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Jüdisch-liberale Zeitung · 1928-10-05 · 40 (5.10.1928) · page 8

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
8 (1928)
Issue
40 (5.10.1928)
Date
1928-10-05
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Aus dem Mehrheitsbericht: „Kein Staat wird vollständig abrüsten, bevor er nicht im selben Maße gegen Kriegsgefahr gesichert ist und sofortiger! wirksamen Schutz der ganzen Welt im Falle eines Angriffes erwarten kann." Es folgt Vorschlag: obligatorischer internationaler Verzicht auf Krieg, etwa Kelloggpakt, ferner obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit. Dann Revision aller bisherigen Verträge, damit Wiedergutmachung durch sie geschaffenen Unrechtes nicht als Vorwand zu neuem Krieg dienen kann. Um diesen Maßnahmen Geltung zu verschaffen, folgendes: „Es wird die Sanktion einer internationalen Polizei unter verantwortlicher internationaler Kontrolle gefordert; sie steht entweder den Opfern eines Angriffes oder den rechtmäßigen eingesetzten Institutionen der internationalen Gerechtigkeit zur Verfügung." „Der Völkerbund ist das geeignete Organ zur Durchsnh rung einer solchen Sanktion." (Anmerkung: Höchstwahrscheinlich. ist nicht der gegenwärtige, sondern durch — vorher angegebene — Reformen nmgewandelte Völkerbund gemeint.) Alternativvorschlag zu diesem Mehrheitsbericht: „Alle Gewaltmaßnahmen (Sanktionen) als Mittel znr Sicherung des internationalen Friedens sind abzulehnen." Dagegen der Minderheitsbericht: „Es ist Tatsache, daß die imperialistischen Staaten der ganzen Welt sich in einem Wettrüsten befinden. Es ist ein Betrug an den werktätigen Massen, von Abrüstung in den gegenwärtigen Staaten zu sprechen. Die Abschaffung der Rüstungen sowie die des Krieges ist deshalb nur durch Abschaffung des Kapitalismus möglich. Das einzige Mittel, Rüstungen abzuschaffen oder sie zu vermindern, ist die Unterstützung des Proletariats in seinem Kampf zur Ueberwindung der Bourgeoisie." Es fehlte nun nicht an Versuchen, die Gegensätze zwischen diesen beiden Gruppen, die natürlich nicht immer so kraß zu Tage kamen, zu überbrücken. Ich führe als Beispiel die Haltung der Sozialisten in der sozial-wirtschaftlichen Kommission an: „Die Sozialdemokraten stimmen mit den Kommunisten hinsichtlich der Notwendigkeit des Aufstieges der Arbeiterklasse zur Macht überein, mißbilligen aber den Methoden der Gewalt und vertrauen allen Versuchen, die sozialistische Ordnung mit friedlichen Mitteln aufzurichten, z. B. der obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit, dem Generalstreik, der internationalen Arbeiterorganisation usw." Es glückte sogar, in einigen Hauptpunkten die Ansichten zur Uebereinstimmung zu bringen. Es war nämlich beschlossen worden, alle in den Kommissionen einstimmig angenommenen Beschlüsse der Plenarversammlung zur Kenntnisnahme und Abstimmung vorzulegen, um klare Stellungnahme des Kongresses herbeizuführen. Einstimmig wurde vom Kongreß der Beschluß der Rassenkommifsion angenommen: „Der Kongreß unterstützt ohne Vorbehalt das Grundprinzip der Gleichheit aller Rassen." Damit ist die antikoloniale und antiimperialistische Tendenz klargestellt. Sehr st arte Mehrheiten, d. h. Annahmen gegen einige Gegenstimmen oder Enthaltungen, fanden die folgenden Thesen: „Der dauernde Weltfriede hängt von der Beseitigung des Imperialismus in allen seinen Formen ab. Nur durch die Beseitigung der ökonomischen Ausbeutung der Massen, welche dem Arbeiter die Früchte seiner Mühe raubt, kann die gegenwärtige imperialistische Osrdnung verschwinden. Daher