Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 10 (1930)
- Issue
- 4 (22.1.1930)
- Date
- 1930-01-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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1'111 "U pvp||Plf . ü^Hipu^MVH hinreißenden Lebensroman eines jungen Menschen aufgezeigt, der an seiner alten Kinderfrau Barbara seinen Halt findet, die mit ihrer schlichten Frömmigkeit das Schutzbild seiner Kindheit, ja seines ganzen Lebens ist. „Barbaras Seele ruhte ahnungslos in der Religion, wie ein Tier des Waldes, ein Vogel der Luft ahnungslos in seinem Element lebt. Wie diese Wesen in einer den Menschen unfaßbaren Weise naturnah sind, so war Barbara gottnahe. Die Nähe aber zeigte sich in keinerlei heiligem Gehaben, nicht in frommen Anrufungen und Gebeten, oder gar in einer leidenschaftlichen Kirchlichkeit, sie zeigte sich in einer tiefen und gleichmäßigen Ruhe, die Barbaras Lebenszustand war. Sie entfloß einem seligen Aufgehobenheitsgefühl, dem seinerseits wieder Barbaras Arbeitsfreude, ihre Anhänglichkeit und Liebe entfloß.“ (S. 42.) Dieses starke und natürliche religiöse Gefühl strömt in den jungen Ferdinand R. ein und trägt ihn sicher durch die Jahre der Kindheit und der Reife. Der Sohn eines altösterreichischen Offiziers, hatte er im Alter von 6 Jahren Vater und Mutter verloren. Barbara ersetzt ihm beide. Auch wenn sie fern von ihm weilt, fühlt er sie sich nahe. Sie lebt nur für ihn, sie arbeitet nur für ihn und spart ihren letzten in hartem Dienst gewonnenen Groschen nur für ihn auf. Sie fährt 3 Tage lang, um den im Kriege schwer Verwundeten in Lemberg zu besuchen und sieben Tage lang an seinem Krankenlager zu weilen, bis sich die sicheren Anzeichen der kommenden Genesung zeigen. In dieser nie wankenden, unerschütterlichen Treue offenbart sich ihre unreflektierte Frömmigkeit. f Neben diesen beiden Hauptfiguren begegnen uns mancherlei Gestalten, wie sie eben die Kriegs- und Nachkriegszeit an die Oberfläche gespült hat, Menschen tiefsten Empfindungslebens, aber auch Geistbesessene, die sich zur Rolle des Weltbeglückers berufen wähnen. Unter anderen zwei Juden, typische Wiener, die besten Freunde Ferdinands, Repräsentanten jüdischer Hilfsbereitschaft und selbstlosester Menschenliebe: Alfred Engländer, der von dem großen Frieden zwischen Israel und Christus, von einem Bunde zwischen Judentum und Christentum träumt und als „Bischof aller christusgläubigen Juden“ in geistige Umnachtung versinkt, und Ronald Weiß, ein Journalist, „ein leicht beweglicher Mann des Talents, gutmütig, ja weich im Grunde seiner Seele, jedoch von dem ungezügelten Trieb besessen, eine glänzende Rolle zu spielen, wenn auch nur eine Rolle“. ln seinem neuen Roman zeigt Werfel wiederum seine Meisterschaft in der Eleganz des Stils, in der Zergliederung des menschlichen Seelenlebens, in der Aufspürung der geheimsten Gründe und Abgründe menschlichen Handelns wie in der tiefen Erfassung und Deutung aktueller Kultur- und Gesellschaftsprobleme. Das Buch bedarf darum keiner Empfehlung. Es empfiehlt sieh selbst und wird mit Sicherheit seinen großen Leserkreis