Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIII (1912)
- Issue
- Heft 36 (12.12.1912)
- Date
- 1912-12-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2621806-2621807-2621843--1863-2622936- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 6. ״Jüdische Bolksstimme." Nr. 36 Kultuswie politischen Gemeinde, des Ortsschulrates. jüdische Jntercsien gibt es nirgends einen Raum, der Lchrcrschast und des Gesanpvcrcsncs, ferner eine auch nicht mit einer Silbe erwähnten sie diese Deputation der .Kultusflcmcindc Lundcnburg, bestehend Schandtat. aus dem Kultusvorstehcr Herrn Holländer, dem Heri! > Bodcnbach. Wie alljährlich fand auch Heuer -vcrkanwr Goldenbcrg. dem Lbmannc des Tcmvclein Chanuka-Kindcrfest in unserer Gemeinde cliorcs, Herr Roger, ncl'sl einem Männcrquartert. statt. Dem Prolog folgte ein Tendenzstück: :׳:ach Eintreffen des Hochzcitszugcs intonierte unter ״Hanna und ihre sieben Söhne", ferner ein Obcrkantor Herr M. Fuchs das Mah tobu und das E Singspiel für Knaben, Salonorchestcrstück, vor- Ucbcrrafchung. Unser chrw. Herr Rabbiner ׳ Slößlcr richtete an den Bräutigam eine klassisch he-׳ dänische A!!spräche, in der er ans geistvolle Weise seinem Siudicn- und AmiSkollcgen ausrichligc Segenswünsche unterbreitete. Tie wenigen, die ihn verstanden, waren vockerfreut, daß unsere HI. Sprache bei solch passender Gelegenheit zu ihrem Rechte kam, aber auch die anderen tonnten sich vor dem unvergleichlichen Wohlklange des Hebräischen überzeugen. Hieraus folgte erst eine tiefsinnige dctilsche Trauungsrcdc, die iu geistreicher Anlehnnng an den Wochcnabschnitt den idealen Beruf des Rabbiners der Gegenwart und die dadurch erhöhten Aufgaben seiner Frau in schwungvollen Worten erörterte. Den gesanglichen Teil crclutiertc Herr Lbcrtantor Fuchs in gewohnt ereilter Weise, begleitet vom Dcmpelchor, der zum Schlüsse ein deutsches Lied vort!ug. — Das Festmahl, welches die engsten Freunde der beiden Familien sowie die osfizicllcn Deputationen vereinigte, verlies in äußerst gemütlicher, anregender Stimmung. Ernste Tischreden wurden von heiteren abgelöst und inzwjschen kürzte das Männcrquartett des Lnndeiiburgcr Tempelchores durch seine Darbietungen dir Feit. Es toaslierten Herr Kuttusvorstchcr Holländer, der die Braut namens der Gemeinde herzlichst will׳ kommen hieß, Herr Roger namens des Tcmpelchorcs, Herr Hberiantor Goldenbcrg namens der Kullnsange-! stellten ans den Bräutigam, Herr Bürgermeister Freund *!Trebitsch! aus die Brau!elteru, Herr Weisel auf die Eltern des Bräutigams, Frau Freund aus die Damen, stimmt hatten, bildeten den Schluß des gclunae neu Festes. Am Abend fand ein Tanzkränzchen für die erwachsene Jugend statt. Die Abhaltung von Kinderfesten am Channka und Purim hat großen erzieherischen Wert, ist auch von wichtiger Bedeutung für den Zusammenhalt der Gemeinde. Es wäre angcgczeigt, wenn die Prograinme, die in den einzelnen Gemeinden gespielt wurden, aus Grund der Notizen in den jüdischen Blättern getauscht würden. Wir bitten um Zusendung und senden gerne unser nunmehr Bewährtes zu. Dadurch ist für das nächste,Jahr wieder gesorgt, denn die Zusammenstellung eine? wirklich guten Programms bei gleichzeitiger Heranziehung einer größeren Schülerzahl zur Ausführung, bildet stets eine der Hauptsorgen. Ung.