Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 10 (1930)
- Issue
- 49 (4.12.1930)
- Date
- 1930-12-04
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Direktor der Dresdner Bank, Berlin, das einleitende Referat über-- nommc» hatte. Ms Thema des Ausspracheabends war bestimmt: „Lcrgaugenhcit, Gegenwart, Zukunft jüdischer Gemeindepolilik". Leider mußte der Ausspracheabend infolge Verhinderung des Referenten in letzter Stunde abgesagt »vcrdeii. Wir hoffen den Ausspracheabend baldigst uachholen zu können. Die Veröffentlichung des Wahlprogramms konnte mit Rücksicht auf das Zustandekommen des Kompromisses unterbleiben. Mit der Vereinigung für das liberale Judentum e. B., Berlin, wurde während des ganzen Jahres Gedankenaustausch gepflogen. Von der Veranstaltung eines Festes wurde mit Rücksicht auf die Zeitverhältnisse Abstand genommen. Der Verein ließ sich bei der Londoner Weltkonscrenz durch Herrn Dr. David Warmbrunn vertreten. Bei der Breslauer Tagung wurde der Verein vertreten durch die Herren Rabbiner Tr. Seligmaiin, Tr. Hugo Hoffmanu und Tr. R- Geiger. Im lausenden Jahre fand ein Vortrag des Herrn Tr. Rich. Merzbach in Bocken heim statt. Im laufenden Jahre soll ein Vortragsabend der Bezirksgruppc Sachscnhansrn stattsinden. Es ist beabsichtigt, durch tucitemi Ausbau der Bezirksgruppen deit Versuch zu machen, eine intensivere Mitarbeit der Mitglieder des Vereins zu er Die sonstigen, im Statut des Vereins vorgesehenen Arbeiten konnten eine gewisse Einschränkung erfahren, da die Synagogen-Bercine insoweit eine lebhafte Tätigkeit entfaltet haben. Auch brachten die Wahlvorbereitungen zwangsläufig eine Konzentration auf die Wahlen mit sich. Sobald die Wahlen erledigt sein werden, wird der Verein sich seinen sonstigen Zielen wieder in stärkerem Maße zutvcndcn können. Der Geldmangel hat sich auch in den Mitgliederkr-cisen stark bemerkbar gemacht; der Verein hat verschiedentlich Austritte zu verzeichnen und dadurch auch eine größere Abnahme in der Mitglicdcrzahl erlitten. Rathenow. Am Sonntag, 9. November, fand hier ein Vortragsabend der „Vereinigung für das liberale Judentum" statt. Es sprachen die Herren Generalsekretär George Goetz (Berlin) über das Thema: „Das Lcbensrecht des liberalen Judentums" und Rechtsanwalt Dr. Charig (Stendal) über: „Liberale Gcmeindcpolitik". Es >oar ein Erlebnis für die hiesige Gemeinde, den tiefschürfenden, hochinteressanten Ausslihrungen der beiden Redner zu lauschen, die denn auch großer: Beifall ernteten, der um so höher zu bewerten ist, als 9 Herren dder Vereinigung als Mitglieder bcigetrcten sind, für unsere kleine ("■..'.■icimte ein recht hoher Prozentsatz. Die Diskussion loar sehr bewegt, da verschiedene gegnerische Redner das fachliche Gebiet verließen. Versammlungsleiter war .Herr Tr. Weltmann, dessen ruhiger und vornehmer Art es zu verdanken ist, daß die Versammlung ein großer Erfolg für die liberale Sache wurde. STRAHL & FALKE BLUMEN-AUSSTELLUNG BERLIN-W 66 MAUERSTR. 