Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 11 (1931)
- Issue
- 4 (28.1.1931)
- Date
- 1931-01-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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ja auch als Anwalt und Verteidiger weit über die Grenzen Potsdams hinaus bekannt und geachtet ist. Wir wünschen diesem Manne, daß er seine segensreiche Tätigkeit noch lange ^Jahre in körperlicher und geistiger Frische ausüben könne. Pr. Holland. (Diamantene Hochzeit.) Der hochangesehene jüdische Arzt Geheimer Medizinalrat Dr. Korn und Gattin konnte vor einigen Tagen das seltene Fest des sechzigjährigen: Ehejubiläums — der Diamantenen Hochzeit — feiern. Aus diesem Anlaß wurden dem Ehepaare zahlreiche Ehrungen zuteil. Cjchneidemühl. (Tagung des Bezirksverbandes der jüdischen Gemeinden der Grenzmark Posen-West- Preußen.) Am 18. Januar 1931 sand in Schneidemühl die Del«" giertentagung des Bezirksverbandes der jüdischen Gemeinden der Grenzmark statt, die fast von allen Gemeinden der Grenzmark beschickt tvar. Der erste Vorsteher des Bezirksverbandes, Herr I. Lewin, eröffnet« die Tagung mit herzlichen Begrüßungsworten an die Er^ kchienenen und gedachte mit warmen Worten des im vergangen Jahve dahingeschiedenen Begründers des Bezirksverbandes, Stadtrat Louis Schneider, sowie des Vorstandsmitgliedes der Gemeinde Jastrow, Moritz Litten, die sich beide in regster Weise an den Arbeiten des Bezirksverbandes seit seiner Begründung betätigt haben. Zur Verlesung kam u. a. das Begrüßungsschreiben des Preußischen Landesverbandes, der infolge früherer Dispositionen leider keinen Vertreter entsenden konnte. Herr Bezirksrabbiner Dr. Roserizweig erstattete den Tätigkeitsbericht über das abgelaufene Geschäftsjahr, der den Beweis 'erbrachte, wie nottvendig der Zusammenschluß der Grenzmarkgemeinden ist und welche Vorteile die Tätigkeit des Bezirksverbandes den einzelnen Gemeinden gebracht hat. In 39 Besuchen wurden die Mitgliedsgemcinden seelsocgerisch betreut, der Religionsunterricht inspiziert und im Anschluß daran Gottesdienste und Gemeindeabende veranstaltet unter meist sehr reger Beteiligung aller Gemeindemitglieder. Unzweifelhaft ist hierdurch das Gemeinschaftsgefühl in den einzelnen Gemeinden geweckt und gestärkt worden und die Arbeit des Bezirks-- verbandes zur Anerkennung gelangt. Gegenwärtig sind in den lehrerlosen Gemeinden 8 Unterrichtsstationen eingerichtet, in denen der Unterricht durch Lehrer der Nachbargemeinden erteilt wird. Eingehende Besprechung fand dic regelmäßig stattfindende Lehrerkonferenz, die anregend und fördernd auf die Arbeit der Lehrer in den Gemeinden wirkt und dadurch letzten Endes den Gemeinden ^selbst zugute kommt. Ferner wird berichtet über die Arbeitsgemeinschaft der Provinzialverbände der Preußischen Synagogengemeinden, welche sich im vergangenen Geschäftsjahr zusammensetzte, sowie über die Wahl zum Preußischen Landesverband. Aus dem Berichte ergaben sich folgende Punkte, die zur Diskussion gestellt wurden und deren weitere Durchführung angeregt wurde. Zunächst handelt es sich um ein gemeinsames Borgehen mit den östlichen Provinzialverbänden in Ostpreußen, Niederschlcsien «nd Pommern zur