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Jüdisch-liberale Zeitung · 1927-12-23 · 51 (23.12.1927) · page 6

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
7 (1927)
Issue
51 (23.12.1927)
Date
1927-12-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Dr. Lazarus sucht die Frag-« zu erörtern, ob die religiöse Idee des Liberalismus geschädigt oder bereichert wird durch einen religiösen Zionismus, wie er immer stärtcr hervortritt. Der Reserent glaubt an eine wertvolle Bereicherung unserer liberalen Bewegung, wenn es gelingt, religiöse Zionisten, die an dem Primat der Religion festhalten, für uns zu gewinnen. Denn die (beschichte des Liberalismus hat bisher gezeigt, das; der Gedanke der (Jemernichast zu sehr in den Hintergrund getreten ist vor der Idee des Rechtes des Individuums, und daß es heute mehr denn je unsere Aufgabe ist, ein starkes Gemeinschastslebcn zu schassen, die Einheit der Juden in der ganzen Welt als religiöse Gemeinschaft in erster Linie wiedcrherzujlellen. Redner sieht die Brücke in Palästina und glaubt, daß der Aufbau dieses Landes eine tvertvolle religiöse Erneuerung des Judentums und der Judenheit bringen kann. Gerade wegen der Verwirklichung des mcssianischen Ideals, dem wir religiösen Juden mit aller Kraft zustrcben, kommt cs darauf an, alle wirklich religiös gesinnlen jüdischen Menschen, soweit sie dem Gedanken oer Entwicklung folgen, in unseren Reihen zusammen zu schließen. Redner schließt mit den großen Leistungen des jüdischen Liberalismus im 19. Jahrhundert aus allen Gebieten des Lebens. Bon einer öffentlichen Diskussion wurde Abstand genommen. Neue Mitglieder wuroen an diesem Abend gewonnen. Maktabi und Makkabäer Unser Chanukah-Fest legt uns die viel umstrittene Frage nahe, die Namen Maktabi und Makkabäer, deren eigentliche Bedeutung selbst heute noch keineswegs feststeht, zu erklären. In dem ans dem Hebräischen ins Griechische übersetzten ersten Makkabäer Buche, das uns mit der Geschichte auch den Namen der Makkabäer überliefert hat, wird Juda, der Sohn des Priesters Mattathias ans dem Geschlecht der Söhne Jojäribs, der nach I. Chr. 21, 7 wahrscheinlich zum vorzüglichsten Geschlecht Elasars, des späteren ältesten der Söhne Aarons gehörte, Judas Makkabalos genannt. Im zweiten Buche führt er fast überall diesen Namen, so durchweg int achten Kapitel, das von den Siegen des Judas Makkabäus über die syrischen Feldherren Nikanor, Timotheus und Bakchides erzählt. Späterhin wird der Name auf das ganze Geschlecht übertragen, das bei den jüdischen Schriftstellern, auch bei Iosephus und ebenso in unseren Gebeten, nach dem Großvater des Mattathias die Hasmonäer heißt. Schließlich bezeichnet jener Name allgemein alle Vorkämpfer der jüdischen. Religion gegen die Griechen, so schon in der Neberschrift des sogenannten dritten Makkabäerbuches, das von einer wunderselig sagenhaften und wahrscheinliche zweckbedacht erdichteten Rettung der Juden zu Alexandria vor dem Wüten des Königs Ptolomäus IV. Philopator berichtet. Der in unfern Tagen zu kennzeichnender Bedeutung gelangte Name ist auf verschiedene Weise zu deuten versucht worden, zumeist nach dem aramäischen makkaba, das nach Richter 4, 21 zur Bezeichnung des Hammers gebraucht wird, mit dem Jael dem schlafenden Sisera einen Nagel durch die Schläfe schlug. Doch handelt es sich hier um einen Arbeits-, nicht einen Streithammer. —- Ein anderer Erklärer führt es aus das hebräische mahbi zurück, das von kabah erlöschen herkommt und in Anlehnung an Jes. 43, 17, daß Roß und Reiter vor Gott dem Dochte gleich verlöschen, der „Löscher des Streites" bedeuten