79 FlRNRUFl ZENTRUM 3023 li. $02« BLUMENSPENDEN . TRAUERSPENDEN TAFELSCHMUCK IHHEHDEKORATIOHEH IN HflltSTLEHISCHER AUSFÜHRUR6 Aus der Ai-Bewegung verantwort!.: Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Zugendvereine Deutschlands Dorsihender: Dr. Hugo Hoffmarm, Frankfurt a. Mai« Aus der Ili-Arbeik Breslau. (I l i - tz a u p r g r u p p e.) Am 12. November begrüßte unser Vorsitzender, Herr ak. Neligionslehrer Wolfs Tavidsohn, den mittelbaren Nachfolger des Mannes, dessen Namen unseren Verein ziert, Herrn Gemeinderabbiner Dr. V o g e l st e i » als den tätigen und gedanklichen Förderer der liberalen Bewegung zu seinem Vortrage: „Vom jüdischen Gebet". Die Haltung der Betenden wird bestimmt durch den Charakter der Religion. Tie menschlich-göttliche Ebenbildslehre des Judentums fordert Durchdringung des Alltags mit Ethik, fordert Erfüllung der religiösen Aufgaben aus menschlichem Bedürfnis nach göttlichem Lebensinhalt. Im .Heidentum dagegen war Gotteserkenntnis gleichbedeutend mit Kenntnis seiner menschlichen Zukunft, des Schicksals. Das Judentum legt die Quelle der Schicksalsgestate tung in den Menschen selbst; sowird ihm die Religion Ausgabe, Mahner, Weglveiser. Gebet ist nicht schlechthin Bitte um Ersütlung eines Wunsches, etwa Verzeihung etc. Das hebr. T'fillo ist Selbstgericht, Selbfiprüfung, Selbstläuterung und Selbstkrästigung. Diesen Godankeninhalt des Gebets finden wir ganz besonders in den Psalmen. Gebet ist also Forderung an den Menschen, nicht Bitte an ein höheres Wesen, nicht Abwälzen unserer Verantwortung und Aufgabe, sondern Bewußtmachung seiner Pflichten, ein Stählen seiner seelischen Kräfte. Gebet ist Gottesdienst des Herzens und höher zu inerten als Opfer. Voraussetzung alles Betons ist Kawono, Sammlung, denn ein Gebet «hne Andacht ist ein Körper ohne Seele. Im 19. Jahrhundert nun wurde leider vielen Juden der Gedankeninhalt des Gebets genommen; denn es war „ein tragisches Verhängnis, daß die Emanzipation der Juden mit der Hochflut des Materialismus znsammentras". Faßt man jedoch den Inhalt des Gebets in diese modernen Gedanken im Sinne des Referenten, so wird man die Frage, ob wir modernen Menschen der Gegenwart noch beten können, dahin beantworten, daß wir beten sollen und müssen. Nicht um Gottes, ,um nuseretwillen. Für den 21. November hatte der Jli zu einer Freitagabendfeier im Jugendheim geladen. Den ersten Teil des Abends bildete eine in jeder Hinsicht wohlgelungene, von einigen Mitgliedern ausgestaltete Weihestnnde, deren tief religiöser Charakter die Herzen aller Anwesenden ergriff. Nach Eröffnung der Feier durch ein Klaviervorspiel, vorgetragen von Fredy Fabian, rezitierte Heinz Brotzen Psalm 104. Sodann erfolgte im Wcchselgcsang zwischen Herrn Religionslehrer Wesel und dem Chor der Anwesenden der Vortrag von Lecho daudi sowie die Rezitation eines Gedichts vou Kaethe Fuchs. Nach Verlesung des Prophetenabschnitts aus Malcachi durch Herrn ak. Religionslehrer Davidsohn nahm stud. theol. Ullrich Steuer das Wort zu einer kurzen Festbetrachtung, der er den Gedanken zugrunde legte, daß der Sabbat Tag der geistigen und seelischen Einkehr sein sott im Getriebe des steten Werktags. Die Rede klang 'aus in den ersten Satz des Sch'ma, gesungen von dem Chor der Anwesenden. Zum Schluß sang Irma Freurrd Handels Arioso und jmter den Klängen von Fredy Fabians Klavierspiel nahm die Feier 'ihr Ende. —- Man