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Jüdisch-liberale Zeitung · 1927-05-13 · 19 (13.5.1927) · page 1

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
7 (1927)
Issue
19 (13.5.1927)
Date
1927-05-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Iödffch KberaleZeiluna Organ -er Vereinigung für das liberale Indentum e. V. Bezugoprei» durch di« Geschäftsstelle lU jährlich M. 2.50 Etü-elnummer 0.20 Bei freier Zusendung i. Inland 0,25 f ür die Eglteder r er Sereinigung ist der Bezugspreis i« Mitgtted»bettrage enthalten. :: s n Veravtwortl. Redakteur: Bruno Doyda vis „Jüdisch-liderale Lettung" erscheint jeden Srettag. ttedaktlon u. vsfchSttsftette: vsrttn SW, Wilhelmftr* 147. Fernruf: vasenholde 3358, 3359 Poftfdwfckonto: Vsrttn nW7 nr.l J70«9 (Vereinigung für Ba» liberale Judentum Nachdruck ffimtlldjer Orlgtnal-0e!trüge nur mit vorheriger Genehmigung Ber Bebaktion gestattet. Anzeigenpreise: Die 12 gespaltene Nonpareillezeile 0.45 Goldmark, die R klamezeile 3,00 Goldmark» bei :: s « Mederholungen Rabatt. u n :: Anzeigenannahme: «Misch-liberaleZeitung- Fnseratenabtellung: Berlin SV 48, Dilhelmstratze 147 ltzafenheide: 3358—59). sowie fämtl. Annoneen-Epped. Nr. 19 Berlin. 13. Mai 1927 7. Jahrgang Wische Vmdersürsorge. Tagung der Hauptslelle für jüdische Wanderfürsorge. Am Sonntag. den 8. Mar mittags, wurde im Logenhauö..Kleiststraße, die Mitgliederversammlung der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge unter Teilnahme von Delegierten ans ganz Deutschland eröffnet. Der Tagung wird allgemeines Interesse entgegengebracht, da in ihr das Problem der Produltivierung der jüdischen Wanderung zur Debatte steht. Die Versammlung wurde von Herrn Eugen Casparn, dem Vorsitzenden der ZentralwvhlfahrtSstelle der deutschen Juden, mit einer Ansprache eröffnet, in der er die Delegierten. die erschienenen Vertreter der Ministerien, der Stadt Berlin und der großen-jüdischen Organisationen warm be- ^üßte und einen Rückblick aus die Geschichte der jüdischen Wanderfücsorge in Deutschland warf Er gedachte während die Bersammtrnig sich zum Zeichen der Trauer erhob - der yrstordenen Führer der jüdischen sozialen Fürsorge Dr. Wreschner und Paul Nathan. ES wurde hierauf ein Präsidium bestehend aus den Herren Justizrat Straus- München und Latinger-Dresden gewählt. Es folgten Begrüßungsansprachen des Vertreters des Arbeitöministcriums. ocr Reichsarheitsstelle. der Stadt Berlin, der drei großen Wanderfr'irsorge-Berbünde Deutschlands usw.. die alle der Tagung volles Gedeihenwünschten und im Namen ihrer Aemttr eine enge Zusammenarbeit in Aussicht stellten. > Lämentz des Ärbeitersürsvrgeamtes der iüdiickien Oxganisativzie!r.'Detttschkgnd^ begrüßte Dr. Haaie die Tagung und bemMre. daß die Hauvtstclle aus dem Arbeiterfürsorgeamt bervorgegangen ist. Beide Institutionen fassen das Wort ..Zdokoh" als «ine Synthese von Wohltätigkeit und sozialer Gerechtigkeit .aus. .