Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 9 (1929)
- Issue
- 17 (26.4.1929)
- Date
- 1929-04-26
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2613366-2614000-2614017--3132-2620683- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
*ji Aus den Gemeinden i* Berlin. (6 0. Geburtstag.) Kommerzienrat Dr. Walter Sobernheim, einer der führenden Männer der deutschen Wirtschaft, Generaldirektor der Schultheiß-Patzenhoser, vollendet am 24. April 1929 sein 60. Lebensjahr. Kommerzienrat Dr. Walter Sobernheim ist ein Bruder von Legationsrat Professor Dr. Moritz Sobernheim und von Dr. Curt Sobernheim und ein Stiefsohn des Generalkonsuls Engen Landau. Berlin. (6 0. Geburtstag von Tr. Bramson.) Am 29. April 1929 vollendet Herr Dr. Leo Bramson, Vorsitzender des Berbaickes der Gesellschaften zur Förderung von Handwerk und Landwirtschaft unter den Juden, „Ort", sein 60. Lebensjahr. Leo Bramson, Jahrzehnte hindurch während des Zarenregimes ein Vorkämpfer der Freiheitsidee und der jüdischen Gleichberechtigung in Rußland, ist in den Nachkriegsjahren, in denen er die Organisation des „Ort"--Verbandcs über ganz Europa mit ausbaucn hals, zur zentralen jüdischen Persönlichkeit geworden. Berlin. (Vortrag über die Berliner Juden schüft im Verein für Geschichte der Mark Brandenburg.) Im Verein für Geschichte der Mark Brandenburg machte Studienrat Dr. Jahn, wie wir einem Jta Bericht entnehmen, interessante Mitteilungen über seine vom Stadtarchiv Berlin angeregten Untersuchungen zur Geschichte der früheren Feldmark Berlins. Dr. Rachel sprach dann über die Lage und Entwicklung der Berliner Judenschaft in der Zeit von der Wiederaufnahme der Juden in der Mark, 1671, bis zu ihrer staatsbürgerlichen Gleichstellung 1812. Er beleuchtete die schroffen Gegensätze zwischen zünftiger und jüdischer Wirtschaftsethit, die starke fiskalische Haltung der Landcsherrschaft und die Bedeutung der Hof- und Münzjuden als bahnbrechendem Element. Der Wohlstand der Juden ist trotz scharfer Einschränkungen sehr rasch gestiegen, sie waren in Edelmetall-, in Geld- und Darlehnsgeschästen überlegen und nahmen auch seit 1740 regeren Anteil an den Manufakturen. Gerade der ihnen sonst wenig freundliche Friedrich der Große hat zu ihrem Aufstieg durch seine Kriege und seine Münz- und Manufakturpolitik am meisten beigetragen. Mit der Mitte des 18. Jahrhunderts setzte die kulturelle und soziale Assimilation der Juden ein, und seit 1787 war ihre völlige Emanzipation nur eine Frage der Zeit. Dresden. (Aus Kunst und W i s s e n s ch a f t.) Ein Erlebnis, das wohl niemand, der das Glück hatte, dabei zu sein, aus seiner, Erinnerung wird streichen wollen, war das erste Auftreten des 12jährigen jüdischen Wundergeigers Mhudi Mcnuhin zusammen mit Fritz Busch, der ihn nach Deutschland gebracht hat. sticht nur, daß der Kleine, ein strammer, hübscher Junge, dessen Muttersprachen Englisch und Jiddisch sind, drei große Konzertstücke der Weltliteratur ohne Ermüdung hintereinander meisterte, indem er sie mit wunderbarer Tonreinheit und Geläufigkeit auf seinem kostbaren Stradivariinstrument zum Klingen brachte, war das Große, verblüffend Uebevwältigende, sondern zugleich, wie er das tat: im Spiel mit gestrafften Zügen ganz seiner Kunst hingegeben, dann .aber mit kindlicher Natürlichkeit, die nichts Gemachtes, eher Scheu an sich hatte, den Dank eines ganz aus dem Häuschen geratenen