Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 11 (1931)
- Issue
- 6 (11.2.1931)
- Date
- 1931-02-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2613366-2614107-2614113--3892-2621535- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
=!★:; Das Ili-Programm j* Berlin. Gemeinsam« Veranstalt»«-*«. Am Donnerstag, dem 12. Februar, abends 8 Uhr, in der Synagoge Fasanevstratze 79, hält Herr Julius Bab einen Vortrag über das Thema: Die Juden und -er deutsche Geist. Wir machen unsere Jli-Mitglie-er auf folgende beiden Arbelts« gemeinschaften ausmerksam: 1. „Die theoretischen und praktisch«» Grundlage» des liberalen Judentums". Leitung: Landgerichtsrak Dr. Arthur Lilienthal, Dr. Ellen Littmann. Beginn: Montag, de« 23. Februar, abends 20 (8) Uhr, im Verwaltungsgebäude der Synagoge Fasanenstrahe 79. 2. „Was haben die jüdischen Feste der Jugend z» sagen?" Diese Arbeitsgemeinschaft wird geleitet von George Gvetz, der zur Einleitung zwei Vorträge halten wird, und zwar: ad „Ueber de» Sinn des Betens"; b) „Die Gestaltung des modernen jüdischen Gottesdienstes". Beginn: Dienstag, den 17. Februar, abends 20 (8) Ahr, im Verwaltungsgebäude der Jüdischen Gemeinde, Rofenstraße 2-4. Arlterengruppe: Der Heimabend findet nicht am Mittwoch, dem 11. Februar, sondern am Donnerstag, dem 19. Februar, abends 8.30 Uhr, bei Ellen Littmann, Neue Kaulstraße 6, statt. Thema: Die jüdische Frau im Zeitalter der Romantik. Oliva und Neu-Charlotteoburg. Heimabend am Mittwoch, dem 11. Februar, abends 8 Uhr, bei Marcuse, Friedenau, Tauriusstraße 23. Westen. Mittwoch, den 11. Februar, abends 8 Uhr, Hrimabead bei Hilde Wegkein, Sybelstraße 45. Thema: Indische Geistesströmungen. Montag, den 16. Februar, Heimabend bei Heinz Schneemann, Pariser Straße 8. Thema: Tolstoi. Pankow-Osten. Donnerstag, den 26. Februar, 8.15 Uhr abends, bei Ilse Lohn. Schönhauser Allee 132. Thema: Platon, Phaidon. Steglitz. Montag, den 16. Februar, abends 7 Uhr, bei Martin Glaß, Zehlendorf, Am Lappjagen II fAm U-Bahnhof Onkel Toms Hütte). Thema: Messianismus. Hermsdors (KLlcngruppej. Heimabend am Donnerstag, dem 19. Februar, nachmittags 6 Uhr, im Heim, Albrcchtstraße 10. Es ist geplant, im Sommer eine Spvrtgruppe zu gründen, die im Freien Sport (Schwimmen, Völkerball usw.s treiben will. Wer daran terlnehmen will, melde sich bei Walter Kellermann, Char- »»ttenburg, Kncsebeckstraße 56-57. * Gebt Spenden für die Wanderlasse des Jli-Brrlru! Postscheckkonto: Hildegard Bach, Vcrlin-Schönrberg, Nr. 1-14 893, mit dem Vermerk Wandcrkasse. Berlin. Jngendgemeinschast der Jüdischen Reformgemeinde. Am Mittwoch, dem 18. Februar, abends 8 Uhr: Collegium mnsicum über' I. S. Bach bei Walter Bendir, Charlottenburg, Dahlmannstratze 29. Breslau. Gemeinsame Veranstaltung der Haupt- und der Jüngeren-Eruppe: Freitag, den 13. Februar, 20.30 Uhr, iui Saal des Jugendheimes: Freitagabendfeier. Jüngeren-Gruppe: Dienstag, den 17. Februar, 16.30 Uhr: „Die Gedankenwelt des jüdische» Liberalismus"; Ausfprachezyllus unter Leitung von Julian Sauer (1. Nachmittag). Jüngsten-Krnppe: Montag, den 16. Februar, 16 Uhr, im Jugendheim. Arbeitsgemeinschaften und Studienlreise siehe Programm. Frankfurt a. M. Jüdisch-liberale Jngendgemeinschast. 