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Jüdisch-liberale Zeitung · 1931-03-04 · 8-9 (4.3.1931) · page 8

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
11 (1931)
Issue
8-9 (4.3.1931)
Date
1931-03-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Äreifen und Schichten der jüdischen Gemeinde ermorden habe. Uber *»ch darüber hinaus erfreut sich dieser herzensgütige und edle Menschenfreund außergewöhnlich großer Wertschätzung namentlich auch öe» den städtischen und staatlichen Behörden, vor derien er die Anliegen seiner Gemeinde stets mit klugem Takt vertrat. Herr Blumcnau hat sich als der getreue Eckart der ehrwürdigen Kölner Gemeinde 6e* währt und allgemein ist das Bedauern darüber,- daß «r sich aus dem Dsfentlichen Leben zurückzicht. Königsberg. (Die G e m c i n d c k ö r p e r s ch a s t c n zur Rats wähl.) Der Vorstand und die Rcpräsentantenversammlung der Königsbcrgcr Synagogengemeinde hielten am Mittwoch, dem 25. Februar, eine gemeinschaftliche Sitzung ab, die sich im wescntliclien mit den Wahlen zum Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden zu befassen hatte. Nach voranfgegangeuer Diskussion, »n der'sich Repräseictant Wolfs und der Gemeindevorsitzende Geheimrat Falkenheim beteiligt hatten, wurde zur Abstimmung geschritten. Sowohl der Vorstand als auch die Rcpräscntanteuversammlung entschieden sich für den Wahlvorschlag: Gehciinrat Professor Faltenheim jGemeindcvorsitzmder), Sally Joachim (stellvertretender Genie i »dev orsitzender), Max Jriedland (geschäftsführender Vorsitzender der Syna -ogengcmcinde Elbing). Die Abstimmung der Synagogengemeinde Königsberg zählt laut den Bestimmungen des Landesverbandes für <3 Stimmen. Das Resultat wurde vom Kreiswahlleiter Rechtsanwalt Dr, Ehrlich-Königsberg zugelcitet. Nach der Abstimmung fand eine Debatte über Schächtangelegenheiten statt. Außerdem ivurde eine Personalangelegmheit erledigt. Königsberg. (Walter Silberstein gestorben.) Der hochangesehene jüdische Kaufmann Walter Sitberstein, der hier früher unter der Firma Silberstein ein großes Kaufhaus betrieb, ist im Alter von sechzig Jahren in Dresden gestorben. Walter Silberstein, der auf jüdisch-liberalem Boden stand, bekleidete zahlreiche Ehrenämter. Er'war vor dem Krieg Mitglied der Königsberger Stadtverordnetenversammlung sowie Handelskammermitglied. Außerdem war er 'Handelsrichter. Die Ortsgruppe Königsberg des Reichsbundes des Textil- Handels leitete er lange Jahre hindurch und wurde bei seinem Ausscheiden aus dem Amt des Vorsitzenden zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Die Einäscherung erfolgte in Dresden. Leipzig. (G t m c i n b c i itzun g.) Eine am 23. Februar abgehaltene Gemeindesitzung beschäftigte sich mit der Mandats Niederlegung seitens der Vertreter der jüdischen Volkspartei. Diese hatten unter anderen Anträgen den auf Verleihung des völlig gleichen Wahlrechts an sämtliche Gcmemdemitglieder gestellt, und als die liberale Fraktion eine Erörterung der schon wiederholt besprochenen Frage im Interesse der ruhigen Entwicklung der Gemeinde abgelehnt hatte, in einer Erklärung ihre Mandate niedcrgclcgt. Namens der liberalen Fraktion führte nun Gem.