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Jüdisch-liberale Zeitung · 1927-06-24 · 25 (24.6.1927) · page 1

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
7 (1927)
Issue
25 (24.6.1927)
Date
1927-06-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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jschllberaleZeilunL Organ -er Vereinigung für das liberale Judentum e. D. Bezugspreis durch die Geschäftsstelle V« jährlich 9R. 2.50 Einzelnummer 0,20 Bei freier Zusendung i. Inland 0.25 5ür die Mitglieder ker Lereinigung ist der Bezugspreis im Mitgliedsbeitrage enthalten. :: r. :: verantworll. Redakteur. Bruno Doyda Nr. 25 Oie „Jüdlfch-Udsrale Zeitung" erscheint jeden Freitag. Redaktion u. SeschSttsstelle: SerUn SW, ^ilhelmftr. 147. Sernruf: lSafsnheids 3358» 3359 Poftfdyedtkontc: Berlin 11W7 nr.lS7069 (Vereinigung fOr das liberale Juftentum Necfcbruck sämtlicher Original-Beiträge nur mit verDettger Genehmigung der RebaKtlon gestattet. Anzeigenpreise: Die 12gespaltene Nonpareillezeil« 0.45 GoNmark, die Reklamezeile 3.00 Goldmark, bei :: s :: Mederholungen Rabatt. :: :: :: Anzeigenannahme: «Jüdisch - liberale Zeitung' -nferatenabteilung: Berlin SD 48, Dilhelmstrahe 147 (Hasenheide: 3388—89). sowie sämtl. Annoneen-Exped. I -*■! I | ■ Berlin. 24. Zuni 1927 7. Jahrgang Religiöse Entwickln» Vom Wandel der formen. Don Rabbiner Dr. Dienemann -Offenbach a. M. Dieses Thema hat heute nichts mehr von dem Aggressiven und Stürmischen der ersten Reforrnzeit und darf es auch heute nicht haben. In jenen Tagen der ersten Reform mußte der Gedanke grundsätzlich erst erörtert werden und in das Bewußtsein hineingehoben werden, daß die Formen der Religionsübung nichts Starres und Festes sein dürfen, daß sie in einem ewigen Fluß waren, daß sie gerade in den Jahrhunderten der schöpferischen Epoche der jüdischen Religiosität in stetem Wandel als Ausdruck der religiösen Gefühle der Menschen bestimmter Zeiten und bestimmter Erlebnisse entstanden, und daß diese Menschen selber nicht das Bewußtsein des Unabänderlichen hatten. Dieser Erkenntnis Raum zu verschaffen, bedurfte es heißer Kämpfe, deren Notwendigkeit auch dann nicht geleugnet werden kann, wenn man die zerrüttenden und einheitauflösenöen Wirkungen dieser Kämpfe schmerzlich bedauert. Nun hat zwar die Orthodoxie unserer Tage keineswegs ihre grundsätzliche Einstellung zu diesen Fragen geändert, und nach wie vor steht sie in starrer Ablehnung der Zulässigkeit irgend welcher Aenderung der überlieferten Form da, aber in der großen Masse der Judenheit hat sich — wir reden dabei nicht von den Indifferenten, denen alles gleichgültig ist sondern nur von den religiös Interessierten — doch die grundsätzliche Anerkennung der Möglichkeit des Formenwandels und des Rechtes auf ihn durchgesetzt. Man fjat also nicht mehr nötig, um das Grundsätzliche dieser Fragen erbittert zu streiten, es handelt sich heute, wenn man dieses Thema anschlägt. um eine Angelegenheit des Wissens und der Erkenntnis, um einen Teil der süüischen Bildung, um die Bereicherung der Erkenntnis von der unendlichen Mannigfaltigkeit des Judentums und seiner Frömmigkeitsäußerungen. von dem Reichtum des jüdischen Lebens. Und das Ziel dieser Erörterung ist nicht das. jedem das Recht abzuleiten. sich nun sein Leven der Frömmigkeit nach seinem persönlichen Denken znrechtzuzimmern. die Selbstherrlichkeit der Gemeinde in der