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Jüdisch-liberale Zeitung · 1930-06-25 · 26 (25.6.1930) · page 6

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
10 (1930)
Issue
26 (25.6.1930)
Date
1930-06-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
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entschädigen". Zu dieser Mitteilung darf man wohl Einzelheiten erbitten. Was ist angÄaust worden, und w e r' bewilligt eigentlich diese Anläufe, — da doch die ganze Erweiterung angeblich nur gemacht wird, um die Berwaltungskchhen Kr zwei Friedhöfe zu ersparen? 4. Es erhält sich hartnäckig das Gerücht, die Gemeinde habe sich den städtischen Behörden gegenüber vrpflichtet, als Gegenleistung Kr die Genehmigung zur Friedhosserweiterung die gesamten umliegenden Straßen: Lichtenbergec Straße und Metzstraße, mit Wohnhäusern zu bebauen. Was ist an drejein Gerücht Wahres und, gegebensälls, wie denkt man dieses Millionenprojekt zu finanzieren? Ist dies auch eine Sparmaßnahme? Und wer geht namens der Gemeinde solche Riesenverpflichtungen ein, ohne die zuständige Körperschaft zu fragen? Zum Schluß Koch ein offenes Wort an meine liberalen Parteifreunde. Diese Friedhossangelegenheit hat mit Liberalismus und Zionismus nichts zu tun; es hätte also auch ein Zionist den Artikel in der Weißenseer Zeitung schreiben können. Würdet Ihr in solchem Falle aus den Gedanken gekommen sein, eine große, propagandistische liberale Interpellation aus der As'jaire zu machen, wie es jetzt die Zionisten taten? Aber freilich, die Zionisten wären dann die Antwort nicht schuldig geblieben, wären nicht, wie es in einem Bericht so geschmackvoll heißt, „von dem Parteisekretär abgerückt". Wann werden wir Liberalen die erfolgreichen politischen Methoden lernen, um die wir — gestehen wir's doch ein! — unsere Gegner beneiden? Unsere gute Idee wäre die wirkungsvollere Vertretung schon wert. George Go etz. IL Seit einigen Jahren wird die geplante Erweiterung des Friedhofs in Weißensee eifrig diskutiert, namentlich in den nordöstlichen Teilen Berlins. Nachdem das Projekt, einen neuen Friedhv^ auf dem der jüdischen Gemeinde gehörenden .Terrain bei Buckow anzulegen, aufgegeben, und ein anderer Plan, die Erweiterung auf dem von den Bötzowscheu Erben gekauften Gelände zwischen dem Friedhof und dem Ringbahnhof Weißensee vorzunehmen, an dem energischen Widerspruch des Bezirksamts Prenzlauer Berg gescheitert war, kaufte die Gemeinde ein anderes Terrain, das sich nordöstlich vom Friedhof bis zur Lichtenbergec Straße erstreckt. Ter Plan, den Friedhof durch diese Grundstücke, zu erweitern, stieß bei der Bevölkerung Weißensees auf hef- , tigen Widerstand. Wiederholt haben Bezirksamt und Bezirksversammlung, auch die Stadtverordnetenversammlung, sich einmütig dagegen ausgesprochen. In den letzten Wochen brachte die in Weißensee erscheinende Berliner Nord Ost Zeitung eine Reihe von Zuschriften aus dem Publikum, die sich aus den verschiedensten Gründen gegen eine weitere Erweiterung des Friedhofs wandten. Tie Hauptgründe für diese Ansichten waren:! 1. Auf diesem Gelände befinden sich etwa 500 Klein- ' garten, die seit langen Jahren in bester Kultur st chm, und die I Räumung dieser Anlagen würde ihren Bewohnern, auch j bei Gewährung von Entschädigungen, sehr hohen Nachteil verursachen. Ihre mit jahrelanger Mühe und emsigem Fleiß gezogenm Anpflanzungen würden vernichtet, eine Neuanlage von Kleingärten würde ihnen nur in fernliegenden Gegenden möglich sein. Wenn ihre Abwanderung durch allgemeine öffentliche Bedürfnisse erforderlich würde, könnten sie ja keine Einwendungen machen, aber eine Friedhofserweiterung erscheine ihnm nicht als genügender