Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 7 (1927)
- Issue
- 19 (13.5.1927)
- Date
- 1927-05-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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nächsten Tage hielt die Führerin der Zionisten, Frau Wronsk-i, eine Rede nne> srenlichsten demagogischen Kalibers gegen die Lösen Liberalein die grirndsatzlich absolute Anhänger de? Fraueuioahlrech'eS sind, ohne deren Arbeit für die Rechte der jüdischen Kranen man iwr nicht das Bergntt- >re» hätre. Reden VON einer Frau Wronsky in der Landes» persamnilung zu hören und die lediglich. um den Konfer- Lativen die Zustimmung zu dem Entivnrs eines Indengesetze? zu erleichtern ein Amendement vorgefchlagen hatten, das den konservativen ermöglichen sollte, ihre Gewissensbedenken in der Ire ge des Frauenwahlrechtes zu beschwichtigen. Nicht die konservativen, denen dies Amendement übrigens nicht genügte, wurden alS Feinde des Frauenwahlrechts gegeißelt. sondern nur die bösen Liberalen als rückschrittliche Feinde der Gleichberechtigung der Kranen an den Pranger gestellt! Am Schluß der Tagung kam es dann noch besser Der Entwurf eines einheitlichen Judengesetzes für Preußen, das galt.; unhaltbaren Zuständen ein Ende bereiten sollte, und das einen gewaltigen Fortschritt bedeutet, war von der großen Mehrzahl der Versammlung angenommen worden. Alle Parteien hatten Ihre Ideale znrückstecken müssen, gerade wir Liberalen vornehmlich in der Frage des Frauenwahlrerhtes. Der Entwurf war aber nun einmal angenommen. Darauf erhob sich der Führer der Zionisten, Herr Dr. Kottenscher und verkündete, daß seine Freunde, denen man in einzelnen Punkten nach Möglichkeit cntgegengekominen war, alles was in ihren Kräften stehe, tun würden, um zu verhindern, daß das Gesetz nach dein die preußischen Inden seit Jahrzehnten sich sehnen, in Wirksamkeit trete. Sie kündeten an. daß sie auch außerhalb der Versammlung alles tun würden, um Las Gesetz zu Fall Zubringern Das ganze nennt sich dann Befriedigungsaktion! In dieser Weise kommt mau nicht vorwärts. Wir blicken in Deutschland mit Sehnsucht nach anderen Ländern, insbesondere nach den Vereinigten Staaten hinüber, in denen längst ein friedlicheres Zusammenarbeiten zwischen Zionisten und Liberalen vorhanden ist. Bei uns liegen die Dinge ungünstiger vor allem deshalb, weil in Deutschland Parteikämpfe sich allgemein gchäßiger abzuspielen pflogen alS in anderen Ländern und weil die Meisten von uns — auch die nationalistischen Zionisten -- gerade auf diesem Gebiet ausgezeichnete Deutsche sind, die einander mit größter Leidenschaft befehden, Vielleicht mag auch hier eine Äenderung eintreten. wenn die Zionisten einsehen. daß wir Liberalen uns ehrlich zur Arbeit für die bedrückten Ostjuden bekennen und wenn wir den Kopf für allgemeine Aufgabe des gesamten Judentums freihalten. Vielleicht mag es auf der anderen Seite auch dienlich sein, daß die nachdenklichen Männer unter den Zionisten allmählich einfehen werden, daß sie ihre kühnsten Hoffnungen begraben müssen, daß auch der Zionismus nur eine Etappe — vielleicht eine solche von besonderer Bedeutung — in der Geschichte des Judentums ist, daß er aber niemals die Lösung der Judenfrage herbeiführen kann. Wenn es aus solchen Stimmungen heraus zwischen den verschiedenen