-Ver. Justizrat Löwen stein aus, daß die Liberalen die für die Amtsniederlegung angeführten Gründe nicht als stichhaltig ancr kennen und in Uebcrcinstinimung mit den Gemeindcsatznngen die Kerordncten nicht aus ihren Aemtern entlassen könnten. Dieser Antrag fand einstimmige Annahme. — Zur endgültigen Annahme gelangte in dieser Sitzung eirdlich auch die seit langem bearbeitete Fried' Hofsordnung. Bei der früheren Beratung aufgeivorsene Einzelfragen bezüglich der Zulassung von 'Frauen für Ansprachen bei Bestattungsfeiern uird der Ocsfnnng des Friedhofs an Sabbaten und Festtagen wurden gemäß den Vorschlägen des Vorstandes dahin erledigt, daß, ohne eine ausdrücklich in die Friedhofsoidnnng ansgenommene Bestimmung, die Zulassung von Frauen grundsätzlich zugestanden wird, aber in jedem Falle besonders geprüft werden soll, und daß, ebenfalls ohne eine ausdrückliche Festlegung in der Friedhofsordnung, Besuche der Friedhöfe au Sabbaten und Festtagen für bestimmte Fälle zugelassen werden. Besonderes Interesse verdient au dieser Stelle die in der Gemeindcsitzung erneut erhobene Einwendung dagegen, daß das Dezernat über den Friedhof in den Händeir des liberalen Gemeinderabbiners liegt. Seit Jahren schon sind Bestrebungen im Gange, auch dieses Dezernat dem orthodoxen Rabbinat zu übertragen. Abgesehen von anderen Erwägungen, gibt den Liberalen der Umstand einen sicheren Rückhalt, daß gegenwärtig die Verwaltung dieses Dezernats ein vertragliches Recht des liberalen Gemeinderabbiners darstcllt, so daß daran nichts geändert werden kann. Die Beharrlichkeit der Orthodoxen in diesem Punkte tvird dadurch gekennzeichnet, daß die Anregung erneut erhoben wurde, obwohl schon in einer ganzen Reihe von Besprechungen auf diese cntgegenstchendeli. Momente hingewiesen worden war. Die Anregung mußte demgemäß auch, zurückgezogen werden. — Aus dem weiteren Verlauf der Sitzung verdient Erwähnung, daß die Gemeinde einen Betrag für Notbeihilfen an jüdische Erwerbslose bewilligte (eine unter den Verordneten vorgenommene Sammlung brachte außerdem fast 1800,— Mk. aus); die Frage des Anschlusses an den Landes-Pensions-Verband oder an eine andere Versicherungsgesellschaft tvegen der Ruhe-, Witwen- und Waisenversorgung der Beamten und Angestellten der Gemeinde soll noch lyeiter erörtert werden: der Vorstand empfahl, der Frage der Selbstvcrsicherung durch Einsetzung regelmäßiger Posten in den Haushaltplan uäherzutretcn, und demgemäß wurde beschlossen. Plauen i. B. (Aus der Gemeinde.) Die schon in vielen anderen liberalen Synagogen seit langem getroffene Einrichtung, daß an einem Sonntag durch einen Rabbiner ein philosophischer Vortrag gehalten wird, haben wir uns nunmehr astch zu eigen gemacht. Nachdem schon im vergangenen Jahr Herr Rabbiner Dr. Goldmanu aus Leipzig im Rahmen einer Friedensfeier zu uns sprach, hat am 15. Februar d. I. Herr Rabbiner Dr. Wolf aus Dresden über „Israelitischen ProphctismnS" in tiefschürfender Weise und doch in allgemein verständlicher Weise sein großes Wissen vor uns cmsgcbrcitct. Zu diesem Vortrag, der von Darbietungen des Synagogcnchors würdig umrahmt war, ist öffentlich cingcladen worden und haben dieser Einladung sehr viele Andersgläubige Folge geleistet, so daß die Syna - goge fast bis ans den letzten Platz besetzt toar. Wir wollen diese öffentlichen Vorträge sortsetzcn, da wir dadurch auch ein sehr wirkungsvolles Mittel zur Aufklärung über uns nind über unsere Glaubensregeln haben. Mit zwei weiteren bekannten Kanzelrednern liberaler Richtung werden diesbezügliche Verhandlungen gepflogen. — Wie schon in unserem Bericht über die letzte Sitzung des Gemeinderates berichtet wurde, hat der „Freiheitskainps" in ganz rüder und unwahrer Weise Behauptungen, über die durch unseren Prediger Herrn Em. Heimann gegebenen Erklärungen bei den Führungen der Schüler der Höheren