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Jüdisch-liberale Zeitung · 1926-10-08 · 41 (8.10.1926) · page 8

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Der tote Jude. (Forts.) Von Doris Wittncr. Nachdruck verboten. — Copyright by Grethlcin & Co., G. m. h. H., Leipzig. Aber — gerade, weil er von der Stadt der Casanova, Arctino, Tizian und Bellini, der Stadt der süßesten Madonnen und frechsten Künstler, der hoffärtigen Herzoge und der sangeskundigen Gondelführer, der lärmenden Märkte und der stummen Kanäle, der verrufenen Häuser und der verschwiegenen Barken; der Stadt der Farben und der Lieder, des heimlichen Todes und der offenen Laster, der Stadt der Sterne und des Traumes und der Liebe also dachte: eben darum hoffte er, daß auch in ihr, die selbst gezeugt schien aus Sturmesmilch und Traumesblut, endliä die Liebe erwachen würde: jede Liebe des Himmels und der Erde, wie ein Tizian sie gemalt hatte. Hundertmal des Tages konnte er sie fragen: ,,Guiditta (so hatte er sich ihren Namen in heimisches Idiom gewandelt) sag, Giuditta, bist du nun zufrieden, bist du glücklich, hier, wohin dich geheime Wünsche gerufen haben?" Und Judith vermochte nur mit einem todcslraurigen Lächeln ein mattes Ja zu formen. Anders als der, dem sie sich aus freiem Willen geschenkt hatte, liebte die stolze, schweigsame und müde Jüdin die stolze, müde und schweigsame Stadt, die ihr zum Schicksal oder vielmehr zum Verhängnis geworden war. Es war ihr, als gehörte sie auf die toten Wasser, zwischen das tote Gestein. Er war ihr wohl zwischen dem großen Sterben. Es war wohl dies: das Sterben ihrer eigenen Frauenseele suchte und fand Freundschaft in dem Sterben der Stadlsecle, in dem blührot geschminkten Tode Venedigs. Zerrissene Klangstrophen konnten über nächtliche Wasser irren. Gurrende Liebesseufzer hinter bröckelndem Gemäuer stöhnend verhallen. In jener lichtscheuen Ader der üppigen und verbrecherischen Stadt ward vielleicht gerade ein Leben gemeuchelt. In jener anderen dort, durch die noch das schluchzende Trillern der Serenade zitterte, ein noch Ungeborenes zum Leben verdammt. Mit einlullender Gleichförmigkeit schaukelten Rand hei Rand, die schwarzen Nachen, in denen die sonnengebräunten, wetterharten Gestalten der Ruderführcr lagen, die mit müden Griffen an der Mandoline zupften und von Zeit zu Zeit mit Raubvogelgeäuge ausspähten, ob nicht von der weißglitzernden Piazetta oder der schwarz flutenden Riva reiche und vornehme Fahrtgäste nahten. Judith ben Sonnino glitt Abend für Abend zwischen dem krausen Nachtgevögel das großen Kanals hindurch. Der Stadtrat hatte der Contessina (König Jerome hatte seinen Hoffaktor und Finanzrat um seiner „ungewöhnclihen Verdienste" willen längst in den Grafenstand erhoben), der Contessina Giuditta, des erlauchten Gastes erlauchter Freundin, eine eigene kostbare Barke zur Verfügung gestellt, in deren kosenden Sammetpfühl die traurige Frau gern sich schmiegte, wenn der Andere den Anderen zu höfischer Schau sich stellte und in den Prachtsälen des Dogenpalastes den Servilisums von Venedigs Männern wie den Schmeichelodem von Venedigs Frauen wider Willen eintrank in seine der Macht und Schönheit zugängliche Seele. Mehr denn einmal hatte Judith den Barkenführer gebeten, Richtung zu nehmen auf Venedigs schmutzigstes und verrufenstes Viertel, die alte Judenstadt, das Ghetto, vor de die schweren, eisernen Tore um 8 Uhr abends ins Schloß fielen, die Bewohner der ,,Gasse" von der freien und ehrbaren Menschheit zu sondern. Und fast jedesmal, wenn die Gondel eingebogen war in die schmale dunkle Wasserzeile, in