24. Februar 1931: Ausspracheabend. Liegnih. Montag, den 16. Februar 1931, abends 8.15 Uhr, im Gemeindehaus, Bäckerstraße 16: „Neuzeitliche Dichter". Leitung: Manfred Haafe. Sonnabend, den 21. Februar 1931, abends 8.15 Uhr, im Gesellschaftshaus, Luisenstraßr: Stiftungs-Ball. Einladungen ergehe« noch besonders. Für Unterhaltung ist bestens gesorgt. ' Druäfehler-Berichligung. Dem Druckfehlerteufel sind leider in dem Aussatz von Dr. Dienemanii eine Reihe sinnentstellender Fehler unterlaufen: Auf Spalte 1 Zeile 62 ff. muß es heißen „So lange Judentum Religion sein soll und nicht nur eine sittliche (nicht „völkische") Angelegenheit, wird es des Glaubens an (nicht „von") einem wirklichen, lebendigen Gott... In Spalte 2 Zeile 36: „mit Worten" (nicht „mit Werken"). Zeile 44: „mich behüten" (nicht „nicht"). Die Redaktion. Der Sündenbock Von WERNER TÜRK (3. Fortsetzung) Fs ist halb zwölf. Der Jude hat schon den dritten Bieruntersatz zerstückelt. „Wenn es dauert noch lange, ich werde meschugge“, sagt er zu Alex. „Bald jeh ick“, sagt Alex. „Wat heist Du wirst gehn?! Soll jeh vielleicht bleiben zeruck und warten "biste kommst wieder und mir erzählst, was De nich hast gesehn?!" „Quatsch doch nich. Ick muß doch erst sehn, ob se schon da is .. „Wo soll se "denn sain?" „Wirst schon sehn.“ „Geh, ich werde bezohl’n inzwischen was Du hast verfressen." „Is noch nich so weit." „Is noch nich so wait? Is noch nich so wait? Worum is es noch nich so wait? Worum kannste nich gehn uff der Stelle?" Alex steckt sich eine Zigarette an. „Ich will haben eine Antwort!" „Ach, halt de Fresse." Der Jude schweigt. In seinem Gesicht zuckt es nervös. Fortwährend rutscht er auf seinem Stuhl hin und her. „Se kennen mer bringen einen Schnaps", ruft er der Schankwirtin zu. „Sauf doch nich den Fusel", warnt ihn Alex. „Siehst 'ja nachher allet doppelt. Dann is de Sache noch mal so schlimm." Die faßrunde Schankwirtin bringt den Schnaps. Der Jude schüttet ihn sich hastig in den Schlund. Ihm laufen die Augen über. Hinter dem Juden stimmt der fette, buddhabäuchige Schankwirt seine Zither. Um ihn herum stehen und sitzen Arbeiter. Der Schankwirt beginnt, Lieder aus .. alter Zeit zu spielen. Die Arbeiter, die die Texte schon vergessen haben, gröhlen nur die Melodien mit. Der Jude macht dn gequältes Gesicht, ,/ch würde geben jentien hundert Mark, wenn se würden uffhör’n", sagt er zu Alex. Kaum hat er das gesagt, da springt Alex auf und schreit den Oröhlenden zu: „He! Ihr da, der Jude will Euch hundert Mark jeden, wenn ihr tiffhört.“ „Wat is los?", fragen zwei Arbeiter. Die anderen gröhlen zum Zitherspiel weiter. „Der Jude will Euch 100 Mark jeden, wenn Ihr uffhörtü" Der Lärm verstummt. Alle wenden sich nach dem Juden um, dessen fahles Gesicht ein hilfloses Grinsen ausschwitzt. Ein paar Arbeiter kommen an den Juden heran, schlagen die aufgehaltenen Hände auf den Tisch und brüllen: „EinvastandenÜ Her damit!!" „Ich chob nur gemacht for mir einen Spaß“, entschuldigt sich der Jude mit einem angestrengten Lächeln. „Die Antwort jilt nich. Her mit det Jcld!" Streitlustig und jäh bedrängen einige Arbeiter den Juden mit ihrer Forderung. Dem Schankwirt gelingt es, sie durch ein humoristisches Zitherstück zurückzulocken. Als die Arbeiter zum Tisch des Zitherspiciers schleudern, sagt der Jude wutzitternd zu Alex: „Du bist solch ein Taifel, daß man kennt machen aus Dir z.Avai." Es ist kurz vor zwölf. Alex stellt auf, zieht sich die Mütze ins Gesicht und sagt: „So, jetzt jeh ick." „Wann wirste sein wieder zeruck?" „Wceß ick nich. Zahl inzwischen. Denn biste fertig, wenn ick Dir abliole." Alex geht hinaus. Der Jude starrt ihm nach. Die Tür?ur Straße steht weit offen. Die Straße