Mannheim
Compact Memory

Jüdisch-liberale Zeitung · 1927-01-28 · 4 (28.1.1927) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
7 (1927)
Issue
4 (28.1.1927)
Date
1927-01-28
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2613366-2613895-2613899--2120-2619557
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

cmmtücr verquiche«. Was wird aus dem Judentum bei dieser Verquickung? Es wird zur Religion einer besonderen Nation, mit anderen Worten, es wird zu einem hoffnungslosen Anachront-mus, denn die Zeit für nationale Religionen ist vorüber. Keine nationale Religion kann «ine wirkliche Zukunft haben. Keine nationale Religion kann hoffen, die Welt zu beeinflussen. Keine Nationale Religion kann noch den Gedanken hege», eine Ausgabe, eine Berufung, eine 'Mission zu befitzen. Die Juden außerhalb Palästinas sind benachteiligt und ihre Neligion wird geschädigt. Sie erheben den Anspruch. Deutsche, Franzosen und Engländer zu sein, aber einer besonderen Religion anzugehöxen. der sich Männer und trauen jeder beliebigen Nation anzuschlteßen die Freiheit haben, allein ihr Anspruch wird durch die zionistische Propaganda getrübt und verdunkelt. Denn man sagt ihnen, daß sie nicht wirkliche Deutsche. Franzosen oder Engländer sind, sondern Männer und Frauen einer anderen Ration, die zeitweise in Deutschland. Frankreich oder England wohnen und die nationalen Bräuche eineveralteten orientalischen Glaubens beobachten, der sie nicht minder als ihre Rationalität von allen Völkern Europas und des Westens absondert." AbiMtf von Sunem. Eine Geschichte aus König Davids letzten Lehenwtagen. (Schluß) Maria Reoee Daunas. Noch einmal drang der König in sie, ihm Antwort zu geben, aber sie hon das gesenkte Haupt nicht, da fragte Benaja in spöttischem Ton, „soll ich sie noch gehen heißen, mein Herr König?“ Sulomos Antlitz wurde verschlossen, Sehreck und Schmerz meißelten es wie aus Stein. Er richtete sich hoch auf.-sein Diener sollte ihn nicht schwach sehen- „Führe das Weib in den geheimen Kerker, — — und bewache es wohl, bis alles sich geklärt hat, piemand erfahre etwas von dem, was sich jetzt in dieser Stunde hier zugetragen hat,-du haftest mir dafür. Benaja,“ und er wandte sich ab, um nicht sehen zu müssen, wie der Rauhe die Geliebte davon führte gleich einem gefangenen Tiere. Als er allein war. sah er im Scheine des auf gehenden Mondes etwas blinkendes zu Füßen des Ruhebettes Hegen; --er bückte sich und hob es auf, es war der Dolch, der ihm den Tod hatte bringen sollen. Hättest du besser getroffen! dachte Salomo, wäre die Spitze, statt am Brustschild abzuspringen und nur die Haut zu ritzen, in mein Herz gedrungen, dann läge ich jetzt ruhig gleich meinem Vater und wäre nicht gezwungen, das geliebte Weib zu verdammen. Warum oder um wessen willen mag sie den Streich geführt haben, der mein Leben enden sollte! Er betrachtete den Dolch, der ihm seltsam bekannt vorkam und von dem er doch nicht zu sagen vermocht Hätte, wo oder bei wem er ihn einet gesehen. Nachdenklich steckte er ihn zu sich und schritt dann langsam hinab in das Gemach, in dem David, Israels geliebter König, tot lag. Und David, der Sohn Isais, der Gesalbte des Herrn, ward hinabgetragen in das Felsengrab, das er selbst em südlichen Abhange des Berges Zion angelegt hatte;? war der erste, der dort liegen sollte, und eine Reihe öfterer Könige von Israel ruhen nun gleich ihm dort. Es erhob sich aber