Publikums entgegennehmend. Der Genius bei der Arbeit! Ein Naturwunder, verkörpert in der Seele eines genialen jüdischen Knaben, nicht zu vergleichen mit den großartigen Leistungen sonstiger Wunderkinder, ein von der Laune des Schicksals erzeugtes Phänomen, das man nur mit Rührung, Staunen und heißen Wünschen für die weitere Entwicklung «us der Hand seines Schöpfers entgegennehmen kann. Die Stunde Synagogenmusik, die mau hier jüngst im Radio hörte, war eine entschiedene Bereicherung des Dresdner Sendcprogramms. Nach gut unterrichtenden Einführungsworten durch Dr. Fantl brachte der unter seiner Leitung ausgezeichnet klingende Synagogenchor eine charakteristische Auswahl hebräischer Gesänge, hauptsächlich von Lewandowski, Naunburg, Kornitzer und Hofstein, der selbst mitwirktc, zum Vortrag, und damit dürfte der Zweck des Abends, dem nichtjüdischen Hörer diese ihm zumeist völlig fremde Art von „Kirchenmusik" nahezubringen, in schöner Weise erreicht worden sein. Im Stadtmuseum ist als Neuerwerbung ein Tongesäß mit Silbermünzcn aus dem 13. Jahrhundert zu sehen. Das sammlerisch wertvolle Objekt wurde beim Erweiterungsbau der Firma Alsberg auf deren Abbruchgelände an der Schloßstraße gesunden und vom Mitinhaber Lissmann dem Museum überwiesen. Düsseldorf. (Die Urteilsberufung des Friedhofsschänders abgelehnt.) Wie erinnerlich, hat die Schändung der Synagoge in Düsseldorf im Februar ds. Js. ihre Sühne vor dem erweiterten Schöffengericht gefunden, indem der Täter, .Friedrich Braßler, Mitglied der nationalsozialistischen Arbeiter-Partei, zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden ist. Gegen dieses Urteil ist von Seiten des Angeklagten Berufung eingelegt worden. Die Große Strafkammer in Düsseldorf hatte sich am 23. April abermals mit dieser Angelegenheit zu beschäftigen, hat die Berufung verworfen und das Urteil der Vorinstanz im ganzen Umfang bestätigt. — In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende, Herr Landgcrichtsdirektor Rose, aus. daß bei der Strafbemessung die Roheit und Flegelei zu berücksichtigen sei, mit der Angehörige gewisser Parteien sich in der Ocffentlichkeit und an religiösen Gebäuden vergriffen. Derartige Ausschreitungen, ob sic von rechts oder von links kämen, müßten exemplarisch bestraft werden. Aus diesem Grunde sei weder an eine Herabsetzung der Strafe oder an eine Bewährungsfrist, wie sie seitens der Verteidigung vorgeschlagen wurde, am Platze. Emden. (Persönliches.) Der Jüdische Frauenvercin „Esras Noschim" feierte kürzlich das 25 jährige Jubiläum seiner Vorstands- Vorsitzenden Frau Selig. Tie stellvertretende Vorsitzende charakterisierte das segensreiche Wirken der Jubilarin und überreichte eine Ehrengabe; gleichzeitig wurde eine „Bertha Selig-Stiftung" für den Baufonds des Emdener israelitischen Altersheims zu Ehren der um den Verein verdienten, aus sozialem Gebiet vielseitig beschäftigten ^Dame ins Leben gerufen. Rabbiner Dr. Blum schilderte in seiner Festansprache das segensreiche Wirken der Jubilarin im Dienste der Gemeinde; Vertreter der Gemeindeverwaltung, der Vereine und des Altersheimes tberbrachten Glückwünsche und sinnige Aufmerksamkeiten. Musikalische Darbietungen zweier Damen umrahmten die Ansprachen der Gratulanten. Erfurt. (Rabbiner Dr. Moritz Salzberger gcstorb e n.) Vor einigen Tagen verstarb hier Rabbiner Dr. Salzbcrger, der langjährige Seelsorger der Gemeinde, der 