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Jüdisch-liberale Zeitung · 1929-12-11 · 50 (11.12.1929) · page 8

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
9 (1929)
Issue
50 (11.12.1929)
Date
1929-12-11
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Gefühl der Versöhnung daher sollten wir unsere Feier deschließen, im Gefühl des Stolzes und der Befriedigung, daß mit uns zugleich Millionen andere diese jüdische Treue, diesen jüdischen Realismus, diesen jüdischen Glauben in sich und an andern heute gestärkt haben, im Gefühl der Versöhnung und im Bewußtsein, daß wir dadurch alle, alle Brüder sind, im ganzen Judentum, in den einzelnen Gemejüden, sie seien groß oder klein. Scheiden wir aber so versöhnt, dann können wir auch darüber in voller Ruhe an unsere neue jüdische Arbeit sehen, daß der Weg zu dieser jüdischen Treue, diesem jüdischen Idealismus, diesem jüdischen Glauben zu allen Zeiten bei den Juden ganz verschieden war, es heute noch ist und immer sein wird. Auf ganz verschiedenen Wetzen hat man Arbeit, Kraft und Mittet vor allem dazu verwandt, um jene IDreiheit von Treue, Idealismus und Glauben in der Welt zu verwirklichen. Und doch hat das nie, kann das nie, darf das nie zur Fremdheit gegenüber dem andern, dem jüdischen Bruder führen, nie zur Minderbewertung, nie zur Verachtung, nie zur Selbstüberschätzung des eigenen Judenichs. Erfüllen wir denn nicht schließlich mit der Verwirklichung unseres jüdischen Wesens die uns von einem Gott gestellte Aufgabe? Hätte er uns nicht alle gleich erschaffen, wenn er uns alle gleich hätte haben wollen? Soll Gott weniger liebreich sein als ein irdischer Vater, dem alle seine Kinder -- seine Kinder sind, ob deren Wehen auch ganz verschieden? Unser Gewissen darf ruhig sein, völlig ruhig sein vor Gott Und den Menschen schon deshalb ruhig, weil ja gleichzeitig bei der Trennung im Weg doch in dem Zusammenwirken der Gemeinden — der Einheitsgemeinden — jene Achtung vor Treue, Idealismus, Glauben in allen Lagern - zum Ausdruck kommt und nicht wenige Aufgaben und Wünsche, in denen die einen oder die andern ihren Weg zu ihrer Treue, ihrem Idealismus, ihrem Glauben gehen, durch diese Einheitsarbeit und Einheilsmittel befriedigt werden. Nicht wenige, wenn auch nicht restlos alle und manche erst nach Widerständen. Weshalb? In voller Klarheit und in voller Versöhnung zugleich sei der Grund dafür so ausgesprochen: daß es eben auch in dieser Zusammenarbeit der Einheitsgemeinden mitunter den Konflikt zwischen Pflicht und Neigung geben muß: der Pflicht zur Brüderlichkeit, der Neigung, nicht einem Wege zustimmen zu Wunen oder zu wollen, der unserer Auffassung von jüdischer Treue, jüdischem Idealismus und Glauben zuweilen zu sehr,, zu grundsätzlich widerspricht und oft so fremd, so fremd, ist. In voller Ruhe und Versöhnung sagen wir das, denn es trifft nicht nur uns, sondern trifft alle, also auch die andern uns gegenüber. Und in dieser Klarheit und in dieser Versöhnung soll dantr die jüdische Jugend an neue jugendliche Arbeit gehen. Wir können und dürfen nach allem nun nur von der Arbeit unserer Jugend sprechen, von der, die mit uns ihren und ünseren Weg zu jüdischer Treue, jüdischem Idealismus und jüdischem Glauben geht und weiter gehen will. Unseren Weg, d. h. ja aber nur den Weg der Männer, deren Geist in dieser Stunde