Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 6 (1926)
- Issue
- 43 (22.10.1926)
- Date
- 1926-10-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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WischllberakZeikma Organ der Vereinigung für das liberale Judentum e. B. Bezugspreis durch die Geschäftsstelle »/< jährlich w. 2.50 Einzelnummer 0,20 Bei freier Zusendung i. Znland 0.25 )ür die Mitglieder der Vereinigung ist der Bezugspreis :: im Mitgliedsbeilrage enthalten. :: :: :: Verantwort!. Nedakleur. Bruno Doyda Oie „Züdisch-Nderale Zeitung" erscheint jeden Sreitag. Nedaktion u. SsschSNsstelle: lZerUn SW, Wilhelmstr. ,47. Sernrut: tSafeuheids 33SS. 3359 Postscheckkonto: Serlin NXV7 Nr.lL70Sv (Vst-einlgungsür Vas tiverals Judentum Nachdruck sämtlicher Orlglnol-Veltrag« nur mit vorheriger Senedmlgung der Nedaktlon gestattet. Anzeigenpreise: Die 12 gespaltene Nonpareillezeile 0,45 Goldmark, die Nrklamezeile 3,00 Goldmark, bei. :: :: :: Wiederholungen Rabatt. :: :: a Anzeigenannahme: ..Züdisch-liberale Zeitung" Vnseratenabteilung: Berlin EW 48. Wilhelmflraße 147 (Hasenheide: 3Z58—59). sowie sämtl. Annoncen-Cxped. i ,/ Nr. 43 Berlin, 22. Gktober 1926 6. Jahrgang Das Buch Hiob. Ein sozialpspchologischer Versuch. Von Hans Norden, Elberfeld. Elberfeld, 14 .Oktober 1928. Sehr geehrter Herr Redakteurs Die Korrekturbogen dieser Abhandlung gelaugten gestern in meine Hand, wenig«.- Stunden nachdem der Verfasser die Augen zum ewigen Schlummer erschlossen hatte. Aus furchtbarem Schmerzenslager, einer Folge des Kriegsdienstes, hat mein früh vollendeter Sohn feine psychologischen Studien über das herrliche Hio'bbnch gemacht und die Ergebnisse seines Nachdenkens ausgezeichnet. Mit tiefer Ergriffenheit wird jedermann die Gedanken des Verklärten lesen, der in der Person des edlen Dulders Hiob sich selbst gezeichnet hat. Denn auch von ihm gilt, was er in dieser Arbeit über Hiob geschrieben. Auch er „wä h l t e d c n M e g d c r K r a s t und Tat. Sein Ruhm ist di e Gc n i a li t ät des Herzenö, die reine, geistige Schönh e t1 seines Z n ne r n. . . . . Der Heroismus im Leih kenn zeichnet sein ganzes Sein, e r i st d a S Z e n t r u m, n e i n, sein gesamtes Seelenleben." Fn tiefer Trauer Ihr sehr ergebener Rabbiner Dr .Norden. ❖ Psychologie treiben heiß, die Auslösung individueller Problematik aus Sprache. Bewegung. Mimik. Blick und Stimme. 'Zwar sind alte lebendigen und organischen Aeußerungcn der hier in Frage kommenden Personen für uns erstorben. Der uns überlieferte hebräische Text aber läßt uns Einblicke tun in die -mischen Hiob und den Freunden sich ausdehnende seelische Landschaft Hiob ist krank, niit Seelen,eben demgemäß verändert. Durch aualvolle Schmergen überreizt, ist er überempfindlich geworden, io dag seine Sensibilität die Grenzen des Normalen längst überschritten bat. Sein Leid tft unnennbar groß und nimmt in inner Absolutbeit und den dadurch gefärbten seelischen Aeußernngen den ganzen Baum keines Inneren ein. Da bat nichts anderes mehr Platz, und was seine Seele beschäftigt, nimmt non vornherein das Zeichen des Pathologischen an. Leben und Welt. Umgebung und Zeit, alles erscheint wie durch die Brille der Trübsal, der Gereiztheit, der Melancholm und Onal verzerrt und verschoben. Das Wesen jeder Krankbeit ist. psychologisch gesehen. letzten Endes doch, das; aktive Acnßerungeu von Kraft