ein großes Wehklagen im ganzen 'olke, denn man hatte den gütigen, weisen und gerechten König geliebt wie einen Vater. —- Mau streute Asche auf das Haupt und zerriß die Kleider, und alles folgte der Leiche nach der letzten Ruhestatt. Voran schritt Salomo, der, Konto, ernst und bleich,' mit einem Antlitz, starr wie aus Stein, und nach ihm die übrigen Söhpp Davids, die noch am Leben waren, Adonija, Sam raus, Jibbar, Nogah. Nepheg und Bealjada — — und alle seine Weiber und Kehgweiber. Seine letzt^Pflegeriu aber, von der man in Jerusalem geraunt hatte, der König bah© sie verschmäht, obgleich sie die schönste Jungfrau in ganz Israel gewesen sei, -die folgte der Leiehe ihres Herrn nicht. Man hatte in diesen Tagen nicht viel Zeit, darüber aachzudenken, obgleich mau begierig gewesen wäre, sic zu sehen. Adonija aber schaute nach ihr aus, und als er sie nicht gewahrte, wurde sein Herz von Unruhe erfaßt. Hatte die Unbesonnene in ihrer Leidenschaft für ihn etwas getan, was ihr den Zorn des neuen Königs zugezogen hatte, und hatte er sie deshalb von dem Leichenbegängnis verbannt, oder hatte er sie, was noch schlimmer gewesen wäre, schon in sein Frauenhaus geführt? Bei dem Gedanken, das schöne Weib, das ihm so süße Liebesstunden geschenkt, upd das er nach wie vor glühend begehrte, vielleicht für immer % zu verlieren, ließ ihn alle Besonnenheit im Stich- Wan konnte sie dem Könige sein, der eine erlauchte Gupiahliu fiir eich erwerben mußte? Warum sollte er sie nicht willig ihm nun überlassen, vielleicht als Entschädigung für den Verlust des Königsstuhles von Israel! Leichtsinnig wie Adonija vsar, hielt er diese Lösung für durchaus möglich- — — Zweimal schon hatte Salomo Abisag vop Supern durch Benaja fragen lassen, ob sie ein Geständnis oblegen wolle, aber das Weib kauerte bleich und stumm in einer Ecke des Kerkers, nahm nicht. Speise und Trank-und beantwortete keine noch sc» dringliche Frage. Salomos Gemüt aber verfinsterte sich immer mehr, •— ~ er fühlte, er hatte seine große feurige Seele einer Unwürdigen zugewandt, sein edles Herz war verraten worden, — *— noch aber hielt er «einen königlichen Zorn zurück, gebändigt durch sein Gerechtigkeitsgefühl, da er noch nicht klar ihre Schuld und deren Beweggründe zu erkennen glaubte. Adonija aber ging am Tage nach der Bestattung König Davids in das Witwenhaus seines Vaters. Sein Mut war nicht allzu groß, und so zog er es vor, sein Anliegen seinem Bruder nicht Aug in Aug vorzutragen. So betrat er das Gemach Bathseba’s. Die Matrone saß in graue Tücher gehüllt und klagte t»m den Tod ihres Herrn. Erstaunt blickte sie auf, als Adonija ihr gegenüber- «tand. Sie wußte, daß er und «ein Anhang sic and ihren Kohn »1« sie wußte — —T . T-- »e sagte pro. indem sie den Jünglings ernst erwiderte; „Kommst du mit Frieden, AtUmija? Dein Weg führte dich, seit 4« ei» Mm» warst, nicht mehr in das Gemach der Mutter Salomos." Er aber sagte: „Ja, Mutter ich komme in Frieden, denn siehe, ich habe eine Bitte, die du mir erfüllen kannst bei deinem Sohne, und ich habe mit dir c* reden.“ Sie neigte das noch immer schöne Haupt mit edlem Anstand und sprach: „So sage an. was kann ich für dich tun?" Da neigte er sich ihr näher zu und sprach wie zu einer Mutter. „Sieh, ich war der rechtmäßige Thronerbe, von Israel, und das Königreich war mein, — 7ganz Israel hatte sich auf mich gerichtet, daß ich König sein sollte. — Nun aber Haben sie sich gewandt und das Reich ist meines Bruders worden, — von dem Herrn ist's ihm worden. Ich aber stehe allein und habe nichts mehr, als die Gnade des Königs;-die wollest du nun für mich anrufen, Mutter Bathseba, dir wird er die Bitte nicht weigern, wenn du für mjeh sprichst.