Richtungen innerhalb des Judentums zu einer Verständigung über Fragen praktischer Arbeit kommt, so wäre das ein kleiner Ersatz für die Enttäuschung, die das Erwachen aus dem Traüm des nationalen Zionismus für viele bedeuten wird und die von ernsten Rückschlägen für das gesamte Judentum begleitet sein kann. Immer neue Medhofskchändungen. Erst fetzt wird bekannt, daß vor etwa vier Wochen der alte Friedhof in Hillesheim beschädigt worden ist. Der Friedhof liegt, wie uns geschrieben wird, etwa 25 Minuten vom Orte entfernt, näher an Dolgesheim als an Hillesheim i^Hhetnchessen. Er liegt abseits von der Straße, durch eine natürliche Hecke nmzäunt, ohne besonderes Tor. Arbeiter, die in der Nähe eine kleine Brücke zu reparieren hatten, bemerkten, daß acht Grabsteine gewaltsam umgeworfen morden sind. Sie sind nicht zerbrochen, sondern —wie die polizeilichen Ermittlungen ergeben haben — ans der Erde herausäeHoben worden. Man ist sich in Hillesheim darüber einig, daß nur Völkische als Täter in Frage kommen können, und zwar wird vermutet, daß cs zwei Fremde waren, die vor etwa vier Wochen auf dem Friedhof gesehen wurden. Ein weiterer krasser Fall von Friedhofsschändung wird jetzt aus Bopsingcn lWürttembergj berichtet. Die „Nördlinger Zeitung" bringt darüber die folgende Schilderung: „In Touristenkreisen wohlbekannt ist der israelitische Friedhof am Fuß des SchenkensteinS bei der Haltestelle Anshausen. Seine Lage in sonniger Waldluft machte ihn zu einem der stimmungsvollsten Plätzchen weit und breit. Die Israeliten von Lauchheim und Aushansen bestatten noch heute ihre Toten daselbst. Zur Zeit aber bietet dieser stille Ort ein trauriges Bild der Zerstörung. 16 Grabsteine sind nmgcstürzt und durch den Fall teilweise zerschmettert worden. Die Täter sind nicht etwa rohe Burschen, sondern Mädchen im Alter von etwa 1 f» Iahren — die Erstkvmmnnikantinnen von Aufhausen. Sic waren ausgczogen. um im nahen Walde Efeu zu sammeln für Kränze und Girlanden zum schönen Fest der Erstkommunion. Dabei kletterten sie in jugendlichem Ucbermut über die niedrige Friedhofsmauer und verübten mit vereinten Kräften die böse Tat. Sie bedachten wohl nicht, welchen Kummer und Schmerz sie den Hinterbliebenen der Toten, dann ihren Lehrern und Geistlichen. am meisten aber ihren Eltern bereiten würden, welche auch den beträchtlichen materiellen Schaden zu tragen haben." Im Gegensatz zu der durch die Presse verbreiteten Nachricht. daß die Friedhofschändungen in Neviges ebenso wie in Krefeld aus einen Geistesgestörten zurückzukühren seien, erhält die Geschäftsstelle des Ecntralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in Essen den Bescheid, daß diese Nachricht, soweit sie sich ans Neviges nnd Moers beziehe, auf einer Irreführung beruht. Im übrigen soll begründete Aussicht bestehen, die Täter zu fassen. (Ita.) Aus der Bewegung Berlin. Am l. Mai hielt der Herr Direktor Dr. Guttmann in der Bezirksgrnppc Süden des Liberalen Vereins einen Vortrag über die Aufgaben der jüdischen Gemeinde. Er behandelte vornehmlich daS Religionsschnilvesen. die Fürsorge für die schulentlassene Jugend, die Lehrerbildung und den Gottesdienst. Ans dem Gebiete des Religionsschnlwcsens sei in den letzten Jahren eine sichtbare Besserung zu verzeichnen, doch sei daS Interesse der Eltern