Ausgestaltung ihres Kultus noch schärfer zu Betonen, oder gar das mystische Ding, das so viele gern im Munde führen und Lei dem man sich alles und irichts denken kann, „die Zeit, das Leben" zum unumschränkten Herrn über die Form des religiösen Lebens zu machen, sondern ihr Ziel kann und darf nur sein, wiederum zu zeigen. wie in allem Wandel der Formen sich eine schöpferische Religiosität ausspricht, daß er immer dann da ist. wenn in den Herzen der Menschen irgend eine Saite des Jüdisch- Religiösen besonders stark anklingt. und daß er dann aber auch nur dann sein Recht hat. Und nicht Vollständigkeit kann dabei erstrebt werden, sie wäre nur dann zu erreichen, wenn man das Judentum in der Breite aller seiner Formen und in der Tiefe seiner ganzen Geschichte durchginge. Nur um einige Beispiele kann es sich handeln. Und zunächst ein Beispiel nicht aus der Reihe der Einzelhandlungen sondern aus der seelischen Einstellung zu einer Grundfrage. Welche Wandlungen haben sich vollzogen in der Auffassung vom Grundcharakter der Gebote, der Mizwoth! Sie waren in der Epoche des jüdischen Staates, alS der jüdische Staat ein Selbstverständliches und gefühlsmäßig Erfaßtes war, nicht so sehr Ausdruck der jüdischen Staatlichkeit, sondern bewußt empfundener und erfühlter göttlicher Wille. Sie wurden zur gleichen Zeit in dem hellenistischen Judentum philonischer Prägung die symbolische Einkleidung der für das Leben des frommen Menschen unentbehrlichen Tugenden und erfuhren so in der Seele der so Empfindenden eine Wandlung. Sie wurden in der Epoche des Verlustes der jüdischen Staatlichkeit bis weit ins Mittelalter hinein zwar nicht ihres Charakters als göttlicher Gebote entkleidet, aber es schob sich zugleich das Bewußtsein ein, daß sie ein Instrument der Erhaltung des Gemeinschaftskörpers seien, die innere Auffassung ihrer Notwendigkeit und ihres Zweckes war gewandelt, die Hebung war äußerlich die gleiche, und doch war in der Seelenhaltung der Uebenden ein Wandel eingetretcn. Und wieder kam ein Wandel, als die Kabbalah und nach ihrem Verebben der Chassidismus die Köpfe und Herzen ergriff. Da kam zu dem Gedanken der Verpflichtung, zu der Ueberzeugimg des Von-Gott-gesetztseins der Mizwoth der Gedanke hinzu, daß sie ein Mittel seien, um von der Kraft des Menschen aus die himmlische Welt der Gnade, des Erbarmens und der Erlösung in Bewegung zu setzen, und dieser Gedanke schob sich immer mehr in den Vordergrund und überdeckte den ursprünglichen, wivder war bei äußerer Gleichheit des Brauches seine seelische Verwurzelung völlig geändert. Und als diese Welle in Westeuropa verebbt war, und als die festgefügte Form des Ghettos, in der die jüdifchen Gesetze eine halbstaatliche Form des Lebens prägten und erhielten, zerbrochen mar, trat da, wo man zu der Unverbrüchlichkeit des Gebotes sich bekennt, wiederum der Gedanke von der Gottgesetztheit aller Gebote entscheidend und allein ausschlaggebend in den Vordergrund, und wiederum hat sich ein Wandel in der Auffassung vom Wesen der Formen vollzogen. Zugleich aber schob sich mit dem erwachenden Zionismus der erneute Gedanke des nationalen Charakters aller Formen ein, wiederum ein Wandel der Form im Innerlichen. So ist es schon in ihrer Grunöerfassung in ewigem Wandel, aber dieser Wandel ist immer bedingt durch ein lebendiges schöpferisches, stark empfundenes Gefühl der Menschen, die ihre Seele in den Brauch