schritt sodann zu der vom Verein gestifteten Teetasel, die eröffnet wurde durch ein kurzes Gebet und Kiddusch. Gleich zu Beginn der Teetasel gedachte dann Erich Vulkan mit leidenschaftlichen Dankesworten der Frau, deren Wirken wir dieses Jugendheim zu verdanken haben, Frau Paula Ollendorf. Reicher Beifall lohnte Vulkans tiefempfundene Dankbarkeit. Im Laufe des Abends ergriff noch einmal Alfred Berger das Wort zu einer anspornenden und anfeuernden Ansprache und rief zu weiterer, steter Aktivität und Bereitschaft für die liberale Bewegung und ihre Gcdankenrvelt auf. Ein kurzes Gebet beschloß die Teetasel und noch lange blieb man gemütlich an diesem schönen Abend zusammen. Liegnitz. (Gemütliches Beisammensein.) Am Montag hatte die Jugendgruppe zu einem gemütlichen Abend im Vereinszimmer des Hotel Reichshos eingeladen. Dieser Einladung tvar eine Anzahl Jugendlicher gefolgt. Der Abend wurde mit ein paar lustigen Borträgen aus einem Buch von Karlchen Ettlinger eingeleitet. Ein mitgebrachtes Koffergrammophon ersetzte uns die Tanzkapelle, bei dessen Klängen wir bis um 11 Uhr uns fröhlich drehten. Wir hoffen, daß dieser Abend guten Anklang gesunden hat und beabsichtigen, denselben regelmäßig alle 4—6 Wochen zu wiederholen. Wir erwarten, Haß sich dann noch mehr Jugend einsiifaet. Gäste sind uns ebenfalls herzlich willkommen. Litgttitz. (Vortrag im Jli.) Am Montag, den 24. November 1930, sprach Erich Vulkan, Jli-Breslau, bei uns über: Zeitsragen des deutschen Judentums. Dem Vortrage wurde mit Interesse gefolgt, da alle aufgerollten Fragen wohl von größter Wichtigkeit und Bedeutung waren. In der Diskussion besprach man hauptsächlich die Stellung und die Ziele der Reformgemeinde. Im weiteren Verlauf kam man dann auf organisatorische Fragen zu sprechen, die uns viel Anregung für unsere weitere Arbeit im Winterhalbjahr gaben. Ratidor. (Dis küss io ns abend.) Mit Rücksicht «ruf die neusten Ereignisse in Palästina veranstaltete der Jili am Mittwoch, den 12. November, einen Vortragsabend über die „Entwicklung des Zionismus". Der Vorsitzende der hiesigen zionistischen Ortsgruppe, Herr Dr. Fritz Breitbarth, hatte in liebenswürdiger Weise daS Referat übernommen. Der Abend bewies, daß man keinen geeigneteren Redner finden konnte. Der Vortragende unterzog sich der immerhin schwierigen Aufgabe, vor Nichtzionisten Aber dieses Thema zu sprechen, in vorbildlicher Weise. Mit Sachkenntnis entwickelte Herr Dr. Breitbarth den historischen Werdegang der zionistischen Bewegung bis zur heutigen kritischen Lage und vermied in vornehmer Weise alles, was zu Meinungsverschiedenheiten Anlaß geben konnte. An die eingehenden und klaren Ausführungen schloß sich eine Diskussion, in der hauptsächlich die Zukunft des Zionismus behandelt wurde. Ratibor. (Vortrag i nt I 1 i.) Mittwoch, den 26. November, sprach Hilde Berg über: „Die Geschichte des Theaters". Der Vortrag vermittelte uns ein klares, anschauliches Bild von der Entwicklung des Theaters und zeigte, daß die Reserentin den umfangreichen Stoff vollkommen beherrschte. Tie Vortragende ging von dem griechischen Theater aus und wies aus den Ursprung dcS Dramas aus der Götfarvcrehrung hin. Die