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Jüdisch-liberale Zeitung · 1930-06-04 · 23 (4.6.1930) · page 8

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
10 (1930)
Issue
23 (4.6.1930)
Date
1930-06-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Aus der Ili-Bewegung Verantwort!.: Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Zugendvereine Deutschlands Vorsitzender: Dr. Hugo Hoffman«. Frankfurt a. Mai« Uebeostcht Zur Dresdener Iii-Tagung am 14. und 15. Juni. Bon Erich Vulkan, Jli-Breslau. Als ich vor wenigen Wochen an dieser Stelle die Aussprache über Dresden mit einem Beitrag eröffnen durfte, da äußerte ich auch den Wunsch, daß sich durch die Ausführungen anderer Ilifreunde bald ein geschloffenes Bild der Punkte ergeben möge, die uns in Dresden beschäftigen sollen. Daraufhin konnten wir zahlreiche, zum Teil sehr'beachtliche Anregungen (Fabian, Gundersheim, Hochheimer, JakoLssohM 0 empfangen. Es erscheint wichtig, so kurz vor der Tagung alle hier geäußerten Gedanken in einer gedrängten Uebersicht zusammenzufassen. Wichtig, weil sie wohl zu einem gewissen Teile die Grundlage der Dresdener Beratungen bilden dürften. Wichtig aber insbesondere, um Diskussionen zu vermeiden, die durch ein auf die Anfänge zurückgreifendes nochmaliges Aufrollen der bereits zur Genüge behandelten Fragen entstehen könnten. Denn die uns in'Dresden zur Verfügung stehende Zeit ist knapp und muß sorgfältig ausgenutzt werden. Lediglich solche Erörterungen, die die angeschnittenen Fragen abschließen oder weiterKhren können, sollte man in Dresden führen. Eine kurze Zusammenstellung dürste uns dann den Dingen vorbereiteter gegenüberstehen oder zumindest der Aussprache leichter folgen lassen. Drei Fragen waren es, die ich an dieser Stelle anschnitt: Ausbreitung unserer Bewegung ohne Rücksicht aus verwaschene Neutralität; Angtiederung der „Reformjugend" an die Jli- Bewegung; Möglichkeiten einer .Heranziehung auch der Jüngsten. Erfreulich, daß man sich nicht aus diese Fragen allein beschränkte, wenn auch e i n Punkt, die Angliederung der „Reformjugend", besonders oft und ausführlich behandelt wurde. Auf die kürzeste Formel gebracht, entwickelte die Aussprache folgende Gesichtspunkte: Gegenseitige Toleranz: Leitender Grundsatz auf der Jugendtagung muß die Pflicht zur gegenseitigen Toleranz sein. Toleranz insbesondere innerhalb unserer Jli- Bewcgung gegenüber den Differenzen in der Methode, die allein durch die Verschiedenart der Menschen bedingt sind. Jede sich freiwillig zusammenschließende Gruppe ist von der anderen verschieden, mag auch die sie schassende Grundidee und ihr Ziel dem der anderen Gruppen entsprechen. K eine Gruppe ist darum minderwertiger. Wie der einzelne, fo hat auch die Gruppe ein subjektives Recht auf den ihr zustehenden Individualismus, solange sie dies auch der anderen Gruppe zugesteht. Angliederung der „Reformjugend" an die Jli-Bewegung: Leitender Grundsatz wiederum der Gedanke der Toleranz. Seine Anwendung gegenüber der „Resormjugend", aber auch von ihrer Seite uns gegenüber ist begründet durch die Wesenseigenschast des Liberalismus. Es gibt nur den einen „jüdischen Liberalismus", dem die Form lediglich Differenzierungen sekundärer Art