gewinnen. Prof. Dr. (i o 1 i n s k y. Aus der Ai-Bewegung Verantwort!.: Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Zugeudvereine Deutschland» Varfitzender r Dr. Hugo Hoffman«. Frankfurt a. Main >»»♦»♦♦♦♦♦♦< ♦»•»t Aus der Zli-Arbeit Berlin. (Jli Fest.) Es war etwas Selbstverständliches, daß unser diesjähriges Jli-Fest am Sonntag, den 5. Januar 19.30, einen ernsteren Charakter hatte; da uns allen der Tod von Ludwig Lewin zu deutlich vor Augen steht. Es konnte sich bei diesem Fest auch nicht so sehr um die äußere Wirkung handeln, vielmehr kam cs uns darauf an, das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den einzelnen Grup pen wieder zu stärken. Diesen Oedanken gab Manfred Schwarz auch in seiner Be grüßungsvede Ausdruck. Werner Basch leitete die Veranstaltung mit dem Nocturnes fis dur von Chopin ein. Ats Zweites spielte er das Scherzo aus der fisdur-Sonate von Brahms. Die Gruppe .Hermsdorf sang, unter der Leitung von Arthur Loewcnstein, zwei Psalinen. Jeanne Bornstein, die sich uns in liebenswürdiger Weise zur Ver ftigung gestellt hatte, rezitierte aus dem Ghetto-Buch von Morris Rosenfeld zwei Gedichte. An der Aufführung von „T r a u m u l u 6" von Arno Holz waren die Gruppen Pankow, Osten, Oliva und die Aelteren Gruppe beteiligt. Außer Jeanne Bornstein spielten noch Martin Lcwy, Helmuth Altmann und Bernhard Behrens, alle drei aus dem Auerdachschen Waisenhaus, mit. Bruno Sommerfeld, der als Dramaturg und Regisseur gclviß feine leichte Ausgabe hatte, bewies viel Geschick und Verständnis, und verhalf so der Aufführung zu einem vollen Erfolg. Bon den Mit spielern seien besonders Martin Glaß, der die tragische Rolle des Traumulus spielte, und Gerhard Kausfmann, als Landrat, hervorgehoben. Gut gelungen war auch jene Schülerszene mit ihrer drama tischen Steigerung, die mehr an eine „Revolte im ErzichungshauS", als an ein jugendbewegteS-PhilosophischeS Bibelkränzchen (ein ab und zu auftauchender Vorwurf) erinnerte. Brerla«. ((Jüdisch-kibcralerJugendverein „Abraham Geiger".) In einer gemeinsamen Veranstaltung unserer Haupt- und Jüngeren-Gruppe sprach am 15. Januar Frau Dr. Else Meißner über: „Von Barbusse bis Remarque (Ueber die Kriegsbücher)". Es ist schwer das wiederzugeben, was uns dieser Abend gab. In feinen wundervoll prägnanten Worten ver/tand es die Vortragende, aus den Büchern über und aus dem Kriege das große Grauen und den Wahnsinn solchen Blutbades plastisch zur Gestaltung zu bringen. Bon dem Gedanken ausgehend, daß die Dichter in ihren Werken ein Echo des Weltgeschehens und darum auch des Kriegsgeschehens sind, betrachtete die Vortragende die Kriegsliteratur. Teils wird von den Dichtern die Zeit vor, teils nach und in dem Kriege gezeigt. Die Eigenheiten eines Gläser, Heinrich Mann, eines Kraus und Barbusse tverden — auch in ihrer künstlerischen Bewertung --- deutlich erkennbar. Immer wieder ist es letzten Endes dasselbe, die Abscheu vor dem großen Schreckgespenst: Krieg, das sie zum Dichten veranlaßt. Erschütternd die Stellen, die die Vortragende vergleichsweise aus der expressionistischen Lyrik, und weiter noch aus Thomas Manns, aus