Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 7 (1927)
- Issue
- 18 (6.5.1927)
- Date
- 1927-05-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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V. j & IiWchÄemkZrilim Organ der Vereinigung für das liberale Judentum e. V. Bezugspreis durch die Geschäftsstelle lU jährlich 9N. 2.50 Einzelnummer 0.20. Bei freier Zusendung i. Inland 0.N 5ür die Mitglieder der Vereinigung ist der Bezugspreis im Mitgliedsdeitrage enthalten. :: :: :: VerantworU. Redakteur. Bruno Doydu. vt« „ladifch-Udorals Zeitung" »rschslnt jsven Sreitag. NsvakUon u. Oefcbäftsftelle: Berlin SW, Wilhelmftr. 147. Sernruf: ßafenfyeiDe 3358, 3359 Poftfcftecltkonto: Berlin OW7 Nr.Asross (Vereinigung kür Da» liberale Judentum NadjDrucft sämtlicher Orlglnal-öeltrfige nur Mit Vorheriger Genehmigung Oer ReDafetlon gestattet. Anzeigenpreise: Die 12gespaltene Nonpareillezeile 0.45 Goldmark, die Rcklamezeile 3.W Goldmark, bei :: u :: Mederholungen Rabatt. :: :: :: Anzeigenannahme: «Misch - liberale Zeitung* Fnseratenablellmig: Berlin EL) 48. Wilhelmstraße 147 lHasenheide: 3358—59). sowie sämtl. Annoncen-Exped. Rr. l8 Berlik. 6. Mai 1927 7. Jahrgang Mentums. Nationalismus oder Universalismus? Biblisches zur Proselytenfrage von Dr. B. Werner. „Das anserwählte Volk." Durch die Literatur der Jahrhunderte geht dieses Wort. Abergläubische Scheu, Hohn, Spott, Unterdrückung und Verfolgung, aber auch einen geheimen, nur selten und ungern eingestandenen Respekt hat dieses Wort im Gefolge gehabt. Das auserwählte Volk! Wozu auserwählt! Zn tiefster Knechtschaft bis zu allen Versuchen dieses auserwählte Volk gänzlich auszurotten. hinauf bis zu der Idee, eine Leuchte zu sein für alle Völker der Erde, die messianische Hofsnug und Zukunftsocrheißung der Menschheit. Das auSermählte Volk! Niemals ist vielleicht ein Sah falscher verstanden und böswilliger ausgelegt worden. Nationale Ueberhebuug! Rassedünkel! Völkischer Hochmut! Wie? Gerade die Juden? Ja. ihnen hat mau zu allen Zeiten diesen Vorwurf gemacht! Die Juden das auscrwählte Volk! Anögerechnet die Juden! Worauf begründet sich der Vorwurf der Trennung, der Abschließnng. des mangelnden Gemeinschaftsgeistes mit der übrigen Menschheit, des mangelnden Universalismus? Auf das Heilige Buch, auf die Bibel, dem Buche, in dem die Lehre verkündet ist: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" und „Der Fremdling sei dir wie ein Eingeborener, du sollst ihn lieben wie dich selbst!" Es wäre zum Lychen, wären diejenigen, die zu allen Zeiten über die Juden nur Böses zu sagen wußten und Böses zu sagen wissen, nicht gar zu traurige Gesellen. Sie schimpfen auf die Juden weil sie sie nicht kennen. Sie verleumden die Heilige Schrift — weil sie sie nicht kennen. Die gefährlichsten BöscwikWer sind immer die Nichtswisser und die Nichtskönner. Sie behaupten und sie glauben alles, ohne zu prüfen. Lehrt die Bibel also Absonderung? Ist sie nationalistisch, völkisch, rasseseindlich? Im ersten Buche Mosis findet sich keine Spur von Rassefeindlichkeit. Im Gegenteil: der Segen mit dem Gott Abraham, den Patriarchen begnadet, er lautet: Es sprach der Ewige zu Abram: Gehe aus deinem Lande und aus deinem Geburtsorte und aus deines Vaters Hause nach dem Lande, das Ich dir zeigen werde. Dann