Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 11 (1931)
- Issue
- 3 (21.1.1931)
- Date
- 1931-01-21
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2613366-2614107-2614110--3869-2621509- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Gottes ist der Orient, Gottes ist der Okzident. Kord und südliche- Gelände ruht im Frieden seiner Hände. Lr, der einzig« Gerechte, loill für jedermann das Rechte, bei von seinen hundert Namen dieser hochgepriesen. Amen. Franlenderg. (Todesfall.) Acht Tage nach dem Heimgang tziuer Gattin ist Herr Alexander Katten, der erste Vorsteher hiesiger Ge«einde, aus dem Leben geschieden. 36 Jahve hat er mit Treue «nd Hingabe die Interessen der Gemeinde wirksam vertreten. Eine große Trauergemeinde, in der sich viele andere gläubige Bürger »nd auch Mitglieder des Kriegerbundes befanden, gaben dem Entschlafenen das letzte Geleit. Provinzialrabbiner Dr. Cohn, Marburg, »nd der hiesige Lehrer Stern hielten Ansprachen, in denen sie die Verdienst« des Verblichenen um die Gemeinde hervorhoben und daran die Mahnung knüpften, im Sinne des Verstorbenen sortzuwirken. Fulda. (Vom jüdischen Altersheim.) Der Verein tu jüdische Wohlfahrtspflege hat Baulichkeiten erworben, die der rnchtung eines Altersheims dienen sollen. Alle neuzeitlichen Forderungen (Bad, fließendes Wasser in mehreren Räumen, Zentrale Heizung) werden erfüllt; das Haus liegt außerdem in ruhiger Gegend, ist von Garten umgeben und erweist sich auch dadurch seiner Bestimmung gemäß. Acltcr« Ehepaare und alleinstehende Personen sollen in dem Heim, dessen Inbetriebnahme im nächsten Frühjahr beabsichtigt ist, Aufnahme finden. Hechtsheim. (Persönliches.) Lehrer M. Kahn, der seit 26 Jahren segensreich in hiesiger Gemeinde wirkt, beging am 18. d. Mts. unter Teilnahme vieler Freunde seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar, dem mehrere Gemeinden in 50 jähriger erzieherischer Tätigkeit treues Gedenken und freundliche Gesinnung bewahrten, erfreut stch auch hier höchster Wertschätzung. Herford. (Persönliches.) Herr Tally Goldberg, der erste Vorsteher hiesiger Gemeinde, ist nach kurzer Krankheit verschieden, beit der Inflationszeit stand der Entschlafene, der auch der Chewrah «15 zweiter Vorsitzender und Dezernent des Kranken- und Beerdigungs-- Wesens wertvolle Dienste leistete, an der Spitze der Gemeinde, die er «il Geschick und Umsicht vertrat. Ein treues Gedenken wird ihm über das Grab hinaus erhalten bleiben. Hötdk. (Freitagabenb-Spätgottcsdicnst.) Um vor allem den hier beruflich tätigen jungen Leuten Gelegenheit zu geben, Hs» und wicker einer gottesdienstlichen Weihcstunde beizuwohnen, hat öle hiesig« Gemeinde auf Wunsch des Jugendbundes einen Freitag- «beud-Spätgottcsdienst eingerichtet, der zunächst alle 4 Wochen gehalten werden soll und erstmalig am 16. Januar stattfand. Der »pge Besuch dieses Gottesdienstes zeigte, daß die neue Einrichtung in Ter Gemeinde Anklang gesunden hat. Kassel. (Jubilaren-Ehrung in der „Humanität"). Die im Jahre 1802 gegründete Gesellschaft der Humanität hat sich Me Förderung des Handwerks und geistiger Berufe zur Aufgabe ge Hellt und dadurch nach dem Willen .ihres Stifters Dr. Lucius «ffmann der Verwirklichung des Menschheitsideals gedient. Letzten Esounabend bereitete der Verwaltungsrat der „Humanität" fünf seiner treuesten Mitglieder, die 50 bzw. 