Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 10 (1930)
- Issue
- 6 (5.2.1930)
- Date
- 1930-02-05
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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über den Urneichain in Nürnberg. Auch die Auskunft des Vereins für Feuerbestattung wird verlesen. Von verschiedenen Seiten wird cmpsoh len, daß das Kolleg heute nur grundsätzlich die Errichtung des Urnenhains beschließen solle. Sobald die Gemeinde dazu finanziell in der Lage ist, soll der Beschluß dann verwirklicht werden. Herr Dr. Schleie ner (Einheitspartei) bemerkt, auch er und seine Freunde hätten gegen einen solchen Beschluß nichts einzutvenden. .Herr R. A. (holdstem (Volks Partei) empfiehlt, den Beschluß zurückzustcllen, bis die technischen Einzelheiten in einer Kommission beraten sind. Nach kurzer Aussprache und nachdem vas Gutachten des Herrn Landrabbiner verlesen ist, wird beschlossen, die Beratung aller Einzelheiten einer Kommission zu übertragen. Das Ergebnis soll einer späteren Repräscntantensitzung zur Beschlußfassung vorgelegt werden. Zu Mitgliedern dieser Kommission werden gewählt die Herren Landrabbiner Tr. Freund, Paul Goldmann, Rudolf Herzberg, Dr. Gustav Gnmpel. — In vertraulicher Sitzung wird u. a. die Ausnahme neuer Gcmcindcmitgliedcr beraten. Haßlvch. (Jüdischer E h r e n b ü r g e r m e i st e r.) Bei der vor einigen Tagen in Haßloch (Rhcinpfalz) stattgrsundenen Bürger meistcrwahl wnäe, wie wir der Jla entnehmen, der Kaufmann Leo Loeb von allen bürgerlichen Parteien einstimmig zum zweiten Ehrenbürgermeister gewählt. Herr Loeb gehört auch dem Synagogenrat als zweiter Vorsitzender an. Er wurde 1881 zu Haßloch als Sohn des .Kultusvorstandes Louis Loeb geboren. Kassel. (Vom Gemeindeetat.) Ta die Steuereinnahmen der Gemeinde von der Einkommensteuer abhängig sind und diese durch die ungünstige Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse zurück ging, sieht der Voranschlag der Gemeinde eine Erhöhung der Steuer aus 14 Prozent vor, während im Vorjahre nur 10 Prozent erhoben wurden. — Bei der am 2. Februar veranstalteten Gedenkfeier der Frankfurter Gemeinde war die Gemeinde Kassel durch den Krcisvorsteher Leo Lazarus vertreten worden. — Der GeschastStommission, die eilige Fälle zu erledigen hat, gehören die Gemcindeältesten R. Nußbaum, Dr. Kugelmann und Bankier Ballin an. Köln. (Ein neues Kinderheim.) Ter Israelitische Kin dersprrverein baut ein neues Kinderheim in Köln Sülz, das 100 Kinder aufnehmcn kann. Es wird ein großzügiger eingeschossiger Bau mit Liegehallen, Spielplätzen und Gartenanlagen werden. Erbauer ist der bekannte Architekt Georg Falck. Königsberg. (R e p r ä s e n t a u l e n w a h Ter Vorstand der Synagogengemcinde hat die Neuwahl für die ausschcidendcn Rcvräscn tanken Dr. Setimar Bcrlowitz (Zionist), Isidor Fabian (liberal), Max Feinstein (Mittelpartci), Arthur Fürst (Mittelpartei), Lesscr Hirsch (Mittelpartei), Salomon Jlviansky (konservativ), Noah Jarus lawsky (liberal). Albert Loose (liberal), Adolf Peritz (Mittelpartei), Ephraim Piczenyx (konservativ!, Emil Rosenthal (liberal), Max Rosen thal (Zionist), Max Simon (liberal), Dr. Willy Wolfsheim (liberal) für Sonntag, den 0. April, ausgeschrieben, Zürn Wahlleiter ist laut Verfügung des Regierungspräsidenten Rechtsanwalt und Notar Tr. Julius Jacoby II, Mitglied des Gemeindevorstands, ernannt worden. Königsberg. (Fabrikbesitzer S a l o NI o » W inte r g e stör den.) Hier verstarb im dreiundsiebzigsten Lebensjahr Fabrikbe sitzer Salomon Winter, Großindustrieller von großem Format