-Cstra. Am 8. d. fand im Locale der israelitischen Volksschule ein Chanukafcst statt. Nach dem Anzünden der Chanukalichtcr wurde dann das Minchagcbct verrichtet. Tie Festrede hielt Herr Neligionslchrcr und r bcrkantor M. Ei bei! schütz. Gedichte haben vorgctragen: Sara Kornfein, Grete Süß, Grete Brada und Helene Pantzcr. Sterbefall. Sonntag, den 8. d. ist Frau Jo- Hanna Piowatc im 93 Lebensjahre gestorben. Barmizwahfeier. Samstag den 7. d. fand im großen Tempel die Barmizwah des Sohnes des M. U. Dr. Josef Spitz hier statt. Kinderbekleidung. Mittwoch den 4. d. abds. fand in der Nestaurat u׳n Burbaum. Kröna. eine von den Stammgästen dieses Lokales vcranstal-- tctc schöne Chanuk,Feier statt. Nach der Begrüßung durch Herrn Strebinger wurden die Chanukalichter entzündet und von' den Anwesenden das Moaus zur Jcfchuoßilied gesungen, worauf Herr Redakteur Hick' über die Bedeutung des Chanukafcstcs sprach. Das Komitee bekleidete 11 Schulknaben mit Schuhen, Kleidern und Hütcn. Tie Inhaberin der Restauration Frau Buxbäum verabreichte den Kindern iu uneigennätzigec Weise ein opulentes Nachtmahl und sei an dieser Stelle Frau Buxbaum bester Tank au?׳..e sprachen. Chanukafcier der Jüd. Toynbechalle. Sonntag den 8. d. fand wie alljährlich im städtischen Redoutensaalc eine Chanukafeier für die Kinder der Volks- und Bürgerschulen statt. Uebcr 500 Kinder nahmen an derselben teil. Herr Dr. Brunner hielt die Eröffnungsrede. Herr Rabbincr Dr. Levy die Festrede. Die Chanukalichter wurden von Herrn Obcrkantor Heller entzündet. Nach Schluß der Feier wurden die Kinder mit Gaben beschenkt. Herr Slößlcr, der als geistreicher Tischrcdncr bestbekannt isi, in äußerst launiger Weise auf die ganze Gesellschaft und ein zwcitcsmal mit übcrsprudelndem Witz aus die jüngste mährische sticbbczin. Der Bräutigam dankte iu tiefbewegten Worten seinen Eltern und Schwiegereltern, wie allen, die seine Hochzeitsseier ' durch ihr Erscheinen, durch Worte und Taten verschönern geholfen. Das Bcntscken wurde dem Lundenburger Herrn Lberlantor übertragen. Die Gesellschaft blieb bis zur Abfahrt der Abendzüge in bester Stimmung vereint und durfte an den Tag noch lange mit Vergnügen zurückdenken. Trcbitsch. Mittwoch den 4. Dezember fand iu unserem Tempel die Ebannkafcstscicr statt, die einen erhebenden Verlaus nahm. Das Entzünden der Chanukalichter besorgte in eindrncksvoller Weise Herr Oberkantor M. Fuchs in Begleitung des Dempelchores. Besondere Erwäbnung verdient die originelle Predig! Sr. Ehrw. unseres g. Herrn Rabbiners Tr. I. Stößler. Ter treffliche Prediger nahm den gegenwärtigen Krieg zum Ausgangspunkte, der scheinbare ÄImlichteilen mit den Makkabäerkämpscn answeise. Tann bewies er in hinreißender Weise die Uvterschiede zwischen den Kämpfen Israels und denen anderer Völker, anderer Lehren bis aus die jüngste «Gegenwart. Dadurch trat er die Bedeutung der Makkabäertämpfe. der Wert der Makkabäe'rüege, wie die Erhabenheit unserer lvaliren Friedciisreligion ins rechte Licht. Tie lierrüche Predigt wird allen, die sie bürten, un vergeßlich bleiben. Gcwitsch. Ter israelitische Friedhof in Ge nsttich war diese Woche der Schauplatz ruchloser Zerslöriiugswut. Nur mühselig gelang es der Cbevra-Kadücha-Vertrctung unter dem Obu'.anu Herrn Heinrich Beer eine ordnungsmäßige Einsriednng dnrchzufübren, den Friedhof selbst in innsrerhafrer Weise zu leiten. Diese Ordnung!vurde durch das Einbrcchen einer Gannerschar in gar arger Weise gestört, die schönsten Grabmonuinenie sielen der Verwüstung anheim, die Ansschritten wurden beschmutzt und die angebrachten Pbotographicn zertrümmert. Ter Vorstand bat für die .Habhaftmachung der Täter ein Präminm ansgesetzt. Bis heute noch keine Spur. Cbrensache eines jeden einzelnen der Stadtbürger lväre. jeden Verdacht zur Kenntnis zu bringen. Zwei böbmische Zeitungen erscheinen bicr, eine fortschrittliche und eine klerikale, für Dr. Rudolf Katbolicky gev. Letter der l.cdirg.Rdteilung der EandeskranKenanstalt wobnt: 6cRe yerdinandsoasse und Jobannesgasse <.