werde Ich dich zu einem grossen Volke machen und dich segnen und deinen Namen groß werden lassen. Und werde zu einem Segen, so daß Ich segnen werde, die dich segnen und slnchen denen, die dich schmähen: und gesegnet werden in dir alle Geschlechter des Erdreichs ll. B. Mos., 12. Kap., Vers 1—8}. Und Abraham? Man lese doch in der Bibel, wie er in Frieden und Freundschaft mit Jedermann, ohne Ansehen von Glauben und Rasse, zn leben lrachtetc. Sonderte sich Israel ab? Als der Auszug aus Aegypten erfolgte „da brachen die Söhne Israels ans ans Raamses gegen Sukkoth. bei sechShnnderttausend zu Fuß, die Männer ohne die Kinder. Auch ein großes Gemisch zog mit ihnen hinaus (II. B. Mos.. 12. Kap., Vers 37 und 38). Es wäre doch den Inden ein leichtes gewesen, sich des „Gemisches" unterwegs zn entledigen. Schon aus dem Grunde, weil sich darunter auch allerlei Gesindel befand, das die Bibel mit den Worten „orod rab" bezeichnet. Aber Israel, tolerant, gastfreundlich und immer mildtätig, dachte nicht daran, nach damals gar nicht ungebräuchlicher Sitte, störende Fremde einfach nmznbringen oder in der Wüste verkommen zn lassen, indem es sich einfach „absonderte". Und dieses „oreh rat/' war keine angenehme Gesellschaft, besonders nicht für MoseS. dem sie das Leben schwer machte. „Aber das Gesindel, das unter ihnen war, hatte Gelüste und abermals weinten die Söhne Israels und sprachen: „Wer gibt uns Fleisch zu essen?" M. B. Mos.. 11. Kap.. Vers 4). Man erkennt deutlich den Einfluß der nur auf den materiellen Genuß eingestellten Mitläufer. Trotzdem: Ein Gesetz soll für den Eingeborenen und für den Fremden sein, der sich in eurer Mitte aufhält!" (H. B. Mos.. 12. Kap.. Vers 49). Vielleicht wird man entgegnen, daß es sich bei dieser Stelle nur um ein Rcligionsgesctz handle — gerade das jedoch beweist die Universalität des Judentums: auch an den religiösen. nicht nur den bürgerlichen Rechten konute jeder Fremdling Anteil haben. Allerdings mußte er. um in religiösen Dingen gleichberechtigt zu sein, sich auch zu dieser Religion bekennen, sich in ihr ansnehmen lassen. Aber auch der nicht zum Juden gewordene Fremdling hat Anspruch auf Teilnahme an allen Festen. Vor allem gilt für ihn der Sabbat wie für den Juden. So lautet das vierte Gebot: „Sei eingedenk des Ruhetages, ihn zu heiligen. Sechs Tage verrichte deine Arbeit und all dein Werk: aber der siebente Tag ist Ruhe dem Ewigen, deinem Gotte, dn sollst keinerlei Werk verrichten, nicht du, dein Sohn oder deine Tochter, nicht dein Knecht, deine Magd, nicht der Fremdling, der in deinen Toren weilt (II. B. Mos.. 29. Kap., Vers 8-10). Und noch die erhabenen Worte: „So beschneidet die Vorhaut eures Herzens und seid nicht weiter hartnäckig: denn der Ewige, euer Gott, er ist der Götter Gott und der Herren Herr, der große, starke und Ehrfurcht heischende Gott, der kein Ansehen achtet und nicht Bestechung annimmt. Der das Recht der Waise und der Witwe umbrnimmi und den Fremdling liebt. Sveise und Gewand ihm gebend. So liebet den Fremdling, denn Fremdlinge wäret ibr im Lande Aegypten (V. B. Mos., 10. Kap., Vers 1C^—19). Wo steht da etwas von einer Absonderung, von nationalem Dünkel, von Rassenstolz und völkischer Ueberhebnng — wie sie das „auöerwählte" Volk doch hätte haben müsien? Und dennoch war Israel