Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIII (1912)
- Issue
- Heft 28 (17.10.1912)
- Date
- 1912-10-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6. ״Jüdische Bolksstimme." Nr. 28 dern des Vorstandes, die Vorsteher der umliegendcn Äultusgemeinden, und Bürgermeister der jüdisch-politischen Gemeinden, sowie Vertretcr des hiesigen jüdischen Turnvereines, der jüd.- akademischen Ferialverbindung ״Massada" in Mähr.-Wcißkirchen und der jüd.-akademischen Verbindung ״Unitas" in Wien. Tic Ausstellung erfreute sich eines zahlrcichen Zuspruches aller kreise der Bevölkerung. Tic ausgestellten Gegenstände, wie Teppiche, Silberfiligran-Arbeiten, Holzwaren usw. zeugten von der glänzenden Leistungsfähigkeit des Bezalel und fanden allgemeine Betvundcrung sowie raschen Absatz, so das; die Veranstalter noch eine von der Gemeinde kreierte ״Lazar Gestetner-! unter Führung desselben Golubew ein Haufe von Hoo- Stiftung" schloß die erhebende Feierlichkeit. ligans, die mit Schläuchen und eisernen Stöcken bewafs- Rom. Die italienische Regierung hat der net waren. Sic überfielen alle vorübergehenden Juden in Jerusalem erscheinenden hebräischen Zeitung ״Hacheruth" den Postdebit entzogen. Das genannte Blatt hat in der letzten Zelt sehr scharfe Artikel gegen Italien publiziert, was die italieirische Regierung zu der gcanntcn Maßregel deranlaßt hat. Mainz. (Ein jüdisches Museum.) Die Errichtung eines deutschen Museums für ifracli unter Gejohle und schrien: ״Haut die Juden! Das ist euch Stolypin! Haut sie!" Die Alexandrowskaja und die benachbarten Straßen hallten vom Geschrei der Mißhandelten!oieder. Eine ganze Anzahl Juden und ein russischer Student erfuhren dabei schwere Miß- Handlungen. Darauf begaben sich dieselben Hooligans nach dem oberen Teil der Stadt, nach dem Lybedskoircvicr, einem zweiten Ghetto, und wiederholten dort vor der Hauptsynagoge mit ihren Eisenstöckcn und tische Kunst ist hier beschlossen worden. Die hiesige israelitische Gemeinde hat sich eine neue s Schläuchen die glcichcn Heldentaten. Als sie endlich mit 'ynagoge erbaut und will nun das alte Gottesihren Opfern nach dem Polizeirevier gebracht wurden, ißhandeltc Golubew noch auf der Schwelle des Poeinen von den Verletzten, indem er mit seinstock auf dcffen Schädel cinhieb. Indes auch stellen und die Ausstellung um einige Tage zu! hofft man in den Besitz all dessen zu gelangen,! diesmal begnügte sich die Polizei mit der Ausnahme verlängern.! Was aus israelitische Kunst Bezug hat, vor allem j eines Protokollcs und entließ die Exzedenten trotz ihrer Auch der Reingewinn der Ausstellung über-i altertümliche Tcmpelgerätc, Stickereien, Vorwiederholten Pogromvcrsuche. Ein richtiges Kiewer stieg alle Erwartungen und es sind die Veranhänge, alte Drucke, Ärüge und Waschschüsseln, Bild! sralter in der angenehmen Lage, einige Hundert Gesetzestafeln, sicbenarmige Leuchter usw. - Mronen dem Bctriebsfond des Bczalcl zuwen-', den zu können. i An dieser Stelle möchten wir dem Distrikts- ( komitee, insbesondere dessen Obmann Herrn: Dr. Friedinann, den Gg., Gg. Finzi und Moritz' Humlfcli au. Kein Urlaub für die jüdischen Soldaten. Müller aus Troppau» Leo Krieger aus Mähr.- Aus Jassy wird gemeldet, daß die sämtlichen Ostrau, allen hiesigen Damen und Herren, vor rumänischen Rabbiner eine Gcsamteingabe an allem dem Frl. Julie Kohn und Herrn Willv den Kricgsminister richteten, in welcher sie um Braun, welche die Ausstellung förderten, unseren Urlaub für die jüdischen Soldaten anläßlich des besonderen Tank aussprechen. Neujahrs- und Versöhnungsfestes baten: Tie' Taß die Bczalcl-Ausstellung der ״Achiwah" Eingabe wurde abschlägig beschieden mit der in Ung.