Mannheim
Compact Memory

Jüdisch-liberale Zeitung · 1930-12-11 · 50 (11.12.1930) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
10 (1930)
Issue
50 (11.12.1930)
Date
1930-12-11
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2613366-2614053-2614103--3822-2621457
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

positive Arbeit geleistet zu haben. Der süddeutsche Verband «rbeitet jetzt auch zeitweise mit dem sächsischen Verband, dieser erweiterte Verband hofft, daß der Reichsverband doch zustande kommt, jedoch nur so, daß er als Dachvcrband seinen Wirkungskreis hat. Der Referent berichtet weiter, daß wohl im Augenblick die Finanzlagen eine harte Aufgabe sind, daß der Oberrat sich jedoch voll und ganz bewußt ist, daß die ideellen Aufgaben, die seiner Pflege unterstehen, immer den ersten Platz in der Arbeit einnehmen müssen. Auf Anregung von Rotschild, Eßlingen, befaßte sich der Oberrat mit der Frage, ob Beamte, die zum Studium ein Stipendium erhalten hatten, nun aber außerhalb des Landes angestellt sind, zur Rück- Zahlung des Stipendiums herangezogcn werden sollen, ober ob man sie wie einheimische Beamte behandeln solle. Letzteres wurde abge- Vehnt. Stadtrabbiner Dr. Riegcr, theologisches Mitglied des Oberrates, berichtete über die Reisen der Rabbiner durch das Land, die in ziemlich regelmäßigen Abschnitten stattsinden. Der Besuch auf dem Lande löse bei den kleinen Gemeinden immer viel Freude aus. da yxben den Gottesdiensten Jugendgvttesdienst und Gemcindcabende «bgehalten werden, die viel zur Hebung des religiösen Lebens auf dem- Lande beitragen. ßrfwulitfV’ war bei der weiteren Berichterstattung über die Strafanstalten, daß diese zur Zeit kaum jüdische Insassen «ufweisen. Die Seelsorge wird dort von Rabbinern und Lehrern «usgeübt. Rituelle Verpflegung dürfen außer an Pessach auch die Gefangenen erhalten, die sonst auch rituell leben. Dr. Gumbel^ Heilbronn, berichtet über den Haushaltungsplan. Der Vetricbfonds wurde von 50 000 Mark aus 75 000 Marl erhöht. Das Rabbinat Oberdorf wurde aufgehoben, in Edelsingen auf Antrag eine ständige Religionslehrerstelle geschaffen. Der Oberrat ersucht die Landesversammlung um Genehmigung, die vonr Reich vorgeschlagene Gehaltskürzung auch bei den von ihm besoldeten Beamten vornehmen zu dürfen. Die Gesamtausgaben betragen für 1030 474 113 Mark, die Einnahmen 226 919 Mark, Abmangcl 247 223 Mark 45. Der Auf wand für den Oberrat 36 940 Mark, Gehälter für Rabbiner 01 602 Mark, für Lehrer 141921 Mark. Ruhegehälter 63 190 Mark, Unter, stützungen an Gemeinden 23 500 Mark, Ausbildungszwecke will man mit 180 000 Mark einsetzcn. 110 000 Mark tragen etwa die Ge meinden zu den Gehältern der Lehrer und Rabbiner bei, der Staats beitrag ist 33 000 Mark. Der Abmangel soll durch Landesumlage auf die Staats steucr aus Einnahmen und Vermögen mit 41/4 0/0 gedeckt werden. Der Antrag des Frauenbundes auf Zulassung der Frauen zu den Borsteherämtern fallt fort, da ein Antrag Weil-Stuttgart zwecks Aenderung der Verfassung zu diesem Zweck abgelehnt wurde. Wolshagen. (Doppcljubiläum im Israelitischen Frauenverein.) Am 30. November beging der hiesige Israelitische Frauenverein das Jubiläum seines 85 jährigen Bestehens und gleichzeitig das 25 jährige Jubiläum der ersten Vorsteherin Frau Rosa Kratzenberg. Nach