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Jüdisch-liberale Zeitung · 1927-06-24 · 25 (24.6.1927) · page 8

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
7 (1927)
Issue
25 (24.6.1927)
Date
1927-06-24
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Iugcuo nitD Jugend ofiue?löweichung nmrc. 7LU5nahmen gibt es auf beidou Leiten, Aluh die Ausnahmen habe ich zur Genüge kennengelernt. Aber überwiegend ist doch in der jüdischen Jugendbewegung das Ringen um Ideale. Es mag Notwendigkeit sein. Und solange diese Notwendigkeit vorherrscht, wird es eine jüdische Jugend geben, die bemüht als deutsche Staatsbürger, stolz in der Religion ihrer Väter, die Vervollkommnung sucht! Kameraden und KameradschasLspflichleu des jungjüdischen Denlschen. Bon Hans F r a n k e n st e i n, Magdeburg. Der französische Dichter Romain Rolland schreibt in der Einleitung zu seiner Biographie „Beethoven" dem Sinne nach folgendes: „Traurig ist das Los der Menschi-cit. Nicht mit-, nein gegen- und nebeneinander müssen die Sterblichen ihr Dasein durchkämpfen. Aber ein Band gibt es, das alle vereint, das ist die große Tat, die alle Helden der Menschheit vollbrachten, um die kämpfenden Brüder zusammen emporzuführen zu lichteren Höhen. Biele andere werden wohl, erbittert durch böse Erfahrungen, nichts dieser Anschauung entgegenzusetzen haben. Zumal unter uns Juden wird es manche geben, die vergeblich die Arme ausstreckten nach einem echten Lebensfreund, aber stets zurückgewiesen wurden, weil sie eben Juden sind. Wir aber, die wir noch Ideale haben, rönnen im heiligen Feuer der Jugend, wollen im Glauben an die Menschheit rufen: „Es gibt ihn und wir finden ihn, den guten Kameraden!" Schon das kleine Kind sucht sich einen Gefährten, mit dem es zusammen seine fröhlichen Spiele treiben kann. Wenn es sich nun seinen Kameraden erwählt, dann fragt es nicht nach Stand und Rang des Vaters und nicht nach Reichtum und Religion, sondern es spielt mit dem Arbeiterjungen von der Straße eben so gern wie mit dem verzogenen Sprößlina des Kommerzienrates. Mögen wir auch die Freunoschaft des Kindes als noch so harmlos und nichtssagend betrachten, so sollen wir doch das von ihr lernen: Den wahren Kameraden nie darauf zu prüfen: „Woher bist du und wer ist dein Vater? Sondern: Wie bist du und wie fühlst du?" Durch die Emanzipation der Juden ist der mit sich ringenden jüdischen Jugend eine große Gefahr erstanden. Je mehr die 1 Prozent Israeliten unter den 69 Prozent Christen des deutschen Volkes Aufnahme fanden, desto mehr machte sich natürlich auch der Einfluß christlich-deutscher Kultur auf diese bemerkbar. Und wenn schon jeder junge Mensch den großen Seelenkampf führen muß, dessen gutes Bestehen ihm nachher die Reise des Mannes verleiht, so mutz der junge Jude diesen Kampf doppelt schwer durchleben. Um ein Beispiel anzuführen: Ich beschäftige mich mit Wolfram von Eschenbachs und Wagners „Parsifal". Dieser grobe Seelenkämpfer erreicht als höchste Stufe seiner Entwicklung das Christentum. Doch ich bin Jude. Wie soll ich das mit meinem Glauben vereinbaren? Kann mir in diesen Zweifeln je ein christlicher Kamerad so helfen, daß tch im Herzen und nicht mW uM dn* Tapferkeit und der Tradition willen nach außen Jude bleibe? Kaum! Da waren es denn meine jüdischen Freunde mit denen ich in langen Debatten öahinkam, zu erkennen, daß das Judentum dem Christentum an ethischem Werte gleichkommt und seine Mission am Menschen ebenso erfüllt wie der Glaube an Christus, der für die Menschheit gestorben ist. Und darin sehe ich die Aufgabe des jüdischen Freundes: die Wunden, die man empfangen, sich gegenseitig zu heilen und zugleich sich