36 Jahre seiner Amtstätigkeit in Erfurt gewirkt hat. Dr. Salzberger, am 15. Juli 1844 in Ungarn geboren, absolvierte seine Studien und das Lehrer-Seminar in Breslau und amtierte nach einigen Jahren Rabbinertätigkeit in seiner Heimat und in Culm, 36 Jahre in der Erfurter Gemeinde. — Die große Anzahl von Menschen, ,die an der Trauerfeier rm Gotteshaus teilnahm, war Beweis genug für das herzliche Verhältnis, das Dr. Salzberger mit seiner Gemeinde verbunden haben muß. Nach Ansprachen von Herrn Rabbiner Dr. Schüstan und Rabbiner Dr. Kahlberg ergriff der Sohn des Verstorbenen, Rabbiner Dr. Georg Salzberger, Frankfurt a. M., das Wort und nahm in herzergreifenden Worten Abschied. Die Trauerfeier wurde durch musikalische Vorträge von Herrn Kantor Schacher und dem Synagogenchor künstlerisch umrahmt. Harburg. (Grabschändung.) Wie die Jta mitteilt, ist auf dem jüdischen Friedhof in Harburg eine Grabschändung entdeckt worden. .Das Grab einer beerdigten 60 Jahre alten Frau ist nachts wieder aufgegraben worden. In dem Sarg lag die teilweise entblößte Leiche der Frau. Die polizeilichen Feststellungen haben ergeben, daß man es bei dem Täter offenbar mit einem sexuell verirrten Mann zu tun hat. Der Regierungspräsident von Lüneburg hat auf die Ermittlung der Täter eine Belohnung von 500 Mark ausgcsetzt. Homburg o. b. H. (Todesfall.) Der älteste Einwohner Homburgs, Markus Löwenberg, ist im Alter von 101V2 Jahren gestorben. Der Verblichene erfreute sich bis in die jüngste Zeit körperlicher Gesundheit und geistiger Frische. Dr. Wreschner widmete dem Entschlafenen, der unter großer Beteiligung zur letzten Ruhe geleitet wurde, einen ehrenden Nachruf. Kassel. (Vom Israelitischen Gemeindeverein.) Der Israelitische Gemeindeverein, der letzten Sonntag im Hotel Meier seine stark besuchte Jahresversammlung abhielt, darf es sich als Verdienst anrechnen, das Interesse an den Gemeindeangelegenheiten in weiten Kreisen geweckt zu haben. Rechtsanwalt Lewinsohn gab einleitend einen orientierenden Einblick in die Ziele und Absichten des Vereins. Der Jahresbericht des Schriftführers W. Engelbert behandelte die Stellung des Gemeindevereins zu den vorjährigen Wahlen, die Bestrebungen bei der Friedhofs-Umgestaltung, für die Oeffentlichkeits-Zulassung während der Aeltesten-Beratungen, für die erzielte Veröffentlichung des Etats der Gemeinde und des Vorsteheramts. Zu den Etats machte Bankdirektor Wetzlar kritische Bemerkungen, die sich auf die Höhe einzelner Posten, die Kapitalansammlung beim Vorsteheramt und die Steuersenkung erstreckten, Justizrat Dr. Rothfeld, der Vorsitzende des Vorsteheramts, rechtfertigte die bcanstandeten Punkte; seine Auslassungen fanden aber lebhaften Widerspruch bei Rechtsanwalt Dr. Kugelmann, der das Recht einer Kapitalsanhäufung bei einer Behörde bezweifelte, eine Auffassung, die auch Bankdirektor Wetzlar vertreten hatte. Ans dem dritten Referat, das R.