Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIII (1912)
- Issue
- Heft 3 (18.4.1912)
- Date
- 1912-04-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6. Jüdische Volksstimme Nr. 3 schiedrnen Mazzos aus den Relationen Wottitz. Pttsioupim, Neustraschnitz u. bgl. für teueres Gelb verschlucken werden müssen. Haben unsere Rathausherren so manches Löbenswerte (?) ausgeheckt, so wäre es ratsam, wenn sie eine Exkursion nach Preßburg, Budapest, Wien unternehmen würden, um dort an.Ort und Stelle zu studieren, wie man die Kehilla Prag mit Mazzos beizeiten und auch reichlich versorgen könnte. Aus die heurigen Mazzos sind also die Kultussteuetträger nebenbei mit einer speziellen Zuschlagssteuer beglückt worden. Wenn wir bei den Steuern schon sind, das Steuerwesen ist ja eine alte Einführung der Juden gewesen; so ist die Nachbargemeinde Smichow in Steuerangelegenheiten im Ausnahmszustande. Der Borstand dieser so vorgeschrittenen Gemeinde ist besonders erfinderisch. An hohen Feiertagen darf niemand der Zedakah spenden, das ist eben die noble Gesinnung der Herren Gabbaim, die an diesen besonderen Tagen in Frack und Zylinder am Dirigentenpulte erscheinen; an Wochen, tagen fehlen sie alle und wenn der Monat Januar gekommen ist, dann ist die Zedakah in Form eines Plus den Steuerträgern präsentiert worden, weil es an Einnahmsquellen mangelt. Wozu also meine Herren Borsteher dieser Stolz? In Hamburg bestcht ein Verein zur Fürderung ritueller Speisehäuser, bei uns zu Lande ist eine Bereinigung zur schwunghaften Verbreitung beziehungsweise zur Hebung nichtritueller Gastwirtschaften, des Konsums in Prager Schinken unter den Israeliten. Ja die Affimilation greift auf allen Gebieten um sich; in Speis und Trank, in der Ehe — da heiratet z. B. eine Rechtsanwaltensgattin einen Prinzen und träumt von einem erhofften 8 Millionen-Bermögen. Schöne Affimilation verharre bei deinen Träumen und wir bleiben nur Juden weiter! — 0. r. Das Kappentragen der zionistischen Studenten?) Wir erhallen folgende Zuschrift: Das in Prag in tschechischer Sprache erscheinende Organ der böhmischen Poole-Zionisten hat sich in der letzten Nummer einen Ton zurechtgelegt, der Rüdheit, der, dem der hintersten Hetzpreffe gleichkommt. Das zionistische Organ hat )ich die zionistischen farbentragenden Studenten aufs Korn genommen und wettert gegen die Kouleurlappen. ,,Kann denn", so fragt sich das Blatt, ״eine Kouleurkappe die Zierde eines jüdischen Kopfes sein?" Nun wahrlich, die Frage ist so albern, daß sie eigentlich eine Antwort gar nicht verdient. Haben üenn die zionistischen Studenten, als sie die Kappen anlegten, gar nichts anderes bezweckt, als ihren Kops zu schmücken. Hätten sie denn da nicht einen bequemeren Schmuck finden können? Sie haben die Farben angelegt, um ihr Bekenntnis offen zur Schau zu tragen, überall und vor jedermann. Sie haben auch gerne all die Folgen dieses offenen Bekenntniffes auf sich genommen und Jungens herangezogen, die der Umwelt in effigie zeigten, das; die jüdische Jugend da ist und sich nicht wegleugnen läßt. ״Es wäre wahrlich am Platze״; so schließt das Blatt seine Notiz, daß sich berufene Kreise dafür einsetzen, daß die Kappe cum infamia aus der Verbindung ausgeschloffen Es ist ja traurig, daß man sich solcher Angriffe seitens seiner Gesinnungsgenossen erwehren muß, aber den Herren sei es gesagt, die Studenten mit den Kappen haben in Böhmen bereits ersprießliche zionistische Arbeit geleistet, ehe man im Lande von der