Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIII (1912)
- Issue
- Heft 33 (21.11.1912)
- Date
- 1912-11-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6. ',,Jüdische »oN-stimmS ־■Ät 33 ־7־ bie Wähler der allgemeinen Kurie auf, am 24. November geschlossen für die gemeinsame Liste zu stimmen. Die Wählerversammlungen, werden beide Parteien — natürlich getrennt — abhalten. Die Kompromißliste lautet: Haubesitzer Emanue! Hoffmann, Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Gustav Kohn, Univ.-Prof. Dr. Josef Pollak, k. k. Hoflieferant Adolf Schramek, k. k. Kommerzialrat Leopold Simon. Dr. Maximilian Steiner, cm. Hof- und Gcrichtsadvokat Dr. Alfrcd Stern und Ingenieur Robert Stricker für eine sechsjährige Funktionsperiode und Herr .Hof- und Gcichtsadvokat Dr. Jakob Ehrlich für c ne zweijährige Mandatsdauer. Von den früheren Vorstandsmitgliedern kandidiert Herr Dr. Anselm Holpern diesmal nicht und an seine Stelle tritt Ingenieur Robert Stricker. Für die restliche Funktionsperiode des verstorbenen Vorstandsmitgliedes Max Frank wird Herr Dr. Jakob Ehrlich kandidiert. Somit wird der Vorstand bis auf die beiden zionistischeu Kandidaten unverändert bleiben. Vorausgesetzt, daß nicht etwa durch Kulisscnpolitik Vcr- Schiebungen erfolgen sollten, stellt die Kandidatenlistc Zugleich auch das Wahlergebnis dar. Von den früheren Kultusvorständen haben wir nicht viel Zu erwarten. Ihre Ansichten über Juden und Judentum kennen wir zur Genüge, als daß wir uns irgendwie optimistische Hofsuuugcn machen sollten. Sie werden auch wcitcr nichts tun, wie sie bisher nichts getan haben. Diese altliberalcn Parteiübcrblcibscl aus der Scitenstcttengassc haben den Anschluß an die modern-jüdische Bewegung verpaßt und sind in ihrem Glauben an das Deutschtum israelitischer Religion alt und weltfremd geworden. Das ״Erhalten" der jüdischen Tradition, das die schwache Seite des Wiener Äahals seit jeher bildet, hat sich nicht bewährt. Eine Acndcrung ihrer Richtung dürfen wir aber von den bisherigen und zukünftigen Größen israelitischütimdfchcxit. aus dem Judentum ausgetreten. In demselben Jahre traten 124 Personen (43 männlich, 81 weiblich) zum Judentum über. -In den letzten 15 Jahren sind im eigentlichen Ungarn insgesamt 5046 Personen aus dem Judentum ausgetreten, in Kroatien-Slawonien betrug die Zahl ' . ' 285. Neue Judenausweisungen in Rußland. Nachdem die Massenausweisungen von Juden in Kursk durch eine Verfügung des Ministeriums des Innern eingestellt worden waren, wird jetzt aus Kursk gemeldet, daß der dortige Gouverneur von neuem 50 jüdische Handwerkerfamilien ausgewiesen hat, darunter solche, die schon seit 15 Jahren in Kursk wohnhaft sind und deren Wohnrecht niemals angezweifelt wurde. Juden als die höchsten Steuerzahler in Bndapest. Dieser Tage wurde eine neue Liste der Meistbesteuerten in Budapest herausgegebcn. An der Spitze derselben findet man drei Juden: Karl Bachruch, der jährlich 51.381 K Steuer zahlt, Gustav Lederer 48.240 K und Desider Perlcs 39.412 IC Es folgen sodann zirka 300 jüdische Bürger mit jährlichen Stcuerbeiträgen von 28.000, 15.000 und 10.000 K. Der erste jüdische Abgeordnete in Serbien. In der am 23. Oktober stattgefuntzcnen Sitzung'der Skupschtina stellte sich der aus einer Ersatzwahl siegreich hervorgegangene, neue radikale Abgeordnete Buli Benzion vor. Er ist der erste Jude, der in Serbien ein Abgc-' der Austretenden Von 1898 bis 1910 ordnctcnmandat erlangt hat. Dem neuen Abgeordnc-. tcn wurde der Amtseid nach jüdischem Ritus abgenommen. Die Wahl des getauften Juden Mugdan (Berlin) als fortschrittlichen Abgeordneten in das preußische Abgeordnetenhaus hat namentlich in zionistischen Kreisen große Aufregung hcrvorgcrufcn. Man macht