allmähliche Prosanierung schuf später aus dent religiösen Drama ein Bolksstück. An die Stelle des Dilettanten trat der Berufsschauspieler. Nach und nach entwickelte sich die primitive „Szene" znr heutigen modernen, mit altert Mitteln der Technik ausgerüsteten Bühne. Die alte Darstellung unterschied sich von der modernen besonders dadurch, daß sic referierend toar, während wir heute eine Tendenzbühue haben. Die neuzeitliche Bühne, die die Roferentin nur kurz erwähnte, bot reichen Stoff zu einer lebhaften Diskussion. Hilde Kohn. * Das IN-Programm Berlin. Gemeinsam« Veranstaltung. Donnerstag, den 11. Dezember, abends 8 Uhr, im Bortragssaal der Synagoge Fasanenstraße. Referat: Lev Rosenzweig: „Glaube und Wissen im Judentum". Jli-Singkreis. Donnerstag, den 18. Dezember, abends 8 Uhr, bei Ilse Finkel, Aiebuhrstratze 58. Aelterengrnppe. Freitagrbendfeier und Heimabend am Freitag, dem 12. Dezember, abends 6 Uhr, bei Ellen Ltttman», Reue Kantstraße 6. Thema: Geschichte der deutschen Jude« vou Friedrich d. Gr. bis zur Gegenwart. 1. Friedrich d. Gr. und seine Zeit. Westen. Mittwoch, den 3. Dezember, abends 8 Uhr, bei Helmut Ealliner, Sybelstratze 19. Thema: Jeremia. Montag, den 8. Dezember, abends 8 Uhr. bei Ilse Wygodzinski, Zehlendorf, Waldemarstraße 11. Thema: Grundlagen der Psychoanalyse. Sonntag, den 14. Dezember, Fahrt nach Trebbin. Nachmittags: Besichtigung eines nach Adler geleiteten Kinderheimes sowie Vortrag über Adler. Aus anderen Kruppen Anmeldungen umgehend an Fritz Michaelis. Hermsdorf (Kükengruppe). Donnerstag, den 4. Dezember, nachmittags 6 Uhr. Donnerstag, den 18. Dezember, nachmittags 6 Uhr. Breslau. Am Sonntag, dem 7. Dezember 1930, nachmittags 4 Uhr, veranstalten wir im großen Saal der GeseUfchast der Freunde, Reue Granpenstraße 3-4, eine religiöse Weihestnnde, deren Durchführung die Jugendgemeinschaft der Reformgemeinde übernommen hat. Ansprache: Heinz Kellermann-Berlin. — Um 18 Uhr im großen Saal des Jugendheimes: Gemütliches Beisammensein mit den Mitgliedern der Jugrndgemeinschast. — Hauptgruppe: Donnerstag, den 4. Dezember: Die Entwicklungsgeschichte des deutschen Judentums seit der Emanzipation. Mittwoch, den 10. Dezember, 20.15 Uhr, Jugendheim: Gemütliches Beisammensein und Besprechung wichtiger Jli-Fragen. — Arbeitsgemeinschaften und Studienkreise: siehe Dezemberprogramm. Jöngeren-Gruppe: Dienstag, de» 9. Dezember, 18.30 Uhr, Jugendheim: Bücher- und Zeitschriftenschau. — Jüngsten- Gruppe: Montag, den 8. Dezember, um 10 Uhr, im Jugendheim. Frankfurt a. M. Dienstag, den 8. Dezember: Rabbiner Dr. Dienemann: „Die Richtlinien für ein Programm für das liberale Judentum." Dienstag, den 16. Dezember: Chanula-Abend. (Heber ein Chanula-Fest wird Näheres noch bekanntgegcbenJ Dienstag, den 23. Dezember: Aktuelle Tagesfrageir. Dienstag, den 30. Dezember: Aussprache-Abend. Liegnitz. Am Montag, den 8. Dezember 1930, abends 8.30 Uhr, im Sitzungssaal des Gemeindehauses, Bäckrrstratze 16, spricht Herr Rabbinatslandidat Schwarz über: Beschuldigungen gegen die Juden im Mittelalter. Einladungen ergehen noch besonders. Wir erwarte« zahlreiche Beteiligung. Gäste willkommen. Magdeburg. Dienstag, 9. Dezember 1830, 8.15 Uhr