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Jüdisch-liberale Zeitung · 1930-01-30 · 5 (30.1.1930) · page 8

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
10 (1930)
Issue
5 (30.1.1930)
Date
1930-01-30
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Wir halten auf Grünwissenschaftlicher Nachweise daran fest, daß das Schachten jede Tierquälerei ausschließt. Wir haben uns dennoch mit allem Nachdruck dafür eingesetzt, eine mit den rituellen Vorschriften vereinbare Bctäubimgsmcthode zu gewinnen, über deren Zulässigkeit unsere religiösen Instanzen zu entscheiden haben. Wir werden die Prüfung der Frage ernstlich fortsetzen, »vir nehmen aber in Anspruch, daß uns die hierfür nötige Zeit gegeben wird. Wir haben das Vertrauen, daß der Bayerische Staat, der sich den Schutz der Gewissensfreiheit stets in besonderem Maße angelegen sein lassen und den Bedürfnissen der israelitischen Glaubensgemeinschaft jederzeit Rechnung getragen hat, in der Zeit größter allgemeinen Rot die Kräfte des Landes nicht abstößt, sondern sammelt zuw Wohle des Vaterlandes. Dr. Neumeyer, Dr. Silberschmidk, Tr. Freudenthal, Tr. Stein." Oldenburg. (Tagung des Vorsteher-Bundes der jüdischen Gemeinden Nord west Deutschlands.) Die dritte Tagung des Vorsteher-Bundes der jüdischen Gemeinden Nordwest-Deutschlands wurde am Sonntag, den 19. Januar, um loy« Uhr, in Oldenburg im großen Saal des Hotel „Graf Anton Günther" in Anivcsenheit von 35 Gcmeindevcrtretcrn aus den Bezirken Ost friesland, Oldenburg, Rcg.-Bez. Stade und Bremen eröffnet. Nach dem der Vorsitzende, Herr Max Markreich Bremen, in seinen Be grüßungsworten auf die mißliche Wirtschaftslage des jüdischen Mittelstandes, ihre Auswirkung auf die Gemeinden und die dadurch bedingte Notwendigkeit - zur baldigen Schaffung des Reichsverbandes der jüdischen Gemeinden hingewiesen hatte, gedachte er insbesondere der katastrophalen Lage der jüdischen Landesgemeindc Oldenburg, >vo genau vor 100 Jahren Samson Raphael Hirsch sein erstes rabbinisches Amt angetreten, tvo er gewirkt und sein« „19 Briefe über Judentum" und das Werk „Ehorew, Versuche über Jisroels Pflichten in der Zerstreuung" geschrieben habe. Der Tätigkeitsbericht behandelte interne und gemeinsame Angelegenheiten der Bundesgemeinden, wobei auch die Wirksamkeit der großen jüdischen Verbände und Organisationen gestreift und deren tatkräftige Unterstützung anempsohlen wurde. An der Gerleraldebatte beteiligter: sich Vertreter aus allen Bezirken. Nach der Rechnungsadlegung und Entlastungserteilung genehmigte die Versammlung den Voranschlag für 1930 und nahm die Wiederwahl der bisherigen Mitglieder des Verwaltungs-Ausschusses vor. Ueber das Thema „Hebung des Gottesdienstes" referierte Herr Jacob Wolsf-Vegesack. In der Debatte trat immer wieder der Wunsch zu Tage, Mittel und Wege zu finden, die Jugend für die regelmäßige Teilnahme am Gottesdienst zu interessieren; ferner wurde angeregt, die Gemeinden möchten sich nicht nur mit Schochtim gegenseitig aushelfen, vielmehr seien auch die Rabbiner und Kantoren zu veranlassen, gastweise in anderen Gemeinden zu fungieren, um dadurch den Besuch des Gottesdienstes heben zu helfen. Das Referat „Austritte aus den Gemeinden" behandelte Herr S. Auerhann- Dclmenhorst. Allein in der Landesgemeinde Oldenburg seien, so führte er aus, seit 1924 insgesamt 26 Austritte aus den Gemeinden (in Oldenburg identisch mit Austritt aus dem Judentzum) vorgekommen. Zur Beilegung von Gemeindesteuer-Differenzen wurde beschlossen, von Fall zu Fall drei Persönlichkeiten zu bestimmen. deren Aufgabe es sei, Austrütscrklarungen rückgängig zu machen. Die übrigen Punkte der Tagesordnung wurden zwecks Behandlung aus der folgenden Tagung abgcsetzt, die für das nächste Vierteljahr nach Leer