Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIII (1912)
- Issue
- Heft 30 (31.10.1912)
- Date
- 1912-10-31
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6. ״Jüdische VolkSstimme." Nr» 30- Wiener Nachrichten Verlobung. Die berühmte Tragödin׳ der ״Wiener Jüd ifchen Bühne", Fräulein Elise W e i n t r a u b, hat sich mit dem Klavicrvirtuosen Herrn Leon Grass verlobt. Unsere herzlichsten Glückwünsche. Gründungsversammlung der ״B. I. 81." Samstag den 26. Oktober, abends, fand, im Restaurant Pinkas die konstituierende Versammlung der ״Vereinigung jübischer Akademiker" statt. Nach einem einleitenden Nefcrat des Juristen Max Jung, der der Freude Ausdruck verlieh, daß cs nach so vielen mißlungenen Versuchen endlich doch zur Gründung eines Vereines gesctzestrcuer Studenten gekommen sei, wurden die Rich!- linicn der Vereinigung festgesetzt und bestimmt, sofort mit positiver Arbeit zu beginnen. Dem provisorisch gewählten Arbeitskomitcc wurde die Ausarbeitung und Ucbcrrcichung der Statuten übertragen und der Slntrag angenommen, außer den regulären wöchentlichen Samstag-?lbend-Sitzungcn auf obligate Lernkursc (3 Stunden wöchentlich) zu veranstalten, deren Leitung in liebcnswürdigcr Weise Herr Rabbiner Kramer übern.׳!-,:- men hat. Jede Samstag-Abend-Sitzung zerfällt in einen geschäftlichen, wissenschaftlichen und gemütlichen Teil. In der nächsten Sitzung wird Bbr. Noscnstcin über das Thema: ״Die Bedeutung der Propheten" sprechen, das zugleich als Einführung in das Studium der prophctischen Bücher gelten soll. Der Vereinigung haben sich bis nun außer zahlreichen immatrikulierten Studenten auch mehrere ״alte Herren angcschlosscn. In kurzem wird die ״V. I. A." sich an die vielen Bcrufsakadcmiker in Wie» und der Provinz, die auf dem Boden des gcsctzcstrcucn Juden; tumL sichen, Ivcndcn und sic zum Beitritte auffordern, Auskunft erteilt: Jur. Max Jung, Wien, Universität. Jüdischer Turnverein Favoriten. Dienstag den 2!). Oktober fand im Saale des Jüdischen Schulvcrcines, 10. Bez., Hasengasie 7, um 8 Uhr abends, der erste Vortragsabend dieses Jahres statt. Thema: Zur Frage der jüdischen Erzichung. Referent: Turnleiter Herr cand. med. Ad. Taglicht. Verein jüdischer Hochschüler ״Mensa acadcmica Judaica" in Wien, 9. Bez., Pramergassc Nr. 31. Samstag den 19. Oktober 1912 fand die dritte ordentliche Plenarversammlung des Vereines jüdischer Hochschüler ״Mensa academica Judaica" statt, an welcher in Vertretung des .Kuratoriums der Mensa der Präsident dessclden, Herr Univ.-Prof. Dr. M? Hajck und Herr Kommerzialrat Rosenzweig erschienen. Dem Rechenschaftsbcrichtc des Präsidiums entnehmen wir, das; im abgelaufenen Vcrcinsjahre der Geldumsatz des Vereines, die für einen Hochschülervcrein recht ansehnliche Höhe von 33.000 Kronen erreicht hat und zudem die Zahl der Frequentanten der ״Mensa academica Judaica" sich seit Beginn dieses Monates mehr als verdoppelt hat. Dem abtretcndcn Ausschüsse wurde denn auch für seine aufopfernde und erfolgreiche Tätigkeit unter stürmischem Applaus das Absolutorimn summa cum laude erteilt. Bei den hierrauf folgenden Neuwahlen wurden folgende Herren in den Vcrcinsausschus; gewählt: med. Jean Vecsler, Präses, nled. Lipa Schummer, erster Vizepräses, phil. Hcrsch Wolf Andermann, zwei- 1er Vizepräses, Exportakademikcr A. Emanucl Reiner und med. Markus Salzbergcr, Ockonomen, med. Siegmund Klein und. med. Berl Klinghoffcr, Schriftführer, med. Samuel Silberbusch und med. Caesar Cajon, Hausvcrwescr, med. Moses Fendrich, Lektionär. Zu Revisoren wurden per Akklamation folgende Herren gewählt: Tr. Heirich Schiffmann, Phil. Srul Kohn und Tr. Leo Goldhammcr. Nrünner Nachrichten. Jüdisch-akad. Rede- und Lesehalle. Die Cbargenwahlen für das Wintersemester 1912/13 liattcn folgendes Ergebnis: stud. chcm. I. Buchuer, Präses, cand. mcch. M. Horowitz, Vizcpräses, stud. ing. W. Hersch, erster Schriftführer. Zugleich erlauben wir uns mitzuteilen, das; sich in der jüngsten Zeit innerhalb der Lesehalle eine organisierte