60 iJahre den Humanitätsge-. danken pflegten, einen eindrucksvollen Bierabend im Hotel Emanuetl. Direktor Emil Rüben sohn begrüßte die zahlreichen Anwesenden «nd feierte in längerer Rede die Verdienste der Jubilare, deren vorbildliches Wirken jm Dienste der Menschheitsideale, wie sie Herder, Tomjenius, Kant u. a. predigten, auf alle Mitglieder vorbildlich wirken müsse. In erster Linie begrüßte er den in der Mitte der Ehrentafel sitzenden fast 89jährigen Alexander F i or in.o, der seit GO Jahren treue Arbeit in der „Humanität" leistete, als langjähriger Direktor der Gesellschaft ihre Geschicke mit Umsicht leitete «itb als Ehrenpräsident auch heute noch ihre Interessen nach Kräften Jördert. Sem Dank und Gruß galt ferner dem Vorsitzenden des Kerwaltungsrats, Richard Gott he Ist, der auch in anderen gemeinnützigen Vereinen an führender Stelle der Allgemeinheit mit unermüdlichem Eifer dient. Mit ihm blicken Gemeindeältester Theodor Eisend erg, Siegfried Hallo und Hermann Kuchelmann auf ein halbes Jahrhundert gemeinnütziger Arbeit zurück, die heute mehr.denn je der wirtschaftlichen Not zu steuern versucht. Direktor «ubensohn ließ seine Rede in den Wunsch ausklingen, daß das Renschheitsideal trotz aller politischen Verhetzung und der durch sie verursachten wirtschaftlichen Hemmungen der Gegenwart auch künftig gepflegt werden möge. Hans M o s b a ch e r, das jüngste Mitglied hes Berwaltungsrates, feierte in launigen Versen die selbstlose Arbeit her Jubilare. Richard Gotthelst dankte namens aller Jubilare in humorvoller vereinter Rede und hoffte, daß die Stiftungsfeste - in, alter Herrlichkeit wieder erstehen möchten. Landrabbiner Dr. Walter ^tonte die geistige und seelische Förderung der Jubilare durch die Mutter Humanität und ließ seine Rede, die in dem Wunsche weiterer Förderung der geistigen und körperlichen Erziehung gipfelte, in ein Hoch auf die „Humanität" und sichren Verwaltungsrat ausklingen. Herr Fiorino, der greise Senior der Jubilare, dessen geistige Frische und gute Laune stets freudige Bewunderung ivcckt, beschloß die Reihe der Ansprachen unter stärkstem Beifall mit Versen des Dankes für die bereitete Ehre und mit dem Wunsche weiteren Auf stiegs der „Humanität". Gesangsvorträge der Altistin Dela Gott helft trugen zur Verschönung des Abend bei. Köln. (Die erste R c p r ä s e n t a n 1 e n s i tz u n g.) Am vergangenen Donnerstag trat die neue Repräsentanz zur ersterr Sitzung zusammen. J.-R. Dr. Boden he im er begrüßte namens des Vorstandes die Damen und Herren des Kollegiums. Zum Vorsitzenden wurde Generalkonsul B a u m a n n (lib.), zum Stellvertreter Rechtsanwalt Jonas (Zionist) durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. Frau Strauß (lib.) versprach namens der weiblichen Mitglieder des Kollegiums sachliche und eifrige Mitarbeit. Zum Schluß ermahnte Herr Baumann die Repräsentanz, die Wahl des Gcmeindevorstandes demnächst so zu tätigen, daß keine Konflikte entstünden. Der Vorstand selber habe die ernste Aufgabe zu lösen, den Etat dem sehr stark verminderten Steuereingang anzuglcichen. Stettin. (R epr äseu 1an tcn s itzung.) Am 15. Januar fand die erste konstituierende Sitzung des neugewählten Repräsentantenkollegiums statt, wobei Herr Sanitätsrat Dr. Adler zum Vorsitzenden gewählt wurde. Gleichzeitig wurde beschlossen, den scheidenden bisherigen