Renns und aus Remarques Schaffen gibt. Remarque erscheint ihr, wenn nicht als erstklassiges Kunstwerk, so doch als das Dokument eines edlen deutschen Menschen. Eine innere Wahrhaftigkeit spreche aus seinem Werke.. Und auch die Begabung, das Wesentliche in einfachen Worten zu sagen. Er zeigt den Krieg, sowie die Abstumpfung der Seele und den HcrzenStod in dem grausamen schehen. Remarques Buch ist im Gegensatz zu Renns Werk lein bloßer Tatsachenbericht, vielmehr sehen mir gestaltete Tatsachen. Gegen früher unterscheiden sich alle dadurch, daß sie die angebliche Romantik des Krieges herabgerissen haben. Zum Schluß zeigte die Vortra tzende, daß die wahrhaft Großen aller Zeiten gegen den Krieg waren. Wirklich von Herzen kam der große Beifall des großen Zuhörer kreises, der der Vortragenden für die alle zu ernster Besinnung mahnenden Worte dankte. V. Frankfurt a. M. (I i i - I u g c n d g r u p p k.) Am 5. Januar machte die Jugendgruppe vermehrt um Mädels daS erste Mal einen Ausflug. Von der Höhe-Mark gingen mir in vergnügter Unterhaltung den Panoramaweg, dann über die Mouson Schneise nach dem Sandplacken. Dann zogen wir, Mandarinen essend, nach dem Schülerheim des Goethe-Gymnasiums über die Siegsriedstraße. In der Nähe war eine kleine Photographie-Pause. Von hier führte uns Rene Metz eine Waldschncisc und dann einen ettvaS feuchtfröhlichen Weg nach dem Roten Kreuz. Hier war Mittagspause. Wir ließen uns die Kraftbrühe (die Kraft hatte man anscheinend vergessen) mit Fadennudeln gut schmecken. Nachdem dann die üblichen Postkarten an Herrn Dr. Hossmaun und verschiedene Großmütter losgelassen tvarcn, gingS nach dem Sattel und von dort im kleinen Tauerlauf nach dem Fuchstanz und schließlich nach Kronberg, von wo die Rückfahrt angetreten wurde. R. M. Frankfurt a. M. (Judentum und Sozialismus.) Ju der Folge unseres Winterprogramms „Judentum und die Probleme der Gegenwart" sprach am 14. Januar Herr Rabbiner Dr. Salzb e r g e r über „Judentum und Sozialismus". Der Referent begann seine Ausführungen mit den Worten: „Du sollst den Fremdling nicht unterdrücken, denn Du selbst warst fremd im Laude Aegypten." Oder, tvcnn man unser Bibelwort anSlegen will: „Urteile und verurteile nie, bevor Du Dich iu die Seele des Andern versetzt hast." In diesem Zusammenhang kam er aus die Arbeitslosen zu sprechen. Man müsse sie bewundern, diese Menschen, die den Willen zur Arbeit haben, aber untätig dastchen müssen. Er weist ferner auf die Armen hin. In den Häusern der Reichen werden Feste gefeiert, Diener lausen umher, Autos fahren an, Gäste in wunderbaren Toiletten kommen an. Sicher wird ein Mahl aufgetischt, wie es nie einer von den Armen, die draußen am Gitter stehen, gesehen hat. Und der Haß steigt in ihnen aus, muß in denen aussteigen, die kaum das tägliche Brot haben. Wir müssen sic bewundern, daß sie sich so beherrschen und nur durch irgend ein Schimpf wort ihrem Empfinden Ausdruck verleihen. Und auf diese Beispiele hin fragt nun Sym Dr. Salzbcrger: „Wer gibt dem Reichen das Recht, reich, dem Armen das Los, arm zu sein?" Man darf hier nicht mit der billigen Phrase kommen: der Arme sei, wenn er mit dem, was er hat, zufrieden ist, glücklicher, als der Reiche mit seinem vielen Geld. Man sage auch nicht, Reich tum mache nicht glücklich. Der Verdienst des Reichen ist groß, das Verdienst aber sehr gering! Man versetze sich in die Seele der Armen, und dann gehe man dazu über, sozial zu handeln. Im Neuen Testament befindet sich der Satz: „Wer hat, dem wird gegeben, daß er die Fülle habe!" Muß das sein?! Tie französische Revolution, die Sklavenkriege, alles das ist auch durch diese Frage bedingt: „Muß das sein?" Nach dem Kriege kam der Umsturz. Was unten tvar, kam herauf, tvas oben ivar, mußte hin unter. War aber deshalb an der ganzen Ordnung ettvaS geändert? Nein, im Gegenteil, die Armen, die hcraufgekommen waren, trieben es schlimmer, als die Reichen vorher. Es gibt vier Auffassungsarten gegenüber der Verteilung des Besitzes: 1. Was mein ist, ist mein, was Dein ist, ist Dein! Dies ist die Ansicht des Durchschnittsmenschen, und die Sodoms, sagt der Referent, nach biblischem Kommentar. 2. Was mein ist, ist Dein, was Dein ist, ist mein; die Ansicht des Ungebildeten. 3. Was Dein ist, ist Dein, was mein ist, ist Dein; die Ansicht des Gütigen. 1. WaS mein ist, ist mein, was Dein ist, ist mein: die Ansicht des Frevlers. Die 3. und 4. Ansicht kommen für unsere Frage nicht in Betracht. Die eine Methode ist die der Mönche und Asketen, die andere des Menschen, der alles an sich reißen Ivill. Die 1. Methode, „was mein ist, ist mein, was Dein ist, Dein", ist die bequemste Lösung vom Standpunkt des Besitzenden aus. Ter Er klarer der Bibel, der gesagt hat, es ist die Ansicht Sodoms, also des Verderbs, der muß schon einen Kapitalismus vorausgeahnt haben. Denn wer besitzt, kann gut behalten, wer aber nichts besitzt, der Anne, was soll er denn behalten? So wäre die l. Methode die des Kapitalismus. Tie 2.. Ansicht wäre die des Kommunisten. „Was mein ist, ist Dein, was Dein ist, ist mein." Sic bedeutet Allgemeingut ohne Ausnahme. Das Judentunr lehnt diesen Kommunismus ab, es begünstigt den Einzelbesih! Bor allem drängt sich uns aber die Frage aus: „Was gebührt mir eigentlich, was ist mein rechtmäßig erworbener Besitz? Ist Glücksgewinn durch Spekulation oder Lotterie ein aerechtfertigter Besitz?" Nur durch Arbeit verdient iin 2 fachem Sinne) der Mensch seinen Besitz! In der Bibel steht: 6 Tage sollst du arbeiten, am 7. ruhen. Und die Arbeit wie die Ruhe wird durch die Gemeinsamkeit mit dem Knecht geadelt! Es heißt leider bei uns immer, Besitz ist Macht: wer die Macht hat, ist im Recht. Im Judentum heißt- „Melocho" „Arbeit" und „Besitz" als gleiche Uebersetzung! Man teilt den Besitz in Grundeigentum und b e »v e g l ich es Eigentum, d. h. das vom Menschen selbst geschaffene'. Wem gehört nun der Boden? Wir sagen, er gehört Gott! Denn es heißt: „Zum Leben gab .Gott uns den Boden!" Der wichtigste Besitz, der zu vergeben war, war der Grundbesitz. Der Boden wurde von einem dem andern verkauft, und so entstand schon in alter Zeit der wirtschaftliche Unterschied. Im Judentum waren aber solgende Gesetze, damit nicht einer Großgrundbesitzer wurde, der