müssen wir uns die Aufgabe setzen, eine neue Wirtschaftsordnung aufzubauen, in der es keine Ausbeutung mehr geben wird." „Moderne Kriege sind so offenkundig auf das herrschende Wirtschaftssystem zurückzuführen, daß die Schuld am letzten Weltkriege unter keinen Umständen einer einzelnen Nation zur Last gelegt werden kann." „Die Forderung der werktätigen Jugend nach Arbeits schütz, Freizeit und hochwertigster Berufsausbildung bedürfen raschester Verwirklichung in allen Ländern, am dringlichsten in den kolonialen und halbkolonialen Gebieten." „Der Kongreß erblickt in der Militärdienstpflicht einen ungerechten Eingriff in das Gewissen des Einzelnen." Um eine Brüskierung der Minderheiten zu vermeiden, war vorgesehen, Anträge, die nicht auf große Mehrheit rechnen konnten, von einer Abstimmung auszuschließen. So kam es, daß ein sehr interessanter, von der deutschen Delegation einstimmig angenommener Antrag (mit Ausnahme einer Enthaltung, da der betreffeixbe Delegierte sich gegen jede Ent schließung aussprach) nicht zur Abstimmung gelangte. Er hat den Wortlaut: „Eine wirksame Bekämpfung des Imperialismus ist nicht möglich ohne das Zusammenwirken der friedensbereiten Jugend mit den Massen des internationalen, revolutionären Prole tariats und den unterdrückten Völkern." Dieser Beschluß ist deshalb so bedeutsam, weil er, von allen Gruppen der deutschen Jugend angenommen, den Versuch eines Zusammengehens mit dem Proletariat darstellt. Es ist Tatsache, daß aus dem Kongreß die Hauptkämpfe zwischen revolutionärer und reformistischer Gruppe innerhalb der deutschen Delegation abspielten. Nie vorher wurde uns Deutschen so offenbar, daß, im Falle eines neuen Krieges, der sicher die Fronten: England Rußland hat, unser Land das Schlachtfeld werden wird. Tiefe Erkenntnis half dann auch, die Spannungen innerhalb der deutschen Delegation zu überbrücken. Sehr interessant ist die Art, in der das geschehen ist. Aus Gründen der Objektivität gebe ich die betreffenden Stellen des offiziellen deutschen Presseberichtes wieder, der zuerst erklärt, warum der deutsche Antrag nicht zur Abstimmung gelangte: „— es wurde keine Einigkeit erzielt über die Bedeutung des Wortes „revolutionär"; für einen Teil der Delegierten war „revolutionär" mit „gewaltsam" gleichbedeutend, für den anderen bedeutete „Revolution" eine radikale Umwandlung im Gegensatz zur oberflächlichen Reform, unabhängig von der Frage der Mittel." und dann fortfährt: „— Ein Teil der deutschen Delegation, insbesondere die Vertreter der bündischen Jugend stimmten allerdings der Resolution nur mit dem Vorbehalt zu, daß die Art der Zusammenarbeit der Verantwortung des Einzelnen überlassen sein sollte. Ihre grundsätzliche Zustimmung begründeten sie damit, daß die Zusammenarbeit zwischen Bürgertum und Proletariat eine Ausgabe sei, die alle Völker und jeden Menschen angehe, der das Ziel der Befriedung der Welt ernst nehme. Zur Begründung ihres Vorbehalts führten sie aus, daß sie in wesentlichen Punkten weder mit der Weltanschauung noch mit den politischen Methoden der Kommunisten übereinstimmen könnten, daß daher für sie das Zusammenwirken mit dem Proletariat keine grundsätzliche Bejahung aller Aktionen des Proletariats und Teilnahme an diesen bedeuten könne." Nach dem Bisherigen wird es nicht verwunderlich scheinen, wenn auf einer der letzten Plenarsitzungen des Kongresses die Vertreter aller Richtungen sich gegen die jetzige Gründung des Weltbundes aussprachen. Der Gedanke ist eben noch nicht stark genug, um die Fesseln einer festen Organisation zu ertragen. Die Gefahr, die ihm durch