Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 7 (1927)
- Issue
- 10 (11.3.1927)
- Date
- 1927-03-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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NWHLemkZeMg Organ -er Vereinigung für das liberale Judentum e. V. Bezugspreis durch die Geschäftsstelle lU jährlich M. 2S0 Ei»ze1mmmterv.2v. Bei freier Zusendung i. Inland 0.25 Kür die Mitglieder -er Bereinigung ist der Bezugspreis : ^i,n Mitgliedsbeitrage enthalten. :: :: :: verantwort!. Redakteur: Bruno Dopda Oie „ZüvlschNderalv Zeitung" erscheint jeden Freitag. Redaktion u. SeschSttsfleNe: Vvrlin S>V, XVtthelmftr. 147. ftrnruV: SafanhaivE 3358, 33591 Nad>t>ru<* sämtlicher originaivettrSge Peftf dtedtfeonto : Berlin rtW7 rtr.moee i nur mit vovfcesiger Oenttjmlgung ver (Vereinigung für vae Hberale Judentum! fteftofctlon gestattet._ Anzeigenpreise: Die 12gespaltene Nonpareillezeile 0,43 Goldmark. die Reklamezeile 3.00 Goldmarlr, bei Wiederholungen Rabatt. :: Anzeigenannahme: »Jüdisch - liberale Zeitung.. Fnseralenabteilung: Berlin SW 48. Wilhelmstratze 147 t^afenheide: 3338—M. sowie sämtl. Annoncen Exped. Nr. 10 Berlin. 11. März 1927 7. Jahrgang Das Recht des jüdischen Liberalismus. Der liberale Gedanke und die Liberalen. Felix Rc >i k o n> e r. B o r m c r f it n n bringen ftt: nachstehenden :>(ii«fii()rmuu'u, fue imy lehr viel Beachtliches '>n enthalte n scheinen, gern ,,um Abdruck, wenn wir auch nicht iit allen Pnntter» mit ihnen iibereinstinnn.nl Insbesondere scheint uns bei der Behandln»»', der Mischehe die Bedeutung der Eiaivirknng einer jüdischen Mutter ans ihr -Guis nicht voll >n'.würdigt zu sein, auch über die Frage der riftcmitiffion" und über die Auffassung der cknterschiede zwischen Judentum und Christennun überhaupt lägt sich gewiß streiten. aber verdient die Grnndfvrdernng des AnsiatzeS nach ,.<^leichberechtiaiing" die stärkste Beachtung. Die Redaktion., Zahlreiche Gcmeinschafteu von Personen jüdischer Religion sind vorhanden. Zn einer Gesamtheit sind sie bisher nicht äußerlich organisiert: trotzdem wird man diese unorganisierte «Gesamtheit abkürznngshalber als jüdische Religionsgemeinschaft bezeichnen können, ans die naheliegenden Einwändc einerseits der Separatisten, anderseits der Zionisten soll hier nicht eingegangen werden. Besteht einmal eine solche Gemeinschaft — gleichgültig, wie man sic nennen will —, so liegt die Frage nahe: „Zn welchem Zweck läßt man sic bestehen?" Und ans der Zwccksi.'tzung folgt k»ic weitere Frage: „Welche Mittel soll man anwenden, welche Ziele sich setzen, mit jenen Zweck am besten nu erreichen?" Die Frage nach dem Zweck wird wohl von allen Richtungen ziemlich einheitlich beantwortet werden. Man sieht im Festhalten an den überkommenen Anschauungen das beste Mittel zur Stärkung der Gesinnung, die ein friedliches Zusammenleben der Menschen fordert und dadurch auch den» Einzelnen Befriedigung verschafft, und man sieht im Zusammenschluß der so Festhaltenden eine gegenseitige Bestärkung in dieser Gesinnung und Erleichterung der Abwehr eines Eindringens frei» der Anschannngen und tlcberlieserungeil. lieber die Mittel aber, wie denen mau diesen Zweck am besten erreichen kann, gehen im Judentum seit nunmehr beinahe 1 '/> Jahrhunderten die Ansichten auseinander. Eine Gemeinschaft kann Stärkung dadurch gewinnen, daß sic sich absondert, ihren