Grund, zumal auch die Erweiterung des städtischen Friedhofes in Weißensee von den Vorgesetzten Behörden verhindert sei. Es ist gewiß verständlich, daß die Gartenbesitzer sich nach jeder Möglichkeit sträuben, ihre liebgewordenen Erholungsplätze räumen zu müssen. Auch die Gemeindeverwaltung verkennt gewiß nicht die Schwierigkeit, die hierin liegt, und wird ihr Möglichstes tun, den Leuten weitgehend entgegenzukommen. Dieser Gegengrund kann aber wohl mitsprechen, jedoch nicht allein ausschlaggebend sein. Nur der letzte Einwurf betreffs der abgelehnten Erweiterung des Friedhofs in der Roelckestraße erfordert größere Beachtung. Es soll eine Verordnung geben, daß in einem gewissen Umkreis um das Berliner Rathaus keine Friedhöfe neu angelegt oder erweitert werden dürfen, das betreffende Gelände liegt innerhalb dieses Kreises. 2. Das jetzige Friedhofsgelände stößt, an seiner südöstlichen Grenze bereits an bebaute Teile Hohenschönhausens, das .zum 18. Bezirk (Weißensee) gehört. Es gibt von der Südgrenze Weißensees bis zur Buschallee keine Fahrverbindung mit Neu-Hohenschönhausen, nur der alte Teil dieses Ortes ist auf dem großen Umwege über die Lichtenbergcr Straße und Weißenseer Weg zu erreichen. Ein schmaler Fußweg führt von der Lichterrberger Straße zum Orankesee in Hohenschönhausen. Der an der südlichen Mauer des Friedhofes entlang führende Fußweg (verlängerte Gürtelstraßc) biegt an der Ecke des Fri^hoses nach Lichtenberg um. Durch den Friedhof ist die Verlängerung der Elsaß- und Lothringenstraße nach Südost schon seit seiner Anlage unmöglich gemacht worden. Man hatte aber bei dieser Anlage noch gar Nicht an solche Verlängerung Lenken können, denn Ende der siebziger Jahre v. I. existierte der ganze südliche Teil Weißensees (das frühere Neu-Weißcnsee) noch nicht. Weißensee war damals ein kleines Tors mit etwa 1000 Einwohnern; das Wachstum Weißensees begann in Len achtziger Jahren. 1914 hatte Weißensee etwa 40 000 Einwohner, heute Über 70 000. Bei der geplanten Erweiterung würden auch die Woerth straße und die Lindenallee zu Sackgassen werden, dann verbliebe nur noch die Buschallee als einzige Verbindung nach Osten. Es ist keine Frage, daß hierin ein sehr wichtiger verkehrstechnischer Grund liegt. Weißensees Bebauung drängt, wie das Viertel von Buschallee bis zur Feldtmannstraße zeigt, nach Osten und Hohenschönhausen erweitert sich nach Westen. Ein Zusammentreffen dieser beiden Bezirksteile ist eine Frage der Zeit. Ter Friedhof besteht seit 50 Jahren. Anfänglich bed-eckte er ein Terrain von 171/2 Hektar. 1895 machte sich eine Erweiterung um 12U Hektar erforderlich; weitere Ausdehnungen erfolgten 1904 mit 6 ' t, 1916 mit 3(4 und 1922 mit 61/2 Hektar. Heute umfaßt das jetzige Friedhofsgelände ca. 47 Hektar. Ter Ortsteil Weißensee (nicht der Bezirk 18) umfaßt 840 Hektar. Auf diesem Gebiete befinden sich 9 Friedhöfe, darunter 2 jüdische, im Gesamtumfange von 109 Hektar; der jüdische Gemeindefriedhof bedeckt 45 Prozent dieses Terrains. Die beabsichtigte Erweiterung dürfte etwa ein Drittel des bisherigen Friedhofsgebietes betragen, es würde also etwa 80 Hektar groß werden. Wenn man diesen Einwendungen entgegenhalt, daß auch die großen'Friedhöfe im Westen Hohenschönhausens (die in die obigen 9 nicht einbegriffen ftitb) ein Bebauungshindernis werden könnten, dann erfolgt der Ausspruch: Christliche Kirchhöfe können erforderlichenfalls aufgelassen werden, jüdische aber sollen ewig dauern. Hieraus gübt es keine Antwort, aber erhebliche Bedenken werden erweckt. Als ich darüber nachdachte, fiel mir ein, daß vor etwa 25 Jahren der berühmte alte jüdische Friedhof in Prag zum Teil aus verkehrstechnischen Gründen