und Tätigkeit, Leben und starker Wirkung geschwunden sind zugunsten der übermäßigen Beschäftigung mir dem eigenen Sein. Was einst nach außen strebte, hat sich nun nach innen gewandt. Vor allem aber das Schwanken des seelischen Gleichgewichts. Da geht -Hiob die ganze Skala oft unberechenbarer Scelenregungen durch. Wie eine Tonleiter oft schriller, mißtönender, oft herausfordernder, überheblicher, oft gedämpfter, verzagter, tonlosem Acnßeruvgen ergeht sich Hiob in Mitteilungen und Redewendungen, die selbst dem verstehenden Freunde oft hätten dunkel und rätselhaft bleiben müssen, lieber das Verhalten der Freunde sott weiter unten des näheren gehandelt werden. Wie auch ihre Charakteristik ausfallcn möge, ob ihr Seelenleben fick als ein positives. -Hiob gegenüber als gütig und verstehend erweisen wird, schon hier mag rein tatsächlich und als Milderung eventuell negativ ausfallender Werturteile auf die so komplizierte Aufgabe der tiefen Einfühlung hingewiesen werden, die einen ganzen Menschen erfordert, die Einsetzung seiner ganzen Scelenkr-gst, selbstlos, unmittelbar der Sache, hier der des kranken .Hiob, iticln um der Belohnung willen. . An -Hand der Schrift zitiere ich setzt einzelne, die obigen Darlegungen bekräftigende Stellen. Sic sollen ein Beleg sein für Hiobs kranke Seele und die Schwere des ans ihm lastenden Geschicks. Da ist zunächst die Reihe der ganz depressiven, lebensabgcwandtcn Stimmungen. Zunächst Kap. 3. Die Verfluchung seiner Geburt. Solche Worte, mit dieser Wucht und dem Enhnsiasmns einer von Schmerz zerwühlten Seele zeugen von dem absoluten Verlust des eigenen Ich. der bewußten Sphäre seines Seins. Nicht genug der Qual, er reiht sich selbst immer mehr in di? Verzweiflung ' hinein. Auch hier wieder das so oft beobachtete Symptom des Lustgcwinnes durch immer stärkere Betonung der Unlust. Die stets krasser gesteigerte Negation läßt alle Urteilsfähigkeit verblassen blendet das seelische Auge und läßt durch die sich selbst, das eigene Sein immer mehr negierende Bejahung des Furchtbaren endlich, wenn auch nur für Augenblicke. ein Positives erscheinen. Hiob ringt nach Luft, er erstickt vor Schmerz, und die innere Spannung ist unerträglich geworden. W'e ein Kessel durch immer stärkere Erhitzung. wenn kein Ventil geöffnet wird, zerplatzt, so sind auch Hiobs Schmerzen bis zum Siedepunkt gestiegen, und bangend fragt man, was wird geschehen, wenn ihm nicht Irgendeine Erlösung wird. Da öffnet er seinen Mund und Hiob. schreit seine Qual znm Himmel. Lang war er stumm: nun hieß: schweigen die Seele durch Qual ersticken, und durch die Unsumme „verdrängter" und „eingeklemmter" Affekte seinem Inneren den Boden abgraben. Hiob sieht die Fundamente seines Seins bedroht und wendet sich an sein Schicksal. Er malk seinen Schmerz und strahlt die verwundete Seele ans in die große Beschwörur.g seines Gottes. Das ist der Sinn jenes unvergleichlichen Fluchs: Erlösung von surchbarem Truck. Bcsrcinng ans innerer Versklavung, die Sehusncht und Angst des Kranken vor der Erdrosselung durch seine Schmerzen, vor dem endgültigen Tode. Ich glaube au -Hiobs letzte Absage an das Leben nicht, an seinen verzagenden Pessimismus und das Dunkel letzter Ermattung. Stellen wie!),:M . . .