Lehranstalten durch die Synagoge, ausgestellt. Die Berichtigung des Herrn Heimann quittierte der „Freihcitskamps" damit, daß er in seiner Zeitung zwar den Erhalt der Berichtigung bestätigte, ihn zu bringen aber ablehnt, da er „jüdische Mitarbeiter nicht wünsche". Es ist nunmehr Strafantrag gegen diese Zeitung gestellt worden. Da übrigens in gleicher Sache die Nationa>lsozialisten im Sächsischen Landtag eine Anfrage gestellt hatten, kam der Vorfall auch im Landtag zur Sprache. Der Vertreter des Kultusministers stellte an Hand der eingczogenen Erkundigungen fest, daß an dem ganzen Gerede der Nationalsozialisten auch nicht ein wahres Wort sei. Es haben sich im Gegenteil Schulleiter von sich aus, und nicht etwa auf Anfrage, über das von Heimann Gebotene sehr anerkennenswert und dankbar in Privatschrciben -an Herrn Prediger Heimann geäußert. Zu der Interpellation nahm außer den Sozialdemokraten keine Partei Stellung. Diese aber rechneten sehr scharf mit den Nationalsozialisten ab und wiesen nach, daß auch Nationalsozialisten Synagogen aufsuchen, wenn es ihnen zweckentsprechend sei, nämlich dann, wenn sie sich auf der Flucht befinden und einen Schutz benötigen! So ist es im vorigen Jahr in Frankfurt geschehen. — Wir aber setzen umbekümmert um solche Anfeindungen unsere Führungen durch die Synagoge fort und können feststellen, daß diese Führungen immer stark besucht sind. Danksagung. Wir werden von Frau Mathilde Caspary, der Witlvc Eugen Caspatys, um Veröffentlichung nachstehender Zeilen gebeten: Meine Söhne und ich haben eine so große Zahl von Beileidsschreiben erhalten, daß es uns unmöglich ist, jedes einzelne zu beantworten. Wir möchten deshalb unseren Dank auf diesem Wege zum Ausdruck bringen. Aus der Ai-Bewegung j _®H|| Drra»t««rN.: Slibeitsgtwcinidjoff jüdisch-liberaler Zugeadoereiae Deutschland»! j Redaktion: Dr. Ellen LUlmoan. Berlin s ....*.......«J Roch ein Wort zu den „Glaubensartikeln der liberalen Jugend" Von Rabbiner T>r. Norden, Elberfeld. Wir veröffentlichen noch folgenden Artikel, da in der gegnerischen Presse eine heftige Polemik gegen die Ausführungen von Dr. Gottschalk geführt wird, und schließen damit endgültig die Diskussion. Die Redatlion. In einem kurzen Aufsatz in Nr. 4 der Jüdisch-liberalen Zeitung hat Rabbiner Tr. Gottschalk (Köln) Glaubensartikel für liberale Jugend ausgestellt; und Nr. 5 des Blattes brachte eine Entgegnung von Rabbiner Tr. Tienemann (Ossenbach). Die Entgegnung ist in ihrer Form geradezu vorbildlich zu nennen: bei aller sachlichen Ablehnung kein Wort der Verketzerung des Gegners, wie das bei theologischen Streitigkeiten so häufig geschehen ist und auch heutzutage noch leider nicht selteng eschieht. Auch in der Sache selbst wird man Tienemann in manchem Punkt beiyftichten müssen. So sicher es ist, daß. die Glaubensartikel Goltschatks der Ausdruck eitles tiesreligiösen Gemütes sind, so dürfen sie doch nicht ganz allgemein als Glaubensüberzeugungen für die gesamte jüdisch-religiöse Jugend hingestellt werden. Und auch darin hat Tienemann recht, daß. er es mißbilligt, wenn GottschaU an dem uralten Priestersegen der Thora eine Veränderung vornimmt uno das schötie „Ter Ewige segne und behüte dich" wiedergibt mit: „Tie ewige Gott-Herzenskraft segne und behrite dich". Das ist denn doch eine Vergewaltigung des Bibelwortes, die nlan nicht gutheißen kann. Endlich bemängelt Tienemann mit Recht, daß manches in den Sätzen Gottschalks der Klarheit und ^Verständlichkeit entbehrt. Wenn Tienemann nun aber