hineiulegen. Ist es nötig von dem Wandel der Form öeS Gottesdienstes viel zu reden? Einzelheiten kann jeder, den eS interessiert, in Elbvgens klassisches Buch von der Geschichte des jüdische» Gottesdienstes Nachlesen. Hier nur ein paar Beispiele. Weiß man eigentlich, daß ehe die Keduschah, heute das Kernstück des Gottesdienstes, ihren Platz im GotteSdienst erhielt, mancherlei Kämpfe sich abspielten, daß sie der Ausdruck einer mystischen Einstellung war, gegen die man lange sich wehrte? Wie selbstverständlich erscheint u»S die Einrichtung des ständigen Borbeters und deS in feinem Wortlaut festgefügten Gebetes, und doch war eS lange Jahrzehnte hindurch selbstverständlich, daß man irgend jemand aus der Gemeinde ans Vorbeterpult rief, und er hatte die Pflicht und die Aufgabe, in freigewählten Worten im Namen der Gemeinde zu beten, und man legte entscheidendes Gewicht darauf, daß eS nicht tagaus tagein in derselben Form geschah. daß jeder in der Kraft mb in der Sprache seine- Gefühls betete, mau nahm sich nur das Recht, den Inhalt des einzelnen Gebetes in seinem Ziel als festliegend zu fordern, aber daS Wort war frei und wandelbar: und als man bas änderte, geschah es auS der Erkenntnis heran-, daß sonst manchen nicht rpit hem Wort und dem V.chgMem Beweglichen der Zugang zum Borbeteppult verschlossen bleibe, es war ein Wandel der Form, als man ihnen nun mit dem fest in seiner Form aefügten Gübet den Zugang öffnete. Es war einstmals so, daß die Gemeinde gar nicht in ihrer Gesamtheit mitbeten konnte, man durfte eS von ihr. gar nicht fordern, denn die wenigsten konnte» Sin Buch der Gebete ihr eigen nennen. Erst die Buchöruckerkunst, die jedem daS Buch der Gebete in die Hand gab, machte jeden »um Betenden, nicht bloß andächtig Zuhörenden, ein Wandel vollzog sich, die mitbetewde Gemeinde war erschaffe». Welche Kämpfe spielten sich ab. ehe die alten Stammgebete um die Neuschöpfung der Poetanen, die Pijutim, erweitert werden durften. Daß man mit ihnen das Haupt« gebet der Tefillah unterbrechen sollte, war vielen ein Stein des Anstoßes, und es war wiederum ein Wandel der Formen, als man gestattete, daß diese Reuschöpfungen in die geheiligte alte Form hineingearveitet wurden. Wandel über Wandel, aber jeder Wandel hier Ausdruck eines leben- Ligen, schöpfrischen Gedankens, einer Vertiefung der Religiosität. Um aus der Reihe der Feiertage ein Beispiel zu wählen: welchen Wandel hat der Jomkippur erfahren! Er war in der allerältesten Zeit nach dem biblischen Zeugnis ein Tag der Entsühnung des Heiligtums, der Sühne für die Verletzung der Heiligkeit des Tempels. Von seinem Charakter als Sem Tag der inneren Buße und Läuterung des ganzen Menschen, als dem Tag der Umschasfung des Menschen, von seinem Charakter als Einkleidung der erhabensten Gedanken über die Stellung des Menschen zu Gott war noch keine Rode. Welcher Wandel vollzog sich, als sein Sinn vertieft wurde, als er zu dem großen Tage der Erneuerung wurde, der er geworden ist! Als er d e r Tag des Judentums wurde, losgelöst vom Opserdienst, ganz und gar auf die innere Frömmigkeit und die innere Beziehung des Menschen zu Gott und dem Nebemneyschen gestellt! Als er dies schon lange war. war er noch nicht unser Jomkippur, berichtet uns doch die Mischnah, daß nach dem Schlußopfer, immer noch fünf Stunden bis Sonnenuntergang, an ihm ein fröhliches Volksfest mit Tanz in den Weinbergen war. Wie anders