zwecks praktischer Verwirklichung seiner Grundgedanken bringen kann. Unter diesem Gesichtspunkt ist auch die „Reformjugend" im besten Sinne „J li", d. h. jüdisch-liberale Jugend. Nach vollzogenem Beitritt in die „Arbeitsgemeinschaft der jüdischliberalen Jugendvereine Deutschlands" (Arge), der jungliberalen Dachorganisation, kann jede Gruppe ihre Selbständigkeit und Eigenart, die ja nur in Nuancierungen der Form besteht, wahren. Innerer Aufbau: Stärkere Umstellung zur Erzieh u n g s g e m e i n s ch a f t wird gefordert, die ständige Arbeit an sich selbst. Innere Festigung der Mitglieder ist notwendiger als die Durchführung eines vielseitigen Programms, dessen Zusammenstellung viel von den Führern, aber zu wenig von dem Einzelnen verlangt Man soll sich mehr als bisher der Lauen und Aengstlichen annehmen, um sie in ihren Ansichten zu festigen. Aeußere Organisation: Entgegen einer mißverstandenen Ideologie muß nunmehr unsere Bewegung weiter ausgebreitet werden. Tie Expansion wird sich in verstärktem Maße auf die kleineren Gemeinden erstrecken müssen. Vertrauenspersonen und Heinere Arbeitskreise können wichtige Vorarbeit leisten. Eine Zusammenfassung dieser losen Kräfte in Zentralorganisationen nach Art von Landesverbänden wird unvermeidlich für uns sein. Tie Furcht vor der „Organisation" muß endlich aufgegeben werden, wenn auch manche Unbequemlichkeit durch organisatorische Arbeiten entsteht. Eine kräftige Organisation kann die Jdeenwerbung nur erleichtern. Auch wer auf die sich durchsetzende Macht der Idee vertraut, sollte es wenigstens aus den Versuch mit der Organisation ankommen lassen. Unser Augenmerk muß. darauf gerichtet sein, neue, außerhalb des Liberalismus stehende junge Menschen für unsere Bewegung zu gewinnen. Zu prüfen ist die Frage der Einbeziehung der „Jüngsten" hinsichtlich der dabei einzuschlagenden Methoden und deren Uebereinstimmung mit den bestehenden Auffassungen. Unser Verhalten gegenüber der Indifferenz unter der Jugend bedarf ernsthafter Klärung. Ausstellung eines Aktionsprogramms':: Während auf der einen Seite die Indifferenz an Boden gewann, hat sich ein anderer Teil der Jugend auf die Religion besonnen. Das Gefühl der Verantwortung und des Helfenmüssens steht hier heute im Vordergrund. Erhöhte Aktivität der Religion wird darum gefordert. Neue Formen des Gottesdienstes, des Gemeinschaftslebens müssen gesunden werden. Der Jugend wird ein größerer Raum zur Mitarbeit in der Gemeinde und in sozialen ^Fragen gewährt werden missen. Umgestaltung des Jugendgottesdienstes und des Religionsunterrichtes als Grundlage wahrer Religiosität und jüdischer Erziehung tut not. In der Familie soll lebendiges Judentum, sollen alte Bräuin neuem Lichte und neue Bräuche aus altem jüdischen Geist erstehen. Aber auch der nichtjüdischen Umwelt, besonders der Jugend muß Kenntnis von Juden und Judentum vermittelt werden. Ties nur Einzelbeispiele der Aussprache. Man will über dem „Lernen" nicht das „Tun", die Aktivität der Religion vergessen, will für unsere Ideale kämpfen. Ein klares, Aktionsprogramm in dieser Hinsicht soll die Tagung aüszuftellen versuchen. Diese Skizzierung der hier im Verlaufe .veniger Wochen gegebenen Anregungen zeigt die Fülle der