die Gründung eines Pseudo-Weltbundes, dem wichtige Gruppen der Jugend fernblieben, erwächst, ist so drohend, daß der Kongreß sich allgemein gegen eine zu frühe Bindung aussprach. Harold Bing, der internationale Sekretär, der für die bisherige, organisatorische Arbeit verantwortlich war, gab in der letzten. Sitzung den Kongreßbericht und sprach kurz über die weitere Arbeit in den Ländern, die jetzt umso größere Wichtigkeit erlange. Damit ist der möglichst objektive Bericht von den tatsächlichen Ereignissen des Kongresses zu Ende. Pessimismus ist nicht am Platze, denn der scheidet von vornherein aus, wer mit der Frage nach dem Erfolg anstatt der Neberzengung ihrer Notwendigkeit an die Arbeit geht. Aus der Jli-Arbeit (Aus technischen Gründen verspätet) Magdeburg. Am Ooiiniag, den 26. August 1928, fand unsere diesjährige Herbst-Generalversammlung statt. Der Vorsitzende, Hans S ch a e f e r, erüffnete um 11 Uhr, nachdem festgestctlt tvar, daß sie bei der Anwesenheit von einem 1 h der Mitglieder beschlußsähig ist, die Versammlung und gab den .Halbjahrsbericht. Darauf folgte der Bericht des Kassierers und seine Entlastung; dann legte der ganze Vorstand sein Amt nieder und man schritt zur Wahl der einzelnen Aemter. Es wurden gewählt: 1. Vorsitzende: Edith Basch, 2. Vorsitzender: Hans Schaefer, §chriftführcr: Alfred Hadra, Kassierer: Alfred Klappho)z, Iugendobmann: Ernst Steiner, Obleute derselben: Heinz Kronhcim, Hilde B o r in a n n , Kassierer derselben: .Haus Erwin Teller, Obmann der älteren Gruppe: Hans Heu in an». Nach den Vorstandswahlen lvurdc noch über die kommende Winter rtrboif gesprochen. Tann gab Herr Rabbiner Dr. Georg Wilde noch einen kurzen Ueberblick über die Weltkonferenz. Um H^l Uhr schloß der Vorsitzende die Versammlung mit dem Appell, sich an der Winterarbeit recht zahlreich zu beteiligen. »Jli-Arbeit und Schule der Zugend" Zu dem Artikel von E. H. Seligsohn L von Hans Rosenberger- Berlin. Bei den jetzt allmählich in die Oefsentiichkeit gelangenden Nachrichten über die „Schule der Jugend" erscheint es mir angebracht, einmal einige Fragen aufzuwersen, die in. E. von allgemeinein Interesse sind. Insbesondere veranlaßt mich der Artikel von E. H. Seligsohn in der letzten Nummer dieser Mitteilungen, dies zu tun, um so mehr als E. H. S. sich ja auch mit dem Jli (natürlich nur Berliner Jli) in seinem Aufsatz auseinandersetzt, und er gerade für den „Jli" die Notwendigkeit der „Schule der Jugend" betont. Es liegt im Wesen der Sache, daß wir uns vor allem mit dem Thema: Lehrer, Lehrstoff und Schüler zu beschäftigen haben. Wie E. H. S. schreibt, werden „diejenigen, die dort lehren werden, das nötige Wissen haben, um in verantwortlich-freier Art ihren Stoff behandeln zu können". Leider ist sonst über die Person des Dozenten recht wenig gesagt. M. E. gibt es aber nur zwei Möglichkeiten: Entweder man läßt Dilettanten, die auf autodidaktischem Wege sich das notwendige Wissen angeeignet haben, reden, oder man überläßt die Lehrtätigkeit ganz und gar anerkannten Wissenschaftlern. Ich glaube, daß der erste Weg zwar recht verlockend aussieht — insbesondere, wenn man an Dozenten denkt, die, wie es heißt, selbst den Jugendverbänden angehören. Doch möchte ich hiervor ganz entschieden aus folgenden Gründen warnen: Als Lehrstoff wird vor allen Dingen Hebräisch, jüdische Geschichte, Kurse über Bibel, Talmud, jüdische Literatur und Kunst und Philosophie genannt. Gewiß, solange es sich um den Unterricht in irgendeinem Lehr- oder besser Lernsach wie Hebräisch, Literatur- oder Kunstgeschichte handelt, sind wir, glaube