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Jüdische Volksstimme · 1912-06-13 · Heft 11 (13.6.1912) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIII (1912)
Issue
Heft 11 (13.6.1912)
Date
1912-06-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Se׳te 6 Jüdische Bolksstirame N». 11 Berlin. Am 2. ds. fand hier unter zahlreicher 1 Zinsfüße die palästinensische Bauernschaft in ihrem ׳./׳. . c• /n_r._r_ V __• V _*» an_.»1-.^ 'J IfTltTIPt*PTT imiovfMfaAM?nff (Mo Beteiligung die Generalversammlung des Vereinte ״Esra" statt. Moritz Dorn, der Vorsitzende erstattete den Bericht. Die Einnahmen haben 25634 Mark gegen 17 004 Mark im Vorjahre erreicht. Die Bemühungen, die bestehenden Kolonien Palä» stinas mit jüdischen Landarbeitern zu versehen, haben zu einen! großen Erfolge geführt. Es ist gelungen, etwa 650 Juden aus den Amen (Südarabien) zur Auswanderung nach Palästina zu veranlassen und daselbst in den verschiedensten Kolonien als Landarbeiter unterzubringen. Daneben hat der ״Esra" seine Pläne zur Seßhaftmachung jüdischer Landarbeiter aus dem Osten Europas weiter betrieben und zu diesem Zweck vor kurzem 30.000 FrcS. überwiesen. Der Betrag wird zur Errichtung einer Krankenstatton, Herstellung einer Wasserleitung und Bau von 10 Arbeiterwohnungen in der Kolonie Chedereh verwendet werden. Auch der Bau von 12 Arbeiterhäusern in Kufr-Saba dürfte nicht mehr allzulange auf sich warten kaffen, da die Aussicht vorhanden ist, daß die Lokalbehörden die nöügen Bauerlaubnisse endlich erteilen werden. Nach der Dechargeerteiluug fanden sodann die Vorstandswahlen statt. Der aus Gesundheitsrücksichten auSscheidende Konsul Julius Friedemann wurde zum Ehrenmitgliede ernannt. Kiev, 30. Mai. Der Journalist Brasul, der, wie gemeldet, vor kurzem der Staatsanwaltschaft bestimmte Angaben über die wirklichen Mörder des Knaben Juschttchinsky machte, ist gestern von der Staatsanwaltschaft vernommen worden. Das Verhör dauerte den ganzen Tag. Auch die Vev nehmung der von Brasul angegebenen Zeugen hat bereit« wichtige Resuttate ergeben. Man rechnet bereits mit der Möglichkeit, daß der zu Unrecht beschuldigte BeiliS gegen Stellung einer Bürgschaft freigelaffen wird. Nach den Angaben BrasulS sind nicht weniger als neun Personen an dem Morde beteiligt. Riga. Der am 1. d. I. plötzlich verschiedene Judenmissionar Pastor Wladimir Thumim ha im Verlaufe seier anderthalbjährigen Wirksamkeit in Riga 26 Juden getauft, 13 männlichen und 13 weiblichen Geschlechts. Sein Ruf hatte sich über ganz Rußland verbreitet und die Zahl der Taufbcwerber, welche nach Riga kamen, wuchs merklich. Die Redaktion des ״Sonntagsblattes" in St. Petersburg hat eben aus den ihr zugegangenen Gaben 200 Rbl. für die Judenmissiyn nach Riga gesandt. Krankkeilen der Nerven, des Magens, Darmes etc. werden mit Erfolg im Dr. Kutbans Sanatorium in TISCHNOWITZ kuriert. — Prospekte Hundfcbau. Die jüdischen Palästinabestrebuugcu standen auf dem 13. Delegierteutag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland zur Be ratung. Es wurde konstatiert, daß das Interesse der deutschen Juden an der Kolonisation des hei ligen Landes in stetem Wachstum begriffen ist. Schon heute gibt es in Deutschland, eine ganze Reihe wohlhabender Juden, die die Übersiedlung in das alte Stammland des jüdischen Volkes in ihr Lebensprogramm ausgenommen haben