geräumt werden mußte, daß in Hildes- Heim ein Parkweg über eine Anzahl flachliegender jüdischer Grabsteine führt, daß an manchen anderen Orten jüdische Denksteine vor Zeilen zu Bauzwecken benutzt wurden. Die Zeiten haben sich allerdings geändert, ändern sich aber auch weiter. Wer kann wissen, was die nächsten 50 Jahre bringen ^werden? Ist es nicht möglich, daß in zukünftiger Zeit die harte Notwendigkeit zu gesetzgeberischen Maßnahmen führen könnte, die von uns höchst unliebsam empfunden würden? Gerade diejenigen, die um eine ewige Tauer unserer Beerdi gungsstätten besorgt sind, sollten solche etwaige Gefahr berücksichtigen und alles aufbieten, Um ihre eigenen Grabstätten für ihre Nachkommen zu erhalten. I. Sch effler. Jesus und das 7. Gebot Seitdem es eine kritische Geschichts- und Religionsbetrachtung gibt, seitdem hat sich die Erkenntnis Bahn gebrochen, daß Jesus dem Judentum in keiner Weise ferngestanden habe. Und diese Erkenntnis wirkt sich je länger, desto mehr in dem Gedanken aus, Jesus für das Judentum wieder zu gewinnen und ihn innerhalb desselben einen Platz anzuweisen. Tie Zionisten haben ihn schon wegen seines jüdischen Blutes für das Judentum reklamiert, und die rein religiös fundierten Juden müssen ihn gleichfalls für einen treuen Sohn ihres Bekenntnisses halten, wenn sie das Gegenstück seiner Lehre von der Liebe zu Gott und den Mitmenschen mit den entsprechenden Geboten der Thora vergleichen. Wenn die Behauptung von der unveräußerlichen Zugehörigkeit Jesu zum Judentum noch eines Beweises bedurfte, so hat ihn Tr. Norden in seinen lichthellen Artikeln „Jesus von Nazareth in der Beurteilung der Juden einst und jetzt" erneut und in überzeugender Weise gebracht. Mit unzweifelhafter Deutlichkeit geht aus dieser Arbeit hervor, wie stark Jesu Anhänglichkeit an das Judentum war und wie abwegig der Gedanke ist, er könne ein Verächter desselben und der Stifter eines das Judentum regierenden Religion gewesen f ein. Selbstverständlich wird man ihm nur zustimmen, wenn er in vollster llebereinstimmung mit den Propheten die Verinnerlichung der religiösen Handlungen forderte. Tagegen kann ich in Jesu Unterstreichung des 7. Gebots —• wie Tr. Norden ausführt — keine Vertiefung gegenüber dem Thoragebot erkennen. Um zu zeigen, daß Jesu keine Auflösung der Thoragebote beccksichtigte, macht Tr. Norden an seiner Stellung zum 7. Gebot deutlich. Jesu begnüge sich nicht mit dem Gebot: Tiu sollst nicht ehebrechen, sondern verschärfte es mit dm Worten: Ich aber sage euch, wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, der hat schon im Herzen mit ihr die Ehe gebrochen." Tr. Norden fährt dann fort, nein, nicht um eine Aushebung des Gebots handelt es sich, sondern um eine Auslegung und Ausdehnung, um seine Vertiefung und Verinnerlichung, um feine wahrhafte Erfüllung. Tatsächlich liegt in Jesu Worten eine Verinnerlichung. Aber diese Verinnerlichung ist ja bereits in einem der 10 .Gebote enthalten und die Forderung „ihrer nicht zu begehren" klingt uns wie ein Zitat aus dem' Zehnwort: „Tu sollst nicht gelüsten Deines nächsten Weib". Aus Tr. Nordens Ausführungen scheint hervorzugehen, das Jesu dem 7. Gebot durch! die genannte Aenderung eine vertiefte Auffassung verliehen habe, indem er nicht blos die Tat, sondern auch die ihr zu Grunde liegende böse Lust verdammt. Das aber ist ja bereits im 10. Gebot mit unüberbietbarer Deutlichkeit geschehen. Hier wird ja schon die Quelle für die böse Tat, die Begierde, das sündhafte Gelüst und die unreine Gesinnung getroffen und unter das Verbot gestellt. Deshalb kann ich in Jesu Behauptung des 7. Gebots keine Gedanken finden, die nicht schon in der Thora selbst zmn Ausdruck