zionistische Gruppe gebildet bat, der 21 Mitglieder augchören. Nutcrstützungsvrrein -für mittellose jüdische Techniker. Tie ani Mittwoch den 23. d. stattgcfundene Generalversammlung hat folgenden Ausschuß zusammengesetzt Präses: Josef Spitzer, Vizepräses: Siegfried Ticho,. Kassier:? Lcppold Schulhof, 1. Schriftführer: Ludwig Pollak, 2. Schriftführer: Wolf Petersohn, Verwalter des Technikerheimes: Ernst H. Müller, Schriftführer: Emst Ultntann ,Beisitzer: Dr. Pollak, Dr. Löwy, L. Vrecher, L. Spitz, Revisoren: R. Barn, A. Kubitschek, F. Engelmann. Hebräischer Sprachkurs. Der von der ״Jüd. Toynbeehalle" inaugurierte hebräische Sprachkurs wurde ani/ Mittwoch, den 23. Oktober eroffnet. Herr Dr. Schreyer hielt an die in erfreulicher Weise zahlreich erschienenen Zuhörer eine Ansprache, worauf Herr Oberkantor Rabbinowitsch aus Boskowitz den Kurs begann. Jüdische Toynbcehalle. Sonntag, den 3. November, eröffnet die Jüdische Toynbcehalle ihre heurige Vortrags-Saison mit einem Vortrage des Hrn, Rabbiners Dr. Levh über das Thema: ״Das amcrikäflische Judentum". Der Vortrag findet im Saale des Mähr. Gewerbevereines um 3 Uhr nachmittags statt. Vereinigung der östlichen jüdischen Hochschüler, Brünn. Die Chargenwahlen für das Wintcrscm. 1912/13: cand. mech. D. Lichtenstein Präses, mech. M. Telner, Vizepräses, chem. W. Petersohn, Schriftführer, mech. A. Soloweitschik, Kassier, mech. H. Scheftel, Bibliothekar, cand. mech. W. Spindler und mech. I. Nistenbaum, Beisitzer. Norrelponäenzen. Prag. Die Chargenwahlen der Verbindungen im K. P. I. V. (Kartell Prager Jüdischnationaler Verbindungen) für das Winterseincster 1912/13 hatten folgendes Ergebnis: Jüd.- nat. akadem.-tcchn. Verbindung ״Barissia" (Präsidialverbindung): MUC. Franz Ekstcin, Präses, MUC. Hermann Hönig, Vizepräses, JUC. Emil Popper, Schriftführer; Jüd.-nat. akadem. Verbindung ״Jordania": Jng.Cand. Artur Schaffer, Präses, MUC. Alfred Kohn, Vize- Präses. — Der Fechtboden befindet sich Prag, 2. Bez., Leihamtsgasfc 3, 3. Stock, und sind alle Zuschriften au beide Verbindungen des K. P. I. N. dorthin;zu' adressieren. ■ ־ ו י■ ־ Oberhollabrunn. Samstag den 9. Noveinbcr 1912, vormittags 11 Uhr findet im Israelitischen Tempel zu Oberhollabrunn die Barmizwah-Fcier des Bürgcrschülers Mar Jellinck, Sohn des Kantors und Neligionslehrers S. Jellinek und dessen Frau, gcb. Schäfer, statt. Konfirmationsvortrag um 3 Uhr nachmittags. Königsberg. In der Vereinigung der Liebhaber jüdischer Kunst in Königsberg veranstaltete kürzlich der jüdische Schriftsteller S. I. Onoiche eine Vorlesung aus eigenen Werken. Onoichi ist. innerhalb der Jargonlitcratur einer der bcrufcndstcn Vertreter jener Klein- Malerei, die das idyllische jüdische Leben in kleinen russischen Städten in früheren Jahrzehnten in charaktcristischcn Bildern vor Augen führt. Die Tragik dieser Welt, die einen fest abgcschlosicncn, gesellschaftlichen Organismus für sich bildet, lebt in diesen Novellen wieder auf. Onoichi erwies sich als ein hervorragender Interpret seiner Novellen. Man kann nichr von einem Vorspielen seiner Werke, als von einem Vorlcsen bei ihm sprechen. Seine lebhafte Mimik ist ein fortlaufender Kommentar seiner Dichtungen, die auch dem das Verständnis erleichtert, der der Sprache nicht mächtig ist. Das zahlreiche Publikum feierte den Dichter mit frenetischem Beifall. Berlin. Ein Lstcrreichifch-ungarifches Unterkunftshcim für arme israelitische Durchreisende wurde hier im Hause Dragoncrstratze 8 feicr-!ich ciugeweiht. Es ist eine menschenfreundliche Stiftung, die hier in denkbar eilifachster und prunklofestcr Weife ins Leben gerufen worden ist. Durch Vermittlung des hiesigen östcrreichischeu Handwcrkervcrcines und vieler hier bekannter Oesterrcicher konnte das Heim, das vorläufig drei Schlafräume mit neun Betten und ein Badezimmer besitzt, eingerichtet werden. In einem der Zimmer fand die schlichte Einweihungsfeier statt. Tie Bilder des deutschen Kaisers und des Kaisers von Oesterreich, mit den Reichsfärben