und ein Mann, der im öffentlichen Leben der Stadt Königsberg eine hervor ragende Rolle gespielt hat. Vom Rheinland her kam er in jungen Jahren nach Königsberg als Direktor der damals neu gegründeten Königsberger Walzmühle. Später begründete er selbst die Königs berger Schälmühle, die sich aus kleinen Anfängen heraus zu einem bedeutenden Unternehmen entwickelte. Aber auch sonst spielte er im Wirtschaftsleben eine große Rolle. So war ec Vorsitzender des Auf sichtsrats der Königsberger LagcrhauSaktiengcsellschaft, stellvertretender Vorsitzender deS Aufsichtsrats der „Königsberger Hartungschen Zei tung" und der Brauerei „Englisch Brunnen" in Elbing. Bevor Hugenberg seinen Einfluß ans die Ostbank für Handel und Gewerbe nahm, stand Salomon Winter diesem Institut sehr nahe. Besonders hcrvorzuheben ist sein Wirken in öffentlichen Angelegenheiten. So gehörte er dem Aufsichtsrat der Stadthalle an und ivar ein eifriger Förderer der AlbertuSuniversität, die ihn im Jahre 1024 zu ihrem Ehrenbürger ernannte, eine Würde, die er mit Hindenburg zusammen teilte. Auch an der Leitung des zur Förderung der Wissenschaften begründeten Universitätsbundes war er tätig. Außerdem förderte er aüch insbesondere die Musik durch die Veranstaltung von Hauskonzcrten. Politisch wirkte er Jahre hindurch in der Königsberger Stadtverord, netenversammlung. Er gehörte der Deutschen Demokratischen Partei an. Für die städtische Wohlfahrtspflege rief er eine Salomon Winter- Stiftung ins Leben, die er ebenfalls leitete. Innerhalb deS jüdischen Lebens hat er sich fast zwanzig Jahre hindurch als Mitglied der Repräsentantenversammlung betätigt. Noch in letzter Zeit setzte er sich besonders für die Schaffung eines jüdischen ElteruheimS in Königsberg ein, an dessen Entstehung er reges Interesse nahm. Jüdisch politisch stand er aus liberalem Boden. Das Hinscheiden Salomon Winters wird in den weitesten jüdischen und nichtjüdischen Kreisen schmerzlich betrauert. Königsberg. (7 0. Geburtstag .Hermann Liebe r manns.) Kürzlich beging das Mitglied des Vorstands der Synagogen gemeinde, Hermann Liebermann, seinen siebzigsten Geburtstag in völliger geistiger und körperlicher Frische. .Hermann Licbermann gehört seit etwa dreißig Jahren den Gemeinbelörperschaften an, >vo er achtzehn Jahre in der Repräsentanz tätig war und seit etwa zwölf Jahren im Vorstand wirkt. Hier hat er eine Reihe von wich tigen Dezernaten zu verwalten. Mit allgemeiner Anerkennung versiegt er das verantwortungsvolle Amt des Synagogenvorstehcrs. Ter Jubilar verbrachte seinen Geburtstag fern von Königsberg. Landsberg (Warthe). (8ü. Geburtstag.) Am .-41. Januar konnte der frühere Kaufmann A. Salomon hier in geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag begehe». 2. ist noch einer der roeuig Lebenden, die au den Feldzügen 1860, 1870, 7 l leilnahmeu. . Lüdenscheid. (Neuer Lehrer.! Tie hiesige tyemeinde Hai Lehrer B. Heß als Kantor und Seelsorger gewählt. Am vorletzten Sabbat fand die Einführung des Gewählten in seierlicher Weise statt. Mainz. (Todesfälle.) Zwei um die religiösen Interessen der Gemeinde verdiente Männer, M. Krieger und Abr. Oppenheimer, die viele Jahre mit vorbildlicher Treue und Gewissenhaftigkeit ihres Amtes walteten, sind in voriger Woche verschieden. M. Krieger ver sah trotz seiner 76 Jahre bis in die letzten Lebenslage pslichttren den Dienst des Gemciildeboten, der auch in allen Wohltätigkeitsvereinen milzuwirken hatte. 