-A. und Gemeindeältester Dr. Kugelmann über das Thema „Ueberleitungsbestimmungen" hielt, erfuhren die Zuhörer das Wissenswerte über die Vorarbeiten zur Vereinheitlichung der noch buntscheckigen Judengesetze in Alt- und Neupreußen durch ein gemeinsames preußisches Judengesetz. Auch die im Kasseler Bezirk in Vorschlag gebrachten Ueberleitungsbestimmungen des Gemeindevereins und der Gemeindeältesten aus der einen Seite und der von den Vorsteherämtern befürworteten Sonderbestrebungcn, die als Reform nur die Wahl zulassen, fanden ihre sachkundige Erklärung. Die Aussprache zeitigte keine.neuen Momente. Ausscheidende Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt. Mit dem Kassenbericht und einigen Schlußworten des Vorsitzenden wurden die von den Zuhörern mit Interesse verfolgten.Verhandlungen beschlossen. Landsberg (Warthe). (2 5 j ä h r i g e s Jubiläum.) Aus ein 25 jähriges Bestehen konnte am Sonntag, den 21. April, die Toleranzloge des Ordens U.O.B.B. zurückschauen. Ossenbach a. M. (Tagung des Landesverbandes der jüdischen Religionsgemeinden Hessens.) In Offenbach a. M. fand am letzten Sonntag die vierte ordentliche Tagung des Landesverbandes der Israelitischen Religionsgemeinden Hessens statt. Justizrat Tr. Goldschmidt begrüßte die erschienenen Mitglieder des hessischen Oberrates und die Delegierten der Gemeinden. Rabbiner Dr. Lewit-Alzey hielt die Weiherede. Den Geschäftsbericht erstattete Kommerzienrat Mayer-Mainz. Der Verband zählt 135 Gemeinden mit 16 795 Mitgliedern. Nicht angeschlossen sind ihm noch 72 hessische Gemeinden mit 3356 Seelen. Das Budget weist eine Ueberbelastung auf, für das kommende Jahr bleibt ein Defizit von 3000 RM. Dia Wcitererhaltung des Landesverbandes ist unter diesen Umständen ernstlich gefährdet, nur bei Entrichtung des Pflichtbeitrages durch alle angeschlossenen Gemeinden sei der Fortbestand möglich. Es werden verschiedene Sparmaßnahmen, wie Streichung des Lektorates an der Universität Gießen, Reduktion der Pessach-Gratisikationcn an die Lehrer, Ablehnung aller Zuschüsse für nichthessische Institutionen usw. vorgeschlagen. Eine einmalige Auflage von 1,— RM. pro Mitglied wird Vorbehalten. Der Voranschlag für 1929 wird bewilligt. Zum Vorsitzenden wurde Kommerzienrat Mayer-Mainz, zum stellvertretenden Vorsitzenden Kommerzienrat Kronenberger-Mainz wiedergewählt. Rabbiner Dr. Diencmann referierte über „Aufbau und Gedankengang unserer täglichen Gebete". Stendal. (Generalversammlung des Shnagogengemeinde-Verbandes der Provinz Sachsen.) Am Sonntag, den 14. ds. Mts., fand in Stendal unter Leitung von Herrn Rabbiner Dr. Wilde die Generalversammlung des Synagogengemcinde-Verbandes der Provinz Sachsen statt. Nachdem der Vorsitzende der Gemeinde Stendal, Herr Mattischack, die Anwesenden begrüßt hatte, eröffnete Herr Dr. Wilde die Sitzung und gab den Tätigkeitsbericht für das abgelaufene Geschäftsjahr. Den Kassenbericht gibt anstelle des verhinderten Schatzmeisters Herrn Max Lehmann der Verbandssekretär Max Teller. In der Versammlung wird die Bildung eines Lchrerbezirkes Stendal—Tangcrmünde—Rathenow—Gardelegen mit Sitz des Lehrers in Rathenow beschlossen. An der Debatte beteiligen sich hauptsächlich die Vertreter dieser Gemeinden und der Vertreter des Landesverbandes, Herr Dr. Charig. Dr. Charig hält dann ein Referat über die Entwicklung und Leistung des Preußischen Landesverbandes. In einem zweiten Referat schildert Herr Mattischack- Stendal die schwere Lage der Kleingemeinden. In einer regen Debatte wurden Wege und Mittel gesucht, das religiöse Leben der Kleingemeindcn zu heben. Die Verbandstagung schloß mit einem Gottesdienst in der Stendaler Synagoge, in der Herr Oberkantor Teller das Mincha- und Maariw-Gebet sprach und Herr Rabbiner Dr. Wilde eine kurze Predigt hielt. ★j Aus der Bewegung Berlin. (Liberaler Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu Berlin E. V.) Tie