Vorsitzenden Herrn Zustizrat Dr. Lewin zum Gemeindeältesten zu ernennen, eine Ehrung, die damit zum ersten Male einem unserer Gemeindemitglieder zuteil wird. Bon den übrigen ausßcheidenden 3 Repräsentanten hat Herr Aruoldi 23 Jahre der Repräfentanten-Versammlung angehört. Vereinsnachrichten Die Jüdische Orchesteroereinigung E. 8., die jeder jüdischen Organisation zur Verfügung steht, veranstaltet am Sonntag, dem 1. Februar, 71/2 Uhr abends, ein Konzert, dessen Ueberschuß dem Wohlfahrtsamt der jüdischen Gemeinde zufließt. Mitwirkende sind Sascha Parues (Violine) und Oberkantor Carl Neumann (Friedenstempel). Aus dem Programm: Carl Goldmark Symphonie: Ländliche Hochzeit. Beethoven: D-dur-Konzert. Hebräische Gesänge. Karten 1—4 Mk. Bot« & Bock — Tietz — Wertheim — Abendkasse. Synagvgenverein Priuzregentenstraße, E. L. Der Synagogenverein veranstaltet um 2. Februar, abends 8 Uhr, im Bürgersaal des Rathauses Schöneberg einen Gemcindeabend. Es sprechen über das Thema: „Was will die Predigt dem modernen Menschen geben?" Herr Rabbiner Dr. Max Wiener und Herr R.-A. Dr. Max Mayer, letzterer vom Standpunkt des Laien. Die Vorträge werden durch Darbietungen des Streichquartetts der Jüdischen Orchestervereinigung unter der Leitung Burchard umrahmt. Bor dem Gemeindeabend findet um 1/38 Uhr abends im gleichen Raum die ordentliche Generalversammlung mit satzungsgemäßem Programm statt. Besondere Einladungen ergehen nicht. Verband Berlin des Jüdischen Frauenbundes E. 8. Dienstag, den 27. Januar, abends 8 Uhr, Brüdervereinshaus, Kurfürstenstraße 115-116. Bortrag: Frau Theodora Reineck: Der Warschauer internationale Kongreß zur Bekämpfung des Mädchenhandels. Korreferat«: Fran Martha GalewSki: Das Problem der Agunoth. Fra« Dr. Marg. Bereut: Jüdisches Eherecht. Diskussion. Aus der Ili-Bewegung Verautlvortt.: Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Zngeudvereine Deutschlands Redaktion: Dr. Ellen rittmalin, Berlin Unsere Stellung zur nichljüdischen Umwelt Bon Werner Hochheimer (Jli-Frankfurt). Zu diesem Thema sollte in Berlin gesprochen werden, doch reichte die Zeit nicht aus. Es soll daher hier versucht werden, einige Gedanken wiederzugeben, um zu einer Aussprache an dieser Stelle auzuregen. Die heutige Lage bringt es mit sich, daß wir uns zu folgender Alternative gchrängt fühlen: entweder unsere Stellung zur nichtiüdischen Umwelt und die Arbeit in dieser Beziehung ist so wichtig, daß alles andere — insbesondere unsere eigene Jnnenarbeit — zurückzutreten hat oder aber wir ziehen uns resigniert auf unsere eigene Arbeit als jüdische Jugendgruppe zurück. Ein Mittelweg scheint fast unmöglich. Und sollten wir nicht vielleicht dennoch — trotz Erfolglosigkeit und fortschreitender Verhetzung — immer wieder neue Wege zu finden versuchen und neue Versuche beginnen, um mit den einfachsten Mitteln zu relativ größten Erfolgen zu gelangen?, auch wenn diese absolut genommen noch so mäßig sind? Drei Fragen sind zu unserm Thema aufzuwerfen: Erstens: Ist es überhaupt unsere Aufgabe in den Jlis solche Außenarbeil zu leisten? Zweitens: Kann diese Arbeit überhaupt zu einem Erfolg führen? Drittens: Welche Wege sind einzuschlagen? Auf die Frage, ob die Außenarbeit überhaupt in den Rahmen unserer Jlis hineinpaßt, ist zu sagen, daß wir ja nicht wie die Hauptvereine lediglich Vereine zur Pflege des religiös-liberalen