meint, die Glaubensartikel seien richtiger U ng l aub en s artikel zu nennen, fo geht er m. E. zn weit. Wohl übt Gottschalk an überlieferten Glaubensmeinungen Kritik; aber er unterläßt es nicht, andere Glaubenstncinungcn in ganz positiver Form an deren Stelle zu setzen. Und nur darum kann der Streit gehen, ob und"inwieweit damit nun auch wirklich ein Besseres an die Stelle des Guten gesetzt worden ist. Man kann darüber verschiedener Meinung sein. Mir scheint, als sei die Gottesvorstellung Gottschalks mit der unserer „Richtlinien" („die Lehre von dem einig-einzigen, rein geistigen, heiligen Gott, dem Gott der Gerechtigkeit und Liebe") durchaus vereinbar. Vom „persönlichen" Gott sprechen die „Richtlinien" nicht. Aus gutem Grund: denn was bedeutet „persönlicher" Gott? Tarüntcr rann sich jeder/ etwas anderes vorstellen. WaS mich aber hauptsächlich veranlaßt, in dieser Sache das Wort zu nehmen, das ist das Urteil, das Dienemann über das Verhältnis Spinozas zu jüdischer Religiosität fällt. Tienemann stellt die kateaarische Behauptung auf, „daß Spinoza und jüdische Religiosität ein Unvereinbares sind und von der ersten Sekunde an wie Feuer und Wasser zu einander standen und stehen munten." In diesem Punkt muß ich meinem verehrten KoUcaen widersprechen. Zwar unterliegt es keinem Zweifel, daß. manche jüdische Denker (in der neuesten Zeit noch Hermann Cohen) Pantheismus und jüdischen Gottesbegriff für unversöhnlicher Gegensätze gehalten haben. Doch auf der anderen Seite gab es uns gibt es denkende Juden, die den jüdischen Gottesbegriff in pantheistischem Sinn ansaefaß.t wissen wollen. Wenn der Verfasser der erhabenen Schire ha-jichud, der „Lieder von der Einzigkeit Gottes" in seinem dritten Lied singt: „Von Ewigkeit zu Ewigkeit sind alle Tinge in dir und du in ihnen allen": ,.Tu umgibst das All und füllest das All; und indem das All vorhanden ist, bist du. im All": ..nichts gibt cs über uno nichts unter dir, nicksts außerhalb deiner und nichts zwischen dir": „oor dem All warst du'alles, und indem das All vorhanden ist, erfüllest du alles": so ist es klar, daß hier der Mittelalterl i ch e j ü d i s ch e Dich t e r (vermutlich Samuels der „Fronimc"'1 lange vor S p i n o z a d e in P a n t h e i s m n s g eh u l d i g t h a t. Auch im Thorakommentar des Abraham ihn Esra finden sich pantheistische Tesinitionen des Gottesbegris fes Vielleicht (ich sage ausdrücklich nur: vielleicht) dürfen wir sogar den Huldigungsgesang der Engel bei Jesaja' ..Voll ist die ganze Erde von seiner Herrlichkeit" in Pantheist nckem Sinn deuten. Ich unterschreibe den Säst Dienemanns: „Ter Glaube an einen waltenden Gott gehört zum Wesen und Kern des Judentums." Wie wir uns aber das götlliche Walten zu denken haben, ob ausherwelllich oder innerweltlich, darüber gehen die Meinungen eben auseinander. Es gibt ntcht w eni ge ernst e und ehrliche Bek e n n e r des Judentums, denen die s v i n o z i ft i sche Gottesaupsafsung eine wahre Seelen era uickun g ist, die gerade in dieser Au fsasfn n a den tiefen S v'’ii n jüdischer Weltanschauung erblicken. Sollen wir von diesen jüdischen Menschen sagen, sie hätten den Boden oes Judentums verlassen? Tie Orthodoxie tut es, und sie tut es von ihrem Standpunkt aus mit Recht; der Liberalismus kann es nicht tun, ohne sich selbst Schaden zuzufügen. Daß, diese subtile resigionsvhilosophische Frage im Rahmen einer Zeitunaskontroverse nicht erschöpfend behandelt werden kann, ist mir natürlich bewußt. Gedanken zu Purim Von Elli Markus, Jli-Frankfurt