Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 11 (1931)
- Issue
- 15 (15.4.1931)
- Date
- 1931-04-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Versuche gemacht worden, dies Ziel zu erreichen. Aegyptische Pharaonen, assyrische Könige, römische Kaiser, Kreuzritter, die Inquisition usw. erstrebten dieses Ziel. Es wurden alle möglichen Mittel versucht: Verbannung, Gefangenschaft, Konfiszierung des Eigentums, Marter, ein kompliziertes Syrern von schweren und erniedrigenden Ausnahmegesetzen. Es hat aber nichts geholfen, die Juden sind jetzt zahlreicher als zur Zeit König Salomos, leben in allen Ländern und prosperieren in vielen von diesen Ländern. Dass beweist, sagt Tisraeli, daß der Mensch nichts gegen dasNaturgesetzunternehmen kann, demzufolge eine höhere Rasse nicht von einer niedrigeren vernichtet werden kann. Die Juden sind die Vertreter des „semitischen Prinzips", „alles geistigen in unserem Leiben", sie besitzen auch den Sinn für Eigentum, die jüdische Rasse sei daher im Wesen eine konservative Rasse. Die Aufgabe der Staatsmänner hätte also sein sollen, diese Rasse, welche Hüterin der Religion, des Eigentums und der natürlichen Aristokratie ist, zu unterstützen. Statt dessen wird sie verfolgt, was zur Folge hat, daß die Juden überall an der Spitze von revolutionären Bewegungen stehen, welche gegen Tradition, gegen Religion und Eigentum sind, d. h. gegen alles, was gerade der jüdischen Rasse teuer ist. Eben durch diese'Verfolgungen erklärt Disraeli die Tatsache, daß es noch viele .Mil/ionen Juden gibt, die nur an einen Teil der jüdischen Religion glauben, d. h. Christus ablehnen. Eigentlich sollte kein Jude etwas für das Judentum Verletzendes darin sehen, daß die Königin des Himmels eine Jüdin ist, oder daß die Blüte der jüdischen Rasse, d. h. .Christus, zur rechten Seite des Gottes Zebaoth sitzt. Die Juden hätten einsehen sollen, daß gerade Christus mehr für sie getan hat, als alle Fürsten aus dem Hause David, denn eben dank Christus ist jetzt die jüdische Geschichte die bekannteste in der ganzen Welt, werden jetzt in allen Kirchen jüdische Gesetze gelehrt, dank Christus habe das „semitische Prinzip" nicht nur Europa, sondern auch Amerika und Australien erobert. Niemand könne leugnen, daß „Jesus aus Nazareth den ewigen Ruhm der jüdischen Rasse bildet." Diese Gedanken werden in den verschiedenen Romanen Disraelis von seinen Gestalten fortwährend, oft fast mit denselben Worten, wiederholt. Es muß dabei gesagt werden, daß Disraeli sehr häufig in feinen Werken irrtümlich Personen für Juden erklärt, die mit dem Judentum nichts zu tun haben, wie z. B. Mozart, die französischen..Marschälle Soult oder Massena, die deutsche Grafenfamilie Arnim usw. Seine Gestalten reden oft so, als ob es in der Tat eine die Welt beherrschende Judenregierung gibt. Diese Jrrtümer, in welche Disraeli verfällt, aufzuklären, ist hier nicht notwendig. Wichtig ist aber folgendes. Disraeli-Beaconssield wurde oft nicht nur von seinen politischen Feinden, sondern auch von jüdischer Seite als ein Mann dargestellt, der im Grunde genommen nur Jude war, für welchen das Christentum, dem er formell angehörte, nur eine Hülle, wie etwa für die spanischen Marranen, war. Liest man seine Werke unvoreingenommen, 'so muß man diese Deutnug Disraelis entschieden ablehnen. Immer wieder wird bei ihm die Einheit von Judentum und Christentum betont. Das mag dogmatisch und historisch vollkommen falsch sein, der wissenschaftlichen Kritik nicht staihdhalten, das bleibt aber ein Gedanke, der