Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIII (1912)
- Issue
- Heft 20 (15.8.1912)
- Date
- 1912-08-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6. Jüdische Bolksstimme Ne. 20. minister. Nasim Pascha, aus Anlassung seiner Ernennung. Nasim Pascha war lange Zeit Wall in Bagdad und hat dort wegen seiner Gerechtigfeit und judenfreundlichen Gesinnung die beste Erinnerung bei den Juden hinterlassen. Die Musikschule in Jerusalem. Dieser Tage fand die Prüfung in der hiesigen Musikschule statt. Viele Gäste, besonders aus dem Kreise der Eltern und Lehrer, waren anwesend. Die Prüfung zeigte, daß die Schüler während der acht Monate des Bestehens der Schule recht erfreuliche Fortschritte gemacht haben. Dr. A. Masie dankte im Namen der Eltern und Schüler Frau Dr. Ruppin, der Leiterin der Schule, für ihre mühevolle Arbeit. Das ״Haor" vor Gericht. Das Jerusalemer Tageslatt ״Haor", wurde w.gen einer mehrere Monate zu! inliegenden Meldung aus Jaffa bezüglich des Verlangens der Konsuln. Kriegsschiffe zum Schutz der Ausländer nach Jaffa zu entsenden, angeklagt. Nach Vorlegung einer autorisierten Uebersctzung der inkcimierten Meldung wurde der ״Haor" freigesprochen. Krankkeilen cker Nerven, cte8 Magens. Darmes etc. werden mit Erfolg in Dr. Mftanz Sanatorium in TISCHNOWITZ kuriert. — Prospekte. Wenn ciu Jude die Weltmeisterschaft er׳ ringt... Bei den großen internationalen olympschen Spielen in Stockholm errang die Welt- Meisterschaft im Säbelfechten der Budapester Rechtsanwalt Dr. Eugen Fuchs. Bei den vor vier Jahren in London veranstalteten olympischen Festspielen wurde er ebenfalls Weltmeister und als solcher mit der goldenen Medaille ausgezeichnet. Sein Sieg wirkte damals sensationell, und um die Bedeutung desselben abzuschwächen, trachtete man, seinen Erfolg als einen zufälligen durch momentane Dispositionen des gütigen Schicksals erfochtenen zu erklären. Die Wiederholung des Sieges in Stockholm war nun die ״sch lagen sie" Widerlegung dieses Kesseltreibens. Dr. Fuchs bekam aber dennoch zu fühlen, daß etwas an ihm ausgesetzt wird. Bei dem Empfange nach seiner Rückkehr wiederholten sich nämlich dieselben Szenen, welche er vor vier Jahren erleben konnte. Eine große Menschenmenge, bestehend aus den (zumeist jüdischen) Mitgliedern seines und der befreundeten Sportvereine bereiteten ihm einen festlichen Empfang. Mit großer Begeisterung wurde er als ein würdiger Vertreter des Magyarentums gefeiert. Der Empfang hatte aber einen großen Schönheitsfehlr: die raßenreinen Sportvereinigungen und die gesamte offizielle Sportwelt glänzten mit ihrer Abwesenheit — gerade wie vor vier Jahren. Neujahrswünsche. Seit vielen Jahren ist es Sitte geworden, anläßlich des Roschhaschono-Festes den Geschäftsfreunden in einem jüdischen Blatte durch eine entsprechende Anzeige zum Neujahrsfeste Glückwünsche zu entbieten. Dies empfiehlt sich insbesondere für ״Geschäftsleute, Hoteliers, Kaffeetiers, Wirte. Kultusbeamte usw. Auch in diesem Jahre werden wir eine besondere Rubrik für Neujahrsgratulationen zu ראש השנה in der ״Jüdischen Volksstimme" errichten, die wir allen Interessenten bestens empfehlen. Infolge der immer zunehmenden Verbreitung der ״Jüd. Lolsstimme" ist die Gewähr vorhanden, daß die Neujahsinserate wirklich gelesen werden und somit ihren Zweck sicher erfüllen. Um unseren Lesern die Aufgabe eines Inserates zu erleichtern, haben wir die Preise äußerst billig gestellt, und zwar kostet die Einschaltung des Inserates fünf Kronen. Jeder Inserent hat das Recht, der Administration 10 Adressen aufzugeben, an die. die ״Jübische Volksstimme" franko und kostenlos verschickt wird. Um rechtzeitige Aufggabe der Inserate ersucht die Administration der ״Indische Volksstimme". Aufruf! In diesem Monate jährt sich zum 15 Male der Tag, an welchem sich die Vertreter der nationalbewußten Judenschaft zum ersten Zionistenkongresse in Basel zusammengefunden hatte. 