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Jüdische Volksstimme · 1912-12-05 · Heft 35 (5.12.1912) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIII (1912)
Issue
Heft 35 (5.12.1912)
Date
1912-12-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 35. ,jüdische BoNssti««-.- Seite 5. staben Jod, He, Waw der Gedanke oder der heilige Geist, der Hauch oder die Lebenskraft und das Körperliche dargesrellt. Das letzte He im GottcSnamcn sieht teils, um die drei Zeitdimensionen bilden zu können shajah, howeh. jihjeh), und teils, um durch das doppelte H e auszudrücken, daß Gott der Anfang und das.Ende, das Obere und das Untere des Weltalls ist, in deren Mitte die durch das Waw symbolisierte konkrete Welt ruht. Tic Abkürzung des Tetragrammatons bilden die zwei Buchstaben Jod und He, welche die vorzüglichsten sind, und als Buchstaben sdas heißt voll geschrieben: א,"I ,יוד) den Zahlcnwert 26 haben, wie der vierbuchstabige Gottcsnamen. Das Tetragrammaton wird ferncr Adonaj gelesen; und so loird das Jod zum Ales, dem Anfang — 1, das H c zum Taler — 4, d. h. vier von Gott beherrschenden Weltgegenden, das Waw — 6, d. h. den sechs Begrenzungen des Körpers, zum Nun — 50, den fünfzig Pforten der Einsicht, und das H e zum Jod, um anzudcuten, daß Gott so sein und bleiden tvird wie er war. Rechnet man jeden Buchstaben des Tetragrammaton im Quadrat, so bekommt man die Zahl 180, was dem Zahlenwertc der Wörter פ וצל «Schöpfer) und אופנים (Ofanim) entspricht. Tas Plus von 1 in dem letzten Worte zeigt an, daß Gott allein alles regiert. Aus dem vierbuchstabigcn Namen geht der 12- und 72buchstabige auf folgende Weise hervor. Die Welt ist ein Kreis, der in zwölf Winkel geteilt werden muß, wenn sic einander gegenüberstehen sollen, d. h. wenn die Vorsehung alles überschauen soll, jeder der zwölf Schenkel hat sechs Dimensionen, was die Zahl 72 (6 X 12) gibt. Diese Abhandlung, in der man sehr deutlich den Sl»1kretismus der Mystik mit der jüdisch-arabischen Philosophie des Mittelalters sieht, bildete die Grundlage und den Ausgangspunkt für die Zahlcnmysrik der deutschen Schule, deren Urheber R. Jehuda Ehassid und R. Elcasar aus Worms waren, und die auch im Buche Sohar einen breiten Spielraum cinnimmt. L o s ch i tz. Rabb. Dr. I. G ü n z i g. Oeünner Hacfmcftien. Zu den Brünner Kultuswahlen. Geehrter Herr Redakteur! Getragen vom unerschütterlicheu Vertrauen der gesamten Wählerschaft erwarteten die Kandidaten des Kultnsgenieinde- Vorstandes, daß die Wählermassen sich dazu dräugen werden, den Männern ihres Vertrauens die Stimme zu geben und sie mit allen Ehren in die kurulischen Stühle zu heben. Tas Wahlkomjtee hat diese Tatsache richtig voransgeschen und an die Wählerschaft die dringende Bitte gerichtet, möglichst zahlreich an der Urne zu erscheinen, ״damit die Wahl überhaupt zustande komme". Selbstverständlich sind alle vom Vorstände direkt abhängigen Wähler erschienen sowie alle direkt Interessierten mit ihren nächsten Freunden und Verwandten. So ist es der Vorstandspartei angeblich gelungen, Sack und Pack gegen 280 Wähler an die Urne zu schleppen und zu pressen. — Wo sind die, die vom Breitenstein nicht wankten und nicht wichen? Wo sind die wackeren deutschen Kämpen mosaischer Konsession, welche ihren Liberalismus und Freiheitssinn stets so hoch halten, daß er den Augen entschwindet? Seit Generationen drücken diese Eiemente der jüdischen Kultusgemeinde ihren Steinpel aus. Bilden diese vielleicht die Kerntrnppe der 280 Wühler? Wo ist Jung Juda? Tie jüd.- nationale Partei, die mit Begeisterung für das Wohl und die Ehre ihres Volkes eintritt — wo war die? Tie Hauptsache ist freilich, daß die Wahl z u st a n d e k a m. aby näm len cas uZel. Mit jüdischem Brudergruß ihr ergebener Tr. L. Hieronymus-Lorm-Feier. Am?