Arbeit Kr unsere Tagung. Nicht alle, vielleicht nur wenige Fragen wird man an diesen zwei Tagen lösen können, -Solche Schwierigkeiten sollten uns aber das eine erkennen lassen: Es liegt ja gerade im Wesen des religiösen Liberalismus, daß wir uns ständig mit den Dingen ausemandersetzen müssen, im Lichte jüdischer Religiosität. Im Gedanken, nie ganz jertig zu werden mit den Dingen, aber doch wenigstens an ihrer Lösung mithelfen zu können. Hierbei müssen wir uns der Verpflichtung bewußt sein, daß, solange noch das Leben nicht stille steht, anch wir nicht stille stehen dürfen, daß wir es vielmehr mit lebe n, es in allen seinen Erscheinungen mit erleben. Jli-Treffen 1930 Bon Ludwig H e r r m a n n, Berlin. Unter diesem Stichwort wird, so hoffen wir, unsere Dresdener Tagung einmal in der Geschichte der religiösliberalen Bewegung der Judenheit verzeichnet sein. Wenn wir aber Anspruch darauf erheben, die Tagung zu einer für die Zukunft bedeutsamen zu gestalten, haben wir auch die Pflicht, ihr über das Organisatorische hinaus einen lebendigen Inhalt zu geben. Die Tagung soll uns und der gesamten liberaler! Bewegung einen neuen Aufschwung geben und den religiösen Liberalismus zu neuem Leben erwecken. Uns ist religiöser Liberalismus nicht gleich Orthodoxie minus einem größeren oder kleineren Prozentsatz, an Riten. Wenn wir auch viele der überkommenen Formen als durch, die Entwicklung überholt betrachten, so ist uns doch der Inhalt der jüdischen Religion auch heute noch wert, durch unser Tun und Handeln anerkannt zu werden. Tie sozialen und ethischen Bestimmungen der jüdischen Lehre werden nie aushören, zeitgemäß und „modern" zu sein. Wir dürfen sie nur nicht zu einem Lippenbekenntnis degradieren, sondern müssen sie praktisch Vorleben. Hier harrt gerade uns Jungen eine besondere Ausgabe. Diese Aufgabe allein widerlegt den vielfache behaupteten, aber nicht richtigen Satz, daß es uns an positiven und konkreten Ausgaben fehle. Uns will scheinen, daß wir mit der Dresdener Tagung die Pflicht übernehmen, den religiös-liberalen Gedankengang so herauszi stellen, daß sein positiver Inhalt als werbende Kraft für unsere Bewegung zum Ausdruck gelangt. Für uns ifl der Liberalismus nichts Negatives. Wir erblicken in ihm auch nicht etwa, wie oft behauptet wird, eine ausschließliche Kampforganisation gegen den Zionismus. Wir bedauern vielmehr, daß die Entwicklung in Deutschland es mit sich gebracht hat, daß gewisse Spannungen in dieser Hinsicht sich anscheinend nicht vermeiden lassen. Wir glauben, daß der Wiederaufbau jüdischer Religiösität in weitestem Sinne ein Verdienst am Judentum ist und daß. nur auf diesem Wege auch die Kreise, die dem Judentum indifferent oder gar entfremdet gegenüberstehen/ wiedergewonnen werden können. Es scheint uns aber unjugendlich> bei dieser Erkenntnis stehen zu bleiben. Wir haben vielmehr die Pflicht zur Aktivität. Wir bedauern deshalb auch die Resignation, die offensichtlich mancherorts bei unseren älteren Freunden sich, bemerkbar macht, und wir fühlen die Verpflichtung zu der ernsten Forderung, uns in der Führung der „Vereinigung Kr das liberale Judentum" und ihrer einzelnen Ortsgruppen den nötigen Einfluß einzuräumen. Wir glauben an die Zukunft