ich, alle der Meinung, daß gemeinsames Lernen nur anspornend wirken kann. Anders aber bei geschichtswissenschaftlichen und philosophischen Kursen und vor allem bei dem sogen. Sprechsaal — wo man wohl gemeinsame Aussprachen u. ä. stattfinden lassen will. Man verkenne nicht, daß der Dozent hier in den meisten Fällen einer mehr oder weniger zur Kritik nicht fähigen Masse gegenübersteht. Gerade bei jüngeren Lehrkräften kann m. E. niemand eine wirklich „verantwortlich"-freie Art verbürgen. Als Kinder unserer Zeit wissen wir doch alle nur zu gut, daß Wissen — auch großes, umfassendes Wissen — die für die Tätigkeit an einer derartigen Schule nötige Objektivität und Selbstkritik nicht verbürgt (das soll doch wohl verantwortlich-frei heißen!). Nicht als ob ich fürchtete, die einen könnten kraft ihrer Persönlichkeit die andern in ihr Fahrwasser ziehen — ich nehme bei allen gleiche Fähigkeiten und Möglichkeiten an; ich glaube aber nicht, daß irgend wer in der Lage ist, Gegensätzlichkeiten, die doch nun einmal vorhanden sind, wenn sie einmal in diesem Institut in irgend einer Stunde, bei irgend einer Gelegenheit zum Ausbruch kommen, für endgültig zu schlichten. Es klang ja sehr schön, wenn auf der Wellkonferenz der „Wille zur Gemeinsamkeit" der jüdischen Jugend betont wurde. Es mag ja überall einige Idealgesinnte geben — so bitter es aber klingen mag: "das Gros der jüdischen Jugend ist m. E. noch nicht reif für eine derartige gemeinsame Arbeit aus sich heraus. Man sage nicht: Laßt doch die Meinungen aufeinanderplatzen, dadurch wird nur Klärung geschaffen. Wenn die „Schule der Jugend" nicht vom ersten Tage an nach innen und außen ein einheitlich geschlossenes Ganzes sein kann, ist sie vor ihrer Geburt zum Tode verurteilt. — Und Experimente wollen wir schließlich mit dieser Jugend auch nicht machen. Bleibt also, es nach Art der „Jüdischen Volkshochschule" zu machen, was Dozenten und Lehrstoff anbelangt. Vor mir liegt das Vorlesungsverzeichnis der „Freien jüdischen Volkshochschule Berlin" für das Herbstsemester 1928. U. a. werden folgende Themen angekündigt: Entstehung des Christentums, Wohlfahrtsprobleme der jüdischen Gegenwart, Grundprobleme des modernen Hebräisch, Jüdisches Theater, Glauben und Wissen der jüdischen Philosophie, Kritische Einführung in die Bibel usw. Vom Arbeitsprogramm der „Schule der Jugend" fehlen eigentlich nur hebräische Sprachkurse. Ja, warum arbeitet man denn nicht mit der Volkshochschule zusammen?! Ich glaube nur zu gern würden die Volkshochschule und ihre Dozenten unseren Anregungen in jeder Richtung folgen. Man motivierte die Gründung der „Schule der Jugend" mit einer Sammlung Interessierter aller Bünde zu gemeinsamer Arbeit. Indem man ein Konkurrenzunternehmen gegen die Volkshochschule, die ihre Daseinsberechtigung, dächte ich, hinlänglich bewiesen hat, gründet, bringt man, vielleicht ohne es zu wollen, einen Zwiespalt und Verstimmung in die ganze Sache. Man wird sagen, die Jugend will aus sich heraus die Arbeit leisten. Ich glaube, wenn man in den jugendlichen Kreisen ebenso wie für die „Schule der Jugend" für die „Volkshochschule" Stimmung machte, würde auch auf diesem Wege das Ziel zu erreichen sein. Ich halte es für völlig verfehlt, aus Eigenbrödelei oder auch aus anderen Gründen nicht mit den Aelteren zusammenarbeiten zu wollen. Es ist ja leider Gottes überall-— nicht zuletzt bei uns Liberalen — zu beobachten, vaß die Jugend den Anschluß an die Aelteren und umgekehrt verloren hat. Wollen wir aber tatsächlich für ein starkes Judentum arbeiten, dann brauchen wir die Aelteren ebenso, wie