einzelnen Mitgliedern strenge Regeln auch äußerlicher Art auferlegt und dadurch deren ganzes Denken auf die Religion als den Hauptinhalt ihres Gebens hinlenkt. Eine Gemeinschaft kann aber anderseits auch dadurch sich, stärken, daß sie, bei voller Wahrung der sachlichen Grundanschamnlgen. durch Lockerung der Borschristen äußerer Art auch all die Menschen noch bei sich sesthält. die jene Borschriften entweder nicht befolgen wollen oder nicht befolgen können, und daß sie durch Ansgebeu jeder Absonderung den FestiMiisgraben zuschüttet» der von der Umwelt trennt, und der bisher zwar die Eimvirkuna der Fremden nach innen» ab-er ebeiirviehr auch die eigene Enurirtinia aus die Fremden erschwerte. Ersteres ist der Weg, den die Konservaciven beschreiten wollen. letzteres der, den die Liberalen einschlaaen. Erstercr ist der Schaffung eines Ordens der römisch-katholischen 5Urche entfernt vergleichbar, der Heraushebnng einer verhältnismäßig kleinen Zahl von Menschen ans einer größeren Gemeinschaft, als feste Reserve, wenn die anderen einmal schwach werden sollten. Beide Wege können voli verschiedenen Anczehörigen der Religionsgemeinschaft nebeneinander beschritten werden, wie ja auch die römisch-katholische Kirche nicht alle ihre Mitglieder in Ordensgcmeinschasten zmammcnfassen will. Im Judentum der westlichen Länder hat man im großen und ganzen seht ei na eschen, daß beide Anschauungen.theoretisch gleichberechtigt sind: nur der Erfolg wird künftig einmal darüber entscheiden können, welcher von beiden, auch praktisch der B'orzitg gebührt. Daher leben — mit verschwindenden Ausnahmen — die Anhänger beider Richtungen in den gleichen Gemeinden zusammen, ohne sich gegenseitig zu verketzern, und schassen, soweit die Mittel reichen, gemeinschaftlich jeder von beiden Richinngen die äußeren Mittel für ihre Betätigung. Kann aber nur der Erfolg entscheiden, so mnß beiden Richtungen volle Freiheit der Betätigung ihrer Anschauungen gewährt werden. Die Konservativen Haber», soweit sie überhaupt jemals über Einschränkungen mit Recht zu klagen gehabt haben rollten, jedenfalls jetzt diese volle Betätigungssreibeit reibst in liberaler, Gemeinden für sich dnrchge setzt. Die Liberalen dagegen haben nicht verstanden, sich die gleiche Betätigunosfreiheit zu wahren. Auch in ihren eigenen Einrichtungen nehmen sie immer wieder ans konservative Anschaunnaen Rücksicht. Statt alles ans das Ziel ein^iistellen. das ans dem liberalen Wege erreicht »verden roll, bleiben sie nur in zu vielen Bezielinngc'n in Halbherterr besangen. die der Erreichung jenes Zieles hindernd entgegenstehen. Daß es sich so-verhält, ist lediglich Schuld der Liberalen : wären sie erst unter sich einig, so müßten nach dem Grundsatz der Gleichberechtigung auch die Konservative,t schließlich ihnen freie Bahn gewähren. Wie »nuß mal«, von liberaler Seile gesehen, die künftige Entwicklung der jüdischen Religionsgemeinschaft denken? Tie alte Konservative Partei ist bei uns, wie die letzte»! Wahlen im Landesverband und in der Berliner Indischen Gemeinde gezeigt haben, stark znsammengeschmvlzen: die Zahl der Anhänger der separatistischen Orthodoxie ist verschwindend llctu. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Konservative Partei ihre Reihen irnmer wieder ans den östlichen Einwanderern anfinllen können. Die politischen Berändernngen in den östlicheil Ländern müssen aber mit Notwendigkeit dahin führen, baß auch dort allmählich die Inden nmttnehr diejenigen Aendernngen ihrer Anschannngen ltnd Einrichtungen dnrchinachen werden, die das Kennzeichen der Entwicklung des vorigen Jahrhunderts in Deutschland waren, und damit werden sie gleichzeitig auch bodenständiger »verden. Wahrscheinlich wird daher in 30—30 Jahren der Strom konservativ eingestellter Inden ans dem Osten nahezu versiegt fein. Dainit rväre das nicht allzu ferne Bersthrvinderi einer zahlenmäßig noch in Betracht kommenden konservativen Reserve in Deutschland besiegelt. Indessen winkt der Konservativen Partei ein Ersatz von anderer Seite. Die Zionistische Partei, wenngleich sic ans taktische'.! Gründen — wie unter den deutschen vvlitifchcn Parteien das katholische Zentrum — theoretisch ihre Neutralität betont, wirkt doch schon jetzt tatsächlich als Hilsstrnppe der Konservativen, oder übernimmt vielmehr die Führung in konservativer Richtung unter dem Beistand der Konservativen Partei. Daher wird man wohl nicht fehlgehen in der Erwartung, daß die Zionistische Partei» nachdem derjenige Teil ihrer Höffnnngen, die „von dieser Welt" sind, sich endgültig als trügerisch erwiesen haben »vird, zu einer auch eingestandenermaßen religiöskonservativen Partei sich mausern nnd denjenigen Rahmen bilden wird, innerhalb dessen in etwas modernerer Form die konservativen Gedanken künftig hauptsächlich ihren Ausdruck finden rverden. Die Liberale Partei kann nicht airs Stärkung durch Zuzng östlicher Inden hoffen, ist vielmehr auf sich selbst angewiesen. Oft wird behauptet, daß der Abfall ans ihren Reihen häufiger sei. als ans den Familien mit konservativ gerichteten Fannlienhänptern. Ob dies tatsächlich zutrisst. ist bisher wohl nie nachgervicsen und wird auch sehr schwer statistisch sich erweisen lassen. Aber denkbar wäre, und mag hier vorausgesetzt werden, daß dem tatsächlich so ist, daß also die liberale Richtung durch ihre Erleichterung des Verkehrs mit Andersgläubigen auch di" Anlässe vermehrt, die zum Verlassen der jüdischen Religionsgemeinschaft führen können. Was folgt daraus? Soll die liberale Richtung sich aufgeben nnd konservativ »verden? Selbst wenn die Führer dies rvvllten. stehen nnüberwindlichc Tatsache,» dem entgegen. Glaubt irgend jemand, daß — außer in seltenen Ausnahmefällen — wer die Speisegeietze nicht hält oder gewohnt ist. Sonnabends zu arbeiten, diese Gewohnheiten und die Ansichten. ans denen sie beruhen, wieder anfgebeu wird, daß Schaufäden tragen oder Gcbetriemcn legen wird, »ver dies bisher nicht getan hat? Ein Zurück gibt es also nicht. Daher kann nur die Wahl sein zivischen Stillstand oder Fortschritt. Seit mehreren Jahrzehnten aber herrscht bei den Liberalen der Stillstand. Ein kürzlich gestorbener jüdischer Gelehrter äußerte einmal: „Die liberalen Rabbiner haben das große Geschick, immer um etwa eine Generation mit ihren Ansichten zurückznbleiben nnd sich daher immer die gerade emvachsende Generation zu entfremden." In der Tat kann den liberalen Rabbinern der Borwurf nicht erspart werden, daß — »nit wenigen Ausnahmen — sie nicht führend vorangcheir und die Anschannnngen. die sie selbst für richtig halten» nicht offen für sich in das Leben nmsetzen und nach außen verteidigen. Zu einem großen Teile gleichen sic dein Führer jener in unruhiger Zeit »narschierenden