Information der Regierung anläßlich der Aktion der Osthilfe. Die katastrophalen Verhältnisse in den Grenzmärkischen. Gemeinden, die zu einer steuerlichen Belastung der Gemeinden in Höhe von durchschnittlich 45 o/o geführt haben, müssen zu einem völligen Zusammenbruch führen, dem vielleicht noch durch Eingreifen der Regierung gesteuert werden kann. Sodann wurde in Aussicht genommen die Einführung eines Schiedsgerichtsverfahrens für Streitigkeiten zwischen den Gemeinden untereinander oder mit ihren Beamten. Die Pensions- und Rel iktenverhältnissc, die wiederholt die Tagungen beschäftigt haben, zu regeln, wurde als dringendste Ausgabe der nächsten Tagung des Preußischen Landesverbandes allgemein anerkannt und gefordert. Die rege Aussprache über diese allgemeinen Gesichtspunkte sowie über Vorgänge in den einzelnen Gemeinden legte beredtes Zeugnis ab von dem Interesse, das von allen Gemeinden der Zusammenarbeit im Bezirksverband «nlgegengebracht wird, und mag für dieseir ein Ansporn sein, auf dem bisherigen Wege weiterzuwirken. Mit Dank an die Erschienenen schloß der Vorsitzende die Tagung. Stuttgart. (Seltsame Neugründung.) Im Zusammenhang mit Borträgen, die der auch als Dichter und Schriftsteller bekannte Rechtsanwalt Dr. Karl Lieblich im hiesigen Jugendverein in den letzten Jahren gehalten hatte, hat sich hier unter seiner Führung eine Bereinigung mit der Bezeichnung: „Bund für neues Judentum" gebildet. Diese Bereinigung steht in politischer Beziehung etwa in der Mitte zwischen Zionismus und der Ausfassung des Zentralvereins: in religiöser Beziehung ist er ausgesprochen radikal. Die neue Bewegung will in nächster Zeit durch Broschüren und Borträge in der Oeffentlichkeit für ihre Richtung werben. Tilsit. (Friedhofsschändung.) In der Angelegenheit der Tilsiter Friedhofsschandung ist es der dortigen Polizei gelungen, den Täter nach mehr als zweimonatigem Suchen zu finden. Als solcher tvurde der übel beleumdete Arbeiter Erich Scheßuowski festgestellt. Wie d.ie Tilsiter Polizeidirektion dem Landesverband Ostpreußen des Ceutralvcrcins mitgeteilt hat, liegen bei Scheßuowski keinerlei politische Motive vor. Scheßnowsti, gegen den «in .Strafvcrfahren eröffnet ist, hat angegeben, er habe in der Trunkenheit aus Wut darüber, daß die Tilsiter Kreissynagogengemeinde ihm nicht das Anstreichen des Friedhofszaunes im Sommer übertragen habe, worum er sich beworben hatte, das Delikt begangen. . 1 444»»4444444++»4 »++ ♦ ♦♦♦»♦♦•* Sprechsaal : * :! :».4»»44-4»4444 + »»»»e ♦♦♦»»♦»»»♦♦»»♦»+♦♦»»♦♦ £»♦♦♦» Für diese Rubrik übernimmt die Echristleitung lediglich die preßgesetzliche Veranwo.tung. Tttut zur Konsequenz Weitere Zuschriften an die Redaktion. Eine bedauerliche Verkennung des jüdisch-liberalen Gedankens osfenbart der im „Sprechsaal" der Nr. l, 1931 der Jüdisch-liberalen Zeilung adgedrnck e Ansatz von Fritz Rosen- Ihal: „Mut zur Konsequenz." Da heißt es zunächst hinsichtlich unserer jüdrch-po'itisch anders orientierten Glaubensgenossen: es gibt keine Verständigungspolitik." Hierin offenbart sich eine bedauerliche Verkennung der Bedeutung des Wortes „liberal". Liberal hnßt sceidenkend, vorurteilsfrei, aber auch vor allem tolerant