„Was bekümmert mich mein Leben! Ich verachte m an Dasein", oder U),l „Mich widert mein Leben an" halte ich für rhetorische Floskeln, für ein im letzten Grunde nicht ganz erstorbenes Ja. Tenn kurz zuvor noch hörten wir in 6.9 ff. den Triumph seiner L-ebensbejahuua. absoluter Sicherheit und gesauter Erwartung seines Geschicks. Dann wieder tauchen die zermürbenden Minderwertigkeitsaesühle ans. die die immer tragischer sich gestaltende Zerstörung des eigenen 'Inneren bedeuten. Der Glaube an sich selbst, das Vertrauen aus die eigene Kraft. Hofsnuna und Zuversicht schwinden. Die Mauern der seelischen Festung fallen, die inneren Reserven liegen erwartet da. Mut und die Zukunft eines frohen Geistes sind nicht mehr. Hiob ekelt sich vor sich selbst, und schaudernd ahnen wir. daß dieses Symptom das Ende ist. In sich s.lbst zerspalten siebt er angewidert mii kranker Seele ans den geschändeten Körper. Ta graut ihm vor dem ekgeit-n Verfall, vor dem lebendigen Sterben. Zn dieser seelischen, ästhetischen und physischen Degeneration wünscht er sein Ende herbei. Ich aber glaube, daß eine genauere Scelenan.riyse hier auf dem Gründe seines Inneren, wie oben betont. Bejahung und Hossunng finden würde. Und ihnen Luft zu schaffen, sehnt er sich nach Freiheit durch Abrcagiernng all seines Schmerzes. Nachdem wir über Hiobs Todessehnsucht gesprochen und sie in ihren Boranssetzungen analmiert haben, kommen wir nun ans den wichtigstem im Mittelpunkt der Abhandlung stehenden Komplex zu reden, das Gegenüber des kranken Hiob und der gesunden Freunde. Ich gehe zunächst auf das Verhalten der Freunde ein und folge weiterhin dem bisherigen Verfahren indem ich die einzelnen, mir wichtig er scheinenden Stellen aus den Reden der Freunde als Unter lagen und Handhaben henntze, «in auf ihnen dev non mir begonnenen sozial-psychologischen Versuch weiter sortzusühren. Der ans diesem Vcrsahren. nämlich ans der theoretischen Vergewaltigung der lebendigen Dialogform sich ergebende Zmangsiurs ist nur ein Beisviel des aller Wissenschaft eigentümlichen Gepräaes. der systematischen Formgebung und begrifflich willkürlichen Zuordnung der zwar gedanklich, nicht aber vnncsorggniich zusammcimebörigen Erlebnisreihcn. Die Antworten Hiobs und seine Schlußrede sowie sein letztes Selbstgespräch bleiben zunächst unberücksichtigt: sie werden später genauer verfolgt werden. Ich beginne nun die Erläuterung der Reden der Fp'nnde. Zunächst 2.12.13. Die Freunde haben von -Hiobs Unglück gehört und beschließen. >dv ansznsuchcn. um ihn ,;u trösten. „Als sie nun in einiger Entfernung von ihm ihre Augen aufschlugcn, erkannten sie ihn nicht wieder: da fingen sie laut zu weinen an. zerrissen ein jeder sein Gewand und R’iuieu Staub gen Himmel aus ihre Häupter herab. Und so saßen ne bei ifim an der Erde 7 Tage und 7 Nächte, ohne daß einer ein Wort zn ihm redete, denn ne sahen, daß sein Schmerz allzu groß war." Ter große Schmer?, der Freunde soll durchaus anerkannt werden. Es soll nicht behauptet werden, daN sie nicht guten Willens zu ihm kamen, ihm tröstend znzureden und iein Lvs zu erleichtern. Db aber ihr Gehaben, die Gebärde und die angewandten BUttel die richtigen waren, darf süalich. h'.zweifelt werben. „Sic erkannten ihn niclu wieder" Zweifellos eine .zerreißende Tragik. Nun mögen das Weinen, das Zerreißen der Kleiber und das Streuen der Aicbe als traditionelle Momente der Pietät begriffen werden Dennoch frage icki. rvar es richtig, den. Kranken durch inggesti'.' io stark wirtende Zeremonien sein