-Namens des Vorstandes der Berliner Irdischen.Gemeinde begrüßte Dr- A. Sandler die Tagung, die cjiiem wimnaeu Zweig der jüdischen sozialen Fürsorge dierrt und die die Firdische Gemeinde Berlin mit den besten Wünschen begleitet. .Spielt doch Berlin als Dlirchrvandererstabt eine wichtige Rolle und hat doch die Indische Gemeinde z. ß, I9ür> 60ÜOU Mark sür Durchwanderersnrsvrge aus gegeben Namens des ..loint Distribution Oommitee wies denen europäischer Generalsekretär Dr. Werner Senator, daran.!' bin daß tieft. der weiter des euronäischen ckOI^PrvLrkt:s. Dr. Bernhard Kahn, der je'ot üou Berlin abwesend ist.' führend an der Gründung der beiden Organisationen beteiligt' habe. JOINT, der »ich der Forderung des großen Prodnktivrernügsprvzesses. der jetzt durch die Judenheit geht, widmet. verfolgt mit die Bestrevi'ngeu der Hguvtstelle. Namens der Gesell stbait U!A8-jOA-I.d1Iöl)IkU^^/ sagte Dr. Brutzkus. das iülü'üie Volt habe unter den dtatastrophcn des Krieges und der Bürgerkriege, sowie, unter den nachfolgenden Wirtschastst'atastrovhen am meinen gelitten und habe die-meiste Zahl Unglücklicher zu versorgen. Eine Zusammenarbeit aller Organisationen tue not. Oerr T- Lisschrtz begrüßte die Tagung namens des -Zilssvereins der .Deutschen Jude«. der in seiuem 2vjähr:geu Bestände der Aanderfürsorge große Aufmerksamkeit gewidmet hat. Es folgten sodann drei wichtige Referate über „die jüdische Wanderung in Deutschland und die Probleme ihrer Produktinjerung". Ten Raymenvortrag hielt -Herr Alfred Berger, der die politischen und sozialen Hintergründe des Problems beleuchtete. Das Problem der indischen Wanderfürsorge tft von besonderer Art und erfordert eine spezifische Arbeit. Eine Präzisierung des Zieles und der Wege dieser Arbeit bedeutet schon einen wesentlichen Schritt nach vorwärts. Es handelt sich nicht mehr tun die alte Wunderarmenfürsorge, sondern um ein sozialfürsorgerisches Problem: Menschen wieder in den .nreis der sozialen Ordnung zu bringen. Nicht darum geht es. die Gesellschaft vor den Bettlern zu verschonen, sondern darum. Menschen vor dem Abstieg in die BetteleMenz zu bewahren. In Deutschland gesetzliches Arbeitsmonopol für Jnlandsarbeiter. So werden arbeitswillige Juden künstlich zum Häudlertum gedrängt. Der Staat selbst fördert dadurch die unproduktiven Berufe. Wir wissen, daß es sich bei den jüdischen Arbeitssuchenden um ehrliche Elemente handelt. Bon 22 000 Namen stehen nur 1800 aus der Waruungöliste. Jetzt ist das Problem der deutschjüdischen Wanderer, das früher abgeilaut war. wieder akut geworden. Bei 30 bis 10 Prozent aller Vorsprechenden handelt es sich um deutsche Juden. Dies liegt nicht allein in der allgemeinen Depression, sondern im besonderen Schicksal der Inden, in der Schwierigkeit sür jüdische Arbeitslose. Arbeit zu finden. Die jüdischen Angestellten werden in Deutschland, in den Warenhäusern wie in den Banken, boykottiert. Auch in Häusern, deren Direktoren Inden sind. Die Deutsche Bank in allen ihren Zweigen, die AEG., der Sielnens-Konzern und andere große Betriebe stellen durchweg keine Juden ein. Der Boykott jüdischer Angestellter geht bis in die Kreise des Einzelhandels hinein. Der Boykott der jüdischen Angestellten fördert den Austritt aus dem Judentum. An beiden Enden bröckelt das Judentum ab. Die obere Spitze des Mittelstandes und die untere Spitze der Arbeiter — der beste und wertvollste Teil des Judentums — gehen verloren. Der Redner schloß: „Es ist notwendig, eine sozialpolitische Verbindung init den internationalen jüdischen Organisationen zu schaffen. Die Wanderer sollen produktiven Bernsen zngcsührt werden. Die Behörden sind zu überzeugen, daß