durch alle seine Werke, von der Jugend bis zum späten Alter, unverändert zieht, und zu seinen tiefsten Ueberzeugungen gehört. Richtig wäre daher zu sagen, daß Disraeli- Beaconssield gleichzeitig Jude und Christ war, oder, was vielleicht dasselbe ist, weder das eine noch das andere. Betrachtet man jetzt das historische Vermächtnis Disraelis, so kann ganz objektiv gesagt werden, daß er auf Ltvei Gebieten in seiner politischen Tätigkeit tiefe Spuren hinterlassen hat. Aus dem Gebiete der auswärtigen Politik gehört er zu den Schöpfern jener Periode der englischer Politik, die man jetzt als die Periode des „Imperialismus" bezeichnet und auf die Schaffung eines möglichst ausgedehnten Kolonialbesitzes, wie auch eines möglichst engen Verhältnisses zwischen Mutterland und Kolonien gerichtet ist. Durch Handlungen, wie den Erwerb der Aktien des Suez-Kanals 1874, durch die Annahme 1876 des indischen Kaisertitels durch Königin Victoria, welche ebenfalls auf seine Veranlassung geschah, und durch viele andere seiner Taten, hat Disraeli sehr viel zum Bau des Britischen Reiches beigetragen, in der Form, in der dieses Reich jetzt besteht. Man mag über die Politik be* Imperialismus und die Zukimftsaussichten des Britischen Reiches bettfett, wie man will,, von englischnationalem Standpunkt aber sind alle diese Handlungen Disracli-Beaconssreld selbstverständlich als große Verdienste anzusehen. Nicht umsonst ehren gerade die englischen konservativen Nationalisten das Andenken Beaconsfields so hoch, daß sie sogar für ihre Organisation, die „Priinrose-League", als Synrbol die Lieblingsblume Disraeli angenommen haben. Auch im Innern haben die Gedankengänge Disraelis einen starken Einfluß ausgeübt. Jhnr und seinen Mitkämpfern ist es zuzuschreiben, daß es innerhalb der konservativen Partei in England jetzt sehr weitgehende demokratische Strömungen gibt, und das Verständnis für die sozialen Pflichten gegenüber den Volksmassen in den Reihen der konservativen Partei Englands nicht geringer ist, als in der anderen bürgerlichen, liberal-radikalen englischen Partei. Zum Schluß noch eine kleine Bemerkung. Der Antisemitismus betrachtet die Juden als ein revolutionäres Element, das stets zersetzend und auflösend wirkt und zum Schaffen im nationalen Rahmen der Staaten, mit denen sie geschichtlich jetzt verbunden sind, keine Fähigkeit besitzt. Ein Hinweis aus die Rolle Beaconsfields in der englischen Geschichte genügt, um die ganze Haltlosigkeit dieser Behauptung zu beweisen. Seine Tätigkeit zeigt .'zweifellos, daß dort, wo die notwendigen Bedingungen dazu gegeben sind, die Juden ebenso gut den nationalen Interessen ihrer Heimatländer dienen können, wie ihre christlichen Mitbürger. Dr. I. Lewin. IM«lMII»lIIIIIlMIMIMIMMMlUI»Il«MMMMM«UUIIllNNNMIIIllIIIIlM»»k Annahme von Bestellungen auf die Jüdisch-liberale Zeitung bei allen Postämtern Deutschlands Aus den Gemeinde« Alftttkirchen. (Persönliches.) Lehrer I. Salomon friert« in körperlicher und geistiger Frische seinen 86. Geburtstag und wurde von vielen Seiten durch Aufmerksamkeitei: geehrt und erfreut. Der Jubilar hat 34 Jahre in der Gemeinde das Amt des Lehrers und Kantors bekleidet und leitet auch heute noch ehrenamtlich am Sabbath und an den Feiertagen den Gottesdienst. Die Gemeinde ehrte ihren allgemein geachteten geistigen Führer durch Ueberreichung eines wertvollen 'Geschenks; der Gemeindevorsteher gratulierte im Namen des Gemeinderats, und auch fast sämtliche Amtsgenossen der evangelischen und katholischen Schulen erschienen als