“ Da er so sprach und so schön aussah, gewann er wieder das Herz Bathseba’s, die stets eine Schwäche für ihn gehabt hatte,-gütig neigte sic sich zu ihm. „Sage an, mein Sohn, Adonija, was soll ich beim Könige für dich erbitten?“ Und der Jüngling faßte ihre Hände, „bitte für mich bei dem Gesalbten, daß er mir Abisag von Sonem, die letzte Hüterin unseres Vaters, zum Weibe gebe.“ Bathseba war erstaunt,-dann lächelte sie, d#s war w ohl keine Bitte, die ihr schwer fiel auszusprechen, sie erinnerte sich des Mädchens von ihrem Besuche bei König David, wußte auch noch, daß es sehr schön gew esen war und daß sie einen schmerzhaften Stich in der Gegend des Herzens verspürt hatte, als sie es bei ihrem Herrn gewahrt hatte. Aber Adonija wollte sie die Schöne gönnen,- er mochte sich an ihr freuen,-- warum sollte der König sich dieser Verbindung widersetzen, — — sie glaubte bestimmt, keine Fehlbitte bei ihm zu tun. So sagte sie: „Wohl, Adonija, ich will mit dem Könige deinetwegen reden.“ Adonija sah sie dankbar an. „Weißt du, wo Abisag von Suncm jetzt weilt, Mutter Bathseba? Die schüttelte den Kopf, — „nein, ich sah das Mädchen ein einziges Mal und w eiß nicht, wo es jetzt weilt,“ sagte sie. Da erhob sich Adonija,-„wann willst du mir über die Antwort des Königs Bescheid geben?“ ►Sie überlegte einen Augenblick, dann sagte sie: „Komme heute, wenn der erste Stern am Himmel scheint, wieder hier in mein Gemach.“ Adonija. der schöne Jüngling, dankte ihr und ging. Und Bathseba legte die Trauertücher ab, wusch und salbte sich, kleidete sich prächtig und schritt zu dem Palastc, der nun ihres Sohnes war.- Sie ließ sich hei dem Könige melden. Er empfing sie sogleich, — — seine ernste, umdüsterte Miene hellte sich auf, als er die geliebte Mutter sah. Er stand auf, ging ihr entgegen und neigte sich vor ihr,-dann bot er ihr, nachdem er sich wieder gesetzt hatte, den Platz zu .seiner Rechten. Voll Liebe umfaßte sie seine königliche Gestalt mit den Blicken, dann sagte sie: „Mein Sohn, deine Mutter kommt mit einer Bitte zu dir,-willst du sie ihr erfüllen?“ Er schaute sie an mit herzlichem Lächeln. „Bitte, meine Mutter, was ich dir tun kann, das soll geschehen." Da faßte sie seine Hand und sagte: „Dein Bruder Adonija war bei mir.“ „Ah!“ staunte der König, „was wollte er von dir?“ Seine Augen forschten in ihrem Antlitz. Sie hob es zu ihm empor,-- nicht ahnend, daß sie ihm nun mit ihren Worten einen Schlag versetzen werde. „Ich sollte bei dir für ihn bitten, daß du ihm Abisag von Sunem, die junge Pflegerin König Davids, zum Weibe gäbest, ^-sich, und das bitte ich nun für ihn.“ Noch ehe sie ausgeredet, sprang der König auf. Zorn entstellte sein edles Antlitz, daß seine Mutter erschrak und glaubte, ihn nie so geschaut zu haben. Nun war es, als ob ein Vorhang vor seinen Augen risse, und er begriff alles.