würde. Die Willkürlichkeit dieser sprachlich gezwungenen Erklärung fällt dem kundigen Hörer deutlich genug ins Ohr. — Keinen größeren Wert als den einer geistvollen Spielerei hat diejenige Deutung, welche den Namen Makkabi als die abkürzende Zusammenfassung der Anfangsbuchstaben im Verse des Siegesliedes II. B. M. 15, 11 ausfaßt: Mi kamoha baelim, Jahve! -- Ohne Anlchnung an das Schriftwort steht für sich selber die Deutung da, der Name gehe auf den hebräischen Fragesatz zurück: Mi k'abi! Wer ist wie mein Vater! Diese Namenssorm würde dem Namen Michael nachgebildet sein, der sich schon IV. B. M. 13, 13 findet, vor allem aber im Buche Daniel als der Name des Schutzgciftes des Volkes Israel vor Gott vorkommt. Indessen ist in jener Namens erklärung die Ablautung des stammhaft gewordenen Vokals i zu a nicht befriedigend zu erklären, so daß sie schon aus lautgesetzlichen Gründen abzulehnen ist, zumal hierbei auch noch die Zweideutigkeit hinzukäme, daß sich die väterliche Bezeichnung sowohl auf den irdischen wie den himmlischen Vater beziehen könnte, was dem Sinne des Bibelgeistes zuwiderläust. — Wie schon diese Erklärung vom Gebiete des Volksin das des Familienlebens hinüberleitet, so wird jetzt allgemein angenommen, daß dem Helden Juda sein Beiname lange schon, ehe er noch der Vorkämpfer seines Volkes geworden, gegeben wurde. Dieser Ansicht tritt auch der Londoner Arabist Professor Hartwig Hirschfeld bei, der den Namen nicht wie in der ersten der vorangegangenen Erklärungen mit koph, sondern, wie in dm übrigen, mit kaph geschrieben sehen möchte, und ihn von kaeb, Schmerz empfinden, ableitet. Da aber in der griechischen Schreibung, in der die Makkabäerbücher auf uns gekommen sind, das aleph der Form makobi verschwinden mußte, wurde diese zu makabi verkürzt. Hiernach ginge der Name entweder auf ein mit der Geburt des späteren Helden zulammensallendes schmerzliches Ereignis in seiner Famüre zurück oder allgemeiner auf die Sorge um die damalige Not des Volkes Israel. Dem Sinne nach wäre der Name dann dem Benoni der Bibel nach 1. B. M. 35, 18 zur Seite zu stellen. Wie dieses: „Sohn meines Schmerzes", so würde es: „Mein Schmerz" bedeuten. Natürlich kam bald nach dem sieghaften Aufglänzen seines Heldensterns zu jener ursprünglichen Bedeutung des Namens diejenige hinzu, die ihm die dankbar begeisterte Masse des ungelehrten Volkes beilegte, dem der Streit der pharisäischen Führer fernlag, die im Widerstand gegen die hochgestellten sadduzäischen Aristokraten das Makkabäerbuch von dem als regelrecht verbindlich erklärten Kanon der biblischen Bücher ausschlossen. So ist durch volkstümliche Umdeutung seines ursprünglichen Wortsinnes die des „Hämmerers" entstanden, die bis heute herrschend geblieben ist. Jener lautsprachlich wahrscheinlichen Erklärung der anfänglichen Wortbedeutung nach würde makkabi in die Reihe derjenigen Ausdrücke zu zählen sein, die nach der Annahme von Blondheim*) aus dem Ostgriechischen, das die fast ausschließlich nur mit den niederen Bolksmassen Nordasrikas und Borderasiens im Verkehr stehenden Juden des römischen Imperiums sprachen, in denjenigen ersten lateinischen Uebersetzungen der Bibel Aufnahme fanden, die der Vulgata des Hyeronimus vorangingen, welche späterhin und nach mehrfacher Ueberarbeitung auch heute noch von der römischen Kirche als die allein gültige Bibelübersetzung zugelassen ist. Obwohl jene Ausdrücke von dem Kirchenlatein der Vulgata abgelehnt wurden, da Hyeronimus die verdorbenen älteren Bibelübersetzungen durch Wiederannäherung an den hebräischen Urtext zu verbessern bemüht war, so blieben sie als *) D. S. Blondheim, Les parlers Meo-romans sf. Paris 1925. das Sprachgut des niederen Volkes dennoch in diesem erhalten und sind von dort aus in die romanischen Sprachen übergegangen, die sie uns dauernd bewahrt haben. Solch vulgärjüdische Sprachsormen sind z. B. die folgenden: Die Namen der Edelsteine Amethyst, lat. amethhstus, griech. amethystos; Onyx, lat. onychinus, griech. 