Begrüßungsworten der Vorsteherin hielt Lehrer Katzenstein die Festrede, die auf die Zielsetzung des Vereins eingestellt war, in der auch die Verdienste der Jubilarin gewürdigt wurden und alle verstorbenen Mitglieder in pietätvoller Weise Erwähnung fanden. Kreisvorsteher Möllerich dankte allen, die sich um die Veranstaltung bemüht hatten; die Wünsche der Gäste übermittelte Herr Kaufmann aus Ziereubcrg. Theatralische Aufführungen der Schuljugend und gemütliches Beisammensein der Festteilnehmer gaben der Jubiläumsfeier den harmonischen Abschluß. Der Eiffelturm im Talmud In alten Zeiten, als den Menschen noch nicht, tvie in der Gegenwart, so vielerlei Beschäftigungen zu Gebote standen, sie zu zerstreuen, pflegten dieselben mit Vorliebe das Bauhandwerk. Vorzüglich war es aber die Errichtung von Türmen, welche seit der Zeit des Turmbaues zu Babel die Baumeister beschäftigte. Obschon nun in der Reget Türme zur Benutzung für die Lebenden, und Höhlen zur Beisetzung der Verstorbenen dienten, zeigten doch die ägyptischen Pyramiden und die Türme der ewigen Ruhe bei den Parsen das Gegenteil dieser Annahme. Der hebräische Name für Turm ist Ophel; dieses bedeutet „Dunkelheit", weil der Turnt einen bedeutenden Schatten wirft, während sonderbarerweise das Wort Meoroh (Höhle) „Licht" bedeutet. Von dem' Turm zu Babel soll zur Zeit des Talmud noch eine Ruine vorhanden gewesen sein; ein Drittel derselben soll durch Feuer zerstört worden und ein anderes Drittel in den Boden versunken sein. Von der Ruine dieses Turmes sahen hohe Bäume wie Heuschrecken aus. Für die einstige Existenz des sagenhaften Hiramturmes in Persien, welcher die sieben Himmel darstellen sollte, gibt es nirgends ein Zeugnis. Ein anderer berühmter Turm war der auch von Joscfus erwähnte Davidsturm. Im „Hohen Lied" lesen wir von dem großen Turm des Libanon. Ein alter Turm jedoch verdient es, seines besonderen Interesses wegen heute in die Erinnerung zurückgerufen zu werden. Wir finden nämlich im Talmud, welcher hierdurch die Ansicht seiner Verehrer, die ihn für eine Schatzkammer alles irdischen und überirdischen Wissens halten, unterstützt, einen Turm Keren Eifel (Eiffel-Turin) genannt. Von demselben erzählt ein Talmud-Gelehrter wie folgt: Als ich nach oben schaute, sah ich! auf der Spitze des EiMturmes einen Araber, welcher auf einem Kamel ritt und die Lanze in die Höhe hob. Das Ganze erschien mir wie ein Wurm auf der Spitze des Turmes." Wie der Araber mit seinem Kamel hinaufgekommen war, hat jedoch der Rabbi nicht erzählt. Sollte dies vielleicht durch ein Hebewerkzeug geschehen sein? Der Talmud läßi uns auch über den Standort des Turmes im Unklaren. Ties könnte vielleicht künftigen Gelehrten Veranlassung geben, diese Begebenheit in unsere Zeit hinaufzurücken und den Ort des Ereignisses nach Paris zu verlegen, in welchem ja ein wirklicher „Eisfel-Turm" sich unseren Blicken zeigt. Oder werden sie nicht etwa behaupten, daß, mit der Erzählung eine Interpolation von I960 Jahren vorgenommen worden sei? A. Adler, Oberl., Ulm. Aus der Ai-Bewegung Verantwortl.: Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Zirgendvereiue veulfchlauds Vorsitzender: Dr. Hugo Hoffmarm» Frankfurt a. Main Aus der Ili-Arbett Frankfurt a. M. (Von der Ili - T ät igk eit.) Am Dienstag, dem 12. November, sprach Herr Rabbiner