Gedankens in den Gemeinden da sind sondern daß wir als Jugendgemeinschaften andere und weitere Ausgaben haben, daß das Band, das uns zusammenhält, nicht lediglich der eben erwähnte Zweck ist, sondern daß wir uns als Jugend zu einer inneren Lebensgemeinschaft zusammensinden. Eine solche Gemeinschaft hat aber da einzugreifeu und da zu helfen, wo es not tut und dem Interesse ihrer Glieder entspricht, daher ist es m. E. auch Ausgabe der Jlis, die Beziehungen mit den nichtjüdischen Kreisen aufzunehmen, und zwar als Jugend vornehmlich mit Jugend. Und wenn der. Erfolg auch nicht allzu groß sein sollte, laßt uns auch mit einem geringen zufrieden sein, völlige Tatenlosigkeit können wir nicht verantworten. Was können wir denn überhaupt ausrichten; den Nationalsozialismus etwa bekämpfen? Dieser Kampf ist m. E. utopisch. Dazu sind wir viel zu schwach, als daß wir einer Volksbewegung, die ihre Lebenskraft aus der wirtschaftlichen Not, aus der allgemeinen Unzufriedenheit und der nationalchauvinistischen Psychose saugt, wirksam entgegentreten könnten. Aendert sich nicht die ganze weltwirtschaftliche Lage und als Ausfluß.dieser Aenderung unsere nationale Wirtschaftslage (man verzeihe und gestatte meinen Pessimismus, aber wer vermag nur im geringsten aus dieser verfahrenen Wirtschaftsposition in der ganzen Welt noch einen Ausweg außer durch eine durchgreifende Umwälzung der derzeitigen Wirtschaftsordnung zu sinden), dann ist das siegreiche Vordringen des Nationalsozialismus unvermeidlich. Wir können noch so viel Flugschriften oder mündliche Aufklärung verbreiten, die Volkszugehörigkeit auch durch unsere Taten noch so sehr beweisen, der Sieg ist ihrer doch. Da nützt es auch nichtts, . wenn wir Greueltaten schildern, die uns Juden widerfahren, für wen und für was solche Predigten? Das einzige was wir erreichen können, ist, unseren Volksgenossen durch unser Benehmen und durch unsere Taten die nötige Achtung vor uns beizubringen. Was sollen wir nun anfangen, um mit der nichtjüdischen Umwelt in Beziehung zu treten. Es wäre gefährlich, die christliche Jugend oder ihre Führer zu Zusammenkünften lediglich mit dem einzigen Zweck einzuladen, die „Anständigkeit" der Juden kennen: zu lernen. Vor solch einem Ansinnen mit dem ihm innewohnenden Eigenzweck wird der Andersgläubige, der ja unsere Not gar nicht so kennt und bestimmt nicht erfühlt, mit Scheu, vielleicht sogar mit Abscheu zurückschrecken. Er fühlt, er soll in den Dienst einer Sache gestellt werden, für die er so ohne weiteres gar nicht kämpfen will, gegen die er höchstens vog vornherein objektiv keine negative Einstellung hat. Denn mehr, als daß wir in unserer Gesamtheit nicht gehaßt werden, können wir von einem Durchschnittlichen, und nicht Verhetzten nicht erwarten. Eine Parteinahme für ups aus Eigenem heraus, ist doch zu selten. Wenn wir mit christlicher Jugend, sei es konfessioneller, gewerkschaftlicher oder politischer Einstellung, als Bund mit Bund zusammen kommen wollen, dann empfiehlt es sich mehr, mit tzieser nicht gleich in Erörterung jüdischer Probleme oder Abwehrfragen einzutreten, vielmehr muß erst durch gemeinsame Arbeit, durch gemeinsames Wandern usw. ein Vertrauensverhältnis geschaffen werden. Dann können wir auch erst unsere seelische Not schildern, manchen entgiften und manchen überzeugen. Wohl wird man auch manchen