anserwählt! Es war dazu ersehen, in einer Welt der krassesten Selbstsucht, der Eigenliebe. des Fanstrechtes den Gedanken der Nächstenliebe aufleuchten zu lassen, der 3! ä ch st e n li e b e. die nicht nur den Volksgenossen a n g i n g. wie den nichijüdischen Kindern seit Jahrhunderten im Religionsunterricht gelehrt wird, sondern die auch den Fremdling umfaßt, wie jeder aus den angeführten Bibelstellen ohne weiteres entnehmen kann und entnehmen müßte. Aber das Wissen darum, daß die Worte: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". „Liebe auch den Fremdling wie dich selbst", „Tue auch deinem Feinde Gutes" im Alten Testament. in den fünf Büchern Mosis stehen, daß es jüdische Gebote sind, wird der Jugend svstcmatisch ferngehalten, so systematisch, daß Nichtjudcn auf das äußerste erstaunt sind, wenn man sie ans diese Tatsache aufmerksam macht und sie daran nicht glauben wollen, bis man ihnen die betreffenden Bibelstellcn ausschlägt. Und die Propheten? Waren sie nationalistisch, nahmen sie das Heil nur für die Inden in Anspruch? Schlossen sie „Rassenfremde" von der himmlischen Gnade, von der Erlösung. vom ewigen Heile aus? Galt die Verheißung nur für das „anserwählte" nicht aber auch für jedes andere Volk, nicht auch für die Heiden? „So spricht der Ewige: Wahret Recht und übet Gerechtigkeit. denn nahe ist meine Hülse zn kommen, und meine Gerechtigkeit. sich zu offenbaren. Heil dein Menschen, der solches tut, dem Menschensohn, der dies ersaht, der den Sabbat wahret, ihn nicht zu entheiligen, und seiner Hand vermährt, etwas Böses zu tun. Darum spreche nicht der Sohn der Fremde, der sich dem Ewigen anschlieht, indem er sagt: Ausschließcn wird mich der Ewige von seinem Volk. Und nicht sage der Verschnittene: Siehe, ich bin ein dürrer Baum! Denn also spricht der Ewige von den Verschnittenen: Die meine Sabbate wahren und wählen, was mir wohlgefällt und an meinem Bunde sesthalten, ich werde ihnen geben in meinem Hause und in meinen Mauern Denkmal und Namen, besser als Söhne und Töchter, meinen ewigen Namen stifte ich ihnen, der nicht vergeht. Und d i e S ö h n e der Fremde, die sich dem Ewigen a n s ch l i e ß e n, ihn zu lieben, zn lieben des Ewigen Namen, ihm Knechte zu sein: jeglichen, der den Sabbat wahrt, ihn nicht entheiligend, und allen, die sesthalten an meinem Bunde, die werde ich bringen zu meinem heiligen Berge, und sie erfreuen sich an meinem B e t h a n s e — n n d mein Haus wird ein B e t h a n s fein für alle Völker" tJesaia, 56. Kap., Vers 1—8). An anderer Stelle wird die „AiiSerwähltheit" Israels klar gemacht und deutlich, wie diese Anserwählthcit verstanden werden muß: „Siehe, Mein Knecht, den Ich stütze, mein Erkorener, an dem Meine Seele Gefallen hat! Meinen Geist lege Ich auf ihn. das Recht soll er den Völkern bringen. Nicht schreit er, noch ruft er laut, läßt draußen seine Stimme nicht vernehmen. Geknicktes Rohr zerbricht er nicht, glimmenden Docht verlischt er nicht: mit Wahrheit soll er das Recht bringen. Nicht müde wird er. nicht entkräftet, bis daß ex auf Erden das Recht gegründet, und seiner Lehre die Länder harren. So spricht der Gott, der Ewige, der den Himmel hat geschaffen und ihn auSgespannt, der die Erde äusgebreitet init ihrem Wachstum, der Odem gibt dem Volke auf ihr. und Geist den