Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 10 (1930)
- Issue
- 18 (30.4.1930)
- Date
- 1930-04-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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beendete die Feier, cm die sich eine Besichtigung der Räume ansügte. Es ist hier nicht Raum, ausführlich zu berichten, wie schön (ohne irgendwelchen Luxus) und »vie sachlich alles gebaut und eingerichtet ist. Bisher sind 42 Damen im Heim angemeldet, die nun alsbald ihren Einzug halten werden. Für die Haushaltu,»gsschulü sind bis jetzt 14 junge Mädchen, die in der Anstalt wohnen, und 6, die in Breslau anderweitig khre Wohnung haben, vorgemerkt. Ein Zeichen, daß «ine solche Einrichtung durchaus nicht überflüssig tvar. Dennoch soll eines nicht verschwiegen werden. Auch dies Werk edler Menschlichkeit hat eine, wahrlich nicht von sachlichen, sorrdern von politischen Gründen ausgehende Kritik erfahren müssen. Ihr gegenüber sei festgestellt : das Beate Guttmann-Hcim ist nicht aus einem schwärmerischeir Mondschein-Idealismus heraus geschassen worden, der alle Welt beglücken will und doch niemand nützt. Der Idealismus, der es unter schwerem Mühen zustande gebracht, ist Flamme, die leuchtet, Mut, die wärmt. Sein praktischer Erfolg tuirb den Lebensabend von Frauen des Mittelstandes erhellen und weibliche Jugend für den schönsten Beruf der Frau erwärmen und vorbilden. Kassel. (Aus der G e m e i n d e s i tz u n g.) Tie April-Sitzung des Acltesten-Kollegiums stand im Zeichen zahlreicher Bewilligungen von Beihilfen an Anstalten und Vereine. Einigen Anträgen wurde unter Hinweis auf die finanzielle Lage nicht entsprochen. Dem Jsrae litischen Kinderhort wurden 750 RM. und dem Turnverein Bar Kochba 500 RM. bewilligt, nachdem von beiden der Rechnungsabschluß für das Vorjahr und der Voranschlag für 1930 vorgelegt worden war. Die Gartenbauschule in Ahlem bei Hannover erhielt «inen Beitrag von 100 RM., dieselbe Summe wurde auch der Gesellschaft sür die Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin zuerkannt. Der Hanptstelle für jüdische Wanderfürsorge soll ein Beitrag von 200 RM. überwiesen werden in Anbetracht des Nutzens, den die Kasseler Zentralwohlfahrtsstelle von der Gesaintorganisation hat. Das Kollegium befaßte sich noch mit der Frage der rückständiges Beiträge zum Preußischen Landesverband. Herr Ballin, der über diesen Gegenstand referierte, wurde gebeten, in Gemeinschaft mit Dr. D. Goldschmidt die Wahrung der Gemeindeinteressen bei der endgültigen Regelung zu sichern. Von der Zentralwohlsohrtsstellc in Berlin lag eine abschließende Benachrichtigung der Reichsschuldenverwaltung betr. Kewährung der Wohlfahrtsrente an die Gemeinde und deren Stiftungen vor. Einige auf lokale Angelegenheiten bezüglich Wünsche (Mazzos-Verteilung u. a.) fanden dementsprechende Erledigung. — Der öffentlichen Sitzung schloß sich noch eine vertrauliche an, in der neben anderen Gegenständen verschiedene Stcuerangelegenheiten zur Debatte standen. Köln. (6 0. Geburtstag.) Gemeindcrabbiner Dr. Rosenthal beging am 19. d. M. seinen 60. Geburtstag. Er ist in Nürnberg geboren, besuchte dort das Gymnasium und bezog nach dessen, Absolvierung die Berliner Universität und das dortige Rabbinerseminar. Nach Abschluß seiner Studien war er vier Jahre als Hilfsrabbiner in Mannheim tätig. Seit 1897 wirkt er in unserer Stadt. Er ist der Gemciuderabbiner der konservativen Synagoge in der Mockengasse. Sein Haus ist ein Mittelpunkt humanitärer und konservativer Bestrebungen. Dr. Rosenthal ist ein verständnisvoller