die eingeklemmt die Judenstadt lag, hatte die „fremde Frau“ auszusteigen begehrt und war mit wenigen Schritten fern der Gondel, mitten im Getriebe unsäglicher Armut und Verkommenheit, zwischen ehrwürdigen Greisen, die ihre Körper auch außerhalb der „Schul" noch in inbrüntigem Gebet gen Osten warfen, weil sie glaubten, noch ein Uebriges tun und selbst in der Frömmigkeit ihre Nächsten übertreffen zu sollen, zwischen lärmenden, heftig gestikulierenden Frauen, die, von vieler Mutterschaft vorzeitig gealtert, fettig gelbe, von vicltauscnd kleinen Rnuzeln, gleich einer Gletschermorräne, zerfurchte Gesichter hatten, aber den falschen schwarzglänzenden Scheitel über den tierhaft greisen Urzügen der Menschheit trugen. Sobald die vornehme Fremde sich zeigte, war um sie ein emsiges, nicht einzudämmendes Gekribbel von verwahrlosten, nur dürftig bekleideten Kindern mit krausen schwarzen Haaren und sammetweichen, aber todestraurigen Kinderaugen, die immer um irgend ein Almosen, eine in diesem Viertel seltene Gabe bettelten und dafür einander mit den schmutzigen Patschhändchen in die dunklen Lockenköpfe fuhren, mit gellenden Stimmen sich gegenseitig zausend und raufend. Der Barkenführer wußte sich nicht zu erklären, was die vornehme Contessina wohl gerade in diesem abgründigen und übelbeleumdeten Stadtviertel zu suchen haben mochte. Die Fremde aber wußte jedenfalls, was sic in Canareggio fand. In jedem der kleinen, schmutzigen, sammetäugigen, traurigen und habgierigen Knaben sah sie die Kinderzüge David Danielos wieder. Dort in jenem Winkel, wo aller Kehricht der Erde sich zu stauen schien, und wo mehrere Generationen freudloser, friedloser Weiblichkeit — von steingrauen Greisinnen bis zu jungen Geschöpfen von üppig schwellenden Gliedern, noch glatter Haut und dunkel flammenden Augen bei einander hockten und wie bösartige Vögel gegeneinander geiferten, kreischten und haderten, während baufälliges Gemäuer rings um diese Menschen zu bersten schien: dorten mochte vielleicht die Geburtsstätte David Danielos gestanden haben. Manchmal auch war die Fremde Zeugin, wenn die Torhüter der Gasse mit rauhem Wort und gezückter Waffe mitten in solch ein Menschenknäuel stachen und unter den Roheiten dieser Büttel des Ghettos, die, obzwar ebenfalls niederster Abkunft, sich doch noch gesträubt hätten, mit der Bevölkerung der „Gasse" auf eine Stufe gestellt zu werden, alles Lebende in Furcht und Schrecken auseinander stob. Und bei diesen An- und Einblicken in das Leben einer Menschheit, der Menschlich k e i t auf ihrem Wege kaum je begegnete, lernte die ehemals stolze und hochmütige Patriziertochter Judith Pereira begreifen, daß und wie man zu einem David Danielo ben Sonnino werden konnte. Vergebens nur suchte sie zu ergründen, wodurch gerade sie die Strafe verdient hatte, mit einem Sonnino verbunden zu werden. Schwer war die Welt. Schwer zu tragen ihre Flüche, wie ihr Segen. Der Gott ihrer Väter mochte wissen, ob unbewußte, geheimnisträchtige Schuld, heimliche Ehrsucht vielleicht, in ihr gebrannt hatte und nur zu tilgen gewesen durch das Leben an der Seite eines hier Entsprossenen, hier Gewordenen, dessen Pfad auch schon vorgezeichnet gewesen auf den schmutzigen Steinen der altersgrauen, engen Judengasse von Venedig, diesem Schandflecken der von Menschen behausten Erde. Einmal war es gewesen, da war die Contessina unversehens am Vorabend eines Sabbat wieder des gleichen Weges gefahren und geschritten. Und als sie gewahr geworden, wie an diesem Tage selbst diese Gasse von aller Geschäftigkeit ruhte, die Steine sauberer schienen denn sonst, Frauen