- Er wußte jetzt, um wessen willen er hatte sterben sollen, --und auch, wem der Dolch gehörte, mit dem Abisag von Suuew ihn hatte töten wollen,- er hatte ihn ehedem bei seinem Bruder Adonija gesehen, Während er pich in Liebe nach ihr verzehrte, seine Wünsche aber bändigte und ihre Person heilig hielt, so lange der König, sein Vater lebte,-während er Lieder auf ihre Schönheit dichtete und davon träumte, ihr die Krone von Israel auf das Haupt zu drücken, war sie wahrscheinlich die Dirne des andern geworden, — lachte vielleicht in dessen Armen über sein« Liebesglut und übernahm es schließlich, ihn in der Umarmung zu ermorden, um dem Geliebten den Weg zum Throne frei zu machen. Oh, welch leichtgläubiger Tor er gewesen war! Also war auch Adonija« Bruderkuß falsch gewesen. Der aber wußte wohl noch nichts von dem Schicksal seiner Spießgesellin, denn daß Benaja, dem er sie übergeben, treu und verschwiegen war. hatte Salomo längst erkannt; nun zitterte Adonija wohl um ihr Leben, wagte aber nicht, selbst zu ihm zu kommen, den er so schmählich betrogen hatte, sondern war feig genug, sich hinter die Röcke seiner Mutter zu verstecken, um Gewißheit über den Verbleib des Mädchens zu erlangen- Was wagte der Wicht? Hielt man ihn, den König, für so töricht, daß er ihr Ränkespiel nicht zu durchschauen vermochte? Oh, der Zorn und' die Rach© des Beleidigten sollte die Schuldigen nun mit voller Streng© treffen. Verbannen wollte er alle Milde au* seinem weichen, gütigen Herzen. — diese Stunde machte ihn in Wahrheit erst zum Mann und Herrscher. Finster blickte er auf seine Mutter, die erschrocken in sein Gericht starrte. „Was ficht dich an, mein Sohn? fragte sie und erhob sich gleichfalls, — hat meine Bitte dich beleidigt, an nimm sie als nicht geboten an, — und entlaß gnädig.“ 4 Er feoM» höhnisch. „Warum bittest du. Mutter, nur um Abisag von Sunem dem Adonija? Bitte doch auch um das Königreich Israel für ihn, — er ist mein älterer Bruder und viel© der Edlen sind für ihn!" Und als sie beschwichtigend abwehrte,“ ich schwöre dir, Mutter, und das ist meine Antwort auf deine Bitte, — so wahr der Herr lebt, mich bestätigt hat und mich hat sitzen lassen auf dem Stuhle Davids, — heute noch wird Adonija sterben!“ Entsetzt umklammerte Bathseba seinen Arm. „Was willst du tun, mein Sohn Salomo?“ rief sie angstvoll, — „genug \les Blutes ist schon geflossen im Hause Davide.“ Aber er schüttelte sie ab, — „geh, Mutter, — und nie mehr soll von dieser Stunde zwischen uns die Rede in.“ Da sah die Frau, daß sein Wille unerschütterlich war, und weinend verließ sie das Gemach des Königs. Sie eilte nach Hause und ließ durch eine verschwiegene Magd sogleich Adonija zu sich rufen, sie wollte ihren Sohn Salomo vor dem Brudermord bewahren. Und Adonija kam, — Verlangen und Erwartung im Antlitz, — aber die Matrone bändigte schon mit den ersten Worten sein ungestümes Forschen. „Flieh, Adonija“ rief sie mit gerungenen Händen, — „Salomo hat geschworen, dich noch heute zu töten, —* was hast du mit deiner Bitte getan?“ Der Jüngling war tief erblaßt, — lähmendes Entsetzen hatte sich seiner bemächtigt, — Tränen entstürzten seinen Auge«, — dann sagte er bitter: „Dein Sohn, der König, braucht sogleich seine Macht, Israel wird unter seiner strengen Hand seufzen, — er läßt den Ubcrlästigen töten, damit ihm unbeschränkt der Besitz des Weibes bleibe. — oh, ich hätte es wissen sollen!“ — und er verhüllte sein Antlitz. „Was sagst du da, Adonija?“ forschte die Frau, —1 „mein Sohn sollte das Weib, das du liebst, für sich begehren und dich darum töten? — Nimmermehr!“ Der Jüngling nickte traurig mit dem Haupte, —- „es ist so, Mutter Bathseba, — wir liebton beide Abisag von Sunem, — mir neigte sie sich zu, — aber er hat nun die Macht und ist entschlossen, sie zu gebrauchen.