verletzungen, Gelenksu. Knschenkrankheite«. Heilbehandlung bei verschiedene» chro» nischeu Krankheiten. S-eziatarzt Ar. Augen Aodorr, »riinn, Großer Platz 3, (Bankhau» $alftw) Leleptzo» 1444 (iKtcmtow). ,FLÄUMIN" rt!1 Monatsbinden für Damen mit 3 waschbaren Reserveeinlageu sein bequem zum Tragen perl Stück 4 Kronen. Versendet diskret, gegen Nachnahme nur die Firma R. Mares, Brünn, Minoritengasse Nr. 12.

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