-Hradisch einen so großen Erfolg erzielte, trockenen Begründung, daß dies nicht ginge, da möge für die übrigen Verbindungen ein Ansporn sein, auch in ihren Städten Ausstellungen zu veranstalten und ihre Landsleute mit den ausgezeichneten Erzeugnissen des Bczalcl bekanntzumachen. Prcßburg. Der in allgemeiner Hochachtung und Verehrung stehende Präses der hiesigen ortbodor-israelitischcn Kultusgcmcindc, Lazar Gestctner am 26. April I. I. das 40. Jahr seiner reichen Wirksamkeit als Vorsteher dieser Geineined vollendet. Anfangs war geplant, diesen Ehrentag mit den diesem greisen Jubilar, gebübrcnden Feierlichkeiten zu begehen; der Ilmstand jedoch, daß in diesem Jahre zwei Mitglieder des Vorstandes das Zeitliche segneten, bewog! kammcr. Vorstand und Repräsentanz, die Feierlichkeit auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen und im engsten Kreise zu veranstalten. Am ersten Tage des Laubhüttcnfestes versammelte sich Vorstand und Repräsentanz dieser Gemeinde in der Wohnung des Jubilars korporativ, woselbst sich auch dessen Familienmitglieder vollzählig eingesunden hattcn. Der Jubilar wurde von den drei ältesten Repräsentanten abgeholt und bei seinem Erschcineu lebhaft begrüßt. Hieraus hielt Vorsteher Kaltmann eine feierliche Ansprache und überreichte dem Jubilar eine künstlerisch ausgeführte Adresse. Der Tert der Adresse selbst ist in Hebräisch und Ungarisch gehalten und mit Vcrzierungen versehen, die alle Institutionen, denen der Jubilar sein warmes Interesse zuwcndet, darstellen. Die Adresse ist ein Kunstwerk ersten Ranges und hat Herrn Josef Grnsfeld zum Schöpfer. Sodann hielt Dr. Lcitersdorfer vor Verlesung des von ihm und Tr. Notier verfaßten ungarischen Tertes eine ungarische Ansprache an den Jubilar und rühmte dessen vorbildliches Leben und Wirken ans religiösein Gebiete. .Repräsentant E. Schienger begrüßte den Jubliar in schwungvoller deutscher Rede und gedachte der Renaissance der ungarischen Orthodoric. Der bis zu Tränen gerührte Jubilar dankte in schönen Worten für die ihm gezollte Anerken- 111111(1 und gedachte in ehrenvoller Weise auch der Tätigkeit der Familien Pappenheim. Bettellicim und Abclcs im Jahre 1872 gelegentlich der Treunung der Gemeinde. Auch die Mitglieder der Fa- Die P. T. Empfänger werden dringendst um sofortige Bezahlung des Abonnementsbetrages ersucht. Die Administration. ÄrieDaften äer Hedafetum. Nach Pohrlitz. Wir erklären hiermit, daß gerade zu dieser Zeit'die großen Hcrbstmänöver die von einer uns ganz unbekannten Person stattsinden. ausgesprengten Gerüchte, der Verfasser des mit Vidicrung von Pässen nach giußland für Reisende ״Jwri" gezeichneten Artikels zum Verfalle der ifraclitifchcr Konfession. Für die Vidicrung von Pässen mährischen Kultusgemeinden, zu sein, unwahr durch das kaiserlich russische Konsulat in Prag wurden sind. Ter Verfasser des Artikels ist der Redakneue Bestimmungen erlassen, »ach welchen Inhaber von tion bekannt und War der Artikel auch ge- Gcschästssirincn das Visum aus Grund eines Zcrtisizeichnet. Anonyme Artikel werden überhaupt lates der Handelskammer wie bisher erhalten werden, nicht ausgenommen. Sollte dieser Herr noch fer- Hingegen müssen die Bevollmächtigten der Firmen eine nerhin sich als den Autor bezeichnen, so Werspezielle notariell beglaubigte und vom Präsidenten des den Wir nicht ermangeln, denselben unter die Landcsgerichtcs bestätigte Vollmacht vorweiscn. Perso- Lupe zu nehmen. — I. P., Prag. Das War bloß neu anderer Kategorien müssen ein spezielles Gesuch pro sornia. Die genannten Herren haben die a» das Ministerium des Aenßcrcn cinrcichcn. Näheren Sache unterstützt. — Judeiltauseil. Für UNS nicht Bericht über diese neuen Vorschriften erteilt schriftlich geeignet. — Treuer Abbonent, Waag-Neustadtl. das Erportbureau der Prager Handels- und Gewerbe- Wir bleiben bemüht, Ihrem Wunsche nach Tunlichkeit zu entsprechen. — I. Z., Monesti. Ganz- Tic antisemitischen Ausschreitungen in Kiew. Tic jährigen Abonnementsbctrag mit Dank erhalten, neuesten Nachrichten über die Exzesse, welche sich in H .Lederer. Es ist selbstverständlich Vorschrift, Kiew vor einigen Tagen abgespielt haben, beweisen in daß die Richtung des Tempels nach Osten gealler Deutlichkeit, daß die Agitation der ״cchtrussischcn" kehrt sein muß. — Junger Historiker. Für uns Hetzagitatorcn stets daraus gerichtet sind, jede Gelegenunbrauchbar. — Kultuswähler. Es ist dies das