Existenz der Herren Poalezionisten überhaupt etwas wußte. Und die berufenen Kreise werden einzig und allein daran gut tun, die geifernden Belserer, die ohne Beranlaßung aus dem Hinterhalt zivnistische Gesinnungsgenoffen ansallen und sie zur Zielscheibe ihrer vergifteten Pseile machen, in die gebührenden Schranken zu weisen. Destrukttve Arbeit zu leisten ist nicht schwer, niederreißen war immer einfacher als auf- (* Für Form und Inhalt übernimmt die Redaktion keine Berantwortung. Krankkeilen Zer Nerven, des Magens, Darmes etc. werden mit Erfolg im Dr. Hutbans Sanatorium in TISCHNOWITZ kuriert. — Prospekte. ÜudapePtcc Hachrichten. Todesfall. In Budapest starb Chefarzt Dozent Dr. Baumgarten, einer der hervorragendsten Mediziner Ungarns an den Folgen einer Infektion, die er sich bei einer Operation zugezogen. Am Leichenbegängniffe nahmen Bettreter der Univer!>tät, sämtlicher Pester Krankenanstalten und vieler humanllärer Bereine statt, denen der Vcrstorbene angehört hatte. Richterliche Massen- und Nasscnjustiz. Der Kaufmann Mottz Lüwy Hane aus dem Wattle zu Szilägyszek Kleesamerr seilgeboten. Dem Gendarmen kam die Ware verdächttg vor und er wollte sie aus das Gemeindehaus bttngen. Lüwy ersuchte den Gendarmen, von der Wa.c nur Mustcr zum Gemeindeamt zu bttngen, damit er den übrigen Kleesamen gleich wieder nach Hause bttngen könne. Der Gendarm entnahm also bloß eine Probe von 5 Kilogramm, hals dann dem Löwy die Säcke zu binden und auf den Wagen zu schaffen. Hiefür erhielt der Gendarm eine tkrone; dies wurde als Bestechung einer Amts- Person ausgefaßt und Löwy vom Gerichte zu Zilah zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt mit der Begründung, bei der Beschäftigung und dem Rasiencharakter Löwys sei es nicht anzunehmen, daß er die Krone, wie er behau» tet, dem Gendarmen als Trinkgeld gegeben habe. Die königliche GerichtStasel zu Debrerzin bestätigte dies Urteil und erst der Kassationshof kassiette es, incem er Löwy fteisprach und den ersten Instanzen die Mißbilligung bezüglich der Motivierung aussprach. Der Spruch der Kurie hat natürlich alle Anttsemirenblätter schwer beleidigt. mm mit Menthol X altbewährtes Mittel X gegen Kopfschmerzen. ißorrefpomlonjcn Bisenz. Am letzten Tage des PessachfesteS gedachte unser Rabbiner Herr Dr. Josef Hoff in der Marktrpredigt in tiefempfundenen, warmen Worten des jüngst verstorbenen Herrn Dr. Nathan Ehrenfeld s. A., weil. Oberrabbiner zu Prag, seine hervorragende Gelehrsamkeit und bedeutende Kanzel- Beredsamkeit hervorhebend. Diese Rede hatte auf die Zuhörer den tiefsten Eindruck hervorgerufen. Tcplitz-Schönau. Herr Jakob Frankfurter, der früher an einer Sprachenschule in Prag als Professor der magyarischen Sprache wirkte und seit diesem Jahre an den hiesigen öffentlichen Schulen als Religionslehrer tätig ist, wurde mit Dekret des k. k. Oberlandesgerichtes in Prag zum beeideten Gerichtsdolmetsch der ungarische» Sprache ernannt. Kremficr. Sr. Ehrwürden Herr Dr. A. Schweiger hat sich bei uns in Bälde die Liebe und Achtung der Kultusgemeinde-Mitglieder errungen und daß mit vollstem Rechte. Aber selbst über die Gemeinde hinaus geht sein ehrliches Streben. So wurden durch seine Intervention bei der Direktion der hiesigen Heil- und Pflegeanstalt, durch deren freundliches Entgegenkommen periodische Gottesdienste dortselbst eingeführt und übt die Funktionen Sr. Ehrwürden selber aus. Am 9. d. M. wurde so der erste Gottesdienst abgehalten In Begleitung der Herren Chevra Kadischa