der Staat sich selbst schadet, wen» er Arbeitswillige zum Häudlertum zwingt. D:e jüdischen Arbeitsnachweise sind ausznbanen. Arbeitsstätten sind zu Kr»-*""*" Hieraus hielt Herr Eugen Caspary, der Vorsitzende der Ze'utralwohlfahrtssteUe, ein Referat, in welchem er das gesamte Arbeitsgebiet der HauptsteUe skizzierte. Die jüdische Wanderfürsorge — so führte er aus — ist nur ergänzende Fürsorge für In- und Ausländer gleichermaßen. Sie muß deshalb bestrebt sein, öffentliche Mittel herauzuzichen. Sie darf sich nicht darauf beschränken. Wanderer nur zu befördern. d. h. durchgreifende Fürsvrgemaßnahmen von einer Stelle auf die andere abzuwälzen. Jede Wandersürsorgestelle ist zur durchgreifenden Fürsorge verpflichtet, d. h. sie muß in erster Linie daraus bedacht sein, so weit n'ir irgendmöglich, Maßnahmen zur Prvduktivierung der jüdischen Wanderer zu treffen. Das entfcheidcuste Mittel für ein System prvdnttiver Wandertürsorge ist die unmittelbare Uebcrsührung in das Wirtschaftsleben durch den Arbeitsnachweis. Das Problem des jugendlichen Wanderers erfordert rechtzeitige Lehrstcllenvermittluug und Berufsberatung. tBerufsnmschichtung). Reben dem Arbeitsnachweis ist zur Prvduktivierung der jüdischen Wanderung ein System produktiver Hilfsmaßnahmen notwendig. Die durchgreifendste produktive Hilfsmaßnahme wäre erdgebundenc Beschäftigungsmöglichkeit in Arbeiterkolonieu. Für eine gewisse Kategorie jüdischer Wanderer wären Arbeitsplätze zu errichten. Daneben geben in größeren Gemeinden Kleiderkammern. verbunden mit großzügigen Brockensammlungen lNachlatz-Verwertungs- Stellenj mit Werkstätten aller Art ausgedehnte Arbeitsmöglichkeiten sür fluktuierende Elemente. Verselbständigung von Gruppen in gleichartiger Beschäftigungsmöglichkeit. Darlehnskassen und produktive Kredite müssen den Rückhalt für diese Arbeit bieten. Herr S. Adler-Rudel, der Leiter des Arbeiterfürsorgeamtes der jüdischen Organisationen, hielt das Referat über die Schaffung von landwirtschaftlichen Arbeiterkolonieu. die als Hauptpunkt aus der Tagesordnung steht. Seine Ausführungen seien in folgenden Leitsätzen zilsamureugcfaßt: Dre jüdische Wandersürjvrge kann nicht an der Tatsache werden sollen. Es ist das Verdienst der Großloge des NOBB.. daß sic 1891 den «ukunftsträchtigen Weg: die Wauderarmut in den Kreis -der Arbeitsnachweise der Großloge zu ziehen, be.- schritten hat. Heute ist das Problem komplizierter. Das Wandernmüssen ist ein Teil des schweren jüdischen Schicksals. Jetzt aber gibt es kein Einwanderungsland Nordamerika ist versperrt, Südamerika und Kanada stehen nur gewissen Kategorien offen Dennoch wissen wir — und wir sind verpflichtet es zu wissen -- daß im Osten noch Ueberraschuuqen Levorstehen. die einen Strom der Wanderung in Bewegung fetzen können. Unsere Interessen sind darum mit der vereinigten jüdischen internationalen Wanderfürsorgeorganifation HI AS-IC A-EM1GDIREKT verbunden. Air erleben, jetzt das mittelalterliche Schicksal, daß man Juden, die sich zur Arbeit drängen, nicht zur Arbeit heranlätzt. . J-m Bergwerkswesen und in der Landwirtschaft Deutschlands haben Ostjuden ihren Mann gestellt. Als aber dann im Rubvkampf die ersten Entlassungen oimetztcn. da. mutzten zuerst die Ausländer daran glauben. 