heute! Wandel über Wandel! Aber immer ist der Wandel Ausdruck dör vertieften Religiosität und innerstes Bedürfnis, eine neue jüdische Religiosität zur lebendigen Erscheinung zu bringen. Zwei Beispiele aus unserer unmittelbaren Gegenwart zum Schluß. Beispiel, wie vor.Unseren Äugen Feste sich wandeln. Das erste, uns hier weniger bekannt, daS zweite uns allen bekannt. Was bedeutet in unserem Frömmigkeitsleben der 16. Schwat? Nichts. Man liest in der Mischnah, er ist das Neujahr der Bäume. Im religiösen Leben der Gemeinde geht er bis auf eine Gebetsei-genart deS Tages völlig verloren. In dem Leben der neuen Siedler in Palästina ist er ein großer Volksfeiertag, an diesem Tage werden unter Beisein und Mithilfe der Kinder neue Bäume gepflanzt. er ist ein Tag naturverbundener Frömmigkeit, neu geschaffen in Anknüpfung an Altes, ein Wandel der Form. Und daS zweite Beispiel ist unser Chanukahfest. Was für eine überragende Rolle spielt eS heute! Vor 89 Jahren noch war cs ein ganz bescheidenes Fest Ser frommen, jüdische« Familie.' es hob sich mit dem Glanz, der Lichter und vergungtem Spiel am HauS, kaum aus dem Alltag heraus. Und heute, wird es mit einer Betonung gefeiert, die. kaum eine« der großen Feste zuteil wird. Der national Gerichtete findet in ihm das Beispiel einer nationalen Erhebung, der den national-jüdischen Gedanken Ablehnende findet in ihm mit dem Beispiel des Zusammenstoßes von Griechentum und Judentum und ihrem Ausgleich Symbol unserer heutigen Synthese von Judentum und der sveMschen Kultur, von der er sich getragen fühlt. Cs hat eine Betonung gefunden» für die die Alten gar kein Verständnis hatten, Wandel det Form! Wandel, der Form in buchstäblichem Sinne! Mau hat sich doch gar nicht gescheut, obgleich Chanukah niemals Geschenkfest war. die christliche Sitte des WerhnachtSschenkens nachzuahmen, und hat eS. ohne Rücksicht auf Purim, das jüdische Gchenksest, zu dem jüdischen Schenkfest ausgestattet. Im Grunde eine bewußte Assimilation, chukkat hagoj, „fremde Sitte", wie man sie sich deutlicher und nachweisbarer kaum denken kann, und doch vollzieht sich dieser Wandel in allen Teilen deS Judentums, und wenn man nach hundert Jahren vielleicht an der Sitte des Schenkenzu Chanukah wird rütteln wollen, wird sich ein Sturm der Entrüstung erheben, daß man an einem altgeheiligten jüdü schen Brauch zu rühren wagt. Wandel der Form vor unseren eigenen Augen. Aber wiederum ein Wandel, der aus einer Vertiefung des jüdischen Gedankens, aus einer Betonung deS jüdifchen Bewußtseins entspringt, und der da? Kraftgefühl in sich trägt, auch Fremdes jüdisch umzuprägeu So nur allein ist Wandel berechtigt und geboten. Wandel -er Form ist ununterbrochen in der ganzen jüdischen Frömmigkeit gewesen. Er mußte sein, denn Frömmigkeit ist nichts Starres, muß selbst in ewigem Fluß sein, will darum immer daS Vorhandene, das „Leben" öurchdringeu und weihen. Wo in unS die Kraft der schöpferischen Frömmigkeit ist, und wo die Verbundenheit mit Geschichte und Zukunft Israels stark ersühlt wird, aber auch nur dort, wird dieser Wandel auch in Zukunft sich mit Notwendigkeit vollziehen und durchsetzen. Er hat sein Recht, und auf ihn hinzuarbeiten ist Pflicht. Die Iugendgeschichte unserer $effe. Bon Rabbiner Dr. H. Fuchs. Der Liberalismus deS vorigen Jahrhunderts verteidigte sich gegen die Orthodoxie gern mit dem Argument, auch im gesetzlichen Judentum habe