6nyx; Topas, lat. topazus, griech. topäzion; das deutsche Engel, lat. angelus, griech. angelos; deutsch Drache, lat. draco, griech. drakou; Basilika, lat. basiliscus, griech. basiliskos; die Pflanzennamen Asop, lat. Hyssopum, griech. H>ssopos; Myrrhe, lat. myrrha, griech. myrca; die Myriade, lat. meriada unb myrias, griech. myrioi; die deutschen: Schule, lat. ichola, griech. scholl; Synagoge, lat. synagoga, griech. synagoge; Patriarch, lat. patriarcha, griech. patriärches; Judaismus und juboifieren, lat. gleichlautend und judaizare, griech. judaismvs, auch das Wort meditieren, lat. meletare, griech. medetäo. Alle diese sind, wie der Spitzenname Makkabi von makkabi, gleichsam Külturwanderwörter, die aus dem Vulgärgriechischen der Juden stammen, von diesen durch ihr unbeirrbar zähes Festhalten am Buchstaben des Bibelwortes bis heute bewahrt geblieben und darum trotz ihrer Ablehnung durch die herrschende Sprache der römischen Kirche in alle Kültursprachen übergegangen sind. Aber im Gegensatz zu allen übrigen hier angeführten Ausdrucken treffen bei der Beurteilung des zum Eigennamen erhobenen gattungsmäßigen Wortes makkabi zwei Anschauungsweisen in verschieden hohem Grade beachtenswert zusammen. Die linguistische, die denjenigen Sinn erforscht, den das Wort bei seiner Entstehung gehabt hat, wird völlig von der sprachphilosophischen verdrängt, die den entwicklungsgeschichtlichen Wandlungen seiner Päteren Bedeutungen nachfolgt bis zu der jetzt allein gültigen, die ausschließlich die heute noch in ihm schlummernde unverbrauchte Werbekraft erklärt, durch die es ungeschwächt noch weiter unter uns fortwirkt und herrscht. Durch diese allein vermag es, ebenso wie die übrigen angeführten Ausdrücke unsere Begriffs- und Ideenwelt schöpferisch aufs reichste zu befruchten. Seminaroberlehrer Tr. Max Golde. Das wahre Paradies (Ein jüdisches Märchen.) Von B. H a 1 p e r i n, Wien. Es lebte einmal ein gerechter und schriftgelelirter Rabbi. Ein so gerechter Mann, daß sich vor ihm der Herrgott selbst ein wenig gefürchtet hatte. Denn der Mann war sehr fest in der religiösen Wissenschaft, und diese Wissenschaft ist so weitläufig, daß sie keiner von den Lebenden geistig umfassen kann, und selbst Gott ernt und wiederholt Sein Gesetz tägäch drei Stunden, die ersten drei Stunden von den zwölf Stunden des T ages. Als dieser gerechte Rabbi dahinschied, wagte es Gott nicht, über ihn zu Gericht zu sitzen und Er sagte: „Wer könnte es sich erdreisten, über diesen Mann zu richten? Er war gerecht und beobachtete treuen Herzens a,le meine Gebote. Man führe ihn in das Paradies!“ Gottes Engel berührte den gerechten Rabbi und: führte ihn in das Paradies. Dort angelangt, erblickte der Gerechte ein Land, wo der Staub kostbarer war als Gold und der Boden von Edelsteinen glitzerte. An den Bäumen hingen köstliche Früchte, von denen die unreifen im Munde wie Scheibenhonig schmolzen, die reifen aber lieferten einen erfrischenden Saft, der stärkender wirkte als der beste Wein, und jedes Blättchen in diesen wohlriechenden Wäldern war eine heilsame Arznei. Kriechtiere und Raubtiere lebten in Frieden mit den Menschen. Die Vögel sangen Loblieder, die Vierbeinigen verkündeten Weisheit und selbst der Esel im Paradies war klüger als alle Gelehrten auf der Erde. Der gerechte Rabbi stand in dieser Jubelwelt und pries Gott. Bis er allmählich Eßlust bekam. „Genier’ dich nicht“, — riet ihm der Engel, — „Pflück’ dir eine Frucht und iß!