ist leer und dunkel. Nur ein roter Schein ist sichtbar: das Licht eines Feuerwehrmelders. Mitten auf dem Damm zündet sich Alex eine Zigarette an. Dann geht er weiter. Er kommt dicht an dem Feuerwehrmelder vorbei Er entzieht sich dem Starrblick des Juden. Der stellt erregt auf und zittert in der Budieke umher. „Wünschen Se wat, meen Herr?", fragt ihn die faßrunde Schankwirtin, die sich freundlich über den Schanktisch h i n ii b e r 1 e h n t. Der Jude überhört die Frage. Er schlottert an seinen Tisch zurück, ruft: „Zahlen!" Die Schankwirtin kommt mit einem beschriebenen Zettel angewatschelt. Der Jude zieht ihr den Zettel aus der Hand. „Zahlen Se for den anderen Herrn mit?" fragt die Budickerin. „Ich muß nebbich." Der Jude knipst den rostigen Verschluß seines Geldsackes auf, holt eine Handvoll Kleingeld heraus und zählt es auf den Tisch. Dabei denkt er: „Wenn man is ausgeliefert diese Taifel, se ziehen ainem aus bis auf’s Hemd." Dankend streicht die Budikerin das Geld ein. Der Jude stützt den Kopf in seine gespreizten Hände. Seine langknochigen Finger vergittern das fahle Gesicht. ,Wenn cs nur schon wäre so wait' , quält er sich. ,Wenn er nur schon wüßte, ob sie ihn haben genarrt.1 Da tippt ihm jemand auf die Schulter. Er schrickt zusammen. Er wendet sich zur Seite. Neben ihm steht ein Mann mit einem Schielblick. Sein Hemdbund ist mit einer Sicherheitsnadel zusammengehalten. Ueber die Sicherheitsnadel sticht spitzig die Gurgel hervor. Brust¬ und Seitentaschen seiner Jacke sind auffallend dick. „Wünschen Sie was?“ fragt der Jude, indem er mit ängstlich eingezogenem Kopf zu dem Listigen aufsieht. „Bist Du een Händler?“ „Worum?" „Weil ick wissen will, ob Du een Händler bist.“ „Bin ich valleicht ä Auskunftei, main Herr, daß ich Ihnen geben muß Bcschaid?“ „Na, naj nich so hitzig. Imnia mit de Ruhe. Ick habe nämlich wat zu vakloppen. Deshalb frare ick." „Main Laden ist schon geschlossen.“ „Ick hab eene Damenuhr zu vakloppen. Eene joldene — spottbillig. Soll ick sc mal zeigen?“ v „Is nich neetig! Is nich neetigü Wenn einer hat kamen Kragen und vakooft eene goldene Uhr, dann is das eine traif’ne Sache, und ich will nichts haben zu tun mit IraiPne Sachen.“ „Kann Dir doch piepe sind, wo se her is. Hauptsache, det sc scheen und billig is. Hier kiek sc Dir mal an. Aber dreh Dir dabei zur Wand um.“ Der Jude nimmt die kleine goldene Armbanduhr, legt sie sich auf den Schoß und betrachtet sie prüfend. „Ein fabelhaftes Ding“, meint der mit der spitzig hervorstechenden Gurgel. „Was soll se kosten?“ fragt der Jude. „Zehn Mark.“ “Ae mezie, ä mezie!“ höhnt der Jude und gibt dem mit der spitzigen Gurgel die Armbanduhr zurück. „Wenn de mir noch andre Sachen abkoofst, laß ick Dir det Ding for sieben Mark." „Ich will sehn die andern Sachen.“ Der mit der spitzigen Gurgel greift in eine der vollgestopften Seitentaschen seiner Jacke, zieht einen goldenen Siegelring heraus und gibt ihn dem Juden. Der würfelt den Ring ein paar Mal auf den Tisch, um seinen Klang zu behorchen. „Mensch, biste varrückt?", schimpft der mit der spitzigen Gurgel. „Mach doch det nich so uffällig." Die Augen des Juden fiebern auf den Ring. „Was soll er kosten?“, fragt er lässig. Schlau beherrscht er seine wachgewordene Kaufgier. „Wat der kostet?“, antwortet der mit der spitzigen Gurgel. „Na, sagen wa, sechs Mark.