und noch größer ist die Zahl derer, die durch Betet» ligung an kommerziellen und landwirtschaftlichen Gründungen ein persönliches Interesse an dem Lande nehmen. An Opfern für gemeinnützige Paläsiinazwecke geben die deutschen Juden ihren StammeSgenossen in den anderen Ländern nichts nach. DiePosener Tagung hatte deshalb eine besondere Bedeutung, weil sie die erste Zusammenkunst der deutschen Zionisten war seit dem 10 Weltkongreß in Basel, der die Verlegung der Gesamtleituna der Bewegung nach Berlin beschlossen hat? So kam es denn zu einer ausgedehnten prinzipiellen Aussprache unter den Delegierten, die den einsttmmigeu Willen der deutschen Zionisten bewies, an dem im Jahre 1897 formulierten Programm der ״Schaffung einer öffentlich, rechttich gesicherten Heimstätte in Palästina für das jüdische Volk" sestzuhalten. Als wichtigste Aufgabe der nächsten Zeit wurde die Schaffung eines Agrarkredites bezeichnet, der durch Gewährung langfristiger Darlehen bei niedrigem schweren Existenzkämpfe uitterstützen soll. Die Vorarbeiten für diese Gründung sind bereits im Gav^e. Gemeinsam mit der Siedlungsgesellschaft ״Erez Israel", die auf genossenschaftlicher Grundage nach einem Vorschläge des bekannten Nationalökonomen Dr. Franz Oppenheimer errichtet, üdischen Bauern zur Selbständigkeit verhelfen soll md der Palestine Land Development Company wird sie der Kolonisation einen starken Stützpunkt geben. — Die Frage der jüdischen Jugenderziehung beschäftigte des weiteren den Delegierteutag, der die Bedeutung her Turn- und Sportvereine tu der jüdischen Jugendbewegung jervorhob. — Die Arbeit der ״Jüdischen Turnerltzaft", die heute bereits 4000- Mitglieder umaßt> wurde besonders׳׳ anerkannt, und die eifrige Pflegender hebräischen Sprache sämtlichen Zionisten empsohlsst. Der?,bisherigen Leitung wurde der Dank unN das Betrauen der Versammlung ausgesprochen. Zum Vorsitzenden wurde einsümmig Rechtsanwalt Dr.-Ha nt ke, Berlin wiedergewählt. Aufruf l Das Mädchen-WaisenyauS in Jerusalem leidet, wie alle Wohltätigkeitsanstdlten der heil. Stadt, doppelt schwer: an Gefahren vom Innen und von Außen. Mangel an Mitteln und. KonLirrenz der glänzend dotierten Missionsanstalten. Dorthin werden Eltern und Kinder gelockt. Kein Minder, wenn die aus Rußland üud Rumänien Verstoßenen Zuflucht suchen, wo sie sie finden. Welches jüdische Herz fühtt nicht bei diesem Gedanken tiefstes Erbarmen? Wer wird nicht helfen, wo solche Not gen Himmel schreit? Bibel und Talmud machen eS uns zur besonderen Pflicht, der Witwen und Waisen nicht zu vergeffen. Das primitivste humane Empfinden gebietet, daß wir uns jener Kinder annehmen, die frühzeitig ihrer natürlichen Erzieher beraubt wurden. Fragen wir unsere Knder — sie werden begreifen, daß wir auch für die Waisenkinder sorgen müssen. Der Einwand, daß wir in der eigenen Heimat genug zu leisten haben, gilt in diesem Falle nicht, da unsere Waiseninstitutionen von der Gemeinde erhalten werden und deren Bestand durch Fonds gesichert ist. Das Mädchen-Waisenhaus in Jerusalem ist, wie fast alle dorttgen Wohltätigkeitsanstalten, auf milde Gaben der Glaubensbrüder und -Schwestern angewiesen. Wenn jeder Jude nur einen Heller pro Tag beisteuert, ist der Betrieb des Jerusalemer Waisen» Hauses gedeckt und die Verwaltung desselben wird in Zukunft nicht Kinder abweisen müssen, auf die Gefahr