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Jüdisch-liberale Zeitung · 1931-12-23 · 50-51 (23.12.1931) · page 6

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
11 (1931)
Issue
50-51 (23.12.1931)
Date
1931-12-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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So ist wenigstens bitterst,- Not, der Hunger, gemildrri durch .vjirfc der schon weiter oben genannten Organisationen, deren Initiative und Nnterstüpung es zu danken ist, daß sic eine Einrichtung geschaffen k>aben, auf die sic stolz sein können 60 .jugendliche jüdische Eriverbslose sind zur Zeit täglich Besucher des Heims, und mit zunehmender wirtschaftlicher Verschlechterung im Winter wird die Zahl ansieigen, so daß schon heute bereits die Platzsrage bei größerer Besucherzahl, die wir erivarlen müssen, akut wird. Wir hoffen, die jüdischen Ge meindeorganisationen werden auch dann gerüstet sein, wenn der Be trieb wird ausgcbaut werden müssen» um allen jüdischen Zugend Uchen, die von der Erwerbslosigkeit betroffen sind, etwas über' ihre augenblickliche traurige Situation zu helfen. 9c v r b e r t W o l l h e i in. Redaktionelle Roliz Alte, die dauernd oder vorübergehend Erholung suchen, seien aus die Gründung des jüdischen Frauenbundes München, das Israrlilische Erholungsheim Wolsratrhausrn im Isartal bei München, hingewiesen. Zu kurzem oder ganzjährigem Aufenthalt bietet es durch seine luftige» Schlafzimmer, Zentralheizung, Warmwasser, Bad, reichliche Nebenränme mit Radio, Telefon, Nr. 18, Terrassen, Liegehalle, parkartigenü Garien, schöne freie gesunde Lage, Bergnähe, alle Annehmlichkeit'.m. Dazu reichliche, gute, streng rituelle Verpflegung unter Leitung einer vielseitigen Hausdame. Im Winter Gelegenheit zum Skisport, im Sommer Schwimmbad. Mäßige Preise für 5 Mahlzeiten von 16 Mart. Prospelt durch Frau Carola Neu, München, Hohenzollern* platz I I.! Berichtigung j Zn unserem Bericht über den „siuUurtafl des Eeiitralvereins" I enväi-ntei, mir unter den mitivirkenden Zünftlern Professor Alfred Wittenberg. Nicht Professor Alfred Wittenberg, sondern Musikdirektor Max W a ch s m a n n Hane in der Veranstaltung die Violin Soli gesvirll. Aus der Jli-Bewegung Verantwort!.: Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler )ugendvereine Deutschlands Redaktion: Dr. Ellen Littmann, Berlin! r Grundlagen der Ili-Arbeit Wir haben die von utts feit dem 8. Januar 1031 nc! sammelten NePaktionsbelege unter dent Gesichtspunkt der Pro > qrammgestaltnng in den einzelnen Jlis zusammengesreiit. Die unten folgende Aufstellung ist keineswegs vollständig,! da die einzelnen Jlis erstens ihre Programme sehr unregelmäßig bekannt geben, zweitens selbst aus diesen wenigen, Angaben das Thema eines Abends nur aus insgesamt 50 v. H. der angezeigten Veranstaltungen zu ersehen ist. Soviel karrn aber mit aller Bestimmtheit gesagt werden, daß der Vor wurf der zu geringen Zahl jüdischer Themata für die drei i große,l Jlis Berlin, Breslau, Frankfurt (die anderen können wegen der zn geringen Zahl der angegebenen Veranstaltungen , * A bkürzu u g e u: sür Berlin: G - -- gemeinsame V-rran Nullung; AAeltcreugruppe; P - Pankotv-Osten; O Oliragruppc: H — Hcrmsdorf; W — Westen; ST — Steglitz; Sll — Sübwcstcu; SAV Savigny; für Berlin, I u g e n d g e m e i u s ch a f t der jüdischen Resormgemeinde: C — Collegium Musicurn, Diskussionsabende, Vorträge, Arbcitsgenreinschaften ustv. ohne jede Bezeichnung; nicht berücksichtigt werden; völlig unberechtigt ist. Allch die Cyklen behandeln - abgesehen