auf ihr Wandelnden: Ich bin der Ewige, Ich habe dich berufen zum Heile, Ich faste deine Hand, Ich wahre dich. Ich mache dich znm Bunde der Völker, zum Lichte der Nationen: blinde Augen zu öffnen, ans dem Kerker Gefangene zn befreien, aus der Haft, die in der Finsternis wohnen" tJesaia, 42. Kap., Vers 1—7). Das ist die Auserwähltheit Israels! Das ist das große Geheimnis seines Bestandes, trotz Verfolgung, Knechtung, Marterung, trotz aller körperlicher und seelischer Mißhandlungen. Israel hat eine Mission zu erfüllen. Nicht in der Weise, daß cs geknickte Nohre zerbricht, daß es glimmende Dochte verlöscht, was in der Sprache der Propheten bedeutet, nicht daß es mit Feuer und Schwert schwache Völker zur Bekehrung zwingt, nicht dadurch, daß es aus den Straßen schreit — nein, die Wahrheit soll Israel künden und durch die Wahrheit die Völker, die noch in der Finsternis leben, das Licht bringen. Das ist die Anserwählthcit Israels, das ist seine Mission, daß alle Menschen zu Kindern des Einig- Einzigen Gottes machen soll, damit alle Kinder Gottes und alle untereinander Brüder seien. Alle — nicht nur „Auserwählte! Und zu dieser heiligen, zn dieser göttlichen Mission ist Israel berufen und nur in diesem Sinne darf und soll dieses universalistischste Volk dieser weltumspannende Glaube als „auserwählt" gelten. Annahme von Bestellungen aus die Jüdisch-liberale Zeitung bei asten Postämtern Deutschlands. Jüdische Missionare? Von Dr. B. Schidlof Es ist eine der vielen merkwürdigen Tatsachen an denen: das Judentum in Hinsicht aus seine Beurteilung von seiten Andersgläubiger sicher nicht arm ist, daß wiederholt von christlicher Seite der Vorwurf erhoben wurde, daß dem Judentum der Gedanke und vor allein die Begeisterung für die Ausbreitung der jüdischen Lehre, des jüdischen Glaubens fehle. ES sind keine unbedeutenden Geister, die diesen Vorwurf erheben. Der berühmte Oxfvrder Orientalist Friedrich Max Müller — ein geborener Dessaner — war es, der gelegentlich eines in der Westminsterabtei abgehaltenen Vortrages über das Wesen der Mission die Behauptung aufgestellt hat: „Jede Religion, die keine Mission treibe, trage den Todeskeim in sich und müsse früher oder später verschwinden. Das gelte auch für daS Judentum, dem Müller zwar noch eine recht lange Lebensdauer prophezeite, das jedoch, weil es jede Propaganda verwerfe, mangels Zuströmen neuer Kräfte schließlich werde aussterben müssen. „ Müller hat seinen Vortrag im Jahre 1873 gehalten, aber genau ein halbes Jahrhundert vorher hatte ein französischer Gelehrter — F. de la Mennais — in einem in Paris 1873 erschienenen Werke es dem Judentum als einen großen Fehler angercchnet» daß es nicht für die Ausbreitung des jüdischen Glaubens eifriger besorgt sei. Doch auch gegenteilige Stimmen gibt es: Montesauieu erhebt in seinen „Persischen Briefen" wieder die Anklage, das Judentum sei außerordentlich bekehrnngssüchtig und habe diese Bekehrungssncht auf die Tochterreligion, das Christentum vererbt „zum Verderben der Menschheit", wie dieser von Geburt hochadlige und durch Erziehung eigentlich kirchlich beeinflußte Gelehrte hinznfügt. Wer hat nun Recht? Mit Rücksicht auf die frühe Vergangenheit des Judentums zweifellos Montesquieu mit seiner Feststellung. Wenn auch nicht gerade bekehrnngssüchtig, so