immer noch nicht groß genug, seien sich viele Eltern noch nicht der Verantwortung bewußt, die sie ihren Kindern gegenüber haben. Als eine segensreiche Einrichtung haben sich die BezirkSkommissionen erwiesen, die sich die Aufgabe gestellt haben, den Zusammenhang zwischen Schule und Haus herzustcllen. Ihre weitere Ansgestaltnng sei im Interesse der religiösen Allsbildung mtfever Kinder sehr zu wünschen. Nachdem fast in allen össentlichcn Schulen Religionsunterricht erteilt werde, empfehle es sich, den hebräischen Unterricht, der hier nur eine geringe Berücksichtigung finden könne, ganz in die ReligionSschulen .zu verlegen nnd dort mit nm so größerer Intensität zu betreiben. Für die schulentlassene Jugend, die in der Großstadt vielen sittlichen Gefahren anSgeletzt sei, münen Jugendheime eingerichtet werdet!, wie die christlichen Gemeinden sie in mustergültiger Form geschaffen Habelt. Da vor 2 Jahren die jüdische Lehrerbildungsanstalt in Berlin ihre Pforten habe schließen müssen und die in den letzten Jahren auögebtldeten Lehrer fast durchweg Stel- Inngen gesunden haben, werde bald ein fühlbarer Mangel an liberalen Lehrern eintreten. während konservative Lehrer an den letzten beiden jüdischen Seminaren in Köln und Würzbnrg noch ansgebildet werden. Um so wichtiger sei es, daß die Gemeinde sich der Lehrerausbildung wieder annehme. Schließlich redet der Referent einer inneren Reform des Gottesdienstes das 'Wort, die sich nicht ans Streichung alter Gebete beschränken dürfe, sondern eine Umgestaltung im Sinne einer stärkeren Aktivierung der Gemeinde und der Herbeiführung einer inneren Anteilnahme der Besucher des Gottesdienstes erstreben müsse. Eine Vermehrung der deutschen Gebete komme solange nicht in Betracht, als es uns an geeigneten, von gellialeu. religiösen Persönlichkeiten vetiotueu Gebeten fehle. An den Vortrag schloß sich eine rege Debatte an, in der namentlich der Wunsch nach einem Gottesdienst ausgesprochen wurde, der auch moderne Menschen zu befriedigen imstande sei. Eine stärkere Betonung der deutschen Elemente im Gottesdienst wurde von Herrn Sanitätsrat Dr. Baron gefordert. Frau Friedmann wünschte kleine Gotteshäuser mit einem intimen Gottesdienst nach dem Vorbilde der liberalen Snnagoge Norden. Breslau. iI ü d i s ch - l i b e r a l e r I n g e n d v c r c i n „A b x a fi a nt Geige r".s Ueber „die Grundlagen der jüdischen Wohlfahrtspflege" sprach am 27. April zmn Abschluß unserer Winlerarbeit Herr Wohliahrtsdireltor Glaser vor > zahlreicher Zuhörerschaft. Entwicklung und Leistung von > WohliätiPkeit war 'eit Jahrhunderten hart und nnzni reichend. Georg Herrmann schildert in seinen Romanen das soziale Elend der Großstädte. Das Wort Armenpflege wirkte j abschreckend, man scheute sich, sie in Anspruch zu nehmen. > In Deutschland brauchte der Gedanke sozialer Tätigkeit, j im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten, länaere Zeit.! um sich durch-usetzen. Wirtschaft, privace und konfessionelle j Wohlfahrtspflege arbeiten fetzt Hand in Hand. Vom Alj mojen ging man zur wirklichen H'tfe über: in den Vorderj grund trat der Gedanke der vorbeugenden Fürsorge. j Die bedeutendsten Oraanisarionen sind setzt die innere j Mission, die katholische Eharitaö und die km Jahre 19l<» j gegründete „Zentre.lwvhksahrtsstclke