Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 8 (1928)
- Issue
- 14 (6.4.1928)
- Date
- 1928-04-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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WjschKberaleZejtML Organ -er Vereinigung für -as liberale Judentum e. V. ^gfptcU bnrch Mt »«fchäfisfievt »/.sührkch M. 2.50 gh^tdmmmet 020. Bei freiet 3ufenMmg (. Inland 0.25 M Me Mlglieder der Vereinigung tfl der Bezugspreis im Migliedsbeikrage enthalten, »erantwortl. Redattenrr Brune Doyda. Die «Jüdisch-liberale Zeitungerscheint jeden Freitag. Redaktion und Geschäftsstelle: Berlin SW 4S. Wilhelmstr. 147 Aernruf: Bergmann 335S. 3359 Postscheckkonto: Berlin 3UD 7. 137069 (Bereinigung für das liberale Judentum) Nachdruck sämtlicher Original-Beiträge uur mit vorheriger Genehmigung der Redaktion gestaltet. Anzeigenpreise: Die 12gespaltene Tlonparaillezeile 0.45 Soldmart, die Reklamezeile 3.00 Goldmark, bei Wiederholungen Rabatt. Anzeigenannahme: »Jüdisch-liberale Zeitung" Inseratenabteilung: Berlin SW 4S. Mlhelmstratze 147 (Bergmann: 335S-5S). sowie jämtt. Annouceu-LLpeortton. Ar. 14 Berlin. 6. April 192S S. Jahrgang Probleme Mischer Arbellslosigkeil Der nachfolgende Artikel stellt einen Vorabdruck aus „Jüdische Arbeits- und LLandcrfürsorge", Jg. I, Heft 10, dar. Wir geben ihn hier wieder mit Rücksicht ans die Bedeutung des behandelten Themas, ohne uns alle Einzelheiten zu eigen zu machen. Die Red. Die Fragen der jüdischen Arbeitslosigkeit rücken ersrenlicherweise immer mehr in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion. Die verschiedensten Institutionen bringet: den Problemen der Verdrängung jüdischer Arbeitskraft aus der allgemeinen Wirtschaft immer größeres Interesse entgegen. Es finden Konferenzen statt. Kommissionen werden gewählt, und Erhebungen sollen angestellt werden. So wichtig die rhethorische und schriftliche Auseinandersetzung mit den in Frage stehenden Problemen auch sein mag, so notwendig auch Erhebungen zur gegenwärtigen Wirtschaftssituation der Juden und zur Feststellung der Erscheinungen sind, die die Verdrängung vom Arbeitsmarkt zu einer Massenerscheinung werden lassen, sie alle können die momentane Not der jüdischen Arbeitslosigkeit nicht lindern. Die einzige Institution aber, die zur Linderung auch der gegenwärtigcrl Arbeitslosigkeit unter den jüdischen Arbeitnehmern berufen ist, und die unentwegt diese Aufgabe erfüllt, führt einen schweren Kampf um ihre Existenz. Der jüdische Arbeitsnachweis, zweifellos heute die wichtigste Waffe im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit unter den Juden, hat immer noch nicht jene Bedeutung im Leben der Gemeinden und der jüdischen Gemeinschaft erlangt, die ihm im gegenwärtigen Moment und in der Zukunft zukommt. Die wenigen leistungsfähigen Arbeitsnachweise, die bereits bestehen, kämpfen um ihre Existenz. Finanziell nicht gesichert, von den jüdischen Organisationen und Gemeinden wenig beachtet, sind sie zumeist in ihrer Existenz von der Arbeitsleistung einer kleinen Gruppe von Menschen abhängig, die die Bedeutung der Arbeitsnachweise für die jüdische Gemeinschaft erkannt haben und mit all ihren Kräften für die Erhaltung und den Ausbau dieser Einrichtungen wirken. Während ein Teil der Arbeitsnachweise, die anerkannt gute und nützliche Arbeit leisten, schwer um ihre Existenz ringen müssen, sind die Schwierigkeiten, die der Gründung von netten Arbeitsnachweisen, selbst in den Großgemeinden, entgegenstehen, fast, unüberwindlich. Die Vereinigte Zentrale für jüdische Arbeitsnachweise, die als Zusammenschluß sämtlicher jüdischer Arbeitsnachweise des Reiches die Ausgabe hat, Siellenausgleich und -austausch der Arbeitsnachweise zu gründen, hat ebenfalls mit außerordentlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die jüdische Arbcitslosigkeit ist keine lokale Erscheinung; sie erstreckt sich über das ganze Reich, alle Gemeinden sind von ihr betroffen und empfinden sie als eine empfindliche Belastung der örtlichen Wohlfahrtspflege. Littderung der Arbeitslosigkeit durch