Erfolg zu verzeichnen haben, wenn mau nur einen einmaligen gemeinsamen Abend mit der Besprechung irgend eines Stoffes aus dein Judentum zubringt, z. B. aus Mischer Geschichte, Teilnahme der Juden am Weltkrieg, Besuch eines Gottesdienstes oder einer Feierstunde, Erklärung der Liturgie, Erklärung von Gebräuchen, Führungen usw. Bei manchem wird etwas davon hasten -leiben und wenn es uur der einmalige Eindruck war, daß die Juden natürliche Lebewesen wie die anderen Menschen auch sind, daß ihre Gebräuche, ihre Geschichte, ihr Gottesdienst, ihre Teilnahme an der Menschheitskultur gar nicht so etwas dem Heimatvolke wesensfremdes sind. Jedoch zu warnen ist vor offensichtlichen Propagandavorträgen,, deren Ersoly sehr zweifelhafter Natur sein kann, insbesondere wenn von irgend einer Seite dann ein Hetzfunke dazwischen geworfen wird. Alle einmaligen Unternehmungen möchte ich daher überhaupt nur iu zweite Linie stellen urck sie nur für Gebt Spenden für die Wanderkaffe des Jli-Berlin! Postscheckkonto r Hildegard Bach, Berlin.Schöneberg Rr. 144893 einen Ersatz an Stelle eines längere Zeit dauernden Znsammenarbeitens und -lebms, das natürlich größere Anforderungen stellt, betrachtm. Weiter will es mir wichtig erscheinen, daß wir uns als geschlossene jüdische Gruppe inderallgemeinen Äohlfahrtspslege und Fürsorge betätigen. Die Beschränkung aus die jüdische Wohlfahrt halte ich nicht für richtig, denn wir haben allen unserm' Mitbürgern gegenüber dieselbe menschliche Verpflichtung in der heutigen Not. Es stimmt wohl, daß manche soziale Arbeit nur oder hauptsächlich! durch konfessionelle Vereinigungm geleistet werden kann oder wird, für diese Spezialaufgaben müssen wir unsere Kräfte zur Verfügung stellen. Jm übrigen aber wollen wir diese Beschränkung vermeiden, das soziale Gewissen ist nicht konfessionellreligiös gebunden, sondern es ist ein allgemeines religiösethisches. Ich halte die Absonderung in der Wohlfahrt fürvöllig unangebracht. Wir müssen uns an allgemeinm Samm'- lungm für das Rote Kreuz, für die Bahnhofsmisswn, für die Weihnachtshilse usw. beteiligen, wir müssm die Betreuung von gefährdeten Jugendlichen übernehmen, wir müssm mit der übrigen Jugerü» zusammen alle von uns geforderten, sozialen Leistungen erfüllm. Vielleicht können gerade die Ortsausschüsse für Jugendpflege und Jugendbewegung, die in den einzelnm Städtm bestehen, uns in mancher Beziehung bei Erfüllung dieser Außenausaaben helfen, denen wir dm Dank dafür wieder mit unserer rntmsiven Mitarbeit an ihren Aufgaben abstatten könnm. Ich möchte als Beispiel erwähnen, daß sich diesen Winter ein Jli an den vom Ortsausschuß regelmäßig veranstaltetm sog. offenen Singabenden beteiligt; auch an dem Abend, der lediglich dem Singm christlicher Weihnachtslieder aus dem Mittelalter gewidmet war, hat der betreffende Jli geschlossen mitgearbeitet Noch eins will ich kurz erwähnen. Man ist an die einzelnm Jlis in der lchten Zeit herangetreten, dem neugegründeten jüdischen Friedmsbund beizutreten. Ich halte für uns Juden, zum mindestm für unsere Generation, die Friedmsidee für viel zu selbstverständlich, als daß wir sie innerhalb des deutschen Judentums organisieren müßten. Wmn wir das Bedürfnis Laben, irgendwie für dm Frieden zu wirken, so können wir dies bestimmt wirkungsvoller durch unseren Beitritt zur allgemeinen Friedensbewegung