der dentzchcn Juden", » die Zusammenfassung der gemmten jüdischen Organisationen Deutschlands. Ter Umfang der Not zwingt die WohlfahrtSpsle.a.e nur eine ergänzende Tätigkeit anszunbev; dem Hilfsbedürftigen wird die Fortsetzung seines Lebens, wenn auch in bescheidenem Maße, ermöglicht. Eine besondere Ansmertsa'.u.kcit wird der Ingendsürsorge gewidmet. Die sogenannten asozialen (besetze sind bereits in Vorbereitung. lFürsvrgc für Epileptiker, Trinker und überhaupt für alte diejenigen, die eine schwere Gefahr für die Gesamtheit bilden, dadurch, daß mir die sozialen Gegensätze zu überbrücken suchen, tragen roir auch bei zur Erhaltung des Judentums. Der Vortragende ging dann ans die Verhältnisse in Breslau ein. wo sich 22 Fürsorgezöglinge beiderlei Geschlechts befinden. Viele Jugendliche haben mehr Verlrancn zu älteren Kameraden als zu Erwachsenen beiderlei Geschlechts. Auch der kleinste Dienst ist ein Dienst im Dienste der Nächstenliebe. Möge die jüdische Juacnd wirken, getreu den Worten des DictzterS: Edel >ei der Mensch, hilfreich und gut! Starker Beifall dankt dem Herrn Referenten für seine ausgezeichneten Ausführungen. Unser Herr Vorsitzender. Rabbiner Dr. Halpersohn, berichtet über seine Ertebnine als Seelsorger der Strafgefangenen und führt mir trefflichen Worten, die Sinn und Bedeutung unserer Idee klar zeichnen, die 22 im Wintersemester ltcit eingetreteven Mitglieder ein. Warme Worte des Gedenkens für unsere durch den Tod entrissenen Mitglieder die Herren Wvhlfahrtsdircktor Kvttlarczig und Sanitätsrat Dr. Jungmann, beide Persönlichkeiten. die eng mit sozialer Arbeit verbunden waren, geben den Eiuführirngsmorten einen weihevollen Abschluß. Herzliche Worte des Dankes für die Mühen der Leitung richtete Alfred Berger unter lebhafter Zustimmung an Herrn Rabbiner Dr. Halpersohn. An der sehr lebhaften Aussprache beteiligten sich Herr Lehrer Freundlich. Frieda Karger, Grete Gaßmann. Lotte Rvsemstal. Bernhard David,'vlin und Alfred | einer Mutter. daß sein Auge sie weniger liebkos! butte -- 'zarte, «uni io Worte fand er, eie zu trügen, ließ ihr Achtung vor dem Gesinde widerfahren! Wie waren seine \Vor*e am Mittagstiscb gewesen. a!« ßk* geweint hatte? ..Ihn ich dir nicht lieber als zehn Söhne? Warum bt deinem Herzen weh?"* Doch eie halte geschluchzt und — geschwiegen. Der Liehe — daß er es nicht '»erstand, war so natürlich, daß er immer glaubte, es eep nur das Gefühl des Zurückgesetzteein* und der Unfruchtbarkeit, das sie quäle. So schlich, sie sieh aus dem Kreise der Familie, die vollständig versammelt war, um die jährlichen Opfer im Tempel darzubringen. Ganz allein wollte sie sein, um Klarheit zu gewinnen, ihren alten Frieden sich wieclerzuholen. Durch die Weinberge ging sie, wunderte an den Herden vorbei um trotz der Menschenleere nicht zur Einsamkeit finden zu können. In dumpfem Druck hielt sie die Augen gesenkt, die sie im Anfang ihres Ganges so stolz erhoben hatte. Er liebt mich ja. klang es in ihr, er liebt meinen Leib, meine Seele. Wie habe ich mich bemüht, 6ie für ihn rein zu halten. Ich bin immer noch deine 6Üfie Braut. Llkana! Deine ganz allein. Du darfst zu Elkana gehen; es bleibt mir dennoch das Beste von deiner Mannheit, bleibt mir deine Sehnsucht! Ich bin reich durch dich. Elkana! Aber — oh Gott! — ist