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Jüdisch-liberale Zeitung · 1927-07-29 · 30 (29.7.1927) · page 8

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
7 (1927)
Issue
30 (29.7.1927)
Date
1927-07-29
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Wynekens klassisch gewordenem Buch über ,/Schule und Juaendkulkur" nach — ich erinnere nur an die damalige Tendenz im ganzen Leben, soweit es mit der Fugend in Berührung stand, in Schule und Haus, die Fugend so schnell wie möglich ernmchsen zu nrachen. Man vergaß den Wert -er Jugend oder erkannte ihn nicht. Charakteristisch war die mitleidige oder erhabene Einstellung der Erwachsenen zur Jugend, hinter der sich wohl allzuoft Beschämung und in Wehmut gemilderter Neid barg. Die tadelnde Redensart: „Du benimmst dich wie ein Kind!" ist ja heute auch noch gang und gäbe. — Ich möchte, um Eiuwänden aus dem Weg zu gehen, bemerken, daß ich natürlich nicht dem Dadaismus das Wort zu. reden willens bin; der Meinung jedoch, daß man es damals viel an kameradschaftlichem Verständnis der Jugend gegenüber fehlen ließ, pflichte ich durchaus bei. — Wie formte sich nun die Jugend der Jugendbewegung ihr neues Leben? Wir erinnern uns eines Grundprinzipes, der Einfachheit, die auch Ursprünglichkeit bedeutete. Die Jugend kehrte zum Ursprung des Lebens, zur Natur, und zum echten, mit der Natur verbundenen Volke wieder zurück. Es ist kein Zufall, daß der Grundstein der Bewegung in Großstädten, Berlin und Hamburg, gelegt ist, ivo die Sehnsucht nach dem Ursprünglichen, dem Natürlichen, inmitten aller doch künstlichen und unnatürlichen Technik, naturgemäß am ausgeprägtesten ist. — Die Jugendbewegung fand als Mittel zur Erreichung ihres Zieles, nicht als Selbstzweck, das Wandern. Und durch das Wandern erösfneten sich ihr neue Gebiete, die zu üurcharbeiten ihr der Mühe wert erschien. Sie entdeckte von neuem idas Volk und sein Leben, durch sic wurde die Volkskunst, als getreues Abbild dieses Lebens, in Lied, Tanz, Dichtung und darstellender .sutuft zu neuem Leben erweckt. Sie fand die Natur wieder in ihrer ganzen Ursprünglichkeit, und geriet in den Bann einer Stimmung, die diesen Einflüssen der Nomarrtik gegenüber sehr empfänglich war. Die Jugendbewegung war unbedingt romantisch. Wie sich diese Stimmung in der Definition Hans Löwenbergs als Liebe zur Vergangenheit mit den fortschrittlichen Idealen der Bewegung verträgt, ist mir vollkommen unklar und ich mutz gestehen, daß ich die Schuld an dieser Inkonsequenz der Definition des Begriffes Romantik gebe. Zeit und Raum sind zu kostbar, um hier den Versuch einer klaren Definition zu machen, immerhin glaube ich, daß Romantik eine Sache des Gemüts ist, die wenig nach historischen Gesichtspunkten zu untersuchen ist. Spricht man dock heute geradezu schon von einer Romantik der Technik! — Danach mutz man gegenüber einer Folgerung aus Hans Löwenbergs Behauptung ldatz wirklich romantische Menschen iw Loben einen Bruch ihrer Persönlichkeit erleiden), — daß, da die Jugendbewegung nämlich romantisch ist, alle aus ihr hervorgegangene Menschen gebrochene Individuen sind — sehr skeptisch sein. — Damit haben wir also kurz den Werdegang der Jugendbewegung der Vorkriegszeit vor uns: der Höhepunkt dieser ersten Epoche war das Jugendfest auf dem Hohen Meißner im Jahre 1913, das die Bildung der sreideutschen Jugend zur Folge hatte. Diese Gemeinschaft, in der sich bis auf einige Wande rvogelbünde wohl die wichtigsten Verbände der Jugendbewegung zu gemeinsamer Arbeit zusammengeschlossen hatten, war bis auf weiteres der Kern der Bewegung, Der Krieg brach herein, und die Bewegung, die an ein bestimmtes Milieu, das Loben der Vorkriegszeit, gebunden war, mutzte jetzt, wo durch die politischen