noch einmal beschworen sei: der Geist aller Propheten, der Geist eines Maimonides und Mendelssohn -- soweit sie liberal waren eines Geiger, Lazarus, Steinthal, Cohen, Kellermann, aber auch eines Eugen Fuchs und Ludwig Goldstein. Sie find für uns nicht tot, sind nicht Überwunden, iht Geist ist Geist von unserem Geist, sie sind, sie bleiben unsere Führer Dr. G. zitierte dann Worte ans „Glaube und Heimat" von E. Fuchs und aus den Schriften L. Goldsteins. Er erinnerte weiter an L. Ziegler, der vor kurzem den Frankfurter Goethepreis erhielt und „Tendenz zur Religiosität" und „nicht Erlösung von der Welt, sondern zu der Welt" uns üahelegt, zwei Dinge also, die gerade für unsere Jugend mit die Basis ihres Daseins ist. Denn deutsch-jüdisch und weltreligiös, das soll der Weg unserer Jugend sein. Dr. G. schloß, indem er der Jugend für alle kommenden inneren und äußeren Kämpfe ein „Glaubensbekenntnis" mitgäfr, das er in die Worte faßte: Glaube an dich! Und wenn sie alle wider dich ausstehn Und wenn sie dir alle die Seele rauben, Jüdische Jugend, glaube an dich! Und wenn die Brüder wider dich eifern: Du verbirgst nur dein Antlitz Und verzerrst es vor Scham, Jüdische Jugend, glaube an dich! Und wenn die andern dich höhnen und schmähen: Du fühlst ihn nicht, den Hohen, Erhabenen, Ein Frevler bist du, gottloser Zerstörer, Jüdische Jugend, glaube an dich! Und wenn die Feinde dich auch noch begeifern: Wild haßt dich von je der Boden der Mutter, Zum Fluch, zum Verderben gereichst du ihr nur, Jüdische Jugend, glaube an dich! Ja dreimal glaub an dich, jüdische Jugend: Glaub an den Schrei deines Herzens nach Gott, Glaub an dein gottrunknes Weltentzücken, Glaub an dein Sehnen nach liebenden Armen, Glaub an das Brausen des Ewigen in dir. Und glaM an den lodernden Brand deiner Seele, An die himmelhoch flammende jüdische Glut, Glaub an den jauchzenden Weckruf des Herzens, Wenn er als Sch'ma von den Lippen dringt. Glaub an die Tränen, die dir entperlen, Wenn dich des Sabbats Friede umfängt, Glaub der Begeisterung, die in dir aufrauscht. Stürmt um dich, jüdisches Heldentum. Und glgub an die Liebe zum Baden der Mutter, Di« dich empfing und so treulich genährt. Ob sie auch fluchen, sie segnet dich immer. Glaub drum der brünstigen Sehnsucht nach 'ihr. Ja, als» glaub an dich, jüdische Jugend. Und ob sie alle wider dich a.ufftehn. Und ob sie dir alle die Seele. rauben. Du, jüdische Jugend, glaube an dich! Aus einer Ansprache im Ai-Gottesdienst Religion empfinden, heiH nicht nur Gebete und Kuttvorschristen haben, religiös sein nicht nur, diese Formen zu hatten, - Religion soll sich vielmehr in allem Tun und Lassen eines jeden jüdisch-religiösen Menschen auswirken und für seine Handlungen Richtlinie sein. Diese Religionsaufsassung steht über dem Gegensatz konservativ-liberal; sie ist eine Deutung des Wesens der Religion, die uns Juden allen gemeinsam ist. Der jüdisch-religiöse Liberalismus hat sich die besondere Aufgabe gestellt, die hohen Gedanken der heiligen Schrift im Geiste unserer Zeit zu sehen und zu erkennen, damit wir aufrichtig und offen mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele an der Verwirklichung der Verheißungen unseres Judentums Mitarbeiten. Niemals war solch' aktive Religionsarbeit notwendiger als heute, und gerade die jüdische Jugend, die in die gewaltige