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Jüdische Volksstimme · 1912-07-04 · Heft 14 (4.7.1912) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIII (1912)
Issue
Heft 14 (4.7.1912)
Date
1912-07-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Attische VolKstimnre (Nr. 14. greisen Großeltern der Konfirmierten, die sich hier allgemeiner Wertschätzung erfreuen, erfuhren aus Anlaß dieser seltenen Feier zahlreiche Beweise der Sympathie. Pohrlitz Vor kurzem fand in unserer Gemeinde die Schlußprüfung an unserer Religionsschule statt. Im Beisein Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners Dr. Friedinger wurden die Schüler einer Prüfung unterzogen. Herr Dr. Friedinger äußerte sich in sehr lobenswerter Weise über die Erfolge und sprach bei dieser Gelegenheit dem Herrn Oberlehrer Bader und dem ReligionLlehrer Herrn Sekretär Adler seine Anerkennung aus. Berlin« Die Friedenskommission der deutschen Mitglieder der Alliance Jsraelite Universelle hat einen aus Vertretern der verschiedenen Richtungen bestehenden Unterausschuß eingesetzt, der die Schaffung einer Neuorganisation für ganz Deutschland vorberciten soll. Dieser hat seine Arbeiten beendet. Er ist zu einem befriedigenden Ergebnis gelangt und es ist zu hoffen, daß seine Vorschläge allseitige Zustimmung finden werden, damit der Friede in der Alliance Jsraelite Universelle in nächster Zeit hergestellt werden wird. Berlin. Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft deS Judentums stellt der Presse einen Halbjahresbericht zur Verfügung, dem wir folgendes entnähmen. Die Zahl der Mitglieder ist wieder in erfreulichem Umfange gestiegen, und zwar um 140, so daß die Berichtsperiode mit einem Bestand von rund 1500 Mitgliedern abschließt. Großen Beifalls hatten sich zu erfteuen die im vergangenen Winter kostenlos an sämtliche Mitglieder verteilten zweibändigen ״Gesammelten Abhandlungen" von Ludwig Philippson, die dessen Söhne aus Anlaß der 100. Wiederkehr seines Geburtstages herausgegeben und in einer größeren Anzahl von Exemplaren der Gesellschaft zur Verfügung gestellt hatten. Auch neuhinzutretende Mitglieder erhalten das Werk noch nachgeliefert. Die Gesellschaft hat neu herauSgegeben die Schrift: Nikl. Müller. ״Die jüdische Katakombe am Monteverde zu Rom"; sie läßt in den nächsten Tagen neu erscheinen einen Vortrag von Dr.J.Elbogen über Ludwig Philippson und den dritten Band der bedeutsamen ״Talmubischen Archäologie" von Prof. Dr. S. KrauS- Wien. Ferner kündigt die Gesellschaft das Erscheinen der ״Geschichte des Synagogenkultus״ von Dr. I. Elbogen für den nächsten Herbst und die Herausgabe des ersten Heftes des von dem verswrbenen Lekwr M. Friedmann-Wien bearbeiteten Sifta an. Der Ausschuß der Gesellschaft hat am 24. Juni eine Sitzung abgehaltev, in der beschlossen wurde, demnächst mit dem Drucke des ersten Bandes der kritischen Ausgabe der Mischna, des ersten Bandes der Germania Judaica und des zweiten Bandes deS MaimonideSwerkes zu beginnen. Ferner faßte der Ausschuß einige ftir den ״Grundriß der Gesamtwissenschaft des Judentums" bedeutsame Beschlüsse. Er ergänzte den bisherigen Entwurf durch die Aufnahme einer Reihe neuer Teilwerke und die Bildung einer besonderen Gruppe von Werken unter dem Gesamttitel ״DaS Judentum und die Religionen" und genehmigte nach den Vorschlägen einer besonderen Kommission die Uebertraguug einer größeren Reihe von Teilwerken an bedeutende Gelehrte. Auch hat der Ausschuß wieder einer größeren Anzahl von Vereinen und Wissenschaftlern namhafte Subventionen bewilligt. Die nächste Generalversammlung wird voraussichtlich in Breslau stattfinden. Der Bericht beweist aufs neue, wie außerordentlich bedeutungsvoll und verdienstlich das Wirken der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums ist und wir können daher nur dem Wunsche Ausdruck gebe», daß ihr auch weiterhin neue Gönner und Freunde in großer Zahl beitreten mögen. London, 28. Juni. Interessant mutet die Vorgeschichte der Wahl Dr. JungS an. Vor einigen Jahren wurde die Stelle eines Oberrabbiners der Federation ausgeschrieben, in der von