Verwicklungen vollkommen andere Verhältnisse geschaffen waren, stagnieren. Während der Kriegszeit setzte man sich mit der Jugendpflege auseinander: Vorstöße und Versuche in verschiedener Richtung wurden unternommen, aber nichts Positives geleistet. Das änderte sich mit dem Ausgang des Krieges. Es war eine revolutionäre Zeit, politisch und geistig. Und da es keine Menschen gibt, die radikaler und revolutionärer denken als die Jugendlichen, war es kein Wunder, daß nun energische Vorstöße gemacht wurden, um die Jugendbewegung aus ihrer bisherigen äußerlichen Reserve zur Aktivität zu treiben. Besonders in der Freideutschen Jugend wogten die Kämpfe hin und her. Markpirnkte dieser Zeit sind die beiden Freideutschen Tagungen in Jena 1919 und Hofgeismar 19-0, die für die gesamte Jugendbewegung eine neue Epoche, die zweite, einleiteten. Damals kante man zum erstenmal zwei Gruppen unterscheiden, die in Zukunft Träger der Bewegung werden sollten. Einmal waren es die Nationalen oder besser Völkischen — wobei wir das Wort „Völkisch" wörtlich, nicht politisch ausfassen müssen — und dann die Sozialisten, in deren Reihen sich die revolutionären Kräfte regten. Sie waren es, die ganz besonders die Aktivität der Jugendbewegung forderten, und zwar glaubten sie, dies durch politische Betätigung zu erreichen. Dagegen sträubte sich der völkische Flügel, und so kam es in Hofgeismar, wie es zu erwarten war, endgültig zum Bruch. „Die Jugendbewegung bat den Versuch gemacht", schrieb damals ein Führer der völkischen Richtung, „sich aktiv, und politisch zu betätigen. Der Versuch ist gelungen, aber sie selber zerstört worden". Er hat damit eigentlich ins Schwarze getroffen. Hofgeismar 1920 bedeutete den Tod der „klassischen" Jugendbewegung. Heute, sieben Jahre später, können wir aber mit Bestimmtheit sagen, daß die Bewegung selbst noch sehr lebendig ist, lebendiger als jene „klassische" der ersten Epoche. Und damit komme ich direkt aus die Hanpteigcns-chaft, die die heutige Bewegung, als zweite Epoche, kennzeichnet, das ist ihre große Aktivität, ihre energische Mitarbeit an der Lösung von Problemen des allgemeinen Lebens in ihrem jugendlichen Sinne. Wie weit diese geht, sehen wir an der Struktur der heutigen Bewegung. Bon zwei Gruppen sprach ich schon, von der völkisch-nationalen und der sozialistischen: eine dritte Gruppe bildete sich, die aus der Jugendpflege zur Jugendbewegung hinüberschwankte, die religiöse. Dies«: drei Gruppen sind heute das Fundament der Bewegung: die einen glauben, daß die Grundlage des ^ebens im Volke liegt: die Sozialisten kämpfen für eine Lebensanschauung, die auf sozialistischen Ausgleich und Gerechtigkeit gegründet ist, und die religiöse Gruppe tritt für eine Lebensart ein, die in religiöser Ethik wurzelt. Wir sehen, daß das Ziel, LebenSfornmng, dasselbe geblieben ist. Nur die Kampfesart hat sich geändert, weil auch die Front gewechselt hat. grüher mußte sich die Bewegung gegen Ueppigkeit und erschwendung auslehnen: heute ist Einfachheit, wie Hans Löwenberg richtig sagt, Selbstverständlichkeit. Vieles von der Form und vom Geiste der alten Bewegung, was sich bewährt hat, die Naturfreuüigkeit, das Wandern us,w. hat die neue Beibehalten: im übrigen ist aus den eben erwähnten Gründen ihre Schwenkung und Trennung in verschiedene Lebenskreise ihre Rettung geworden. Die wenigen Bünde, die heute noch so leben wie vor 25 Jahren, sind vollkommen ohne Bedeutung geworden: die meisten haben die Konsequenz gezogen und sind zu einer der drei Gruppen übergegangen. In diesem Sinne fasse ich die vor einem halben Jahre erfolgte Vereinigung der Wandervögel und Pfadfinder auf, die dadurch, abgesehen von den Kronachern, zum Kern der völkffchnationalen Gruppe wurden. In