es Veränderung und Entwicklung gegeben: der Minhag des Mittelalters, die Jnterpreta. tionSmethode -es Talmud, ja die ganze mündliche Lehre be> deute eine Lösung ober Umgehung der Starrheit des Gesetze- und eine Anpassung an neue Lcvensverhältnisse unk Denkweisen. Diese damals kühne Anschauung Mächte jedoch fast immer Halt vor der Thora. Die überlieferte Auffassung von der Einheitlichkeit und mosaischen oder sinaitischen Herkunft der Thora wagten nur wenige und nur in gelehrten Werken anzutasten. Die letzten Jahrzehnte sind darin mutiger geworden. Wir meinen, es wäre unnatürlich, ja kläglich, wenn das Volk der Religion in einem Jahrtausend, von Mose um 1300 BtS Esra um 400, gerade in der Religion keine Fortschritte gemacht hätte, während es sich kulturell vom Nomadentum bis zum Königtum und vom Dörfler zum Weltwanderer entwickelte. Und so bedeutete es für viele eine Art Erlösung, als die Theorie über die Ouellschriften das Pentateuch von Gras und Wellhausen eine Entwicklungsgeschichte der israelitische« Religion ermöglichte, die die innere Wahrscheinlichkeit für sich hatte. Mochten, und mögen auch heute nicht alle Punkte seiner Auffassung ungeteilt Zustimmung finden. — oaS Prinzip dürfte als allgemein angenommen gelten, daß die israelitische Religion nicht anders als alle anderen nicht aus einmal offenbart, sondern allmählich, Schritt für Schritt entstanden und weitergekommen ist, aus einer inneren Kraft heraus, aber unter Mitwirkung von vielen äußeren Umständen. Ich möchte daS hier an§ Gründen, die ich am Ende berühren werde, an einem Kapitel unserer Religion zeigen, daS dem Laien besonders nahe liegt, und bei dem sich die Entwicklungsgeschichte am leichtesten und eindrucksvollsten enthüllt: an der Entwicklungsgeschichte unserer Feste. Die Beweisführung für die im folgenden schlicht erzählte Geschichte findet der Wißbegierige in Wellhausens Prolegomena zur Geschichte Israels. Kap. 3. einem Buche, an dem kein gebildeter Liberaler vorübergehen kann. Drei Stufen lassen sich in der biblischen Zeit an unseren Festen unterscheiden, die der älteren Königszeit bis etwa M o.. die Zeit bis kurz vor der Zerstörung Jerusalems 620 v. und die nak Esra 400 v. Wie vorher, zur Zeit MoseS und der Richter. Feste gefeiert wurden, läßt sich nicht sagen. Aus der ersten KönigSzeit hören wir: M-an ging am Sabbat und Neumond an eine größere Opferstätte und ließ sich dort von Propheten Rat erteilen (I Sam. 20. Il Kön. 4,23. Jes. 1,13 Hof. 2,13. Am. 8/5). Im Herbst dankte man Gott durch Opfer §t die Grnte (Ri. 9,27. 21,18 ff. I Sam. 1,20. Jes. 32,9 ff.). Dom Vpfertier wurde dabei auf dem Altar ein kleines Stück verbrannt, ein anderes bekam der Priester als Honorar, den größten Teil aber verzehrte der Darbringer mit seiner Familie im Tempel: als Gast Gottes erhoffte er davon, nach den Gesetzen -er Gastfreundschaft, den Schutz deS göttlichen WirteS. Beim Schmausen und Zechen ging es fröhlich her: mau hatte ja de« Segen GotteS eben heimgebracht. Manch, mal wurde deS Guten auch zuviel getan. — Das Gesetz, das am Ende dieser Epoche steht, das sogenannte Bundesbuch. Ex. 21—23, und daS ungefähr gleichzeitig entstandene Kapitel Ex. 84, nennt das Neumondfest nicht mehr. Dafür kennt eS außer dem Sabbat und dem Herbstfest noch zwei andere am Beginn der Kor«- und der Obsternte. — Cbarakteristisch für i

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