und Kinder annähernd sorgsam und sittsam gekleidet waren und sogar in der armseligsten Wohnung noch, in die ihr Auge spähte, die Sabbatgeräte festlich glänzten und ein Mahl bereitet stand für die Stunde, da die Männer aus der Schul, vom Dienst des Höchsten heimkehren würden: da waren ihr jählings heiße Tränen in die Augen geschossen, dieweil sie ihrer Kindheit gedenken mußte und der zahllosen Sabbatfeiern, die sie in ihres stolzen Vaters Patriarchenhause oder in denen frommer Freunde verbracht hatte. An diesem Abend schnitt der schwarze Kahn schleunig die schaumigen Fluten zur Flucht aus dem düsteren Stadtteil und nahm seinen Kurs auf San Sendet den fälligen Beitrag für &a£ vierte Vierteljahr 1'J26 in Höhe von 2,30 Mark einschließlich Bezugsgeld für die „Indisch-liberale Zeitung" an das Postscheckkonto der Bereinigung für das liberale Judentum E. B., Berlin'NW. 7, Nr. 137 069 Michele, die bleic.be Insel der Toten, die gespenstisch ruhte, ein friedsames Gotlesauge in unrastig bewegten Antlitz der Erde. Und während der Lichtschein Venedigs in der Ferne erstarb und nur einsam verdatterte Töne angstvoll dahergeirrt kamen, trug Judith ben Sonnino m Last und Trübnis ihr Schicksal: das Los der Aus erwählten zum Leide. Am Tage, der diesem Abend folgte, mischte sich die Contessina ben Sonnino, während ihr erlauchter Freund Pflichten der Repräsentation zu erfüllen hatte, unter das bunte Gewimmel des Markusolatzcs, des strahlendsten Salons Europas. Judith war begleitet von ihrer treuen Philomea und Mademoiselle de Balincours, die ihr als Staats- und Ehrendame gemeinhin zu folgen hatte, sobald sie sich unter dem gemeinen Volke, der ..Crapule", sehen ließ. Judith ben Sonnino konnte angesichts dieser Begleitung und dieser Begleiterin eines peinlichen Gefühls sich nimmermehr erwehren. Sie wußte genau, daß Fräulein von Balincours intime Beziehungen zu dem Frauentagen David Danielo unterhielt und daß sie ihr — Judith — beigegeben war als Spionin, mit dem Auftrag, sie gewissenhaft zu belauern und auszuforschen. War Judith schon dieses Amt und die Tatsache, daß eine Frau sich dazu herzugeben vermochte, in tiefster Seele zuwider, so ekelte sie noch mehr der Gedanke, daß David Danielo nicht davor zurückgesehreckt war, eine körperliche Gemeinschaft zwischen Herrin und Dienerin herzustellen. Denn schließlich — Judith mochte zwar vor Scham vergehen ob des Eingeständnisses, das sie sich selber schuldete, aber sie war doch zu stolz und zu aufrichtig, um sich die Wahrheit zu hehlen, daß es eine Nacht, eine einzige Nacht gegeben hatte, da sie zu heißen Liebesgluten, zu reifem Weibtum erwacht war in — den Armen David Danielos. Auch sie hätte diese Stunde vielleicht mit tausend Freuden verleugnet, hätte ihr halbes, ihr ganzes Leben darum gegeben (hatte sic es nicht eigentlich?), wenn jene Stunde nicht gewesen wäre. Aber daß er, der Mann, in dessen Armen sie zum Weibe geworden, nicht einmal soviel Pietät vor jener Stunde besaß, um Judith nicht zu erniedrigen dank der Nachfolge durch ihre eigene Untergebene, wollte ihr nicht in Sinn und Seele. Aber was wollte, was sollte, was konnte man erwarten von einem David Danielo ben Sonnino? Vielmehr: wessen hätten man sich nicht gewärtigen können und müssen von ihm, der sie nur genommen batte, um auf der Stufenleiter seiner Ehrgeizes rascher emporzuklimmen, und der sie alsbald fortgeworfen hatte wie eine lästige Ware, ein übles Eigen, dem man seine Verachtung wollüstig ins Antlitz spie? — Wenn solch' trübe Gedanken in ihr aufstiegen, brauchte Judith ben Sonnino ihre Erinnerungen nur zurückwandern zu