der sozialistischen Gruppe ist wohl die Sozialistische Arbeiter-Jugend führend. Was die religiöse Gruppe anbetrifft, so müssen wir hier drei verschiedene Kreise, getrennt nach Konfessionen und Religion, unterscheiden. Die evangelische Jugend scheint jetzt den Vorrang über die katholische erreicht zu haben, dadurch, daß sich ihre drei größten, bzw. kräftigsten Bünde, der Bund deutscher Jugendvereine, der Ehristdeutsche Bund und die Schlüchterner Jugend — Neuwerk — zu einer Arbeitsgemeinschaft vereint haben. Die katholische Jugend, vor allem Quickborn, die Großdeutschen und Neudeutschland, haben bei der vorherrschenden Stellung der katholischen Geistlichkeit einen schweren Stand gehabt, und trotzdem bis vor kurzem bemerkenswerte Erfolge errungen. Dann hat sich aber diese Uebermacht doch durchgesetzt und Quickborn wurde aufgelöst. Hier liegen die Dinge noch in der Entwicklung und es ist schwer, etwas über die Zukunft zu sagen. — Zuletzt komme ich auf den Kreis der religiöfcn Jugendbewegung, der uns am meisten interessiert, den der jüdischen Jugend. Ich übergehe die zionistischen Jugendverbände, weil sic sich selber ja nicht zur deutschen Jugendbewegung rechnen: der Rest zerfällt in drei Verbände, die Kameraden, die deutsch-jüdische Jugendgemcinschaft und die Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Jugendvereine. Im großen und ganzen wird in allen drei Verbänden die gleiche Arbeit auf gleiche Art geleistet: Beschäftigung mit Fragen des Lebens auf jüdischer Basis: die Mittel dazu sind die der alten „klassischen" Jugendbewegung, Heimabend und Wandern. Ich glaube, daß wir ans dem richtigen Wege sind. Nur sollen wir uns hüten, das eine auf Kosten des anderen zu übertreiben. Die wahre Jugendbewegung wird nicht durch Kniehosen und Schillerkragen und Klotzen — wenn man diesen terminus technicus hier amvenden darf — charakterisiert, ebensowenig wie das wahre Judentum durch ausschließliches Bibelstudimn. Hier gilt trotz allem die Regel vom goldenen Mittelweg, und der Geist, der in den Berliner Gruppen im großen und ganzen herrscht, weist darauf hin, daß wir ihn gefunden haben. Ich denke, damit unsere Stellung innerhalb der deutschen J'Ugeud'bcwegnng, wie ich sie sehe, klargelegt zu haben. Das war ja auch der Wunsch von Hans Löwenberg. Ich möchte ganz kurz auf die Eigenart der Arbeit der Bewegung eingehen, die vielleicht auch an seiner merkwürdig pessimistischen Stellung schuld war. Die Arbeit des jungen Menschen inr allgemeinen besteht im Aufnehmen, die des Erwachsenen inr Geben. Mit anderen Worten: Der junge Mensch arbeitet von außen her in sich herein, der Erwachsene schafft aus sich heraus. Die Jugendbewegung, die von der Jugend getragen wird, leistet dementsprechend innerliche Arbeit, die nur der zu würdigen weiß, der ihre Früchte genossen hat. In diesem Sinne gilt von ihr der Satz „Wenn du sie nicht erlebst, wirst du sie nie begreifen!" Ich glaube fast, daß man ihn vollkommen aus Hans Löwenberg anweudeu kann. Das Beschreiben und Studieren de?Bowegung führt zu nichts: ich rate ihm, draußen einmal mit Menschen aus der Bewegung zusammenzutreten, und er wird merken, daß sie noch sehr rüstig ist. Es könnte auf die Behauptung, die Arbeit der Bewegung sei innerlich, eingeworfen werden, Beschäftigung mit äußeren Dingen des Lebens sei doch kein Kriterium der neuen Epoche. Dazu ist zu sagen, daß auch diese Arbeit nur indirekt geschieht, daß die einzelnen Menschen der Bewegung in nationalen, sozialen, religiösem oder irgendwie ideellem Sinne beeinflußt werden: der Erfolg dieses Einflusses hebt aber nur diesen Menschen hervor, -der die betreffende gute Tat getan hat, nicht die Bewegung, die ihn dazu ermuntert und angeregt hat. Direkte äußere Arbeit ist