Förderer des guten Einvernehmens unter den Konfessionen. i Königsberg. (T ot> e s f a l l.) Hier verstarb der Fabritbesitzer Dr. Max Leopold an den Folgen einer Lungenentzündung. Dr. Leopold erfreute sich iu weitesten Kreisen der Gemeinde und darüber hinaus sehr slartrr Wertschätzung. Mit ihm ist ein Mann dahin i gegangen, der sich durch vorirchmes Wesen und Schlichtheit des Her zens auszeichnete. Noch bei den kürzlich abgehaltenen Reprasemtantenwah.cn betätigte er sich im Wahlvorstand. Jüdisch-poMsch stand er auf liberalem Boden, parteipolitisch aus demokratischem. Besonderes Ansehen genoß er bei seinen Berufsgenossen. Der Ostverband deutscher Minerallvasscrfabrikanten verliert an ihm ein. wertvolles Vorstandsmitglied. Im Königsbergcr Schlichtungsausschuß versah Dr. Leopold das Amt eines Arbeitgeberbeisitzerö. Bei der Trauet seier betonte Gemeinderabbincr Dr. Lewin in seiner Gedächtnisrede' die Schlichtheit des Dahingegaugenen, der nicht in lauten, tönende» Worten auf seine Leistungen hingewiesen, sondern in aller Stille als Mensch und Jude gewirkt habe. Besonders werde er auch von den Brüdern der Kantloge im U.O.B.B. betrauert. Königsberg. (Re pr ä sen ta nt e n v ers a m m l u n g.) Tie neugewählt« Rcpräsentantenversammlung der Königsberger Synagogengemeinde hielt am 24. April ihre erste Sitzung ab. Die Versammlung wurde durch den bisherigen Repräsentantenvorstcher Professor Dr. Rudolf Cohn geleitet. Dieser begrüßte zunächst die neugewählte Rcpräsentantenversammlung und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie Segensreiches zum Wohle der Gemeinde leisten möge. Diesen Wünschen schloß sich namens des bisherigen Gemeindevorstandes der Gemeindevorsitzende Geheimer Mcdizinalrat Professor Dr. Falkenheim an. Der Vorsteher gab darauf bekannt, daß der auf der konservativen Liste zum Repräsentanten gewählte Bankdirektor Hermann Marx die Uebernahme des Amtes abgelehnt habe. An seine Stelle träte Kaufmann Jacob Löwenthal. Für die Wahlen des Vorstands seien die bisherigen Vorstandsmitglieder Rechtsanwalt Dr. Jacobi II zum Wahlleiter und Kaufmann Sally Joachim zum stellvertretenden Wahlleiter geivählt. Der Vorsteher dankte sodann den ausscheidenden Repräsentanten, insbesondere denen, die lange Jahre hindurch der Repräsentanz angehörten, »vie Max Feinstein, Emil Rosenthal und Artur Fürst. Die neue Versammlung werde besonders schwere Aufgaben in finanzieller Hinsicht zu erfüllen haben. Er gab dann weiterhin bekannt, daß der Kaufmann Dagobert Grünberg gegen seine Aufstellung als Kandidat der Mittelharte» auf der Repräsentantenliste protestiert habe, da ec der Liberalen Vereinigung angehöre. Weiterhin teilte er mit, das Amtsgericht habe die Repräsentantenversammlung davon benachrichtigt, daß Justizrat Martin Mcyerowitz, jetzt Rechtsanwalt am Reichsgericht in Leipzig, sowie seine Ehefrau .Helene, geb. Eichelbaum, aus dem Judentum ausgeschieden seien. Sodann wurde zur Wahl des Büros geschritten, nachdem ein Bertagungsantrag des volksparteilichen Repräsentanten Dr. Ginsberg abgelehnt wurde. Zum Repräsentantenvorsitzenden wurde Waisenhausdirektor Peritz, zum stellvertretenden Vorsitzenden Justizrat Dr. Lichtenstein, zum Schriftführer Rechtsanwalt Dr. Iacobsohn I und zum stellvertretenden Schriftführer Rechtsanwalt Tr. Leß gewühlt. Für die Renovierung der Mikwah wurde ein Betrag von Mk. 7100 vewilligt. Außerdem wurde die Endabrechnung für den Neubau des Friedhofs genehmigt, desgleichen nach einem Bericht der Rechnungsprüfungskommission der Etat. Sodann erfolgte die