von geringen Ausnabmen Themen, die entweder zur Gruppe A oder zur Gruvpe B gehören. Schließlich muß die Behauptung, daß die Bunten Abende üppig zu wuchern scheinen, als unbegründet zurückgewiesen werden, zumal gerade diese u. E. immer bekannt gegeben sind. Grundsätzlich mochten wir bemerken, daß es zwar dem Wesen der Jlis entspricht, sein Hauptgewicht auf die Beschäftigung mit jüdischen Themen zu legen, daß aber niemand ohne Allgemeinbildung das Judentunl in seinen Tiefen, seinem Besondern, seinen Zielen und seinen Irrwegen erfassen rann. Helmut Galliner. if.'! B r o s lau: H Hauptgrnppe: I - Jüngerengruppe; IST -- Jüngstcngruppe; G -- gemeinsame Veranstaltung; für Frankfurt, L i e g n i tz , Oppeln, R a t i b o r , Magdeburg: Vorträge, Arbeitsgemeinschaften, Diskussionsabcnde ustv. ohne jede Bezeichnung. Särutliche Veranstaltungen sind nur einmal aufgeführt, auch lvenn sie sich auf mehrere Abende erstrecken, c — Cyklus. spezifisch A jüdische B C Themata Themata, die in direktem Zusammenhang mit dem Judentum behandelt wurden Themata ohne mittelbare Beziehung zum Judentum Berlin A: Moses Mendelssohn (c) ST: Moses Mendelssohn G: Glaube und Wissen im Judentum H: Zionismus (c) ST: Messianismus W: Moses SAB: Moses Mendelssohn W: Zionismus W: Stcinthal über Juden u. Judentum O: Unsere Probleme und das jüdische Schrifttum (c) W: Stammväter (c) SÜ: Montesiore, Umrisse., (c) P: Unsterblichkeit im Judentum W: Kain- und Abelproblem W: Jeremias Berlin A: Tie jüd. Frau im Zeitalter -der Romantik G: Jugend und Religion ST: Die Emanzipation G: Die Juden u. d. deutsche Geist A: Die Franz. Revolution u. d. Juden W: Die Todesstrafe im Judentum O: Die Ju-d. u. d. deutsche Geist H: Wassermann, Mein Weg als Deutscher und als Jude (c) W: Kain u. Abel nach Beer .Hofmann G: D. Friedländers Sendschrift a. i>. Probst Teller ST: Die Juden in Oesterreich H: Antisemitismus H: Baeck, Romantische Religion setzt: Die Aktualität des jüd. Bildungs- Berlin P: Grundlagen der Philosophie (c) O: Gustav Landauer (zu 6?) P: Platon, Phaidon W: Gandhi W: Indische Geistesströmung W: Tolstoi O: Staats- und Wirtschaftstheorien P: Kritik an der heutigen Jugend P: Tie Aufgabe des Theaters S2kB: Rasfenkunde W: Aischnlos, Agamemnon S?kV: Brahmanismus u. chines. Kultur Problems i. d. gegentvärtigen Lago Berlin (Reform) Tie Welt drr Propheten Prophetisches Schrifttum (r Berlin (Resormf I nte rkon fes sio n ell c Frieh er, s a rb oi t oder konfessionelle Aus alter und neuer jüd. Dichtung (Rezi'ation) Das Wesen einer Weltreligion Jüdi'ch: Bühnenkünstler Jüdi'che Musiker der Gegenwart Berlin (Reform) Deutsche Sozialversicherung Für ctuT unser Pancuropa Das Problem der crwerbstg. Frau Die Siedlung-saktion der deutschen Juden E: Bach (c) Breslau I: Tradi ion und F-orischcir: I: Tie Gedankenwelt d. Libcratismus I: Chassi-irmus H: Lazarus Ethik (e?) I: Di-' Idee d. jüd. Reformdeweguug in ihrem geschichil. Werden Breslau G: Die Stellung d. Jdt. unter den Weltretignonen lieber Werke moderner jüd. Autoren Die Jud. ti. b. deutsche Geist Anschauungen u. Meinungen a. d. jüd. Jugend I: Die Bibel u. d. Kriegsproblem I: Erziehung und Relig-ion Sp: Politik i. Zeitalter d. Propheten I: Geldl-andel d. I. i. Mittelalter Breslau I: Jugend unv Politik G: Amerikanische Literatur I: Gemeinichail-serziehung i. d. Schule Frankfurt Gebet und Gottcss-ienft Die ewigen Wahrheiten d. Jdt. Gottesbegrisf und Religiosität Liberalismus — Zionismus (t' Frankfurt Schule und Religionsunterricht Franz Rosenzweig (zu A?) Jüdischer Zeitbericht Anti-Antisemitismus