a. M. Die Juden Susas sind zum Untergang verdammt durch einen sich in seiner menschlichen Macht göttlich dünkenden Menschen. Sie sehen keine Rettung mehr vor diesem fürchterlichen Schicksal: der Vernichtung von jüdischem Volk, jüdischem Geist und jüdischer Kultur. Doch Gott läßt den mörderischen Plan des Haman durch ein Wunder vereiteln. Esther, ein einfaches Mädchen aus dem jüdischen Volk, steigt zu der Würde einer Königin von Persien ernpor. In der nun folgenden Zeit der Verzweiflung gibt ihr ihr Goltvertrauen allein die Kraft, für ihr Volk zu bitten, und damit das Unheil abzuwenden. Die persischen Juden erheben sich aus Sack und Asche, die finstere Gestalt der Vernichtung ist gebannt, ein wiedergeborenes Volk. bftcht nur in Persien drohte Israel der Untergang. In allen Landern, in denen die Inden ihr Vaterland zu finden suchten, feindete man sie ihres Judentums wegen an, in den heidnischen wie auch später in christlichen Ländern. Wir sind an Kampf gewöhnt. Schon in dem Namen ,^JsraÄ", „Gotteskämpfer", liegt unser Beruf zum Kamps ausgesprochen. Aber nicht einen Kamps mit Waffen sollen wir führen, sondern erneu geiftigen Kampf für unseren Glauben. * Was hat sich nun geändert in diesen Jahrhunderten? Steht man uns Juden heute nicht noch gerade so feind uch gegenüber wie damals in Susa? Nein und Ja! Wir deutschen Juden sind heute dem Gesetze nach dem sche Staatsbürger, fühlen uns als Deutsche und arbeiten körperlich und geistig mit und für Deutschland. Doch immer werden wir wie schon seit Jahrhunderten — als Inden - gehaßt. Würde sich die große Zahl der andersgläubigen TeuG scheu überlegen, daß auf dem deutschen Volk seit über einem Jahrzehnt das gleiche Schicksal lastet wie auf den Judeu seit Jahrhunderten, von der ganzen Welt unterdrückt und zurückgesetzt zu werden, so dürfte auch ihnen in diesen Tagen der Not der 5)aß auf die Juden besonders verfehlt erscheinen; auch die deutsche Juden Helsen ja mit an dem Wiederaufbau Deutschlands. Lie streben als Deutsche für den Frieden und die Freiheit ihres Vaterlandes, als Weltbürger für die Ber einigung der Menschheit zu einem Reich der Wahrheit, der Liebe und des Friedens. ^4444-44444-444444444 «4 »4 44444444 »4444444444»«4»4»444444»»44 > i * | Das Ili-Programm ji * jj ->444♦♦<»44444444 440»444444»»4»♦♦♦♦♦♦♦♦♦»4»»»♦♦4»4»44»»4 i Berlin. Gemeinsame Veralrstaltungea. Montag, den 9. März, abends 8 Uhr, Vcrrvailuu.qsgcbände Fasanenstcaßc 79-80: Beginn der Ardeitsgememschaft über „Die Iheorrüjchea und praktischrn Grundlagen des liberalen Judenlnurs". Leitung: La -dgerichwrat Dr. Arthur Lilienthal, Dr. Ellen Littmann. Dienstag, den lo. Mä.z, abends 8 Uhr, im Vorlragssaal der Synagoge Fajanrnstraße 79-80, Vortrag von Dr. Ellen Lillmann. Thema: David Friedläirders Lendschrcibrn an den Probst Teller <1799). Versuch einer SUaubrnsoereiniZUNg auf der Grundlage der Aufllärung. Aellerengruppe. Heimaderrd am Dontterstag, dem 5. März, abends 8.30 Uhr, »ei Ellen Littmann, Neue Kautftratze 6. Thema: Di: frairzösifche Rrookirtion und die Juden. Oliva iml Neu-Charloitenburg. Heimabend am Mittwoch, dem 4. März, abends 8 Uhr, bei Herbert Schwarz, Jagvwstratze 43. Heimabend am Mittwoch, dem 11. März, abends 3 Uhr, bei Marcuse, Friedenau, Taunusstraße 23. Thema: Diskussion iibrr den Vortrag von Julius Bab. Hermsdorf. Heimabend am Mittwoch, dem 4. März, abends 3 Uhr, im Heim, Albrcchtftraße 10. Thema: Wassermann, Mein Weg als Deutscher und Jude. Hermsdorf (Kükengruppe). Heimabend am Donnerstag, dem 