den Be- Werbern der akademische Doktorgrad und umfassende Kenntnis der hebräischtalmudischen Literatur als conditio sine qua non gefordert wurden. Infolge des Mangels an geeigneten Kräften in England wurden von den zahlreichen Bewerben des Kontinents die Rabbiner: Dr. Seeliger aus Krakau und M-Duschinski ausRakoS Palota zum Probevortrage eingeladen. Anscheinend waren beide Rabbiner den großen Anforderungen der Stelle nicht gewachsen, letzterer namentlich auch deshalb nicht, weil er den Konkursbedingungen in puncto Doktorgrad nicht genügte. Die Stelle war damals bloß provisorisch, da die Federation, die die Rabbiner doch nur indirekt kannte, sich begreiflicherweise nicht definitiv binden konnte. Hierauf ruhte die ganze Angelegenheit längere Zeit und chien durch den mittlerweile erfolgten Tod des alten Lord Swaythlivg für Jahre hinausgeschoben ■ju sein. Dem war aber nicht so. Die Leitung der Federation hatte in den Zeiten der Ruhe über alle in Betracht kommenden Rabbiner genaue Erkundigungen eingezogen und schließlich eine Liste von 25 bedeutenden Rabbinern des Kontinents angelegt, aus dieser 3 Herren vorgeschlagen und die Herren Herman Land an, Joseph Blank!Mark I. Moses beauftragt, einen jeden dieser 3 Rabbiner zu besuchen. Infolge dieses System- Wechsels, daß nämlich die Federation nicht, wie früher, die Rabbiner einlud sondern eine bevollmächtigte, aus maßgebenden Männern bestehende Deputation zu ihnen sandte, deren Urteil von entscheidendem Einfluß war, konnten auch die früher durchaus provisorischen Ausnahmsbedingungen definitiv geregelt werden. Diesen 3 Rabbinern wurden, im strickten Gegensatze zu Dr. Seeliger und Rabbiner Duschinski die Probevorträge erlassen, sie hatten sich bloß einer erlesenen Gesellschaft von Gelehrten und Größen Londons vorzustelleu; von diesen drei Rabbinern wurde der Ung.-Broder Rabbiner Dr. Jung gewählt. Man hegte anfangs die Befürchtung, daß die vielen, dem Oberrabbiner der Föderation unterstehenden Rabbiner ״Rebbeim" dem neuen Oberhaupte nicht gerade sympathisch gegenüberstehen würden. Durch seine wahrhaft kluge und maßvolle Anttittsrede, in der er heroorhob, daß er auf die Mitarbeit und Unterstützung aller ״Talmidei-Chachomim" rechne und sie darum bitte, hat Dr. Jung sich die Herzen auch dieser Partei erobert. Es -ist zu hoffen, daß auch alle andern Schwierigkeiten durch die Tüchtigkeit des Dr. Jungs werden glücklich beseitigt werden. Prag. (Vermählung.) Vorige Woche fand die Trauung der Frau Gisela Fischer, Tochter des Herrn Benj. Fischl, Inhaber der Privat-Auskunftei mit Herrn Emil Fischer, Mitchef der Firma Cesare Minzi & Fratelli in Triest und Sohn des Herrn Markus und Amalie Fischer, Weinberge, im engsten Familienkreise statt. Gescfiäftsleiier eventuell ■ Kompagnon ■ für die Wiener Jüdische Voiksstimme und den Buchu. Kunstverlag gesucht. Mitglieder der Gesellschaft 4 neue Bände gratis erhalten, und ^war das amerikanisch-jüdische Jahriuch, einen Band Essays von Achad Haam in englischer Sprache, ferner den dritten Band von Prof. Ginzbergs ״Legenden der Juden" und einen Band jüdischer Erzählungen, übersetzt von Fräulein Helene Frank. Eine Sammlung für die Mandelstamm- Kolonie. Bchufs Gründung einer Kolonie zum Andenken des verstorbenen Professors Dr. Mandelstamm in Amerika hat sich unter dem Vorsitze des Herrn L. I. Brodsky ein aus den hervorragendsten jüdischen Persönlichkeiten Rußlands bestehendes Komitee gebildet, welches nun einen Auftuf zur Sammlung von 100.000 Rubel als GründungsfondS erläßt. Die russischen Inden und das Wahlrecht. (Petersburg.) Der Senat sprach sich dahin aus, daß außerhalb der jüdischen Ansässigkeitszone nur solche Juden das Wahlrecht besitzen, welche das Wohnrecht im ganzen Reiche haben. Diejenigen, denen laut den in letzter Zeit erlassenen gesetzlichen und administrativen Verfügungen ein solches Wohnrecht nur zeitweilig bis zur Revision der Juden» gesetze gewährt wurde, sollen des Wahlrechts verlustig sein. Ein heiteres Wort, daß wir dem ״Univers. israelite" entnehmen, mag den Beschluß machen: Ein zehnjährriger Knabe erwartet ungeduldig