drapiert, und eine Gruppe von Blatt- Pflanzen bildeten den äußeren Schmuck. Gesano des Chors der Jüdischen Gemeinde begleitete den kurzen Akt, bei dem Rabbiner Dr. Stier Worte der Weihe, Chefredakteur Dr. Findling Worte des Dankes an alle Förderer dieses Liebeswerkes richtete. Die Jnsasien des Heims erhalten nicht nur Nachtlager, sondern auch' Frühkaffee mit Semmeln und abends warmes Esten, werden auch auf Kosten des Vereines auf deutschen Bahnen bis zur Grenze befördert, von wo sie mit Hilfe ihrer Konsulate ihrer Heimat zugeführt werden. Schon am Eröffnungstage erfuhren drei Personen diese Wohltaten, zwei durch Beköstjguug und eine durch Beförderung nach der Heimat. - Petersburg, 25. Oktober. Auf Befehl des Justizministers Schtfcheylowitow wurde die Dom Untersuchungsrichter Maschkewitsch angeordnete Befreiung des wegen des Mordes an dem Knaden Jufchtschinski in Kiew beschuldigten Juden Beilis annulliert und eine Kommistion antisemitischer Professoren beauftragt, in der berühmten Kiewer Metropolitanbibliothek den Talmud und alle anderen hebräischen Schriften, sowie die christlichen Werke über die Juden auf ihren Inhalt zu prüfen, um festzustellen, ob sich dort etwas findet, was auf den Gebrauch von Christcnblut zu religiösen Zwecken bei den Juden hinweisen könnte. Danksagung. Anläßlich des Hinfcheidens meiner Frau sind mir von Freunden, Vereinen und Institutionen so viele Beweise der Teilnähme zugegangen, daß es mir beim besten Willen nicht möglich ist, jedem einzelnen zu danken. Ich bitte daher auf diesem Wege meinen aufrichtigen Dank entgegenzunehmen. Köln, im Oktober 1912. David W o l f f f o h n. Emgesenäet. Bezugnehmend auf die im ״Eingesendet" der vorigen Nummer der ״Volksstimme" enthaltenen Anfrage beehre ich mich darauf hinzuweisen, daß die Abbreviatur des TetragrammatonS seit den ältesten Zeiten die verschiedensten Formen und Gestalten angenommen hat. Im Talmud wurde" der vierbuchstabige Gottesname häufig durch )die zwei Buchstaben,1 und 1 abgekürzt, siehe Sabbat (104 3) :דדו זד. שמו של ב״ה und Succa (45 a): R. Jehuda sagt: Bei der Prozession mit der Bachwerde sagte man im Tempel :אני והו דושיעה נא das nach Levy's richtiger Vermutung eine Contractwn aus אדני יהוד ist (s. Neuhebr. u. Chald. Wörterbuch r. אני). Im Morgenlande und haupljachUch bei den Käräern ist die Abbreviatur, des Gottesnamens, noch heute durch drei Jod oder durch יוי üblich/Daraus ist dann später die bei uns gebräuchliche Form der Abkurzung י״י entstanden, indem man statt deS mittleren י oder ו das Abkürzungszeichen setzte. Vergleiche über "die verschiedenen Formen der genannten Abbreviatur Steinschneider in der Dionatschrist sür Geschichte und Wissenschaft 1895, S. 130 und Berliner: Ueber den Einftuß des ersten hebräischen Buchdruckers auf die Kultur der Juden. S. 10 Anmerkung 7. Loschitz. Rabb. Dr. I. Günzig. Löbl. Redaktion der ״Jüdischen Volksstimme" in Brünn. Als Verfechterin unserer heiligen Thora, bitte ich Sic, im Namen vieler hiesigen Zionisten, die die Thora als Erhalterin des Judentums betrachten, nachstehenden Bericht und unsere Verwahrung in Ihr gesch. Blatt sobald als möglich aufzunehmen: Am 22. Oktober d. I. hat Herr Blumenfeld aus Berlin hier im Hotel Gabrinus einen allgemein zugänglichen Vortrag als Propaganda für den Zionismus gehalten. Der große Saal war stark besucht. Die zirka zwei Stunden lange Rede war formvollendet, der Redncr wurde nach Schluß allgemein beglückwünscht. Damit jedoch nicht angenommen werde, daß ich und alle meine Gesinnungsgenossen auch mit dem Inhalte seiner schönen Rede einverstanden waren, ist es dringend nötig, dieses Nichtcinvcrständnis im Interesse des Judentums als auch im Interesse des Zionismus zu veröffentlichen. ׳. . Das Thema des Herrn Blumcnfeld war Orient und Okzident, Blutsverwandtschaft und Nassenvcrwandt- Herrenwäsche nach Mass und;Herrenmodewaren kaufen Sie am besten im Spezialgeschäfte der Firma ״Derby“ V. DRESLER, Brünn Krapfengasse Nr. 24—26. Nur apparte Neuheiten. Feste Preise.