sein. Was hier empfohlen wird, ist hingegen Intoleranz, Unduldsamkeit. schlimmster Sorte. Ich glaube, es wäre besonders in der jetzigen Zeit der äußeren Anseiitdung angebracht, allen Parteihaß zurückzuftclten, eben gerade Verständig'g Politik zu treiben, die jüdische Gemeinschaft zu stärken. Di se innere Festigung der jüdischen Gemcin'chaft bedeutet durche.us keine Isolierung von unserer christlichen Mitdürst-rn, du chaus keine Entfremdung von unserer deutschen H'imat. Unsere Verbundenheit mit Deutschland und ^ei e Kul u ist ein fe stehend , durch die Geschichte der letzten Jahrhunderte bewiesene Tatsach-, die nicht immerfort, ja fast bis zur Lächerlich ei', beteuert werden muß. Wir erringen uns aber keine Achtung bei unseren Mitmenschen und können auch nicht am Gedeihen des allgemeinen Geschehens Mitarbeiten, wenn wir un ere Eigenart als Juden verlangen, voller Ang.r daraus bedr.hl sind, nur nicht aufzufallen und nur in unserer Mitw'lt unterzutauchen. Nein, das nenne ich feige Be leugnung, wie sie schlimmer nicht sein kann. Wir wollen selbstbewußt, uu er« eigenen Werte und Eigenart sto'zc Inden sein! -oer .lersa ser jenes Anssatzes sch'i.t in den „ü i chen Eigens Hase " nur die schlechten zu scher', vergißt aber wohl alle die Verdienste, die jüdi'che Männer und Frauen gwade als s- ' Gewußte Juden ihrem Vaterlande -ulcil werden ließen ' Inden sin) nun einmal Menschen von besonderer Eigenart. Wie Rabbiner Tr. L. Baeck erst kürzlich in einem vom Jli angeregten Vortrage (Jugend und Religion), der zugleich ein Selbstbekenntnis der jüdisch-liberalen Jugend sein sollte, gesagt hat, haben wir Juden eine „Erbmasse" in uns, auf Grund deren mehr als tausendjährigen Ursprungs wir uns von unseren Mitmenschen unterscheiden. Ganz schweigen wollen wir hier von den Rezepten, die in jenem Aufsatz für das Verwachsen der Juden mit dem Deutschtum gegeben werden; ihre Verwirklichung bedeutete den gewissen Untergang des Judentums. Unser Judentum ist nicht nur Ethos, es ist auch die Bluts- und Kulturgemeinschaft schicksalsverbundener Menschen. Insofern können wir auch nicht den Worten zustimmen: Jüdische Stätten brauchen wir deutsche Inden nur zur Religionsausübung. Jüdische Organisationen nur zur Wohltätigkeit." Will jener Verfasser vielleicht die Daseinsberechtigung all der vielen jüd. Jugendbünde abstceiten, die mit für die Wiederbelebung des Judentums kämpfen und nicht unter modernen Anschauungen sinnloses Kürzen der Liturgie und leichtfertiges Beseitigen falschverstandener Traditionen und Symbole verstehen? Im übrigen darf nicht vergessen werden, daß ein nicht unbeträchtlicher Teil dem Wahlerfolge der Liberalen der Arbeit jüdischer Organisationen zu verdanken ist. Es ist tiefbedauerlich, daß solche Gedanken wie die Fritz Rosenthals unter den Mitgliedern der Jüdisch-liberalen Vereinigung, wenn auch, wie ich hoffen will, nur vereinzelt, Raum gesunden haben. Daß diese Anschauungen weiter verbreitet sind und welche Auswirkungen sie bisher hatten, zeigt das Abschwenken einer bedeutenden Jugendorganisation, die vordem ihre Ideen von dem Verein mitvertreten gesehen hat. Auch ich gehöre dieser Organisation an, doch habe ich wie auch