Gratulanten. Ebenso hatte der Kreisschulrat seine Glückwünsche ausgesprochen und im Namen der Regierung ein Aratulations- und Anerkennungsschreiben überreicht. Berlin. (Jubiläumsfeier in der Friedhossverwaltung in Weißensee.) Am Rüsttage zum Peßachseste am 1. April feierte «ine Anzahl von Verwaltungsbeamten des Friedhofs Weißensee ihr 25 jähriges Amtsjubiläum. Der gegenwärtige verdienstvolle Friedhofsdirektor Sabersky wurde sowohl von Vertretern des Gcmeindevorstandcs als auch von den Vertretern der Friedhofskommissioi: und anderer Beamtenvereinigungen herzlich beglückwünscht. Ebenso erhielten Ehrengeschenke und ehrende Ansprachen eine größere Anzahl von Angestellten des Friedhofs, unter denen einer sich bereits 40 Jahre beim Friedhof im Amte befindet. Die schlichte Feier vereinigte fast sämtliche Beamten des Friedhofs und der Friedhofs- Kommission und wurde durch Gesänge des Oberkantor Davidsohn verschönt. Berlin. (A m t s j u b i l ä u m.) Herr Hauptkantor Berthold F r i e d m a n n , ein sehr eifriges Mitglied des Liberalen Vereins für die Angelegenheiten der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, feiertu dieser Tage sein 2b jähriges Amtsjubiläum. Herr Berthold Friedmann kam als junger Lehrer nach Berlin, um sich hier für seinen Berus auszubilden. Er hat seine Studien bei den bedeutenden Kantorenbildnern Kantor Frommermanu und dem Musikdirektor Frivdmanu gemacht. Nachdem er ursprünglich in der Religionsgemeinde Charloltenburg angestellt war, kam er schließlich nach einem kurzen Wirken in der Synagoge Fasanenstraße nach der Synagoge Lindenstraßr, in der er seit langem tätig ist und sich großer Beliebtheit erfreut. Im Bezirk Süden ist er eines der eifrigsten Mitglieder unserer Bewegung. Kassel. (Vom Israelitischen G eme in d e verein.) Im Hotel Emanuel fand letzten Sonntag eine stark besuchte Generalversammlung des Israelitischen Gemeindevercins statt. Der Vorsitzende R.-A. Lcwinsohn beleuchtete nach der üblichem Begrüßung die innerhalb der Gemeinde entstandener: Krisen und gab dem Wunsche Ausdruck, daß der Genreindeverein als neutrale Plattform zur Ausgleichung der Gegensätze beitragen könne. Wie die nachchfolgende Aussprache ergab, hat sich diese Erwartung nicht restlos verwirklichen lassen. Generalagent Plaut berichtete über die finairzielle Lage, die Kasse weist einen Ueberschuß von 306 RM. auf. Die turnusgemäß ausscheidenden Mitglieder des Vorstandes wurden wiedergewählt. Bankicr Josef Plaut referierte über „Die Kasseler Wohltätigkeitsan-- staltrn und Vereine" und gab ein aufklärendes Bild der segensreichen Tätigkeit der sechs Wohltätigkeitsvereine, von denen der Armen-- pstegeverein der größte ist, während der Krankenpftegeverein als älteste Wohlfahrtsinstitution der Kasseler jüdischen Gemeinde angesehen »verden muß. Alle Vereine wurden hinsichtlich ihrer Austvirkung auf die soziale Hilfstätigkeit eingehend charakterisiert. Auch die Zentralnwhlfahrtsstelle erfuhr genaue Kennzeichnung ihres Aufgabenkreises. Eine längere Aussprache ließ ^manche Bemängelung der Wandcrarmen-Fürsorge erkennen, während R.-A. Dalberg als Wohlfahrtsdezernent der Gemeinde die große Bedeutung der Zentralwohl-- sahrtsstelle als Organisation des sozialen Hilfsdienstes betonte. Auch die Frage der Darlchnskasse tourde vom Referenten und Diskussionsrednern erörtert. Direktor Richard Gottholft unterzog die von Violen Gemeindemilgliedern mit gemischten Gefühlen ausgenommen« Purim-Beilage der Jüdischen Wochenzeitung einer grundsätzlich ablehnenden Kritik und erhielt vom Verleger die beifällig begrüßte Zusicherung, daß solche Veröffentlichungen nicht mehr erfolgen würden. Einem aus der Versammlung geäußerten Wunsche, daß R.