68 Jahre all, starb wenige Tage nach ihm A. Oppenheimer, der mehr als vier Jahrzehnte die Funktionen als Lehrer und Kantor auSübte und in beiden Remter» segensreich wirkte. Ms Schüler des verstorbenen Dr. Lehmann verfügte Oppenheimer über bedeutende talmudischc Kenntnisse: seine .trefflichen Lei stungen als Vorbelcr fanden stets verdiente Würdigung und Auer kennung. Rabbiner Dr. Bambcrger und das Vorstandsmitglied Tr. Schlesinger widmeten beiden Beamten herzliche Worte des Dankes für die der Gemeinde geleistete ersprießliche Arbeit. Mergentheiin. (Persönliches.) Ter erste Vorsteher der Ge mcinde, Max Fechcnbach, Vater des Malers .Hermann Fechenbach, begeht am 6. Februar seinen 60. Geburtstag. Seit mehr als zehn Jahren leitet der Jubilar die Geschicke der Gemeinde mit seltenem Pflichteifer und großer Umsicht. Daß er sich dabei die Wertschätzung aller Mitglieder erwarb, betoeist der Umstand, daß ihm aus weitere, sechs Jahre das Amt des Vorstehers übertragen ist. -- Bei der Neuwahl zum Vorsteheramt wurde Dr. med. S. Hirnheimcr nach sechsjähriger Amtszeit auf weitere sechs Jahre zum Vorstand und ersten Vorsitzenden des Borsteheramts gewählt. Stellvertretender Vorsitzender trmrde Albert Adler feil. Petrrshagen. (Todesfal l.) Ter erste Vorsteher der Gemeinde, David Block, ist im 68. Lebensjahre verstorben. Die Ver dienste des Entschlafenen um die Gemeinde würdigte Prediger Hell mann aus Minden. Ein großes Traucrgefolge, in dem sich auch der Kriegerverein Petershagen befand, zeugte von der allgemeinen Achtung des Verstorbenen, der das harmonische Verhältnis der Ortsbewohner zu. fördern suchte. Preutzisch-Kolländ. (F r i e d h o f s s ch ä n d u n g.) In Preußisch- Hplkand, einem kleinen Städtchen Ostpreußens, wurde aus der Leichenhalle des jüdischen Friedhofes ein Leichentuch entwendet und ver brannt. Acht Tage spater drang derselbe Täter nachts aus dem Friedhof ein, stürzte dort fünf Grabsteine um und zerschlug einen Teil von ihnen mit dem Hammer. Die Polizei nahm als Täter den siebzehnjährigen arbeitsscheuen Walter Werner fest, der der ganzen Stadt als Unhold bekannt ist. Der Bursche behauptet, von keiner Seite zu dieser Tat aufgestachelt worden zu sein. Tübingen. (Neuwahl.) Aus der am 26. Januar in Stuttgart stattgefundenen ersten Tagung der ncugewählten Abgeordneten der Israelitischen Landesvcrsammlung Württembergs wurde der seitherige 1. Vizepräsident Herr Dr. S. Hayum, Rechtsanwalt in Tübingen, znm Präsidenten gewählt. * Aus der Bewegung ★ Aachen. (R e z i t a t i on s a dend.) Am Sonnabend, den 25. Januar 1930, hatte die Ortsgruppe Aachen den 2. Abend ihres aus 6 Veranstaltungen vorgesehenen Wintcrprogramms. Zum Beginn übergab der bisherige Vorsitzende der Ortsgruppe, Herr Rabbiner Dr. Schönberger, den Vorsitz Herrn Dberkantor Alt, der in den Bc grüßungsworten darauf hinwies, daß das diesjährige Winterprogramm eher ein solches eines Vereins sür jüdische Geschichte und Literatur sei als das einer Ortsgruppe der liberalen Vereinigung. Jedoch habe sich der neue Vorstand bewußt auf den Standpunkt gestellt, daß es wichtiger sei, in positivem Sinne religiöse und geistige Anregungen zu geben, als politische Kampfvorträge zu veranstalten. — In Verfolg dieser allgemeinen Programmlinie bot dann die Rezitationskünstlerin Frau Edith Herrnstadt-Oettingen, Berlin, einen Ausschnitt aus dem Schaffen zeitgenössischer jüdischer Dichter. Es kamen zum Vortrag Werke von Pcrez, Sammy Gronemann, Tavin Schönberger und Lion Feuchtwanger. Neben den andern machte insbesondere der Bor trag eines größeren Abschnitts aus dem Roman „Jud Süß" des letztgenannten Dichters infolge der erschütternden und bedeutenden Tar