unmittelbare Beschaffung von Arbeitsgelegenheit ist in den kleinen Gemeinden kaum möglich. Eine breitere Basis der Hilfsmöglichkeit ist den Kleingemeinden sicher dadurch gegeben daß mehrere Gemeinden eines Kreises oder einer Provinz sich zusammenschließen und gemeinsam einen Arbeitsnachweis begründen. Nur darm, wenn im ganzen Reich ein Netz von gut ausgebauten Arbeitsnachweisen vorhanden ist, ist der Zentralstelle durchgreifende Arbeitsleistung ermöglicht, können durch überörtliche Vermittlung und Austausch der Stellen eine größere Anzahl von Arbeitslosen außerhalb ihre>- .Heimatsgemeinde wieder in Arbeit gebracht werden. Wenn also der Versuch einer Vereinheitlichung des gesamte'.: jüdischen Arbeitsnachweiswesens Erfolg haben soll, so ist zunächst die Gründung jüdischer Arbeitsnachweise bei den Großgemeinden eine der dringendsten Aufgaben. Dabei kan:: aber nicht nachdrücklich genug vor einer Zersplitterung des Arbeitsnachweiswesens gewarnt werden, wie sie sich gerade in den letzten Monaten in immer größerem Umfange be merkbar macht. Eine der entscheidenden Ursachen, die die Gründung ft!b- 'ländiger jüdischer Arbeitsnachweise bewirft haben, einer der wichtigsten Rechtsertigungsgrnnde ihrer Existenz überhaupt, ist die Beschaffung sabbathfreier Arbeitsü eilen für alle jüdischen Menschen,^die dacans Wert legen, ihrer religiösen Ueberzeugnng nach den Sabbath durch Arbeitsruhe zu heiligen. In diesem Sinne i 't die gesamte jüdische Arbeitsnachweisbewegung ein I n >'t r u m e n t zur tz e i l i g n n g des Sabbath im besten Sinne des Wortes. Es bedeutet daher eine außerordentliche Schwächung der jüdischen Gesamtarbeitsnachweisbewegung, wenn nunmehr von verschiedenen Seiten mit besonderem Hinweis aus die Heiligung des Sabbath Arbeitsnachweise begründet werden, die nun ihrerseits ebenfalls an den Mischen Arbeitgeber herantreten und bei ihm um sabbathfreie SteNen werben. Angesichts der bereits oben erwähnten Schwierigkeiten, denen der jüdische Arbeitsnachweis gegenübec- Nrht, stehen' wir schon jetzt in einigen Fällen vor der geradezu grotesken Erscheinung, daß in kleinen Gemeinden zwei jüdische Arbeitsnachweise nebeneinander wirten und beite nm sabbathfreie ©teilen werben. Sowohl für den jüdischen Arbeitnehmer als auch für den jüdischen Arbeitgeber entstehen aus dieser Situatton Schwierigkeiten, auf die schon jetzt hingewiesen werden muß. T:e Organisation der allgemeinen jüdischen Arbeilsnachweisbewegung ist eine derart elastische, daß sie jedem Kreise und jeder Anschauung die Möglichkeit der Mitarbeit bietet. Sie ist, was nicht oft und nachdrückuchst genug versichert werden kann, in erster Linie daraus bedacht, jenen jüdischen Arbeitnehmern zu Stellen zu verhelfe!:, die aus Heiiigung des Sabbath besonderen Wert legen. Tie Schaffung eigener sabbathtreuer Arbeitsnachweise bedeu et eure Zersplitterung der Arbeit, eine Schädigung der gegebenen und begrenzter: Möglichkeiten, eine Vergeudung von Geldmitteln und Kräften, Kräften, die sich in gemeinsamer Arbeit sowohl für die Sabbathheiligung als auch in der Bekämpfurrg der jüdischen Arbeitswftgtelt überhaupt viel besser auswirten können. Neben diesen besonderen Schwierig!eiter: unserer jüdischen Situation hat der jüdische Arbeitsnachweis mit Erschwernissen zu ringen, die keine typisch jüdischen siild, sondern di? auch jeder: anderen Arbeitsnachweis vor entscheidende Ausgaben stellen. Tie eigenartige Wirtschastsstruktnr der Juden aber, insbesondere die Ueberbesetzung der Kausmannsschichlen, bedeuten eine Steigerung der allgemeinen, auch sonst feststellbaren Notstände. Tie Tragödie der älteren Angestellten insbesondere - und dies fino schon se^ oft R^rsonen, die kaum das sünfunddreißigste Lebensjalft: überschritten Haber: ist für den jüdischen Arbeitsnachweis eine besondere und schwierige Eigeriausgabe, denn bet der großen Zahl jüdischer Handelsangcstellter bedeuten die älteren Angestellten eine besondere und schwierige Eigenausgabe, denn bei der großen Zahl jüdischer Handelsangestelller bedeuten sie älteren Angestellten