Unalück immer deutlicher vor Augen zu führen'? Man verstehe mich recht Es soll i* durch die Kritik dieser Akte den Freunden kein ethi'rhcs Manko zugeiprocheu werden. Wir reden ja nicht non Gnt und Böse, sondrn von Richtig und Falsch, der psychologisch allein richtigen Einstellung. Ob aus der geiamten ..jenseits von Gut und Böse" gelegenen Ebene nachträglich und unter ganz anderem Gesichtswinkel ans die außerhalb alles Emvirnchen üch befindenden Ebene der ethisch",, Normen geschlossen werden kann, soll durchaus befahl. ja zuw Teil mit in die Diskussion lnneinbezogen werden, hat jedoch unmittelbar mit unseren Ausführungen nichts zu tun. Man achte 2,13 dann au, jenes ..denn", die Begründung des nebenkaac- und -nächtclanaen Schweigens. Widerspricht denn diese Begründung nicht allem seelischen Verstehen'? Und ist cs nicht ehrlicher, solches ein.znaestchen durch Ersetzung des „denn" dnrch ein obgleich'? lIm Hes" gischen lmieichnet iw auch dasselbe Wort di" brid-ui konjunktiven Bedenkimaen gemeinsam.) Es ist dies eine der bezeichnendsten Stellen In dieser tragischen Szene, hem ersten Gegenüber von Hiob, dem' Kranken, und den Freunden, den Gesunden, das allgemeine Verstummen und das gefühllose Bestchenlassen der surchrbarcn Spannung. Man bedenke „sieben Tage und sieben -.«lachte". Ist diese von Schmer; geladene Atmosphäre nicht znm Umkommen, und wäre ein' vorsichtiges, zartes Verstehen durch ein befreiendes Wort nicht eine viel bessere und gesündere Reinigung als dieses brütende, lastende Schweigen'? Aber keiner besitzt die Seclengröße, das Schweigen zu brechen. Ja. jeder glaubt sich etiuas zu vergeben, wenn ausgerechnet er. der ÜKlrin-Beigobende'' sein soll. Ich fahre in der Eharaltcristlk der Freunde zunächst fort. Doch schon liier stoßen wir ans die Unmöglichkeit der strengen Sonderung psychologrschcr Tatsächlichkeit und sittlicher Beiirteiluna. Die Wissenschaft kann, bei Abstraktion von ecm farbenreichen Niosaik des Lebens, die gerade Linie der Begriffe einhalten. Dvch^kann ne nicht verhindern, wie selbst bci bestem Willen .',ur ,sii«c= Haltung des von ihr vorgeschriebeuen Kursus. unmittelbar dem Leben zugehörige Daten die starre Einh-citlicktkeit durchkreuzen. So mag denn die obige Wendung der zwei Ebenen nicht cum L'rorn) salis genommen, sondern ans das allein mögliche Maß der Durchführung reduziert ivcrdeu. Ich komme ttltn zu den Reden der Freunde. Bei häufigerer ausmerksamcr Lektüre des Buches und de,- wcedcrholten Durchsicht der als bedeutsam angemerkteu stellen, sehe ich eine wesentliche Verschiedenheit in den, Ambau duner Reden nicht. Alle vier Freunde E 1 > v i) o o I.W.-4.3 Jl|, lö lll|, -22 |IIM); B ldad (Mova IM, i« UM. --> MyM Zophar Map. 11 IM. MM); E l ist Ni Kap. 3-'-37, wollen ihn nach bestem Willen trösten, wenden i.doch ^vergebens rhre beste Kraft zu seiner Aufrichtung an. Hiobs Spannung und Erregung'wächst immer mehr. Nnn rvare es ielbuvcvstandllch falsch um Hiobs gesteigerter Gereiztheit luiKen. die Haltung der Freunde sittlich zu verurteilen: ,denn erstens kümmert -uns, wie betont, die ethische Pcrspettive nicht, sie kann höchstens als ein Datum a posteriori rangieren; zweitens. ieMt wenn wir sic hier zu diskutieren hätten, io kann das Kennzeichen einer sittlichen Handlung immer nur dir Eigenart der seelischen Motivation, niemals die empirische Zufalllgkeit des Erfolges sein. Die