stellung der Künstlerin einen gewaltigen Eindruck auf die Zuhörer. Noch unter dem tiefen Eindruck des Gehörten stehend, wies Oberkantor Alt in seinem Schlußwort daraus hin, daß, wenn Kunst der schöpferische Ausdruck einer Persönlichkeit ist, dieser Abend ein doppeltes Kunsterlebnis war, indem wir den Ausdruck der Dichterpersönlich-- Seiten und den einer beglückenden, kongenialen Interpretin erlebten. Wir hoffen, Frau Edith Herrnstadt Oettingen recht bald bei uns wiederzusehen. Dortmund. (Um was geht es bei unseren R e p r ä s e n t a n t e n wa h l c n?) Am 8. Januar sprach der Generalsekretär der Vereinigung für das liberale Judentum, Herr George Goetz, Berlin, in unserer Ortsgruppe über das Thema: „Um was geht es bei unseren Repräsentantcnwahlen?" — Er verstand es, die Materie ihrer Kleinlichkeit zu entkleiden und in die Erörterung des Prinzipielle» einzu treten. Nachdem er den Nachweis geführt, daß »veder orthodoxe noch zionistische Einstellung zur Erhaltung der Rcligionsgemeindc dient, (denn alles Welthafte kann sich nur durch Bcivegung erhalten und der Gott des Judentums ist Menschheitsgott und nicht der Schutzzoll eines Volkes und eines Landes), zeichnete er die Ausgaben einer Gemeindeverwaltung vom liberalen Standpunkte aus. Ter Liberalismus in Deutschland hat eine große positive Aus gäbe: Es gilt, den Ausgleich zu schassen zwischen den traditionsbeschwerten Massen im Osten und dem gänzlich neuen jüdischen Leben im Westen mit seinen neuen Formen. — Tie Tradition muß nutzbar und rcligionSsruchtbar werden: Mensche», die bewußt vom alten abrücken, dem Judentum wieder lebendig zugeführt werde» — Jeder namhaften Gruppe, auch tvcnn sie radikal liberal wäre., muß die Gemeinde gerecht iverden. lieber das Bloßkultijche hinaus muß das Dritte geschehen: die Forderung nach der Lebensnahe der Religion. Es gilt Stellung zu nehmen zu den große» Zeitproblemc». ", Nicht antisemitische Exzesse sind das Schlimmste, sondern der In difserentismus als Folge der Lelu-nsabgewandtheil der Gemeinde ist das Vernichtendste im Judentum. — Ihm gilt es zu begegnen, durch Lebensnahe aufbauend schaffen. Darum muß die Gemeinde uns bleiben, nicht aus Machtgelüsten und um andere zu tyrannisieren (auch ihre Rechte sollen gewahrt bleiben), sondcni um das Judentum zu erhalten und auszubauen. — Reicher Beifall lohnte die gehaltvollen Ausführungen. Aus der Jli-Bewegung VeravtworS.: ArdeitLgemrinfchaft jüdifch-ttberaler Jugeudveretne Deutschland» t Vorsitzender: Dr. Hugo Hoffmauu, Arankfurt a. Htata Das Ili-Zusammensein während der Hauptversammlung in Breslau Tie bedeutsame .Hauptversammlung der Bereinigung für das liberale Judentum ist vorüber. An anderer Stelle wird über sie berichtet. Tie auf der Tagung stark vertretenen Jlis ließen sich, die Gelegenheit nicht nehmen, ein gemeinsames Beisammensein zu veranstalten. Diese begann denn in Ermangelung einer anderen Möglichkeit zu mitternächtlicher Stunde des ersten Berhandlungstages. Wer da immer noch glaubt, den Vorwurf erheben zu dürfen, die religiös-liberale Jugend sei nicht lebendig genug, den mußte dieser Abend, besser: Morgen eines besseren belehren. Was hier, in diesem Kreis von 70 bis 80 jungen Menschen aus allen Gegenden des Reiches, an Begeisterung und ArLeitsbereitschast, was hier Mi aufrichtiger Liebe zur Sache zum Ausdruck kam, nur schwer läßt es sich mit Worten erfassen. Seit unserer Magdeburger Telegiertentagung geht es ständig bergauf. Welch feine Differenzierung der Meinungen, und doch wiederum, welche Einmütigkeit, Geschlossenheit und Klarheit