Weltarena hinaustritt, die den Kampf aufnimmt mit d§n großen Lebensproblemen, muß die Gefahren des Weges und das Ziel klar erkennen. Unsere jüdische Religion soll Stab und Stütze, Freund und Führer der Jugend sein. In allen religiösen, in allen weltlichen Lagern erstrebt man ähnliches. Die Not der Jugend ist in aller Mmrde, die Physische und die seelische Not. Eine neue Literatur spricht von ihr, eine moderne Bühne, Romane, Statistiken, Tendenzbücher. Kitsch und Kunstwerk wurden um dieses Problems willen geschaffen. Und diese arme, gehetzte Großstadtjugend, in Krieg und Inflation herangewachsen, sie steht mitten in diesem Ringen. Immer unsicherer werden die Reihen der Jugend, schwankend schreiten sie heran, Jahrgang für Jahrgang; viele stürzen ^und verlieren jeden Halt, an oem sie sich in der Not ihrer Seele festzuklammern vermögen. Hier setzt die Aufgabe unserer Religion ein. Hat nicht das wuchtige Wort jüdischer Propheten Baal und Astarte immer wieder und wieder zerschmettert und niedergeworsen? Haben nicht die Gebote jüdischer Moral und Ethik, die vom Sinai hercck den Kindern Israels verkündet wurden, so oft den Sieg über Verworfenheit der Zeit errungen? Die Reinheit der Sitte, die uns die heilige Schrift vorschreibt, war eine der festesten Stützen der jüdischen Religionsgemeinschaft, und sie soll es auch heute noch sein. Aufrichtigkeit urrd Ehrlichkeit von Mensch zu Mensch, von Jugend zu Jugend; ernsthaftes gemeinsames Schaffen an der Zukunft; das ist der Weg. Laßt das frevle Spiel mit eurem Glück und dem Schicksal anderer, lasset die Tändelei; dadurch erniedrigt ihr euch selbst zum Spielzeug. Gewiß, der Weg bergab ist so bequem, und man läuft mit der großen Schar; der Weg bergauf, er scheint so steil und einsam, aber man schreitet dem Lobensgipfel entgegen, ohne in die Sümpfe und Abgründe zu geraten und die besten Jugendjahre einem Phantom, einem Scheinglück zu opfern. Ja, es gilt, die Reihen zu schließen zum Wege bergauf, zu wahrer Lebensfreude und zu wahrem Lebensglück. Jüdische Religion will und wird jedem helfen, der den rechten Weg sucht, unsere Religion, die so fest mit dem Diesseits verknüpft ist, die nicht erst für das Jenseits die Seligkeit verheißt. Wir kennen nicht die Erbsünde; die Verantwortung trägt jeder Jude für sich selbst. Unsere jüdische Religion ist lebendig, sie ist wirklich, real, die Religion der Tat. Aus der Ili-Arbeik Breslau. (Jüdisch-liberaler I uge n d v e r e i n „Abraham Geige r".) Am 20. November fand bei überaus starker Beteiligung eine Führung durch die beiden Breslauer Gemeindesyna gogcn und ihre Einrichtungen statt. Wolfs Davidsohn verstand es, durch historische Betrachtungen und bis ins einzelne gehende Erklärungen auch dem bereits mit den Dingen Vertrauten die Führung durch die Synagogen konservativer und liberaler Richtung recht interessant zu gestalten. Gar mancher hatte wohl auch das erste Mal Gelegenheit, die Mikwoh zu besichtigen. In der Hauptgruppe sprach am 27. November Franz Mcidner über „Ter Friedensgedanke in den Weltreligionen". Davon ausgehend, daß die Religion sich größtenteils im Verkehr der Menschen untereinander offenbart, zeigte der Vortragende, daß die Grundlage für diesen Verkehr der Friedensgc^ danke bildet. Zu ihm seien die Religionen aus verschiedenen Motiven gekommen. Das Judentum vorwiegend durch