abends, Kurzarbcitsgemeinfchasl „Grundfragen der Politik". Leitung: Herr Paul Crohn. Annahme von Bestellungen auf die Züdisch. liberale Zeitung bei alle« Postämter« Deutschlands Vereinsnachrichten Im Dortmunder Verein Secher Omans wird Herr Konrektor Andorn an deit Sonntag-Abenden über das Thema Gottesdienst uivd Gebet mehrere Lchrvorträge halten. Herr Rabbiner Dr. Appel wird ein Traktat aus dem Talmud in populärer Weise vortragen. Festabend zu Ehren von Staatsrat Teile!. Ter Verband russischer Juden in Deutschland veranstaltet Sonntag, den 14. Dezember, 8i/3 Uhr abends, im Brüdervereinshaus zu Berlin (Kursürstenstr. 115-116), anläßlich des zehnjährigen Bestehens dieses Verbandes und zu Ehren seines Vorsitzenden, des Wirklichen Staatsrats Jacob Teilet, der vor kurzem seinen 80 jährigen Geburtstag gefeiert hat, einen Festabend. Den Vorsitz wird Professor Simon Dubnow führen. Rechtsanwalt Heinrich Stern spricht in der Freien Jüdische« Volkshochschule im Rahmen des Zyklus „Jüdische Tagesfragen" am Sonntag, dem 7. Dezember, vormittags 113/2 Uhr, in der Synagoge Fasanenstraßc 79-80, über „Die liberale Wcltkonserenz" (das äußere Bild — die Personen — die Arbeit ans der Konferenz — Zukunftsaufgaben). Hörergebühr Mk. 0,50. Zu Gunsten der Gesellschaft für Gesundheitsschutz der Juden — Ose — findet am Dienstag, deit 16. Dezember, im Konzertsaal der Hochschule für Musik ein Trio-Abend Schnabel—Flesch—Piatigorsly statt. Der Deutsche Landesverband der Ose-Gesellschaft hofft uns zahlreichen Besuch, zumal der Trio-Abend dieser Künstler der einzige der Saison 1930/31 ist. Karten zum Preise von Mk. 2,— bis 10,— sind in den Theaterkassen von Bote & Bock und Wertheim zu haben und können auch im Büro der Ose-Gesellschaft, Frobenstraße 4, Tel. Lützow 1531, bestellt werden. Die Jüdische Altershilfe Groß-Berlin feiert die Wiederkehr ihres Gründungstages auch in diesem Jahr durch eine Festopernvorstellung bei Kroll mit anschließendem Gesellschaftstee am Sonnabend, 13. Ste zembcr. Zur Aufführung gelangt „Fidelio" unter Leitung von Herrn Generalmusikdirektor Otto Klemperer. Der Gefallschaftstee erhält sein besonderes Gepräge durch die Tombola der 1000 Bücher, bei der 1000 von den ersten Autoren der Welt für die Altersh-ilfe signierte und mit Widmungen versehene Bücher ausgelost werden. Es befinden sich darunter Werke von Edison, Ford, Einstein, Freud, Harnack, Lloyd Georges, Churchill, Kemal Pascha, Herrtot, Knut Hamsun, S. Lagerlöf, Thomas Mann, Hauptmann, Hesse, Emil Ludwig und viele andere. Außerdem kommen signierte Originalgemälde von Corinth, Kollwitz, Menkes, Szalit und andere zur Verlosung, darunter ein von Max Liebermann für die Altershilse angesertigtes und mit Widmung versehenes Porträt von Irene Triesch. Karten zur Oper und zum Gesellschaftstee (ohne Tanz) durch das Büro der Jüdischen Altershilfe Groß-Berlin, Charlottenburg, Kantstr. 