15 Jahre der Entwicklung und des FortschritteS, den der zionistische Gedanke in dieser Zeit gemacht, um uns unserem Ziele näh-r zu bringen. Durch Vergleiche lernen wir und nur wenn wir Sen Anfang und die ersten Ursachen der Dinge kennen, sind wir imstande, weiterznbauen und gedeihlich fortzuschaffen. Das Protokoll des ersten Zionistenkongresses vom Jahre 1897 ist vollständig vergriffen. Die Anzahl der vorhandenen Exemplare genügt schon lange nicht mehr der Nachftage und doch ist die Kenntnis jener grundlegenden Referate, die damals von begeisterten Männern, den Veteranen unserer Bewegung, gehalten wurden, für jeden Zionisten unerläßlich. Deshalb glaubte die gefertigte Berbindung der bewußten Judenheit kein schöneres und würdigeres Geschenk zu überreichen, als wenn sie jedem Zionisten Gelegenheit gibt, sich in den den Besitz des Protokolles über die Verhandlungen am ersten Zionistenkongreß zu setzen und veranstattete mit ausdrücklicher Bewilligung des Aktionskomitees eine Neuauflage des Protokolls des Ersten Zionistenkongresses in vornehmer Ausstattung. Das Buch wird znm Preise von Ei 2׳—, Mark 1 70 exklusive Versandporto) abgegeben. Vereinen und Vertrauensmännern werden bei Abnahme einer entsprechenden Anzahl von Exemplaren die weitgehendsten Rabatte gewährt. Jüdisch-nationale akademisch-technische Verbindung Barisfia im K. P. I. Vzu Händen des Herrn MUC. Franz Eckstein, Teplitz-Schönau, WaisenhauSgasse 6. Eingehen Aei. An die löbliche Redaktion der ,,Jüdischen Volksstimme- Nar einem Zufall verdanke ich dieBorlage mehrerer Nummern Ihres mir bisher leider unbekannt gewesenen gesch. Blattes. Ich habe diese Nummern mit großem Eifer und ebensolchem Interesse gelesen und habe mich über die Vorkommnisse in- und außerhalb unseres Lagers durch die Berichte in Ihrem gesch. Blatte teils zu meiner Freude, teils zum Leide bestens informiert. Bei allen mit größter Aufmerksamkeit verfolgten Mitteilungen siel mir aber ganz besonders der Umstand auf, daß Sie nur jene Fälle in Kritik ziehen, wo Jüdinnen durch Verheiratungen ihren Glauben oblegen — bei Wahl von Andersgläubigen — dagegen gänzlich außer Acht lassen alle jene Fälle zu berühren, wo jüdische Männer von Bedeutung sich Christinnen mit Vorliebe zu Frauen erküren und sich dleserhalb nur zu gern und bereitwillig einer Taufe umerziehen. Durch Unterlassung dieser Berichte macht sich die geehrte Redaktion einer Ungerechtigkeit schuldig, denn wahrhaft die Liste jener jüdischen Herrn wäre bedeutend länger, als jene der Mädchen, welche förmlich notgedrun» gen durch erwähnten Uebclstand noch mehr erschwerten Heiratsverhältnisse, ein Eheglück an der Seite eines Andersgläubigen zu finden erhoffen, und auch so Revarchr den Juden-Herren zu bieten vermeinen, welche die Mädchen ihrer Station so empfindlich vor den Kopf stoßen. Es ist traurig aber zeitgemäß in Heiratsannoncen zu lesen: Konfession egal, gar wmn es sich um die Verheiratung eines reichen jüd. Mädchens handelt, oder wenn ein isr. Arzt eine Braut sucht mit der Notiz ״Christin" bevorzugt. Grenzt nicht ein solch verkehrter Liberalismus schon an Wahnsinn? Für diese Seuche, die immmer mehr unter den Judenherren wütet, können keine Ausflüchte, die dieselben gern ins Treffen führen, entschuldigend einwirken, denn unter uns Juvenmädchen gibt cs eine große Anzahl von mustergiltigen Geschöpfen, welche punkto Tugend, Geist, Bescheidenheit, Fleth, Schönheit und hauptsächlichst aufrichtiges Empfinden von Liefte erst gar nicht mit ihren Konkurentinnen in Vergleich gezogen werden können. Letzere besitzen aber das Talent zur Schmeichelei und des Raffinments auf Grund welcher Eigenschaften selbst der intelligenteste Jude sich betören läßt, oder schmeichelt und beglückt es diese Herren so ganz besonders mit der egoistischen Liebe einer Abersgläubigen bedacht zu werden? Die Echtheit ber Gefühle dieser ist sosort erprobt dadurch, daß es z. B. keiner Christin einfallen