cs dem Zentralvcrcin Deutscher Staatsbürger jüdischer Konfcssion zum Vorwurf, daß er nicht energisch genug gegen diese Kandidatur ausgetreten ist, und der Leitung der Fortschrittspartei, daß sic in einem Wahlkreis, in dem die Juden von ausschlaggebender Bedeutung sind, gerade einen getauften Juden als Kandidat ausgestellt habe. Die meiste Schuld tragen freilich die Juden selbst, die ihm ihre Stimme gegeben haben. ״Die Oktobernummer der hebräischen Monatsschrist ״Haschiloach" hat folgenden Inhalt: Dr. Jakob Älatzkin: Judentum des Geistes und Geist des Judentums: Dr. I. Klausner: Von meiner Palästinarcise: David Kahane: Lilienthal und die Bildung der russischen Juden: L. A. Orlosf: Allah Karim (Drama): Jizchak Kahen: Sterben (Gedicht): Z. Diesendruck: Die Verwilderung des Judentums; S. Pinski: In! der Ruine (Gedicht); Jcchcskcl bcn Chajim: Die Uber den Ursprung der Abkürzung des Tctragrümma- Eingefendet. Mit bezugnahmc auf die in Nr. 41 gestellte Frage politische Arbeit der Zionisten; Josua Barsilai: er Stand der Kolonisation. tons durch י י sei aus deck Talmud Rosch Haschana 17 b, Nida 70 b, wo des scheinbaren Widerspruches zwiliberaler Koulcur keineswegs voraussctzcn und! eine Berufung als Obcrrabbincr erhlaten. müssen uns deshalb mit der Tatsache ihrer tota- I Autonomie der Juden in Marokko. Wie len Unfähigkeit, das Judentum Wiens zu verlaus Fez gemeldet wird, hat die französische Retreten eben abfinden. Ob wir nun wollen oder; gierung im dortigen Judcnvicrtel einen jüdischen nicht. Magistrat errichtet. Aur Bestreitung siencr Aus- Anders aber die zwei zionistischen Kandigaben bekommt der jüdische Magistrat den zehnbaten. Diese nehmen mit ihrer Wahl eine untcn Teil aller städtischen Einnahmen. Die Berufung eines ungarifchen Rabbiners j scheu den im Pricstersegen enthaltenen Worten ״Gott nach dem Ausland. Der Obcrrabbiner von ' wende dir sein Antlitz zu", 4. 5a. M. 6, 20 mit 5. B. M. Kcszthely, Tr. Alexander Büchlcr, der sowohl; 10, 17 ״Der kein Angesicht verschont" erwähnt wird, als Kanzelredner wie auch als Historiograph der sowie auf die hieraus zurückzuführcnde, im Talmud ungarischen Judcnschaft einen guten Ruf genießt, hat von der Stockholmer isr. Kultusgemeinde unter sehr vorteilhaften Bedingungen gehcurc Vcrantlvortung auf ihre Schultern. Wohl werden sic zusammen mit den offiziellen Kandidaten gewählt werden, sie dürfen aber keinesfalls vergessen, daß sic Kandidaten der Opposition sind und somit einen Teil der jüdischeu Wählerschaft Wiens zu vertreten haben, der mit der bisherigen Tätigkeit des Kultus- Vorstandes alles eher, denn zu frieden ist. Die zionistische Partei hat ein Kultusprogramm ausgestellt und dieses soll von den beiden zionistischen Kandidaten vertreten und so weit als möglich durchgcsetzt werden. Es gilt nun, durch Taten zu verwirklichen, was bisher Theoric war. In der Kultnsgcmeinde Wiens Herrscheu geradezu antidiluvianische Zustände. Das - soll und ntuß nun anders werden. Es ist schon hoch an der Zeit, die Kultusgcmcindc umzugcsialten und zu reorganisieren. Die Welt ist fortgeschritten, die Anschauun gen sind andere geworden und diesen vorandertcn Zuständen muß sich auch die Kultusgemeinde anpassen, wenn sie die Nepräsentanlin des jüdischen Wien sein will. Die Umgcsialtnng der Knltnsgcmeindc zu einer moderneu Institution ist Bedürfnis und sic kann nicht ansgehaltcn werden. Diese Entwicklung aber zu beschleunigen und sie in die richtigen Bahnen zu lenken, ist Pflicht der beiden jüdisch-natioluilcn Vertreter. Dr. Rudolf Katboifcky gew. Leiter der l.cbtts. Jibtclluna der tanättKianfttnanstalt wohnt: €ckc yerfltitawdseasse und 30banne$3a$$e («Roter Hr.