“ Der Rabbi erwiderte: „Ich werde lieber warten. Ich will mir nicht den Appetit verderben. Der Herrgott versprach uns Juden ein paradiesisches Mahl aus dem Fisch Leviathan und aus dem Rind Behemoth. Ich will von ihrem Fleisch essen.“ Der Engel erstaunte und fragte: „Was ist das für ein Leviathan und für ein Behemoth?“ Nun war des Rabbis Teil zum Staunen und er rief: „Wie? Du Engel kennst nicht den Fisch Leviathan, mit dem Gott den dritten Teil des Tages spielt? Du kennst nicht das Rind Behemoth, das Gott auf den Tausend Bergen erschaffen hatte?“ Der Engel versicherte: „Ich höre davon zum erstenmal.“ „Wenn es so ist“, — meinte der Rabbi, — „so passe auf und lerne von mir! Das ist dir unumgänglich notwendig, weil ich merke, daß du ein ungemein dummer und unwissender Engel bist. Alles was der Herrgott schuf, schuf Er in männlichem und weiblichem Geschlecht. So schuf Er denn auch einen männlichen und einen weiblichen Leviathan. Aber wenn sie sich vermehrten, hätten sie alle Gewässer aus den Meeren verdrängt und die Erde wäre überschwemmt. Was tat nun Gott? Er tötete den weiblichen Fisch und salzte das Fleisch ein, — Er hob es für das große Mahl auf, für das zukünftige Mahl der Gerechten. Er schuf auch einen Behemoth-Ochsen und eine Behemoth-Kuh. Aber wenn sie sich vermehrten, hätten sie die ganze Erde verwüstet. Was tat nun Gott? Er tötete die Behemoth- Kuh und salzte das Fleisch ein, — für das zukünftige Mahl der Gerechten. Und wenn der männliche Leviathan und der männliche Behemoth einander begegnen, treten sie in Kampf. Und dann bebt die Erde unter den Stößen der beiden Untiere. Aber es wird eine Zeit kommen, und der Leviathan wird mit seinen Flossen den Behemoth töten, und der Herrgott wird mit seinem Schwert den Leviathan treffen, und aus ihrem Fleisch die besten Speisen bereiten, und die Gerechten werden an den Ufern des Flusses Sambation an karfunkelnen Tischen sitzen, diese Speisen genießen und ihre Kräfte mit Wein stärken, der bei Erschaffung der Welt gekeltert wurde und seitdem für die Gerechten aufbewahrt wird... So erzählen vom Leviathan und vom Behemoth unsere heiligen Bücher.. Aber der Engel sagte darauf lächelnd: j „Das alles sind irdische Märchen, mein Freund. i Glaube mir: Im Paradies gibt es keinen Leviathan und | keinen Behemoth. Und haßt du Weiser wirklich ernsti lieh geglaubt, daß Gott keine besseren Mittel hat, die Gerechten zu belohnen, als sie mit altem Geselchten und mit längst zu Essig gewordenem Wein zu bewirtet},? Vergiß doch an den Leviathan und an den Behemoth, blicke um dich herum, wie hier alles in Pracht strotzt, koste von den paradiesischen Früchten und preise Gott, der alles für dich vorbereitet hat!“ Aber der gerechte Rabbi verdüssterte sich: „Führe mich lieber von hier fort!“ — sagte er. — „Ich will hier nicht länger weilen!“ „Wvie? Bist du bei Sinnen?“ — sagte der Engel. — „Es hat noch niemand seit Erschaffung der Welt aus freien Stücken das Paradies verlassen.“ Der Rabbi erwiderte: „Das Paradies würde auch ich nicht verlassen wollen. i Aber der Ort, wo ich mich jetzt befinde, ist nicht das eigentliche Paradies, weil er weder den Leviathan, noch den Behemoth beherbergt.“ Der Engel wiederholte: „Der Leviathan und der Behemoth sind menschliche Erfindungen.“ Der Rabbi meinte: „Das kann nicht sein.“ „Aber wenn ich Engel es dir sage?!