verschiedene andere meiner Kameraden noch nicht den Glauben an ihn verloren und haben an dem Siege des jüdischen Liberalismus durch Wahlarbeit mitgeholsen. Es wird die Aufgabe der liberalen Vertreter in der Gemeinde sein, die rhv verloren gegangenen Kreise durch eine richtige Politik wieder herrnzuziehen. Ihr Ziel muß sein: Erneuerung des Judentums und als selbstbewußte Juden am deutschen Geschehen wie am Weltgeschehen mitzuarbeiten. Das heißt wahrhaft Jüdisch-liberal sein! Herbert Zernik, Berlin. Vereinsnachrichlen In Verfolg eines Abkommens über Gastvorlesungen zwischen der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums und der theologischen. Fakultät der Universität Gießen wird Herr Professor Dr. Bertram am 23. und 24. Februar an der Hochschule eine Gastvorlesung über „Die Probleme der Religionsgeschichte zur Zeit der Entstehung des Christentums" hallen. Der Lewin Coprr's Hachnasfalh-Kallah-Berein ladet seine Mitglieder und Freunde zu seiner 24. Generalversammlung am Sonntag, dem 1. Februar, abends 8 Uhr, in das Hotel Portugal, Burgstrahe, mit anschließendem gemütlichen Beisammensein und Tanz bei freiem Eintritt. Reichrbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Berlin, Bezirk Zoo, veranstaltet am Sonnabend, dem 7. Februar, in den Gesamträumen des Logenhauses Kleiststraße 10 ein Kostümfest. Der Eintrittspreis im Vorverkauf beträgt Mk. 1,75, an der Abendkasse Mk. 2,50. Freie Jüdische Volkshochschule (N. 24, Oranienburger Str. 29, Weidendamm D 2 5921). Ztoeiter kontraditorischer Abend, R.-A. Dr. Max Kollenscher — Dr. Walter Breslauer: „Brauchen wir eine jüdische Schule?", Montag, den 2. Februar, 8 Uhr, Logenhaus Kle-iststraße 10. Hörergebühr Mk. 1,—. Synagvgenverein Friedenstempel. Wir veranstalten am Mittwoch, dem 4. Februar, 201/2 Uhr, im Vorraum der Synagoge Friedenstempel, Markgraf Albrecht-Straße 11-12, einen Rczitationsabend. Fräulein Marta Holsen wird aus Bibel, Talmud, jüdischer Dichtung lesen. Gäste willkommen. Eintritt frei. Die Ehrwrah Kadischa Groß-Berlin bittet ihre Freunde und Förderer, anläßlich des neuen Rechnungsjahres die Mitgliedsbeiträye und die für die Krankenfürsorge bestimmter: Spenden ehestens unter Postscheckkonto 20815 einzusenden. Angesichts der allgemeinen schweren Wirtschaftskrise steigern sich mehr denn je die großen Anforderungen, die alltäglich an sie gestellt werden. Ernster denn je ergeht darum an alle edlen Menschenswunde, die sich Herz und Sinn für den Mitmenschen bewahrt haben, die dringende Bitte, Ziele und Bestrebungen der heiligen Brüderschaft nach Kräften zu unterstützen. Lluch diejenigen, die keine besondere schriftliche Aufforderung hierzu erhalten haben, mögen dieses albehrwürdige, im Judentum stets hochgehaltene Hilsswerk durch ein« freiwillige Spende fördern. Werbt neue Mitglieder! Aus der Jli-Vewegung Verantwort!.: Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Zugendvereine Deutschlands Redaktion: Dr. Ellen Littmann, Berlin Glaubeusarltkel für liberale Zugend Bon Rabb. Dr. Gottschalk, Köln. Ich glaube an die Kraft des Herzens. Sie erfüllt mich mit Aiebe, Hoffnung und Trost, mit Sehnsucht und Frieden. Sie begeistert mich und reißt mich zu Taten