andere gar nichts hatte: Im 7. Jahr lag der Boden brach; was wuchs, kam dem ganzen Volk zugute. Im 50. Jahr aber war aller Boden frei und ging zu seinem früheren Besitzer zurück. Es war also für den Ausgleich des Besitzes gesorgt. Ein Feld darf nur einmal gepflügt werden; lvnS zurückbleibt, ist für die Armen. Ter Kapitalbcsitz ist nur so weit beschränkt, daß man z. B. für an einen Armen verliehenes Gelb keinen Zins verlangen darf. Zum Schluß seiner Ausführungen betont Herr Rabbiner Dr. Salzbcrger, daß man auf keinen Fall sämtliche sozialen Gesetze der Bibel auf unsere Zeit übertragen kann. Die Verhältnisse sind bei unS ganz anders. Israel tvar ein Agrariervolk, und dafür waren die Gesetze gemacht. Aber Tatsache ist, daß Israel das einzige Volk war, das keine Klassenkämpfe und keine Revolutionen gehabt. Und woher kommt diese weise Einrichtung? Sie liegt im Ursprung und der ist religiös. Wir können bei der Bibel nur von einem, religiösen Sozialismus sprechen. Und die allererste Forderung sotvohl dieses religiösen, als auch unseres heutigen Sozialismus ist „Recht und Gerechtigkeit"! Die anschließende Diskussion bewies, wie anschaulich Herr Tr.. Salzberger gesprochen, und wie sehr uns alle das Thema interessierte. Hella Lion, Jli-Franksurt n. M. Ratibor. (Mensch und Natur.) Bei unserer letzten Zu sammenkunft hielt Herr Bendel einen Vortrag über das Thema „Mensch und Natur". Er ging davon aus, daß die Natur als das Weltall zeitlich und räumlich unendlich, ihre Erscheinungen ab-a vergänglich sind. In diesem Zusammenhang erwähnte er auch koS mische Katastrophen, durch die ganze Himmelskörper zusammensallcn. Er verglich darauf unsere Anschauungen über Natur und Weltgeschehen mit denen der Naturvölker und kam zu dem Ergebnis, daß wir in der Erkenntnis schon große Fortschritte gemacht haben, daß wir aber die volle Wahrheit nie finden werden. Dann kam der Redner auf die Beziehungen des Menschen zur Natur im engeren Sinne des Wortes zu sprechen und betonte, daß der Mensch ursprünglich in der Natur lebte, sie aber dienstbar zu machen wußte und ihr so entsremdet wurde. Diese Entwicklung wird besonders durch die Begriffe Kultur und Zivilisation gekennzeichnet. Zum Schluß sprach der Redner noch über die jüdische Religion und Kultur. Gerade über diesen Punkt wurde dann in der Diskussion noch viel gestritten. Die Besprechung einiger Vereinsangelegenheiten beschloß den Abend. Das Ili-Programm Berlin. Pankow-Osten. \ Donnerstag, den 23. Januar, bei Alice Wrefchinski, Elbi«»,,c Straße 46. Thema: Sokrates. Hermsdorf, Gruppe 3: Sonnabend, den 25. Januar, 5.30 Uhr abends. Thema: Buber: 3 Reden über das Judentum. Aeltereugruppe: Mittwoch, den 22. Januar, abends 8.30 Uhr, bei Lili Maimon, Eharlotteuburg 4, Sybelstrahr 43. Leitung: Werner v. b. Zyl. Thema: Fleg: Warum ich Jude bin. Olioa-Reucharlottenburg: Mittwoch, den 29. Januar, bei Claus Singer, NW. 87» Leoetzow-- straße 18, abeuds 8 Uhr. Dienstag, den 4. Februar, bei Herbert Schwarz, NW. 87, Jagvwstrahe 43 1. Jungführerabend in Miersdorf: Sonntag, den 26. Januar. Treffen: 6.45 Uhr abends oor deu« Görlitzer