Wahl des Vorstands, die folgendes Resultat ergab: Geheimrat Professor Falkenheim (bei keiner Fraktion), Rechtsanwalt De. Grumach (liberal), Rechtsantvalt Dr. Fraenkel (Mittelpartei), Bankdirektor Hermann Marx (konservativ), Kaufmann Hermann Schloßberg (Jüdische Bolkspartei). Ter Vorstand wählt sein Büro selbst aus seiner Mitte. Aus der Ai-Bewegung Verantwortl.: Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Zugendvereine Deutschlands Vorsitzender: Dr. Hugo Hoffmann. Frankfurt a. Main Die Bedeutung der Tagung der liberalen Zugend in Dresden am 14.15. Juni. Bon Max Gundersheim, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Jugmdvereine Deutschlands (Arge). I. Eine Woche nach Pfingsten werden aus allen Teilen des Reiches junge, liberale Menschen nach Dresden fahren und sich dort Mei Tage lang sprechen, kennen lernen und Meinungen auslauschen. Tie Bedeutung dieser Tagung, die weit über eilt gewöhnliches Jugendtreffen hinausgetzt. verdient näher untersucht und beleuchtet zu werden. II. Ein Treffelt der liberalen Jugend hat in solchem Ausmaße bisher noch nicht stattgefunden. Wohl gab es Telegiertentage in Berlin, Magdeburg und anderen Städten, wo einzelne Abgesandte der größeren Jli's anwesend waren. Tas Hauptkontingent stellte aber der Verein, in dessen Stadt die Tagung stattfand. In Magdeburg fuhren wohl eirrzelne In teressierte mit, besonders Frankfurt war zahlreich vertreten: auch die Braunschweiger Lessingfeier vereinte eine Reihe von Jli-Mitgliedern verschiedener Jli's; ferner fanden in Schlesien gemeinsame Fahrten von Jli-Mitgliedern statt. Aber eil: Treffen der gesamten jüdisch-liberalert Jugend war in diesem Umfang noch nicht veranstaltet worden. Daß es dieses Jahr geschieht, erscheint mir nicht nur Symbol, sondern zugleich Beweis für die Stärke und das Anwachsen der liberalen Bewegung in Deutschland zu sein. Aber noch eine andere Bedeutung hat das Treffen in Dresden. Von ihr wird noch zu reden sein. III. Wenn »vir die Geschichte der Jugendbewegung zurückversolge», so scher: wir, daß sie zuerst! eitle Reaktion auf die konventionelle, unwahre Form der Vorkriegszeit war. Auf dem hohen Meißner wurden die Richtlinien festgelegt. In äußerlichen Dinge« wollte man sich von den Erwachsenen unterscheiden, aber der Geist, der in der Jugendbewegung herrschte, war ein neuer, freier Geist der Kameradschaft, der „ Aufrichtigkeit und unbedingten Treue zu sich selbst. Nach dnn Kriege, als die Vergnügungssucht der jungen Menschen, allzulange gehemmt, stark hervorbrach, kam die Reaktion. Man wollte tanzen, sich ausleben, wie das Schlagwort hieß. Man machte sich lustig über die Kleidung der Reformer, man schuf geradezu eine neue Konvention. So kam es, daß allmählich die Jugend in zwei deutlich geschiedene Teile gespalten war. Die einen, die in absichtlich betonter Einfachheit selbständig und unbeirrt ihren Weg gingen, die anderen, die eine Art neue Gesellschaft bildeten, zwar freiere Formen hatten, als sie vor dem Kriege bekannt waren, aber doch ein in aller: Städter: zur Genüge bekanntes Westcndmilieu bildeten. Auch die jüdisch-liberale Jugend machte hiervon keine Ausnahme. Hier aber waren die Gegensätze besonders verschärft. Tenn die wirtschaftliche Umschichtung, die die ganze Bevölkerung mitmachte, traf die Juden besonders. Ter Mittelstand, durch Gründet umgehend Reisekassen iflr Dresden! die Konzernbildung und Rationalisierung, durch die Schnelligkeit der Technik bedrängt, verlor seine Existenz; die Inden, die gerade besonders in dem Mittelstand zu finden waren, suchten