untereinander zu stärken und zuwappnen gegen alle Angriffe auf die erstrittene Weltanschauung. Und wenn der Kampf der jungen Juden, die über die Erde zerstreut wohnen, schon schwerer ist als der 5er Andersgläubigen, so mutz der vertriebene Ostjude, der nicht mehr Befriedigung findet an der Orthodoxie der Väter, sich in der Jugend am meisten als Held des Lebens erweisen. Oft ist die Folge davon, daß er plötzlich in eine Welt mit viel weiteren Anschauungen hineingerät, in den äußersten Atheismus. Da sollen wir, die jüdisch-deutsche Jugend, die wir ein Vaterland haben, dessen Rechte wir genießen dürfen, uns als wahre Helfer unserer Glaubensgenossen zeigen. Wir wollen ihnen klar machen, daß es einen Mittelweg gibt für die Extreme strenges Ausgehens in der Religion und Leugnen jedes göttlichen Einflusses, den Liberalismuskurz, wir wollen ihnen ein wahrer guter Kamerad sein. Aber selbstverständlich müssen wir auch iu den Reihen unserer christlichen Altersgenossen unsere Kameraden suchen. Und wenn sich selbst bei den tolerantesten von ihnen in vielen, auch nicht religiösen, Dingen ein Unterschied zwischen ihrer und unserer Weltanschauung bemerkbar macht, so wollen wir doch versuchen, eine Ueberbrückung der Gefühle zu schaffen zwischen unseren Seelen im Kleinen, wie wir sie im Großen für die Menschheit erstreben. Allmählich taucht im Leben des Jünglings das Problem der Stellung zum jungen Mädchen auf. Falsch wäre es, jede Fühlung mit ihm zu vermeiden aus Feigheit oder aus Angst vor dem Spießbürger, der ein jedes solches Verhältnis belächelt oder beschmutzt. Aber genau so falsch wäre es, im Weibe nur erotische Befriedigung zu suchen, sondern das soll lieber Aufgabe des reifen Mannes sein, die wahre Ehrfurcht vor dem Weibe mit dem Sinnlichen zum Heiligsten der Menschheit, zur Ehe, zu vereinigen. Nein, wir wollen im jungen Mädchen das ewig Weibliche suchen, das unser Fühlen ergänzt und läutert und so eine erhabene Freundschaft zwischen den Geschlechtern pflegen. — WaS wäre unser Leben, wenn wir nicht an die Freundschaft von Mensch zu Mensch glaubten? Deshalb soll ein jeder von uns sich nicht nur den guten Kameraden erwählen, sondern ihn auch darstellen. Breslau, am 9. Juni 1627. Lieber Freund! Ihre Fragen haben mir zu denken gegeben, und ich will versuchen, Ihnen zu erklären, warum ich liberale Jüdin geworden bin. Wie schwer eS ist, dies zu tun, sehen Sie an dem, meines Erachtens mißlungenen. Versuch Wassermanns. lockend .... .. ncttf&c tur einen jintßcit, begeisterten M."nichcn rst, }n\' sesiumgrcnzte Ideale zu arbeiten. Was können wir dagegen bieten? Unser Weg ist ohne Ende, ohne 'ein in einfache Worte zu kleidendes Ziel. ' Wir rönnen bei unserer religiösen Auffassung de.' Judentums nicht die Arbeit für das Judentum von der Arbeit an unserem Menschsein trennen, um man sie nicht. Es ist eine stete Arbeit, ohne daß man je stehen bleiben und sich ausruhen darf. Wir müssen den Weg gehen, Schritt für Schritt weiter! Als es den Zionisten gelungen war, in Palästina eine Universität zu gründen, da blieben sie stehen und sahen sich stolz um. Wann aber gibt es für uns diesen Augenblick? Nie! Wir dürfen uns nicht umblicken, wir dürfen auch nicht unsere Arbeit an der Euren messen, für nutz gibt es nur eines: vorwärts! Ich gebe Ihnen zu, daß auch unserer Bewegung Berg und Tal folgen, kurz nach dem Kriege, als alle Ntenschen noch unter dem Eindruck des gewaltigen Geschehens standen, waren wir auf dem Gipfel. In allen Menschen lebte nur ein Wunsch, weiterzukommeu, niemals mehr einen solchen Rückfall zu erdulden. Nun sind Jahre verflossen und Sie wissen, nichts lähmt den Menschen mehr als der