“ „Es kann doch nicht sein. Lange Jahrtausende hat es der Herrgott seinem Volke in Aussicht gestellt, und als wir auf der Erde hungerten und dursteten, waren wir im Glauben stark, daß uns Gott einst belohnen und uns vom Leviathan und vom Behemoth zu kosten geben wird.“ „Aber ich schwöre dir, daß diese Früchte viel kösticher sind, als irgendein gesalzener Fisch, den du Leviathan nennst, und der Honig, der von den paradiesischen Bäumen fließt, ist ungleich aromatischer als der Essig, den du Wein seit der Welterschaffung nennst. Und bedenke doch: Wie armselig würde sich ein karfunkelner Tisch inmitten der glitzernden Pracht der Edelsteine aus nehmen!“ „Was tut’s?“ — erwiderte der gerechte Rabbi. — „Habe ich denn ein Paradies mit köstlichen Früchten und glitzernden Steinen ersehnt? Mag das Fleisch vom Le- ' viathan auch zäh sein, aber der Herrgott hat mir Fleisch vom im Paradies beherbergten Leviathan versprochen, ich habe daran geglaubt und gehofft, daß ich dieses Fleisch bekommen werde — und ich muß es haben! Mag sein, daß der Wdn, der seit der Welterschaffung aufbewahrt i wird, mir die Kehle wie Essig angreifen wird, aber es wurde mir Wein von der Zeit der Welterschaffung versprochen, ich habe daran geglaubt und gehofft, daß ich 1 ihn trinken werde — und ich will nur diesen Wein haben! j Ich muß im Paradies alles finden, was mir versprochen l wurde und woran ich geglaubt habe. Sonst ist es für mich kein Paradies! Das wahre Paradies ist, wo alles ( in Erfüllung geht, worauf der Mensch in seinem irdischen Leben gehofft hatte. Gibt es keine Erfüllung, so gibt es auch keine Seligkeit! Das Beste ist nicht das, was dem Menschen gnädig gewährt wird, sondern das, j was er sich verdient und worauf er Anspruch hat. t Die köstlichsten Früchte genießend, werde ich mich! nach dem gesalzenen Fisch sehnen,, weil er mir gebührt, und er wird mir vorenthalten. Mich mit dem aromatischesten Honig berauschend, werde ich nach dem Essig dürsten, weil er mir gehört, und er wird mir verweigert. Auf einem diamantenen Boden tretend, werde ich bedauern, daß ich nicht an einem karfunkelnen Tisch sitze, weil er mein ist, und er wird mir «genommen. Mag dieser Ort auch das Paradies sein, aber ich habe nicht an dieses Paradies geglaubt und nicht für dieses! Paradies habe ich ein gerechtes Leben geführt.“ j Als der Engel die Worte des Gerechten vernahm, j erstrahlte er in Freude und sagte: j „Recht hast du Rabbi und beruhige dich: das war nur die letzte Prüfung, ob du des wahren Paradieses würdig bist. Aber jetzt komm und überzeuge dich, daß Gott seine Gerechten nicht betrügt und daß Er jedem j Gerechten das Paradies bietet,, an das er im Leben geglaubt hatte.“ Und plötzlich erblickte der Rabbi alles., woran er geglaubt hatte: den Leviathan, der mit Gott den dritten i Teil des Tages spielt, den Behemoth, der das Gras von den Tausend Bergen frißt, das Kelterhaus mit dem j Wein seit der Wetterschaffung, den karfunkelnen Tisch! und den Fluß Sambation, der sechs Tage fließt, am siebenten aber ruht und die milde Sabbatbraut, die mit ihrem Gesang den. Zorn des Schöpfers besänftigt... — : * : RAsel-Ecke : * i: »»♦♦♦< Auflösung des ZaHleuratsels. 1. Cohen 2. Heine 3. Antiochus 4. Nissan 5. llrias 6. Kusari 7. Arche 8. Harfe Chanukah. Alba, Baal. Melech, Moloch. Kalendarium f. die Zelt v.25. b. 31.12.1927 Dezember 1927 Tewes 5683 Sonntag 25 1. 2. Tag Rosch Chodesch (7. Tag CH.) Montag 26 2. 8. Tag Chanukah Dienstag 27 3. Mittwoch 28 4. Donn-erstag 29 5. Freitag 30 6. Sonnabend ol 7. Wochenabschnitt: Wajjigasch Haftarah: Ezechiel 37, 15—28 Sabbat-Ausgang: 4.59 llhr

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