würde einen armen Juden Gehör zu schenken, nur demjenigen erweist sie dleGnade ihrer Hutd, der ihr ein schönes sorgenfreies Leben, wie sie es kaum an der Seite eines Glaubensgenoffen gesunden haben würde; und sieht man einstige Schulkolleginnen, die derart enrangierte Anrisemirinnen schon zur Schulzeit waren, daß diese nie mir Jüdinnen Freundschaft geschloffen haben, würden nach paar Jahren an der Seite eines wohlsituierten Inden, der. wer weiß welche Ansprüche an eine Jüdin bei seiner Wähl zur Frau gestellt haben würde, an besten Seite schreiten. Manche find sich chres Glückes balbwegS bewußt, doch manche leben anch in der Einbildung der Aufopferung. Wäre eS nicht auch an ber Zeit, nachdem die geschilderten Mißzustände immermehr überhandnehmen diese durch eine nötige Gegenaktion zu hemmen? Es wird doch über sovleles gesprochen und geschrieben über viel nichtigere Sachen, doch über die triste Lage heiratSfähiger Judenmädchen, die Intens ihrer Glaubensgenossen so offiziell gedehmütigt und zurückgesetzt werden, darüber wird nirgends und niemals ein Wort verloren. Damit würbe man sicherlich sehr viel bankenSwertes Gutes für seine eigene Nation Men. da ber Grund für Schaffung einer jüdisch nationalbewußten starken Partei, wohl in allererster Linie auf Erholtung der Raffenremheit beruht; wenn aber dagegen, die beste Auslese jüdischer Männer sich Christinnen zu Frauen nehmen, erfüllen sie damit freilich JesuS bedeutenden Ausspruch ״Liebet eure Feinde", doch schaffen sie gleichzeitig damit gar keine Abschwächung deS Antisemitismus nur höhnischen Triumph bei unseren Rivalinnen. Unser Wahlspruch sei viel eher ״Viribus U n i t i s" was jeder rechtbenkende Jude in sich fühlt, doch soll es unsere Aufgabe sein, dieser Flagge in allen Lebenslagen treu zu bleiben. Indem ich vielmals um gefl. Kenntnisnahme dieser Zeilen ersuche, verharre ich hochachtungsvoll _ Eine für Biele. Löbliche Redaktion! Vor kurzem hatte ich Gelegenheit in Ihrer Zeitschrift einen Artikel an leitender Stelle lesen, dessen Tendenz dahin ging nach Master der in Deutschland bestehenden Peover eine auch in Wien eine derartige Organisation ins Lebe» zu rufen. Ich erlaube mir Ihren werten Lesern zur KenntniS zu bringen, daß auch in Wien eine derartige Organisation besteht. Der Verein TifereS Bachurim zur Unsterstützung armer Wiener Kinder, die auswärts an Jeschiboth studieren, hat bereits eine Brockensammlung begründet und werden Kleidungsstücke von jüdischen Handwerkern hergerichtet, verkaust und der Reinertrag fließt diesem Vereine zu. Die Leitung des Vereines ist bereit jederzeit Kleider, Schuhe. Wäsche abholen zu lassen und werden die P. T- Glaubensgenossen ersucht sich diesbezüglich an Herrn Jakob PinkaS, Restaurateur, Wien. II., Kl. Sperlgasse, Hotel New-Aork oder an Zeichner dieses zu wenden. Hochachtend I. R o S n e r, Gemischtwarenhandlung, Wien, II., LeopoldSgaffe 31, Nach Schluß der Redaktion. Herr Josef Jelinek, Schwiegervater unseres Gesinnungsgenossen Ingenieur Max Singer, ist heute plötzlich verschieden. AriiMaHen. Proponent. Sie müssen noch ein wenig Geduld haben. Jetzt, im Hochsommer, eine derartige Organisation zu begründen, ist wirklich zu viel verlangt. Also, ״Geduld bringt Rosen". Vielleicht auch dem armen Bürgerverein. Die Wechselstube des Bankhauses Samuel Oberländer, Brünn, befindet sich Kröna Nc. 8—10. Wir machen unsere P. T. Leser hierauf besonders aufmerksam. Röntgen-Institut Durchleuchtungen der Brust «n» Bauch eingcweidc. Photographien bei Unfall• Verletzungen, Gelenksu. Knochenkrankheiteu. Heilbehandlung bei verschiedenen chrourschen Krankheiten. Speziatarzt Ir. Eugen Aodon, VrLu», Großer Platz 3. (Bankhaus H«b«) Telrptzou 1444 OkU?«*«*). 1912 Wochenkalender 5672. אלול Aug. Festtage הפטרה M א 14 2 ב׳ דראש חדש. Tag R. CH. D ב 15 F ב 16 פרק ראשק׳ שופטים אנכי אנכי הוא S 17 סיחסכם S ה 18 M ו 19 D ז 20 " M ח 21 D ט 22 F י 23 S יא 24 פרק ש:י> כי תצא ר;י עקרה