nach außen hin «och eine Art Scheindasein bürgerlichen Charakters zu führen. Tie Jugend aber fand entweder den Mut, sich neue Berufe zu suchen, oder ungeniert, ohne Rücksicht aus Verwandtschaft und Gesellschaft, den Kontakt mit dem Proletariat, das ihr vorher nur dem Hörensagen nach befaunt war. Oder sie reagierte umgekehrt und führte eine Art unwahren Scheindaseins, um sich über ihre wahre Lage hinwegzutäuschen. Es ist klar, daß dies nicht allzulange möglich war. Heute hat die Jugend das soziale Gewissen entdeckt; sie hat eingesehen, daß man nicht nur für ein paar hundert besonders vom Schicksal begünstigte Menschen lebt, sondern für alle mitverantwortlich ist. Und man hat sich auf die Religion besonnen, die hier nicht mehr nur Frömmigkeit, Gottvertrauen bedeutet, sondern mehr; Gefühl der Verantwortung und des Helfenmüssen; damit tritt die Religion aus ihrer Passivität heraus und wird aktiv. Diese Aktivität der Religion ist es, die die Jugend nach Dresden zieht, die der Tagung den Stempel prägt imb dem Thema des .Hauptreferates den Namen gibt. IV. Hie» sind wir bei dem Kern angelangt. Warum der liberale Gedanke immer weitere Kreise ersaßt, wird aus jetzt auch klar; auch weshalb sich die Jugend für ihn begeistert, die mit der , neuen Zeit zieht". Aber ebenso klar ist, daß ein neuer Gedanke sich auch neue Formen schafft. Und darum darf die jüdisch-liberale Jugend ihren Kreis nicht zu eng ziehen. Vulkan hat es schon ausgesprochen, und es muß alleri zur Selbstverständlichkeit werden: Auch die Reform- Jugend gehört zu uns. Ihre Begeisterung, ihr heiliger Ernst, sich rreue Formen des Gottesdienstes, aber auch neue Formerr des Gerneinschaftslebens zu suchen, wird ein neuer Ansporrr sein für alle Jli's. In Dresden, wo wir zahlreiche Mitglieder der Refonnjugend zu begrüßen hoffen, wird das Gefühl der Zusammengehörigkeit rroch verstärkt werden. V. Daß es etwas für die liberale Bewegung des Judentums in Teutschland bedeutet, wenrr jmtge Menschen aus dem ganzen Reiche zusannnenkommen, begeistert von ihrer Idee, sich kennen lernen, ihre Gedarrten besprechen, ihre Meirrnngerr austauschen, ist selbstverständlich. Ter Widerhall aus dem Reiche, besonders bei den Erwachsenen, wird nicht ausbleiben. Sie werden, rroch in ganz anderen: Maße als bisher, die Mitwirkung der Jugend fordern. Ueberall, im Gottesdienst, in der Gemeinde, in der sozialer: Arbeit, wird die Jugend Mitwirken müssen. Gerade, weil in Dresden nicht das, was uns von den anderen trennt, sondern das, was uns eint, besprochen wird, wird die Arbeit so wertvoll sein. Für die Teilnehmer selbst aber wird der Eirckruck nicht nur der Kunststadt Dresden, der Hygiene-Ausstellung, sondern gerade der einende Geist der Tagung, der rechts und lir:ks, Reform und Tradition, Jugendbewegung u u b Gesellschaftsformen, Nord und Süddeutsche zusammenführt und sie gegenseitig achten, schätzen und lieben lernen läßt, ein dauerndes Erlebnis sein, das sie hinaustragen Werder: in ihre Heimat, und das den Grundstock' bilden kann zu einer neuen Epoche des jüdischen Liberalismus in Deutschland. Auf nach Dresden! * Aus der Ai-Arbeik ★ Breslau. (Jüdisch-liberaler Jllgendverein „Abraham Geiger".) Als erste Veranstaltung in den Räumen des neuen neuen jüdischen Jugendheimes fand am 2. April unsere diesjährige Generalversammlung statt. Tie umfangreiche Tagesordnung, vor allem aber die lebhaften Auseinandersetzungen zwangen uns, die Generalversammlung auch noch ain 9. April fortzusetzen. Jedenfalls ließ die diesmal ganz besonders starke Beteiligung