>. Tezember waren es zehn Jahre, daß in unserer Stadt der jüdische Dichter Hieronymus L o r m starb. Aus diesem Anlasse veranstaltete am 1. Tezeniber die Jüdische Lesehalle und Volksbibliothek (Toynbeehalle) zu Ehren Lorms, der, bekanntlich in Rikolsburg geboren, die letzten Jahre seines Lebens im Kreise seiner Familie in Brünn verlebte, eine Gedenkfeier, die einen überaus mürdigen Verlaus nahm. Unter den zahlreich erschienenen Gästen, die den Vortragssaal des Mährischen Gcwerbevecrines bis auf das letzte Plätzchen füllten, befanden sich die Tochter und der Sohn des verstorbenen Dichters, Fräulein Marie und Herr Dr. Ernst Landes m a n n. der Präsident des Teutschen Journalisten- und Schriftstellervercines, Herr Redakteur Albert Weiß, und der erste Vizepräsident desselben Vereines Herr Schulrat S o s s e, sowie eine Auzahl von Freunden der Familie des Verstürbeneu. Nachdem Herr Thearersekretär B o n d i die Festversammlung, der in Vertretung der israelitischcn Kultusgemeinde Herr Tr. Oppe nh e i 11t anwohnte, eröffnet hatte, hielt Herr Tr. I. E k st e i n eine schwungvolle, foriiivollendete Festrede, in welcher er Lorms Bedeutung als Mensch, Dichter und Philosoph würdigte. Ten Redner lohnte rauschender Beifall, der sich slürmisch erneuerte, als Herr Sekretär Bondi ihm. sowie dem Mitgliede des Stadttheatres. Herrn Eduard S t r a u ß> der anschließend an die Festrede aus Lorms Werken eine Reihe von Dichtungen rezitierte, den Tank der Persammlung aussprach. Soweit es in dem bescheidenen Rahmen möglich war. hat Oie Jüdische Toynbeehalle das Andenken Hieronpmus Lorms würdig gefeiert. Beda-Abend. Dienstag den 17. Tezember liest Beda (Tr. Fritz Löhner) als Gast der Jüdakad. Rede- und Lesehalle im kleinen Festsaale des Teutschen Hauses. Ter Autor, der sich durch seine Satiren die Sympathien des Wiener Publikums erobert hat, ist ein Liebling aller derer, die einen urwüchsigen Humor und geistvoll a Witz zu würdigen verstehen. Zugleich ist es dem Vereine gelungen, Fräulein Helene Ries, Mitglied des hiesigen Stadttheaters für diesen Abend zu gewinnen. Dem Publikum ist somit zum erstenmal die Gelegenheit geboten, die Künstlerin am Vortragstisch zu sehen. Peo-Brockensammlung, Brünn, Adlerg. 12. Herr Tr. Phil. Baß hat der Sammlung eine große Sendung Kleider. Wäsche und Hüte zur Verfügung gestellt, wofür demselben an dieser Stelle herzlichster Tank gesagt sei. Bekleidung armer Schüler und Schülerinnen an der Bibelschule des Vereines Machsike Hadas. Eingelaufene Spenden: Herr Mar Ticho, Schnittwarenhändler, Zeile, neue Wäsche, Tücher, Kappen. Herr Josef Bergmann, Neugasse Nr. 4, Mädchenschürzen. Tie Bekleidung findet im Laufe der nächsten Woche statt und werden unsere Glaubensgenossen ersucht, zu diesem Zwecke. Wäsche. Kleidungsstücke. Schuhe usw. zu spenden. Weitere Spenden nimmt das Vorstandsmitglied Herr Rudolf Meisl. Krapfengasse, entgegen. Für die Ehanuka-Feier im Vereine Machsike Hadas haben die Firmen Gustav Hahn. Krapsengasse. B. Oppenheim. Josefsiadt. N. Roßbach. Rennergasse. Gutmanu Breda, Falkeusteinergasse, Nathan Zeisel, Josesstadt, M. Weigl, Bahnhvfplatz. Stgm- Hickl, Kröna^Jgnoz Trauter, Adlergasse, Obst, Bäckerei und Zuckerwaren. Wiener Nachrichten 75. Geburtstag Dr. Markus Landaus. Ter bekannte Literarhistoriker, der Wiener Schriftsteller Tr. Markus Landau, beging in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 7si. Geburtstag. Ter Gelehrte hat sich in erster Linie um die Kunde des älteren italienischen Schristttums und jenes des!8. und 10. Jahr- Hunderts große Verdienste erworben. Wien. Ter jüdische Vorstand des 0. Bezirkes. Seegasse 10, veranstaltet am 8. o. M., präz. 3 Uhr nachmittags, eine große E h a 1t 11 k a- Feier (Fest-Akademie) im Prachtsaale des Hotel ״Bayrischer Hof", Taborstraße. Karten sind erhältlich in der Schulkanzlei, 0. Bezirk. Cafe Jägerhos, Porzellangasse 22. und im Theaterkartenbureau Schreiber.!