12 000 bis 15000 ostjüdische Bergwerksarbeiter mußten nach Belgien und Frankreich auswanöern. Aber als dort auch Zechen geschlossen wurden, da wurden zunächst wieder die Ostiuüeu hinausge-drängt. In Deutschland wie im Ausland besteht ein geringen Zahl sozialer und erwerbsbeschräulter Elemente, die, ans der Bahn geschleudert. auS der Wanderung von Gemeinde zu Gemeinde einen Berus gemacht haben, sind jene ausländischen, größtenteils staatenlosen Wanderer zu betreuen, die nicht ohne weiteres in Arbeit gebracht werden können, bei denen cs monatelangrr Arbeit bedarf, bis ihre Legitimationspapiere geordnet und ihre Staatsangehörigkeitsverhältnisse geklart sind. Da es bis heute nicht möglich ist. derartige Elemente für längere Zeit zu beherbergen und zu beschäftigen, wandern sie ziellos oft ohne Inanspruchnahme der Wanderfürsorge von Ort zn Ort. verlieren jeden inneren Halt und werden zu einer dauernden und unproduktiven Belastung der Wohlfahrtspflege. Um eine möglichst weitgehende Fürsorge für derartige Elemente zu ermöglichen. ergibt sich die Notwendigkeit der Schaffung von Einrichtungen, die ihre vorübergehende Aufnahme und Beschäftiaung ermöglichen, bis es gelingt, sie wieder in geordnete Berbältnisse zu bringen. Auf Grund der bisher geleisteten Vorarbeiten kommt als derartige Einrichtung in erster Linie eine landwirtschaftliche Arbeiderkolouie in Frage, wie sie ähnlich bereits in der allgemeinen und konfessionellen Wanderfürsorge besteht. Aus den Gutachten der Herren Güter-Direktor Dyk. Pastor Braune und Geheimrat Aereboe ist zu ersehen, baß die Errichtung einer derartigen Arbeiterkolonie auch im gewisien Sinne als rentabel anznsehen ist. Die Koste«, btt Einrichtung einer Arbeiterkolonie, die ungefähr 50 Wanderer aufnehmen und ihnen Arbeitsgelegenheit bieten soll, belaufen sich auf ca. 300 000 Mark (Kaufsumme und Betriebskapital). Der jährliche Betriebszufchutz soll den Berechnungen der Sachverständigen zufolge im ungünstigsten Falle 20 000 Mark betragen. Die Beschlüfse. Stach ausführlicher, inhaltsreicher Diskusiron, an ber sich auch die Vertreter der Behörden und nichtjlldischen zen. tralen Wohlfahrtsorganisationen beteiligten, sind folgende Resoluttoueu angenommen worden: 1. Die Mitgliederversammlung nimmt mit Interesse und Dank Kenntnis von den Leitsätzen, die von den Referenten der heutigen .Hauptversammlung für die Prvduktivierung der jüdischen Wanderung in Deutschland vorgelegt wurden. Sie bittet den Vorstand, die vorgelegten Projekte der landwirtschaftlichen und der gewerblichen Prvduktivierung und die Frage des Ausbaus des jüdischen Arbeitsnachweiswesens einer weiteren Prüfung und Beratung zu unterziehen und über deren Ergebnis die Mitglieder zu unterrichten 2. Die Mitgliederversammlung der HauptsteUe für jüdische Wandertürsorge gibt ihre Auffassung dahin kund, daß die zentrale Organisation des jüdischen Warrder- und Ärbeitsnachweiswesens eine der wichtigsten sozialen Aufgaben der deutschen Judenheit darstellt. Eine wirksame Durchführung der Organisation ist nur bei einem entsprechenden Ausbau der Hauptstelle für Wandersürsorge möglich. Hierbei ist eine Erweiterung des Budgets der Hauotstelle unumgänglich. Es erscheint deshalb als die Ausgabe der öffentlich rechtlichen Organisation der deutschen Judenheit, die Mittel für die Durchführung ber zentralen