gekommen ist, was Herr Tr. Norden übersehen zu haben scheint. Bernhard Trauben der g. Zur Personal-Politik der Berliner jüdischen Gemeinde Vor einigen Monaten wurde nach Blättermeldnngen das statistische Büro bei der jüdischen Gemeinde ins Leben gerufen, nachdem es jahrelanger Arbeiten der Repräsentantenversammlung und verschiedenster Hinweise jüdischer Zeitungen und Zeitschriften bedurft hatte, den Vorstand zu diesem Schritt zu veranlassen. Man hätte nun erwarten sollen, daß solch eine (bedeutsame Stelle voc der Besetzung, wieson ft immer ü b lich, zur Ausschreibung gelangte. Aber weit gefehlt! Ter Posten wurde mit einer in weitesten Kreisen vollkommen unbekannten jungen Persönlichkeit besetzt anstatt aus der Reihe jüdischer Statistiker, die es in Deutschland ja durchaus gibt. Offenbar ist die Besetzung so lange hinausgeschoben worden, bis ein längst im Hintergründe befindlicher Schützling in die Stelle hineingeschoben werden konnte. Es wäre wirklich interessant, wenn Vorstand und Personalchef sich darüber äußern rvürden, warum die namhaften jüdischen Statistiker ignoriert wurden. Ist die Gemeinde Domäne gewisser Personen, oder hat sie nicht als ausführendes Organ aller, nicht einzelner Bevorzugter, zu handeln? Wenn in allen Fällen so gehandelt wird, wie bei der Besetzung obiger Vakanz geschehen, dürfte ein gewisser Skeptizismus am Platze sein. Aus der Sli-Bewegung Verantrvorll.: Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Zugendvereiae Deutschlands Vorsitzender: Dr. Hugo Hoffmann, Frankfurt a. Main Beschlüsse der Sonntags-Delegierten-! Atzung der Dresdener Tagung 1. Aemterverteilung: Tr. Hoffmann, Ffm., 1. Vorsitzender, Tr. Lilienthal, Berlin, 2. Vorsitzender, Werner Hochheimer, Fftn., Kassierer, Hella Lion, Fftn., Schriftführerin. « 2. B e i t r a g s r e g e l u n g : Jede angeschlossene Vereinigung zahlt vierteljährlich 20% ihrer Gesamteinnahmen an die Argekasse. 3. W el tl o n serenz : Als Delegierte für die Londoner Tagung des Wettverbandes sind folgende Mitglieder bestimmt worden: 1. Tr. Hoffmann, Frankfurt a. M., 2. Fxl. Betty Markus, Berlin, 3. Franz Meidner. Breslau. Tie Zahl der Delegierten richtet sich nach den vorhandenen Geldmitteln. 4. W e r b e b r o j ch üre : Es soll eine Werbebroschüre herausgegeben werden, deren redalticncllc Leitung Rabbiner Dr. Gottschalk, Dr. Hoffmann und Frl. Dr. Littmann übernehmen. Beiträge hierfür haben bereits zugesagt: 1. Dr. Hoffmann, j 2. Betty Markus (Unterricht), l 3. Anni Fränlel (Gebet), I 4. Hella Lion (Gottesdienst). , 5. Dr. Lilienthal (Gemeinde), 0. Max Gundersheim (Soziale Fragen), 7. Erich Vulian (Werbefragen), 8. Heinz Kellermann (Reform). 5. K o nt m i f f i o n e n : Für besondere Gebiete (Unterricht, Gebet, Gottesdienst, Gemeinde, Soziale Fragen und Werbefragen) werden Kommissionen gebildet, in die jede angeschlossene. Vereinigung ein Mitglied entsenden soll. Diese Kommissionen treten in schriftlichen Gedankenaustausch miteinander und übermitteln der Arge Anregungen und Vorschlüge. ber'3U^2trbeif ’'’’‘*1^ Breslau. (Ili Hauptgrupp c.) Um es vorwegzunchmen, wohl keine der hier genannten Veranstaltungen fand statt, in deren Rahmen wir uns nicht in irgendeiner Weise mit der Dresdner Tagung beschäftigten. Ein gemütlicher Heimabend am 21. Mai lieferte uns den Einfällen stimmungschasfcnder Mitglieder aus.