lassen zu der dumpfen, verruchten „Judengasse", in Canareggio und — sie verstand manches, was einen David Danielo hatte entstehen und sich entwickeln — so entwickeln — lassen. Aber Mademoiselle de Balincours, Tochter eines der ältesten Adelsgeschlechter Frankreichs? Fi — donc! Weder die Frau noch die Patrizierin vermochte dieser Verästelung schmutziger und beschmutzender Gefühle zu folgen. Ehrgeiz. Gut, Auch die selten versagende Wirkung Sonninos als Mann (selbst wenn er nicht an den Stufen des Thrones gestanden hätte), auch das noch hätte sie zur Not verstanden. Aber das Ausspüren von Frau zu Frau — das Erwittern der intimsten Intimitäten — bar jeden weiblichen Schamgefühls, jeder Solidarität des Geschlechtes — das war es, was Judith ben Sonnino jedesmal sich schämen hieß in die Seele der — anderen hinein, und was als schwärmender Ekel an ihr fraß. Sie wußte genau, daß Mademoiselle de Balincours, mit präzisen Direktiven versehen, ihre Herrin nach Venedig begleitet hatte. Und sie wußte, daß ein exakter Nachrichtendienst die Spionin, die aus Liebe zur Sache (nicht allein zur Person) Gebärdenspäherin und Geschichtenträgerin war, mit ihrem hohen Auftraggeber verband. Mauvais genre! Auch im royalistischen Frankreich waren weibliche Spitzel demnach wohl gern gesehen gewesen. Eingesponnen in derlei unliebsame Meditationen, wandelte Judith ben Sonnino zwischen ihren beiden Begleiterinnen in dem farbigen Völkergemisch des Markusplatzes auf und nieder. Bis sie plötzlich erbleichend, einer Ohnmacht anscheinend nahe, von Mademoiselle de Balincours und Duenna Philomea gestützt werden mußte. An einem der zahlreichen Marmortische hatte ihr ruhelos wandernder Blick eine Menschengruppe wahrgenommen, die ihr Herz jählings aussetzen ließ. Benjamin Ccrf Pereira, Judiths Vater mit schneeweiß gebleichten Haaren (die die Tochter noch in nußbraunem Ton gekannt und geliebt hatte), Abraham Furtado, der Edeling des Volkes Israel, Mardochai Israel Sontheimer, Cora Perl und ein Judith unbekannter Mann, vermutlich Samuel Sinzheimcr, der Gatte Cora Pcrls und Vater ihrer Kinder, saßen dorten in eifrigem Gespräch — der weltlichen Umgebung nicht achtend — beieinander. Vermutlich hatten wichtige Projekte diese im Ansehen ihres Volkes immer höher gestiegenen Männer während des neuen größten Feldzugs Napoleons an diesen maßgebenden Platz des Welthandels und der Welthandel geführt. (Fortsetzung folgt.) BÜCHERSCHAU Jakob Klatzkin, Anthologie der hebräischen Philosophie, Berlin, Eschkol 5686 (hebräisch. 347 S,). Der Verfasser ist aus seiner Polemik mit Hermann Cohen, sowie durch seine Bücher und Aufsätze als einer der radikalsten Zionisten bekannt. In diesem Buche ist davon nichts zu spüren. Es enthält außer einem kurzen Vorwort über die Grundsätze, nach denen cs zusammengcslcllt ist, sowie erklärenden Anmerkungen am Anfang und Ende über die behandelten Philosophen und philosophischen Ausdrücke, eine Auswahl von Proben aller bekannteren jüdischen und arabischen Philosophen hauptsächlich des Mittelalters, 'wobei die arabischen Originale in hebräischer Ceberselzung bekannter mittelalterlicher Schriftsteller geboten werden. So findet mau Stücke von Isaak Israeli, Saadja, David Almokanimez, Gabirel AL kor chajini und Tikkun middoth. hanefesch\ Baehja, Abraham har Chijja, Joseph ibu Zaddik, .Inda Ilalevi, Ahr. ihn Esra (S. haöchad), Ahr. ibn Daud, Maimonides (die Ueberselzung von More 1.02 von Tibbon und Charisi nebeneinander, dazu eine dritte von Mendel Levin aus Salanow, desgleichen ein Stück aus Biur milloth hachiggajon, übersetzt von Tibbon und Achituh