logische Gedankengänge (Religion der Vernunft), das Christentum durch Intuition, unter Betonung des Gefühls, der Buddhismus als Religion der Erlösung aus dem Leben, d. h. dem Leiden, durch logische Betrachtungen. Im Judentum die Gesetze des Friedens aus Lebensbejahung, im Christentum Jenscitsbetonung, im Buddhismus Weltverachtung. Die Religion des Islam führte zu anderen Resultaten. Mohammed gebot Krieg als Gott wohlgefälliges Werk (Koran). Unter Hinweis auf die häufige Uebertretung der Friedeusgebote der Religionen in der Praxis und Zitierung zahlreicher dem Friedensgedauken entgegen stehender Gebote betonte der Vortragende, daß die sittliche Gesetzgebung nur einen Sinn habe, tvenn diese innere Unaufrichtigkeit beseitigt werde. Einer eingehenden Betrachtung tvurde das Judentum unterzogen. Hierbei kam der Vortragende zu dem Schlüsse, daß derjenige die größte sittliche Tot vollbringe, der dafür arbeite, daß Lehre und Gebet von allen unserem Empfinden nicht entsprechenden Geboten frei werde. Denn auch die Thora sei nur Menschenwerk. Gerade die Stellung des Judentums zum Friedensgedanken stand im Mittelpunkt der sich anschließenden, sehr lebhaften Aussprache. In der Jüngeren-Gruppe fand am 28. November ein Aussprachenachmittag: „Zeit und Zeitung" stgtt, der durch Franz Meidner cingeleitet wurde und im wesentlichen die Anforderungen zum Gegenstand hatte, die der moderne Mensch an die Zeitung stellt. E. Vulkan. Frankfurt a. M. („u nser Judentum und die Probleme der Gegenwart.") Ter Heimabend des Jli-Franksurt brachte am 12. ds. Mts. einen Vortrag Alex Jacobsohns über das Thema „Unser Judentum und die Probleme der Gegentvart". Der Vortrag sollte zugleich die Einleitung unseres Winterprogramms bilden. Der Referent forderte die tätige Beteiligung der jüdischen Jugend an politischer, sozialer und ethischer Arbeit. Jedoch nicht von dem Standpunkte des Partei- oder sonstigen Politikers, sondern von der höheren Wart« der Pildung und des sich in alles Einfügen- Könnens. .Es ist ja der Zweck unseres Jli, di« Jugend in ihrem geistigen Werden zu fördern und ihr in dem Streben zum „Wahres, Schönen und Guten" behilflich zu sein. Wir Jugendlichen leben in einer Zeit, die bewegter denn je ist. Der furchtbare Krieg hat uns alle, ob arm oder reich, getroffen. Die alten Staatengebilde sind zerstört, das Volk zersplittert und verhetzt, Arbeitslosigkeit herrscht überall. Die innere Ruhe unseres Baterlarwes wird jeden Tag aufs Neu« gefährdet. In dieser Zeit suchen wir Jungen nach einem Halt, nach einer Kraft, die uns in die Lage versetzt, über die zahlreichen Klippen hinwegzukommen. Hier setzt die Arbeit unseres Jli ein, der die Jugend vom liberaljüdischen Standpunkt aus zu Gott und zum Judentum zurückführen will. Unser Winterprogramm umfaßt eine Reihe von Vorträgen über die verschiedensten Probleme, die tagtäglich an uns herantreten, ohne daß wir in der Lage sind, sie tiefer zu erfassen oder aus ihnen etwas zu gestalten. Für uns sollen aber Probleme nicht Dinge sein, denen wir machtlos gegenüberstehen, sondern für uns sollen es ungelöste Fragen und Aufgaben sein, vor die wir gestellt sind. Wir wollen diese Ausgaben unabhängig von Lerui und Stellung. zu lösen versuchen; sie sollen uns zum letzten führen, zum Endpunkt« allen Strebens, zur Vollkommenheit. Wir »vollen unser Judentum zum