unserer Mitglieder das ständig wachsende Interesse an den Geschehnisse»: unseres Jlis erkennen. Wolfs Davidsohn erüffnete die Versammlung mit Worten der Anerkennung für die, denen wir die Schaffung des Jugendheimes verdanken, in erster Linie unserer bewährten liberalen Führerin, Frau Paula Ollendorff. Der Bericht, den Erich Vulkan über unsere Tätigkeit im Vevcinsjahr 1929/30 erstattete, nahm diesmal einen breiteren Raum ein und sollte die Grundlage für die anschließende Geircralaussprache bildm. Er enthielt nicht allein einen Rückblick auf die vergangene Arbeit und dasjenige, was durch sie erreicht lvurde. Vielmehr war damit eine umfangreiche Kritik — und wieviel gab es zu kritisieren — verbunden. Es würde zn weit führen, hier jeden einzelnen Punkt zu erwähnen. Im wesentlichen klang ans der Kritik der Vorwurf heraus, daß noch so viele nicht die nötigen Opfer an Zeit und Arbeit aufbringen oder überhaupt nur aufzubringen versuchen, ohne die nun einmal ein dauerhaftes und erfolgreiches Wirken nicht denkbar ist. Darüber hinaus enthielt der Bericht Vorschläge in der Richtung, wie künftighin unsere Arbeit weiter ausgebaut und intensiver gestaltet werden könnte. Die Verwirklichung der hierbei gegebenen Anregungen dürfte sich bereits in der kommenden Sommerarbeit bemerkbar machen. Die Generalaussprache nahm einen ziemlich bewegten Verlaus. Kritik, Wünsche, Anregungen wechselten einander ab. Bedauerlich war nur, daß manchmalüber der einen oder anderen Nebensächlichkeit vergessen wurde, mehr aus die eigentlichen Arbeitsvorschläge einzugehen und diese zuin Mit».'-. Punkt der Aussprache zu machen. Der Kassenbericht, von Aisred Berger erteilt, bewies die mühevolle und sorgfältige Arbeitsführnng unseres: lieben Kassenwarts, zeigte aber auch — und das brachte Alfred Berger mit temperamentvollen Worten zum Ausdruck —, welche große Verantwortung auf uns lastet und wie notwendig es ist, unser liberales Judentum auch in die Tat umzusetzen. An die einstimmige Entlastung des Vorstandes schloß sich die Neuwahl an. Der Vorstand, diesmal um einige Mitglieder vergrößert, setzt sich nach der inzrvischen erfolgte»» Konst»tui-erung folgendermaßen zusammen: 1. Vorsitzender: Wolfs Davidsohn, 2. Vorsitzender: Alfred Fabian; 1. Schriftführer: Erich Vulkan, 2. Schriftführer: Hans M. Tanziger; Kassenwart: Alfred Berger; Beisitzer: Alfred Cohn, Martin-Schreiber, Ha»»s Leschnitzer (zur Unterstützung des 1. Schriftführers); Käthe Fuchs, Alice Graetzer (zur Unterstützung des Kassenwarts); Käte Behnsch; Leiter der Jüngeren Gruppe: Franz Meidner. Nach Festsetzung des Beitrages und Regelung einiger Kassenfragen wurde die vorläufige Aufstellung mehrerer Arbeitskommissionen vorgenommcn. Unter dem Punkt „Verschiedenes" beschäftigte man sich u. a. mit Fragen des Jugendheims, der Bibliothek, der kommenden Dresdenfahrt. Am 13. April, dem 2. Sederabend, begingen wir mit einem überaus großen Kreis von Mitgliedern und Gästen unsere gemeinsame Sederfeier unter Leitung Wolfs Davidsohns. Diesmal hatten wir der Feier für alle Teilnehmer einheitlich die Falkenbergsche Hagadah zu Grunde gelegt. Durch den eindrucksvollen Vortrag Wolfs Davidsoh»»s und die leicht verständliche Hagadah bot der Aberrd jedem einzelnen wirklich Belehrung und Genuß. Wolfs Davidsohn begrüßte im Verlauf einer kurzen und herzlichen Tischrede zu unser aller Freude auch den Leiter des Potsdamer Jlis, Gerhard Hammerstein. Alfred Berger ließ es sich nicht nehmen, mit einer geistreichen Rede den Blick der Anwesenden auf unsere Arbeit zu lenken und in ihnen