“ Der Jude ist mit dem Preis einverstanden. Er schiebt den Ring beiseite und fordert den mit der hervorstechenden Gurgel auf, die kleine goldene Armbanduhr dazu zu Legen. Der Aufgeforderte Tut das, hebt dem Juden die staubige schwarze Hutmelone vom Kopf und stülpt sie über Ring und Armbanduhr. „Waiter“, kommandiert der Jude heiser. „Hier.“ Der mit der hervorstechenden Gurgel gibt dem Juden ein Zigarettenetui: „Außen Silber, innen vajoldet“, sagt er. Der Jude nimmt das Etui, behaucht es einige Male . mit seinem Atem, um es dann mit dem Rockärmel zu | putzen. Als er sich in der blanken Silberfläche des Etui- I spiegelt, bemerkt er, daß in seinem Bart ein paar Pappfetzeiv von den zerrissenen Bieruntersätzen hängen. Er schlägt sie sich heraus. , „Det jeb ick nich unter acht weg“, sagt der mit der hervorstechenden Gurgel. Der Jude knipst das Etui auf, sieht sich die Vergoldung an, klappt das Etui zu, schiebt es wortlos unter die Hutmelone. „Waiter!“ Der mit der spitzigen Gurgel zupft und zerrt aus seiner Rocktasche einen silberdurchbrochenen, kunstvoll gearbeiteten Zuckerkorb heraus. „Fünf Mark nur, weil ick dringend Jeld brauche.“ „A schaines Stick, ä schaines Stick“, meint der Jude in kopfschüttelnder Bewunderung. „Wenn ich noch hätte Geld, ich würde es koofen.“ „Nimmste ihn for'n Taler?“ Der Jude nickt und stellt den Korb unter seine staubige Flutmelone. „Achtung!“, kündigt der mit der spitzigen Gurgel an. „Achtung! Halt Dir feste! Jetzt kommt 'n Ding. Eenmal hinkieken — und Du nimmst es. Hier! — Wat zahlste dafor?“ Der Jude greift nach einem silbernen Halsband, an dem ein lichtsprühender platingefaßter Brillant hängt. Dicht vor dem Halsband bleibt seine Hand in jäher Verkeilung stehen. Sein Gesicht starrt schreckhaft visionär; Alex kommt über den Damm. Steif wächst der Jude am Tisch hoch. Alex steht vor der Tür. Er hat eine Zigarette im Mund. Bläulich steigt der Rauch gegen sein Schirmmützendach. Aufgeregt wild tatzt der Jude nach seiner schwarzen Hutimlone, packt sie und stürzt aus der Budieke hinaus. Der mit der spitzen Gurgel glotzt ihm mit vorgerücktem Kopf nach. Auf dem Tisch liegen zusammengehäuft die Gold- und Silbersachen. „Komm schnell“, sagt Alex zu dem Juden. „Se is schon da mit id Rollkutscher. N’ alter Kunde. Komm, Mensch.“ „Kann nich, maine Baine sind so schwer wie Blai.“ „Keen Wunda nich, wenn man Bier und Fusel zusammentrinkt.“ Der Jude ist immer einen Schritt hinter Alex zurück. Sie nähern sich einem ausgedehnten, umzäunten LaubengeUinde. Die Gaslaternen, die sie bis hierher begleitet haben, verlassen sie. Der Asphalt glättet ihnen nicht weiter den Weg. Ein weicher Sand erschwert ihnen von nun an das Gehen. Der Himmel ist bewölkt. Nur ab und zu entsickert ihm ein Stern. Die Fahnen der Lauben hängen wie schwarze Lappen an den steilen Stangen. — Dicht am Zaun durchwatet der Jude den weichen Sand. Mit aufgerissenen Angstaugen starrt er durch den Drahtzaun in die Lauben. Die Lauben sind voll Schwärze. „Is es noch wait?“, fragt der Jude mit kläglicher Stimme. „Nee“, antwortet Alex, ohne sich nach dem Juden umzudrehen. „Sind jleich da.“ Ein paar Minuten später bleibt Alex vor einer Zauntür stellen. „So“, flüstert er in das qualzerknitterte Gesicht des Juden. „Nun sind wa da. Jetzt: Maul halten. Keen' Lärm machen. Imma hinter mir herloofen. Janz kusch sind. Een Ton — und Deine Fresse is kaputt. Vastanden?!“ Der Jude nickt. „So, nu komm.“ Vorsichtig öffnet Alex die unverschlossene Tür. Wortlos geht er einen absteigenden, mit Koksasche gehärteten Weg hinunter. Der Jude schlottert hinter ihm her. Alex wendet sich uin: „Mach doch de Tür hinter Dir zu!