Ausgangspunkte unserer Arben nehmen; unsere Bibel verschafft sich heut« noch Geltung, obwohl sie zu einer Zeit geschrieben wurde, da viele Menschen noch Götzen biener waren. Die heutigen Gedanken des Sozialismus, der Kriegsächtung, des Ruhetages sind alle grundlegende Ideen des Judentums, me auf der Nächstenliebe, der Achtung vor dem Feinde und dem Recht auf Sabbatruhe fassen. Vieles, »vas die Thora als Ideal hinstellt, ist bereits Gemeingut aller Völker geworden. Judentum bedeutet aber nicht nur Religion im Sinne der Nächstenliebe und der Ehrfurcht vor Gott, sondern vor allen Dingen auch Wissen. Das liberale Judentum ivill kein« blinde Gottes furcht erstreben, sondern eine solche, die auf der Basis eines gründlichen Wissens ausgebaut ist. Nur der Mensch, der aus innerer Ueberzeugung Gott erkennt, ist »vahrer Jude. . Wenn auch der Kamps ums Dasein das wichtigste aller Probleme scheint, so wollen wir doch nicht unser ganzes Interesse dem Mate riellen zuwenden. Der Mensch braucht höhere Gedanken, um dem Realen unvoreingenommener und freier gegenüberzustehen. Wir Ju ^endlichen wollen trotz aller materiellen Sorgen als freie und geistig gefestigte Menschen ins Leben treten. Judentum fordert Lebens bejahung und tatkräftiges Handeln. Wir »vollen unter den Völkern den Platz suchen, der uns gebührt, und nicht ausweicheir und uns in rin Weltghetto verschließen. Das, was unsere Vorfahren in mühevollem Ringen erreicht haben, wollen wir ausbauen und festigen, um als geistige Kämpfer unserer jüdischen Ideen, der des Friedens, des Glaubens und der Freihckt, unseren andersgläubigen Brüdern gegenüberzutreten. Otto Stein, Jli-Frauksurt a. M. Frankfurt a. M. (I l i - I u g r n d g r u p p e.) Wir trafen uns zu einem geselligen Nachmittag bei Dr. Edinger, da das Referat, das Frau Dr. Edinger halten wollte, wegen ihrer Krankheit ausfallen mußte. — Nach dem gemütlichen Tee lasen wir die Perez sche E Geschichte „Die drei Geschenke". Eine Seele kommt vor das Gericht des Himmels. Sie hat auf der Erde aber gleichviel Gutes und Schlechtes getan. Die Himmelswaage zeigt deshalb den Gleichstand. Die Seele muß nun, um ins Paradies zu kommen, drei Geschenke den Weisen des Paradieses bringen. Erst nach langer Zeit und langem Suchen gelingt es ihr. Der tiefere Sinn dieser Erzählung ist, daß der Mensch sich nach einer Seit« voll ausbilden und nicht eine Halbheit in Allem sein soll, damit er auch von allen Menschen anerkannt wird. Am 2. November kamen wir bei Familie Metz zusammen. Rene Metz zeigte uns nach kurzen einleitenden Worten Bilder über große Menschenwerke in Asien. Zuerst sahen wir die Heiligtümer der drei großen Religionen in Jerusalem uird wanderten daun nach Osten. Da waren die mächtigen Bauten des Timur von Samarkand, die Paläste der Maharadschahs, der ungeheure Palast des Großmoguls, der bis 1887 in Delhi regierte. Dann sahen wir uns die merkwürdigen Klöster Tibets und die Pagoden Chinas an, um schließlich zu der feinen Kunst Japans zu kommen. Franksltrt a. M. (Jli Jugendgruppe.) Am 23. Novein der trafen ivir uns bei Familie Edinger. Nachdem lvir uns einige Zeit unterhalten hatten, sprach Frau Dr. Edinger über den „Ursprung der Schrift". Sie zeigte, daß im Grunde die Buchstabcnzahl aller Sprachen 21 beträgt. Diese Zahl spielte in der alten Astronomie (Himmelszeichen) eine große