-„Die Dresdener Tagung" war das Motto unserer Veranstaltung am 28. Mai, die nur der Vorbesprechung des Jli-Treffens galt, an der man vor altem auch die in der Ist-Rubrik aufgeworfenen Fragen behandelte. Der gemütliche Heimabend am 1. Juni war ausgefüllt durch den Vortrag heiterer Geschichten. Am 11. Juni fand ein Ausspracheabend statt, eingcleitct mit einem Referat von Käte Fuchs über „Richtungen in der jüdischen Jugend". Käte Fuchs schilderte die starke parteiische Differenziertheit der jüdischen Jugend und forderte deren Einigung in zielbcwußter Richtung auf eine einheitliche sittliche Lebnlsgestattung. Sic verlangt eine geistig-seelische Einstellung der Einzelpersönlichkeit, die in der Erkenntnis Gottes bestrebt ist, als Glied der menschlichen Gemeinscheit,?yr zu dienen durch wahre Verwirklichung sittlicher Ideen, Kultur zu gestalten und das große Ideal der mechanischen Völkerversöhnung herberzuführeii. Den Ausführungen folgte eine ausgedehnte Diskussion. Den größten Teil des gemütlichen .Heimabende am '18. Juni nahmen Bericht und Aussprache über die Dresdener Tagung ein. Man war trotz kritischer Würdigung des Ergebnisses allgemein der Ansicht, daß die Tagung unsere Bewegung bedeutend gefestigt, daß insbesondere jeder einzelne Teilnehmer reichen inneren Gewinn gehabt hat. Auch an wiederholter dankbarer Anerkennung der großen Bemühungen unserer Dresdener Freunde und unseres ..Arge"-Vorsitzenden Dr. Hoffmann fehlte es nicht. Recht häufige Abhaltung solcher Jli-Treffen wurde gefordert. Die Arbeitsgemeinschaft: „Die Juden in ihrer Umtvelt" beschäftigte sich am ly. Mai mit der Frage der Assimilation. Nach Beispielen und Erläuterungen aus der Geschichte versuchten wir eine Definition dieses Begriffes zu geben. Hierbei tauchte der Gedanke der „jüdischen Seele" auf. Mit deren Existenz oder Nichtexistenz beschäftigte sich die Arbeitsgemeinschaft am 26. Mai, in der auch die Besprechung über Assimilation fortgesetzt wurde. Nach längerer Pause kamen n>ir dann am 17. Juni wieder zusammen. Das Thema dieses Abends wgx: Die Juden im politischen Leben ihrer Heimat. Das öli-Programm Berlin. Gemeinsame Veranstaltungen. Sonntag, den 29. Juni, Fahrt nach dem Mellensee. Treffpunkt: Potsdamer Ringbahnhof 7.45 Ahr. Führung: Martin Glatz. Jli-Singlreis. Donnerstag, den 3. Juli, 19.45 Uhr, bei Ernst Arons, Magdeburger Straße 25. Oliva und Neu-Lharlottenbnrg. Mittwoch, den 25. Juni, 20 Uhr, bei Inge Götz. Tchvneberg, Freiherr von Steinstraßr 16. Thema: Die Dresdener Tagung. Steglitz. Dienstag, den 1. Juli, 19 Uhr, bei Lotte Löwenstein, Steglitz, Albrechtstraße 118. Thema: Dir jüdische Gemeinde. Südende. Mittwoch, den 25. Juni, nachmittags 5 Uhr, bei Peter Fleischer, Südende, Potsdamer Straße 17. Paukvw-Ostev. Dienstag, den 24. Juni, im Heim, Monbijouplatz 10. Thema: Geschichte der Juden in Spanien. Mitglieder, zahlt Eure Beiträge! Gebt sie entweder Eure« Gruppenführern, oder zahlt sie ein aus das Postscheckkonto von Hilde Bach, Verlin-Schöneberg 144 893. Breslau. Gemeinsame Veranstaltung beider Gruppen: Sonntag, den 29. Juni: Ganztagsausslug nach Sandberg. Treffpunkt 8.15 Uhr Oswitz, Endstation der Straßenbahn. — Jüngeren-Eruppe: Donnerstag, den 26. Juni, 16.15 Uhr, Jugendheim: Vortrag von Fredy Aschkowitz: „Die Juden vor der Emanzipation". — Aussprache über di« Dresdener Tagung. — Hauptgruppe: Mittwoch, den 25. Juni, 20.15 Uhr, Jugendheim: Ausspracheabend: „Religion und Politik". Montag, den 30. Juni, 20.15 Uhr, Jugendheim: Arbeitsgemeinschaft: „Die Juden in ihrer Umwelt". Mittwoch, den 2. Juli, 20.15 Uhr, Jugendheim: Gemütlicher Heimabend. Ratibor. Am Mittwoch, den 25. Juni, findet unser nächster Jli-Abend mit dem Thema: „Die Tagung in Dresden" statt. Mitteilung. Fräulein Frankel, Ratibor, hat versehentlich einen Reiseführer von Dresden mitgenommen, ohne zu wissen, wem er gehört. Der Eigenstimrr wird gebeten, sich an Fräulein Frankels Adresse: Ratibor, O.-S., Oderstraße 20,.)» wenden.

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