Der XVII. Zionistenkongreß Frankfurt Fragen der Lebensgestaltuirg (c) lieber Strafrecht Oppeln Nordensche Broschüre Oppeln Oppeln Ratiior Montesiore, Umrisse... Raiidor Rakibor Liegnitz Liberalismus und Nationalismus im Judentum Buber, Das Judentum u. d. Juden Lirgnitz Tie liberale Richtung im Jdt., im tztemeindeleoen Tie Juden i. d. deutsch. Literatur Lirgnitz Deutsch: Landschasien Internationale Zu'ammenardeit der Jugend Ätagdeburg Magdeburg Magdeburg Bürgerliches Recht im Alltag 1) Bunte Abende Gesellige Zu'ammenkünste evtl, mit Tanz Tanz-Abende Berlin je 1 mal: H SÜ G Berlin Berlin Berlin (Resorms Berlin (Reform) 3 Berlin (Reform) Breslau Breslau 4 mal: G Breslau — FranNurt 2 Liegnitz o Aus der Jli-Arbeit - > l' Berlin. (Gründung einer JugendgruZipe O,sten.) Im Osten wurde eine Jugendgruppc (Jli) des Liberalen Vereins ge gründet. Der 1. Vorsitzende ist Gerhard Neumann, O. 112. Wühlisch straße 15-16; die 2. Vorsitzende Ruth Rabow. O. 112 Gärtner strafte 12. Interessenten werden gebeten, sich an ein« der obckn erwähnten Adressen zu wenden. Ratibor. (Vortragsabend.) Mittwoch, de» 28. Oktober, setzten wir die Vortragsreihe von Montefiores Buch „Umrisse des libe raten Judentums" fort. Das Referat hielt Willi Mick las. Am Mittivoch, den 11. November, unterbrachen ivir unsere Besprechung von Montefiores Buch und unterhielten uns über ein Buch von KaN Lieblich, das angeblich die Grundlage einer neuen, zwischen Libe ralismus und Zionismus vermittelnden Bewegung darstellen soll. Im ersten Kapitel spricht Lieblich über allgemeine Entwicklungsgrundsätze der Geschichte, die er als naturnotwendig hinstellt; und in diesem größeren Rahmen betrachtet er auch den Antisemitismus, den »vir als unabänderliches Schicksal ertragen müssen. Das zweit« Kapitel, das „wozu?" überschricben ist, befaßt sich mit der Frage der Erhaltung unserer Religion. Wir wissen nicht — meint Lieblich —, warum wn sind und warum >vir Juden sind. Aber es ist einmal unsere Be stimmung, und außerdem sind wir, lote er sagt, der Mörtel des Welt baus. — Dann zu der Frage, wie unser Judentum aussehen soll, übergehend, stellt er Religion und Religiosität einander gegenüber und betont, daß allein die Religiosität unter Weglassung aller Formen uns leiten möge. In der darauf folgenden Diskussion fanden die Ansichten Lieblicysvor den Augen unserer Jlr-Milglieder ivenig Gnade. Man hob hervor, daß sie kaum etwas Neues brächten, sondern eine Verbindung der verschiedensten schon vorhandenen Richtungen seien und tadelte den dem Judentum fremden Zug des Fatalistischen. Das Buch sei keine ge eignete Grundlage für eine neue Bewegung, höchstens ein interessanter Beitrag zur Diskussion; (vielleicht aber noch nicht einmal das). Das Ili-Programm Berlin. Gemeinsam» Veranstaltung««. Sonnlag, den 3. Januar 1932: Fahrt nach Fmeorichsyagrn. Treffpunkt 9 Nur Aleranderplntz. Führung: Loewenbrrg. Kosten zirka 39 Psg. Mltwoch, den 6. Januar 1932, Synagoge Fasauenstraße, Zimmer 4, Vortrag Ilse Jacodsvyn. Thema: Ieremia. (Da der Ork nicht ganz fest sieht, erkundige Dich bei Deinem Gruppenführers Gruppe Savigny. Mittwoch, den 6. Januar 1932, um 7.30 Uhr, bei Lva Simon, Tannendergaklee 8. Gruppt Westen. Montag, den 4. Januar 1932, bei Geschwister Jacobsoyn, Schlüterstraße 31, um 8 Uhr. Thema: Const. Brunner, „Höre Israel, yöre nicht Israel". Gruppe Oliva. Mittwoch, den 30. Dezember 1931, um 8 Uhr, bei Hildegard Reumann, Prinzregentenstratze 7. Mittwoch, den 6. Januar 1932,, bei Herbert Schwarz, Iag«vftratze 43, 1 Tr., um 3 Uyr. Grupp« Södwesten. Dnenstag, den 