“, zischt er den Juden an. Der schwankt erregungsmorsch gegen einen Holzpfahl, an dem eine vor Selbstschüssen und Fußangeln warnende Tafel angebracht ist. Mit der linken Hand auf der gestoßenen Gesichtshälfte ächzt er zum Zaun hinauf und schließt die Tür. Dann knirscht er auf der Koksasche wieder zu Alex hinunter. (Fortsetzung folgt.) öeTdnsuad$rtd)ten Verein der Beamten und Angestellten der Jüdischm Gemeinde zu Berlin, E. B. Am Sonntag, dem 1. März 1031, im Holet „König von Portugal", Burgstraße 16, gemütliches Beisammensein. Eintritt AM. 0,50. Anfang 6 Uhr. Karten nur in beschränkter Anzahl Oranienburger Straße 29, Zimmer 65, erhältlich. Keine Abendkasse. Der Verein Neue Synagoge beabsichtigt, noch in diesem Winter einige volkstümliche Konzerte zu veranstalten, um dadurch weiteren Kreisen Gelegenheit zu geben, im Rahmen einer Feierstunde geistliche, insbesondere seltener gehörte synagogale Musik in dem größten» Gotteshanse der Gemeinde kennen zu lernen. Die Eintrittspreise werden sehr niedrig gehalten sein. Ten benachbarten Wohlfahrtsbezirken. umb eine große Anzahl von Freikarten zur Verfügung gestellt werden. Auch in nichtjüdischen Kreisen soll Interesse für die Veranstaltungen erweckt weichen. — Das erste Konzert findet am Sonntag, dem 22. Februar, abends 8 /Uhr, in der Synagoge Oranienburger Straße 30, statt. Ihre Mitwirkung haben freundlichst zugesagt: Herr Oberkantor Gollanin, Frau Edith Herrnstadt-- Octtingen (Rezitation), Frau Hertha Frankel - Barnhagen (Gesang), Herr Organist Zepke. Tie Welt des jüdischen Orients. Esriel Carlebach (Hamburg) spricht am 19. und 22. Februar in der Freien Jüdischen Volkshochschule" über das Thema „Der jüdische Orient" im Bortragssaal der Synagoge Fasanenstraße, abends 9 Uhr. Die Vorträge werden illustriert durch Vorführungen von Lichtbildern, die der Redner auf seinen Reisen selbst ausgenommen hat. Tr. Ludwig Holländer und Kurt Btumenseld diskutieren über „Deutsch-jüdische und nationaljüdische Anschauung" am 3. kontradiktorischen Abend der Freien Jüdische« Volkshochschule, Montag, den 16. Februar, abends 8 Uhr, Logenhaus, Kleiststraße 10. Die Berufsberatung der jüdisch:« Gemeinde, Auguststraße 17 (Wei-dendamm 5936, Sprechstunde: für Mädchen: Montag und Donnerstag 10—1, für Knaben: Dienstag und Freitag 10—1, für Schüler: Montag, Dienstag, Mittwoch V-,4—Fasaneustraßc: Donnerstag 3—6), veranstaltet am Montag, dem 16. Februar 1931, abends 8 Uhr, in der Mädchenschule, Auguststraße 11-13, einen Schülerabend, in dem die Fragen der Berufswahl und der einzelnen, Berufe besprochen werden. Für Mädchen findet «in gleicher Abend am Donnerstag, dem 19. Februar 1931, abends 8 Uhr, ebenfalls in der Mädchenschule, Augnststraße 11-13, statt. Alle Schüler, die in absehbarer Zeit die 'Schule verlassen, sind herzlich Ungeladen. Der Verein der Beamten und Angestellten der Jüdischen Gemeind» zu Berlin E. B. (Geschäftsstelle: Berlin N. 24, Oranienburger Str. 29) hat am 28. Januar 1931 seinen Vorstand neu gewählt. Dieser) setzt sich hiernach wie folgt zusammen: Borsitzender: Rockmacheo, stellt,. Vors.: Dr. Goldmann, Kossenfühver: Salberg, Rewdant: Hirschinger, Schriftführer: W. Rosenthal, Beisitzer: E. Arndt, Martin Goldstein, Gottschalk, Arthur Lewin, Hans Sachs und Wittenberg. Ferner wurden gewählt: Zum Schriftleiter der Bercinszeitung: Dr. Goldman«, zum Leiter der Kreditstelle: Martin Goldstein.