einzuberufen ist. Im Anschluß an das gemeinsame Fischessen fand im Interesse der Oldenburger Landesgemeindc eine Beratung mit den Mitgliedern des Landesgemeinderatcs und des Landesausschusses statt, zu der sich fast alle nordwestdeutschen Vorsteher einfanden. Die Besprechung, tvelche vertraulichen Charakter trug, führte zur Bildung einer Spezialkommission, die sich mit der Lösung der Oldenburg-Frage weiter befassen wird. Wiesbaden. (6 0jähriges Amtsjubiläum.) Ravbincr Dr. Leo Kahn beging dieser Tage unter starker Beteiligung der Wiesbadener Gemeinde sein 60 jähriges Jubiläum als Seelsorger der altisraelitischcn Gemeinde. Seit 5 Jahren lebt der Jubilar im Ruhe stand, bildet aber noch in geistiger Regsamkeit den Mittelpunkt seiner Gemeinde, die voll Verehrung urrd Dankbarkeit zu ihrem geistigen Führer emporschaut, der über 50 Jahre segensreich für die religiösen Interessen gewirkt hat. Trotz der von ihm in Bescheidenheit abgelehnten Ehrungen beschloß der Gemeindevorstand, zugunsten der Arbeitszentrale und einer jüdischen Bibliothek eine Sammlung, die den Namen oes Jubilars tragen soll, in die Wege zu leiten. Bei der schlichten Feier, die während des Sabbatgottesdienstes zu Ehren derüstigen Greises stattfand, würdigte Rabbiner Dr. Ansbacher dir Verdienste des Jubilars um Synagoge und religiöses Leben. Stadt rabbiner Dr. Lazarus überbrachte die Wünsche der .Hauptgemeindc. Ein Festessen vereinigte Freunde und Verehrer des Jubilars;» einiger,, gemütlichen Stunden. S o n n a b^e n d, den 1. Februar l 9 3 0: Vormittags 9'|s Uhr: Festgottesdienft in der Neuen Synagoge, Festpredigt: Herr Gemeinderabbiner Dr. Hermann Vogelstein Nachmittags 4 Uhr: Gesamtvorstandssitzung Nachmittags 5 Uhr: Hauptversammlung l geschäftliche Sitzung der Delegierten) Tagesordnung: 1. Eröffnung und Ansprache des Vorsitzenden, Herrn Rechtsanwalt Heinrich Stern (Berlin) 2. Geschäftsbericht des Generalsekretärs, Herrn George Goetz (Berlin) 3. Finanzbericht 4. Entlastung des Vorstandes 5. Neuwahl des Gesamtvorstandes 6. Neufestsetzung des Beitrages 7. Generalaussprache 8. Anträge und Verschiedenes (Es ist für abends eine Pause vorgesehen, in der eine kalte Tafel ausgestellt werden toll.) Sonntag, den 2. Februar 1930: 2. Tag der Hauptversammlung (Dieser Teil der Tagung ist öffentlich; Gäste als Zuhörer daher wilko««e».) Vormittags 10 Uhr: Eröffnung; anschließend 1. Hauptreferat: „Das Judentum als Weltreligion", Rabbiner Dr. Cäsar Seligmann (Frankfurt a. M.) 2. Diskussion Mittags 1 Uhr: Genieinschastliches Mittagessen. Nachmittags 3 Uhr: Konstituierende Sitzung des neugewähtten Gesamtvorstandes. Nachmittags 3S|4 Uhr: Fortsetzung der öffentlichen Diskussion des Vormittags und, sofern erforderlich, der geschloffenen Sitzung des Vorabends. Abends 8% Uhr: Große öffentliche Kundgebung des „Liberalen Vereins der Synagogen-Gemeinde Breslau" im großen Saal der „Neuen Börse", Graupenstraße. Bortrag Rabbiner Dr. Arnold Lazarus-Frankfurt a. M.: „Untergang oder Erneuerung" Außerdem werden sprechen: The Hon. Sill) H. Montagu-Lo>idan und Rabbi Dr. I. F. Mottuck, Prediger der Liberalen Synagoge London. Anschließend Tee-Abend. Teekarten zu RM. 1.50 sind im Börsenkeüer beim Oekonom, Kastellan der Lessing-Loge und in ter Bücherdiele, Kaiser-Wilhelm-Straße zu haben. Es wird gebeten, diese Karten möglichst rechtzeitig zu besorgen. Außer der Großen öffentlichen Kundgebung am 2. Februar 1930, abends 8.30 Uhr, finden sämtliche Veran^ staltungen in der „Spinozaloge", Reichspräsidentenplatz 9, statt. Bereinigung für das liberale Judentum E B. Der Borstand Z. A.: Heinrich Stern, Rechtsanwcül Vorsitzender Ginladung im* ordentlichen Hauptversammlung am l. und 2. Februar 1930 in Krrslau

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