die Begeisterung für unsere Sache zn wecken. In der Jüngereir-Gruppe verbrachte man am 3. April den Nachmittag bei gemütlicher Unterhaltung; während am Abend des 10. April Karlheinz Peiser einen Bortrag über „Technik der Zukunft" hielt. Er beschäftigte sich nach einem Rückblick auf die bisherige Entwicklung zunächst mit den kommenden Verkehrsmöglichkeiten, denen auf dein Wasser und in der Luft, sodann mit den Möglichkeiten, die uns der Bildfunk bietet. Abschließend meinte der Vortragende, daß wie bei allen Erfindungen auch hier größte Vorsicht mit dem Wort „unmöglich" geboten sei. Frankfurt a. M. (A u s f l u g d e r I u g e n d g r u p p e.) Am 11. April machte die Jli-Jugendgruppe einen Tagesausflug in den benachbarten Taunus. Als Führer hatte sich liebenswürdigerweisa Herr Rabbiner Dr. Gottschalk zur Berfüguirg gestellt. Wir fuhren nach Eppstein und gingen von dort einen herrlichen Waldweg nach Eppenhain. Hier hatte es die Nacht zuvor in den Stallungen ztveier Landrvirte gebrannt; glücktichenveise »var nur Sachschaden entstanden; au der Brandstelle kainen »vir vorbei. Nun »vanderten wir weiter nach Königstein. Aus den» Wege dahin rasteten wir im Schatten des Waldes. In Äönigstein kehrte,» »vir in ei», Cafe ein und schrieben die üblichen Post- und Ansichtskarte». Nach zwei gemütlichen Stunden brachen »vir nach Eronberg auf, um dann nachhause zu fahren. Wir verbrachten so einen schönen Tag, der von» herrlichsten Wetter begünstigt »var. S. Stiefel. Ratibor. (Besprechung des I l i - T r e f f e »i s.) Der erste Teil unserer letzte,» Zusammenkunst »var der Besprechung des Jli- Tcessens in Dresden gewidmct. Tabei machte die Finanzfrage zwei Sclnvierigteiten: Ta die Hinfahrt sonst 14 Stunden dauern lvürde, müssen die Raiiborer Delegierten de»» T-Z»rg benutzen. Auch erscheint es fragt ich, ob von uns 10 Personen fahren »»»erden, so daß wir vielleicht keine Fahrpreisermäßigung erhalten. — Dann würdigte Herr Tr. Weber i»i kurzen Worten die Bedeutung des Pessachsestes, un) der Rest des Abends beschäftigte sich mit Pessachliteratur. Nach Besprechung des Rabbi Bacharach von Heine las unser erprobter Rezitator Peter Berliner in wirkungsvoller Weise „eine falsche Beschuldigung" und Donaths „Rabbi Amnon" vor. — Ten Abend beschloß die Ankündigung, daß Herr Rechtsanwalt Dr. Weber am Mittwoch, den 7. Mai, einen Vortrag über Coudei»hove Calcrgis Buch „Antisei.nitinnlls" palten werbe. Das Ili-Programm Berlin. Kruppe Neu-Charlottenburg. Donnerstag, bei» 1. Mai, abends 8 Nhr, bei Marcuse, Berlin- Friedenau, Taunnsstraße 23. Thema: Pantheismus. Gruppe Pankow-Osten. Dienstag, den 6. Mai, abends 8 Uhr, im heim, Monbijouplay 10. Allgemeine Veranstaltung. Sonntag, den 4. Mat, Fahrt nach Seddin. Trejsen 7.53 Uhr Bahnhof Charlottenburg, Stuttgarter Platz. Führung: Marlin Maß. Jüngcren-Gruppe: Donnerstag, den 1. Mai, 16.15 Uhr, Jugendheim, Ausfprachruachmittag: „Ouerfchnitt durch dir Zeit". Themrn-- auswahl und Leitung: Franz Meidner. — Hauptgruppr: Mittwoch, den 30. April, 20.15 Uhr, Jugendheim, Ausspracheabend: „Zritungsschan". Mittwoch, den 7. Mai, 20.15 Uhr, Jugendheim: Gemütlicher Heimadend. — Beginn der Ardeitsgrmeinschaft: „Die Juden iu ihrer Umwelt" am Montag, dr» 5. Mai, 20.15 Uhr, Jugendheim. — Gemeinsame Veranstaltung beider Gruppen: Sonntag, de» 4. Mai: Ausflug nach Obernigk. Treffpunkt: 7.30 Uhr am Haupteiugang de» Hauptbahnhofs. Abfahrt: 7.49 Uhr. Frankfun a. M. Jli-Jugendgruppe. Samstag, den 3. Mai, bei Dr. Edinger, Bockenhrimer 'Anlage 49: Arbeitsgemeinschaft Kunstgeschichte.