-A. Dr. Kugelmaun die Gründe seines Austritts aus dem Aeltesten-Kollegium darlegc, wurde vorläufig nicht entsprochen, weit darüber in einer demnächst stattfindenden öffentlichen Versammlung der Jüdischen Volks- Partei referiert werden sollte. Der Vorsitzende schloß mit Dankestvortcu die Versammlung. Alm. (Führung durch die Synagoge.) Wie alljährlich tvurde auch in diesem Jahre für christliche Schüler beider Konfessionen aus den Oberklasseu der hiesigen höheren Lehranstalten eiu-c Führung durch die Synagoge veranstaltet. Mit ihren Religionslehrern, von denen die Anregung zu dieser Veranstaltung ausging, hatten sich etwa 80—90 Teilnehmer eingefunden. Tic notwendigen Ertönterungcn wurden durch Rabbiner Dr. Cohn gegeben und mit großem Interesse cntgegengcnommen. Ihre besondere Note erhielt diese Führung dadurch, daß auf Schallplatten synagogale Gesänge zu Gehör gebracht wurden, so Kol nidre, >vobei auf die Entstehung und Bedeutung dieses Gebetes hingcwiefen lvurde; ferner Adonoi, Adonoi, toobei die alte Behauptung, daß Gott nach jüdischer Anschauung ein Gott der Ra-chc und nicht der Liebe sei, ihre Widerlegung erfuhr. Der ^Zortrag moderner Kompositionen (Lewandowski) bot Gelegenheit, auf die erfolgreichen Bemühungen großer jüdischer Männer hinzuweisen. Die Kräfte des Judentums, die durch mittelalterlichen Druck und unverdientes Unrecht bis vor cttva 100 Jahren im allgemeinen zur Untätigkeit verurteilt tvare», iit gemeinnützige moderne Kulturarbeit, hinüberzuleiten. Der Eindruck, den diese Führung hervorries, läßt ihre Nachahmung auch an anderen Orten als wünschenswert erscheinen. Wiesbaden. (Drei Monate Gefängnis für Synag oge nsch ä nd u ng.) Am 8. August vorigen Jahres wurde der Eingang zur Synagoge der Israelitischen Knltusgemeinde Wiesbaden- Biebrich mit einem großen Hakenkreuz bemalt. Bei der Verhandlung vor dein Schöffengericht in Wiesbaden hatten fich vier junge Leute, die der Tat verdächtig waren, zu verantworten. Durch Zeugeneinvernahme wurde festgestellt, daß nur einer der vier Angeklagten, ein 24 jähriger Arbeiter, bei der Ausführung der Tat anivesend ivar.?(itf Grund dieser Feststellung tvurde dieser Angeklagte nach § 304 Str.G.B. — wer vorsätzlich und rechtswidrig ein Haus einer im Staate bestehe»den Religionsgesellschaft beschädigt, tuirb mit Gefängnis bestraft — zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten verurteilt. Die Kultusgemeinde Wiesbaden, die als Nebenklägerii: zugelassen >var, stellte keinen Antrag. Ziegenhain. (Friedhofsver >v ü s! e t a IN W e r k.) Ter hiesige jüdische Friedhof ist von völkischen Rohlingen übel zngerichtct worden. Die um den Friedhof führende Tannenhecke wurde in Brand gesteckt, so daß sie restlos 'zerstört ist. Auch das trockene Gras und die Bäume des Friedhofs wurden ein Opfer der Flammen. Die Ermittelungen der Polizei haben zur Feststellung der Friedhofsschände^ geführl, die nationalsozialistischen Kreisen nahestehen sollen. Es ist bezeichnend, daß die Nazis diese Elemente von sich zu schütteln und den Verdacht auf politische Gegner im sozialdemokratischen Lager zu lenken suchten. Aus der Bewegung Hamburg. (Sc d e rf e ie r.) Tie „Vereinigung für das liberale Judentum" veranstaltete auch in diesem Jahre am zweiten Sederabeiid einen öffentlichen Seder im Gemeindehause Johnsallee. Leidser konnte durch die Rauinverhältnisse nur eine