Vorstandsmitglieder unserer Bezirksgruppe Halensee-Grunewald hatten eine Anzahl Freunde und Bekannte zu einem Bier- und Teeabend am Mittwoch, den 17. April 1929, in die Festräume des „Sturm". Kursürstendanun 53, cingeladen. Nach einleitenden Worten von Herrn Landgerichtsrat Dr. Lesser, mit denen er die Begriffe des liberalen Judentums erörterte, gab Herr Dr. London, Repräsentant der jüdischen Gemeinde zu Berlin, in einem einleitenden Referat die Unterlagen für eine Aussprache über die Berliner jüdischen Gemeindeangelegen-- heilen. Im Anschluß an die eingehende Diskussion blieben die Anwesenden in lebhafter Unterhaltung noch einige Zeit gesellig beisammen Der wohlgelungene Abend endete mit einer großen Anzahl von Neuanmeldungen. Hagen i. W. (Propaganda-Vortrag.) Am 15. April 1929 sprach der Generalsekretär der liberalen Vereinigung über Wege und Aufgaben des liberalen Judentums vor einem geladenen Kreise im Ratskeller. Die Ausführungen des Herrn Goetz wurden warm ausgenommen. Es fand eine Aussprache statt, in der man den Ausführungen des Herrn Goetz im wesentlichen zustimmte. Es gelang, aus diesem kleinen Kreise für die Bereinigung eine Anzahl neuer Mitglieder zu werben. Halle a. S. (Vom liberalen Club.) Der liberale Club (bestehend ans der liberalen Fraktion der Gemeindeverwaltung und dem Vorstand der Vereinigung) tagte am Montag abend im Gemeindehaus. Nach eingehender Besprechung der letzten Vorstandssitzung tourde beschlossen, am Mittwoch, den 8. Mai, eine Werbcversammlung zu veranstalten, zu deren Vorbereitung ein Komitee, aus zwei Damen und zwei Herren bestehend, gewählt tvurde. Herr Staatsrat Cohn- Dessau wird .über das Thema sprechen: „Welche Kreise umfaßt das liberale Juden'kdm". Ferner wurde beschlossen, daß erstens künftig ein ausführlicheres Protokoll der Repräsentantensitzung im Wochenblatt veröffentlicht werden sollte. Ferner soll die liberale Fraktion darauf hinwirken, daß der Etat allen Gemeindemitgliedern zur Kenntnis gebracht und erklärt würde, und endlich will man versuchen, durch Vevkauf von Bausteinen die private Wohltätigkeit für den Bau der neuen Fticdhofshalle heranznziehen. Alle diese Maßnahmen sollen dazu dienen, das Interesse an der Gemeinde zu steigern. Zu diesem Zwecke soll die liberale Bereinigung auch ihre Mitglieder auffordern, regelmäßig die Repräsentantensitzungen zu besuchen. Königsberg. (Generalversammlung.) Die Bereinigung für das lib. Judentum e. V., Ortsgr. Königsberg, hielt am 15. 4. ihre Generalversammlung ab. Der Vorsitzende I. Fabian gedachte des allzu früh dahingegangenen J.-R. Bogusch in ehrenden Worten. Der Schriftführer Oskar Eichelbaum gab den Jahresbericht und erwähnte die verschiedenen bedeutsamen Vorträge. Herr Borkon besprach die Kassenverhältnisse und forderte die Anwesenden zu Sonderbeiträgen auf. Der bisherige Vorstand wurde wiedergcwählt. Darauf behandelte R.-A. Dr. Lepehne das Thema: „Jüdische Jugend und religiöser Liberalismus". An der folgenden Aussprache beteiligten sich J.