>. Bezirk. Porzellangasse 32. auch halbjährige Probeabonnements (1 K 50 h) vom Verlang der ״Allgemeinen Theaterzeitung", Wien. Bez., Obere Viaduktgasse 20, entgegengenommen. * * * Löbliche Redaktion! Mit Beziehung auf den Artikel über die eiligegaugeue ReligionsIehrer-BilduugSuustalt der Wiener Kultusgemeinde in der vorletzten Nummer Ihres gesäu Blattes, genaue ich mir zu entgegnen. daß mir einige Zöglinge dieser Anstalt bekannt ünd, die manche,u älteren Lehrer der Wiener ,Kultusgemeinde ebenbürtig sind. Insbesondere wirkt Herr Moritz Schulz in der Bibelschule am Volker, seit zwei Jahren zur vollsten Zufriedenheit seines Vorstandes. Er hat auch Ansehnliches vom Hause aus initgcdracht. Achtungsvoll 4t. I. L. | Sternhof 1 bestes aller Bitterwässer. Eingejenäet. Es ist eine bekannte Tatsache, daß des Ehanukafestes in der Mischua nicht erwähnt tvird. Dies hängt jedoch damit zusammen, daß nicht nur nach Kiduschin 7t:, Jebamot 15 b, Baba Batra:! b ein von einer nichtjüdischen Mutter Geborener, nach Baba Kama 88a ein Sklave und nach Sisri. «veil im Köuigsgesetze 5. B. M. 17, 15 nur von einem Könige die Rede ist, eine ,Iran von der nönigsivürde ausgeschlossen war, sondern laut Talmud Jerns. Sota 8, :1 nach R. JndanS Begründung, weil es im 1. B. M. 40, 10 heißt: ״Nicht weiche das Szepter von Juda" und nach der Erklärung des R. Ebija bar Aba weil e-s im 5. B, M. 18, 1!iiimitielbar »ach den Worte», ״damit er lange i» seinem Königreiche lebe, er und seine Söhne in der Mitte Israels״ heißt ״Nicht sollen die Priester, die Leviten, der ganze Stamm Levi— nämlich auch die dienstunfähigen!Sisri: - Anteil und Besitz haben mit Jisrael" auch ein Priester, überhaupt jeder, der nicht dem Stamme Juda, beziehungswcise dem Tavidshause angehörte, nicht regieren durfte, es sei denn, daß aus diesem kein geeigneter Herrscher zu finden gewesen wäre, wie dies wahrschein-!ich auch zur Zeit der Makkabäer der Jall war, die sonst daS Priestertum mit der Herrschaft nicht vereinigt hätten, aber trotzdem im Hinblicke auf die das Davidsbans betreffenden Worte ״dein Tron soll für immer unerschütterlich bleiben"!Samuel 2, 7, 10! von 4t. Jehuda Hanaßi, einem Abkömmlinge Davids, vielleicht aus antiklerikalen Gründen in der Mischna nicht erwähnt wurden, obgleich schon der die Anfangsbuchstaben der Worte Matisjahu Kohcn Ben Jochanan und der Worte ב״וך בביר.1ד 2ם^וםו enthalten Name *צבב »ach der Auffassung des Verfassers des Sefer Zchnc Luchot Habrit die über Alles erhabene Gesetzestreue der Makkabäer bekundet. In der Regel sollte jedoch im Sinne der Arbeitsteilung den Nachkommen Davids die Herrscherwürde, den Nachkonimen AronS die Priesterwürde, sowie dem Stamme Ascher mit seinem 1. B, M, 40, 20; 5. B, M. :1:1, 21 und Menachot 55 b hervorgehoveueu Tlreichtum die Her nellung des für den Tempelbedarf erforderlichen Ols zufalleu, denen Bezugsquelle Tekra von Jerusalem aus in acht Tagen bin ttud zurück erreichbar gewesen sein soll,!vorauf nach :«tabeuu Nissim die auf acht Tage festgesetzte Dauer des EhnuukafesieS beruht, während sie nach Josef Karo 070 darauf zurückznführen ist, daß nach dem 1. B, M. 10. 20 und Aboda Zara :!7 b zur Erlangung der leuitischcn Reinheit sieben Tage rtud zttr Herstellung des DlS ein Tag erforderlich war. Rabb. Dr. Raph. Gugenheimer, Stalin. Aorrelponäenzen. ___ Friedrich Porges, der bekannte Wiener Schriftsteller, gibt seit kurzer Zeit eine neue aktuelle Wochenschrift, die ״Allgemeine Theaterzeitung" heraus. Tas Blatt bringt interessante Abhandlungen über Theaterfragen, die neuesten "Nachrichten aus dem Bühnenleben, belletristische Beiträge usw. für Theaterpnbliknin und Theaterlente. Tie Leitung des Blattes bürgt für eine treffliche redaktionelle Ausgestaltung. Ter Abonneinentsvreis beträgt 0 K jährlich, doch werden Nikolsburg. Sehr geehrter Herr Redakteur', l In der letzten Nnnnner Ihres gesch. Blaues 1 machten Sie ihren Lesern in trockener Weise die Mitteilung, daß es in Nikolsburg Kultusge meindewahlen gab. Jawohl, es gab Kultusge ineindewahlen und sogar einen Kultnsgemeinde- Wahlkampf. Herr Schlachthaus-Inspektor Leinberger hatte Oie Ambition in den Vorstand der hiesigen Kultusgemeinde zu gelangen. Herr Leinberger. dem bis jetzt alles Jüdische sremd war. U m u w /»ln nach Mass und Herrenmodewaren kaufen besten am Sie 11 C rrcil Wa SU16 jm bperiaigesvbüfte der Firma ״Derby“ V. DRESLER, Brünn Krapfengasse Nr. 24—26. Nur apparte Neuheiten. Feste Preise.

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