“ Wortlos schluchzte Bathseba auf, — sie begriff jetzt erst den starren Zorn des Sohnes. — Adonija wandte sich, — „leb wohl, Mutter Bathseba, - ich danke dir für deine Warnung, — ich gehe, mich ira Heiligtume zu bergen, vielleicht, daß er mich am Altäre des Herrn schont, wie er schon einmal tat.“ Bathseba schloß ihn in die Arme, als sei er ihr Kind, „der Segen des Herrn geleite dich, Adonija,“ sagte sie, „ich will fiir dich beten,“ — und sie entließ ihn durch eine geheime Pforte. Als seine Mutter ihn verlassen, hatte, König Salomö sofort nach Benaja, dem Hüter der Leibwache, gesandt. Er wollte zum ersten Male, seit er auf dem Throne von Israel saß, Gericht halten. Benaja kam,--er erschrak, als er in das Antüt® seines Herrn sah, — so kannte er ihn nicht. Salomo schaute ihn erst forschend an, — der Manü hielt den Königsblick aus, dann sagte er: „Snchy^.dCH Sohn meines Vaters, Adonija, auf, — und wo du vhii findest, töte ihn mit dem Schwerte,“ — dann wandte er sich ab. Benaja, ein rauher Kriegsbcld, ein Mann, der Blut und Wunden gewöhnt war, — wartete noch eine Weile, ob sein Herr noch einen andern Befehl für ihn habe, — als Salomo aber sehwieg, verließ er nach einer Weile das Gemach des Königs. Und Benaja ging in das Heiligtum des Herrn, wo Adonija zum andern Male Schutz gesucht und den Altar umklammert hatte, — und er tötete den Weinenden, obgleich der ihm alle Schätze, die sein waren, versprochen hatte uncl sein ganzes Frauenhaus, wenn er ihn schonen wollte. Und dann lag Adonija, der Jüngling, tot, nach seines Bruders, des Königs, Geheiß. Das rote Blut quoll aus den Wunden, die Benajas Schwert ihm geschlagen. — die blonden Locken aber umgaben sein Haupt, und die strahlende Schönheit dieses Antlitzes hatte aueh der Tod nicht zu bannen vermocht. t Benaja ließ ihn auf heben und fortsebaffen und in aller Stille beisetzen. Dann meldete er sich wieder bei seinem König. —1 Die beiden Männer schauten einander an. „Hast du getan. Benaja, wie ich dir befahl?“ fragte Salomo, seine großen Augen bohrten sich in das Antlitz des andern. Ich tat. wie du befahlst, mein Herr König!“ antwon tete der Hüter der Leibwache. Das Gesicht des Fürsten wurde einen Schein biep eher, trotzdem war es, als atme er erleichtert auf, --- dann sagte er: „Nun gehe zu dem geheimen Kerker von Zion, — sieh, ob das Weib, das du hineingeführt, noch unbeschädigt drinnen ist, — und dann lasse den Kerker zumauern daß keines Menschen Auge ihn jemals wieder zu entdecken vermag.“ „Mein Herr König“ — wollte Benaja sagen, selbst ihm begann vor diesem Gericht zu grausen. — aber mit einer Handbewegung schnitt Salomo ihm jedes weitere Wort ab, — dann sagte er: „Tue, wie ich dir befohlen.“ Langsam schritt der alte Soldat zu dem Kerker hinab, — er war sein Lebeu lang ein ehrlicher Krieger König Davids gewesen und nun sollte er zum zweiten Male gezwungen werden, Henkerdienste zu verrichten. Aber siehe! Diesmal ward es ihm erspart, — denn als er den Kerker betrat, in dem die Gefangene seit Tagen in ihrer Ecke gekauert hatte, da hatte sie sich, dar Salomo, der König, einst seine Liebe geschenkt und die er nun so hart und grausam strafen wollte, bereits selbst gerichtet, — sie hatte sich an ihren langen schwarzen Zöpfen auf gehangen. Führt der liberalen Vereinigung neue Mitglieder zu!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.