-R. Dr. Lichtenstein, Meyerowitz, Dr. Wolffheim, Sabatzky und mit dem I Schlußwort Dr. Lepehne. Liegnitz. (GeneralversammlnngdesliberalenLereins der Synagogen-Gemeinde.) Am 11. April hielten wir unsere diesjährige Generalversammlung ab. Der 1. Vorsitzende begrüßte zunächst unser neues Mitglied, Herrn Sorski, und gab sodann «inen ausführlichen Tätigkeitsbericht. Er hob darin hervor, daß wir in diesem Vereinsjahr weniger wissenschaftlich, dafür aber umso eifriger politisch tätig waren. Der liberale Verein darf stolz auf seine Leistungen sein und kann als größten Erfolg seiner Winterarbeit den Wahlsieg buchen. Nach Verlesung der einzelnen Vereinsabende erfolgte der Kassenbericht, der eine geradezu mustergültige Kassenführnng ergab. Zu unserem großen Bedauern hat Fräulein Herta Cohn, die seit einer langen Reihe von Jahren gemeinsam mit ihrem Vater die Bercinskasse verwaltete, nun ihr Amt niedergelegt. Der 1. Vo» sitzende stattete Fräulein Cohn den wärmsten Dank des Vereins ab und hob die Verdienste hervor, die Vater und Tochter sich in all den Jahren um den liberalen Verein erworben hatten. Nach herzlichen Dankesworten an den Haupt- sowie Gesamtvorstand leitete Herr Dr. Scheyer nun zum 3. Punkt der Tagesordnung, der Neurvahl des Vorstandes, über. Es folgte nun Entlastung des 1. Vorsitzenden und des übrigen Vorstandes, durch Akklamation wurde der bisherige Vorstand mit dem allbeliebten und erfolgreichen 1. Vorsitzenden an der Spitze, einstimmig wiedergewählt, als Kassenwart wählte die Versammlung einstimmig Herrn Georg Baum. Neugewählt wurden ferner Herr Alex Toctor als stellvertretender Schriftführer, Herr Israel als stellvertretender Kassierer, Frau Gertrud Liebrecht als Beisitzerin, Fräulein Hilde Krieg sowie Herr Georg Sorski für die Jugendgruppe. Fräulein Lilli Liebrecht und Fräulein Erna Neumann wurden für die Jugendgruppe wiedergewählt, welche während des neuen Vereinsjahres reorganisiert werden soll. Es folgte nun als 4. Punkt der Tagesordnung das mit größtem Interesse erwartete Referat des 1. Vorsitzenden über „Jewish Agency". Zum besseren Verständnis berichtete Herr Dr. Scheyer auf Wunsch die Vorgeschichte zur „Jewish Agency" und ging dann aus das eigentliche Thema über. Der Redner verstand es in ausgezeichneter Weise, seinen Hörern einen ebenso lehrreichen wie interessanten Bericht zu geben und uns ein klares Bild von der Sitzung des Gesamtvorstandes zu entrollen, in welcher über die wichtige Frage eines evtl. Beitritts zur „Jewish Agency" ein ablehnender Beschluß gefaßt worden war. Herr Dr. Scheyer hat sich durch sein umfassendes Referat ein großes Verdienst erworben, und die Mitglieder dankten ihm am Schluß seiner fast einstündigen Ausführungen durch einmütigen Beifall. Vereinsnachrichten Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden veranstaltet ge meinsam mit dem Landesverband für jüdische Wohlfahrtspflege in Hessen und Hessen-Nassau und der jüdischen Wohlfahrtspflege Frank furt a. M. am Sonntag, den 12., und Montag, den 13. Mai 1929, in Frankfurt a. M. (Frankfurt-Loge, Eschersheimer Landstraße 27) eine West- und Süddeutsche Bezirkstagung der Jüdischen Wohlfahrtspflege mit dem Thema „Planwirtschaft in der Wohlfahrtsarbeit". Am Sonntag, den 12. Mai, nachmittags ab 2 Uhr, werden die Referate zu den Themen: „Planwirtschaft in der Mittelbeschas fung und Mittelverwendung" und „Zur Planwirtschaft im Auftakts wesen und in der Erholungssürsorge" gehalten. Referenten: Justizrat Dr. Straus-München, Frieda Weinreich-Berlin, Direktor Dr. Rothschild-Dinslaken. — Abends 149 Uhr findet im Großen Saal der Frankfurt-Loge eine öffentliche Kundgebung statt. Redner: Dr. Baeck Berlin, Bettina Brenner-Leipzig, Dr. Horovitz-Franksurt a. M., Dr. Straus-München. — Am Montag vormittag sind Arbeitsgemeinschaften vorgesehen, am Montag nachmittag Besichtigungen Frankfurter An stalten. 