11. März, nachmittags 6 Aßr» im Heim, Aibrechtftraße 10. Breslau. Hauptgruppe: Mittwoch, den 4. März, 20.15 Uhr: 2. Ausspracheabend unter Leitung von Erich Vulkan: „Unsere Stellung innerßmlb der jüdischen Gemeinschaft". — Jüngeren-Gruppe: Dienstag, den 19. März, 20 llhr: Vortrag von Herrn Gemernderabbiner Dr. Hermann Bogslstein: „Tradition und Fortschritt". — Eeurcinsa«« Veranstaltung der Haupt- und Jüngeren-Gruppe: Sonnabend, den 7. März. 20.30 Uhr, im „Schlesischen Hof", Bifchvsstreße 4-5: Purimsest. — Jüngstrn-Gruppe: Montag, den 9. März, 16 Uhr: Purimfeier im Jugendheim. — Arbeitsgemeinschaften und Stndjenlreise siehe Programm. — Freitag, den 6. März, 19.30 Uhr: Spätgrttesdienst in der Wochmtagssynagoge. Frankfurt a. M. Dienstag, den 10. März: Referendar Werner Hochheimer und Hella Lion sprechen über: „Gebet und Gottesdienst". Liegnitz. Dienstag, den 12. März, Vorbesprechung für unsere Werbeveranstaltnna mit Erich Vulkan, Breslau, im Gemeindehaus, Beginn 3.15 Ahr abends. BeremsnachrLckwU Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Berlin, Bezirk Ost. Am Montag, dem 9. März 1931, abends 8 Uhr, Vortragsabent» iir den Concordia-Feftsäten, Andreasstraße 64. Thema: „Stnrm über Deutschland". Referent: Kam. Dr. Ludwig Freund. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Berlin, Bezirk Charlottenburg, veranstaltet am Sonnabend, dem 14. März d. I., abends 8.30 Uhr, ein Purim-Vergnügen im Leon-Saal (Kabaret der Komiker), Kursürftendamm 156. Freie Jüdische Volkshochschule, N. 24, Oranienburger Straße 29, Weidcndamm D 2 5921. Im März beginnen folgende Bortragszykl<n: Freie Aussprache über religiöse Fragen, eingeleitet von Rabbiner Dr. Max Wiener. B Abende, Montag 8tzt>—10 Uhr, Synagoge. Fasancnstraße, Beginn 2. März. Sederabeird und Pessachhagada. Rabbiner Dr. I. Bergmann: Die Hagada und die Sederfeier; Dr. Kart Schtvarz: Die bildende Kunst am Sederabend, mit Lichtbildern; Oberkantor Guttmann: Die Melodien des Sedcrabends. 3 Abende, Mittwoch 8—9 .Uhr, Synagoge Fasanenstraße, Beginn 4. März. Der Wandel des Hebräischen in Schrift und Aussprache: Studienrat Kurt Hammerstein. 4 Abende, Mittwoch 9—10 Uhr, Synagoge Fasanenstraße, Beginn 4. März. Der Jüdische Turnurrd Sport-Club 1905 eröffnet am 2. oesp. 5. März eine neue Knaben- und Mädchen-Abteilung. Diese Abteilungen turnen in der Choriner Straße 74, und zwar: die Knaben am Donnerstag und die Mädchen am Montag von 17hft bis 19^ Uhr. Auf diesen Abenden wird Leichtathletik, Turnen und Gymnastik gepflegt. Anmeldungen sind in der Turnhalle selbst oder in der Geschäftsstelle des Jüdischen Turn- und Sport-Clubs 1905, S.O. 16, Rungcstraße 13, Jannowitz 1668, zu machen. Schule der Jüdischen Jugend (Ekschäftsstclle Berlin N. 24, Oranienburger Straße 29, Weidendamm D 2 5921). Dr. Simon. Rawidowitsch spricht im Zyklus „Das jüdische Kulturerbe" über Haskalah (Judentum und neue Welt) anr Dienstag, dem 10. März, abends 8 Uhr, in der Aula der Mädchenschule, Auguststraße 11-13. Verband Berlin des Jüdische» Frauenbundes E. 8. Am 10. März 1931, abends tz/z8 Uhr, im Roten Saal des Brüdervereinshanses, Kurfürstenstraße 115-16: 1. Mitgliederversammlung, a) Jahresbericht, b) Kassenbericht, c) Verschiedenes. 2. Bortrag von Frau Margarete v. Bendemann-Sußman, Frankfurt a. M.: „Die Problematik des heutigen Franendaseins". Gäste herzlich willkommen. Der Bortrag beginnt pünktlich 8^/4 Uhr. Bei Beginn des lLortrags werden dve Sarltüren geschlossen.

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