bestimmte die Haltung jedes einzelnen. Ter Grundton und darin liegt das Entscheidende - wurde bestimmt durch den Willen, die Gedanken des liberalen Judentums hineinzutragen in die Masse der jüdischen Jugend, ihn zu weitester Auswirkung kommen zu lassen unter denen, die bisher aus den verschiedensten Gründen nicht zu einer klaren Erkenntnis gelangen konnten. Mochten unsere Jlifreunde aus Berlin, Frankfurt oder Magdeburg, aus Ratibor und Liegnitz, aus Oppeln oder Breslau zu Worte kommen, bei allen zeigte sich, daß der Geist der Gemeinschaft die Jlis beherrscht. Tie Freundschaftsstimmung und enge Verbundenheit der Jlis untereinander fand schon ihren Ausdruck .in den Begrüßungswort'en von Wolfs Tavidsohn-Breslau und Tr. Hugo Hofsmann-Frankfurt a. M., die aus die herzlichen Beziehungen zwischen den einzelnen Jlis hinwiesen und den Sinn des Zusammenseins skizzierten. Unter Leitung Tr. Hoffmanns wurden bis in den frühen Morgen hinen die uns im Augenblick praktisch am meisten bewegenden Fragen besprochen. Ter Sitzung wohnten längere Zeit Redakteur Woyda und Generalsekretär Goetz bei, wodurch das gute Einvernehmen zwischen Jüdisch-liberaler Zeitung, Vereinigung und Jli Bewegung sichtbaren Ausdruck Vereinsnachrichten Ter diesjährige Ball der „Ose" Gesellschaft sür Gcsrrndheüs schütz der Inden findet am Sonnabend, de» 15>. Februar, in de» Festräumen des Hotel Adlon statt. Am Sonntag, den 9. ds. Mts., m» 11 > .» Uhr vormittags, findet im Theater in der Küniggrätzer Straße eine Matinee zu Gunsten der Gesellschaft sür Gesundheitsschutz der Juden „Ose" statt. Zur Aufführung gelangt Schnitzlers Komödie „Professor Bemhardi", mit Fritz Kortner in der Titelrolle und Mamlock, Bressart, Salsner, Georg Schnell, Erwin Kalser. Walter Jansen, Ernst Stahl-Nachbarn:. Tie Regie führt Direktor Barnoivsky. Tie Theaterleitnng und die Künstler haben sich in zuvorkommendster Weise in die Dienste der „Ose" gestellt. Karten sür die Vorstellung (die Preise sind nicht erhöht ' sind im Büro der „Ose", Frobenstraßc 4, Tel. Lützow 1531, mährend der Bürostunden von 10—f> Nhr erhältlich. Verein Synagoge Lindenstratze. Tienstag, den II. Februar, 20 Uhr, im großen Saale der Odd-Fellotv-Loge, Alte Jakobstraße 128, Lichtbilder-Vortrag des Herrn Robert Hirschseld, Schuldezernort der Berliner Jüdischen Gemeinde, „Aus alter und neuer Zeit" (Syua gogenbautcn und Kultusgegcnstände). Anschließend geselliges Bei sammensein. Gäste willkommen. Tie „Vereinigung Berliner Synagogenchöre" vcranstalict unter Leitung ihres Dirigenten Alexander Weinbauin am Mittwoch, den 12. Februar, abends 8 Uhr, im großen Saal der Hochschule sür Musik ein Konzert mit hebräischen und deutschen Synagogal und geistlichen Kompositionen. Zur Urausführung gelangt Psalm I von Arno Nadel mit Orgel und Harfe, zur Erstausführung kn Berlin die vor einiger Zeit vom Domchor in München in deutscher Sprache uraufgeführte „Hymne" des Münchener Komponisten Heinrich Schalit. Sowohl Psalm 1 lvic die „Hymne" singt der Choc in hebräischer Sprache. Obcrkantor Leo Gollanin steuert synagogale Stücke bei, während das Mitglied der Städt. Oper Wilhelm Guttmann 3 Bet- und Bußgesängc zu Gehör bringt. Hilda Lind singt die dem Schlußchor aus dem Oratorium „Moses" vorangehende Arie des Engels und Alfred Wittenberg wird Violinwerke jüdischer Komponisten spielen. Eintrittskarten zu 1, 3 und 2 Mark bei Bote § Bock, Wertheim, den Kastellanen der Synagogen und an der Abendkasse. I fand. Im Mittelpunkt des Abends stund die Aussprache! über Zeit, Ort und Ausgestaltung des kommendeit großem j