die Aelteren uns Jungen brauchen — und diesen verlorenen Anschluß wiederzugewinnen, sollten wir keine Gelegenheit versäumen. Nun noch kurz einiges zu dem Punkte Jli-Arbeit, die kn dem Artikel von E. H. S. ja auch behandelt .wurde. Ich glaube, wir alle, die wir in der Jli-Arbeit stehen, wissen, daß wir stets, manchmal mehr, manchmal weniger betont, den Schwerpunkt unserer Arbeit auf „Bildungsarbeit" gelegt haben. Ich bin mir durchaus bewußt, baß wir keine ganz systematische, vielleicht auch nicht immer genügend intensive Arbeit leisten. Aber! — Wir wollen ja weder als ganze noch als halbe Talmudgelehrte aus dem Jli gehen. Was wir einzig und allein wollen, ist, unfern Mitgliedern Interesse am Judentum und an jüdischen Dingen zu vermitteln. Das tun wir einmal, indem wir kursusmäßig gemeinsam all die Fragen besprechen, die als Grundlage fürspätere selbständige Fortbildung unbedingt notwendig sind — wie gesagt über die Systematik und Intensität kann man streiten; zum anderen versuchen wir in Diskussionen Fragen zu beantworten, die allgemeines Interesse haben und die durch eine Aussprache am besten zu klären sind. Vielleicht, daß nicht bei allen sehr viel im Kopf haften bleibt. Einen Eindruck und den Willen zum Judentum nehmen wohl alle mit, die zu uns kommen. Mehr wird, glaube ich, die „Schule der Jugend" mit ihren Kursen zu 8 Stunden auch nicht erreichen können. Denn schließlich vergißt man das, was man nicht ständig übt, sehr bald wieder. Ich glaube aber, daß unsere Gruppen, vor allem''die jüngeren Gruppen, immer die „Arbeit" gern getan haben — als „Ballast" ist sie wohl sehr selten empfunden worden. Gewiß, unsere Gruppengemeinschaften haben sich auf Heimabenden und Fahrten gebildet, doch hat unsere sachliche Arbeit wohl nur selten unter zu großer „Gemeinschaftlichkeit" gelitten. Sicher wird eine Mitarbeit in einer etwa doch zustande kommenden „Schule der Jugend" uns nicht schaden, ob sie uns aber fo sehr viel mehr geben wird, wage rch zu de zweifeln. II. Hilde Hamburger, Berlin. Was hier vom jüngeren Jli gesagt wird, bezieht sich nur auf Berlin. In den anderen anderen Städten liegen die Verhältnisse wohl wesentlich anders. Der Gedanke „Jli-Arbeit und Schule der Jugend", über den Ernst Heinrich Seligsohn in der letzten Nummer unserer Zeitung schrieb, ist wohl augenblicklich für alle andern beteiligten Jugendbünde, von ihrer Bundesarbeit aus gesehen, ebenso wichtig wie für uns. Für alle ist die Ueberlegung gleich notwendig: wie weit ist uns die dort geplante Arbeit neben der Bundesarbeit ein Bedürfnis, und wie weit haben wir die Möglichkeit, sie zu leisten? Und dabei zeigt sich gleich, daß diese Fragen für die einzelnen Bünde durchaus verschieden zu beantworten sind. In allen Jugendvereinen, mögen sie sich offiziell zur Jugendbewegung rechnen oder nicht, hat man erkannt, daß die in den Bünden geleistete Arbeit größtenteils auf Gemeinschaftsarbeit beruht. So hat man die Arbeitsweise danach eingeteilt: in den einzelnen „Gruppen" oder „Zügen" besteht ein starker Zusammenhang, der durch persönliches Zusammensein, namentlich auf Fahrt, besonders gefördert wird. Tie sachliche Arbeit leidet absolut nicht unter dieser Gemeinsamkeit, selbst wenn einmal ein Teil des Heimabends mit außerprogrammäßigen, rein persönlichen Dingen verbracht wird. Das stärkere Aufeinandereingestelltsein bestimmt die Interessen der Gruppe soviel einheitlicher und läßt die Einzelnen viel mehr aus sich herausgehen. Selbstverständlich ist für so eingestellte Bünde die „Schule der Jugend" sehr

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