Regelung der Wanderfürsorge und des Arbeitsnachweiswesens, insbesondere für die Kosten der HauptsteUe, nach dem Verhältnis ihrer Seelenzahl zur Verfügung zu stellen. In denjenigen Ländern, in denen die Finanzierung ber Organisation durch die Vermittlung der Landesverbände noch nicht oder nicht in genügendem Umfang durchführbar ist, sind die Provinziglkassen zu Beiträgen für die HauptsteUe heranzuziehen. Von Behörden und Organisationen waren vertreten: Das Reichsinnenministerium durch Oberregierungsrat Ruppert. das Reicksarbeitsministerium durch seinen Referenten Dr. Dierckes. LaS Preußische Wohlfahrtsministerium durch Ministerialrat Wittelshoefer, der Magistrat Berlin durch die Leiterin der PolizeiwohlfahrtssteHe. Fräulein Dittmar, die Zentrale für private Fürsorge durch ihren Geschäftsführer Dr. Oswald, die Innere Mission durch Pastor Seyfert, der Deutsche Herbergsverein durch Pastor Braune. Ferner waren anwesend Vertreter des Vorstandes der Berliner Jüdischen Gemeinvde. der Grotzloge, des Wohlfahrtsausschusses der Berliner Logen. deS Arbeiterfürsorgeamtes. der Zentralwohlfahrtsstelle, des Hilfsvereins der Deutschen Juden, der IÖA-ttIA5-LiAlOVlMl(I. des Joint, des Verbandes russischer Juden, des Verbandes ostjüdischer Organisationen, des liberalen Vereins Berlin, schließlich Vertreter deS Preutzenver-bandes, der sächsischen, württembergischen, badenschen und bayerischen Landesoerbände. _ IJta) Das jüdische Missionswerk unter den ^alaschas. Der nachstehende Aufruf, der Unterschriften l>on Persönlichkeiten der verschiedensten jüdischen Richtungen trägt, geht uns mit der Bitte um Veröffentlichung zu. Die Red. -ejr 20 Jahren ist der Blick der Judenheit wieder auf die FalaschaS gerichtet, jenen Stamm im schwer zugänglichen abessinischen Hochland, der mit vorbildlicher Treue an der jüdischen Religion fcsthält. Obwohl seit 2000 Jahren ohne Verbindung mit der Gesamtheit der Juden, haben die Falaschas allen Bekehrungsvcrsuchen christlicher Missionare zähesten Widerstand entgegengcsetzt. Erst als um 1870 die tu ihnen erweckte Hoffnung auf eine Verbindung mit der Judenheit sich nicht verwirklichte, hatte die Mission Erfolge — aber kaum war 1903 diese Verbindung durch Dr. I. Faltlovich wirklich angeknüpft, als die Falaschas wieder Mut schöpften und mit ihrer erprobten Festigkeit den alten Glauben vertraten. Seitdem hat Dr. Faitlovich wiederholt ihr Land bereist, die Schwankenden gefestigt, ihnen Belehrung und Bücher gebracht. Junge Falaschas wurden in Italien, in Deutschland und neuerdings in Palästina als Lehrer der jüdischen Religion ausgebildet, die. in die Heimat zurückgekehrt, die Lehre der Väter verbreiten und bereits viele Abtrünnige wieder zu ihr zurückgeführt haben. Um die Lehrtätigkeit intensiver und weniger kostspielig gestalten zu können, ist neuerdings nt Addis Abeba unter Leitung eines gut vorgebildeten Falascha ein Lehrerseminar eingerichtet. Es ist geplant, ernen tüchtigen Fachmann aus Deutschland dort- ^n' öer insbesondere den hebräischen Unter- L^-Ä^nehmen soll. Der deutsche Gesandte in Addis Abeba bringt diesem Plan das wärmste Interesse entgegen und beabsichtigt, dem Herrn auch Unterricht an der dortigen deutschen Schule zu übertragen — wodurch die

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