160, Telephon: Bismarck I 1 1221. Die Berufsberatung der jüdischen Gemeinde veranstaltet am Mitte woch, den 10. Dezember 1930, abends 8 Uhr, im -Gemeindehaus, Rosenstraße 2-4, eine öffentliche Kundgebung jüdischer Eltern, i« der die Fragen des Berufes der jüdischen Jugend erörtert werden sollen. Alle Eltern sind zu dieser Kundgebung herzlichst eingeladen! Ferner geben tvir bekannt, daß ab 1. Dezember 1930 für noch nicht schulente lassene Kinder wieder nachmittags von 1^4—5 Uhr unsere Beratungsstunden sind. Wir haben also folgende Sprechstunden: Auguststraße 17 (Telephon: D 2 Weidendamm 5936): Knaben: Dienstag und Freitag von 10—1 Uhr; Mädchen: Montag und Donnerstag von 10—1 Uhr. Fasanenstraße 79 (Telephon: I 1 Bismarck 714): Knaben und Mädchen: Donnerstag von 3—6 Uhr. Für Schüler: Auguststraße 17: Knaben und Mädchen: Montag, Dienstag, Mittwoch von ^4—5 Uhr. Der Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens e. B. veranstaltet anläßlich seines 35 jährigen Bestehens am Sonntag, den 7. Dezember 1930, abends 7i/2 Uhr, im Kaisersaal des Rheingold, Bellcvuestraße 19-20, ein Wohltätigkeitssest. Erstklassiges Orchester. Namhafte Künstler. Eintrittspreis Mk. 2,—. Gäste herzlich willkommen. Am Sonntag, den 7. Dezember 1930, veranstaltet der „Berri« selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens" c. V. zu Berlin antikst-- lich seines 35 jährigen Bestehens im Kaisersagl des Rheingold, Bellevuestraße 19-20 (am Potsdamer Platz), ein Wohltätigkeitsfest, dessen Reinerlös ausschließlich zur Einkleidung jüdischer Handwcrkslehrlirige, sowie zur Lehrmittelbeschcsfung Verwendung findet. Ein abendfüllendes, reichhaltiges Programm ist vorgesehen. Nach getaner und erfolgreicher Arbeit wollen wir nun auch im gesellschaftlichen Beisammensein die Gelegenheit benutzen, um mit unfern Freundet: der Mittelstandsbewegung einige angenehme, unterhaltende Stunden ztt verbringe». Damit unterstützen wir zugleich eine der segensreichen Bestrebungen die produktive Förderung der handwerklichen Jugend. Deshalb bitten wir unsere Freunde, an dieser Veranstaltung teilnehmen zu wollen. (Näheres aus Inserat in dieser Zeitung ersichtlich.) Verein ehem. Hörer dcr Hochschule für die Wissenschaft des Judentums. Herr Rabbiner Dr. Salomonski hält Mittwoch, den 10. Dezember, abends 8 Ilhr, in der Aula der Hochschule einen Vortr»g: „Zum Verständnis der Buber— Rosenzwetgschcit Bibelübersetzung". — Gäste sind willkommen. Redaktionelle Notiz Wichtig für Raucher. Die vom Reichsrat angenommene Tabaksteuer-Vorlage nttrd sich bei Zigarren und Rauchtabaken durch beträchtliche Preiserhöhungen auswirkcn, in den Konsum-Preislagen der Zigarre» bis zu 50o,o. Es liegt, zumal unter den heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen, im Interesse des Rauchers, bei der zu empfehlenden baldigen Eindeckung für längere Zeit ein bewährtes Fabrikat zu wählen, das in Bezug auf Preiswürdigkeit und Güte an der Spitz« steht, ist doch Zigarren-Einkauf bekanntlich Vertr^uenssache. Dies kann mit Recht von den sich ständig weiterverbreitenden Boenicke - Zigarren gesagt werden. Und weil infolge der Beliebtheit dieses Fabrikates der Weihnachtsandrang kaum zu bewältigen ist, empfiehlt es sich sehr, die Eindecimtg des eigenen als auch des Weihnachisbedarses bei der Firma Otto Boenicke, Berlin W. 8, Französische- Straße 21, oder in einem der Zweiggeschäfte schon jetzt vorzunehmen. Die reichhaltige Preisliste tvird jedem Interessenten kostenfrei zugesandt.