Gleichschritt der Tage. Die Jugend, die am heißesten den Kampf begann, ist älter geworden, das Leben, der Alltag hat sie mürbe gemacht. Die jüngere Generation hat nichts mehr von der Welle gespürt, die uns fast yinweggespült, weshalb reformieren? Es ist doch alles so schön und gut. Da bin ich nun an dem Punkte angelangt, warum ich liberal und nicht orthodox bin. Rings um uns das Weltgeschehen schreitet vorwärts, heute schon überqueren waghalsige Männer auf kleinen Flugzeugen den Ozean, der Traum des Ikarus ist iu Erfüllung gegangen, und nur der Mensch sollte innehaltcn uno sagen: mein Werk ist gut, ich brauche nichts zu bessern? Ist es nicht Ehrfurcht ha,ben vor den höchsten Dingen, wenn wir nicht müßig zuschauen, sonder» Hand anlegen und weiterbauen, voll Dankbarkeit die Bausteine benutzen, die wir haben, aber umformen dürfen, neue Formen schaffen oder alten Formen neuen Geist einhauchen? Gibt es ein kühneres, ein stolzeres Ziel als Stufe sein für kommende Geschlechter? Diese Auffassung des Zweckes unseres Daseins trennt mich auch vom Zionismus. Die Welt soll und mutz ihre einengenöen Grenzen verlieren, wenn wir wirklich zum Ideal des liberalen Judentums, zum messianischen Zeitalter gelangen wollen, und wrr beginnen, angekränkelt von dem Nationalitätenwulst, uns selbst Grenzen zu ziehen. Denken Sie nur an die Kleinigkeitskrämerei mit der jüdischen Schule. Sie und ich sind mit unseren christlichen Mitbürgern zur Schule gegangen, uns verbanden die gemeinsamen Sorgen und Aengste, und leider sind wir uns manchmal viel zu fremd geblieben. Niederreißen sollten wir die Schranken! Ist es nicht traurig und beschämend, daß ein Zufall, nämlich die Langeweile während eines regnerischen Urlaubs, mich erst lehren mußte: „Drüben christliche junge Menschenhaben dieselben Probleme zu lösen wie du, haben die gleiche Freude an Schönheit, Kunst Natur usw"? Wir waren ehrlich genug, einzugestehen, daß wir stets aneinander vorübergegangen sind und einander verkannt haben. Helfen Sie doch lieber, uns einander kennen zu lernen, zum Gewinn für beide Teile. Es gibt nur einen Sport, deshalb hinein in paritätische Sportvereine, nicht aufdrängen wollen, aber es gibt im anderen Lager gewiß viele, die so denken. Geht in die allgemeinen Schulen, gemeinsam laßt Euch aufzieheu, für den gleichen Zweck, nützliche Bürger des Staates zu sein. Nur keine Furcht haben, etwas von der eigenen Art einzubüßen, höchstens von Eigenarten! Das Elternhaus wird Euch zeigen, daß man ein stolzer und bewußter Jude auch sein kann, denn langsam werden die, die einstmals Stürmer waren, zu gesetzten Menschen, die sich ihr eigenes Heim gründen, mit bewußtem Willen, eine Regeneration des Judentums herbeizuführen. Alle diejenigen, die noch nicht so weit sind, mögen mit uns den schweren Weg weitergehen, der ihnen zeigt, daß man ohne orthodox oder zionistisch zu sein, ein sich aller Pflichten und Verantwortung bewußter Jude sein kann. Vielleicht verstehen wir uns. Es gibt wohl verschiedene Wege, aber wenn der Wille rein ist, muß man den Träger achten. Es grüßt Sie bestens Ihre Lotte Rosenthal. * Die in den vorstehenden Aufsätzen erörterten Probleme betreffen die jüdische Jugendbewegung (Jugendbewegung im engeren und im weiteren Sinne). Ueber die Erörterung von Einzelproblewen hinaus interessiert eine Gesamtdarstellung der Jugendbewegung im weiteren Sinne, ferner eine Darstellung unser selbst im Rahmen dieser Bewegung. Ueber die Jugendbewegung im engeren Sinne ist uns der folgende Aufsatz zugegangen. H. L. Wir lebe« «och! Bon Alfred Wachsmann, stuck, «reck, et rer. gymn., Berlin. Hans Löwenberg will über Jugendbewegung schreiben. Er schreibt