fort. Sie läßt mich für Gerechtigkeit erglühen, gegen Unrecht mich aufbäumen. Sie erfüllt mich mit Ehrfurcht vor dem Geheimnis der Welt, ntit Ahnung vor einer Ewigkeit. Sie erfüllt mich mit Glauben an den Nebenmenschen treibt mich zn sozialem Tun an und zur Völkerverbrüderung. Sie erfüllt mich mit Glauben an meinen Glauben, an seine Wahrheit, an seinen Sieg. Sie erfüllt mich mit Ehrfurcht und Bewunderung vor der ausbauenden Kraft, der ich in Natur und Kunst begegne. Die Kraft, an die ich glaube, nenne ich Gott, die Kraft in Natur und Kunst ist göttlich. Ich erlebe sie, weil ich an die Kraft des Herzens glaube, sie erlebe, ihr persönlich nahe bin wie sie mir. Ich glaube nicht, daß Gott, mein Gott, bewußt wrrkt, mich kennt, mein Schicksal lenkt, bewußt lenkt. Ich glaube nicht, daß er auf mein äußeres Schicksal Einfluß hat oder nimmt. Nur mein Inneres kommt von ihm, kommt durch ihn von mir. , . . Von meinem Gott kommt kein Unheil, nichts Böses. Er ist nur gut, nur schöpferisch, nur Güte. Aeußere Leiden sind, sofern nicht selbstverschuldet, zufälliges Schicksal. Mein Gott ist dazu da, den Zufall sinnvoll zu gestalten, dem Verhängnis Segen abzugewinnen. Ich glaube nicht, daß mein Gott die Welt einmal plötzlich geschaffen hat. Die göttliche Kraft wirkt ewiggehejmnisvoll in ihr. Das Böse in ihr ist Schuld des Menschen. Mein Gott braucht es nicht hindern, er hat keine Beziel)ung zu ihm, er kann es aber überwinden und mir dazu Helsen. Ich glaube Mt, daß eine bewußte Vorsehung in der Welt waltet, eine bewußte Berufung von Menschen erfolgt ist. Aber wunderbare Erhaltung, wnnderbarer Geschichtsverlaus, wunderbare Geistesbewahrung erscheint mir wie Vorsehung und Berufung. Ueberhaupt — Gott, mein Gott, ist mir nicht wirklich und bewußt nahe, aber ich fühle ihn so, als ob er es wäre, ich könnte ihn Vater nennen, mich sein Kind. Ich glaube nicht, daß ich persönlich nach dem Tode sortlc^e, auserstehe, irgend jemand wiedersehe. Aber ich glaube, daß ich durch meine Heczensgotteskraft im gottkrafterfüllten Herzen des anderen weiterlebe. Ich glaube nicht, daß mein Beten gehört, mein Bitten erfüllt wird. Aber ich glaube, daß ich mich selbst in meinem Beten höre, erhöre, durch Gott, mit Gott, für Gott. Er, Gott, ist nur durch mich in der Welt wirksam, wenn ich ihn dorthin hinauswirken lasse. Ich glaube nicht, an eine bewußte sinnvolle Ordnung der Weit. Aber das siim-iol.e Zu ammenwirkeu vieler Kräfte ringt mir Bewunderung und Ehrfurcht ab. So glaube ich an meinen einzigen Gott, so glaube ich an mein Judentum, so leie ich die Bibel, so feiere ich unsere erhabenen Tage. Aber freilich, auf die Idee allein kommt es mir dabei an. Ich w lt nicht äi'gemeinrelig.'ös sein, ich will neureligiös, aber, jüdisch fein. Un) dieses Jüdische sehe ich darin, daß alle unsere bedeutenden Männer durch Gott, durch ihre Gottherzenslrast religiös waren. Was sie über hn sagten, wie sic ihn sahen, verschw ndet hinter dem Ungeheuren, daß sie durch ihn sprachen und daß sie 'hn sahen, ihn erlebten durch ihre Sehnsucht nach ihm, hing'ngen und den andern zuriefen: „Liebe den Ewigen — l ebe den Nächsten", die ewige Gottherzenskrast liebe 'n dir und im