beschränkte Anzahl von Teilnehmerkarten ausgegeben »verden. Der Leiter der Veranstaltung. Herr Dr. Alfred Veis, begrüßte vor Beginn des Seders die zum Teil mir ihren Kindern erschienenen Gäste und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich die 70 anwesenden Personen als eine große Famili-e an diesem Abend betrachten möchten, so wie einst unser Stammvater Jakob mit 70 Personen nach Aegypten gezogen sei. An Hand des Verses aus dem Propheten Maleachi in der Haphthora zu LMatG Hagodaul „Der zurückführt das Herz der Väter zu den Kindern" leitete er zum Seder über, in dessen Mittelpunkt er den Gedonken dieses Prophetcnwortes stellte, daß es eine enge und innige Verknüpfung jüdischer Vergangenheit mit jüdischer Gegenwart gibt. In der zahlreichen Beteiligung JugeMicher glaubt der Redner mit Recht auch eine Hoffnung auf ein« bessere Zukunft sehen zu dürfen. Das vom Restaurant Totkowitz geliefert« Abendessen trug mit dazu bei, eine harmonische Stimmung zu erzeugen, so daß der 1. Vorsitzende der Bereinigung, Herr I. M. Volk, gegen Schluß der Veranstaltung seine Freude über den wohlgelungenen Abend in herzlichen Worten Ausdruck gab und vor allem dem Leiter der Veranstaltung für fein Bemühen aufrichtige Anerkennung zollt«. Für die Teilnehmer dankte noch ein junger russischer Student, der in der Veranstaltung eines solchen Sederabends einen Weg zur Herstellung des Friedens innerhalb der verschiedener: Richtungen des Judentums erblickte. Das Ili-Programm Yerlw. Centiaftmt veranstalinnz«». Bunter Abend am Sonna-end, dem 18. April, abends 8 Uhr, bei Rose Seligsohn, Gr»»evald, Dou-Iasstr. 36. Aufführung der Komödte „L'anglair tek qu'oa le parke" („So spricht man Englisch^ von Tristan Vernarb; Regie: Brun» Sommerfeld. Ordentliche Mitglie»er»erfamml«ag am Sonntag, dem 26. April, vormittags 10.38 Uhr, Rosenstraße 2*4. Tagesordnung: 1. Verzicht des Vorstandes Über dar abgelaufene Jahr. 2. Bericht des Beirats. 3. Aussprache über den Bericht und Entlastung des Vorstandes. 4. Reu.-' wähl des Vorstandes und des Beirats. 5. Aussprache übet die künftige Arbeit des Jli. Aellereagrnppe. Der Heimabend am Donnerstag, dem 16. April, fällt aus. — Am Donnerstag, dem 23. April, abends 8 Uhr, Heimabend bei Ellen Littmann, Lharlottrnburg, Neue Kantstraß« 6. Weste». Heimabend am Montag, dem 20. April, abends 8 Uhr, bei Hilde Weglein, Sybelstrahe 45. Thema: Demokratie und Sozialismus. Olioa und Nru-Lharloltenbarg. Heimabend am Mriktwoch, dem 22. April, abends 8 Uhr, bei Marcus«, Taunusstraße 23. Hermrdors. Heimabend am Dienstag, dem 14. April, abends 8 Uhr, i« Heim, Aldrechtstraße 16. Thema: Anlifemitismus. Heimabend am Dienstag, dem 21. April, abends S Uhr, im Heim, Aldrechtstraße 16. Berti«. Jugmdgemeinschast der Jüdischen Resormgemeinde. Montag, den 26. April, abends 8 Uhr, im Mvffe-Haus, Leipziger Platz 15, Bortrag des Herr« Re^sanwalt Dr. Erich Eyck über „Walther Ratheuau und Hugo Preuß". Gäste willkommen! — Mittwoch, den 22. April, abends 8 Uhr, Arbeitsgemeinschaft unter Leitung des Herrn Dr. Lehmann über „Prophetisches Schrifttum" bei Dr. Kubatzky, Kantstraße 6. Breslau. Gemeinsame Beranstaitungen der Haupt- und der Jüngeren- Gruppe: Mittwoch, de« 22. April, 26.15 Uhr: Geueraloerfammkung. Jüngeren-Gruppe: Dienstag, den 21. April, 16.36 Uhr, Aussprache» nachmittag: „Unsere Sommerardeit". Jüngsten-Gruppr: Montag, de« 21. April, 16 Uhr, im Jugendheim. Frankfurt a. M. Dienstag, de« 21. April: Dr. Hugo Hoffman« spricht über „Die Zuknnstsausgaben des Liberalismus". Sereinsnachrichten