e:ne besondere Belastung des jüdischen Arbeitsnachweises. Jeder Arbeitsnachweis ist mit derartigen älteren Angestellten, die in der freien Wirtschaft kaum noch unterzubringen sir:d, belastet. Versuche einer Berussumschichtung oder Versuche zur Verselbständigung sind zwar in Einzelfällen von Erfolg begleitet, es fehlen aber die Kräfte und Geldmittel, um deiarttge Versuche zu groß: angelegten Aktionen auszugestatleii. Achnlich ist die Lage der jüdischen Strafentlassenen, dl.c Erwerbsbejchränkten, der Wanderer. Sie alle stellen die Zahl jener Elemente dar, die die Warleräume der Arbeitsnachweise bevölkern, ohne daß diese in der Lage sino, ihnen in irgendeiner Weise dauernd und durchgreifend zu Helsen. Wern: hier der Vcrsuch einer sinnvolle,: Hiisele-stung gemacht werden soll und daß dieser Vcrsuch gemacht werden muß> steht außer Zweifel —, so kann dies nur durch Notstandsarbeiten und produktive Einrichlungen der Gemeinden geschahen. Es bedeutet für diese aus oer Wirtschaft gestoßenen Menscheu schon eine wesentliche Erleichterung ihrer Lage, wenn sie auch nur :n vorübergehenden Perioden von zwei bis drei Monaten arbeiten können, wodurch ihre Arbeitskraft eryallen und ihr Selbstbewußtjein in einem gewissen Umfange gestärkt wird. Aus dem Empfang der Fürsorgeunierstützung ist eine Arbeitsleistung geworden. Es darf allerdings nicht dazu kommen, daß die produktiven Einrichtungen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die insbesondere den oben erwähnten, in ihrer Vermittlungsfähigkeit beschränkten Kategorien zugute tommen sollen, sich zu wirtschaftlichen Unternehmungen entwickeln, die nach den: Gesichtspunkt der Rentabilität :hre Arbeitskräfte einstellen oder entlassen. Es darf auch nicht dazu kommen, daß oerarlige Einrichtungen nn Lause der Zeit sich wohl einen festen Stamm voi: Arbeitern erziehen, zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in größerem Umfange aber nicht mehr beitragen. Ans den Erfahrungen, die bisher mit jüdischen Notstanosunternehmungen, namentlich in Berlrn, gemacht wurden, muß auf diese Tatsache besonders hingewiesen werden. Tiefer Tatbestand ist das Ergebnis der Verwechslung der Begriffe „Wirtschaftlichkeit" und „Rentabilität". Wohl sollen produktive Notstandsunternehmungen wirtschaftlich geleitet sein, d. y. sparsam geführt, unter Vermeidung unnötiger Ausgaben, unter Ausnutzung aller wirtschaftlichen Gegebenheiten. Aber produktive Wohlfahrtsunternehmungen können nie rentabel sem, wenn Rentabilität Selbstechaltung des Betriebes oder gar Ueberschuß bedeutet. Als Wohlsahrtseinrichtungen sind sie den Zwecken der Fürsorge gewidmet und damit dem Kriterium der Rentabilität entrückt. Zu einer der wichtigsten produktiven Einrichtungen, die der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit von Strafentlassenen und Erwerbsbeschränkten dienen, gehört die jüdische Arbeiterkolonie. Sie ist die einzige Einrichtung, die cs ermöglichet: könnte, eine größte Anzahl jüdischer Erlverbsbeschränkter zu geregelter Arbeit zurückzuführen, sie in ihrer Arbeitswill:gkeit zu kräftigen und ihre Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Selbstachtung — Selbstbefreiung Von Gcmeinderabbiner Gustav Cohn (Leipzig). In der Feier von Erinnerungen liegt leicht etwas Greisenhaftes: Menschen, die fühlen oder gar wissen, daß sie schwach zu werden beginnen und der Gegenwart nichts Ganzes mehrleisten können, von der Zukunst keine Erfüllung mehr zu erwarten haben, versenken sich in die Vergangenheit und stellen das einstige Erlebnis erneut in ihre Gegenwart. Junge Menschen wollen nichts wissen von dem, das da einmal in ihrem Leben etwas bedeutet hat: sie sind zu stark ausgesüllt von dem, was an Drang zu leisten, an Wollen und Können sie durchwogt, leben zu intensiv in den Aufgaben des Heute und des' Morgen, als daß sie dem Gestern Raum in ihrem Denken geben möchten. Unsere jüdischen Feste sind Erinnerungsfeste. Mit jedem ist ein bedeutsamer Moment der israelitischen Geschichte verknüpft, den wir Jahr für Jahr zu bestimmter Zeit