Freunde sind eifrig bemüht, Hiob zu helfen. Daß cs ihnen nicht gelingt und ste sich ,v rein tatsächlich der Lage als nichi geivachseil eriveifen, beöcittct ein sce lisch es. kein sittliches Mantv. llnd dieies seelische Manko - der Ausdruck ist etwas fcfnct - wäre dann die. paradox gewandt, spezifische Eigenart ihrer Psyche, nämlich Undisserenzierchei:. nicht genügend ansgebildetes .xe-ttgcfnhl allzu große Einfachheit. Das von Hiob anae,chlagene. ins znm Schluß des Buches wcitergcsührle ^hema der Theodizee ist als solches gewiß erhaben genng^ um einen leidenden Menschen sich selber zurück',ngeben. Da kann es denn nur an der Art >tnd Weise der Diskniston der M-atercc liegen, lind das ist der springende Punkt. Um io zu verhandeln, wie die Freunde es mochten, olnvohl auch ste alles andere als objektiv find . dazu gehört die Ruhe mrd Sachlichkeit, die gennsrc und geklärte Existenz des «einer lekbu sichercft Menschen. Wie aber sollte Hiob, der soeben ^ent Söhne und Töchter. Hans und Hoi »nd seine ganze -Habe verloren hatte 0,12—10). der, von furchtbarer Krankherr heimgcsucht <2. 7, vor Schmerzen üä, »ich! mehr zu laßen wußte, wie sollte er jetzt dieser Sachlichleit sahigZ'ein"? ^.gzu gehörte ein fast nnausdenkbares Äkaß von Abstraktion und Vergessen, von Kraft und erlösender Freilu'it. Das aespanntc Vibrieren, die vnlkan-artia geladene Atmosphäre i,t doch das Zeichen für Hiobs furchtbare Erregung. Deui «chwerlranken gegenüber also hätten die Freunde sich anders geben, müssen, als noch vor kurzer Zeit gegenüber dem (penmoen. Was ein st richtig uw, war jetzt v f r falsch, und lriitgekeyrt. Sie hätten die' Psychologie des Kranken berückuchttgen müssen, die eben eine andere ist als die des tsenlndcii. stBcht nur die Ethik und Logik, auch die Psychologie kennt lolche. „Umwertung aller Werte". Zwar war Hiob derjenige, der ans die erste Rede des Eliohas lKav. 4 n. st) als erster gererzk und mißtrauisch geantwortet hatte lKap. n. 7!, der Klügere aber gib» nach Ui'd in diesem Falle, dem Leidenden gegenüber.' hätten die Freunde die Klügeren sein sollet,, -ta* mußte die cinsachst' Logik des Herzens den Frenudeik sagen. Intellclt und Verstand rcchtsertigen vielleicht die .vrcnnde. Herz und dnrchscelte Verum,st aber forderten gütiges Verstehen lind elastisches B ngeben zuguustcn der Prin.ziplcustarre. Das logische Richtig war ein Psycholog,,ches Falich. Gewiß war die Kamptesweise Hiobs mit seinen nnzähligeu Anklagen und Beschnkdianngen deren Berechtigung zu prüfen nicht unsere Sache ist - nicht gerade ermntigend. Aber die eigene Klugheit hätte den Freunden lagen wufien. daß sic aui dieF.m Wege nicht znm Z'.cl gelangen und daß hier ein Fall vorlicgt. wo der weitere Weg der kürzere ul. Auch die Reihe der ..wichtigen" und „unwichtigen" Fxrktoren mußte für Hiob eine Umkehrung erfahren. Genuß war für Hiob das Gottesproblcm suudamental. Seine Ketzerei und promethciich- Auflehnung illustrieren das deutlich genug. Daß aber Gott f-ast erdrückt werden mußte durch die Unsumme von Qual und Leid. d. h.. daß er Hiob aerechtfertigt und eristenzberecht'-gt erschien nur durch Wiedcrautmachnng «eines furchtbaren Unglücks, hätten sie einseheu müssen.^ Natürlich ist es kindlich und anthrvaomorph. irdische Maste an die göttliche Allmacht zu legen. Aber die Ueberumchernng des Gefühlslebens, das Zurücktreten oder Rochnjchtvorhan-