«».» ordiniert täglich von r bis 4 Uhr nsrhm. Fernsprecher Nr 603. Dersonatnac^rlc^len. Wien. (Beförderung.) Der Rcligionslehrer a!n k. k. Maximiliansgymnasium in Wien, Professor Tr. Heinrich Poltak, wurde in die siebente Rangsklasse befördert. Röntgen-^)!tstitut Durchleuchtungen der Brust »ud V«> eingeweide. Photographien bei Un' Verletzungen, Gelenksu. Knocheukraukh« Heilbehandlung bei verschiedene« che», nischeu Krankheiten. , Speziatarzt Ar. Kugel! Aodsn, VrLn», Großer Platz 3. (Bankhau« Herb«) r«lcpd»n!444 li»ter«»U»t. Arünner 31acftrief1fen. Tie Ehanukafcicr des Vereines Machsikc Hadas. Tie Kinderfeste aus religiösen Anlässen : ,־i Machstke Hadas gehören schon zum eisernen Bestände des Brunner Judentums. Nur schade, daß die Räumlichkeiten des Vereines so eng sind und die Besucher in solchen Fällen nicht zu fassen vermögen. Am ersten Tage Channka begann der Abendgottesdicnst wie gewöhnlich. Nach Minchoh wurde eine kleine Pause geinacht. Während dieser Zeit saminclten sich die Schüler und Schü-!erinnert der Bibelschule an: auch einige andere Kinder erschienen. Ein kleines, distinguiertes Pnblikuin von Erwachsenen war ebenfalls erschienen und wie Heringe gedrängt lauschten die Anwesenden der gediegenen geistreichen und geradczn sorinvollencdtcn Festrede des Vereinssnnktionärs, Herrn Fricdmann, welcher in einen warmen Appell ansklaiig, den Unterricht der Bibelschule nicht zu vernachlässigen. Die Feier- :ichkcit schloß mit der Verteilung von Backn-crk und allerlei N'äschereien an die liebe Jugend, ׳״eiche in der Bibelschulc Gelegenheit hat :— wie die Festrede ausführtc — jüdische Religion, siidische Geschichte, jüdisches Wissen und Leben kennen zu lernen. Tic Bcteilung armer Kinder mit Kleidern und Schuhen erfolgte selbstverständsrändlich nicht als Schaustellung, sondern in diskreter Weise, um das Ehrgefühl der Beschenkten nicht zu verletzen. Dieser'Modus sollte bei allen Bescheiiknngen armer Leute nachgeahmt werden, dann würde wenigstens in das Z'dokoh aebcn wieder einiger jüdischer Geist zurnckgebracht werden. Bei dieser Gelegenheit sei.noch erwähnt, daß Herr Jakob Spitz dem Vereine eine selbsigesertigte inarmorcne Menauroh stistetc. Infolge des Ablebens unseres Rabbiners Herrn I. I. Nngcr s. A. gelangt die Stelle eines Rabbiners, Predigers, Rcligionslehrcrs usw. in unserer Knltusgcmeindc zur Besetzung, Mit^dieser Stelle ist ein Jahresgehalt von IllOO K, freie Wohnung nebst Nemuncrition für den Religionsunterricht an den deutschen Mittelschulen, Matrikcnführung und anderen Nebeneinkünsten aus Stiftungen usw. in der in Mindesthöhe des Gehaltes verbunden. Bewerber im Alter unter -10 Jahren wollen ihre Kompctenzgcsuchc mit den Nachweisen der gesetzlichen Befähigung für diese Stelle in Original oder Abschrift bis zum 31. Jänner 1913 an den gefertigten Vorstand richten. Israelitische Kultusgemeinde I g l a u, am 1. Dezember 1912. Der Vorstand. 1912 Wochenkalender 5673. טבת Nt א D כ F נ 6 ד S ד M * D ו M ח D ט F י S יא - De». Festtage הפטרה 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 י - ז׳ דנובה■ Taget!. ב׳ דר־ה 8 --- ח' חכיכה: Tag Chanuka ד:ש - עשרה בטבת ליל ארוד. ויילי Fasttag Beg. d. Wint. י דבר ה■ יקרבו ימי דוד Spezial-Geschäft in Strumofu. Wirk- Waten. Alleinverkauf von gestrickten Anzügen. Strümpfe, Socken, Handschuhe, Sportartikel FW Brünn, Herrengesse Nr. 8 10. Berthold Herrmann