wieder vor unseren Geist steilen. Aber dieses Versenken in das Gewesene, mag es auch schon lange Jahrhunderte geübt werden, ist alles andere als Ausfluß schwächlicher Zuknnftslosigkeit; denn wir Pflegen die Erinnerung nicht um der Erinnerung willen: wir sahen und sehen unsere Ausgabe noch immer vor uns, wir fühlen uns noch immer stark, ihre Verwirklichung zu fördern. Darum sind unsere Feste nicht reine Erinnerungsseste. Die Erinnerung an das Einmalige wird gesteigert durch die Betonung des ewigen Gesetzes und damit der Vorgang in uralter Zeit zu einen: stets neu zu erlebenden gewandelt. Peßach ist s'man cherussenu: Zeit unserer Befreiung. Gewiß zunächst: Zeit des einstmaligen Freiwerdens unserer Alten aus ägyptischem Sklavenjoche. Aber Peßach ist zugleich Frühjahrsfest. Die Natur wird zusehends frei von den Fesseln des Winters; auf Wald und Flur dehnt sich alles, was Eis und Schnee in die Enge gebannt hatte. Die Luft beginnt wieder zu klingen, wiederzuklingen von emsigem Summen und frohem Zwitschern und jubelnden: Gesang. Alle Lebewesen, und mit ihnen den Menschen, drängt es, hinauszurufen das Frohgefühl der Befreiung von all dem Druck, all der Enge, die uns in dem Grau der Wintermonate belastet hatte, und die nun von uns weicht. Und indem wir den Frühling erleben, wird uns Peßach zum selbsterlebten Befreiungsfcst: Zeit unserer Befreiung. Der geschichtliche Vorgang, mehr als drei Jahrhunderte vor uns geschehen, wird uns so lebendig, als seien wir selbst soeben aus Aegypten gezogen. Wir haben so volles Verständnis dafür, was es unseren Vätern bedeutet hat, daß sie den Weg in die Freiheit so ganz ossenliegend vor sich sahen, daß sie nicht mehr die Peitschenhiebe zu fürchten brauchten, daß die Wahl ihrer Wege ihnen anheimgegeben war, das; sie - frei waren. Und indem wir den Zug der Väter in die Freiheit selbst erleben, wird das Fest seines Charakters als Erinnerungsfest entkleidet, wird uns zu etwas Gegenwärtigem, zu etwas Ewigneuem. - Ganz rein kann das Frohgefühl nicht sein, das der moderne Jude über die Befreiung empfindet. Ein Rest von Unfreiheit ist immer noch geblieben. Vor etwa fünf Vicrteljahrhunderten ist die äußere Mauer gefallen, die den Juden von seiner Umgebung abgesondert hat. Wenn auch langsam, so doch fortschreitend wurde eine Schranke nach der anderen niedergerissen. Und heute hat dem Juden in Deutschland die Verfassung die volle Gleichberechtigung gewährt. Nicht zu verkennen, daß zwischen den: Grundgesetz und der Wirklichkeit noch ein tiefer Abgrund klafft, daß auf die Ueberwindung der noch wirksamen Reste von Vorurteilen noch viel Mühe verwandt werden muß. Doch Voraussetzung für den Erfolg dieser Mühen ist die Ueberwindung einer anderen, in uns selbst ruhenden Beeinträchtigung des Freiheitübewußtseins. Gerade die jüngste Entwicklung der Tinge hat besonders lebhaftes Interesse für die Uebel jüdischen Lebens geweckt. Aus alle erdenkliche Weise möchten auch Nichtjuden zur Klärung so vieler hinsichtlich der Juden schwebender Fragen beitragen, möchten vor allem die Ursachen für die Sonderstellung der Juden erkennen, um dadurch zur Gewißheit zu gelangen, ob und wodurch Wandel eintreten kann. Von verschiedenen Seiten aus ist man da durch die Analyse zu einer Entdeckung jüdischen Verhaltens gelangt, die uns sehr nachdenklich machen muß; man spricht von dem „Minderwertigkeitsgefühl der Juden". Der Pädagoge will sehen, wie es bei dem jüdischen Kinde entsteht, das sich in seiner Klasse einer erbarmungslosen Mehrheit von nichtjüdischen Mitschülern wehrlos gegenüber sieht, und wundert sich nicht, wenn es sich in dem Heranwachsenden Juden einsrißt und auf allen Lebensgebieten sich kund gibt. Manches, was an Juden nicht ohne Mißbehagen bemerkt und als Zeichen eines eigenen Rassecharakters gebucht wurde, sei nichts anderes als der aus dem Unbewußten geborene Versuch, dieses Gefühl der Minderwertigkeit zu verhüllen. Jahrhundertelange Unterdrückung, schmachvolle SonderbehaMung habe naturnotwendig das Selbstbewußtsein unterwühlen müssen; und so sei aus dem