5. Liste der Spenden für den Hilfsfonds Hermann Wronker, Frantfurt a. M.; Generaldirektor Richard Schneider, Frankfurt a. M.; Tr. Fritz Adler, Frankfurt a. M.; Leo Blum, Frankfurt a. M.; Albert Cohen, Frankfurt a. M.; Tr. Hugo Hossmann, Frankfurt a. M.; Tr. Georg Klein, Frankfurt a. M.; Rabbiner Tr. Arnold Lazarus; Simon Mayer, Frankfurt a. M.; Tr. Frjtz Oppenheimer, Frantfurt a. M.; Dr. Nathan Rosenthal, Frankfurt a. M.; Richard Schottenfels, Ferdinand Stiesel, Frank furt a. M.; Tr. Alfred Straus, Frankfurt a. M.; Tr. Eduard Strauß, Frankfurt a. M.: Rabbiner Tr. Jelski, Berlin-Wilmersdorf; Michael Abraham, Berlin; Tr. Hermann Berlak, Berlin; Robert Engel, Berlin; Martin Saul, Breslau: Ph. Lachs, Breslau; Ernst Schlesinger, Breslau: Walter Bayer, Breslau; Max Steuer, Breslau; Arthur Becker, Beuthen; Tr. W. Jülich, Tuisburg; R.-A. Rich. Scharfer, ^tettm; Siegir. Hesse, Berlin; Otto I. Kraft, Lichtenberg; Tr. Ludw. Holländer, Berlin; Tr. Fritz Schreier, Breslau: Louis Baum, Tortmund; R.-A. Tr. Strauße Dortmund; Frau Johann Bos, Tortmund; Siegfried Bloch, Dortmund; S. Blach, Dortmund; Eugen Schlesinger, Dortmund; Richard Flörsheim, Dortmund;' N. N., Dortmund; R.-A. Dr. .tzoffmann, Dort mund; Rektor Goldfchmidt, Dortmund; Max Israel, Tottmund; R.-A. Tr. Koppel, Dortmund; R.-A. Dr. Ostwald, Dortmund; Max Ladewig, Dortmund; Frau Toni Sternberg, Dortmund; Gustav Sternheim, Dortmund; Hans Wolfs, Dortmund; Louis Wolfs, Dortmund; Tr. med. Walter Steinbecg, Dortmund; Arthur Rofenberg, Dortmund; Leo Jonas, Dortmund; Joses Wertheim, Dortmund; Consul Louis Jaeoby, Dortmund: Hermann Arenberg, Dortmund; Walter Elsbach, Dortmund; Lehrer Nuß,bäum, Dortmund; Frl. Blumenfeld, Dortmund; R.-A. Windmüller, Dortmund: Sally Rintel, Tortmund; Gustav Steinweg, Dortmund; Alfred Gans, Dortmund; Albert Schwarz, Dortmund; Albert Kamp, Dortmund; Frau H. Heymann, Dortmund; Salo Benjamin, Dortmund; S. Gumpold, Erfurt; Tr. Fritz Oppenheimer, Frankfurt g. M.; Heinrich Levy, Hamburg; Justizrat Tr. Jul. Appel, Mannheim; Landgerichtsrat Tr. Lesser, Berlin-Charlotten - bürg; Hans H. Kochmann, Berlin-Charlottenburg: Walter Kockmann, Berlin Charlottenburg; Frau Henriette Wallfisch, Bresrau; Frau Tr. Schoenewald, Bochum; Frau Paula Reichende rg, Bochum; Moritz Hühnlein, Bochum; Tr. 3Itfrd> Cohen, Bochum; Otto Fromm, Bochum; Arthur Nahm, Bochum; Joseph Salomon, Berlin; Alfred Schert', Berlin; E. Silberberg, Berlin-Charlottenburg; Charles Leon, Berlin; Ernst Jacobi, Berlin; San.-Rat Tr. Ackert Weis, Berlin- Schöneberg; Tr. Adolf Löwy, Berlin; Frau Irma Asfen- 1,ein: er, Bremen; Dr. Walther Freund, Breslau; Landgerichtsrat Jos. Franken, Düsseldorf; L. Rothschild, Hamburg 1; Jacob T Bloch, Konstanz; Rabbiner Tr. Essast, Landsberg a. W.: San.-Rat Tr. M. Loewenmeyer, Berlin; San.-Rat Tr. Hugo Stettiner, Berlin; Richard Ehrlich, Breslau; Tr. Wolfs, Cleve; Hermann Bacharach, Essen; Sal. Hofsmann, Essen. Rich. Herz, Essen; Dr. David, Hagen; Clara Blumenthal, Leipzig; S. Heumann, Mannheim; Benno Becher, Ber'lin-Halenfee; Direktor Rud. Mayer, Burg b. Magdeburg; Max Loewe, Tuisburg; Hanna Cohn-Torn, Hannover; Dr. Leopold Cohn, Hickesheim; Albert Israel, Heilbronn; Tr. med. Salomonskr, Berlin. Wettere Zahlungen erbeten aus das Postscheckkonto der Bereinigung für das liberal« Judentum, Berlin Nr. 137 069.