Rolle, und eigentlich sind alle Buchstaben nur Zeichen für die verschiedene Stellung der Sonne. Die Sonnenvriester benutzten sie, um sich gegenseitig die ^Stellung der Sonne mitzuteilen, damit die Opfer an dem richtigen Tage dargebracht würden. Dann spielten wir noch ein bißchen mit unserem Jli-Spiel, um damit den Nachmittag zu beenden. *Ratibor. (Heimabend.) Unsere Zusammenkunft am letzten Mittwoch leitete Herr Dr. Weber. Nach Worten des Dankes für Herrn Dr. Heimann, dem fast allein unser Jli seine jetzige Größe verdankt, begann er seinen Vortrag über „Religionsschutz und Strafgesetzbuch". Er ging von der Entwicklung aus der Vormachtstellung der Religion, die den alten Völkern alles bedeutete, zu einer Gleichstellung von Religion und Staat aus. Daraus baut sich auch das deutsche Strafgesetzbuch der Vorkriegszeit — ein neues haben wir noch nicht — auf und schützt so in einer Reihe von Paragraphen di« Religionsgemeinschaften vor Hinderung an religiösen Handlungen, Störunge des Gottesdienstes ustv. Einige noch ungeklärte Fragen sollen durch das neue Strafgesetzbuch gelöst »verden, an dessen Vollendung noch immer gearbeitet wird. An die klaren erschöpfenden, durch einige Beispiele erläuterten Ausführungen schloß sich noch eine lebhafte Diskussion. In seiner Schlußrede betonte Herr Dr. Weber im Anschluß an 2 zionistische Versammlungen, daß für uns Judentum lediglich Religio,! sei, daß wir darum den jüdischen Nationalismus ablehnen. * Das Ai-Programm r Berlia. Netteren- und Führergruppe. Donnerstag, 19. Dezember, 29 Uhr, bei Manfred Schwarz, Iagvwstraße 43, Aufgang 1: Sozialismus. Pankow-Osten. Donnerstag, 12. Dezember, 29 Uhr, bei Alice Wrefchinski, Elbjnger Straße 46: Der Güterberg. Sonntag, 15. Dezember, 19 Uhr, Probe bei Gerhard Kaufmann, Essener Straße 8. Oliva und Neu-Charlottenburg. Dienstag, 17. Dezember, 29 Uhr, bei Hildegard Vach, Kufsteiner Straße 13. Probe: siehe Pankow-Osten. Norden. Dienstag, 17. Dezember, 19 Ahr, Jugendheim, Fehrbelliner Straße 92: Kvlonialfrage. Steglitz. Sonnabend, 14. Dezember, 17.30 Uhr, bei Irmgard Jacobfoh«, Südende, Hermannstraße 11. Südende. Freitag, 13. Dezember, 16.39 Uhr, bei Peter Fleischer, Pots, damer Straße 17. Vkeritm. Hauptgruppe: Mittwoch, den 18. Dezember, 20.39 Uhr, Religion»- schule II, Anger 8, zweiter Eingang: Vortrag von Martin Schreiber: „Feiertage". Jüngeren-Gruppe: Donnerstag, den 12. Dezember, 16.30 Ahr, Restaurant Schaal, Tauentzienftraße 12: „Juden als Dichter"; Referat von Alice Cohn (Jüngeren-Gruppe). Gemeinsame Veranstaltung beider Gruppen: Sonntag, den 15. Dezember, 14.45 Uhr, Treffpunkt: Aeußeres Hauptportal: Führung durch de« Dom. Leitung: Herr Domvikar Dr. Günther Schulemann. Frankfurt «. M. Samstag, den 14. Dezember, 17 Uhr, Untermainanlage 7, Dr. Hoffmann: „Faust". Montag, den 16. Drzember, 29.3V Ähr, Sternpraßt 11» bei Lion, Arbeitsgemeinschaft Dr. Soltfchalk: „Religiöser Aberalirmus". Dienstag, de« 17. Dezember, 20.45 Uhr, Heimabend, Westrndfynagoge: Zeitungsfchen und aktvelle Tagesfrage». Jugendgruppe: Samstag, den 14. Dezenrber, 16 Uhr, bei Dr. Hoffman«, Untermainanlage 7, Reifebilder, Dr. Hoffmann. Ratibor. Am 18. Dezenrber Dtskufftonsabenb über „Die Stell«»- der Jli in »er jüdische« vemeg««-". Das einleitende Referat HSN Herbert Reißer.

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