Dr. Selig- «ann über „Das jüdische Schrifttum". Unseren Wünschen entsprechend verknüpfte er mit den Erläuterungen über Wesen, Entstehung und Sinn des umfangreichen Schrifttums zugleich eine moderne Bibelkritik. Die Grundlagen des Schrifttums bilden die Thora und die Bücher der Propheten. Im Gegensatz zur orthodoxen Ausfassung, die das Fünfbuch als unmittelbare' Offenbarung Gottes betrachtet, ist man nach den liberalen und modernen Bibelfvrschungen zur Ueberzeugung zelangt, daß dieses Werk von begnadeten Menschen, und zwar von mehreren Verfassern späterer Zeiten geschrieben wurde. Keinesfalls können die sich häufig direkt widersprechenden Texte von einem einzigen Autor stammen; auch findet sich unzweifelhaft ein starker Niederschlag babylonischen Kulturgutes, so daß man wohl annchmen kann, daß schriftliche Fixierung und endgültige Ausgestaltung der Thora der nachbabhlonischen Zeit, wohl in erster Linie Esra, zu verdanken ist. Zu dieser Zeit machten die zahllosen uralten Gepflogenheiten, eingebürgerte Sitten, sonne die über ein Jahrtausend durch mündliche Leberlieferung erhaltene Geschichte eine Niederschrift notwendig und schufen ein unvergleichliches, gewaltiges Epos. Unmittelbar an den Schluß der geschichtlichen Erzählungen der Thora schließen sich die ebenfalls geschichtlichen Bücher der Propheten an. Die Art der Geschichtsschreibung in diesen Büchern dürfte einziglartig in der Weltliteratur sein, gehen doch die Verfasser stets vom sittlichen Moment aus, indem sie, von der immerwährenden. Gerechtigkeit Gottes überzeugt, die Ursache alles guten und schlechten Geschehens im Verhalten des Gottesvolkes begründet glauben. Auch bei diesen Büchern darf man annehmcn, daß ihre Entstehung einer jeweils späteren Epoche zuzuschreiben ist, und daß die den Propheten in den Mund gelegten Prophezeiungen ihnen erst nach Eintritt des Ereignisses zugeschrieben wurde». Zur Zeit Rabbi Akibas wurde die gesamte vorliegende Literatur kanonisiert, indem alle — nach damaliger Auffassung — vor der Zeit Esras geschriebenen Bücher für heilig erklärt wurden. Hierzu gehören u. a. die Bücher Ruth, Hiob, die 5 Megillohs und dos „Lied der Lieder", für das sich besonders Rabbi Akiba trotz seines andersartigen Inhaltes eingesetzt hatte. Neben den Büchern der Thora und Propheten bestand die mündliche Lehre, deren Niederschrift ausdrücklich verboten war, um die Religion syiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiimimnitiitiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiitiitiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiitiiiu: 3 3 Das schönste § Chanukka-Oeschenk | ist ein Jaxophon-Kofferapparat | mit großer Saxophonführung, Ia Membrane, festem Gehäuse u. abwaschbarem Ueberzug, ü in allen Farben Record-Preis RM. 65.— (1 Jahr Garantie) j§ Neu- Moauszur auf Schallplatten, ferner 3 Kol Nidrei — We schomru usw. 5 i Jaxophon-Sprechapparatebau | 3 Berlin W 30, Aschaffenburger Straße 19/m 1 ^iiiuHiiiiiitiiiiiiinmiiuiiitiiiimnuimiiiiiimiitimiitmiiimiHuiiiiiiiiiiitimiiiiHiitiiinHm und die Gesetze wandelbar und der Zeit angepaßt zu erhalten. Wenn nun doch diese mündliche Lehre im „Talmud" niedergeschrieben worden ist, so ist durch die Heberschreitung jenes Verbotes auch tatsächlich jene Starrheit der jüdischen Religion eingetreten, die ihre sinngemäße