Tie Schule der jüdischen Jugend beginnt ihr Sommersemestoc mit einer Eröffnungsveranstaltung am Sonnabend, dem 18. April, 8 Uhr abends, in der Aula der Mädchenschule, Kaiserstraße 29-30. Arnold Zweig spricht über „Fritz Mordechai Kaufmann". Weitere Veranstaltungen sind aus dem Arbeitsplan ersichtlich, der kostenlos in allen jüdischen Buchhandlungen, an den Theaterkassen Hermann Tietz, Alexanderplatz, Leipziger Straße, Frankfurter Allee, Kaufhaus des Westens und in der Geschäftsstelle der Schule, N. 24, Oranienburger Straße 29 (T 2 Weide,wamm 5921), erhältlich ist. Der Jüdisch! Turn- und Sport-Club 1665 konitte in dem Handball-Blitz-Turnier des Sportvereins Buckow den 2. Platz erringen. Es ist ihm hier gelungen, bekannte Vereine der Liga und 1. Klasse zu schlagen. Durch Pech war es dem J.T..S.C. nicht möglich, den 1. Preis zu erringen, da er im Entscheidungsspiel um den Endsieger gegen den Sportverein Humboldt 1 :0 unterlag. Doch ist die Erringung des 2. Preises sehr beachtenswert, da es dem J.T.S..C gelang, Vereine, die 2 oder 3 Klassen höher spielen, zu schlagen. Ter J.T.S.C. 05 hat seinen Tennisbetriev für die Sommersaison bereits eröffnet. Hier ist jedem Gelegenheit geboten, für billiges Geld, die ganze Saison beträgt nur Mk. 25,—, sich dem Tennissport unter fachmännischer Leitung zu widmen. Es stehen uns Wochen^ tags und Sonntags mehrere Tennisplätze Einsame Pappel, Danziger Straße, zur Verfügung. Die Leichtathleten trainieren unter Leitung bewährter Sport-Lehrer und Lehrerinnen jeden Dienstag und Donnerstag auf den: Sportplatz Einsame Pappel, Cantianstraße. Die Jahresversammlung des Hilfsvereins der Deutschen Juden findet Sonntag, den 19. April 1931, pünktlich 11 Uhr vormittags, in: .Hotel „Kaiserhof", Wilhelmplatz, statt. Diese Jahresversammlung bildet einen bedeutungsvollen Abschnitt in der Geschichte des HilfsvcrcinS der Deutschen Juden, der nunmehr aus ein 90 jähriges Wirken zurückblickt. Tie Jahresversammlung wird durch den Vorsitzenden des Hilfsvereins der Deutschen Juden, Herrn Dr. James Simon, eröffnet. Geschäftliches Der neu gegründete Verein Farnllienfchntz, Gemeinnütziger Verein für Hinterbliebenenfürforge der Mitglieder jüdischer Gemeinden e. B., hat sich die angesichts der schwierigen Wirtschaftslage weitester jüdischer Kreise besonders wichtige Ausgabe gestellt, auch denjenigen die Möglichkeit einer Vorsorge für die Familie zu geben, deren wirtschaftliche Verhältnisse große Ersparnisse nickt gestatten. Bereits für einen Monatsbeitrag von Mk. 2,— wird rin erhebliches Sterbegeld zur Verfügung gestellt, das gestattet, Mittel für die erste:: großen Ausgaben, die jeder Trauerfall in der Familie zu verursachen Pflegt, bereit zu "stellen. Der Familienschutz ist als gemeinnütziger Verein dazu bestimmt, allen jüdische:: Kreisen als Instrument der Familienfürsorge zu dienen und ist durch die besonders sozial wirkenden Einrichtungen (Doppelauszahlung bei Unfalltod, Kindcrsterbegeld-Versicherung, Erhöhung des Sterbegeldes durch die Dividende) in der Lage, weitestigehende Vorteile zu bieten. Seine Gründung geht auf die Initiative maßgebender Persönlichkeiten der jüdischen Oefsentlichkeit zurück, die auch dem Berwaltungsrat angehören. Anfragen von Interessenten sind zu rickten an Familienschutz, Gemeinnütziger Verein für Hinter-- bliebencnfürforge der Mitglieder jüdischer Gemeinden, Berlin W. 9, Friedrich Ebertstraße 2-3, Tel. Kurfürst 8464. Haupt- oder nebenberufliche Mitarbeiter werden gesucht. Wir verweisen auf die heutig- Annonce.