ha-Rophe), Joseph ibn Aknin, HillcT von Verona, isaak ihn Latif, Seherntoh Falaquera, Levi b. Ger.son, S. mach eben (Anatoli?), Ahron b. Elia dem Kartier, Chasdai ivreskas, Joseph AI ho, Juda Messer Leone, Juda Abarbanel, Obadja S’forno, Ahr. Erero, sowie von Mose Cliajjim Luzalto und Nachman Krochmal. Von niehljüdischen Philosophen, die Einfluß aut Juden gehabt haben, kommen zu 'Wort: Aristoteles, Chonoin ibn Ishak, Alfarabi, Albatlajusi, ihn Sinn, Algazzali und Ihn Rosehd. — Es ist ein instruktives Buch, das nicht nur den Anfängern der jüdischen Wissenschaft ein wichtiges Hilfsmittel zur Einführung in die Literatur und philosophische Denkweise, sowie in das philosophische Hebräisch des jüdischen Mittelalters bietet, sodann auch in den jüdischen Volkshochschulen und ähnlichen Kursen benutzt zu werden verdient. Ohre Lehrer dürfte allerdings selbst der des Hebräischen Kundige Mühe haben, in die philosophische Kunstsprache und in die uns so fern liegende abstrakte Gedankenwelt einzudringen. Vielleicht wäre es richtig gewesen, auch einige leichtere und mehr unmittelbar interessierende Stücke zur ersten Einführung zu geben, etwa von Kusari II, 36 ff. oder 111, 1—13. More, l1l.27ff. Auch Baehja ist sehr zu kurz gekommen. Dafür hätten die nur den Gelehrten interessierenden Ilandschrifienfragmentc des 3. Teils fehlen können. Eine Anthologie wie diese hat eigentlich) nur dagogischc Bedeutung. — Die modern-hebräischen Erklärungen einzelner mittelalterlicher Ausdrücke am Ende des Buches zeigen, daß man heule ohne deutsche oder lateinische tornüni lech nid noch nicht auskommt. Das Buch ist als erster 'BaÄI eines dreibändigen Werkes gedacht, dessen baldige Vollendung wir erhoffen. Wünschensv/crl wäre, daß darin solche Stücke geboten wu rden, die mit möglichst wenig Abstrichen für unsere eigene Anschauung mul Frömmigkeit bedeutungsvoll sein können, d. h. nicht die logisch metaphysischen, sondern die ethisch-religiösen. Das rein historisch Wichtige muß nun einmal in unserer Zeit den Gelehrten überlassen bleiben, für die natürlich solche Anthologie nicht genügt. — Die Ausstattung ist würdig. Die Frank-Riehl-Typc bewährt sich bei genügenden Spatien wie hier. Fuchs, Chemnitz. Antworten C. G.. Dresden: Wenn Tie hören, dem Zimtistenführer Wladimir Jabotinski sei verboten morden, in der Aula der Universität einen Bortrag zu halten, mutz es nicht eine antisemitische Maßnahme sein? Seien Sie beruhigt, es ist keine. Es ist nur der Ausfluß der grenzenlosen Furcht der zionistischen Exekutive in Jerusalem, die mit allen Mitteln verhindern mutz, datz ein Zionisteurevisionist ihr das Konzept verdirbt. Also darf Wladimir Jabotinski im Amphi-Theater der Universität Jerusalem keine Bersammluug abhalten. Und einst wird vielleicht der berühmte Marens Pvsner in Jerusalem ausrusen: Sir, geben Sie Gedankenfreiheit! R. L.. Berlin: Selbstverständlich handelt es sich bei dem Zitat über Otto Schwerins Aufsatz nur um einen Druckfehler. Nicht Goethe, sondern Schiller kam der so gescheite Gedanke herzlich dumm vor. I. K., Berlin: Die „Jüdische Nundschan" spricht immer davon, daß es unnötig sei, daß wir das Palästina-Problem kritisch behandeln, weil sie alles Kritische über Palästina veröffentliche. Und die Wahrheit? Die „Jüdische Nundschan" veröffentlicht die Ziffern der Einwanderung in Palästina für-den Monat Angnst — aber nicht die Ziffern der Auswanderer, Nätselauflösung aus vorletzter Nummer. 1. Zerleganfgabe. 2. Schieberätsel. J O AB BEER ERWI G URSICINUS SETH BAROCAS LABIENUS B ER U RIA MALEACHI

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