Fortentwicklung und Lebendigkeit unmöglich machte. So arbeitet im Grunde genommen der heutige Liberalismus ganz im Sinne jenes damaligen Verbotes, wenn er versucht, jene Starrheit wieder zu lösen And ein Judentum Fu schaffen, das sich den Erkenntnissen und Gedanken unserer Leit anzupassen vermag. Wie Herr Rabbiner Dr. Seligmann am Schlüsse seiner Darbietungen betonte, hat das biblische Volk stets hohe Kulturgüter der es umgebenden Mitglieder zahlt die noch fälligen Beiträge bitte recht bald auf das Postscheckkonto von Hildegard Bach, Berlin-Schöneberg, Berlin 144893. Jli-Berlin Kulturen in sich ausgenommen; erst der Talmud hat jene Fortentwicklung behindert, die weiterzubauen Aufgabe des heutigen Liberalismus ist. Infolge Erkrankung von Studiendirektor Dr. Driesen sprach am Dienstag, dem 18. November, Erwin Baer über das Thema- „Soziologische Grundlinien des liberalen Judentums". Erwin Baer ging davon aus, daß der Liberalismus stets danach sucht, veraltete Formen zu ändern, und eli/i Reform des Gottesdienstes vorzunehmen. Hierbei sollte man sich fragen, woher die jeweilige Form stammt, und wie der ursprüngliche Sinn dieser ck>er jener Form war. Es ist sehr häufig der Fall, daß der Sinn eines Gebotes zugunsten einer überlieferten Form verändert tv-orden ist, so daß die Idee der Form, weichen mußte, statt umgekehrt. Deutlich sehen wir solche Vorgänge in oer Zurücksetzung der Frau, lvie auch in den Sabbat-Geboten, die eine Erschwerung mit sich brachten, während der ursprüngliche Sinn sicher eine Erleichterung des Daseins bezweckte. Bei jeder Veränderung von Formen sollte man jedoch geschichtliche und ästhetische Gesichtspunkte berücksichtigen. Bei der geschichtlichen Betrachtung taucht jedoch die Frage auf, worin eigentlich jene Erhaltungskrast besteht, die das Judentum durch Jahrtausende inmitten fremder Kulturen und Gastvölker erhalten hat. Erwin Baer kommt hierbei zu drei wesentlichen Punkten: 1. Der Belcnntnisschatz des Judentums, 2. das Mitfühlen und Empfinden in den Formen, 3. die Absonderung von Menschen, die nicht zur Gemeinschaft gehören. Jede Form auf religiöser Grundlage, wie das Einhalten von Feiertagen, ist bereits eine gewisse Absonderung. Gewiß soll eine Absonderung nicht zu einem Zurückziehen von der Umwelt führen, der wir uns ja zugehörig fühlen. Aber gewisse Besonderheiten, die auf religiöser Grundlage fußen, wie auch auf Vererbung, sollte man durchaus erhalten, da dies zum Bestand einer irgendwie gearteten Gemeinschaft notrvendig ist. Wer überhaupt eine Gemeinschaft anerkennt, muß auch ein Eigenleben in hierzu bestimmten Rahmen anerkennen, da ohne einen irgendwie gearteten Rahmen keine Gemeinschaft bestehen kann. Wenn ein Jude sich einem Juden näher suhlt als einem Anderen, wenn er «ine jüdische Organisation (Wohltätigkeit, ober was cs auch sei) unterstützt, so erkennt er auch bereits eine Gemeinschaft an, die über das rein Religiöse hinwegreicht. So sind jene drei Grundlinien Bekenntnis, Form und Absonderung untrennbar miteinander verknüpft, bedingen sich gegenseitig und können nur gemeinsam trotz aller Aw> passung und Angleichung an unsere Umwelt den weiteren Bestand des Judentums ausmachen. Die Ausführungen Erwin Baers riefen, wie zu erwarten war, besonders bezüglich des dritten Punktes eine lebhafte Debatte hervor. So