selten, wir können mit Recht auf die äußere soziale Arbeit der jüdischen Jugend Hinweisen, die meines Wissens allein dasteht. Als einen anderen Versuch der direkten äußeren Arbeit möchte ich noch eine persönliche Angelegenheit zur Kenntnis bringen. Es handelt sich um den Gedanken, die engen nationalen Grenzen, die noch heute nicht nur körperlich, sondern auch seelisch trennend wirken, durch gegenseitiges Kennenlernen der fortschrittlichen Jugend der verschiedenen Länder zu sprengen. Das soll auf Wanderungen geschehen, sogenannten Welt-Jugend-Ferienwanderungen, die den ausländischen Kameraden die Schönheit und Eigenart unseres Vaterlandes — es sind Fahrten in den Harz, Thüringen, Rhein, Weser, Schwarzwald usw. vorgesehen — und uns gegenseitig menschlich näherbringen soll. Wir sind noch am Anfang dieser Bestrebungen und brauchen Helfer: darum bitte ich jeden, der sich dafür interessiert, sich mit irrir in Verbindung zu setzen: ich hoffe, durch die Flut von Zuschriften und den späteren Erfolg Pessimisten wie Hans Löwenberg beweisen zu können, daß die Jugendbewegung im allgemeinen und die deutsch-jüdische im besonderen (obwohl dieses Projekt mit Religion direkt nichts zu tun hat) nicht tot, sondern im Gegenteil sehr lebendig ist. IIII!IIIIIII!IIIIII>I!IIII>I>IIIII>IIIIIIIIIIII!>IIIIIlII«I!IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII,II!II!IIIIIIIIIIII!IIIIIIIIIIII,II«IIIIIlIl!II!lIl1IIII»IIIIIIIII!III Redaktionssendungen sind einseitig und leserlich geschrieben bis 15. August n u r an Hans Löwenberg, Charl. 1, Havelstr. 13. zu schicken. Das Ende der «klassischen" Jugendbewegung. Um ein Mißverständnis aus dem Weg zu räu-urerr: Was Walter Simon mit „klassische Jugendbewegung^ bezeichnet, ist das, was ich mit ,„Jugendbewegung im engeren Sinne" bezeichne. Daß sie noch nicht ganz der Vergangenheit angehört (wie Walter Simon meint), beweisen Epigonen wie Alfred Wachsmaun, deren es — fürchte ich — noch eine ganze Menge gibt. Wenn ich in meinem Aufsatz trotzdem von der Jugendbewegung schlechthin sprach, so deshalb, weil wohl kaum jemand den Unterschied zwischen Jugendbewegung im engeren und weiteren Sinne macht, weil andererseits der Unterschied zwischen Jugendpflege und Jugendbewegung immer noch existiert. Ich schrieb auch Wörtlich: „Bon der Jugendbewegung im engeren Sinne soll hier die Rede sein." Und zwar wie sie beute in ihren Ausläufern vor uns steht. Walter Simon ging sogar noch weiter als ich, indem er behauptete, sie existiert überhaupt nicht mehr, sondern sie ist ganz in der heutigen Jugendbewegung (Jugendbewegung im weiteren Sinne) ausgegangen. — Was ich in einem Querschnitt zeigte, hat Walter Simon durch einen Längsschnitt bewiesen. Für meine Ansicht spricht am meisten die Entgegnung von Alfred Wachsmann. Ich möchte ihm düs Folgende erwidern: 1. Das p h i l o s o p h i s ch e D e n k e n ist nicht das Charakteristikum der Jugendbewegung im engeren Sinne: wohl ist es das jedes Menschen zwischen 12 und 20 Jahren. („Pubertät". Literatur: Tagebücher von Jungen und Mädchen, vergl. Charl. Buhler, Ed. Sprenger: Jugendpsychologie.) 2. Nicht äußerlich dürfte jedenfalls das sein, was lebenstüchtig und -untüchtig macht. Dazu gehören entschieden einfache Lebensweise, schwärmerisches Träumen, und vielleicht auch „Lottes weltfrvhe Augen". 3. Weltflucht und Flucht in die Natur ist nicht identisch. — Die Jugendbewegung im engeren Sinne verneinte die Z i v i l i s a t i o n s m e n sch -- heit: sie übersah sie absichtlich und konnte deshalb nicht auf sie wirken. Heute hat sie — soweit sie in der Jugendbewegung im weiteren Sinne ausgegangen ist — mit ihr Frieden geschlossen. (Eine ähnliche Entwicklung — Revisionismus — machte der Sozialismus Ende vorigen Jahrhunderts durch.) 