über sie, wie ein lieber Mensch, der, von Fahrt gekommen, pitschenaß ist und denkbar schlechter Laune. Alles, was unser armer Pessimist in der Jugendbewegung sah, waren Aeußerlichkeiten: einfache Lebensweise, schwärmerisches Träumen, Lottes weltfrohe Augen u. a. Alles tot, und so trägt er auch sHweren Herzens die Jugend zu Grabe. Aber Hans Löwenberg, der „Ellbogenmensch", hat nicht nur Zeit zur Romantik gefunden, sondern „überläßt den Studenten" auch das, was wir das philosophische Denken nennen. Und gerade dies ist das Charakteristikum ozx Jugendbewegung, das noch lebt. Der Schillerkragen mnr es ule und die Einfachheit, und nie der Baum, unter dem man mit Lotte schwärmen konnte. Das kann jeder nicht Ingenovcwegte auch, ohne dabei sexuell erregt zu sein, sondern ans reiner Nainrfreuöe und Dankbarkeit. Das alles sah nur der in der Jugend, der nicht cindrang in ihre Wesen, der in ihr „nichts erreichte". Nicht ging mit unserer Verarmung wegen der Selbstverstaudlichkeit der Einfachheit (?) die Ingeiröbewegnng zugrunde, sondern das war -er Zeitpunkt, wo sie aufzuwachen begann. Die Jugend wandte sich nicht von der Welt ab? dao glaubt mna nur, weil eine Flucht in die Natur einsctzte. ^Die tiefere Erkenntnis, -ie man stets suchte, mar, die Welt durch die Natur gerade zu verstehen. Man wollte diese „Zivilisationsmenschheit" begreifen lernen durch ihren schärfsten Gegensatz, die Wahrheit -er Natur, an die man allerdings bedingungslos glauben wollte. Man wollte nicht nur Trost suchen und über diese fürchterliche Welt hinheulen, sondern gedachte den Kamps für den neuen Menschen aufzunehmen. Und das war kein Phrasendrescher, kein Schwärmer und kein Aeußerlichkeitsmensch. Die das waren, gaben die mitlaüfende Masse. Dieser neue Mensch suchte sich im Konnex mit den anderen eine Welt, die sein Ich harmonievoll E der Außenwelt verband. Die Jugendbewegung suchte fertige, reife Menschen, die gewiß (wie stets nach solchen Kriegen) ihre gesunden fünf Sinne proklamierten, aber doch ganz neue Ideale ihrer Zeit anpassen wollten. Gedanken, wie sie die Wandlung der Ehebegriffe, der modernen Erziehung und Gestaltung der Gesellschaft mit sich brachten, bewegen heute die Jugend. Und gerade dieses Ringen nach Erkenntnis auf fertiger ethischer Grundlage läßt den Ingendbewegler leben — nicht als Gefühlsmensch, sondern als verinnerlichter Denker und Reformer ans der Seele der Jugend unmittelbar. Aus der M-Arbeit Jüdisch-liberaler Jugendvereiu Berlin. A cl t e r e n g r u p p e des Berliner I l i. Wenn die in den Gruppen bisher zusammengefatzten Mitglieder älter werden und allmählich stärker in die Berufsarbeit hineinwachsen, wird die Anteilnahme an der regelmäßigen intensiven Gruppenarbeit in Frage gestellt. Andererseits haben wir nicht nur ein Interesse, die aus den Einzelgruppen Herauswachsenöcn bei uns zu halten, sondern eS besteht umgekehrt auch bei diesen das lebhafte Bedürfnis, den Zusammenhang mit den Jlikreisen nicht zu verlieren. In dieser Erkenntnis hat der Jli-Berlin eine lockere Zusammenfassung der Aelteren ans allen Jligruppen, soweit sie in den Einzelgruppen nicht intensiv mittun können, herbeigeführt. Der Erfolg dieser etwa alle vier Wochen stattfindenden Heimabende war erfreulich: eine ganze Anzahl Mitglieder, die in letzter Zeit den Einzelgruppen-Deranstaltungen ferngeblieben waren, fand sich wieder ein. An den beiden ersten Abenden besprachen wir Berufsfragen. Wir versuchten, die grundsätzlichen Fragen, die Berufswahl und Berufsausbildung an uns stellen (Jdealberuf? — Freizeit- Problem — Nebenberuf — Eignung der Frau zum Berus überhaupt, zu welchen Berufen im einzelnen?), zn klären. Auch