des religiös-liberalen Gedankens; wir glauben, durch ihn zu einer Renaissance des Judentums zu kommen; wir glauben aber auch, daß gerade wir Jungen dazu berufen sind, an dieser Regeneration an verantwortlicher Stelle mitzuarbeiten. In diesem Sinne hoffen wir auf einen guten Verlauf unserer Tagung. Möge nicht nur ein zahlreicher Besuch (auch aus den Kreisen, die den Jlis organisatorisch nicht angehören), sondern möge vor allem ein mutiges Bekenntnis zu unserer Gedankenwelt und ein Gelöbnis der Jugend zu einem aufgeschlossenen Judentum und zu einem wahrhaft religiösen Leben ihr Inhalt und Bedeutung geben! Sabbat und Hebräisch Von Martin Gl aß (Jli-Berlin). Am 23. März dieses Jahres sprach im Jli-Berlin R.-A. Stern über „Grundlagen des jüdischen Liberalismus". Aus seinem reichhaltigen Vortrag möchte ich zwei Fragen herausgreifen, die er anschnitt: die Probleme des Sabbats und der hebräischen Gebetssprache. R.-A. Stern äußerte sich zu diesen Fragen etwa folgendermaßen: „Jüdischer Liberalismus überläßt dem Individuum die freie Gestaltung seines religiösen Lebens, ist also z. B. uninteressiert an der Ausführung der Kaschruth-Gesetze. Dagegen braucht das religiöse Leben des Judentums in seiner Gesamtheit einheitliche Formen. Daher muß die hebräische Sprache im Gottesdienst beibehalten und kann der Sabbat nicht auf den Sonntag verlegt werden." Hebräische Sprache und Sabbat sind, solange die liberale Bewegung besteht, Gegenstand von Auseinandersetzungen in der jüdischen Welt gewesen. Charakteristisch für die heutige ältere Generation der Liberalen scheint mir zu sein, daß sie versucht, diese Fragen rein vernunftgemäß zu entscheiden. Gehen wir einmal auf diesen Versuch ein! — Unbestreitbares Verdienst des Liberalismus ist es, zwischen Idee und Form unterschieden und die Idee für das Wesentliche erklärt zu haben. Idee des Sabbats ist der Gedanke des periodisch wiederkehrenden Ruhetags, der Selbstbesinnung nach einer Reihe von Arbeitstagen. Das Dilemma, daß wir äußerer Umstände halber den Sabbat am Sonnabend tkicht feiern können, ist von uns nicht verschuldet, sondern ist in der Engstirnigkeit der Kirchenväter des frühen Mittelalters begründet, die gerade zur Unterscheidung von den Juden den Ruhetag auf den Sonntag verlegten. Besteht aber in der Idee ein Unterschied, ob ich am Sonntag oder am Sonnabend meine Arbeit ruhen lasse? Aehnlich verhält es sich mit der Behauptung, man müsse die hebräische Sprache im Gottesdienst erhalten. Die hebräischen Gebete sollen Ausdruck gemeinsamer Bindung des gesamten Judentums untereinander und an Gott sein. Wieder entsteht die Frage, ob wir das alte Symbol einer ewigen Idee erhalten sollen; denn erscheint es nicht einer kühlen Ueberlegung merkwürdig, daß wir heute in einer toten, fremden Sprache beten, also Gefühle ausdrücken sollen, die kaum die eigene Muttersprache ansdrücken kann? — Man mag Aus ähnliche Erscheinungen bei der römischen Kixche und beim Islam Hinweisen; aber selbst der eifrigste Verfechter der hebräischen Gebetsprache wird den katholischen Gottesdienst, bei dem die Gläubigen einen großen Teil der Gebete nicht verstehen, nicht für einen Jdealzustand halten, und die Mohammedaner haben eine immerhin lebende und