lehnte Franz Meidner insbesondere jede Art von Absonderung ab und führte aus, daß sein Judentum nur im Glauben bestehe, jede Form und Absonderung aber überflüssig sei, da diese nicht mehr zum Wesen des Judentums gehörten. Dienstag, den 25. November 1930. Nach den Borträgen der vorhergehenden Wochen hatten wir an diesem Abend unsere erste Neihestunde dieses Winterhalbjahrs. Den Abend hatten wir dem Andenken an Moritz Lazarus geweiht, über dessen Leber» uns sein Neffe, Herr Rabbiner Dr. ArnoldLa zarus, berichtete. Moritz Lazarus ioar in seinem ganzen Leben zugleich Mensch, Deutscher und Jude. So hat er sich immer wirkungsvoll für sehr Deutschtum und Judentum eingesetzt und war der erste Jude, der als ordentlicher Professor an einer Universität (Berlin) wirkte. Während seiner Tätigkeit als Professor an der Kriegsakademie in Berlin verband ihn eine herzliche Freundschaft mit dem damaligen Kronprinz Friedrich, tvie auch mit anderen bedeutenden Persönlichfeiten, wie Rückert, Fontane, Keller u. A. So konnte er tatkräftig gegen den Antisemitismus ankämpfen, der damals auftrat. Als Wissenschaftler war er es, der zusammen mit Steinthal den Begriff der Völker-Psychologie in die Wissenschaft cinsührte. Hierzu äußerte er selbst, es sei kein Zufall, daß die Völkerpsychologie von einem Juden stamme, da, sich mit solchen Problemen gerade wir Juden befassen. Sein Hauptwerk „Treu und frei" behandelt Frage der deutschen Juden; hier kämpft er für sein deutsch-liberales Judentum. Ju seinem Bortrag „Was heißt national" widerlegt er auf Grund seines tvissenschaftlichen Studiums die zionistische These des Jüdistch-Nationalen. Moritz Lazarus war trotz seines Kampfes für den Liberalismus stets auch in konservativen Kreisen hochgeachtet und anerkannt. Auf der 1. deutschen Rabbinersynode im Jahre 1869 sprach er den noch heute geltenden Grundsatz für das liberale Judentum: „Ab sch affen wollen wir nicht das Judentum, wie uns vor geworfen wird, abschaffen wollen wir nur den I n d i f f c r e n t i s m u s, abschafsen wollen wir die Jgnoranz." Die sehr interessanten Ausführungen bes Herrn Rabbiner Dr. Lazarus waren umrahmt durch Vorlesungen aus der Autobiographie Moritz Lazarus' und aus seinen Borträgen. Schallplattenmusik vervvllkommnele unsere gut gelungene Wcihestunde. Arthur Astheimer, Jli, Frankfurt a. M. * Das Ai-Programm Berlin. Gemeinsame Veranstaltung. Donnerstag, den 11. Dezember, abends 8 Uhr, im Dortragssaoi der Synagoge Fasanenstr. Referat: Dr. Leo Rosenzweig: „Glaube und Wissen im Judentum". Jli-Singkreis. Der für Donnerstag, den 18. Dezember, angesagte Singabend fällt aus. Aeltrrengruppe. Freitag, den 12. Dezember, abends 8 Uhr, Freitagabendseier und Heimabend bei Ellen Littmann, Charlottenburg 5, Reue Kantstraße 6. Thema: Geschichte der deutschen Juden von Friedrich dem Großen bis zur Gegenwart. 