Trnppenabteilnng, der ihr a»rf dem Bürgersteig folgte und. hierüber zur Rede gestellt, annvortete: „Je suis leur chef, il faut que ie les suive" l„Jcb bin ihr Führer, also mnß ich ihnen folgen."» Sie entschlildigen sich datnit, daß die Truppe der Liberalen in ihrer Gesamtheit selbst keine so entschiedene Stellnng wünsche. Und dieser Borwnrs gegen die Tr u vv e ist gleichfalls berechtigt. Als Ueberbleibsel der Zeit, in der die liberalen Anschannngen int Laus dcS vorigen Jahrhunderts sich nur allmählich gegenüber de« früher allein herrschenden konservativen durchsetzten, begnügen die Libealen sich noch vielfach mit Dnldnng. statt die Gleichberechtigung ,;it beanspruchen. Stillstand aber ist todbringend. Der regelmäßige Bevölkerungszuwachs ist bei den Inden — infolge ihre» Zn- Lchic Woche unseres Bücherangeboies. Durch ein Sonder abkommen mit dem Verlag Benjamin Harz ift cS nriS möglich» jüdische Bücher der verschiedenen jüdischen Richtungen unseren Lesern 3« einem beträchtlich ermäßigten Preise zu vermitteln. Wir hoffen» daß unsere Leser von dieser seltene« Möglichkeit zur Bereicherung ihrer Bibliothek regen Gebrauch machen werden. Der Verlag. I sanunendrängnng i»l Großstädten und ihrer Bernisichlchtullg! — wohl nicht nur in Deutschland, sondern auch als Gefamti beit geringer als bei der uichtjüdisthett Unuvelt. Durch die! bevorstehenden Acnderi,»»gen in der Lebensweise der Inden! des Ostens wird voraussichtlich in den nächsten Jahrzehnten! eine »veitere Verjchiebnng zu ihren Ungunsten ei,»treten. - Jm Verhältnis zur Gejaintbenölkernng der Erde wird daher der Anteil der indischen Bevölkerung inrmer mehr sink'»» und darnit trotz etwaigen Gleichbleibens oder kleinen Wachstums der absolute», Zahl dennoch ihr Einfluß ständig , ,'iirückgeheu. Dazu kommen — zahlenmäßig allerdings viel ' weniger i»»s Geivirt»t faltend — die Abbröckelungen durch Austritte ans dem Judentum, ohne, bisher mich nnr an- 1 nähernd genügenden Ausgleich durch Eintritte. Erfolgt - keine Abhilfe, so ist mithin der Ausblick ein hofsitiingsloser. ' Daher mnß mindestens der Versuch zur Abhilfe nnter-! nvmincn werden. Bon konservativer Seite »vird neuerdings die Abhilfe an» dem Wege gesucht, daß man in verstärktem Maße gegen Mischehen anftritt. Die Führer der Liberalen stimmen in den Ruf ein. Aus dem cinznberufenden Kongreß werden daher ziveisellvs sehr schöne Reden gegen Mischehen gehalten und einstimmige Entschließintgen gefaßt werden. Da aber die Zwangsmaßnahmen, die einein Nehcmia zn Gebote standen, heute fehlen, wird schwerlich auch künftig irgendeine beabsichtigte Mischehe infolge jener Entschließlrngen unterbleiben. Ans jenem Kongreß wird anch eine Verstärkung der religiösen Beemslnsinng dnrch Unterricht und Schriften und durch Schaffung von Stätten gemeinsamer Belehrung. Unterhaltung und Geselligkeit fitr die erwachsene jüdische Jugend vvrgeschlagen werden — ivogegerc sich nichts sagen läßt, waö aber wegen der großen hierzu erforderlichen Mittel nur sehr allmählich ansgeführt werden kann und auch dann »nir einen kleinen Teil derjenigen erkassen wird, die man im Auge hat. — Außer den letzter- »vähntcn Maßnahmen sollten die Liberalen diesen konservativen Feldzng nicht mitmachen. Er fußt auf dem Grundsatz der Absonderung. Gerade diesen (Grundsatz haben ober 1 die Liberalen bewußt nnsgegcbcn. Nun gilt es, ötejem Gej danken treu zu