29. Dezember, bei Eva Srgall, Giesebrechtstratze 8. Dienstag, den 5. Januar 1932, dri Irmgard Jacobschn, Süd» ende, Herrmannstrahe 11. Gruppe Pankow-Osten. Heimabend am Mittwoch» drin 6. Januar 1932, bei Histir Sasier, Krausnickstrah« 15, 8.15 Uhr. , Haimabend am Mittwoch, dem 13. Januar 1932. abends 8.15 Uhr, vei Erwin Ziemet. Winsstrahe 63. Breslau. Hauptgruppe: Mittwoch, den 30. Dezember, 20.30 Uhr: Gruppenabend. Gruppe Wolf Davi»svhn: 1. Thementreir: Ursprung und Sinn unterer Gebete. Gruppe Martin Schreiber: 1. Themenkreis: Grundfragen der Religion (nach Euttmanns Buch „JsraeUtijchr Religion"». Gntpp« Hans M. Danziger: 1. Thrmentreis: Die Emanzipation der deutschen Juden und di: Entwicklung ihrer staatsbürgerlichen Grundrechte bis zur Gegenwart. Jüvgerengruppe: Dienstag, den 29. Dezenibrr, 16.30 Uhr: Heim nachmittag. Jüngstengrnppe: Mittwoch, den 30. Dezember: Heimnachmittag. Gruppe L. May und Gruppe R. Steuer Züsammmknnst jedesmal mn 16 U^r, Gruppe Ollendorsf um 16.30 Uhr. Alte Zusammrnkünste finden im Jüdisch:» Jiigetidüeim (Paula Ollendorff-Hausf, Schweidnitzek Stadtgraben 28, stakt. Frankfurt a. M. Dienstag, den 5. Januar 1932: Die Bibel im Lichte moderner Anschauung. Magdeburg. Am Dienstag, 5. Januar 1932, 20.15 Uhr, beginnt im Beremszimmer der Mrndelsfohnloge die Arbeitsgemeinschaft über: „Di: Bibel im Lichte in oder «er, ua urwijseiischiftlich:r Erkenntnisse". Leitung: Frau Fulder, Hildeshrim. Für die „IU"-Rnbrik bestimmte Artikel und Berichte sind bis zum Freitag jeder Woche zu richten an Tr. Ellen ■ Littmann, Berlin-Charlottenburg 9, Bayern«l>.e 27. Ber- I fammlungsanzcigen gehen direkt an die Nedaktion der I. L. 3-, SW 11, Hallefche Straße 1. Vereinsnachrichten Die Juden in der deutschrn Kultur. Der nächste ooder hiesigen Berliner Jüdisch:» Gemeinde veranstaltete religiöse Vortrag findet am 3. Januar 1932, um 11 Vs Uhr, in der Synagoge Prinzregentenstraße 69-70 statl. Georg Herrmann, der Aulor des Jettchen Gebert, spricht über „Die Juden in der Rutschen Kultur". Der Vortrag wird durch musikalische Darbietungen eines ersten Solisten umrahmt. Der Eintritt ist frei. Cemchndeabend. Der nächste Gemeindeabend der Berliner Jüdisch:« Gemeinde findet am Montag, dem -1. Januar, abends um 8t/.> Uhr, in den Kammcrsälen, Tcltower Straße 1-4, statt. Die Rcse reuten werden noch bekannt gegeben. Der Verein zur Unterstützung armer Leidtragender feiert sein Stistungsfcst im Jahre 1932 am Donnerstag, dem 7. Januar 1932, nachmittags 4 Uhr, in der alten Synagoge, Heidcreutcraasse 2-4. Die Festpredigt hält Herr Rabbiner Dr. Jacob Freimann. Vor derselben findet ein feierlicher Hinweis aus die verstorbenen Vorstandsmitglieder und Wohltäter des Vereins statt. ErziehungrberatnngssteHen des Schul- und Talmud-Thora-Borstandes drr Jüdisch:» Gemeinde Berlin. Wir haben Erziehungsberatungsstellen eingerichtet. Diese haben den Zweck, in alten Fragen 1»:r Erziehung Kindern, Eltern und Lehrern Rat zu erteilen. Sprechstunden: Mittwoch von 5 -7 Uhr. Fasancnstraße 79 80, Montag Und Mittivoch von 4—6 Uhr, Mädchenvolksschule, N. 24, Auguststr. 11-13. Ter Jüdisch: Lehrerverband in Prcntzen veranstaltet am 28. Dezember, um 11 Uhr, in der Kleisistraße 10 (Logenhaus), eine öffentliche Borstaudssitzung, zu der Gäste tvillkominen sind. Die Tagesordnung erstreckt sich aus folgende Punkte: Tie Lage der Lehrer und Kultusbcamlen. Ruhegehalt und Hinterbticbenenvcrsorgung. — Bczirksrabbinate und Inspektion des Religionsunterrichts. - Beamtenordnung. I

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