ohne, daß es ausdrücklich betont wurde, zeigte sich, daß die Behandlung derartiger „praktischer" Fragen von der sittlichen und religiösen Auffassung des Einzelnen abhängig ist. So erfährt die vielleicht zunächst mehr auf das spezifisch religiöse eingestellte Iliarbeit ihre Erweiterung durch das Jnbeziehungsetzen zu Fragen des gegenwärtigen einzelnen Lebens. E. H.S. Jüdisch-liberale Jugendgemeinschaft Frankfurt a. M. Im Gegensatz zum vorigen Jahr halten wir dieses Jahr außer den Arbeitsgemeinschaften auch unsere Heimabende regelmäßig ab. Wir haben hierbei vorgesehen, daß, abgesehen von den Abenden, an welchen wie bisher im Anschluß an ein vorbereitetes Referat Diskussion stattfindct, Heimabende über „aktuelle Tagesfragen" eingeschaltet werden. Es sollen hierbei statt vorbereiteter Referate eine Anzahl Themen, die unsere Jugend interessieren, durch kurze, einleitende Worte zur Diskussion gestellt werden. Der erste dieser Heimabende über „Aktuelle Tagesfragen" brachte bereits eine Reihe von Anregungen. Wir unterhielten uns zunächst über die in Frankfurt kürzlich gegründete simultane Akademie. Es mar weiter vom preußischen Landesverband die Rede und vvn dem Entwurf des Judengesetzes. Ueber Antisemitismus konnten wir uns in Verbindung mit einer Aussprache über das 'Republik, schutzgesetz und den Berliner Stahlbclmtag unterhalten. Ein Ausflug an die Bergstraße, den wir gemeinsam mit dem Jüdischen Jugendverein Worms kürzlich veranstaltet hatten, zeigte uns -erneut, wie wertvoll die Beziehungen sind, die wir zu der Wormser Jugend im vorigen Jahr angeknüpft haben und wir hoffen, uns recht bald erneut mit Worms treffen zu können. A. I. Jugendgruppe. Unsere Jugcndgrnppe veranstaltete einen Nachmittag, bei dem Erna Valfer einen Vortrag über „Das Schenken" hielt. In ganz entzückender Art wurde in Form einer Plauderei den Jugendlichen die Freude des Schenkens nahegelegt und wertvolle Fingerzeige für nette und persönliche Geschenke gegeben. Ein Nachmittag war der Musik gewidmet und zeichnete sich durch gute Vorträge der Jugendlichen aus. Gundersheim. „Der Kämpfer", Bundcsblatt der Deutsch-Jüdische« Jugendgemcinschaft. April 1927. Dieses Blatt bringt sehr viel Richtiges, aber auch manches, worüber man sehr wohl anderer Ansicht sein kann. So schreibt Heico in „Arbeit in den Gruppen der Jüngeren", Abschnitt I: „Eine Erneuerung des JdcenkreiseS der Jugendbewegung ist also wohl nicht mehr zu erwarten." Wenn das wirklich so wäre, gäbe es keine Jugendbewegung mehr, sondern nur noch einen S t i l l st a n d. Aber Gott sei Dank trifft das nicht zu. Dadurch ergibt sich aber auch ein anderes Bild für die gesamte Gruppcnarbeit. — Die Führerfrager halte ich durchaus nicht für richtig gelöst. Die Jüngeren wollen im Führer meistenteils gar nicht den. jenigen sehen, der in allem vollkommen ist. Er soll nur in allem ein Stück weiter sein als sie selbst. Gerade daS gemeinsame Auch-noch-in-der-Entwicklung-Stehen ist ein starkes Band zwischen Aelteren und Jüngeren. Ich glaube nicht, daß in den jüngeren Gruppen, sv wie es im „Kämpfer" stellenweise gefordert wird, Jungen und Mädel getrennt werden sollten. Der Unterschied in der Reise läßt sich ja dadurch ziemlich ausgleichen, daß man die Jungen in der Gruppe etwas älter sein läßt als die Mädchen. Im ganzen wäre es wohl erfreulich, wenn öfter Mitteilungen genug vorhanden wären, um den „Kämpfer" erscheinen zu lassen. Hilde Hamburger. Jli-Berlin. Redaktioussendungen für die nächste Nummer sind einseitig und leserlich geschrieben bis zum 18. Juli an HanS, Löwenberg, Charlottenburg 1, Havelst« 18. zu schicke«. i.

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