der Muttersprache verwandte Gebetssprache. Fester aber als jedes Symbol, also auch die hebräische Sprache, sollten doch die gemeinsamen Aufgaben und Ideen die Juden untereinander und an Gott binden. ' Und doch — wie viele von uns würden den Freitagabend und die altvertrauten hebräischen Lieder, Gebete, Nigunim missen wollen? — Ich glaube, es ist verfehlt, bei diesen einmal gegebenen Tatsachen mittels logischer Ueberlegung die Notwendigkeit des Sonnabend-Sabbats und der hebräischen Gebetssprache konstruieren zu wollen. Religion ist nicht nur philosophisches System. Wir müssen bei unseren Wertungen das mit dem Verstand nicht Faßbare in Betracht ziehen. Wir sind nicht stark genug, das Unwägbare aus unserer Gedankenwelt ausschalten und jede Tradition über Bord werfen zu können. Aber wir wollen auch offen bekennen, daß es sich oft um menschliche Schwächen und Unvollkommenheiten handelt und dann nicht versuchen, ihnen vernunftgemäße Gründe unterznlegen. Aus der Ili-Arbeit Frankfurt a. M. (Heimaben d.) An unserem diesmaligen Heimabend sprach unser Vorstandsmitglied Alfred Laib über das Thema: „Religion und Schicksal". Mehr als je tritt in der heutigen schweren Zeit die Frage nach dem Schicksal, nach dem Woher und Wohin des Lebens, Antwort heischend, an uns heran. Herr Laib legte in fesselnder Ausführung dar, wie wir selbst Meister unseres Schicksals zu werden vermögen. Es ist nicht damit getan, das Schicksal als etwas Unabänderliches über sich ergehen zu lassen, als ein Kismet, dem wir ausgeliefcrt sind. „Jeder Mensch ist seines Glückes Schmied", sagt ein uraltes deutsches Sprichwort. Was aber kann man tun, um sein Schicksal in gewünschte Bahnen zu lenken. Bewußter Optimismus, unbesiegbares Vertrauen aus endliche Erfüllung unseres Strebens ist die erste Bedingung zu seiner Erlangung. 'Wenn ein Mensch sich seinem widerfahrenen Unglück widerstandslos hingibt, Zorn, Rache, Unzufriedenheit in sich selbst züchtet, so strahlt er diese Energien gleich einem Magneten in den. Raum. Uebcllaunige Menschen finden stets in der Welt Gleichgesinnte und verstärken so selbst den Einfluß ihrer Laune. Es ist eine alte Tatsache, daß der Mensch in natürlicher, heiterer, zuversichtlicher Stimmung wesentlich mehr zu leisten vermag als in schlechter Stimmung. Wie die Elektrizität Wellen unsichtbar in die Welt hinaussendeh, so auch der Geist. Wer bei seinem Vorgesetzten Ziel beharrt, ruhig vertrauend, daß sich die Gelegenheit zur Erfüllung einmal findet, dem wird diese Gelegenheit kommen, schneller und sicherer kommenals dem, der mit Gewalt einen falschen, ihm verschlossenen Weg verfolgen will. Tätige Menschen werben stets wieder auf tätige Menschen stoßen, vergrämte wieder auf vergrämte. So ist das Schicksal in uns. Wenn wir auch dem außer uns stehenden Mißgeschick, wie dem der Naturgewalten, nicht ausweichen können, so ist doch das Schicksal, das in uns selbst liegt, stark genug, darüber hinwegzukommen, wenn wir in der Lage sind, unsere Bestimmung zu erkennen, das SBöfe als Ausfluß eines höheren Gesamtwillens zu betrachten, der uns reisen soll. Ist dies etwas anderes als Religion? Ist das Gam su letauwo Hiobs nicht auch so zu verstehen? Nie sich dem Gedanken des Kismet