er reich durch mich? Habe ich dir alles gegeben? Meinen Leib, meine Seele, mein Weibsein? Und als Ghanas, dies gedacht, senkte sie die Augen. Nein, eie hatte ihm ihr Weihsein nicht offen gegeben, nicht mit der Selbst Verständlichkeit anderer Frauen. Etwas in ihr hatte eich empört gegen seine Manneskraft, hatte dagegen gekämpft bis sie durch seine Starke fühlen muhte, wir« schwach sie war. Daun aber blühten tausend Seligkeiten um sie auf, glänzte goldene Gegenwart. Wo aber, wo hatte sie an der Zukunft des Geliebten mit gearbeitet? Was blieb von Elkana und Channa, wenn sie beide tot? Peninnas Söhne und Töchter? Da gc-schah es. dal! Elkana eines Nachts an ihrem Stöhnen erwachte und auf sein liebevolles Fragen kam keine Antwort. „Ist cs ein Kind, Channa?" frug er. Sie «tarne ihn an. empört, entsetzt. Meinte er, doli sie schon körperliche Qualen erduld'.* oder daß sie wie andere j* rauen über die Zeit der Schwangerschaft Launen habe? „Es ist kein Kind, Llkana!" Schweigen und Nacht. Aber am Morgen quälte sie uie lrage: „Ist es ein Kind, Channa?" Sie hörte sich: .,E« ist kein Kind!" Kein Kind, oh, Herr und Gott — vielleicht nie ei» Kind! Und sic selbst würde alt und Llkana wurde grau — und kein Kind? Wer sah noch daun, daII sie einst sich liebten? Ailcs in der "Welt trug Fr echte. 8" war nur sic wider die Natur, sie, Channa, verflucht von Gott! Pcnisvna hatte recht, hundertmal recht! Wo war ihr unseliger Stolz auf ihr Mädchentum geblieben? Auch der Mann sehnte sieh nach dem Kinde, dem Zeugen seiner Liebe! Sic hatte das uie zuvor verstanden. Nie gewußt, daß die häßlichen Spuren, welche die Kinder am Mutterleib hinterlassen, dem I Vater immer wieder Erinnerungen an die Liebe sind, j die sie. beide verband. Schmerzen mußte die Mutter! ertrugen — waren es nicht heiligste Schm er zun Hatte sie doch auch um der Liebe des Gatten willen Schmelzen ertragen. — Wie klein war da der Wert, wenn sic ihn gegen den deo Kindes maß. Sie hatte zu dem Tempel gefunden, ohne daß sie dort hin gewollt hätte. Der große Raum. Vorn stand ein Mann. Der Hohepriester, der Höchste des Volkes. Und auch er: Kind Berger. Bon allen Rednern wurde die Notwendigkeit sozialer Arbeit durch die Jugend betont. Nach einem Schluß- \ wort des Vortragenden schließt Herr Rabbiner Dr. Halver- ■ sohn mit herzlim-n Danlesworten an alle und insbesondere j am den Herrn Vortragenden den so anregend verlaufenen j Abschluszabend unseres Wintersemesters. i Von herrlichem Wetter begünstigt, wandcrten wir am , Sonntag, den 8. Mai. leider nur im kleinen Kreise, von Obernigk über Jäckel. Tannwald. Eranz nach Drmhcrrn- I surth. Wieder führte nutz durch prachtvolle Wälder treu und j sicher Ludwig Freund. Zn schnell vergingen, die Stunden! gemeinsamer Wanderung. L» bleibt nur zu wünschen, daß! gerade die. Berniatäticien diese Gelegenheit der Erholung und der zwanglosen ülne-sp.'ache reckst oft benutzen, um auch im Sommer den allseilig gewünschten Gedanleikanstansch an s v echtzntYhak len. _ Verklungenes Leben. biblische Novellen von E 1 s o D? h 1 b erg. (3. Fortsetzung.) Chaima. Nein. t.ic durfte nicht klagen. konnte ihr Peninmt anhuben mit ihren höhnischen Blicken und häßlichen Reden? Sie, Channa, blieb gefeit gegen all diese Schmähungen, gefeit durch die starke Liebe ihres Manne« Llkana. Daß