den Zug. ״Wenns noch lange dauert", sagte er zu seinem Vater, ״so nehmen wir lieber einen Aeroplan". ״Welche Beröche würdest du dann sprechen?", ftagt der Vater. Und das Kind antwortete ohne Zögern: ,״Schehechejonu' beim Aufstieg und ,Gaumel benschen" bei der Landung." EingAnäet. Sehr geehrter Herr Redakteur! Ich danke Ihnen für die freundliche Aufnahme meiner Zeilen und sage auch dem Herrn Dr. Hoff auf diesem Wege meinen verbindlichsten Dank für die Richtigstellung des Wortes ״Kas". Ich betrtibe die Etymologie aus Liebhaberei und lese ich irgendwo ein Wort, bas mit einer anderen Sprache eine Aehnlichkeit aufweist, so halte ich eS fest, bis ich eine Beziehung berstelle, wenn ich auch anfangs das Wort nicht verstanden hätte. Freilich wird oft die Sache mühsam; aber umso intereffanter! Ich bnnge nun wieder einen kleinen Beitrag und wäre Ihnen dankbar, wenn Sie ihn in Ihrer nächsten Nummer aufnehmen würden. Daß die Wörter Jehovah — Sabbath — Jude — Sela — Hallelujah — hebräisch sind, das ist wohl bekannt. Das Wort ״Saphir" ist reinhebräisch. Luther leitet das Wort ״buhlen" von dem hebräischen ״bauloh" ab und darauf weist schon Adelung hin. Bei Nork finde ich dies Wort in der Fassung בעליה. Kiefer syn. mit Hauser, Kufe syn. mit Kuwo. Wenn uns ein guter Kenner, wie Herr Dr. Hoff, aus weitere Ableitungen aus der hebräischen Sprache aufmerksam machen wird, so werden wir ihm jederzeit Dank wiffen! Mt aller Hochachtung Wien. Max Pollak-Singer. .. Zuschriften sind zu richten an: :: Max Hickl, Brünn, .... _־־ Adlergasse Nr. 9. —=-־־ Kundfchau. Wer zahlt den eucharistischev Kongreß? Die Frage wurde an dieser Stelle bereits einmal aufgeworfen. Heute kann man den Neugierigen schon Antwort geben. Wie die ״Neue freie Finanzpresse" meldet, hat der getaufte Sohn eines ehrwürdigen Rabbiners, Exzellenz Dr. Sieghart (er hieß früher Singer) als Gouverner der Bodenkreditanstalt für Zwecke des eucharistischen Kongresses die nette Summe 6,000.000°— Kronen gezeichnet. Das genannte Finanzblatt, welches gewiß nicht so engherzig ist, wie die bösen Zionisten, macht der Exzellenz arge Vorwürfe. Du meine Güte! Eine Hand wäscht eben die andere. Dr. Sieghart hat die Geldmittel für die christlichsozialen Parteifonds beschafft. Ec war Dr. Weißkirchners rechte Hand und hat die Antisemiten miter drei Ministerien betreut. So kam er immer höher und wurde schließlich Herrgott der Bodenkreditanstalt. Nun revanchiert er sich in generöser Weise. Amerikanisch-jüdische Publikationsgcscll schüft. Bor kurzem fand in Philadelphia dre 24. Jahresversammlung der Jewijh Publikation Srciety of America statt. Der Zweck dieser Gesellschüft ist, die jüdische Literatur unter den Juden Amerikas zu verbreiten/Welchen Anklang die Besttebungen dieser Gesellschaft finden, beweist die Tatsache, daß die Zahl ihrer Mitglieder im Berichtsjahre um 4000 größer wurde und heute schon 10.100 bettägt. Im vergangenen Jahre haben die Austro-Amerikana. Am 6. Juli fährt der ״Kaiser Franz Joseph I-, zum zweitenmale nach Bew-Uork. Die erste Klaffe ist fast ausverkauft u. zw. an Amerikaner, von denen bereits ein großer Teil sich i» Triest einschifft, während in ftüheren Jahren die meisten Klaffenpaffagiere in Griechenland oder Italien an Bord kamen. Die Ausweise der Austro-Amerikana haben den Fachleuten längst bewiesen, daß von Jahr zu Jahr die Zahl der Amerikaner, die nach Triest kommen, steigt, was für den Fremdenverkehr in den südlichen Alpen, Istrien und Dalmation von großer Bedeutung ist. Bei Rundreisen im Mittelmeer billige Spezialpreise. Röntgeninstitut Durchleuchtungen der Brust und B«»ch> eiugeweide. Photographien bei Verletzungen, Gelenksu Knochenkrankheit«. Heilbehandlung bei verschiedene« chr<> nischen Krankheiten. Speziatarzt Dr. Eugen Kodon» Brünn, Großer Platz i, (Bankhaus Telephon 1444 (iuternrd«»). 1912 Wochenkalender 5672. תמוז Juli Festtage הפטרה M יה 3 D ts» 4 F כ & S בא 6 פרק ראשק פנהם דכדי ירמיהו S 7 M בג 8 D כד 9 M כה 10 D כו 11 F בז 12 פרק שגי׳ S כח 13 טכרבין החדש, מטות ומסעי שמעו דכר ה׳ 554749795627

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