Jlitreffens und der Telegiertentagung. Zu unserer großen Freude erklärte sich unser Freund, Herr Rabbiner Tr. Albert Wols-Tresden, bereit, von sich aus alles zur Ermöglichung des Treffens an seiner Wirkungsstätte Dresden zu tun. Tr. Wolf bekundete uns hierbei in bewegten Worten des Rückblicks und der Ausschau seine rege, geistige Verbundenheit mit der jüdisch-liberalen Jugend. Ziemlich lebhaft gestaltete sich die Erörterung eines geeigneten Zeitpunktes. Hier bleibt allerdings die endgültige Entscheidung dem Vorstand der „Arge" Vorbehalten, doch bewies gerade diese Gelegenheit die große innere Anteilnahme jedes einzelnen Jlifreundes an den Geschehnissen unserer Jli-Arbeit. Erwähnt zu werden verdient eine sehr beifällig ausgenommene Anregung, die uns ein Mannheimer Freund gab. Danach sollen künftig, soweit kein Jli am Orte besteht, die Ortsgruppen der Ver einigung sür das liberale Judentum ihnen angehörende junge Menschen zu den Jli-Tagungen entsenden. Man bestimmte an diesem Abend u. a. auch den Vertreter der „Arge" im Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände. Ueberschauen wir die Stunden unseres Jli-Zusammenseins, so können wir mit der Feststellung schließen, daß diesmal in ganz beson derem Maße eine Festigung der Freundschaft zwischen den einzelnen wie zwischen den Jlis erfolgte, und daß darüber hinaus unsere gesamte Jli Bewegung einen mächtigen An trieb mlpfangen hat. Erich Vulkan, Jli-Breslau. ★ Das Ai-Programm Berlin. Pankow-Osten. Donnerstag, den 6. Februar, bei Manfred Schwarz, NW 23, Jagowstratzr 43. Thema: Sokrates. Olioa-Reucharlottenburg: Dienstag, den II. Februar, 8 Uhr, bei Claus Singer, NW. 23, Levetzowstraße 38. Hermsdorf, Kruppe 3: Sonnabend, den 8. Februar, 7.30 Uhr abends. Thema: Mefstanische Idee. Südende. Sonnabend, den 8. Februar, nachmittags, bei Rosemarie Deutschland, Steglitz, Heinrich Seydelstraße 6. Steglitz. Heimabend am Sonntag, den 9. Februar, um II Uhr vormittags, bei Lotte Löwenstein, Steglitz, Albrcchtstraßc 118. Thema: Pazifismus. Gemeinsame Fahrt der Kruppen Pankow-Osten, Oliva-Neu-Charlottenburg, Potsdam und der Aeltcrengruppe am Sonntag, den 9. Februar. Treffen: 9 Uhr Bahnhof Aleranderplatz. Um 10 Uhr mit den Potsdamern vor dem Bahnhof in Potsdam. Alle, die auf Fahrpreisermäßigung fahren wollen, werden gebeten, sich bis zum 8. Februar, möglichst nicht telephonisch, bei Irma Kindermann, NO. 55, AUensteiner Straße 11, anzumclden. Späteres Znsteigen möglich. Zuge ab Bahnhos Aleranderplatz 9.12, Bahnhof Charlottcnburg 9.30 Uhr. Aeltercngruppe: Dienstag, den 11. Februar, bei Werner v. d. Zyl. NW., Brückenallee 5. Thema: Fleg, Warum ich Jude bin. Breslau. Hauptgruppe: Mittwoch, den 12. Februar, 20.30 Uhr, in der Religionsschule II, Anger 8, zweiter Eingang: Ausspracheabend: Die Bedeutung der liberalen Tagung sür unseren weiteren Weg. Jüngeren- Gruppe: Donnerstag, den 6. Februar, 16.30 Uhr, Restaurant Schaal, Tauentzienstraße 12: Aus Werken von Tagore. Frankfurt tu R. Dienstag, den 11. Februar, 20.45 Uhr, Westendsynagvge, Heimabend, Rabbiner Dr. Seligmann: „Rationalismus, Unioersalismns «nd Judentum". Dienstag, den 18. Februar, 20.45 Uhr, Westendsynagoge, Heimabend, Zeitungsschan und aktuelle Tagesfragen. Jugendgruppe: Samstag, 8. Februar, bei Rabbiner Dr. Kottschalk, Humboldtstraße 56: „Die Sprüche der Bäter". Liegnitz. Jugrndabend, Montag, den 10. Februar, 20 Uhr, in den Räumen der Silefialoge. Bäckerstraße. Tie bei uns eingegangenen Berichte ans den Jüdischliberalen Jugendveremen (Jlis veröffentlichen wir in der nächsten Nummer..