4. Wenn es überhaupt wahr i st, erscheint es mir sehr bedenklich und kein gutes Zeichen zu sein, wenn Alfred Wachsmann sagen kann: die Jugendbewegung „suchte fertige, reife Menschen." Was Diogenes in Athen mit der Laterne nicht am hellen Mittag fand, das dürfen wir erstreben: es unter uns zu suchen, wäre Anmaßung. Meines Erachtens ergeben sich die Einwände 2. und 3. bei geringem Nachdenken: man muß nakürlich einen Aufsatz gelesen haben, bevor man auf ihn erwidert (es sei denn, daß die Verfasser in ihrer altersmäßigen oder geistigen Verfassung große Differenzen aufweisen). Punkt 1 und 4 setzen vielleicht eine — wenn auch sehr geringe — Kenntnis oder mindestens iSchWlung in der Jugendpsychologie voraus. Keinesfalls aber darf man so mit Schilagwörtern um sich werfen, noch dazu so gefährlichen wie philosophisch", „fettige Menschen". Dann wäre das Spielkind von 5 Jahren auch „philosophisch" interessiert: es fragt nämlich bei allem, was es sieht, wozu oder warum. Nächst der systematischen Betrachtung der Jugendbewegung, wie sie hier gegeben worden ist, intereffiert eine Betrachtung ihrer Arbeitsweisen. Walter Simon schnitt diese Frage schon inr vorletzten Absatz an. Auch hier ist es ungeraten, wenn wir die bei uns geübte Methode erst am Schluß behandeln. Wir hätten dann die Möglichkeit, uns über Einzelfragen zu unterhalte«, die sich ans unserer Arbeit ergeben. Hans Löwenberg. r Aus der M-Arbeil Gautag. Am 19. Juni trafen sich die Jlis Magdeburg und Berlin zum 4. Male auf einer Tagessahrt. Leider fehlte diesmal der Jli-Potsdarn, der in den vergMtgenen Jahren stets mitgekommen war. Dafür waren aber besonders viel Teilnehmer erschienen: 42 aus Berlin, 19 aus Magdeburg: ja, ein Berliner Jlimitglied, das augenblicklich in Braunschweig wohnt, hatte sich auch eingefunden. Man marschierte nach Görden (das liegt in der Nähe der Irrenanstalt! Oho!). Dann regnete es ab und zu — es war der traditionelle Gautagregen. Aber das störte uns nicht, uns an Wettläufen, Hand- und Völkerballspielen zu erfreuen. Nachmittags wagten sich auch ein paar Jungen und Mädel in die Fluten des Gördener Sees. Dann labte sich alles an dem wunderbaren (!??) Kaffee, den uns ein Wirt gar wundermild vorsctzte. Zum Schluß hielt Ludwig Lewin im Freien eine kleine Ansprache. Er sagte: Wir sollten uns dessen bewußt sein, daß der Jli kein Diskutierklub ist. sondern Haß wir durch unser eigenes Leben die Wahrheit unserer Ideale erweisen sollten. Darum muß auch verlangt werden, daß jeder von uns nicht nur in seinem Privatleben, sondern auch da, wo es sich um die Jligemeinschast handelt, Opfer bringe. Ein schöner Rückmarsch, bei dem die Mädels von Gruppe Borden und Osten lBerlin) die Gesangskapelle mimten, beschloß den Gantag. Auf Wiedersehen im nächsten Juni! E. H. S. Jli Berlin. Gruppe Westen. Ans einem unserer letzten Heim« abende vor den großen Ferien sprachen wir über Walter Rathenan. Ein Mitglied unserer Gruppe referierte zunächst kurz über Emil Rathenan und die Entstehungsgeschichte der A. E. G.. um dann über Walter Rathenan an Hand seiner Schriften zu sprechen. Wir lasen Stücke aus den „Reflexionen", aus „An Deutsch, lands Jugend", aus der „Rohstoffversorgung Deutschlands" und schließlich einige seiner Briefe. Insbesondere unterhielten wir uns über die These Rathenaus, die die Menschen in „Kraftmenschen" und „Zweckmenschen" scheidet. Jedenfalls erschien uns diese Scheidung sehr anfechtbar. Da wir mit dern Thema noch nicht fertig geworden sind, haben wir uns entschlossen, einen weiteren Heimabend dem Thema zu widmen. Hans Rosenberger. Werbt neue Mitglieder! Druck; Sehrin- & »eimerS. ffi. m. b. Berlin $33 «6. Ritterstraße 78.

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