war das Judentum bis zu dem Augenblick, in dem das Christentum ihm durch jede Art politischer, religiöser Zugeständnisse und durch weitgehende Anpassung an Bolkssitten und Volksgebräuche den Rang abgelaufen hatte, dennoch nicht ohne Freude an Proselyten und tat manches, um die Wahrheiten der jüdischen Lehre zu verbreiten. Bon eigentlichen jüdischen Missionaren, von jüdischen Aposteln, die auszogen, das Judentum in aller Welt zu verbreiten. weiß aber die Religionsgeschichte auch nicht das geringste zu melden. Das Judentum war auch zu keinen besonderen Konzessionen bereit: wer sich zu seinen Bekennern zahlen wollte, mußte sich ihm voll und ganz anschließen. Daran änderte auch nichts, daß die Aufnahme in den jüdischen Religionsverband von den Lehrern des Gesetzes an schwerere oder leichtere Bedingungen geknüpft war: es handelte sich dabei um nicht besonders wesentliche Einzelheiten, um Bedingungen von denen man den Neueintretenden wohl befreien konnte, die aber für dessen Nachkommen unbedingte Geltung hatten. Doch selbst bei erleichterten Aufnahmebedingungen war der Eintritt in das Judentum immer noch mit sehr viel Schwierigkeiten verknüpft. Schwierigkeiten, die sich zu fast unüberwindlichen Hindernissen türmten, als die christensreundlichen römischen Kaiser zugleich zu judenfeindlichen wurden und den Uebertritt znm Judentum mit den härtesten und entehrendsten Strafen, ja mit dem qualvollsten Tode bedrohten. Es ist zu verstehen, daß sich nicht leicht jemand bereit fand, sich einer Religionsgenossenschaft anzuschließen, deren Mitglieder von Staatswegen jeglicher Verachtung und Verfolgung ansgeliesert waren. Das Judentum, dem andererseits uicht nur jeder BekehrungSversuch. sondern auch die Aufnahme sich freiwillig meldender Anhänger der jüdischen Lehre gleichfalls bei schwersten Strafen verboten war. konnte daher keine Neigung und keine Veranlassung haben. Mission zu treiben: das ist ohne weiteres verständlich. Es widerstrebte den Inden, Märtyrer zu schaffen: es widerstrebte ihnen um so mehr, als die Zahl der Märtyrer innerhalb des eigenen Volkes groß genug war und mit dem Erstarken des Christentums von Tag zu Tag wuchs. Die Meinung jedoch, als sei die Bekehrung Andersgläubiger zum Judentum aus irgendwelchen religionsgesetzlichen oder gar — wie manche glauben möchten — aus nationalistischen, aus völkischen Gründen verboten, ist gänzlich falsch. Weder in der Bibel noch im Talmud finden sich Stellen, die darauf Hinweisen, das Volk Israel habe sich jemals als rassemäßig oder nationalistisch „auserwähltes Volk" gehalten. Nur wer dumm oder böswillig ist. kann diese Auserwähltheit anders verstehen als in der gemeinten Weise, das Volk Israel sei inmitten von Götzendienern. Fremdenhasiern. grausam, nur auf das eigene Ich bedachten Völkern zu einem höheren Menschentum auserwählt worden, das sich als Lebensregel die goldenen, für jene barbarischen Zeiten nur als göttlich zu bezeichnenden Worte gewählt hat: ^Du soll st deinen Nächsten lieben wie dich selbst (III. B. Mos.. Kap. 19, Vers 18) und ferner: So sich aber bei dir aufhält ein Fremdling in eurem Lande, so sollt ihr ihn nicht brücken: wie der Eingeborene unter euch soll euch der Fremdling sein, der sich bei euch auf hält und liebe ihn wie dich selbst lebend«. Vers 33—34j."