Bahnhof. Brerla«. Hauptgruppe: Zusammenkünfte in der Rrligionsschule II, Auger S, zweiter Eingang: Mittwoch, den 22. Januar, 20.30 Uhr: Aussprachezyklus: Die augenblickliche Situation des deutschen Judentums; 4. Abend: „Siedlungsbestrebnngen". Einleitendes Referat: Hans M. Danziger. Mittwoch, den 2g. Januar, 20.30 Uhr: Vortrag von Fraulein Dr. Alice Oppenheimer: „Das Reichsjugendwohlfahrtsgesch. Seine Anwendung in der öffentlichen und privaten Wohlfahrtspflege. — Jüngeren-Gruppe: Sonnabend, den 25. Januar, pünktlich 20 Uhr, in der Religionsfchnle If, Anger 8, zweiter Eingang: Vortrag von Herrn Religionslehrer Wvlff Davidsohn: „Die Methodik des heutigen Religionsunterrichtes". Frankfurt a. M. Dienstag» den 28. Januar, 20.45 Uhr, Wrstendsynagoge: Heimabend. R.-A. Klibansly, Dr. Salomon, Dr. Hoffmann: Dreigefpräch: »»Das Recht im Judentum und der Gegenwart unter Berücksichtigung der neuen Rechtsreform". Dienstag, den 4. Februar, 20.45 Uhr, Heimabend, Westendsynagoge: Literaturfchau. Jugendgruppe: Samstag, den 25. Januar, 16 Uhr, bei Familie Zucker, Bornwiesenweg 1: Referat Karl Zucker: Bulgarien. Meine inniggeliebte, gute Mutter Henny wertheim geb. Burchard ist heute morgen nach kurzem schwerem Leiden im 74. Lebensjahre sanft entschlafen. Dr. jotin wertheim Berlin-Wilmersdorf, 13. Januar 1930 Landhausstrasse 40 Die Trauerfeier hat am 16. Januar 1930 im Krematorium Wilmersdorf um 2.30 Uhr stattgefunden. Die Beisetzung der Asche erfolgt am 22. Jan. 1930 auf dem Jüdischen Friedhof in Rostock. Es wird gebeten von Beileidsbesuchen abzusehen. Freie Jüdische uoiKshochsciuiie Beginn der Wintervorlesungen: Sonntag, den 2. Febr., UV, Uhr,Synagoge Fasanenslr. 79/80 Rabb. Dr. Emil Cohn: „Ostjuden in östlicher und westlicher Dichtung“ Edith Herrnstadt-Oettingen: Rezitationen Vorlesungsverzeichnisse unentgeltlich in allen jüd. Buchhandlungen, an den Theaterkassen Hermann Tietz, Leipzigerstrasse, Alexanderplatz, Frankfurter Allee, Kaufhaus des Westens, Tauentzienstrasse und im Sekretariat bei Gold mann, Yorkstrasse 88, Bergmann 472, (siehe auch redaktioneller Teil). Mr. OterseM Vormittags-Abendschule Private Vorbereitungaanstalt. Direktor Danziger Berlin, Alte Jakobstraße \24 fmofEHLET Merkblätter für Veruftbrratung NEUE SVNAGOOE Oranienburger Str. 30 Mittwoch, 29. Januar 71/«, Uhr SVHA60GEH-K0NZERT zu Gunsten des Wohlfahrtsamts der Jüdischen Gemeinde Mifwirkerde Kammersänger Hermann Jadlowker Professor Albert Einstein l Violine Professor Alfred LewandowskiJ Karten zu 2-15 Mk. bei Hermann Tietz, Alexancierplatz u. I.eipzigerstr. und iw Kaufhaus des Westen, ferner täglich 9-1 Uhr (ausser Sonnabend) Oranienburgerstr. 29 (Plätzebüro),GemeindehausRosenstr. 2, Synagoge Fasanenstr. 79/80, Synagoge Lindenstr. 48/50, Synagoge Rykestr. 53 und an der Abendkasse Verein für Feuerbestattung in Berlin von 1874, e. Y. vera. kostenlose Fenerbestattu* Annahme W 35, Lßtaowstraße 44, Telephon: LQtiow.960-61 Verlag: Vereinigung für da» liberale Judentum e. v.. Berlin VW. 11. — Verantwortlicher »edaktenr: Dchl.-Jng. Brnno Motzda, Berlin VW. Lv. — Druck: Hermann Gegner ft Lo., Verlin-Mariendorf.