reine Zweitfrau Kinder gebar, Kinder und aber Kinder, das war gut und recht ßo. Ja, .jede ('rau, die heiratete, bekam Kinder. Und was waren dies für häßliche Schmerzen und wie sahen sie au«, wenn sie ihre Leibesfrucht, trugen, und wie zerstört die Brüste, mit denen sie die Kleinen säugten. Nur sie, Channa. blieb schön und blieb rein in allen Jahren der Ehe. In ihrem Innersten empfand Channa so: war stolz auf ihre Jugend! Schaftengleich huschte da« Trübe der Kinderlosigkeit darüber hin, brachte sie zum Weinen und Zürnen. Aber Amsst, so recht tiefe Angst um ihr Leben, wie sie der Gehurt eine« Kindes ' orangehi. blieb ihr erspart. Kein Sturm riß ihre Seele auf, daß das Blut «ich in ihre, innerste Stille gegossen hätte — bi« zu dem Lage, da «ic den kleinsten Sohn der Peniuna gesehen._ Glichen biß jetzt alle Kinder dieser Frau, «o war da« jüngste da« völlige Ebenbild ihres Manne«. Zuerst hatte dumpfer Zorn sie ergriffen, daß nun der Zeuge de« Zusammenseins der Gatten lebte. Bisher war es ihr immer gewesen, als ob der Wille der Frau den Mann zu sich gezwungen hätte, nun aber trug diese Frucht den Ausdrück de« Mannes so frei zur Schau und schien zu sagen: „Schweige Unfruchtbare, die Natur will ihr Recht und der Mann sucht in «einem Weib die Mutter «einer Kinder, die ihm als solche geliebt bleibt!1* Ach, nicht daß Elkana sie weniger geliebt, nicht. Channa betete: Gib ein Kind, Ewiger, Es darf meinen Leib zerreißen: ich liebe ihn nicht mdhr. Meine Seele soll leben. Und seine Seele, die Seele Llkanus! Um «cinehvillen. Oder — war es zu epätA Würde sic ewig unfruchtbar sein, nie die Mutter eine» Sohnes? Die Säulen schienen zu wanken, der Hohepriester hatte sich umgc'vandt zu der Bittenden Da geschah es Channa, daß sie in dem Beben des Baues und dem Zittern der Farben Klarheit bekam. Sie erkannte, daß sie nicht Mutter sein würde, um Elkana« und ihrer selbst willen, sondern um des Ewigen willen. So gehört alle« ehr, mein Gott, fühlte sie. Dein soll mein Sohn sein, schwur sie ihm; dein die Schmerzen um den Zukünftigen — aber, Ewiger, auch das Leid der Unfruchtbaren! Ich will nicht mehr sein, was ich gewesen: do.s Weib, dessen Gedanken nur um das Ich_ kreisen, nein — von nun ab Allnautter jeglichem Lehen! Der Hohepriester fiat zu ihr. Er frug sie um ihr Gebet und sie antwortete noch mit Tranen in Augen und Stimme. Still ging sie heim. Die Erwartung machte ihr trübe Stunden, his zu einer Nacht, da eie Elkana weckte. Sie schloß die Arme um seinen Hals: „Es ist ein Kind, Elkana!“ Es war ein Knabe, den sie gebar in frohem Wiesen um «ich und die Welt. Nachdem «ie ihn entwöhnt, brachte eie ihn zum Tempel, damit er Priester werde. Zwiefach hatte Gott «de erhört; er gab ihr das Kind und hauchte den göttlichen Funken in ihn. so daß nie die Mutter des weisen Priesters Israels im Tempel vergessen wurde: die Mutter Samuels. Channa. (Fortsetzung folgt.) Kalendarium fiir die Zeit vom 14.5.H. 21 s. 1922 Mai 1827 Ijar 5687 Sonnabend "! 12. Sonntag 13 j 13. Montag 16! 11. Dienstag 17 1 Mittwoch 18 j 10. Donnerstag 19 j t 17- Freitag 20! 1 18. Sonnabend äi; [19 Wochenabschnitf: B'Har HaftaraH: Jeremia Kap. 32.6—27 Sabbat-Ausgang: 8,48 «Uhr Lag Vromer Wochenabschnitt: B'chnlaussai zaftarah: Jeremia Kap. 16,19—21 17,1—14 Sabbat-Ausgang: 8,57 Uhr