hin, sie dem Elend oder der Schande preiszugeben. Die Abgewiesenen fallen, wenn sie nicht von den MiffionSanstalten ausgenommen werden, nur allzu leicht gewissenlosen Sklavenhändlern in die Arme. Wenn wir die Ausgaben für Spielzeug für unsere Kinder um ein Minimale? einschränken, haben wir bald 365 Heller erspart und dieser Bettag kommt Kindern zugute, deren Eltern bei den Pogroms in Rußland in grausamer Weise hingemordet wurden. Auch ist die Redaktion bereit Beträge entgegenzunehmen. Hochachtungsvoll das Komitee für das Mädchen-Waisenhaus Jerusalem: Wien, I., Zelinkagasse 11. lichük. Wir werden diese Mißachtung, gestützt auf unseren gottlob große» Leserkreis, der sich emgchend um uns kümmert, ertragen. Mehrere Anftagen können erst nach Rückkunft unseres Herausgebers erledigt werden. — Zedokoh. Wir erhielten von verschiedenen Orten Anfragen, ob Zedokoh» Gelber für andere Zwecke als Armenunterstützung derwendet werden dürfen. Es würde uns sehr freuen, wenn die maßgebenden Faktoren, wie Rabbiner, Advokaten, Kultusvorstandsmitglieder in unserem Blatte zu dieser Frage Stellung nehmen würben. .m Jßricfka|W. בדון Juni Festtage הפטרה M כז 12 D בח 13 מם בפור קטן מיקדם F כט 14 פרק רביעי ערב ראש חדש S ל 15 1.- א׳ דר״ח תמוז קרח. r.R, CH. דשמים כסאי S א 16 2 כ׳ דראש חדש. T. R. 6H. M ב 17 D ג 18 M ד 19 D ה 20 F ו 21 יום האדוך S ו 22 פרק חמישי חקת ויפתח הנלערי Röntgen-Institut Durchleuchtungen der Brust und B«mcheiugeweide. Photographien bei tbchW. Verletzungen, Gelenksu. KnochenkrankheitßO. Heilbehandlung bei verschiedene» nische» Krankheiten. SpeMarzt Ar. Eugen Koda«, Vrstnn, Großer Platz 3, (Bankhaus Hub,,) Telephon 1444 (internrh«-. 1912 Wochenkalender 5672. In den nächsten Tagen erscheint: Beda Neue Satiren Preis K 12V. Porto 10 h. Zu beziehen durch die Adm. des Blattes. Echte ■ //\ ga rantiert echte Equada 1/ von K 10 — aufwärts in bekannt bester Qualität nur bei EGON HUBER, Brünnf Ferdinandsgasse Nr. 33. Solid billigste Preise. — Wegen Irreführung bitte dis Adresse genan beachten zu wollen. Weltblatt. Daß das Prager Weltblatt wieder einmal den Mnt ausbringt, zu schimpfen, uns Denunziatton vorzuwerfen, hat seinen Grund darin, daß es sich für immun hält, weil man sich nicht gerne mit einem Verantwortlichen Redakteur, wie eS ihn besitzt, abgibt. Es könnte sich aber leicht irren. Vielleicht treten wir diesmal ber Selbstwehr und ihrem Herrn Schäffer näher. Widerlich ist es, wenn ein Blatt, das sich ״unabhängige jüdische Wochenschrift" nennt, es uns zum Vorwürfe macht, daß wir keiner zionistischen Instanz unterstehen, d. h. unabhängig sind. Daß wir nicht immer gerade das drucken, was einzelnen Herren Zionisten paßt, kommt daher, baß wir nicht gezahlt sind dafür, nur zu veröffentlichen, was irgend ein Oberbonze der Pattei haben will. Daß wir den Zionismus schädigen, ist unwahr. Wenn die Selbstwehr sich um uns nicht kümmert, ist eS ihr Schaden, sie könnte von uns manches lernen, sie könnte sich bei uns über manches jüdische Borkommnis informieren, haS ihr sonst für ewig verborgen bleibt. Vgl. Weltkongreß der Agudath Jisroä und ähn- כשר HotelSmeta na in Ung.-Brod ganzjährig. Für die Sommersaison auch in Luhatschowitz HotelMoravia hart am Walde gelegen, schöne lüftige Zimmer. Gute Küche und Getränke, eiwille Preise. © Hotelier Smetana.

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