-m«! ordiniert täglich von 2 dir 4 Uhr nachm. Jcrnsprechcr Nr 603. Ein jüdischer Bürgermeister i» Norwich. In der englischen Stadt Norwich wurde der bckannte jüdische Politiker Artur Samuel zun! Bürgermeister gcwählt.Der neugewählte Bürgermeister steht erst im 38. Lebensjahre und dürfte der jüngste Lord-Major in England sein. Agathe Barscscn über das jüdische Theater. Die gewesene Schauspielerin Agathe Barscscn, die gegenwärtig in.Wien die Hauptrolle in Nein- Hardts Mirakel spielt, äußerte sich einem Mitarbcitcr des ״Czcrnowitzcr Tagblatt" gegenüber über das jiddische Theater in Newport folgendermaßen: ״Das jüdische Theater ist in Newport eine Bühne wie jede andere. Es verfügt über ganz hervorragende Künstler, über alle moderneu technischen Behelfe imb über ein sehr großes künstlerisch empfindendes Publikum. Freilich da und dort fehlt es noch an Finesse, an deni letzten künstlerischen Schliff. Manches mußte ich als künstlerische Barbarei empfinden, doch an oicser leidet in Newport nicht das jüdische Theater allein. Es liegt dies an der amerikanischen Art, an einem Geschmack, der von dem unseren grundverschieden ist. Mir selbst erschien cs während meines Auftretens als Deborah recht merkivürdig, daß ich als Nichtjüdin die einzige jüdische Rolle ׳ des Stückes darstellte. Ucbrigens ist ja zuletzt auch Schildkraut am jüdischen Theater ausgetreten und kein Mensch findet dies jetzt als eines europäischen Künstlers unwürdig. Man wird dort so glänzend honoriert als in iracnd einem sonstigen großen Theater. Nur ist das Publikum viel enthusiastischer. Nach incinein ersten Auftreten wurden Reden gehalten, in denen mit Stolz aus das Mitwirken einer curopäischen Hofschauspielerin hingewiesen wurde. Das war ein Versuch und ich weiß nicht, ob ich ihn je wiederholen werde." Austritte aus dem Judentum in Ungarn. Nach dem Ungarischen Statistischen Jahrbuch sind im Jahre 1910 in Ungarn 512 Juden (263 Personen männlichen, 249 weiblichen Geschlechts) Babil- Mcgila 25 b und im Talmud Jerus. Megila 4, 11 getroffene Verordnung, daß der Pricstersegen bei der öffentlichen Thoravorlcsung, durch den Mcturgaman nicht zu übersetzen sei und endlich auf die Tatsache hingewiesen, daß der Pricstersegen aus drei Versen besteht, von denen ein jeder mit dem Buchstaben Jud beginnt יברבך, יאר 1 >י'£א der Gottesname jedoch trotzdem nach Nokcach nicht durch drei, sondern mit Rücksicht aus den Umstand, daß der dritte mit dem Worte י •» א beginnende Vers die Nichtübersctzung des Pricstersegcns vcranlaßtc, auch deshalb nur 'durch zwei י1 דין abgekürzt wird, weil seit der Zerstörung Jcrusalems ירושלים nicht mit zwei sondern mit einem Jud geschrieben wird und die drei Jüdin, mit denen die Verse des Pricsterscgens beginnen, auf Gott, besten Name mit dem Buchstaben Jud beginnt, auf Jisrocl und Jerusalem Hinweisen sollen, wie auch tatsächlich nach Scfer Matamim Hachodosch 25 b und Jerach Lamoadim bei den Juden in Aegypten der geschrieben e Gottcsnamc ein Dreieck aus drei Jüdin biltrete, י י י, was jedoch von einem Gesctzcslchrcr viel-!ctv.jt mit Rücksicht auf den Trinitätsglauben verboten wurde. Rabb. Dr. Naph. Gugenheimcr, Kolin. Röntgen-Institut" Durchleuchtungen der Brust und Banch. eiuaeweide. Photographien bei Verletzungen, Gelenksu. Kuocheukraukheae» Heilbehandlung bei verschiedene» chr» nischen Krankheiten. _ Speziatarzt Ar. Kugen Kodsn, Br Run, Großer Platz 3. (Bankhaus H«bo,) r«leptzo» 1444 (iHtcrnrfcu). 1912 Wochenkalender 5673. בסלו נזז Nov. 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 Festtage וישלח וישב ד,פטרה ,חזון עובדיה בה אטד ה׳ S « m Spezial-Geschäft in Strumqfu. Wirk- D/pfftinlrl 11־ Pf Waren. Alleinverkauf von gestrickten Anzügen. DyrillUlll 1 1^11111(11111 Strumpfe, Socken, Handschuhe, Sportartikel ZW Brünn, Herrengasse Nr. 8—10. (Bl