1. Friedrich der Große und Peine Zeit. Oliva und Neu-Lharlottea-urg. Mittwoch, den 17. Dezember, abends 8 Uhr, bei Eva und Adolf Marcnse, Friedenau, Taurmsstraße 23. Thema: Das kommunistische Manifest. Hermsdorf (Kükengrnppe). Donnerstag, den 18. Dezember, nachmittags 6 Uhr, im Heim, Akbrechtstraße 10. Pankow-Osten. Mittwoch, den 17. Dezember, abends 8 Uhr, bei Betty Markus,. NW. 87, Tile Wardenbergstraße 20, Portal I. Thema: Grundftage« der Philosophie. Weste«. Montag, dm 15. Dezember, abends 8 Uhr, bei Httdr Weglei», Sybelstraße 45. Thema: Esra — Nehemia. — Die Fahrt nach Trebbirz. findet erst Mitte Januar statt. Berlin. Jugendgemeinschaft der Jüdischen Reformgemeinde. Donnerstag, den 11. Dezember, abends 8 Uhr, im Mosse-Havs, Leipziger Platz 15, Vortrag des Herrn Rechtsanwalt Dr. Manfred Meyer mit anschließender Diskussion über das Thema: Jugend, Judentum und Recht. Sonnabend, den 20. Dezember, Chanukkah-Ball der Jugendgemeiuschaft im Logenhans, Emfer Straße 13. Beginn 8.30 Ahr abends. Eintrittskarten im Büro der Reformgemeinde, Johannisstraße 10, erhältlich ab 13. Dezember. (BLrosttmden täglich von 9—3 Uhr.) Brerlou. Haupt- und Jüngeren-Gruppe: Mittwoch, den 17. Dezember, 20.15 Ahr, Jugendheim: Alfred Fabian und Erich Vulkan berichten über: „Die außerordentliche Delegiertentagung der Jüdisch-liberalen Jugendvereine Deutschlands in Berlin". — Arbeitsgemeinschaften und Studienkreise siehe Dezemberprogramm. — Jüngeren-Gruppe: Dienstag, dm 16. Dezember, 16.30 Uhr, Jugendheim: Bortrag von Ruth Honigbaum: „Liberales und orthodores Judentum". — Jüngsten- Grnppe: Montag, dm 15. Dezember, um 16 Uhr, im Jugendheim. Liegnitz. Am Montag, dem 15. Dezember, abends 8.15 Uhr pünktlich, in den Räumen der Silesia-Loge findet eine Chanukkah-Feier statt. Einladungen ergehen noch besonders. Vereinsnachrichten Minister Severing spricht für die „Jüdische Altershilfe". Auf dem Gescllschaftstec der „Jüdischen Altershilfe" am 13. Dezember 1930 bei Kroll, der sich an die Festoper „Frdclio" anschließt, wird der Herr Innenminister für Preußen Severing eine Ansprache halten. Für die „Tombola der 1000 Bücher" sind noch mehrere wertvolle Beiträge gespendet worden, it. a. von Professor Einstein einige Porträt-Photographien, von Irene Triesch ein Original-Porträt von Lesser-Ilry, sowie Original-Radierungen von Orlik, Struck und Hans Thoma; sämtliche Bilder eigenhändig signiert. Zu den künstlerischen Darbietungen haben ihre Mitwirkung zugesagt: Irene Armbruß, die japanische Sängerin Hatsue Puasa, Paul Grätz, Willi Kollo, Rudolf Nelson, Hans Sommer, Otto Walburg. Karten zur Oper RM. 5—15 (nur noch wenige Plätze verfügbar), zum Gesellschaftstee RM. 5 durch: Die Jüdische Altershilfe, Kantstr. 160, Tel.: Bismarck 1221. Freie Jüdische Bolkshochschule, N. 24, Oranienburger Straße 29. Der letzte Vortrag des Zyklus „Jüdische Tagesfragcn" von Rabbiner Dr. Jacobus „Bericht über die Schomre Schabbath-Tagung" fallt aus. Der Bund jüdischer Beamten und Angestellten, Berlin N. 24, Oranienburger Straße 29, veranstaltet am Sonntag, dem 14. Dezember 1930, in der Aula Auguststraße 11-13 eine Chanukahfeier. Ihre Mitwirkung haben freundlichst zugesagt: Oberkanlor John; die Pianistin Mina Fejgelson; A. Spektor .(Violine), am Flügel begleitet von Ella Spektor; der Chor des Brith-Haolim-, J.J.W.B. Die Ansprache hält der Vorsitzende Rabbiner Dr. M. Salonvonski. D ruckfehlerberichtigong. In der Besprechung des Romans von Joseph Roth: „Hiob" sind dem Setzer mehrere sinnentstellende Druckfehler unterlaufen. So muß es im 3. Absatz heißen: 2. Zeile nicht „kleinen", sondern: „keimen", 5. Zeile nicht „ihm", sondern: „ihn". Im 4. Absatz: 4. Zeile nicht „unbefohlene", sondern: „unbeholfene". HG.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.