andern. Nicht, daß sie ein Gott zur Welt gebracht, daß s'e sich selber zur Welt gebracht, in dem Augenblick, da sie erschüttert, beseligt, erhoben dastanden vor allem Schönen und allem Großen; zu dieser Welt der Arbeit und Luft, zu dieser Welt der geistigen Kämpfe, zu dieser Welt voll herrlicher Liebe ja sagten trotz alledem — das war ihre entscheidende Stunde. Das ist die unserige, in der wir das Judentum weiter vererben, weil wir in ihr als Juden geboren werden, eintreten in seinen heiligen Bund, seine« Segen empfangen nach uraltem Wort; aber in neureligiösem Geist: Tie ewige Gott-Herzeuskraft segne dich und behüte dicht Tie ewige Gott-HerzenAkraft laste dir ihr Antlitz leuchte» und ser dir gnädig! Die ewige Gott-Herzeuskraft wende dir ihr Antlitz §u und gebe dir Fritten! Ja, also segne mich, erleuchte mich, spende mir Frieden, du, mein Gott, mein Judentum! (Mir werden auf die Ausführungen von Tr. Gott» schalt in der nächste« Nummer zurückkommen. Die Redaktion.) * Das Ai-Programm * Berlin. SetneiBfame Veranstaltungen. Donnerstag, den 5. Februar, abends 8 Uhr, Diskussionralbeick tm Bortragssaal der Synagoge Fasanenstratzr. Thema: Glaube trat Wissen im Judentum. Donnerstag, den 12. Februar, abends 8 Uhr, Synagoge Fasanenstratze, Referat Julius Bad. Thema: Die Jude« und der deutsche Geist. Sonntag, den 8. Februar, Ausstug. Treffen 10 Uhr vor de« Bahnhof CharlottenSurg, Eingang Stuttgarter Platz. Aelterengruppe: Heimabend am Donnerstag, dem 29. Januar, abends 8.30 Uhr, bei Ellen Littmann, Neue Kantstraße 6. Thema: Moses Mendelssohn: Bibelübersetzung und Jrrusalein. Zli-Singtreis. Dienstag, den 3. Februar, abends 8 Uhr, bei Paul Loeweustei«, Jagowstraße 1. Oliva und Ren-Lhariottenburg. Montag, deu 2. Februar, abmd; 8 Uhr, Heimabend bei Walter Kellermann, Knesebeästratze 56/7. Thema: Gustav Landauer. Pankow-Osten. Mittwoch, den 4. Februar, abrnd- 315 Uhr, bei Alice Wreschiuski, Elbinger Straße 46. Thema: Platon: Phakdvn. Steglitz. Montag, 2. Februar, 19 Uft, bei Heinz Courant, Lichtrrfetde- West, Drakestraße 19. Thema: Die Emanzipation. Westev. Montag, den 2. Februar, abend- 8 Uhr, bei Werner Lazarus, Seesenhümer Straße 12. Thema: G'»dhi. Mittwoch, den 11. Februar, abends 8 Ahr, Heimabend bei Hilde Weglein, Sybelstraße 45. Thema: Jüdische GeistesstrSrnung. Hermsdvrs. Heimabend am Donnerstag, dem 29. Januar, abends 8 Uhr, im Heim, Albrcch.straßr 10. Th:ma: Entstehung des Zionismus. Heimabend am Mittwoch, dem 4. Februar, abends 8 Ahr, im Heim, Albrechistraße 10. Thema: Zionismus. Hermsdors <Kiitengruppk». Donners'ag, den 5. Februar, nachmittags 6 Uhr, Heimabend im Heim, Albrechtstraßr 10. Mitglieder, zahlt Eure Beiträge! Gebt sie entweder Eure« Gruppenführer oder zahlt sie ein ani da, Postschrcklonto von Hildegard Bach, Berlin-SchSneberg, Nr. 144 893. Breslau Jnngeren-Gruppe: Dienstag, den 3. Februar, 20 Uhr, Bortrag oon Wolfs Da-ridsohn: „Erziehung und Re iston". Jüngst m-Ernppe: Momag, den 2. Februar, 20 tlstr. in Jugendheim. Arbeitsgemeinschaften und Studienkreise sieht Programm. Artikel und Berichte sind b s ^pat stens Sonnabend jeder Woche zu s'nsten an Dr. Ellen Littmann, Chartottenburg 5 Nene Kantstratze 6, 1 Treppe.