Hingaben, aber auch nicht zürnen gegen Unabänderliches, sondern anfbauen, lvo zerstört wurde, Hoffnung bewahren, auf sich vertrauend, dem Schicksal nicht aus dem Wege gehen, sondern den Kamps ausnehmen mit dem Schicksal, das ist die Bedingung zum Erfolg, zum Sieg über das Schicksal! Mit Kleinigkeiten beginnend, nichts außer Acht lassend, dürfen wir uns nicht den kleinen Aergernissen des Alltags hingeben. Ein versäumter Zug, irgend ein kleines Mißgeschick darf uns nicht hinreißen zu Zorn und Uebellaune. Wer sich den Kleinheiten öffnet, tvird doppelt empfänglich auch für die großes Schicksalsschläge, er wird, zermürbt durch täglichen Kleinkampf, die Probe nicht mehr bestehen können, wenn das Schicksal ihn einmal wirklich herausfordert. Ucber dem Alltag stehend, Optimismus ausstrahlend, Optimismus empfangend, durch Glaube an den Sieg zum Sieg, so werden wir des Schicksals und des Glückes Schmied! An das Referat schloß sich eine lebhafte Diskussion an. Eines aber hatten wir klar gesehen und erkannt: Wie auch das Schicksal uns behandelt, letzten Endes können wir des .Schicksals Meister werden, kraft unserer Energie, unseres Selbstvertrauens und starken Wollcns. Arthur Astheimcr (Jli-Franksnrt a. M.) j'* j.Das Ili-Programm'''''''j * Berlin. Gemeinsame Veranstaltungen. Donnerstag, den 5. Juni, 20 Uhr, Rvftnstratze 2-4, Vortrag: Fritz Michaelis. Thema: „Lebensformen und Gcstaltungswillen des Staates . Fahrt in die sächsische Schweiz beginnt am Dienstag, den 10. Juni. Treffpunkt: Anhalter Bahnhof, morgens 8.25 Ahr. Die Kosten der gesamten Fahrt werden ungesähr 16 RM. betragen. - Sonnabend, den 14. Juni, Fahrt nach Dresden. Treffpunkt: Anhalter Bahnhof um 5.45 Uhr. Diejemgen, die erst nachmittags fahren wollen, benutzen am besten den Zug, der nachmittags 6.41 Uhr geht, mit Souutagsrücksahrkarten. Jli-Singkreis: Donnerstag, den 19. Juni, pünktlich abends rt8 Uhr, bei Paul Löwenstein, Moabit, Jagowstraße 1. Oliva und Neu-Charlottendurg. Freitag, den 6. Juni, abends 8 Uhr, Freitagabendfeier brr Marcufe, Berlin-Friedenau, Taunusstraße 23. Donnerstag, den 12. Juni, abends 8 Uhr, bei Inge Eötz, Schöneberg, Freiherr von Steinstraße 18. Thema: Ghandi und fein Werl. Westen. Dienstag, den 10. Juni, abends 8 Uhr, voraussichtlich bei Margot Rofenheimer, Charlottenburg, Nieduhrstraße 62. Thema: Jefaia. — Dienstag, den 17. Juni, abends 8 Uhr, der Anni Jacobfohn, Charlottenburg, Schliiterstraße 31. Thema: Jefaia. Pankvw-Often. Dienstag, den 10. Juni, im Heim, Monbijouplah 10. Thema: Geschichte der Juden in Spanien. Breslau. Jüngeren-Gruppe: Donnerstag, den 5. Juni, 16.15 Ahr, Jugendheim: Vortrag von Hans Hammer: „Affäre Dreyfus." - Hauptgruppe: Mittwoch, den 11. Juni, 20.15 Ahr, Jugendheim: Ausspracheabend mit einleitendem Referat von Kate Fuchs über: „Richtungen in der jüdischen Jugend". Dienstag, den 17. Juui, 20.15 Uhr, Jugendheim: Arbeitsgemeinschaft: „Die Juden in ihrer Umwelt". Mittwoch, den 18. Juni, 20.15 Uhr: Gemütlicher Heimabend,' Berichte und Aussprache über die Dresdener Tagung. Frankfurt a. M. Jüdisch-Liberale Jugendgemeinschaft, Frankfurt a. M. Dienstag, den 10. Juni: Sartenadend mit Rezitation, bei Flörsheimer.

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