heit zur Veranstaltung von Pog omcn wahrzunchmcn. Schicksal der Mächtigen, daß alle Ungerechtigkeit Tenn die anderthalb Dutzend Exzedentcn, welche in der schließlich auf sie selbst zurückfällt, indem sie von Stadt selber die Ausschreitungen inszenierten, waren ihren eigenen Kreaturen verschlungen werden. — Heroen der Haßpropaganda, berüchtigte Offiziere der H. L., Mödling. Wenden Sie sich doch an den Verbändlcrtrupps, die, ärgerlich geworden über ihre Ortsrabbiner. — Schmähbriese. Der geehrte Ein- Mißerfolge in der sogenannten Nitualmordaffärc, die von den Schmähbriefen wird ersucht, die Zu- Erinnerung an die vorjährigen Stolypintage auszunutzen sendung derselben nur fortzusetzen. Jedem Tiersuchten. Tie Vorgänge, die leicht das Präludium z» chen sein Plaisierchen. — Kaufmann, lieber einem schrecklichen Pogrom hätten bilden können, spiel- Firmen geben wir prinzipiell keine Auskünfte, len sich also ab: ״Am Abend des k. September (a. St.) Wenden Sie sich an ein Auskunftsbureau. — überfiel eine Bande von Hooligans einen Händler Mi- H. R. Wenn es nicht Minjan ist, dürfen Sie kein lcivski, der mit seiner Frau den Verchni Wal entlang Qefer ausheben. — Schachspieler. Em. Lasker ist gieng, und verprügelte ihn mit Stöcken unter ständigem am 24. Dezember 1868 in Berlinchen geboren. ,Pirus: ״Ta hast du den l. September! Das sei dir - zum Andenten!״ Als dann der mishandelte Milewski Eine streng koschere Sclchwarenfabrik. ans den Händen der Bande sich losriß und auf einen Durch die Errichtung der strengst koscheren Selchin vollen Gang befindlichen Straßenbahnwagen sprang, Warenfabrik mit elektrischem Betriebe in Witeilte einer der Hooligans hinter ihm her und versetzte kowitz ist einem schon lange Zeit sehr fühlbar ihm vor den Augen der ciitsenicn Passagiere mit seinem gewordenen Mangel abgeholfen worden. Wer in charakteristischen Pogromslock weitere wuchtige Schläge. Mähren, Böhmen wirklich streng koschere Selch- Später stellte es sich heraus, daß dieser Hooligan, der waren genießen wollte, war gezwungen, sich dieseine Tätlichkeiten mit dem Ruse: ״Das ist euch für selben auf dem umständlichen Wege von Krakau Stolypin!" vegleitcic, der berüchtigte Student Golubew, kommen zn lassen. Ost fehlte es dort an Waren der Elles des Pogromjugendbundes ״Toppcladlcr". war. und so mußte man sich diesen Genuß versagen. Tie Polizei hielt nun Golubew und seine Genossen, die Die elektrische Selchwarensabrik des Herrn Studenten Schiliianski und Kartanowski, Karpow, Po- Markus Kirschner in Witkowitz wird diese Lücke tapenko usw. an. sic ließ sic jedoch nach Ausnahme eines j״ srlir glücklicher Weise ausfüllen. Der große milk' des Jubilars gaben in warmen Worten l Protokollcs in Freiheit, so daß sic die Exzesse sortsetzcn Absaß, den das hohe Interesse der gesamten mäh- Ausdruck für die Ehrung, die ihrem Senior zu-^konnten. Schlimmer aber als in der Stadt ging cs in rischen, böhmischen, galizischen Judenheit für die teil wurde. dem Vorort Slobodka zn. Ivo eine Horde von Verbünd- Fabrik verbürgt, haben es Herrn Kirschner mög- Mil der Ueberreichnng einer gediegenen helern vier Juden, darunter den Lehrer Machlin, mit lich gemacht, seine Preise niedriger zu stellen, als bräischen Widmung durch den Verfasser derseleisernen Stöcke und ״ciscriicn Handschuhen״ mißhanin allen anderen Fabriken. Durch seine großen ben. Notar W. Grünsseld, und Ucbergabe einer dclte. Tort schritt die Polizei überhaupt nicht ein. Am Warenvorräte an nur gutem Fleische, ist die beglaubigten Kopie des vom 26. April 1872 1 Todestage TtolvpiuS, am ö. September a. St., crncucr- Qualität gesichert. datierten Protokollcs über die Wahl des Vor-1 len sich die Ausschrcitungen. In dem von Juden stark Und der Name der Rabbiner, die den Hechstandcs Gestetner und eines Stiftbriefes über bewohnten Teil der Stadt. Podol genannt, erschien scher erteilen, wird auch dem Frömmsten unter nach Mass und He'rre'n'modeware.n kaufen Sie am besten im Spezialgeschäfte der Firma ״Derby“ V. 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