bleiben. Die liberalen Rabbiner lehnen. > svlvcit bekannt, sämtlich die Mitwirkung bei einer Mischehe ab. j nnd sogar die Berlilier Reformgemeinde hat die Einsegintng s von Mischehen ansgegebcn. Ein verkehrter Standpnnkt! Die - Mischehe wird doch geschlossen, anch wenn die Rabbiner! nnd die Gcineindevcrwaltnugcn die Mitwirkung ablehnen.; Tie gesellschaftlichen Einflüsse ans die Inden und Jüdinnen. die eine Mischehe eingehen. und auch deren eigene Ansichten sind starker al8 rabbinisches Ttirnrunzeln oder Rkißbilligung durch die Gemeindebehörden. Tie Ab lehnnng der Mitwirkung hat daher nnr die Folge, daß die neu gegründeten Familien vom Jndentnrn abgestoßen »verden. Wieviel klüger wäre cs, mindestens einen Teil dieser Familien zmn i Judentum heranzuziehen! Die liberalen ülabbiner nnd Gemeinden brauchen nur das Beispiel der römisrh-lathvlischen Kirche zu befolget», die immer gewußt hat, ihre theoretischen Grnndsätze den Notwendigkeiten deS Lebens anznpassen. Der liberale Rabbiner segne in der Synagoge auch die Mischehe ein. wenn die beiden Brautleute vorher de»u Gemeindevorstand schriftlich erklärt haben, „daß sie die zu erwartenden Kinder beiderlei Geschlechts in der jüdischen Religion erziehen lassen weiden." Eine solche Erklärung ist vom »tichtjndischen Teil ungleich leichter zu erlangen alS sein eigener Uebertritt. Ans letzteren kommt es auch gar. nicht an: maS die jetzige Generation tut. ist gleichgültig, wenn nnr die künftige gewonnen wird. Nnd derjenige Nichtjnde, der eine solche Erklärung abgibt nnd sich in der Snnagoge oder sonst von einem Rabbiner trauen läßt, wird, selbst wenn er nicht selbst Übertritt, doch fast nie einen dem Jndetltnm feindlichen Einfluß in der Familie ausüben. Jener konservative Feldzug gegen die Mischehe, der von vornherein veritrteilt ist, nahezu erfolglos zu bleiben, ist das einzige, was vom konservativen Standpunkt aus unternvlniucn werden kann, um das verhältnismäßige Sinken der Zahl der Inden ansznhalten. Den Liberalen bieterr sich no»h andere Möglichkeiten. » Mau klagt viel über die große Zahl der Austritte und darüber, daß anch in rein jüdischen Ehen nicht selten die Kinder nicht im Judentum erzogen werden. Richtig ist, daß dies mitunter auf den Wunsch znrückznführerl ist. sich oder die Kinder vor obrigkeitlicher oder gesellschaftlicher Benachteiligung zu schützen. Aber eine Selbsttäuschung der Juden ist cs. und zwar eine sehr verbreitete, daß dieser Grnnd oder gar der Grund, Stenern zu sparen, immer oder fast immer der ausschlaggebende sei. Vielmehr liegt in der wahrscheinlich überwiegenden Zahl der Fälle der Grund darin, daß die Anstretenden ihre eigenen Ansichten nicht mehr mit öen- I jenigeu vereinbaren können, an denen die Gemeinden in i ihren Anstalten und Einrichtungen festhalten. Nnd auch tu einem Teil der ersteren Fälle, bei denen der Wunsch, sich vor Benachteiligung zu schützen, stark hervortritt, wirkt die positive Ablehnung der in der Gemeinde herrschenden Ansichten mit. Denn ma»t ist zwar allenfalls bereit, ein Opfer für eine Sache und eine Anschauung zu bri»tgen, der mrni voll znstimmt, aber nicht für etwas, das man anch sachlich ganz oder zu einem großen Teil ablehnt. Soll die Zahl der Austritte vermindert werden, so ist daher der einzige auf die Dauer »virksaine Weg. daß die liberale Partei die für dcrr liberalen Teil der Gemeinde be-