bewerrftelligm. Aus der öli-Arbeit * Breslau. (Ili - H a uptgruppe.) Am 7. Januar sprach Frau Paula Ollendorsf über: „Große Persönlichkeiten im Sinne der Religion". Frau Ollendorsf führt« zuerst aus, daß im Sinne des Judentums nur die Persönlichkeiten zu den großen gerechnet werde« können, die im Geiste des Judentums und seiner Ideale gewirkt haben. Es gelang Frau Ollendorsf, uns in kurzen Worten eine« tiefen Eindruck von dem Wesen dieser ganz großen Menschen z« geben. — Am 10. Januar sprach Friedrich Georg Lennhoff über: „Verantwortungsbewußte SeÄsthilfe der Jugend". Der Referent schilderte uns in mitreißender Form das Werden und Wirken der Zugscharen. Eine ausgedehnte Diskussion, an der sich auch Mitglieder anderer Bünde stark beteiligten, hielt uns noch lange beisammen. — Der gemütliche Heimabend" am 14. Januar brachte uns neben netter Unterhaltung auch manche Anregung für unsere weitere Arbeit. Lirgnitz. (Jli-Abend.) Montag, den 12. Januar, berichtete Manfred Haase im Hotel Reichshof über die Berliner Argetagung. Besonderes Interesse wurde für die Entschließungen der Arge betreffs des Lieguitzer Jlis gezeigt. Die von Manfred Haas« vorgeschlagenen Satzungsänderungen wurden einstimmig begutachtet. Zum Schluß des Abends wurde für Sonntag, den 18. Januar, eine Fahrt nack Ketschdors angesetzt. * Das Ai-Programm * Bertt«. Gemeinsame Veranstaltungen. Wegen Erkrankung des Herrn Dr. Leo Rosenzweig findet der Disknssionrabend nicht am Mittwoch, de« 21. Januar, sonder« erst a« Donnerstag» dem 5. Februar, abends 8 Ahr, im Lortragsfaal der Synagoge Fasanenstraße, statt. Fahrt nach Lehnitz am Sonnlag, de« 25. Januar. Treffen 9.30 Uhr Stettiner Borortbahnhof. Führung: Irma Kinderman«. Wer später zusteigr« will, wende sich deswegen an Irma Kindermanu. Telephon: Königstadt 1297. Aelterengroppe: Heimabend am Donnerstag, dem 29. Janaar, abends 8.39 Ahr, bei Ellen Littmauu, Reue Kantstrotze 6. Thema: Moses Mendelssohn: .Bibelübersetzung «nd Jerusalem. Panlov'Osteu. Mittwoch, de« 21. Januar, abends 8.15 Uhr, bei Ilse Cohn, Schönhauser Allee 132. Thema: Grundlage« der Philosophie. Hermsdors. Mittwoch, den 21. Januar, abeuds 8 Uhr, bunter Abend i« Heim, Albrechtstratze 10. Hermsdorf (Külengruppef. Dpimerstag, den 22. Januar, nachmittags 6 Uhr, Heimabenid im Heim, Albrechtstratze 10. Sieglitz. Montag, de» 26. Januar, 19 Uhr, bei Loa Sraetz, Dahle«, Am Erlenbusch 4. Thema: „Moses Mendelssohn". Berlin. Jagendgemeinschast der Jüdischen Refvrmgemeinde. Donnerstag, de« 29. Januar, abends 8 Uhr, im Mosse-Hanr, Leipziger Platz 15» Rezitationsabend des Schauspielers am Berliner Staatstheater Bad Shelaso: Aus alter and «euer jüdischer Dicht»«-. Breslau. Hauptgruppe: Mittwoch, den 28. Januar, 20.15 Uh,: Borttag von Herr« Dozent Dr. Albert Lewkowitz: „Moritz Lazarus: Ethik des Judentums". Jüngeren-Gruppe: Dienstag, de« 27. Janaar, 16.30 Ahr: Vortrag von Hans Hammer: „Jugend und Politik". Jüngsten.Gruppe: Montag, de« 26. Januar, 16 Uhr, im Ingen», heim. Arbeitsgemeinschaften and Stadtenkreise siehe Programm. Liegnitz. A« Montag, den 26. Jaunar, spricht Dr. Schildberger, Berlin, über das Thema: Die liberale Richtung im Indent««, i« Gemeinde. Hans, abends 8.15 Uhr. Artikel «nd Berichte sind big späteste«- Sonnabend jeder Woche i» senden an Dr. Ellen Ltttmann, Ebarlottmbnrg 5 Reue Krntstraße 6, 1 Treppe.