Obmänner Löff und Fischer, sowie des Kassiers Bloch begab sich Sr. Ehrwürden Herr Dr. A. Schweiger am Nachmittag, im Ornat, in die Anstalt. Dort wurden die Herren trotz strömenden Regens vom Direktor der Anstalt Herrn Navrat erwartet und freundlich begrüßt und von ihm selber in das Zimmer geleitet, wo schon die Kranken anwesend waren. Mit einer Ansprache, in welcher Sr. Ehrwürden den Kranken Trost zusprach, klärte er sie über die Bedeutung des Pessahfestes auf. Hierauf wurde das Seelengebet verrichtet und dann trug Sr. Ehrwürden das Mincha-Gebet vor. Die Herren von der Chewra brachten die Gebetbücher mit. Nachdem Gottesdienst drängten sich die Kranken zu seiner Ehrwürden, da sie das Bedürfnis hatten mit seiner Ehrwürden zu sprechen und ihn zu danken. Es war deutlich zu erkennen, daß Sr. Ehrwürden mit dieser Einführung einem Herzenswunsch der Kranken entgegengekommen. Herr Navrat der den Gottesdienst beiwohnte, interessierte sich im Verein mit Sr. Ehrwürden und den dort anwesenden Herren der Chewra über Anschaffung eines Kastens für die Thorarolle und Gebetbücher. Wieder zeigte, es stch, wie vielfältig die Opfer sind, die die Chewra in sowohl moralischer und materieller Beziehung bringt. Sie beerdigt die in der Anstalt verstorbenen Toten rituell was große Kosten verursacht, da die meisten mittellos sind. Trotzdem sich die Chewra an die Gemeinden wendete die ihre Leute in der Anstalt interniert haben um jährliche Beiträge, blieben diese Aufforderungen erfolglos. Rom. In einer der jüngsten Sitzungen der Senatoren wurde Bürgermeister Ernesto Nathan von einem antisemitischen Senator ״ein Fremder" genannt, dem die Heimatkunst vollständig fremd sein müsse. In der auf diesen Vorfall folgenden Gemeinderatssitzung wurde dem Bürgermeister vom Geinderate eine glänzende Genugtuung gegeben, indem namens des Gemeinderates ein Mitglied der Verdienste Nathans, seines und seines Hauses echt patriotischen Vorgehens gedachte und Nathan den edelmütigsten Italiener nannte, worauf der Bürgermeister von allen lebhaft akklamiert wurde. DeejonaknaiHriiHten. Verlobung. Unser Gg. Herrn N. Zindwer hat sich mit Frl. Albine Rosen verlobt. Unsere besten Glückw!nsche. Die Redaktion. Verlobung. Fräulein Klara Maier, Tochter des Herrn Moriz Maier, Kaufmann in Schönwald bei Tachau, hat sich mit Herrn Alfred Fried aus Budweis verlobt. Silberne Hochzeit. Herr Josef Schön, Reliqionslehrer in Tachau, feiert mit seiner Frau Cilli Schön am 20. April d. I. die fünfundzwanzigjährige Wiederkehr seiner Vermählung. Verlobung. Gesinnungenosse und Ausschuß- Mitglied des Vereines ״Ahavath Zion" in Eger, Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Fr. Weiß hat sich mit Fräulein Emmy Herzstein, Tochter des Herrn Dr. phil. S. Herzstein in Fürth, Bayern, verlobt. Verlobung. Unser Gesinnungsgenosse Herr Moriz Klingenderger hat sich mit Fräuleiu Gisa Eisler verlobt. Unsere besten Glückwünsche! Die Redaktion. Unser Gefinnungsgeuosie Dr. Ladislaus Lichtenstein, alter Herr der ״Kaoimah" in Wien, hat sich in Bad Püschen (Pischän) als Badearzt etabliert. אייר April Festtage הפטרה א׳ דד־ח א*וד --!■ Tag 3t. (5h. כ׳ דראש הדש -- Tag 3t. Eh. s S ב 20 פרק שגי׳ סברבין שגי חמישי וארכעה אגשים S - 21 ׳שגי׳ תזריע מצורע M D M ל 24 , תעגית חמישי פרק שלישו F S 27 אחרי מות קדושים 1912 Wochenkalender 0672. Sehr seltene Gelegenheit. r viele tausend Tiger- Flanell - Schlaf - Decken mit hübschem, buntem Rand zum Verkauf anvertraut. 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